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Keine Urlaubsreifen zu"

XV

ekhnachien.

Ein Aufruf des Seneralbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz.

Die wichtigen Aufgaben, die die Deutsche Reichs­bahn im Kriege zu erfüllen hat, gestatten ihr, ins­besondere in verkehrsreichen Zeiten, keine wesent­liche Lockerung der bestehenden Verkehrseinschrän­kungen. Die Versorgung der Wehrmacht mit kriegs­wichtigen Gütern aller Art und die Beförderung unserer Soldaten müssen der Erfüllung aller übrigen Wünsche vorangehen. Aus diesen Gründen kann in diesem Jahr zur Weihnachtszeit nur ein sehr be­schränkter Urlaubsverkehr durchgeführt werden. Es wird daher von jedem verlangt, daß er in der Zeit vom 15. Dezember 1942 bis 4. Januar 1943 alle vermeidbaren Reifen zurückstellt. Urlaubsreifen und Familienheimfahrten müssen in Zeiten durchge­führt werden, in denen auf der Reichsbahn ein normaler Urlaubsverkehr abgewickelt werden kann und in denen die Verkehrsmittel nicht so stark be­lastet sind wie gerade an den Festtagen.

An alle Betriebsführer ergeht daher der Ruf, in ihren Betrieben Urlaub und fällige Familienheim­fahrten so zu legen, daß die Reisen nicht gerade in der Weihnachtszeit angetreten oder beendet werden müssen. Soweit die Deutsche Reichsbahn für Ar­beiter und Angestellte, die außerhalb ihres Wohn­ortes beschäftigt werden, Sonderzüge für eine Ur­laubs- oder Familienheimfahrt während der Weih­nachtszeit stellen kann, steht der Gewährung des Urlaubs oder Familien-Heimfahrt nichts entgegen. Es wird jedoch erwartet, daß die Gefolgschaftsmit­glieder dann auch tatsächlich diese Sonderzüge be­nutzen.

An alle übrigen deutschen Volksgenossen ergeht der Ruf: Unterlaßt nach Möglichkeit alle Reisen

in der Zeit vom 15. Dezember 1942 bis 4. Ja­nuar 1943!

Iulaffungskorten für den Weihuachts« und Tleujahrsverkehr.

In der Zeit vom 18. bis 24. Dezember und vom 27. Dezember bis 4. Januar kann eine Reihe von Schnell- und Eilzügen nur unter gleichzeitiger» sung einer Zulassungskarte benutzt werden. Die zu­lassungskartenpflichtigen Züge sind für den Nah­verkehr bis 100 km von allen Haltebahnhöfen aus gesperrt. Vorbestellungen und schriftliche oder fern­mündliche Bestellungen von Zulassungskarten sind ausgeschlossen, doch können Fahrtausweise und Zu­lassungskarten bereits drei Tage vor Reiseantritt gelöst werden.

Weihnachts-Expreßgüter frühzeitig aufliefern.

Um die pünktliche und glatte Abwicklung des Ge­päck- und Expreßgutverkehrs vor dem Weihnachts­fest sicherzustellen, ist die Annahme von Expreßgut und beschleunigtem Eilstückgut für die Zeit oum 20. bis 24. Dezember 1942 gesperrt worden. Von dieser Sperre sind nur bestimmte, besonders dring­liche Güterarten ausgenommen. Auskunft hierüber erteilen alle Expreßgutannahmestellen. Den Ver­sendern wird dringend empfohlen, ihre Expreßgüter möglichst frühzeitig, bestimmt jedenfalls vor dem 20. Dezember aufzuliefern, weil sonst mit der Aus­lieferung der Sendung an den Empfänger vor dem Weihnachtsfest nicht mehr gerechnet werden kann.

Spielfachen von der Polizei.

Glänzender Erfolg einer Dastel-Attion.

