(92. Jahrgang Nr. 291
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Slvrechmttchlnß 2251 Umschrift: »Anzeiger^ check 116»rKmnkf^M
vomerrtag. lO. Dezember (942
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Gießener Anzeiger
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General-Anzeiger für Oberhessen ***W<^e$*efltre?e M
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rar. In der „Geschichte zweier Völker" von Jacques kainville kann man Ursprung und Konsequenz I tiefer geistigen Haltung sehr genau verfolgen.
Kraftvolles Fortschreiten des deuffchen Gegenangriffs im mittlerenJrontabschnitt
penunterküufte. •
3m mittleren Frontabschnitt schreitet dn deutsche Gegenangriff kraftvoll fort, während die großangelegten feindlichen Operationen fühlbar an Schlagkraft verloren haben. Bei dieser Operation wurden im Zusammenwirken mit Kampf- und Sturzkampffliegern zahlreiche Ortschaften genommen, feindliche Stellungen aufgerollt und der Gegner von seinen rückwärtigen Verbindungen abgeschuitten. 3n
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ur für den französischen Kolonicllbesitz, sondern uch für den europäischen Kontinent diente. Es sei ier vielmehr die Rede von der Haltung und dem
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heftigen Luftkämpfen verlor der Feind hier 16 Flugzeuge.
Südlich des Ilmensees führte der Feind nur schwächere Angriffe. Panzerbereitstellungen wurden durch Artilleriefeuer zerschlagen.
An der gesamten afrikanischen Front war gestern nur örtliche Kampstätigkeit zu verzeichnen. Liu großes britisches Frachtschiff wurde nordwestlich Bengasi durch Bombentreffer schwer beschädigt. Deutsche Jäger schossen vier britische Jagdflugzeuge ab. Lin eigenes Jagdflugzeug wird vermißt.
Bei Störangriffen einzelner britischer Bomber gegen Vordwestdeutfchland nnd bei nächtlichen Hinflügen in das deutsche Küstengebiet wurden fünf, über Westsrankreich und vor der S ü d 0 st - (äffe Englands zwei weitere feindliche Flugzeuge abgefchosteu.
Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote im Nord- und Wittelatlantik in unablässigem Kampf gegen die feindliche Schiffahrt wieder 15 Schiffe mit 108 000 BRT. Zwei weitere Schiffe sowie ein Zerstörer des Geleitdienstes wurden torpediert.
Bei diesen Operationen wurde der feindliche Nachschub für Nordafrika besonders schwer getroffen. Unter den versenkten Schiffen befand sich das britische Fahrgastschiff „Heia mir" von 18713 das als Truppentransporter nach Nordafrika bestimmt war. Das Schiff ging nach den Torpedo-
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ZUaffenangriffe von Infanterie- und Panzerkräften führten zwischen Wolga nnd Do n zu sehr harten, für unsere Truppen erfolgreichen Kämpfen. (Befangene und Beute wurden eingebracht, 54 Panzerkampfwagen vernichtet. Im großen Donbogen warfen deutsche Panzer-Grenadiere im Gegenangriff den Feind aus seinen Stellungen und schossen 46 Sowjetpaazer ohne eigene Panzerverluste a b. Deutsche, italienische und ungarische Luftstreitkräfte bekämpften an der Don- fr 0 n t feindliche Aufmarschbewegungen und Trup-
Dtr Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 9. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Neue Versuche der Sowjets, die deutschen Stel
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Neuer schwerer Schlag unserer Ll-Boote
Englands und Amerikas Kampf um den Nachschub.
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Ehrgeizlingen die Köpfe zu vernebeln, wozu selbstverständlich das Washingtoner Spiel mit Sentimentalitäten — Lafayette, die vier Freiheiten, die Menschenrechte! — und sicherlich auch mit den notwendigen Silberlingen beitrug, die Dinge ins Rollen zu bringen.
