Samstag, U /Sonntag, 12. April 1942
Gießener Anzeiger
192. Jahrgang Nr. 84
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Verwaltung verlangt. Seit 1929 hat ihnen England
Vertretung in einem Staatsrat von 50 gewählten I nagegelder von Colombo.
MANILA BUCHT
oder sieben Fronten oder sei zumindest dort zu finden. Dabei hänge alles von den Seever- b in du n g e n ab.
Der im Indischen Ozean durch die japanischen Streitkräfte versenkte britische Flugzeugträger „$) e r. m e s" war 10 850 Tonnen groß und hatte 15 Flugzeuge an Bord. Seine Geschwindigkeit betrug 25 Knoten, er wurde 1924 in Dienst gestellt. Die Besatzung betrug 664 Mann. ,Hermes" war das erste von Änfang an als Flugzeugträger gebaute Schiff der britischen Marine. Sein Verlust ist ein noch schwererer Schlag für die britischen Seestreitkräfte im Indischen Ozean als der der am Vortage gemeldeten zwei schweren Kreuzer und der mit .Hermes^' gleichzeitig untergegangenen kleineren. Schon bei der Versenkung der Schlachtschiffe „Repulse" und „Prince os Wales" im Dezember vorigen Jahres hatte Churchill erklärt, es hätten keine F l u g- z e u g t r ä g e r für den Schutz der Schiffe zur Verfügung gestanden. Anscheinend ist ,Herrnes" inzwischen nach Ceylon entsandt worden. Seine Versenkung bedeutet, daß die britischen Seestreitkräfte im Indischen Ozean wieder ohne Flugzeugschutz sind. Die von den Japanern ebenfalls als vernichtet gemeLieten Kreuzer der „Birmingham"- Klaffe und des „Emerald"- Typs haben eine Wasserverdrängung von 9100 bzw. 7550 Tonnen. Ihre Geschwindigkeit betrug 32,5 bzw. 33 Knoten. Die Kreuzer der „Birmingham"Masse hatten eine Besatzung von 700 Mann und drei Wasserflugzeuge an Bord, während die Kreuzer des „Eme- rald"-Typs 574 Mann Besatzung und ein Wasserflugzeug mit Katapulteinrichtung an Bord hatten. Die Kreuzer der „Birmingham"-Klasse wurden 1937 in Dienst gestellt, die „Emerald"-Klasse wurde 1926 fertiggestellt und in den Jahren 1934/35 modernisiert.
Der Begriff von „schwerer" und „leichter" Kreuzer schwankt in der Seekriegsgeschichte nach der technischen Entwicklung. Die in der japanischen Meldung vom 10. April genannten Kreuzer von Typ „Birmingham" und „Emerald" gelten als leichte Kreuzer, obwohl sie mit 9100 und 7550 t Wasserverdrängung an sich fast so groß sind wie die zwei Tagevorher versenkten schweren Kreuzer „Dorfe t s h i r e" (9950 t) und „Cornwall" (10 000 t). Der Unterschied liegt in der Bestückung: die schweren Kreuzer führen 20,3-cm-, die leichten Kreuzer nur 15,2-cm-Geschütze.
Londons erstes Eingeständnis der Niederlagen im Indischen Ozean
brochenen japanischen Ansturms auf die amerikanischen Stellungen 60 000 Mann um Einstellung der Feindseligkeiten gebeten hätten Einige Stunden vor dem amerikanischen Entschluß zur Einstellung des Widerstandes wurde die Bataan- Halbinsel von' einem stärkeren Erdbeben heimgesucht das über fünf Minuten anhielt. Es soll beträchtlichen Schaden angerichtet haben.
Die japanische Presse berichtet über Emzelhetten der japanischen Operationen. Danach gelang es den japanischen Streitkräften in der Zeit vom 3. bis
Oie LIGA-Besatzung auf Bataan bittet um Waffenstillstand.
Schnelle Erfolge der japanischen Generaloffensive.
