Schwere Abwehrkämpfe im südlichen Abschnitt der Ostfront.
Fruchtgarten unter dem Aequator.
Oie wirtschaftliche Bedeutung Tliederländisch-Indiens.
Nirgendwo unter dem Aequator zeigt sich die tro- pische Landschaft so rein in ihren wesentlichen Merk, malen wie auf den Inseln von Niederländisch-Jn- dien in Südostasien. Diese erstrecken sich mit einer Oberfläche von 1899 751 qkm und einer Bevölke- rung von 66 Mill. Einwohnern, davon 250 000 Europäern, ziemlich gleichmäßig zu beiden Seiten des Aequators und setzen sich zusammen aus den Großen und Kleinen Sundainseln sowie den sich an beide anschließenden Molukken oder Gewürzinseln. Ihr Aufbau ist trotz sehr reichlicher Gebirgsentwicklung so glücklich, daß selbst eine so große Insel wie Borneo (735 000 qkm) keine Landschaft besitzt, die nicht dem Einfluß des Ozeans zugänglich wäre. In- olgedeffen ist die Pflanzenwelt außerordentlich entwickelt. Auf den meisten noch in der Form des Urwaldes, hingegen ist es den Holländern in dreihundertjähriger Kolonisationsarbeit gelungen, die. Insel Java (132 000 qkm) derartig zu durchdringen, daß sie schon seit langem die ehrende Bezeichnung eines „Fruchtgartens des Ostens" mit Stolz trägt. Im bescheidenen Maße verdient ihn auch die vielgliederige Insel Celebes, während ihn Sumatra und die Molukken anstreben. Borneo, dessen nördliches Viertel britisch war, wird einstweilen noch etwas vernachlässigt.
In der gleichen Reihenfolge kommen die Inseln hinsichtlich der Bevölkerungsdichte. Java sieht 315 Menschen auf 1 qkm bei einer Gesamteinwohne?- zahl von 42 Mill. Es erreicht damit die dichteste Be. völkerung in der tropischen Zone überhaupt. Demgegenüber fallen Celebes mit 22, Sumatra mit 18 und Borneo gar nur mit 4 Menschen auf 1 qkm ganz ungeheuer ab. Ihre natürliche Fruchtbarkeit t zwar nicht geringer, aber es fehlt die erziehende Hand des Weißen, der die überall gleichartige malaiische Bevölkerung zu so großen Leistungen heranbildet wie aus Java.
Die Fruchtbarkeit der Sundainseln hängt zum großen Teil von dem feinen Aschenstaub ab, den die zahlreichen Vulkane, besonders aus Java, gewissermaßen als Düngemittel ausstoßen. Das feuchtwarme Klima bindet ihn schnell und erzeugt dann die beispiellose Fruchtbarkeit. Der Urwald 'ift auch in Java noch längst nicht verschwunden, aber im ganzen erscheint doch die Insel wie ein Garten bestellt. Reis
terrassen wechseln mit Pflanzungen von Zuckerrohr, Tee, Kaftee und Tabak. Die Holländer haben den sonst nur in Südamerika vorkommenden Chinarindebaum eingeführt und versorgen mit den daraus gewonnenen Heilmitteln fast die ganze Welt. Gleichfalls machten sie den G u m m i b a u m heimisch. Sein plantagenmäßiger Anbau ist derartig gesteigert worden, daß der daraus gewonnene Kautschuk mit 16 v. H. an der Spitze aller pflanzlichen Erzeugnisse steht. Es folgen Tee, Zucker und T a b a k mit se 8 v. H., Kopra mit 6, Kaffee mit 4 und Pfeffer mit 3 v. H. Die Ausfuhr von gesamt Niederländisch-Indien betrug 1937 über eine Milliarde holländischer Gulden, während die Einfuhr nur eine halbe ausmachte. An der Spitze aller Ausfuhrposten steht das Erdöl mit etwa 20 v. H., beachtlich bleibt außerdem noch das Zinn mit 8 v. H. Grundverschieden waren die Ausfuhr- und Einfuhrländer., In dem ersten Falle marschierten an der Spitze die Niederlande selbst mit etwa 30 v. H., es folgten die Vereinigten Staaten von Amerika mit 20 und Britisch-Malaya mit 15 v. H., dann in weitem Abstande Großbritannien und Japan mit je 6 v. H. Die Einfuhr nach Niederländisch-Indien besorgte in erster Linie Japan mit 30 v. H., dann folgten in weitem Abstande die Niederlande mit 17 und Britisch-Malaya mit 11 v. H., während die Vereinigten Staaten und Großbritannien mit je 8 v. H. von Deutschland mit 10 v. H. übertroffen wurden.