Die Männer unserer Polizei in Gießen, Bad- Nauheim und Friedberg haben sich seit Monaten in ihrer dienstfreien Zeit mit der Herstellung von Spielsachen beschäftigt, die zu Weihnachten vielen Kindern Freude bereiten sollen. In dieser anerken­nenswerten Gemeinschaftsarbeit sind rund 2200 Stück Spielsachen der verschiedensten Art angefertigt worden, die jedem Beschauer das Herz vor Freude warm werden lassen. Aus selbst aufgebrachten Geld­mitteln haben die Männer unserer Polizei das Roh­material beschafft uni) es in vielen Arbeitsstunden so geschickt verwertet, daß die Sachen auch in qua­litativer Hinsicht allen Anforderungen genügen können.

Nunmehr sollen diese Spielsachen der Oeffentlich- keit zur Besichtigung zugänglich gemacht werden, bevor sie ihren Weg zu den Kindern antreten. In Gießen werden die von den hiesigen Polizeibe- amten und Polizeireservisten angefertigten Spiel- fachen vom kommenden Sonntag, 13. Dezem­ber, ab bis zum 19. Dezember täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr in der Aula des Ludwigs-Gymnasiums, Hindenburgwall 6, zu jedermanns Besichttqung öffentlich ausgestellt. Der Zutritt zu der Ausstellung ist frei, wer jedoch zum Besten der NSV. am Eingang der Aula eine Spende in die bekannten roten Sammelbüchsen geben will, wird damit nicht zurückgewiesen werden.

Nach der Ausstellung, also vom 2 0. Dezem­

ber ab, wird ein Teil der Spielsachen zum allge­meinen Verkauf gestellt. Der Verkauf findet täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr statt. Fachleute haben den Verkaufswert der Spielsachen geschätzt, die hierbei festgestellten Preise gelten bei dem Verkauf als Mindestsatz. Wer darüber hinaus einen höheren Betrag bezahlen will, tut ein gutes Werk, denn der gesamte Erlös aus dem Verkauf und aus den fteiwilligen Spenden kommt ohne jeden Abzug die Unkosten für die Materialbe­schaffung sind aus den vorerwähnten Geldspenden der Polizeibeamten als eine Sondergabe ihrerseits bereits voll gedeckt worden der NSV. zugute.

Vor Beginn des Verkaufs, aber erst nach Schluß der öffentlichen Ausstellung, wird ein Teil der Spielsachen von der Polizei an die Kinder gefalle­ner, verunglückter oder verstorbener Angehöriger der Ordnungspolizei und der Waffen-ff, an die Kinder von im auswärtigen Einsatz befindlichen Angehörigen der Ordnungspolizei und an die Kin­der von kinderreichen Familien und von Volksge­nossen, die von der NSV. namhaft gemacht worden sind, verschenkt werden. Diese geschenkten Spielsachen werden den Kindern noch vor dem Weihnachtsfest durch Polizeibeamte m die Wohnung gebracht. Ls wird erwartet, daß die Eltern der beschenkten Kn- der von einem Hinzukauf von Spielsachen abfeben, damit jedes Kind mit einem Spielzeug zu Weih­nachten bedacht werden kann.

und schließt dann behutsam die Tür.

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e 1922 Ordinarius wurde.

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Danke"

Und dann erhebt sich Bergenroth und reicht Helene die Hand:Gute Nacht! Schlafe recht wohl!"

Gute Nacht, Richard!"^

Etwas ist anders geworden.

Es oibt jetzt Zeiten, in denen Bergenroth wort­karg ist. Auf Fragen antwortet er kurz und scharf, und Helene weiß nicht, daß der Mann ihr zu solchen Zeiten und bei solcher Härte viel näher ist als je zuvor. Doch vergehen solche Stimmunaen Bergen- roths sehr schnell. Sie müssen der Kraft seines W'llens weichen.

Der August bringt sehr heiße Tage, und die Lust ist erfüllt vom n>ürim<m Duft der Reife. Heuwagen schwanken zu den Stallen.

Helene kommt aus dem Kontor und geht hinaus auf die Versuchsfelder. Die langen Reihen der Del- disteln zeigen jetzt eine gleichmäßige trockene Bräune.

Hel-n" ne tat sich i'frer fr« Bll am en. hebt behutsam da und dort einen Blütenkopf der Samen ist ganz hart. m '

Als Helene wieder aufblickt, kommt ihr Bergen­roth entgegen. Seine grauen Augen sehen sie freund- lich an:Nun, Helene?"

