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|»2. Jahrgang Nr. 239

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GietzenerAnzeiger

Yankees aus dem Kriegspsade

Von Konteradmiral Reinhold Gadow.

Nationen lieben es, sich gegenseitig mit Stich­worten zu charakterisieren, die zwar nicht immer den Kern treffen, aber jedenfalls die eigene An­schauung wiedergeben. Die Franzosen nennen uns gernmystisch", während sie für sich selberPas- calsche Klarheit" in Anspruch nehmen. Für die Engländer sind alle südlichen Völker EuropasDa­goes", womit bewegliches Temperament, Neigung zum Gestikulieren und eine gewisse Wasserscheu ge­meint sind. Die Franzosen erwidern das mitver­rückt" (fou), Napoleon mit der bekanntenNation von Krämern". Die uns von England und USA. zügedachten Ehrennamen können wir übergehen, sie blühen jetzt am reichsten bei den Nordameri­kanern. Wenn wir diese aber, ohne in ein 'ähnliches Niveau zu verfallen, kennzeichnen wollen, so müssen wir sie in erster Linie illusionsfähig nennen, wofür ihre eigene Sprache das Wortg u 11 i b 1 e hat. Wenn es auch praktisch und im Realen keine unbegrenzten Möglichkeiten" gibt, mit denen sie drüben weltweite Reklame machen, so ist diese ihre Fähigkeit zu phantastischen Vorstellungen und Wunschträumen tatsächlich unbegrenzt ober nur durch tiefste Enttäuschung begrenzbar.

An der Spitze ihrer Fusionen steht das Weltbild, das ihnen ihr Präsident mit seinen weit zurück­liegenden Plänen vorgezaubert und mit größtem Erfolge eingehämmert hat. Da ist die Vorstellung einer unbegrenzten Herrschaft über alle wesentlichen Roh st off gebiete beider Amerikas, Afrikas und Asiens, nicht nur zum Zweck der Isolierung der Feindmächte, sondern als wirtschaftliches End­ziel. Die Welt soll frei werden für dasAmeri­kanische Jahrhunder t", und die anglo­amerikanische Seemacht soll diese Herrschaft sichern, die nach Marinesekretär Knoxvon der ganzen Welt gewünscht wird"! Nichtsdestoweniger kämpft man aber um dieFreiheit" und bedauert nur, daß Län­der wie Indien, Aegypten, Iran usw.eine andere Vorstellung davon haben". Die Sowjet-Union wurde zurFreien Demokratie" ernannt, und Stalin ist, nach Dorothy Thompson,der einzige Diktator, der auch lachen kann". Europa wird von Island, Ir­land, Gibraltar und Azoren aus umklammert, in Afrika landen 5 Millionen, alles im Namen der Monroe-Doktrin, dem künftigen Gesetz der Welt.

Inzwischen ist diese Vorstellung einigermaßen er­schüttert worden durch die pausenlosen Rückschläge von der Karibischen See über Hawai, die HZhilip- pinen und Aleuten bis zu den Salomon-Inseln. Entgegen dem geplanten gierigen Zugriff auf alle Rohstoffräume stellt das amerikanischeEngineering and Mining Journal" fest, das sich einige Kalt­blütigkeit bewahrt hat, daß die rohstoffhungrigen Habenichtse" sich ganz verdammt verbessert haben und jetzt 13 v. H. der Erdoberfläche in Händen haben, vorher 3 v. H., an Eisen 46 v. H. (vorher 6 v. H.), an Erdöl 7 v. H. (1 v. H.), Kohle 53 (27), Bauxit und Magnesium 40 (0), Blei 22 (7), Zinn 72 (1) usw. Die Aussicht wird geschätzt auf den Gewinn von 22 v. H. des Erdöls und ähnlich ver­besserte Prozente an Brotgetreide. Textilfaser Kaut­schuk u. a., nicht gerechnet den gewaltigen Produk­tionszuwachs in den Stammländern des Dreier­paktes selber.

