Was Kolumbus nicht ahnte
Der Durchbruch südostwärts des Ilmensees
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Die Antwort auf die britischen Ausflüchte
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(Nachdruck verboten.)
20. Fortsetzung.
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eiugebracht, 13 Panzer, 108 Geschütze, 400 Maschinengewehre, 123 Granatwerfer und zahlreiche sonstige Infanteriewaffen erbeutet oder vernichtet. Unberücksichtigt der sonstigen blutigen Verluste betragen allein die gezählten Toten der Sowjets mehr als das Dreifache der Gefangenenzahl.
Rach einem wirkungslosen Tages-Störangriff eines britischen Flugzeuges auf saarpfälzisches Gebiet flogen in der vergangenen Rächt einzelne feindliche Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Lines von ihnen wurde abgeschossen. Ein weiterer Bomber wurde bei einem Vorstotz gegen die west- französische Küste zum Absturz gebracht. In den Morgenstunden des heutigen Tages überflogen einige feindliche Flugzeuge westdeutsches Gebiet. In geringer Anzahl abgeworfene Sprengbomben verursachten keine Schäden.
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Auf die Bekanntmachung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 7. Oktober 1942, in der Gegenmaßnahmen gegen die Fesselung deutscher Kriegsgefangener am Strande von Dieppe und auf der Insel Sercq angekündigt waren, hat die brittsche
Vor 450 Jahren, am 12. Oktober 1492 betrat Kolm^irus erstmals den Boden eines Kontinents, von dessen Existenz er auf Grund verschiedener Be- hauptunaen und Errechnungen zwar etwas ahnte.
trat, sicherlich nicht den Ehrgeiz, eknen neuen teil zu entdecken, als vielmehr einen neuen weg nach Westen ausfindig zu machen, der nach
schäftliche wie Abenteurerinteressen mit. Das schmäl lert seinen Verdienst weder als kühner Seefahrer noch eben als Entdecken Amerikas.
Es ist nicht der Sinn dieser Betrachtung, die Amerika-Entdeckung des Kolumbus in allen ihren Einzelheiten hier darzuftellen. Uns interessiert Kolumbus hier nur im Zusammenhang mit der Rolle, die heute Amerika in der Weltpolitik und besonders in dem heutigen Krieg spielt. Denn das Amerika, das Columbus entdeckte, hat mit dem heutigen, nichts mehr gemein. Nach der Entdeckung Amerikas wurde dieses neue Land politisches und wirtfchaft'- liches Streitobjekt durch Jahrhunderte. Zwischen den europäischen Völkern entstanden auf dem Boden Amerikas heftige Interessen- und Besitzkämpfe, da das ausgedehnte und wirtschaftlich bisher nicht erschlossene Land den Konkurrenzneid der großen seefahrenden Nationen der Alten Welt erregte. Spanier und Niederländer, Schweden, Franzosen und
Regierung nur Ausflüchte gebraucht, sich auf die Aussagen deutscher Kriegsgefangener berufen, die nicht gefesselt waren, und erklärt, daß sie die Fesselung von Kriegsgefangenen, die auf dem Schlachtfelde gemacht wurden, nicht gutheiht und nicht gut- heißen wird.
Auf die Tatsache, daß trotz der früheren und der jetzigen scheinheiligen Erklärung des brMschea Kriegsministeriums deutsche Kriegsgefangene in roher Weise gefesselt wurden, ist die britische Regierung nicht eingegangen. Daher wurden am 8. Oktober 12 Uhr 107 britische Offiziere und 1269 britische Unteroffiziere und Mannschaften, die bei Dieppe gefangengenommen wurden, nach Bekanntgabe des Grundes in Fesseln gelegt. Richt gefesselt wurden Feldgeistliche. Sanitätspersonal, verwundete und Kranke.