Sie fragt:Wann willst du hier mit der Ernte beainnen lassen? Di- Reife ist da."

Sehr bald. Es ist zwar nickt nötig, sich bei der Oefbiftef mit der Ernte zu beeilen, ober in diesem Hahr will ick alles Erntecn't sobald wie möglich ein- bringen. Wir müss-n mit Kriea r-chnen. Helene. Und hu weißt, -ine Anzahl unterer L-ute haben sich ateich in den erst-n Tonen zu den Waffen au melden.

r müllen auch Pferde st-llen und unser L"stauto"

Es lallt Helene ein sie hat dock auch fo -inen Befehl für ihren Brttatwagen.Ich muß den Brief heraussuchen", sagt sie.

..Tue das, Helene. Solche Sachen muß man zur fjanb haben Und mit der ffrnte hier werden wir asso bald beamnen. In dieser W-^e noch."

Helene -raöhlt hß sie einenHrtcf von G-rttmcke bekam.Sage, Richard, kannst du mich ht dieser

So ...du bist also auch dieser M"inung!" Helene sagt das heftig und ärgerlich.

Wieso auch ...?" fragt Bergenroth.

Natürlich sagt Helene jetzt nicht, daß auch Rau­tenberg diesen Zweifel aussprach. Sie wird viel­mehr sehr förmlich und meint, daß Bergenroth schon recht habe. Wegen des Hauses wird sie besser mit Doktor Gebauer sprechen.

Bergenroth möchte fetzt Helene beim Arm nehmen und schütteln. Er möchte sagen, daß sie ein ganz unbeherrschtes Mädchen ist und daß sie sich sehr im Unrecht befindet, wenn sie jetzt böse wird. Aber er stimmt Helene zu:Eben das meine ich auch, Ge­bauer wird dir am besten raten können!"

Der Großmufti von Jerusalem ist dieser Tage ,on Rom kommend, ix Berlin eingetroffen.

ehr. lich« 's

öh ni. Di. leug, ürbe, ö im tag

An einem Augustsonntaq fährt Johannes Rauten­berg wieder nach Brarnstett. Er bringt für Käte Bücher mit und Spielzeug für Martin. Der Junge läuft jetzt auf seinen strammen Beinchen munter umher und rennt seinem geliebten Onkel Johannes strahlend und mit weit ausgebreiteten Armen ent­gegen.

Da Johannes am gleichen Abend wieder in Ber­lin fein will, bleiben nur wenige Stunden für den Besuch. Nach Tisch muß Martin eigentlich schlafen, aber es wird e'ne Ausnahme gemacht. Johannes unternimmt mit Käte und Martin eine kleine Spa­zierfahrt, denn Autofahren ist für den Buben immer eine große Freude. Er ist auch anfangs wie­der in heller Begeisterung, und die munteren Augen Wegen nur fo umher ... dann m*rb er stiller und stiller und schmiegt sich schließlich zum gewohnten Scklummer fest in Mutters Arme.

Er schläft noch, als si- wieder nach Hause kommen.

Bleiben Sie sitzen", sagt Johannes zu Käte, steigt aus und geht um den Wagen herum. Er nimmt der jungen Frau das Kind ah. Sein Bllck streicht über ihr sanft geneigtes Gesicht. Als sie den Kopf hebt und ihre Augen sich treffen, geht ein flüchtiges Rot über chr zartes Gesicht.

(Fortsetzung folgt.)

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kommen für Gießen und die umliegenden Landge­meinden nicht 120 v. H, sondern 112 v. H. der Friedensmiete in Bettacht.

Die Ausführungen über die Berücksichtigung des Leerstehens von vermietbaren Räumen, Billigerver- mietung und Mietausfall in dem 2. Absatz des Auf­satzes sind in gleichem Maße auch in Hessen anwendbar. Archers ist es hinsichtlich der Berück­sichtigung von Erttagsminderungen bei Betriebs­rückgang. Für derartige Fälle der gewerblichen Minderausnutzung ist nicht nur das Verhältnis der Umsatzenttvicklung, sondern die Gegenüberstellung von Umsatz, gewerblichem Ertrag, Belegschaft und sonstige den (Ertrag beeinflussenden Verhältnisse des letzten Friedönsjahres 1913 gegenüber den am 1. Dezember 1942 in Bettacht kommenden Verhält­nisse maßgeberch.