Was die nicht USA.-hörige Welt zumAmeri­kanischen Jahrhundert" sagt, verät das französische Wort von derKultur der Gangster, Kühlschränke und Staubsauger", die Europas ehrwürdige Tradi­tionen ablösen soll, sofern nicht die der Sowjets ihr vertragsmäßig zuvorkommt. Und derunver­meidlichen Union EnglandUSA.", der Voraus­setzung jenes Weltbildes, das Churchill kommen sieht, äußert der Durchschnitts-Engländer, soweit er von der Redefreiheit Gebrauch macht, entsetzte Ablehnung. Er führt lieber seinen Besuch ins Savoy-Hotel,um die Amerikaner essen zu hören".

Aber diese kleinen Richtigstellungen, zu denen ein Teil der ernsteren amerikanischen Zeitschriften wie Life",Time" undFortune" noch die Kraft fühlt, vermögen die Grundhaltung derBabbitts" nicht zu berühren, die uns Sinclair Lewis mit all ihrer gleichförmigen, tief verspießerten Ignoranz geschil­dert hat. Zwar hat man ein tief gewurzeltes Miß­trauen gegen die überlegeneGerissenheit Euro­pas", aber man ist ja jung und stark und hat eben d i eunbegrenzten Möglichkeiten" zur Verfügung.

Zunächst in der Rüstungsproduktion. Eine Kriegsflotte von doppelter Stärke, 8 Millionen BRT. Handelsschiffe binnen Jahresfrist, militärische Ausrüstung für ein 10-Mill.-Mann-Heer, 50 000 Flugzeuge stanben schnell im Programm, als die Schläge Japans in Ostasien die alte Kriegsflotte schwer trafen und wichtige Rohstoffgebiete raubten. Hunderte von Schiffen monatlich sanken und Oel- und Stahlmangel die Industrie überfiel, so daß zwei Drittel der geplanten neuen Bserke gestrichen werden muhten. Weitere Rückschläge folgten, es fehlen jährlich 17 Mill. Tonnen Schrott, bei der Handels­marine 90 000 Mann, Rationierungen und Pro­duktionseinschränkungen wurden notwendig.

Aber alles das kann den planmäßig gezüchteten Optimismus nicht erschüttern, ordamerika ist das unsoldatischste Land, das man sich vorstellen kann, aber über die englischen und französischen Führer wirk) verächtlich der Stab gebrochen. Da ist das deutsche Heer und seinBlitzkrieg". Man hat ihn sorgfältig studiert, schreibt einExperte" in der Saturday Eoening Post" und findet:Der deutsche Soldat ist im Angriff unwiderstehlich, aber nicht zur Hinnahme von Rückschlägen erzogen. Er verlor seinen Ruhm in der Winterschlacht im Osten, und den Krieg wahrscheinlich bei Dünkirchen." Das wurde kurz vor der Frühjahrsoffensive d. I. ge­schrieben, und bald nachher:Die Deutschen haben den Panzer nicht erfunden, aber die Panzerdivision und ihre Blitztaktik. Unsere amerikanischen Panzer­divisionen sind ihnen jedoch über und die besten.der Welt." Damals hatten sie ganze vier bis fünsi sol­cher Divisionen von sechsmonatiger Ausbildung, unb

Die

bisherigen Ergebnisse der Landwirtschaft

lieftr verbanden. Zu sehr war die Ostkolonisation

bei Woiwoiden Stefan des Großen und Duca Doda ||btm Gedächtnis entschwunden. Seit einigen Mo- naLm ist das anders geworden. Zahlreiche Ru-

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Das Gros der Bevölkerung, und zwar nicht nur Rumänen und Volksdeutsche, sondern auch das Mehrheitstoolk der Ukrainer, zeigt den denkbar besten Willen zur Mitarbeit. Wer die riesigen Flächen fruchtbaren Schwarzerde-Gebietes gesehen hat und anderseits weiß, daß der Bauer keine eigenen Geräte zur Bodenbestellung besitzt, 'begreift ofort, daß die Aufhebung der Kollektivwirtschaft zu­nächst noch nicht und die Zerstückelung dieses Bodens in eine große Anzahl von Kleinbetrieben vielleicht nie in Frage kommt. Die Rückkehr zum Privat­eigentum kann nur schrittweise erfolgen. Die Grund­lage des künftigen bäuerlichen Privateigentums wird eine verbesserte Form der alten Dorfgemein- chaft, des Mir, bilden. Feldbestellung und Ernte werden auch in Zukunft gemeinschaftlich mit Hilfe von Traktoren und Großmaschinen erfolgen. Die Häuser und etwas Grund und Boden sind den Bauern schon heute in Privateigentum gegeben worden. Bewährung und Arbeitsleistung des ein­zelnen werden der Maßstab für die weitere Boden­zuteilung fein.