Am 8. Oktober, abends, hat das britische Kriegs- ministerium verkündet, daß ab 10. Oktober, mittags, die gleiche Anzahl deutscher Kriegsgefangener in Handschellen und Ketten gelegt wird, wenn es geschieht, wird das Oberkommando der Wehrmacht von 10. Oktober, mittags, an die dreifache Zahl britischer Kriegsgefagener in Fesseln legen lassen.
sere Infanterie die Verteidigungslinie durchstoßen, nach beiden Seiten hin die feindlichen Stellungen aufrollen und mehrere bolschewistische Kräftegruppen aufreiben. Mit immer wieder neu vorgetriebenen Reserven klammerten sich die Bolschewisten in verzweifeltem Widerstand an die trockenen Land- streif en zwischen den Sümpfen. Unter den Schlammfontänen der explodierenden Bomben und dem Krachen der krepierenden Granaten brachen die von unserer Infanterie bedrängten sowjetischen Divisionen zusammen. Schließlich reichten sich zwei aus verschiedenen Richtungen vorgedrungene deutsche Angriffskeile die Hände und nahmen den umkämpften Geländeabschnitt fest «in Besitz.
Gleichzeitig mit den Angriffen zweier sowjetischer Armeekorps zur Entsetzung Leningrads, deren Vernichtung südlich des Ladogasees bereits gemeldet wurde, scheiterten Ausbruchsversuche der eingeschlossenen Bolschewisten in der Stadt Leningrad. Sechsmal wurden die feindlichen Truppen mit allen ihren Booten, Pontons, Fähren und Flößen völlig zerschlagen. Beim siebenten Mal aber gelang es dem Feind, durch massierten Einsatz seiner schweren Waffen auf dem diesseitigen Newaufer Fuß zu fassen. Trotz schwerster Verluste im deutschen Abwehrfeuer setzte er Nacht für Nacht immer neue Truppenteile über den Strom. Um eine Ausweitung dieses kleinen Brückenkopfes zu verhindern, wurden schlesische Jäger angesetzt, die in erbitterten Kämpfen den eingedrungenen Feind abriegelten und Meter um Meter in den unübersichtlichen Uferwäldern zurückdrängten. Mit schwerem Feuer wurden die zusammengeballten feindlichen Kräfte zerschlagen, sie hatten so hohe Verluste, daß sie sich trotz immer neu herangeführter Reserven gezwungen sahen, den Brückenkopf zu räumen.
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Churchills Indienpolitik bleibt der Lathi.
Der Wehrmachtbericht.
DRV. Aus demFührerhanptqnartier, 9. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m kaukafusgebiet kämpften sich die Angriffstruppen vor und nahmen in erbitterten Waldkämpfen weitere Höhenzüge.
Ay der D o n - F r o n t wiesen rumänische und italienische Truppen Vorstöße des Feindes ab.
3m mittleren Frontabschnitt wurden bei erfolgreichen Stoßtruppunternehmen zahlreiche Bunker und Kampfstände mit ihren Besatzungen vernichtet und eine Anzahl Gefangener eillgebracht.
Südostwärts des Ilmensees haben Truppen des Heeres, der IBaffeti-ff und Luftwaffenfeldeinheiten, hervorragend unterstützt durch fliegende Verbände der Luftwaffe, in mehrtägigen harten Angrlffskämpfen einen wichtigen Geländeabschnitt gewonnen und hierbei fünf sowjetische Divisionen und zwei Schützen- brigaden zerschlagen bzw. vernichtet. Seit dem 27. September wurden 3288 Gefangene
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Lissabon, 10. Oktober. (Europapreß.) Harry Hopkins, der Pacht- und Leih-Experte Roosevelts, erklärte eine Forderung auf Rückzahlung der Pacht- und Leihschuld an die USA. nach dem Kriege würde zum Ruin nicht nur der besten Kunden der USA., sondern auch zu großen Schwierigkeiten im eigenen Lande führen. Mit dieser Erklärung soll das amerikanische Volk schon jetzt damit verttaut gemacht werden, daß es für die horrende Steuerbelastung, die es für Roosevelts Krieg zu tragen hat, auch in Zukunst keinen Ausgleich finden wird. Weiter , gab Hopkins unumwunden zu, daß Roosevell angesichts seiner Unfähigkeit, mit dem Chaos in der Wirtschaft der Vereinigten Staaten fertig zu werden, die Vereinigten Staaten in den Krieg getrieben hatte. Er wies nämlich darauf hin, daß durch die Entlassung der Soldaten die Arbeitslosigkeit in den USA. wieder in dem gleichen erschreckenden Ausmaß wie vor dem Kriege zunehmen werde.