Mietausfälle für leerstehende Grundstücksteile werden grundsätzlich nicht mit 150 v. H., sondern mit 100 v. H. der Ertragsminderung steuerlich be­rücksichtigt.

Im übrigen können die Ausführungen des Auf­satzes bezüglich Inhalt und Fristen als auch in Hessen anwendbar angenommen - werden.

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Die spanische Seepolizei stellte in der Nähe von Barcelona ein Motorboot mit jüdischem Gesindel )as den Engländern auf hoher See 6pionagema- lerial zusteckte und anscheinend auch auf diesem Wege direkte Instruktionen zur Durchführung der Spionage- und Agitationstätigkeit in Spanien er­hielt Von der spanischen Polizei konnte werttolles Zeweismaterial beschlagnahmt werden.

chkünchen und Göttingen, promovierte 1911 in Leip- |g und machte den Weltkrieg mit. 1921 habilitierte t sich in Leipzig und übernahm 1926 dort bje st^rmüßige a. o. Professur für angewandte Dyna- lir und Thermodynamik. Aus feiner literarischen Tätigkeit ist die Herausgabe des Bandes ,Hybro- Aerodynamik" im Handbuch der Experimental- hysik zu nennen. Der seit fünf Jahren von itnen Verpflichtungen entbundene ordentliche Pro- iffor der theoretischen Physik Dr. phil. Franz rthur Schulze in Marburg ist im Alter von D Jahren gestorben. Der Gelehrte gehörte etwa ) Jahre dem Lehrkörper der Philipps-Universität frt. Beheimatet war er in Rabenau bei Dresden, bn Berlin aus kam er 1902 nach Marburg, wo

PN Rektors, Professor Dr. Stein acker, wurde rofessor Dr. Klebelsberg zum Rektor der niversität Jnnsbruch ernannt. Klebels­berg wurde 1886 in Brixen geboren. Er promo­vierte 1910 in Wien. 1915 habilitierte er sich in Innsbruck, wurde 1921 a. o. Professor für Geologie ttt der Universität Innsbruck und 1925 o. Professor, klebelsberg ist Ehrendoktor der Universität Heidel- tav »berg, Ehrenmitglied der Geographischen Gesellschaft r t- lir München und Senator der Deutschen Akademie.

A Geburtstag aufrichtig gefreut Er läßt allen Be- teiligten wärmstens danken und mitteilen, daß er sich gesundheitlich wohlbefindet.

Vie ErmäßipungSanträge zur Saus­zinssteuerablösung bis zum IO. vezbr.

Zu diesem Aufsatz des Steuerberaters Dr. Wuth imGieß. Anz." Nr. 289 vom 8. Dezember wird uns von zuständiger Stelle des Finanzamtes Gie­ßen eine Richtigstellung übermittelt, die sich auf die Frage der Erttagsminderungen bezieht.

Nach dieser Mitteilung sind die Ausführungen in jenem Aufsatz auf preußische Verhältnisse zuge­schnitten und können nicht ohne weiteres auch auf hessische Verhältnisse Anwendung finden. Die Er­tragsminderungen können in Hessen nur nach den bisherigen Bestimmungen des hessischen Son­dergebäudesteuergesetzes und nicht aus Rechts- gründen, sondern ausschließlich im Billigkeitswege gewährt werden.

Wenn m dem Abs. 1 und m dem letzten Absatz des Aufsatzes vom Katasteramt die Rede ist, bei dem Anträge stellen und Berichtigungen zu be­antragen sind, so kommt hierfür in Hessen nur das Finanzamt in Frage, das seither für die Ver­anlagung der Sondergebäudesteuer zuständig war. Als monatliche gesetzliche Miete (Ausgangsmiete)

Nach einer offiziellen Verlautbarung sind die von ten Japanern besetzten Südgebiete wie folgt um- Imannt worden: das frühere Britisch-Borneo in ita-(Nord-)Borneo, Holländisch-Bomeo in Mi- vami-(Süd)Borneo und Malaya in Malai. Batavia führt von jetzt ab den Namen Dyakarta.