ieftr nach Sprache und GebräuchenMoldauer" >, und vor allem auch, wie reich dieses Land ist.

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Bukarest, September 1942.

Unser Bukarester Korrespondent gibt in diesem zweiten Artikel Eindrücke von einer Reise wieder, die einige in Bukarest akkre- bierte auslänbische Diplomaten unb Presse­vertreter auf Einlabung ber rumänischen Re­gierung in bas unter rumänischer Verwal­tung ftehenbe Gebiet zwischen Dnjestr unb Bug gemacht haben. (Dgl. auch G. A. vom 30. September.)

Uarschall A n t.o ne s c u hatte' nur recht daran getan, als er den Spieß umdrehte und die von den ^l.schewiften immer propagierte Z u s a m m e n g e - hirigkeit der Moldau rechts und links des Trjßftr nun auch für Rumänien in Anspruch nahm. Ll erhielt Rumänien nach der Vertreibung der roten Machthaber nicht nur B e s s a r a b i e n zurück, sofern darüber hinaus auch jenes etwa 40 000 qkm grifoe und zwei Millionen Menschen beherbergende w-iiet zwischen Dnjestr und Bug, das im gjben vom Schwarzen Meer begrenzt wird, im Ml-den bis Mogilew und Schmerinka reicht und für : sich im letzten Jahr der BegriffTrans- niitrien" herausgebildet hatNistru" ist der rmiänifche Name für Dnjestr. Während aber Beffa- ratien und die Nordbokuwina als geraubte Provin­zen dem rumänischen Staatsverband wieder einge- glkbert wurden, ist Transnistrien bis auf weiteres M rumänisches Territorium, seine Bewohner nicht rünänische Staatsbürger, sondern es ist Rumänien buid) den Vertrag von Tighina zunächst nur zur Scherung, Verwaltung und wirtschaftlichen Auswer- lnng übergeben. Das kommt z. B. darin zum Aus- dnck, daß in Transnistrien nicht der Leu, sondern die Reichskreditkassenmark gilt.

Nan kann nicht sagen, daß der Transnistrien- Tranke vor einem Jahr allzu großes Verstäkidnis bei ber ^Raffc bes rumänischen Volkes gefunben hoi benn dem Durchschnittsrumänen waren kaum irebr bie großen Zusammenhänge bewußt, die ihn historisch und völkisch mit dem Gebiet jenseits des

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Die höchste Tapferkeitsauszeichnung für Major Graf.

Spendet Bücher für die Front!

Aufruf Alfred Rosenbergs zur Büchersammlung der RGOAp für die deutsche Wehrmacht.

Berlin, 10. Oft (DJIB.) Biele Millionen Bücher wurden bisher durch die ..Büchersammlung der NSDAP, für die deutsche Wehrmacht" dem deut­schen Soldaten an die Front unb in die Lazarette geschickt. Sie haben viel Freude bereitet und die Berbundenheit der Front mit der Heimat im Er­lebnis durch das Buch zum Ausdruck gebracht. Seit über einem Jahr kämpfen unsere Soldaten in ent­scheidenden schicksalsschweren Schlachten im Offen, die zur Bernichtung des ganz Europa bedrohenden Bolschewismus führen werden. Den Einsatz der Front wollen wir in der Heimat mit allen Mitteln starken, ihre Etttbehrungen und Opfer mildern hel­fen. Auch bann möge wieder das deutsche Buch seinen Beitrag leisten. Ich rufe daher alle deutschen Bolksgenosset» auf, wiederum derBüchersammlung der NSDAP, für die deutsche Wehmacht" durch zahlreiche Spenden zu helfen, den deutschen Sol­daten im kommenden Winter Stunden des Kräfte­sammelns und der seelischen Erbauung zu schen­ken. Es kommt dabei nicht auf die Zahl allein an, sondern auf die Zahl der für den Einsatz geeigneten Bücher. Diesem meinem Aufruf schließen sich die mit­unterzeichneten Reichsleiter, Führer der Gliederun-