Die Zeitschrift „ßrfe" bringt einen Offenen
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Die LIGA, kämpfen nichi für den Zusammenhalt des Empire
Auf diesem Boden wachsen dann die Gascogner- Figuren wie McArthur, der die Philippinen „bis zum Entsatz" halten wird, oder jener General E i s e n h o w e r , der sich in England mit den Worten einführt: „Ich bin Spezialist für Panzerkrieg und hier sehr nötig. Ich bin ein Mann der Aktion. Die „Daily Mail" bemerkte dazu bissig: „Panzer- svezialist ist gut, aber wir sind hier auf einer Insel, und die Panzer werden meistens oerfentt/ Bismarck hätte von den Leuten gejagt: „Une incapacite meconnue.* Verkannte Unfähigkeit. Das mag stehen bleiben für die Mehrzahl dieser Großsprecher und ihrer Landsleute und polittschen Führer, bis die Geschichte es auch in ihren eigenen Augen erhärtet haben wird. Aber wird die endliche Jllusionsfähigkett damit sterben?
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Ein Mann rechnet ab
Roman von Horst Blemath
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„Wenn du den Kerl mir überlassen hättest, wärest du billiger weggekommen", knurrte der Padrone wütend: „'n guten Paß für dreißig Dollar weg- ^ugebenl" Er stieß die Luft ärgerlich durch die
,Lch zahl' dir meine Leute teuer genug."
,Ls auch ’n Unterschied, ob man ’nen Kerl schanghait und dabei den Kragen riskiert oder ob man einen Burschen mit 'nem Augenzwinkern in die Koje bringen kann wie den oben ..Er deutete mit dem Daumen gegen die Decke.
„Meinst du?" fragte der Chilene unsicher. Der Padrone spie giftig über die Theke.
„Ich meine, daß der Junge froh wäre, wenn er für den Paß und für die Luftveränderung die Hälfte von den Scheinen hinlegen dürfte, die er unterm Kopfkeil versteckt hat — mit ’ner Kanone zusammen, versteht sich!"
„Daß du mir trotzdem jetzt nicht noch dazwischen- funkst, hörst du?" drohte ßacerta. „Ich brauche den Kerl, und ich hoffe nur, daß die Greifer ihn nicht schnappen, bevor ich den Anker gelichtet habe." Er zündete sich eine Zigarre an und ließ das Zündholz im Rest seines Glases verzischen. — „Und im übrigen sind mir noch nicht in Valparaiso", grinste er; „vielleicht wird der Pah unterwegs teurer. Ich hab' schon andere Burschen weich bekommen. — Man müßte nur 'was Genaueres wissen, um den Druck an der richtigen Stelle anzusetzen ..." Er sah den Padrone verkniffen an, der Padrone starrte in fein Glas.
„Ich hab' ’ne komische Abneigung gegen Geschäfte, die mir nichts einbringen", sagte er mürrisch; „hättest du die Geschichte mir überlassen ..."
„Hast du an mir nicht schon genug verdient, du
Truppen hn gleichzeitigen Kampf gegen den Feind und das kaum passierbare Gelände ihr Aeußerstes ^ergaben, wurde der verzweifelte Widerstand der Bolschewisten gebrochen und der Durchbruch durch die feindlichen Stellungen in ihrer ganzen Tiefe erzwungen.