Gruppenführer Dörnemann in die Oberste GA -Führung berufen

NSG. SA.-Gruppenftihrer D ö r n e m a n n ist auf befehl des Stabschefs mit Wirkung vom 28. Novern- er 1942 in den Stab der Obersten SA.-Führung erufetröorben.

Gruppenführer Dörnemann führte die jetzt unter Mrung von Gruppenführer Vielstich stehende vruppe Hessen seit dem 24. Juni 1941 in Vertretung nm Obergruppenführer Beckerle, nachdem dieser um Deutschen Gesandten in Sofia ernannt worden Dar.

Kunst und Wissenschaft.

Goethe-Medaille für Professor Dr. Salzmann.

Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Dr. med. Maximilian Salzmann in Graz aus llnlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Inerfennung feiner großen Verdienste um die luaenheilkunde die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Hochschulnachrichlen.

Am 16. Dezember feiert der emer. Bonner Haut- Itntter, Professor Erich Hoffmann, sein golde- jes Doktorjubiläum. Hoffmann wurde 1868 ge­hren. Er ist vor allem durch seine Mitenweckung t?8 Syphiliserregers, der Spirochäte pallida, be- hnnt geworden. F. Schaudinn hat sie als solche Pfunden und Hoffmann hat sie als Erreger der lues festgeftellt. Hoffmann war zuerst Militärarzt I: Posen, Bromberg und Berlin, wo er sich hobili- erte. Heber Halle kam er dann nach Bonn, wo von 1910 bis 1934 Direktor der Hautklinik war. Der a. o. Professor für mittlere und neuere Ge- ichte an der Universität Freiburg, Dr. Hans Wal- 1 Klewitz, wurde zum o. Professor ernannt.

itz wurde 1907 in Erfurt geboren. Er promo-

erte in Göttingen, war dann am Preußischen istorischen Jnstittt in Rom tätig und habilitierte ch 1935 in Göttingen. 1940 wurde ihm der Lehr- ahl für mittelalterliche und neuere Geschichte in reiburg übertragen. An Stelle des ausscheiden-

Aus -er Statt Gießen.

Schlafende Kinder.

Wundersam ist es, um Mitternacht in das Schlaf­zimmer der Kinder zu treten. Auf dem Heimweg nimmt man sich's vor, auf jedem nächtlichen Heim­weg. Und es ift, als geschähe es nur um dieser m^n*9.cn Minuten willen, da man, behutsam die Tür öffnend, ohne Licht zu machen in das Zimmer geht, die Schlafenden zu behorchen, zu fühlen und zu wissen: sie sind! Ins Dunkel gehüllt wie sie, wartet man, ob nicht eines vielleicht doch erwache; aber sie liegen ruhig und atmen die Nacht, die ihnen wie ein Geschenk zufiel.

Wie verschieden sie doch noch im Schlaf sind, ver­schieden wie in ihren Aeußerungen am Tage. Kaum vernehmbar zieht der eine die Luft ein, der andere schlürft sie in langen Zügen, als sei er durstig, der Dritte hat einen schnelleren Rhythmus. Leise tritt man zum Bett eines jeden, läßt die Rechte über die Haare der Buben gleiten so sanft, wie man es am Tage nicht vermag. Was mögen sie heut wieder angestellt haben, die drei Tobelustigen, in denen das Leben quillt und strömt wie aus tiefem Brunnen! Morgen wird man es wissen, aber das gilt in diesem Augenblick nicht, der alles verzeiht. Dann zieht man dem einen das Deckbett etwas höher, legt des ande­ren Köpfchen, das fast über den Bettrand hinunter­hängt, zurück ins Weichere und steht wieder un­schlüssig, doch voller Glück, daß man so beschenkt wurde. Manches wird man in Kauf nehmen müssen, man wird auch hart sein müssen, aber das wird erst morgen ober übermorgen sein. Man versucht einen Blick in die Zukunft.