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gen und Verbände an. Damit hat sich die gesamte Bewegung in den Dienst dieser Sammelaktion ge­stellt, und viele Tausende freiwillige Helfer werden sich erneut für das Gelingen dieser kulturellen Be­treuung unserer Soldaten einsehen.

Der Beauftragte des Führers für die Aeberwachung ber gesamten geistigen und weltanschaulichen Schu­lung und Erziehung der NSDAP.

Reichsleiter Alfred Rosenberg.

Der Leiter der Parfeikanzlei. Reichsleiter Bor­mann; Reichsorganisationsleiter. Dr. Ley; Stabs­chef der SA. Luhe; Reichsführer ff hümmler; Korpsführer des NSKK. kraus; Korpsführer des NSFK. General der Flieger Fr. Christiansen; Reichsarbeitsführer und Reichsleiter h i e r l; Reichsjugendführer Axmann; Reichsfrauenführerin Frau Scholh-Klint; der Beauftragte für das WHW. Oberbefehlsleiter h i l g e n f e t b t; Reichs­amtfür bas Landvolk. Oberbefeffeleiter Backe; Reichskriegsopferführer Hanns OberHnbober; Reichsbozentenführer Prof. Dr. Schultze; Reichs- stubenlenführer Dr. Gustav Abolf Scheel: Gau­leiter unb Reichswalker bes NS.-Lehrerbunbes w ä d) 11 c r.

Führung h 25. 0k- ir geöffnet* ) der NSG-- 161 ,m°

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Ein Korrespondent des DNB. hatte Gelegenheit, sich mit Major Graf nach seinem Empfang durch ben Führer zu unterhalten. Der Fliegerhelb von Stalingrab unb erfolgreichste Jagbflieger in ber Geschichte bes Luftkrieges trägt jetzt als fünfter deutscher Soldat und zugleich als fünfter Jagd­flieger die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, die vor ihm nur Mölders, Galland, Gollob unb Marseille verliehen würbe. Graf kommt unmittel­bar von ber Front von Stalingrad, wo er vor wenigen Tagen seinen 2 0 2. Luftsieg errang. Heber dem Schlachtfeld dieser hart umkämpften Millionenstadt an der Wolga hcst er in vier Wochen 75 Sowjetflugzeuge abgeschossen. Vorher war er

f-chische Gründung. (Tyras ist der alte Name fr Dnjestr.) Es ist eigentlich ein großes Dorf nut ck-gen städtischen Bauten und kann sich mit ber lkv'ßstadt Odessa nicht im geringsten messen Aber de zentrale Lage Tiraspols unb seine verhaltnis- i'iizig günstigen Derkehrsverbinbungen sprechen t-.f r, die -Provinz vorläufig noch von hier aus zu vraalten. Hier hat ber Gouverneur Alexianu, frr direkt dem Marschall Antonescu untersteht, sei- nr Amtssitz. Er verfügt über eine Staffel von .zehn kirnen Flugzeugen unter dem Kommando der Fliege­rin Irina Burnaia, die ihn und seine Mitarbeiter Ml an alle wichtigen Orte feiner Provinz oder r-r Bukarest bringen, bei der Spärlichkeit der fi igen Verkehrsverbindungen eine nicht zu unter» feenbe Erleichterung. Zwar ist ^.^"smsinen M die in Sübost-NoiHwest-Richtung über schme- Üh mitten durch die Provinz führende doppel- p ige Eisenbahnlinie OdessaLeningrad, die über fcrberq direkten Anschluß nach Berlin und dem leien hat, sehr gut mit der Außenwelt verbunden, fcr mit dem inneren Verkehrsnetz ist es tohmm Nut Auch die Straßen sind mit geringen Mus- Wnen so schlecht, daß ihre Benutzung vorni Wetter ; #hngt. Bei der geringen Bevölkerungsdichte von . I Nenschen auf einem Quadratkilometer durfte sch pi Anlage eines guten Straßennetzes auch kaum [|:ren. Heute gibt es mit den meisten Orten be- fafc Telephonverbindungen, wahrend im Anfang lp regelrechter Stafettendienst nach antikem -Nulter