Die historischen und psychologischen Voraussetzungen dürften also klar sein. Dicht geklärt ist damit aber der weitere Weg Frankreichs, der einzig und allein auf Europa zuführen muß. heute aber schwerer als je zuvor begangen werden kann. Frankreich muß sich nämlich dessen bewußt sein, muß es in allen Teilen seines Volkes erleben, daß es wirklich von vorn anfangen muß, daß es auf diesem Wege keine Halbheiten gibt, daß geschichtliche Wirklichkeiten nicht durch das Ornament oder die flache, nichtssagend-verbindliche Geste verdeckt wird. Toulon, Algier und Marokko sind bittere Erfahrungen. Mögen sie zu der Erkenntnis beitragen, daß es für die Einordnung in das neue Europa keinen Kompromiß gibt, daß es in Wahrheit gilt, über den Schatten Richelieus zu springen und die wirklichen Gegner zu kennen. Sie können für Frankreich nur der räuberische Imperialismus Englands und Nordamerikas fein, die dieses Land als Mittel höchst eigensüchtiger Zwecke benutzen und damit erniedrigen wollten. Europa ist aber kein Mittel, sondern Selbstzweck aus eherner Notwendigkeit.
Frankreich zwischen gestern und morgen
Von unserem Bn.-Berichterstatter. »
Und diese bezeichnende Reaktion gibt uns -nn-n weiteren Schlüssel in die Hand, Denn Logik und Vernunft waren nicht erst nach der Katastrophe non sirankreich gewichen, sondern bereits >n dem Augen tlick, als Frankreich sich durch Roosevelt Und Chur tiill in diesen Krieg hineintreiben lietz. Frankreich lesand sich dabei in der Lage w>- I™« 6«r ®n kille des bekannten französischen Sprichwans, ier ins Wasser sprang, um dem Regen Z" enMnnen, -er Krieg war für Frankreich eine Katastrophe, «der da das französische Volk vorher m k-.n-rWeste sch genügend mit ihm, seinen Voraussetzu st .Konsequenzen auch geistiger Art auseinandergesetzt hatte, sondern em tajauvmu, sächliches Leben am Rand- dieses 20.
Nit seinen gebieterischen Forderungen, lebte konnte sie Niederlage auch nicht I-N- Ueberlegungen -u sts-n, die für einen Besiegten unerläßlich sind Um hs Paradoxe der Situation möglichst drostnchzu Ichildern: Stürzte sich Frankreich durch die Kr -g- -rklärung vom Regen ins Wasser so 9l«u”tee -ach dem Wassenstillstand am besten zu fahren, denn es von seiner Regierung verlangte. Wasch nir den Pelz aber mach mich nicht nah.
r:ich, das heißt also die Mehrzahl seiner alten Poll Her unb die indifferente breite ÜRaff«. g ‘ g rnftes daß es genügen wurde, das Leiche 9 Ä dritten Mit so zu begehen w.- am 13. Juli 1940 im Kursaal von Vichy oo^x rz'ert vurde: Mit allem Ponm. aber reichlich ° sächlich und mit der mehr oder m nder geheim yr Schau getragenen Hoffnung, auf »Ö„nen Staats,ch.fs das alte Leben fortsetzen ZU können, las Vichy-Frankreich sprach zwar von Revlubom •6er die Revolutionäre, die gewillt waren. [t Europa im eigenen Land- zu “
jBttig, von einigen Ausnahmen
Ire es aber, wie die Vorgänge nach Montoire oe
; ßeg Frankreichs, der von der äußeren zu der jetzigen inneren Krisis führte. Es ist vielelicht ein Ittpas kühnes Bild, aber es hat unzweifelhaft etwas wichtiges oder bezeichnet zukNindest symbolisch die Situation ziemlich genau, wenn man sagt, daß über tm Personen der von Marschall Petain der Staats- ürgerschaft für verlustig erklärten französischen Generale und Offiziere der gespenstische Schatten sichel Leus geschwebt hat, daß die Darlan, Gi-
wiesen haben, reichlich schwer hatten und auch heute noch haben.