Ob man erlebt, wie sie mit eigenen Händen das Ihre tun? Diele Wünsche stehen da auf. Einer seufzt im Schlaf, wendet sich, und wieder ist diese Stille im Raum. War man selber sv geborgen in der Nacht? Erinnern hllft ja nicht, doch es muß wohl so gewesen sein. Noch einmal geht man die kleine Runde von Bett zu «Bett, horcht noch eine Weile auf diesen feinen Sang der schlafend Atmenden,

Keine neuen Lohnsteuerkarlen für 1943

Für das Kalenderjahr 1943 werden keine neuen Lohnsteuerkarten ausgegeben, die Steuerkarten 1942 werden vielmehr für 1943 weiterbenutzt. Etwa für, 1942 zugebilligte Lohnsteuerermäßigungen a) wegen erhöhter Werbungskosten und Sonderausgaben, b) wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse, c) wegen Kriegs- oder Unfallbeschädigung üsw. ver­lieren mit dem 31. Dezember 1942 ihre Gültigkeit, sie müssen, wenn die Gründe fortbestehen, unter Vorlage der Unterlagen, Rentenbescheinigungen usw. ab sofort bei den Finanzämtern für 1943 erneut be­antragt werden. Die Arbeitgeber haben deshalb den bett. Arbeitnehmern die Lohnsteuerkarten für einige Zeit zu überlassen, lieber dis Aenderung des Fa­milienstandes ober ber Steuergruppe für 1943» burch die Gemeinden, z. B. wenn ein auf der Steuerkarte 1942 eingetragenes minderjähriges Kind (Stichtag 10.10.1942) inzwischen volljährig geworden ist ober wenn eine kinderlose Ehe über fünf Jahre besteht und deshalb die bisherige Steuergruppe III in II geändert werden muß, ergeht noch besondere Be­kanntmachung. Ebenso über die Ausfüllung der Seite 2 ber Lahnsteuerkarte wegen des Jahresein­kommens 1942 und ber einbehaltenen Lohnsteuer.

O:e Ausstattungsbeihilfen für Hausgehi sinnen.

»Hausgehilfinnen, dve minbeftens vier einzige ständige Hausgehilfinnen in kin­derreichen Haushaltungen deutscher Staatsange­höriger tätig find, erhalten auf Antrag eine Aus­stattungsbeihilfe, die je nach der Länge der Dienst­zeit 600 bis zu 1500 RM. beträgt. Nach vierjähri- ger Beschäftigungszeit berücksichtigt wird jedoch erst die Zeit vom 1. Januar 1939 an werden 600 RM. gezahlt.'Der Betrag erhöht sich für jedes weitere Jahr der Beschäftigung um 150 RM. bis zum Höchstbetrag. Die Aussttttungsbeihilfe wirb der Hausgehilsin bei ihrer Verheiratung aber mit der Vollendung des dreißigsten Lebensjahres in bar gezahlt. Auch verheiratete Hausgehilfinnen, die in­folge der Kriegsverhältnisse in ihrer bisherigen Stellung verblieben sind, erhalten wenn die notroeningen Voraussetzungen gegeben sind eine Ausstattungsbeihilfe.

Vorn 1. Januar 1943 an können zum ersten Male Anttäge auf Ausstattungsbeihilfe bei dem Arbeits­amt gestellt werden, in dessen Bezirk die Hausge- hilfin zur Zeit der Antragstellung wohnt. Für ben Antrag ist ein beim Arbeitsamt erhältlicher Vor­druck zu verwenden. Die Dienstzeit muß vom Haus- haltungsvorstand bescheinigt werden.

Verdunkelangszeil:

10. Dezember von 17.08 bis 7.52 Uhr.

Zeit em paar Tage entbehren? Geht wohl schlecht bu bist ben ganzen Tag draußen"

Wenn du fortfahren willst, Helene, so bedarf es doch keiner Frage. Willst du auf die Burg?"

Nein, es handelt sich um Gertraude selbst. Sie muß einen Berliner Arzt konsultieren, und so tapfer und selbständig sie doch sonst ist vor diesem Besuch und einer notwendigen Untersuchung hat sie eine heillose An ast. Und ich soll nun mitkommen."

So erfülle ihr doch diesen Wunsch."