Mkiicerichtet werden mußte. ;r ,

J Transnistrien ist in 13 Präfekturen (Kreise) ein-

S-k lt, an deren Spitze ein Prafett, merst em Akhrer Offizier, steht. Jede Präfektur ist,wl^)er ' mehrere Rayons oder Bezirke gegliedert von tt'n es im ganzen 64 gibt, eme Einteilung, stark an bie ehemalige russische «nlchn -

^^»1.?^kommandos und Sicherungstruppe st h iM^ekten Gendarmerie-Bataillone Zur n

äjit Bekanntmachungen ergehen in drei Sprachen.

P umünisch, deutsch und russisch.

Zwischen Dnjestr und Bug

Von unserem Dr. He.-Korrespondenten.

2i eftr, Tighina gegenüber gelegene T i r asp o l, dm Namen nach wie so viele Städte m Trans- niVien, Südrußland und auf der Krim bereits

in den Kampfabschnitten von Rostow, Armavir, Maikop usw. eingesetzt.

Die Schilderung eines Luftkampfes läßt er­kennen, mit welch draufgängerischem Schneid, aber auch mit welch Umsicht unb eiskalter Ueberlegenheit er seine Opfer aus ben Rubeln ber feinblichen Schwärme heraus holt, sie zum Kampf zwingt unb burch einige Feuerstöße feiner Borbwaffen ertebigt. Die feinblichen MG.- unb Geschoßgarben finb oft genug bicht bei ihm vorbeigesaust unb manchesmal hat er Treffer über Treffer in seiner Maschine ge­habt, aber bisher hat er noch jebesmal feine brave Me. 109 nach Hause bringen können. Von ben Kameraben von Major Graf wissen wir, baß er gleichzeitig ihr bester Lehrmeister ist. Er hat ihnen bie Kniffe eines guten Jagbfliegers beigebracht, hat ihnen babei auch selbstlos viele Abschüsse überlassen unb sich manchesmal barauf beschränkt, ihnen burch ben Funk Anweisungen für ben Abschuß ihrer Geg­ner zu geben. Major Graf ist bekannt bafür, unb er gesteht es auch selbst ein, baß er eine guteNase" bafür hat, wo in ber Luft etwas los ist unb bie Möglichkeit zu Luftkämpfen unb bamit Abschüssen besteht. Aber er hat auch ein gutes Auge, mit dem er schon auf weite (Entfernungen den Gegner in der Luft erblickt, wenn er nur als winziger kleiner Puntt am Himmel erscheint.

Die ersten beiden Kriegsjahre finb jedoch für Graf keineswegs so verlaufen, wie er es sich vorgestellt hatte; denn bis er tatsächlich im August 1941 seinen ersten Luftsieg erringen konnte, war er im Westen, auf dem Balkan, über Kreta unb in Rumänien zu seinem großen Kummer nicht zu einem Luftkampf gekommen. Man kann es baher verstehen, baß er sich bann bei seinem ersten Luftsieg im Raume von Kiew vor Kampseseifer fast mit seiner Maschine auf seinen Gegner gestürzt unb ihn um eimHaar gerammt hätte. Der jetzt fast 30jährige schildert in unverfälsch­tem Schwäbisch mit Begeisterung, wie er schon als Junge Flugzeugmobelle anfertigte. Balb machte er sich als Segelflieger einen Namen. Jebe freie Stunbe, bie fein Beruf als Stanbesbeamter in sei­nem kleinen Heimatort Engen bei Konstanz am Bodensee ihm ließ, nutzte er aus, um sich im Flie­gen zu vervollkommnen. Den Kriegsausbruch erlebte er als Feldwebel unb Flugzeugführer in bem Ge- schwaber, in bem Mölbers damals Staffelkapitän mar. Rumänische Auszeichnungen erinnern daran, baß er später lange Fluglehrer in Rumänien war, wo er übrigens auch wie schon in feiner Heimat als guter Fußballspieler bekannt war. Von August 1941 bis Enbe September 1942 erzielte er bann im Osten bie bisher unerreichte Zahl von 202 Luft- siegen.