Daberxmurben von unserer Infanterie in den schmalen Gefechtsstreifen zweier Regimenter in 24 Stunden über 100 feindliche Kampfstellungen genommen. Der geschlagene Feind leistete aber in den Wäldern, an Flüssen und in Dörfern immer noch verbissenen Widerstand. Dennoch konnte un-
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ihre Panter versagten an der ägyptischen und sowjetischen Front.
Oder in der Schiffahrt: Aus den 8 Mill. BRT. jährlich wurden kaum zwei im ersten Halbjahr 1942, 100 Holzsegler werden bestellt, U-Frachter und ßufttransporter sollen die verlorene Seefreiheit ersetzen. Man denkt an den 1917 in ßondon ernsthaft vorgetragenen Plan, die deutschen U-Boot- häsen durch Zementmolen zu vermauern. Keine Aldernhett bleibt in Bild und Wort der Welt erspart. Der Exborer Jack Dempsey, Kneipwirt eines Nachtlokals, in ßeutnantsuniform hinter der Theke, Abrichtung von 300 bis 400 Falken zur Bekämpfung der Fallschirmjäger, deren Fallschirme sie zerreißen sollen (im Weltkrieg waren es Seelöwen zur Meldung von U-Booten), „Unsere Generale sind die jüngsten und besten der Welt" usw. usw.
„Dally Herald" schreibt, „Ameri)S Bemerkung, wonach England sich feiner Kolonialpolitik nicht zu schämen brauche und für die Zukunft nichts zu fürchten habe, zeige, daß die Regierung aus dem Verllist von Malaya und Burma nicht das Geringste gelernt habe. Die Churchill-Regierung wiße anscheinend überhaupt nicht, daß Englands Prestige durch die Entwicklung in Indien schwer gelitten habe und weiter leide. Das Blatt fordert Churchill, Amery und Attlee auf, anstatt schöne Reden zu halten, endlich etwas zu tun, um die indische Krise einer positive« ßösung entgegenzuführen.
Oie Regierungskrisis im Irak.
Rom, 9. Dtt (Europapreß.) Nach Informationen der Agentur „Radio Mondar" gab den letzten Anstoß zum Ausbrüch der irakischen Regierungskrise der Plan des englischen Generals Sir Henry Maitland W i l s o n, die irakischen Truppen in die 10. britische Armee einzugliedern. Zur Durchführung dieses Planes hatte sich General Wilson vor kurzem in Bagdad niedergelassen, um die 10. britische Armee neu zu organisieren. Wie die Agentur erfährt, stieß dieser britische Plan in der irakischen Armee auf schärfsten Wider- ftanb. Eine ganze Division der irakischen Armee fei auf die Nachricht von dem Plan ihrer Verwendung für den Krieg gegen die Achsen« möchte desertiert. Auch die irakischen Zivilbehörden sollen sich den britischen Versuchen, im Irak Truppen auszuheben, heftig wioersetzt haben.
Gauner!" unterbrach ihn der Chilene zornig. „Sieh dich vor, daß ich in Zukunft nicht zur Konkurrenz gehe? Ich bin nicht auf dich angewiesen!"
„Also gut", lenkte der Padrone rasch ein, „ich werde sehen, daß ich 'was für dich ausrichten kann." Er schnitzte sich übelgelaunt einen Zahnstocher und schob ihn sich zwischen die Lippen. — „Ich glaub' dem Burschen nicht den Schweden, und glaub' ihm nicht, daß er aus den Camps kommt. Hast du seine Hände gesehen? Wo braucht er sich da als Maschinist so abzuschinden?"
Weiß der Teufel, was er getrieben hat. Eins ist sicher, daß ihm der Boden hier unter den Füßen zu warm wird. Und noch was anderes ist sicher, daß er Geld hat. Ich kann mich auf meine Augen doch verlassen! Es war ein ganz hübsches Bündelchen guter Dollarnoten ... und jetzt streng mal deinen Kürbis an: Wenn er Geld hat, weshalb kriecht er dann hier unter, wo besoffene Indios ihren Rausch auspennen, he? Wenn er jemand umgelegt hat ...' „Dann überlaß das weitere mir!" unterbrach ihn der Chilene scharf.