An der Spitze der Verwaltung von Niederländisch- Indien stand ein Generalgouverneur, der über ausgedehntere Vollmachten verfügte als üblicherweise die englischen Gouverneure. Die Einnahmen und Ausgaben des Landes pflegten sich auszugleichen. Ein Drittel der letzteren entfiel auf Heer und Marine. Die Kolonialarmee umfaßte 50 000 bis 60 000 Mann, davon waren ein Drittel Europäer. Alle Europäer, Militär und Zivil, lebten unter holländischen Gesetzen, verwaltet von holländischen Richtern, die Rechtspflege bei den Eingeborenen wurde gemäß deren Gewohnheiten und Einrichtungen von eingeborenen Richtern ausgeübt, eine Einrichtung, die sich schon seit langem gut bewährt hat. Nicht fielen darunter die etwa 2 Millionen Einwanderer) von denen ein gutes Drittel Chinesen waren, die übrigen Japaner, Araber und sonstige Orientalen.
Oer Wehrmachiberichk.
DNB. Aus dem Führerhauptquarller, g. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im südlichen Abschnitt der Ostfront sind weitere schwere Abwehrkämpfe im Gange. Auch an den übrigen Frontabschnitten setzte der Feind seine ergebnislosen Angriffe fort. Eigene Angriffs- Unternehmungen brachten örtliche Erfolge.
Bei Luftangriff en auf feindliche Nachschublinien wurden allein im Waldai-Gebiet 36 Transportzüge schwer getroffen. Kampfflugzeuge erzielten bei Nachtangriffen auf Rybinsk Bombentreffer schwersten Kalibers in dem dortigen Flugzeugwerk.
In der Zeit vom 6. bis 8. März verloren die Sowjets 62 Panzer.
In Nordafrlka wurden britische Spähtrupps zurückgeworfen. Wirkungsvolle Luftangriffe richle- teu sich vor allem gegen Hafenanlagen von Tobruk. Auf dem Flugplatz G a m b u t wurden vier britische Flugzeuge am Boden zerstört.
Feindliche Flugplätze auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht bombardiert.
Im Kampf gegen Großbritannien wurden in der letzten Nacht Hafengebiete am hu mb er und T y n e mit Spreng- und Brandbomben belegt. Deutsche Iäger vernichteten an der englischen Süh lüfte sechs Sperrb^llone und schossen mit Bordwaffen ein kleines Handelsschiff In Brand.
Bel Angriffen der britischen Luftwaffe auf die b e s e h t e n Westgebiete, u. a. auch auf Paris, wurden am gestrigen Tage in Luft- kämpfen und durch Flakabwehr acht feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Britische Bomber griffen in der Nacht zum g. März einige Orte in Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Berluste. Mehrere öffentliche Gebäude wurden beschädigt. Bier der «»greifenden Flugzeuge wurden abgeschossen.
Mit -em Ritterkreuz ausgezeichnet.
B e r l i n , 9. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Freiherr von Wrede, Kommandeur einer Infanterie-Division; Oberstleutnant Dr.-Ing. Schröder, Kommandeur eines Pionier-Bataillons ; Hauptmann Hieber, Führer eines Infanterie-Bataillons, und Wachtmeister Kirchner, Geschützführer in einer Sturmgeschützbatterie.