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dr. Hans khiM Wien haben sich durch Augenschein davon über-

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haben nach rumänischen Angaben bereits die letzten sowjetrussischen Planzahlen überschritten. 2,2 Mil­lionen Hektar sind im Anbaujahr 1941/42 mit Ge­treide, Oelfrüchten, Hack- unb Hülsenfrüchten, Futter­pflanzen, Tabak, Baumwolle, Reis und Kok-Sagys bestellt worben. Letzteres ist eine Pflanze, aus beren Wurzel mit gutem Erfolg Kautschuk hergestellt wirb. Butter, Honig, Eier und Konserven aus Trans­nistrien kommen bereits auf ben Bukarester Markt. Die wesentlichste Ausgabe ber transnistrischen Lpnb- wirtschaft ist vorläufig allerbings bie Versorgung ber Front. Die Inbustrie ber Provinz ist in erster Linie mit ber Verarbeitung ber landwirt­schaftlichen Erzeugnisse beschäftigt (Marmelabe- unb Konservenfabriken, Molkereien, Mühlen usw.).

Ein wertvolles Element bei ber wirtschaftlichen Wieberingangsetzung Transnistriens finb bie Dolksbeutschen, von benen es insgesamt etwa 125 000 gibt. Von der Zarin Kacharina II. und ihren Nachfolgern wurden sie in den Jahren 1790 bis 1820 ins Land gerufen. Die Deutschen wohnen in einem großen Halbkreis um Odessa in etwa 200 Dörfern, von denen bie meisten in ben Präfekturen Tiraspol, Beresowka unb Obessa liegen. Sie haben besonders schwer unter bem Bolschewis­mus zu leiben gehabt, gibt es boch Dörfer, in benen bie männliche Bevölkerung nur die Hälfte der weiblichen ausmacht.

(Scherl-Bilderdienst-M. sHeinrich Hoffmann.))

DNB. Aus dem Führerhauplguarlier, 9. Oktober. Der Führer hat dem Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader Major Hermann Graf die ihm als fünftem deutschen Soldaten verliehene höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, das Eichen- taub mit Schmerlen und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, persönlich überreicht.

8s ist von rumänischer Seite nie behauptet wor- btn. daß die Mehrzahl der Bevölkerung Trans- nfriens heute aus Rumänen bestehe. Dazu war die tninaticnatifierungspolitif der letzten Jahrhunderte - bie gewolte von Zarismus unb Bolschewismus etenfo wie bie zwangsläufige ber slawischen Um- ttilt viel zu stark. Aber niemanb kann bestrei­te baß es im Dnjestr-Tal, unb zwar im mittleren Ui süblichen Abschnitt um Tiraspol, bei Gro- Mopol unb Dubasary, im Kreise Rybnitza usw. Harke Zentren molbauischer Bevölke- run g gibt, bie ihre Sprache, ihre Trachten, ihre linje unb ihr sonstiges Brauchtum in bieser frenv btn Umgebung oft noch reiner bewahrt haben als bi< Bevölkerung des Königreiches Rumänien; die Reinlichkeit mit-der rumänischen Bevölkerung Sie­benbürgens ist auffallend. Sze haben in ihrer feradje, so sehr sie sich in der Aussprache der iWa(e z. B. statt e an das Ukrainische und Bfische angelehnt haben, noch Ausdrücke latei-

)er Herkunft, die in Altrumänien schon längst eren Wörtern gewichen sind (z. B.anina" aus de lateinischenarena" = Sand). Aehnlich dem alt- Mischen Pater familias übt der Dorfälteste die liiere Gerichtsbarkeit aus, ein Brauch, der wie v? ' andere des Jus Valachorum aAid) von den Eovjets nicht ganz f)ht abgeschafft werden können.

Verwaltungszentrum Tansnistrien ist das am

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