Das war der Boden, auf dem viele Franzosen, an der Spitze die Derrätergenerale, glaubten Politik machen zu können. Es stellte sich dann aber heraus, daß es nicht der Nährboden für einen gesunden und jungen Baum war, der in Europas neuer Erde wurzeln kann, sondern für gefährliche Baüllen aller Art. Am kräftigsten machte sich der „Bazillus ameri- canus“ breit; er gedieh in Vichy prächtig. Ihm wurde, teils in naiver Ahnungslosigkeit, teils aber sehr bewußt, immer neuer Nährstoff zugeführt. Die Einzelheiten sind bekannt. Die Rolle Murphys, das Spiel mit den „Vitaminschiffen" aus bep USA., die falsch« Beurteilung der Schicksalsfrage dieses Krieges, ja ihre völlige Verkennung, führten zu jenem „Attentismus", der sich in einer Schaukelpolitik des Abwartens, des Zögerns -und Nichtentscheidenkön- nens aus geistiger Sterilität gefiel. Der Schatten Richelieus hatte keine bannende Kraft mehr, er konnte das Wachstum des kräftig zur Sonne strebenden neuen Europas nicht beeinträchtigen, aber feine Dämonie war doch noch stark genug, um einigen
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Betrachtet man von Viesern Blickpunkt aus die ranzösiscke Krisis, so wurde sie ausgelöst durch die - angesichts der durch den Waffenstillstand beitraten Lage Frankreichs geradezu verbrecherischen — Verkennung der Tatsache, daß dieser Krieg, »orum er auch sonst noch geführt werden möge, kuropa mit unantastbarer Logik und unvezweffel- arer Deutlichkeit auf den Weg eines neuen Ord- mngssystems geführt hat und dem Kontinent ein teues Daseinsbewußtsein gab, das durch größere tnb gerechtere Gedankengänge bestimmt wurde, als i5 die Zerstückelungspolitik Richelieus und die Vleichgewichtspolitik Englands jemals vermocht hat- ten. Bei der Verschwörung, die, wie der 5ar* km gezeigt hat, unmittelbar hinter dem Rucken les greifen Staatschefs begann, bewiesen bie kleinen mb großen Verräter, daß sie unfähig waren, me|e neuen Tatsachen zu sehen, daß sie vielmehr ge- annt entweder auf die britische Macht ober auf den ich entfaltenden Imperialismus Nordamerikas oben, von denen sie die Wende zu einem 3eitpunn chofften, der unwiederholbar vorbei war Der Auf- des Führers an das französische Volk hat das tut Worten klar gemacht, deren eherne Logik am >hr Frankreichs nicht ganz vorbergegangen ist.vas eweisen bie Pressekommentare, die in all diesen tagen erschienen und in denen ost so etwas wie Life Beschämung darüber durchklang, daß em Frank, f-ich, das einen Descartes hervorbrachte, auf diese xroßmütige, aber auch nachdrücklich mahnende Weise en die Gesetze der Logik und Vernunft erinnert
Berlin, 9. Dez. (DNB.) Zu den neuen Erfolgen der deutschen Unterseeboote teilt das OKW. mit:
Der Kampf umden Nachschub wird immer mehr zu einer Lebensfrage furben Feind. Durch die Ausdehnung der Fronten auch auf Fran- zösisch-Nordwestasrika, 3200 Seemeilen oder fast 6000 Kilometer von Neuyork entfernt, wurde er gezwungen, an anderen Stellen dringend benötigten Schiffsraum jetzt hier einzusetzen, nicht nur, um die in Franzosisch-Nordwestafrika benötigten Truppen überhaupt herüberzubringen, sondern auch, um den laufenden Nachschub sicherzuitetten, für den allmonatlich mehrere hunderttausend BRT. Schiffsraum benötigt werden. Allein bei der ersten Landung duf marokkanischem und algerischem Boden verlor der Feind nach seinem eigenen Eingeständnis fünf große Truppentransporter mit 53 000 BRT. Jetzt fiel, wie in der Sondermeldung vom 9.12. bekanntgegeben, wieder ein großer britischer Fahrgastdampfer den deutschen Unterseebooten zum Opfer, der 18 713 BRT. große Ozeandampfer „Ceramic". Dieses Schiff gehörte der Reederei Shaw Savill & Albion Ltd. London, die mit ihren durchweg über 10 000 BRT. großen Dampfern im Frieden regelmäßigen Dienst zwischen England und Austra- (ien—Neuseeland unterhielt. Jetzt war dieser große, 200 Meter lange Dampfer als Truppentransporter eingesetzt. Westlich der Azoren, auf dem Wege n ad) Gibraltar, ereilte ihn das Schicksal. Trotz starker Abwehr des Feindes gelang es einem deutschen U-Boot, auf den großen Truppentransporter zum Schuß zu kommen und ihn zu versenken. Die „Ceramic" muh bei ihrer Gröhe und bet voller Aunutzung der Unterbringungsmöglichkeiten mindestens 3 00 0 Mann Truppen nebst normaler Ausrüstung an Bord gehabt haben. Da das große Schiff sehr schnell sank, ist damit zu rechnen, daß ein großer Teil der Truppen mit dem Transporter unter gegangen ist.