T o ki o, 10. April. (Europapreß.) Aus einer Mitteilung des japanischen Hauptquartiers geht hervor, daß Einheiten des japanischen Heeres am 3. April, dem Geburtstag des Kaisers Jimu, des Gründers des japanischen Reiches, den Generalangriff gegen die philippinischen und amerikanischen Truppen auf der Halbinsel Bataan begonnen haben. Kurz nach Bekanntgabe der Mitteilung wurde von Domei mitgeteilt, daß nach 6 Tagen ununter-
Die Insel Ceylon, wo die Engländer jetzt mit Sorge einem japanischen Angriff entgegensehen, ist ungefähr so groß wie Holland und Belgien zusam- : mengenommen und hat 5 Millionen Einwohner, meist Singhalesen, die eine Mischrasse aus arischem und südindischem Volkstum bilden. Ceylon hängt wie ein sich loslösender Tropfen an der Südküste von Vorderindien, von dem es durch einen seichten, von Inseln und Klippen durchsetzten Meeresarm getrennt ist. Nach dem indischen Mythos sind es die Reste einer Brücke, die der Affenkönig Hanuman dem Königssohn Rama baute, um ihn mit einem Affenheer nach Ceylon hinüberzubringen. Dort hielt der zehnköpfige, menschenfressende Dämon Hayana die Gattin Ramas, Sita, gefangen. Die Adams- drücke — so nennen die Muhammedaner die Jnsel- reihe — war bis zum 15. Jahrhundert noch ein geschlossener Damm zwischen Ceylon und dem Festland, aber die während des Südwestmonsuns stetig anrollende gewaltige Brandung hat sie schließlich zerschlagen. In jüngster Zeit ist eine Eisenbahn mit einer großen Brückenkonstruktion über sie hinüber- geführt.
Dem griechisch-römischen Altertum war Ceylon als Taprobane bekannt. Man holte Edelsteine, Perlen und Gewürze von der Insel, die als die Heimat des Zimtbaums gilt. Indische Fürsten gründeten auf ihr eine Herrschaft und errichteten großartige Bauten. Sehr früh wurzelt sich hier der Buddhismus ein, der noch heute auf Ceylon lebendig ist. Im 8. Jahrhundert n. Chr. kamen Araber, deren Nachkommen, Mauren genannt, einige Hunderttausend Köpfe stark sind und sich zum Islam bekennen. Als die Portugiesen den Seeweg nach Indien gefunden hatten, setzten sie sich auch in Ceylon fest. Der Heldengesang der „Lu- siaden", in dem der große portugiesische Dichter Camoes die Taten seiner Landsleute in Indien verherrlicht, beginnt mit den Versen:
Die Waffen und die glorreich edlen Recken, Die von der Lusitanier Abendstrand Durch nie zuvor befahrene Meeresstrecken Vordrangen hinter Taprobanes Land, Singe, mein Lied!
Die Portugiesen mußten auf Ceylon vor den Holländern weichen, und auch diese hinterließen eine Klasse von Mischlingen aus europäischem und singhalesischem Blut. Von den Engländern werden sie Eurasier genannt, sie selbst nennen sich, holländisch. Burghers. An den Mauren, den Portugiesen« Nachkommen und den Eurasiern kann man ab lesen, wer seit tausend Jahren vom Westen her über See nach Ceylon gegriffen hat. Als Napoleon Holland zu einem Bestandteil des französischen Kaiserreichs machte, nahmen die Engländer Ceylon fort und behielten es (ebenso wie das Kapland) bei Friedensschluß. .