„Der Kerl ist so gut wie bares Geld", blinzelte der Padrone und spitzte die ßippen.
„Dich holt der Satan, wenn du ihn verpfeifst." „Wie du willst ..." Der Padrone ergab sich mißvergnügt in sein schweres Schicksal, eine Erpressung ungenutzt vorübergehen lassen zu müssen, ßacerta leerte sein Glas. Dann trennten sich die beiden Caballeros.
Brackmann schlief bis in den späten Nachmittag hinein. Er erwachte schließlich vor Hunger. Seit gestern abend hatte er nichts mehr zu sich genommen. Er zog sich an und spähte durch den Schlitz des Fensterladens auf einen schmutzigen Hof, in dem Scherbenberge, Konservendosen, Unrat und leere Pulquefässer umherlagen. Irgendwo in der Nachbarschaft klimperte ein Autopiano einen rauschenden Tango. Dazwischen ertönten aus der Nähe die schrillen Schreie eines brünstigen Esels.
Unten in der Pulqueria begann der Betrieb. Ein Dutzend Gäste, zumeist Indios, saßen vor den grünen Gläsern und schienen entschlossen, das irdische
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Jammerleben im Nirwana eines Pulquerausches zu ertränken.
„Manuela, drittes Hafenbecken, Capitano Miquel ßacerta", flüsterte der Padrone, als Brackmann an der Theke vorbeikam.
„Danke, ich habe es nicht vergessen."
Der Padrone schielte mit tückischer Aufmerksamkeit hinter Brackmann her. Brackmann trat aus der Kneipe auf die Straße hinaus. Er war sicher, von Karen Orgaffa hier nicht gesucht zu werden. Und wenn sie durch einen Zufall einander begegnen sollten, so war er entschlossen, sie so gründlich und entschieden abzuweisen, daß sie sich niemals mehr in seine Angelegenheiten hineinmischte.
Der Menschen entwöhnt, drückte er sich ein wenig unsicher an den Häusern entlang. Das ßeben, das die Mittagshitze für ein paar Stunden betäubt hatte, war wieder erwacht. Mattosen und Bummler aller Nationalitäten und Hautfarben strichen oben« feuerluftig an ihm vorüber. Die Senoritas begannen sich für den Abend vorzubereiten; sie saßen in den offenen Türen, schminkten sich Wangen und ßippen und winkten Brackmann aufmunternd zu: Ven acä ... Aus den Kneipen drang laut wie Jahrmarktslärm Grammophonmufik und das klirrende, zündende Gedröhne riesiger Orchestrions.
Wie lange hatte der diese Musik nicht mehr gehört! Und die gellenden Stimmen der Orangenoer- käufer und Zeitungsjungen und dis Zurufe der Schuhputzer und Eismänner! Und die Warnungen der Bediensteten der städtischen Gesundheitspolizei, die mit großen Petroleumkanistern auf dem Rücken und Schlauchbrausen in den Händen die Pfützen und Kehrichthaufen besprengten, um die Malariabrut in ihren Schlupfwinkeln zu vernichten. — Brackmann spürte mit scharfem Unbehagen, daß der bunte Zauber ihn einfing und auf ihn zu wirken begann, daß er dieses alles, wenn auch überschattet und zu- rückgsdrängt, in den Jahren der Gefangenschaft doch vermißt und entbehrt hatte. Und er spürte bestürzt, daß er für eine Weile die Gedanken und Pläne, die ihn beherrschten, fast vergessen hatte.