Drei weitere Schiff«, di« aus demselben Gelett- zug wie di« „Ceramic" herausgeschossen wurden, hatten wertvolles Kriegsmaterial für di« Front in Algerien geladen. Unter diesen Schiffen befand sich der 3157 BRT. groß« Frachter „W a 11 s e n d", der mit einer Ladung Flugzeuge und Flugzeugteile nach Freetown in der britischen Kolonie Sierra Leone unterwegs war, der Dampfer „Sta nie y" 5126 BRT., der u. a. eine Dynamitladung an Bord hatte. Dieses Schiff sank nach
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Paris, Dezember 1942.
Bertrand de Jouvenel sagt in dem Schluß- tapitel seines Buches „Nach der Niederlage", daß ie Festigung Frankreichs im wesentlichen eine eiftige Angelegenheit sei. Die Festsetzung einer iufammenf)ängenben und kompakten nationalen
einem Torpedo treff er unter starken Explosionen innerhalb von wenigen Minuten.
Der Dampfer „B e s h o 11", 4977 BRT., der eine Ladefähigkeit von 7725 BRT. hatte, wurde auf der Fahrt von Lobito in Portugiesisch-Angola nach Trinidad versentt. Das Schiff hatte eine Ladung von Zinn, Kupfergrieh und Palmöl an Bord. Unter den im Nordatlantik versenkten feindlichen Schiffen befand sich ein 8000 BRT. großer Tanker.
Diese neuen Verluste sind für den Feind wiederum ein empfindlicher Schlag, zeigen sie doch, daß die deutschen Unterseeboote trotz stärkster Sicherung die feindlichen Geleitzüge angreifen und die wertvollsten Schiffe aus ihnen herausschießen. So führt der Kampf unserer Unterseeboote im Atlantik zu einer immer stärker fühlbaren Entlastung der Front in Nordafrika. Das Stocken des nordamerikanischbritischen Angriffs in Französisch-Nordafrika ist nicht zuletzt auf die Nachschubschwierigkeiten zurückzuführen, mit denen der Gegner zu kämpfen hat und die mit jedem Verlust eines Truppentransporters oder eines mit Kriegsmaterial beloben en Frachters großer werden.
Die verschärfte Gchiffsrvumnol Englands und der USA.
Berlin, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die schon lange bis zum äußersten angespannte Schiffs- r a u m l a g e Großbritanniens und der USA. hat das nord afrikanische Abenteuer nicht ohne schwerwiegende Folgen für die eigenen Kriegswirtschaften und die Versorgung der Verbündeten vor sich gehen lassen. Wie die „Financial Times" am 16. November 1942 berichtete, ist es infolge der anhaltenden Schiffsraumforderungen für Truppentransporte und den Nachschub nicht möglich, selbst für Verschiffungen mit erstrangigen Prioritätsgenehmigungen Schiffstonnage zu erhalten.