Lange Jahre war Ceylon ein Land des Zimts, des Kaffees und der Perlen. Im Golf von Manar, westlich der Adamsbrücke, lagen reiche Perlmuschelbänke, die alle 10 bis 20 Jahre mit vielen hundert Fahrzeugen abgefischt wurden. Im Jahre 1907 verschwanden die Muscheln auf unerklärliche Werse aus dem Golf und sind nicht wiedergekommen. Auch den Kaffeebaum überfielen Schädlinge, aber sein Anbau wurde durch die Teekultur ersetzt, die glänzende Ergebnisse zeigte. 200 000 Hektar sind mit Pstanzun- gen von Ceylontee bedeckt, viele Millionen Kilogramm werden jährlich erportiert. Eine dreimal so große Fläche dient zur Kultur von Kokospalmen, Kakao, Zimt und Kautschuk. Sehr häufig ist das Citronellgras, aus dem ein zur Parfümfabrikation dienerndes Oel gewonnen wird. Von mineralischen Produkten ist nur Graphit wichtig, der zur Fabrikation von Bleistiften und feuerfesten Tiegeln ver-
8. April, die Hauptverteidigungslinie des Gegners zwischen Limai und dem Berg Mari- veles zu durchbrechen. Die nordamerikanischen Streitkräfte, die bis dahin den Berg Mariveles als Bollwerk benutzten, wurden in den südlichsten Winkel der Halbinsel zurückgedrängt. Der langumkämpfte S a m a t - B e r g östlich des Mari- veles-Berges ist in japanischer Hand. Gleichzeitig sind die japanischen Truppen längs der Bucht von Manila stetig nach Süden vorgedrungen, wo sie die Ortschaft Limai und Stellungen am Kap Lamao stürmten und mehrere tausend Gefangene machten. Damit war der von den Amerikanern noch gehaltene Teil der Halbinsel so stark eingeengt und die konzentrische Wirkung des japanischen Feuers auf die letzte Verteidigungsstellung der amerikanisch-philippinischen Streitkräfte, die seit Wochen unter Nahrungsmittelmangel und Seuchen leiden, so überwältigend geworden, daß daraus wohb die Bitte um Waffenstillstand resultierte. Nachdem es den Japanern auch gelungen war, in Kakukaben, östlich der Stadt Mariveles und bereits im Rücken der Befestigungsanlagen des Mariveles-Berges, Fuß zu fassen, war es ihnen möglich, längs der Bahn in flachem, hügeligem Gelände auf die Stadt Mari- veles selbst vorzustoßen.
Der Kampf wurde mit großer Erbitterung geführt. Auf japanischer Seite zeichneten sich wieder Panzertruppen in schwierigem Gelände durch besonders hingebenden Einsatz aus. Der Befehlshaber der japanischen Panzertruppen fiel im Gefecht. Einzelne amerikanische Truppenteile versuchten, in Booten nach der Jnselfestung Corregidor zu entkommen, doch wurden die Boote durch japanisches Feuer versenkt oder nach Mariveles zurückgetrieben. Corregidor war in den letzten Tagen mehrmals das Ziel schwerer Bombenangriffe. Seit Freitag mittag hat auch japanische Artillerie von der Bataan-Haldinsel aus eine Beschießung Corregidors begonnen, dessen Geschütze zum großen Teil bereits zum Schweigen gebracht worden sind.
wertet wird.