Gut. Ich rufe Gertraude heute abend an. Dann kann ich auch gleich in Dahlem nach dem Rechten sehen."

Bergenroch gibt zu bedenken:Dein Haus ist lange unbenutzt. Es wird ein unbehagliches Wohnen für dich und Gertraude fein. Du solltest vielleicht Bernbardine vorausschicken."

Aber das geht doch nicht, daß ich sie auch noch hier forttrehme!"

Bergenroth lacht.Nun, Bernhardine ist für die Wirtsckaft noch niemals eine Hilfe gewesen. Das soll kein Vorwurf sein nur, wir brauchen sie hier wirklich nicht. Und ich selbst entbehre ihr mürrisches Gesicht gern eine Zeitlang."

Sie ist dir sehr unangenehm. Richard?"

Unwichtig, Helene", wehrt Beraenroth ab. Auck Bernhardine wird ihre guten Seiten haben, und dir ist sie treu ergeben. Das entscheidet. Du solltest sie aber wirklich vorwegschicken. Frau Sckrött wird dock bestimmt bei dir mahnen ... Also, Helene, wornh-r denkst bu nach nach?"

Ack nichts. Ich b-nke, baß wir im Herbst beibe nach Berlin fahren sollten. Richarb. Du mußt bir das Haus in Dahlem einmal ansehen, und wir wollen üh»rlegen. ob man es b-höst ober bock besser verkauft. ^Brauchen mir te denn? Eigentlich nickt."

Helene sagt das lebhaft und sieht ihren Mann dabei frag en b an. Und siebt ein Erstaunen in seinem Gesicht und Ablehnung. Bergenroth erwidert auch gleich, daß er für eine solche Entscheidung ronbl nicht in B-ttackt komme. .Du nrrft g-nvß nicht immer auf dem Uhlenhof leben wollen, Helene-^

gelM« Wr nahm am ersten Weltkrieg als österreichischer r. Fast Msizier teil. Der a. a. Pre^essor für an-gewandte schMl Mechanik und Thermodynamik an ber Universität te uni IHeipzig und Leiter der Dersuchsstelle für Hauswirt- Ibait des Deutschen Frauenwerks, Dr. Ludwig Rkchiller, vollendet fein 60. Lebensjahr. In iCNt «eufch (Bayern) geboren, studierte er in Leipzig,

Dee große Irrtum.

Roman von Meta vrir.

t Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Nach einem Wellchen blenden unten am Wege pei Lichtpunkte auf verschwinden wieder hinter Om Büschen sind wieder da Bergenroth kommt tltd) Hause. , .

Vielleicht wird Richard heute gleich hmaufgehen, takt Helene. Aber Bergenroth sah schon vom Weg ta den Lichtschimmer auf der Terrasse, kommt letzt Mb bleibt hinter Helenes Stuhl stehen. Mit einer ettas unbeholfenen Gebärde streicht er leiche über ihre Schultern ...Nun, willst du noch lange hier iten bleiben?" r ,,

Ein wenig noch. Die Nacht ist so^ schon- befon- tas erquickend nach dem heißen Ta^.

3a es war ein heißer Tag

Doppelsinn liegt in Bergenroths Worten.

Er lehnt jetzt an einem der Pfeller und zündet kih eine Zigarre an. Wendet sich dann wieder zu hlene und fragt:Aber verzeih vielleicht moch- le't du allein sein .. -?" ...

Nein", entgegnet Helene.Durchaus nicht Ridiartk" .

Sie ist fast erschrocken über seine Frage, denn Jen jetzt als Bergenroth vor ihr steht, seine breite, Giftige Gestalt dort am Pfeiler lehnt und das Aus Hemmen des Feuerzeuges für eine Sekunde nur das trnfte, männliche Gefickt trifft, hat sie em Gefühl Endlicher Geborgenheit empfunben.

Bergenroth geht ein Stück in ben Garten , W zu bem sternenklaren Himmel auf romm veber zurück unb fetzt sich noch etn Weilchen zu 'l-lene.

Sie sprechen nicht viel. ,, . s,or

.Ein paar Worte über Bergenroths Besuch m per Perforieret Er soll auch Grüße an Helene aus richten.