Weiter wirb in dem Breicht der „Financial Times" zugegeben, daß bie Schiffe, die gelegentlich USA.-Kriegsmaterial nach den Hafen am Roten Meer bringen, nicht nach England zurück- kehren, sondern für Erzverschiffungen von Südafrika nach Indien und nach den USA. eingesetzt werden müssen. Das bedeutet also, daß für die Versorgung Englands nicht nur die Schiffe, sondern auch di« E r z e und andere Rohstoff« des Empire zugunsten der Vereinigten Staaten ausfallen.
aub, Noguös, Catroux und nicht zuletzt de Gaulle i geradezu grotesker Verkennung der Tatsachen nter dem Diktat des „Testamentum politicum“ des Kardinals standen, der zwar das Ende des Dreißig- Lhrigen Krieges nicht mehr erlebte, aber in dessen Seift ein Frieden geschlossen wurde, der allen nach- blgenben französischen Politikern stets als so etwas Bie ein „Vorbild" für Europas Beherrschung, ge-
auer gesagt: für die Niederhaltung Deutschlands
jiner Generalsverschwörung nachgezeichnet werden, ie sich offensichtlich des Partners in Washington cher war, wobei die USA.-Botschaft in Dicyy eine esondere Rolle gespielt hat, da sie nach eigenen Porten Hulls lediglich als Spionagezentrale nicht
bee sei notwendig, um der Führung die Richtung weisen, um die Erzieher auszubilden und die ie Presse zu inspirieren. Die Einheit einer Nation |ti nicht nur eine territoriale, sondern insbesondere juch eine geistige Angelegenheit. Die Bemerkuna ist «eignet, wenn auch nicht den Schlüssel, so doch einen Fingerzeig für die jetzige Situation Frank- eichs zu geben, die durch den nordamerikanischen , HeberfaU auf Französisch-Nordafrika weithin sicht- ar wurde, jedoch latent bereits feit ten Tagen des \ Baffenftlüftanbes vorhanden war. Es sollen hier ä icht noch einmal bis ins einzelne das geheime Kräftespiel und die verräterischen Machenschaften
Leber allem die Infanterie.
Von Hauptmann Dr. Rollmann. /
Di« Zeit hat die Infanterie grunblegenb gewandelt. War früher das Gewehr beinahe die einzige Waffe und der Dienst dementsprechend eintönig, so übertrifft die Infanterie heute an Vielseitigkeit alle anderen Waffengattungen. Nicht nur die Handgranate, die Maschinenpistole, das Zielfernrohrgewehr des Scharsichützen, die Waffen zum Panzernahkampf, das leichte und schwere Maschinengewehr, der leichte und schwere Granatwerfer sind Waffen der Infanterie; Infanteristen sind es auch, die die leichten und schweren Infanteriegeschütze, die Vielzahl der Panzerabwehrgescbütze, die die so erfolgreiche 2-Zentimeter-Flak auf Selbstfahrlafette bedienen. Am Fernsprecher und Funkgerät der 'Infanterie sitzen Infanteristen. Die Infanteriepioniere räumen Minen bauen und sprengen Bunker und setzen ihre Kameraden auf Floßsäcken über die Flüsse. Wir ehen den Infanteristen auf dem Fahrrad in den Fahrrabkompanien, zu Pferde in den Reäterzügen und bei den bespannten Einheiten, bei den Infanteriegeschützkompanien, bei den Gefechtsfahrzeugen und Trossen. Jedes Infanterieregiment hat allein 600 Pferde. Als Melder sehen wir den Infanteristen auf dem Krad, als Kradschützen in dem Kradschützenbataillon, dann begegnen wir ihm auf dem Lkw. der vollmotorisierten Panzerjägerkompanien. Ueber- all ist es der Infanterist, der diese Waffen bedient, der das Pferd, den Motor regiert. So finden auch alle Neigungen und technischen Fähigkeiten bei der Infanterie wohl das vielseitigste Betätigungsfeld und bie beste Ausnützung. Diese Viel» feitigfeit an Waffen, Pferden und Fahrzeugen bestimmt auch die heutige Vielseitigkeit der Ausbildung und die hohen Anforderungen, die an jeden Infanteristen gestellt werden. Er muß ja nicht nur diese seine Waffen und Hilfsmittel technisch beherrschen, sie nicht nur richtig anwenden, sondern, und das ist das Schone und Hohe bei der Infanterie, er muß Kämpfer bleiben in der ureigensten Bedeutung des Wortes. So ist es verständlich, daß es die Besten sind, die sich um die Fahne der Infanterie scharen.