Die eigentlichen Schönheiten Ceylons offenbaren sich erst in dem hochgelegenen, gesunden und gebirgigen Innern. Dort läßt sich die Schönheit der Tropen ohne ihre Gefahren genießen. Berühmt und viel besucht ist die alte Hauptstadt Kandy, emst die Residenz der eingeborenen Fürsten, deren letzter, der 165. in einer mehr als 2000 Jahre umia'^ne den Reihe, von den Engländern beseitigt wurde. Noch weit interessanter sind die Ruinen von Anu- radhapura, der ältesten Fürstenresidenz, die schon den Römern als Annurogrammum bekannt war. Im Mittelalter wurde sie zerstört und verlassen und überwuchs mit Urwald. Die jetzt zum Teil freigelegten Trümmer dehnen sich stundenweit aus. Bei einem zerfallenen buddhistischen Klosterpalast, der 9 Stockwerke mit tausend Klausen zählte, steht der älteste historisch beglaubigte Baum der Erde, ein Abkömmling des heiligen Bo-Daums, unter dem der Prinz Gautama zum Buddha erleuchtet wurde. Von diesem Baum ließ ein König von Ceylon einst einen Schößling holen und pflanzte ihn im Jahre 245 v. Ehr. neben den Klosterbau. Der Riesenbaum ist eins der größten buddhistischen Heiligtümer, er ist von einer Mauer umneben und wird von Priestern gepflegt, die seine Blätter an die Reisenden, in Erwartung einer Gegengabe, „ver-
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Viel besucht ist der Gipfel des über 2200 Meter hohen Adams-Pik im Süden der Insel. Auf ihm steht ein Tempel, der ein den Buddhisten, Den Brahmanen den Mohammedanern und sogar den einheimischen Christen gleich heiliges Objekt umschließt. Es ist eine Vertiefung in Form einer riesigen Fußspur, mit Gold und Edelsteinen eingefaßt, die von den Buddhisten Buddha zugeschrieben wird, von den Mohammedanern dem Urvater Adam, der hier tausend Jahre auf einem Fuß gestanden und den Verlust des Paradieses beweint haben soll, bevor er über die nach ihm genannte Brücke Ceylon verließ, während die Brahmanen die Spur dem Schiwa und die Christen dem Avöstel Thomas zu- schreiben, der nach einer alten Legende in Indien gepredigt haben soll. , „ ,
Eine uralte Seefestung, in der auch Portugiesen und Holländer saßen, ist P o i n t d e G a l l e an der Südküste, jetzt wegen feiner schlechten Reede fast
Erinnerungen an Ceylon
Von Dr. Paul Rohrbach.
und 8 vom Gouverneur ernannten Mitgliedern bewilligt, außerdem drei Ministerien. Die wirkliche Macht liegt beim Gouverneur, der allein über die Finanzen und die Truppen verfügt und jedem nicht genehmen Beschluß des Staatsrates entgegentreten kann. Es ist die bekannte Fassade ohne Hintergrund. Ceylon hat administrativ mit Indien nichts zu tun, es steht nicht unter dem Vizekönig, sondern hat einen eigenen Gouverneur. Für alle nach dem Golf von Bengalen und nach Australien gerichteten Fahrten ist es eine unentbehrliche Station zur Versorgung der Schiffe mit Brennstoff, fei es Oel oder Kohlen. Die Depots dafür liegen in Colombo, das sich des kostspieligsten Hafenbaues im britischen Weltreich rühmen kann, abgesehen von den Befestigungen. Dem entsprechen die Abgaben — aber England wird jetzt andere Sorgen um Ceylon haben, als die Ton-
verlasien. Die Engländer haben auch Colombo befestigt, aber ihr Hauptbollwerk auf Ceylon ist die Flottenstation in T r i n k o m a l i an der dem Golf von Bengalen zugekehrten Ostküste. Gegen dieses hätte sich ein jeder Angriff zu richten, der die englische Herrschaft erschüttern will. Colombo und Trinkomali haben starke Besatzung, meist aus eingeborenen Truppen. Die Singhalesen streben sehr nach Bildung und haben auf Grund ihrer fortgeschrittenen Schulung schon seit lange nach Seldst-