Generalleutnant Freiherr von Wrede hat fünf Wochen lang, alle Angriffe der Sowjets gegen die weitausgedehnten Stellungen einer Division abgewehrt. — Oberstleutnant Dr.-Ing. Schröder hat als Kommandant eines Stützpunktes im südlichen Abschnitt der Ostfront mit feiner tapferen Besatzung Zahlreiche Angriffe einer durch schwere Panzer unterstützten Sowjetdivision in heldenhaft geführter Verteidigung abgewehrt. Dabei hat er beherrschende Höhen, die vorübergehend dem Femo überlassen werden mußten, durch Gegenstoß wieder in Besitz genommen. — Hauptmann H i e b er hat vom 18. bis 22. Januar elf Angriffe der Sowjets, die häufig in Stärke einer Division gegen die Stellungen des deutschen Infanterie-Bataillons vorgetragen, wurden abgewiesen. Als es den Bolschewisten bei einem starken Schneetreiben gelungen war, in den Ostrand einer Ortschaft einzudringen, hat Hauptmann Hieber mit rasch zusammengefaßten Kräften aus Meldern, Schreibern, Fahrern seines Stabes den eingebrochenen Feind im erbitterten Nahkampf über die Ausgangsstellung hinaus zurück- gedrängt. — Wachtmeister Kirchner schoß bei Abwehr starker feindlicher Durchbruchsversuche trotz starken Pak- und Artillerie-Feuers am 11. 2. sechs Feindpanzer, und am 12. 2. einen 52-Tonner und zwei 32-Tonner ab. In der folgenden Nacht und am nächsten Tage setzte er sein beschädigtes Geschütz wieder instand und schoß bei einem Angriff der Bolschewisten einen 64-Tonner und einen weiteren 52-Tonner ab. Am 16. 2. hat er von 20 angreifenden Sowjetpanzern allein mit seinem Geschütz sieben überschwere Kampfwagen vernichtet.
die raffiniertesten Stellungen, um sich nach allen Seiten gleichzeitig abzustützen. Man zieht die Knie an den Bauch, stemmt sie gegen die rechte Seite der Koje, macht einen krummen Buckel und stemmt ihn gegen die linke. Sehr bequem ist die^e Lage allerdings nicht.
Einen halben Meter von meinem Ohr donnern die Seen gegen den Bootsrumpf. Im Boot sind tau- end Geräusche. Konservendosen rutschen im Spind von einer Seite auf die andere. Teller, Messer und Gabeln klappen: gegeneinander. Ein Schott knallt zu. Aus dem Lokus pumpt jemand eifrig und mit Hingabe das hinweg, was an Land die Wasser» pülung besorgt. Irgendwo klappert ein Gegenstand rhythmisch mit beharrlicher Ausdauer gegen die Wand. •
Diel Schlaf gibt es nicht in solchen Sturmtagen. Sie zerren an den Nerven. Die Gesichter werden bleich und hager. Der Kommandant entschließt sich, des Abends kurz auf Tiefe zu gehen, um die Ventile auszutauen und der Mannschaft wenigstens eine ruhige Mahlzeit zu ermöglichen. Diele haben seit Tagen nicht gegessen.
Ein Mann stürzte aus seiner Koje, zerschlug sich das Gesicht an den Scherben seines Tellers, den er gerade in der Hand hielt. Ein anderer fiel mitsamt seiner Hängematte, deren Stropp an einer scharfen Kante schamfielt hotte, auf die eisernen Platten und holte sich eine leichte Gehirnerschütterung. .
„Bald sind wir ein Lazarettschiff und kein U-Boot mehr?" sagt der Kommandant. Es wird Zeit, daß das Wetter besser wird.
Gaukutturwari (SmU Conrad seinen Verletzungen erlegen.