Trotz aller Technisierung, ttotz schneller Verbände
hreffern sofort unter, so daß bet dem herrschenden Sturm und schweren Seegang mit hohen Menschen- Verlusten zu rechnen ist. Aus demselben Geleitzug verlor der Feind drei weitere mit Kriegsgerät beladene Schisse. «
Der deutsche Gegenangriff
im Raum Kalinin—Toropez.
Berlin , 9. Dez. (DNB.) Zwischen Wolga und Don verbluten sich die Bolschewisten, ohne mit ihren neuen Massenangriffen Vorteile erringen zu können. Die deutschen Truppen verteidigten sich auch am 8. Dezember so hartnäckig, daß alle Versuche des Feindes, die Stellungen zu durchstoßen, im Abwehrfeuer oder im Nahkampf zusammenbrachen. Es konnten, wie das OKW. mitteilt, 54 feindliche Panzerkampfwagen vernichtet und zwei weitere außer Gefecht gesetzt werden. Die ihres Panzerschutzes beraubte feindliche Infanterie hatte ebenfalls besonders schwere Verluste. Sie verlor zahlreiche Gefangene und Tote.
Weitere 46 Panzerkampfwagen büßten die Bolschewisten im großen Donbogen ein, ohne daß bei diesem Kampf auch nur ein deutscher Panzer verloren ging. Diese feindlichen Verluste entstanden, als eigene Heeresverbände den Bolschewisten wichtig« Höhenstellunaen entrissen.
Bomben deutscher Sturzkampfflugzeuge und ungarischer Tiefflieger zerschlugen Bereitstellunaer» des Feindes. Die gleichzeitig eingesetzten deutschen und italienischen Jäger vertrieben die vereinzelt auftauchenden feindlichen Flugzeuge und zersprengten in Tiefangriffen bolschewistische Kolonnen.
Nicht weniger erfolgreich waren die Gegenangriffe unserer Truppen im Raume Kalinin — Toropez. Durch den kraftvollen Vorstoß des Vortages veranlaßt, zogen die Bolschewisten in aller Hast ihre noch verfügbaren Truppen zusammen, um mit ihnen die vordringenden deutschen Verbände auszuhalten. Trotz schwieriger Gelände- und Witterungsverhältnisse tonnten jedoch unsere Truppen, von Sturzkampfflugzeugen wirksam unterstützt, dem Feind mehrere Orffchaften entreißen und damit wichtige Nachschübsttaßen sperren. Unsere Stoßgruppen rollten zahlreiche Kampfgräben und Bunkerlinien auf. Feindliche Kräfte, bie sich in Waldstücken verzweifelt verteidigten, wurden vernichtet. Eine ohne Rücksicht auf Verluste den anstürmenden deutschen Truppen entgegengeworfene motorisierte Brigade geriet in den Strudel der Vernichtung und wuttie ausgerieben.
Die Verluste der Bolschewfften finb anhaltend schwer. Eine unserer Panzerdivisionen hat seit dem 29. 11. allein 107 Panzerkampfwagen vernichtet. Während der letzten Kämpfe konnte eine thüringische Panzerdivision, die sich schon oft im Ostfeldzug bewährt hat, sogar ihren 1000. feindlichen Panzer abschießen.
Alle diese Erfolge des deutschen Gegenangriffhaben die großangelegten Operationen ter Bolschewisten völlig in Verwirrung gebracht.
Die im Süden der Ostfront eingesetzten deutschen Fliegerverbände bewiesen in den Kämpfen am Dienstag erneut, daß sie jedem Versuch der Sowjets, mit starken Luststreitkräften in die Erdkämpfe einzugreifen, sofort schlagkräftig begegnen können. Im K a u t a j u s sowie an der Front zwischen Don und Wolga wurden insgesamt 45 Sowjetflugzeuge ab- geschossen.
Einschließlich der bereits gemeldeten 16 Abschüße im mittleren Frontabschnitt und eines weiteren an ter Eismeerfront verloren die Sowjets im Verlaufe des 8.Dezember 62 Flugzeuge. Neun deutsche Flugzeuge sind von ihren Angriffsflügen nicht s» rückgekehrt.