S t o ck h o l m, 10. April. (Europapreß.) Am Frei- tagmittaa wurde in London amtlich mitgeteilt, daß der britische Flugzeugträger ,Hermes" versenkt worden ist. Das Eingeständnis der weiteren schweren Kriegsschiffsverluste, die England nach der bereits gestern veröffentlichten Meldung des japanischen Hauptquartiers in den Gewässern um Trinkomali an der Ostküste von Ceylon hat, steht bisher noch aus. Die Londoner Admiralität teilt mit, die „Hermes" sei nur 15 Kilometer von der Küste entfernt gesunken, so daß wahrscheinlich ein großer Teil der Besatzung gerettet werden konnte. Die Versenkung ihrer beiden Kreuzer „D o r s e t s h i r e" und „Csrnwall" gingen, wie „Exchange Telegraph" aus Colombo ergänzend berichtet, im Verlaufe einer Schlacht um die Vorherrschaft im Golf von Bengalen verloren. Auf beiden Seiten seien bedeutende Einheiten eingesetzt worden, sowohl Kreuzer als auch Torpedoboote und Unterseeboote. Mehrere britische Handelsschiffe seien im Verlauf der Schlacht versenkt worden. 600 Schiffbrüchige seien bereits an Land gebracht worden. Die beiden Schifte von je 10 000 Tonnen waren beide mit acht 20-cm-Ge- schützen bestückt und hatten die Möglichkeit, bis zu drei Flugzeugen mit Katapulten aufsteigen zu lassen. Beide Schifte haben, wie Reuter resigniert feststellt, bisher glänzende Kriegsdienste geleistet. Es sei jedoch zweifelhaft, ob sie von der Luft her geschützt wurden, da aus dem ja;^anischen Bericht hervorgehe, daß nur einige Flugzeuge verlorengingen. Es scheine beinahe, daß die Angriffe von japanischen Flugzeugträgern aus erfolgten, deren Anwesenheit in der Bucht von Bengalen durch den Angriff auf Colombo bestätigt wird. Dieser Verlust vermindere die Stärke der britischen Marine in den indischen Gewässern um zwei außerordentlich einsatzbereite Einheiten. Der britische Nachrichtendienst stellt fest, daß die britische Flotte in Ostasien dem Gegner nicht gewachsen ist. Er erklärt, der Verlust zweier so guter Kreuzer sei ein weiterer ernstlicher Schlag für eine Flotte, die zahlenmäßig dem Gegner niemals gewachsen fein konnte. Wenn jemand noch immer fragen sollte, warum Großbritannien allein keine größere Flotte in den Fernen Osten schicken kann, so sei die Antwort darauf völlig klar. Es sei dieselbe Antwort, die man auch Leuten geben sollte,- die über die Errichtung einer zweiten Front zu reden beliebten. Großbritannien kämpfe bereits an fünf
Corregidor. ■
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Dem Frühling entgegen.
Nach einem ungewöhnlich langen und harten Winter sehen die europäischen Völker in diesem Jahrq mit ganz besonderen Erwartungen dem Anbruch Der wärmeren Jahreszeit entgegen. Freilich, noch heißt es, sich in Geduld fassen. Denn wenn auch schon von der Ostfront hier und da zeitweiliges Tauwetter gemeldet wurde, so scheint im großen und ganzen die Kraft Des Winters noch nicht gebrochen zu fein, und auch Dann roirD Der mit Macht cinfetjenDe Frühling noch einmal von uns geduldiges Zuwarten verlangen, bis Die Natur selbst Den Boden für Die Entwicklung und Durchführung neuer strategischer Pläne bereitet hat. Daß es an ihnen zu gegebener Zeit nicht fehlen roirD, Darüber gäbe es nach allen bisherigen Erfahrungen Dieses Krieges nirgendwo in in der Welt noch Den geringsten Zweifel, selbst wenn nid)t/Der Führer selbst in feinen letzten Reden an-> jetünDigt hätte, Daß Das Deutsche Ostheer gerüstet teht, Die vernichtenden Angriffsoperationen Dort roieDer aufzunehmen, roo sie ihm Der überraschend frühe Einbruch Des Winters mit tiefem Schnee, kaum noch vorstellbaren Kältegraden unD schneiden- den Eisstürmen aus Der HanD