Berlin, 9.Okt. (DNB.) Ein im britischen terbaus eingebrachter Abänderungsvorschlag zum Indien-Gesetz führte am Donnerstag im Parlament zu einer Debatte. Jndienminister Amery erklärte, die britische Regierung habe nie in Erwägung gezogen, über die Crippsschen Vorschläge hinauszu- gehen, sondern halte an ihnen fest. Amery erklärte offen, daß England die Kongreßpartei als Rebellenpartei ansehe und nicht im entferntesten daran denke, von seinen bisher erprobten Methoden der „Aufrechterhaltung der Ordnung" — lies: der blutigen Unterdrückung — abzugchen. „Es gibt Fälle", |o erklärte der Jndienminister, „bei denen durch gewalttätige und heftige Kundgebungen menschliche Leben gefährdet werden, und in solchen Fällen ist die angewandte Methode die einzig wirksame." Eindeutiger konnte Amery nicht zum Ausdruck bringen, daß England nicht gewillt jft, zur Aufrechterhaltung seiner „demokratischen" Regierungsmethoden und seiner ,-völkerbefreienden" Politik auf Lathi, Maschinengewehre, Panzer und Bombenflugzeuge zu verzichten. Daß diese Politik die volle Unterstützung des Unterhauses findet, beweist das Abstimmungsergebnis über den Abänderungsvorschlag, der mit 360 gegen 17 Stimmen der Ablehnung verfiel. Bemerkenswert ist es übrigens, daß das Reuterbüro die Berichte nur bruchstückweise publizierte und die Durchgabe eines „Daily-Herald"-Artikels, der unter dem Titel „Politik der Paralyse" die Unzufriedenheit des englischen Volkes mit der britischen.Jndien- politik zum Ausdruck brachte abbrach.
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Er stieß die Luft plötzlich mit einem scharfen Pfeiston durch die Zähne. Auf einmal glaubt? er, Karen Orgaffa zu verstehen. Nichts anderes war ihre Absicht gewesen, als Zeit zu gewinnen und die Zeit auf ihn einwttken zu lassen. Musik von Orche- strions und die Kneipen, das Lächeln der Senoritas und die Hellen Stimmen der Fruchthändler, die bunten Häuser und der Zusammenklang von Geräu« schen, Farben und Düften. War das alles nicht schön? War es nicht ein süßer Zauber?
Ach, gewöhne dich erst einmal wieder daran, nimm es ein paar Wochen lang tropfenweise in dich auf, und eines Tages wirst du verwundert fragen, ob du ein Narr gewesen bist, daß du dieses alles, Musik und Rausch, Lachen und Lärm, Liebe und Freiheit, einmal für zwei Schüsse aufgeben wolltest.
Brackmann schob sich den Hut ins Genick. Er lächelte böse. Eine kluge Rechnung, eine raffinierte Rechnung, aber eine falsche Rechnung, mein kluges Fräulein Karen. War denn alles, was ich dir sagte, in den Wind gesprochen? Hast du nicht begriffen, Mädchen, daß Gonzalas und die Perano nicht zwei Menschen sind, die mir ein Leid angetan haben, son« dem daß sie wie eine Krankheit in mir bohren, wie ,ein bösartiger Abzeß an meiner Seele, den ick herausschneiden muß, wenn ich noch einmal gesund werden will? Vielleicht hast du einen neuen Gedanken in mich hineingelegt, den ich bis dahin nur sehr flüchtig berührt habe, obwohl er doch einiger« maßen wichtig ist — was nämlich nachher geschehen soll?
Gut, diese Frage ist jetzt gelöst. Ich werde als Maschinist Larson oder Gunnarsen irgendwo unter- tauchen. Es ist ein Unfinn, daß die Welt klein sein soll. Für mich jedenfalls ist sie groß genug, um aus meinem früheren Leben zu verschwinden In Valparaiso ... Weshalb nicht in Valparaiso^ Es ist ein hübscher Name, es steckt etwas darin, ein verheißungsvoller Klang, und mich haben hübsche Namen schon immer verzaubert, schon damals, ol» ich noch mit dem Finger über den Globus reifte.
(Fortsetzung folgt.)