geschlagen hatte. Die Truppen Der Ostfront, in Der mit Den Millionen Der Deutschen Heeresgruppen Kontingente fast aller europäischen Völker Schulter an Schulter stehen, haben in Dem Dann folgenDen WinterfelDzug eine Prüfungszeit Durchgemacht, wie sie wohl noch keiner modernen Armee, noch niemals Soldaten auferlegt war, Die aus Den Kulturlandschaften des mittleren und westlichen Europa stammen und des Kampfes mit der Urkraft einer unerbittlich grausamen Natur eit vielen Generationen entwöhnt waren. Heute Dürfen wir mit innigem Dank unD voll stolzer Be- rounDerung sagen, Daß sie diese Prüfung bestanden haben. In diesem Winterfeldzug an Der Ostfront sind in Den weiten Schneefeldern Rußlands, in Den vereisten Sümpfen und im UrwalDdickicht Kareliens aus unseren Soldaten Männer geworden, Die nichts mehr zu schrecken vermag. In täglich neuem Ringen mit Den hart an die Grenze Des Erträglichen gehenden Unbilden der Witterung, in erbittertem Kampf gegen einen immer von neuem anstürmenden, zahlenmäßig weit überlegenen Feind, dessen aus dem Osten herangeführte Massen, gegen Kälte unempfindlich und gegen schwerste blutige Verluste abgestumpft, sich trotz aller Mißerfolge und Fehlschläge immer wieder zu neuen Angriffen aufpeitschen lassen, in diesem Kampf, in Dem Die Gewalt Der Natur Die Gefechtskraft Der schnellen unD schweren Waffen oft genug lahmlegte, hat sich auf Das eklatanteste Die lieber» legenheit Der seelischen Kraft Des Deutschen SolDaten und seiner europäischen Kameraden gezeigt. Denn nur Das im täglichen Ringen mit Den bolschewistischen Horden erhärtete Wissen um Den Sinn Des Krieges, in Dem Europa seinen SchutzDamm gegen Die Flut des Bolschewismus baut, machte Den Kämpfer der Ostfront fähig, das Aeußerfte zu ertragen, und doch in dieser ihm Durch die Umstände aufgezwungenen Passivität niemals Die Energie zu eigener Initiative, die Beweglichkeit des Geistes und den Elan kühnen Draufgängertums einzubüßen. Gerade diese innere Schwungkraft, Die Den deutschen Soldaten aller Grade und Waffengattungen in Der Hand einer weitschauend und umsichtig planenden, sicher leitenden und fest zupackenden Führung in allen Angriffsfeldzügen der ersten Kriegsjahre auf allen Kriegsschauplätzen Europas und Nordafrikas so unwiderstehlich machte, gerade diese innere Schwungkraft hat ihn befähigt, auch in dem Verteidigungskrieg dieses Winters seine Aufgabe zu meistern.
Es würbe Heißen. Dem täglich erprobten und immer wieder aufs höchste bewährten Heldenmut Deutschen Soldatentums Abbruch tun, wollte man Die ungeheure Härte Des Kampfes gegen Die Sowjets zu verkleinern suchen. Schon in Den Angriftsschlach» ten Des vergangenen Sommers hatte es sich erwiesen, Daß Die, Ausrüstung Der Sowjetarmeen mit schweren Waffen aller Art alle Erwartungen übertraf unD daß Den Deutschen hier ein Soldat entgegentrat, Der unter Ausnutzung Der Erfahrungen Der Feldzüge in Polen und hn Westen ganz auf Den Angriff gedrillt war, wobei eine von Offizieren unD politischen Kommissaren mit Den brutalsten Mitteln erzwungene eiserne Disziplin und eine völlige Unempfindlichkeit auch gegenüber schwersten Verlusten an Menschen und Material auch in aussichtslosen Lagen erbitterten Kampf und äußersten Widerstand bis zum letzten Mann bewirkten. Diese absolut offensive Kriegführung Der Sowjets, Die weder in Polen noch im Westen oder auf Dem Balkan eine Parallele hatte, ist nun im WinterfelDzug 1941/42
Unser Bild zeigt oben Den britischen Flugzeugträger „Herme s" (10 850 Tonnen) und unten Den britischen Kreuzer „Southampton" Der „Birmina- ham"-Klasse (9100 Tonnen). — (Scherl-Archio-MH