Engländer, ja sogar die Russen im äußersten Norden versuchten ihre wirtschaftlichen Interessengebiete gegen das Vordringen anderer zu schützen und ihre polttische Macht zu mehren.
Der Leidtragende war die eingeborene Bevölke* rung. Es entwickelte sich hier ein Rasfenkampf, der mit dem Untergang der Indianer seinen Abschluß fand. Aus dem jahrhundertelangen Jnteressenstteit der europäischen Völker um den Besitz amerikanischer Gebiete entwickelte jid) auf dem Boden des nördlichen Kontinents em Völkergemisch, das nicht die Sttuktur einer einheitlichen Nation aufweisen kann. Das erklärt sich aus der Tatsache, daß zur Aufschlie. ßung dieser großen Gebiete Kolonisten aus allen Volkern Europas in das Land gezogen wurden. Das Auswandererproblem hat durch Jahrhunderte die Regierungen der Alten Welt beschäftigt. In der Regel waren es Menschen, die in der eigenen Heimat als Folge des wirtschaftlichen Niedergangs oder der europäischen Kriege keine Lebensmöglichkeiten mehr sahen und daher den Verlockungen der Neuen Welt erlagen. Leider befanden sich unter diesen zum Teil außerordentlich arbeitsfreudigen und tüchtigen Menschen auch sehr viele Deutsche.
Es konnte nicht überraschen, daß sich das britische Volk auch in Amerika den Hauptteil des Besitzes anzueignen versuchte. Mit seiner wirtschaftlichen Erstarkung wuchs seine politische und militärische Macht, die sowohl in der systematisch geführten Seeräuberei und der Eroberung fremder Gebiete ihren Ausdruck fand. Alte erfahrene Nationen, dis als Kolonialpioniere sich große Verdienste erworben haben, wurden, nachdem sie fremde Gebiete erschlossen hatten, von den Engländern an die Waitt) gedrückt und ihrer Besitzungen beraubt. Spanier, Portugiesen, Niederländer, Dänen, Norweger, Schwer den sind der Raubpolitik Englands zum Opfer gc«
Berlin, 9. Okt. (DNB.) Südostwärts des Ilmensees begannen am 27. September die Angriffe der Verbände des Heeres, der Waffen--- und Luftwaffe. Sümpfe, Flüsse, Wälder und Dickichte hatte der Feind mit zahllosen Bunkern, Hindernissen und Minensperren in großer Tiefe zur Verteidigung aus- gebaut. In erbittertem Ringen, bei dem unsere
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Brief an das englische Volk. Er sagt: „Wir wünschen vom englischen Volke namhafte politische Konzessionen, die wir brauchen und die uns im Laufe unserer Geschichte bis auf einige wenige Ausnahmen von England nie zugestanden worden sind. Wir Nordamerikaner sind uns uneinig darüber, wofür wir kämpfen. Eines aber wissen wir genau. Wir kämpfen nicht darum, das britische Empire beieinander zu halten. Wir sagen ungern ettvas so grob, aber rott wollen nicht, daß man sich in England Illusionen macht. Wenn die britischen Kriegspläne darauf hinauslaufen, das britische Empire zusammenzu- hatten, dann wird sich England früher oder später allein auf sich gestellt in diesem Kampf befinden." Hier liegen also die Kompensionen, nut denen man das amerikanische Volk für die riesigen materiellen Opfer, die der Krieg Roosevells nun auch von der USA. zu fordern beginnt, zu entschädigen beabsichtigt. In England wirb die offene Sprache der Yankees wohl recht peinliche Gefühle auslösem
dessen Ausdehnung ihm aber völlig unbekannt war. F eur Tatsache ist jedenfalls, daß er als der Entdecker der n , neuen Welt gilt, die nach dem Florentiner Amengo m
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hatte, als er seine große Reise ins Ungewisse an. 1 f es
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Indien führen sollte. Es sprachen dabei sowohl ge- (fr FrhnfHirhP mio Ahpnteurerinteressen mit. Das schmä- l", 'erst!
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