NSG.-Gauhauptstellenleiter Emil Conrad ist seinen schweren, an der Ostfront erlittenen Verwundungen erlegen. Der Gau Hessen-Nassau verliert in ihm wiederum einen seiner. Besten. Conrad wurde 1907 in Bischmisheim an der Saar geboren. Nach Besuch des Ludwig-Realgnmnasiums in Saarbrücken widmete er sich dem Studium der Philologie, das er mit der wissenschaftlichen Staatsprüfung für das Lehramt an höheren Schulen abschloß. Als Saardeutscher hatte sich Conrad aktiv in dem Kampf um seine Heimat eingesetzt. Bereits vor dem Durchbruch der Bewegung galt seine Arbeit dem Sieg der nationalsozialistischen Idee. Sein politischer Einsatz diente später im wesentlichen dex studentischen Arbeit, in deren Rahmen er zunächst das Amt des Hochschulgruppenführers des RSD.-Studentenbundes an der Universität. Frankfurt und später des Gaustudentenführers bekleidete. Er war Träger des Ehrenzeichens des NSD.-Studentenbundes. Die Arbeit.seiner letzten Jahre galt vor allem den kulturellen Belangen der Partei des Gaues Hessen-Nassau, für die er sich, als er durch den Gauleiter zum G aukulturwart berufen worden war, jederzeit mit seiner ganzen Persönlichkeit einsetzte.
Tagung des Führerkorps der NGOAP.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spreu- g e r hatte das Führerkorps der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände zu einer Tagung zusammengerufen. Nachdem der Gauleiter die Grundsätze und Richtlinien für die Arbeit der Partei in den kommenden Wochen gegeben hatte, sprach ReichsgefolgschaftSwart M e t h l i n g (Berlin) über „Die Neuordnung des Landarbeitslebens auf völkischer Grundlage". Anschließend erstattete stellv. Gauleiter Linder Bericht über die Tagung der Reichsleiter und Gauleiter in München. Ferner nahm der Gaubeauftragte für die Kohlenftage, Dr. W a g n e r, zu der gegenwärtigen Kohlenlage Stellung. Die Tagung wurde am Nachmittag mit einer Besichtigung des Musischen Gymnasiums abgeschlossen.
Oie Neuordnung des NS.-Attherrenbundes.
Auf einer Arbeitstagung der Gauverbände Hessen- Nassau und Kurhessen des NS -Altherrenbundes der Deutschen Studenten sprach der Amtschef des NS.- Altherrenbundes, Pg. Dr. O st a r h i l d , von der Reichsstudentenführung über die Eingliederung der Altherrenvereinigungen alter Korporationen in die neu zu errichtenden Altherrenschasten des NS.-Alt- herrenbundes der Deutschen Studenten» Es fei ge
lungen, 700 Altherrenschasten mit 100 000 Mitglie- dern aufzubauen. Die Verantwortung des Alther« rentums als Bannerträger einer großen Idee verpflichte jeden, über die Irrungen und Wirrungen der Vergangenheit die Ideale des deutschen Stu- dententums zu stellen. Der Altherrenbund wolle durch Zusammenarbeit mit den Vereinigungen der alten Zeit die heutigen nationalsozialistischen Studentenschaften unmittelbare Traditionsträger der früheren Vereinigungen werden lassen. Die Alten Herren sollen an ihr ureigenes Gebiet herangeführt werden, wobei auch ihren Vereinigungen die Möglichkeit gegeben ist, ihre Tradition fortzusetzen. Aus ideellen Gründen solle eine Auflösung und Liquidation der Altherrenvereinigungen alter Korporationen vermieden werden und den einzelnen Vereinigungen die freie Entschließung überlassen bleiben.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsminister Dr. Goebbels hat dem in Wien lebenden Dichter Joseph. Weinheber zu seinem 50. Geburtstag telegraphisch feine besten Wünsche übermittelt und ihm durch Reichspropagandaamtsleiter Frauenfeld eine Ehrengabe überreichen lassen.
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Geheimrat Dr. Robert Allmers, der langjährige Präsident des Reichs verband es der Auto- mobllindustrie und ständige Vertreter des Leiters der Wirtschaftsgruppe Fahrzeugindustrie, vollendete sein 70. Lebensjahr. Allmers gründete 1905 die ftan» a-Werke in Varel in Oldenburg, die späteren Hansa- Lloyd-Werke in Bremen. Die Marktordnung für den Kraftfahrzeughandel ist sein Werk.
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Aus Freude über die von der Heimat gespendeten Woll- und Pelzsachen veranstaltete ein moselländisches Infanterie-Regiment eine besondere Sammlung zugunsten des Deutschen Roten Kreuzes. Sie ergab 77 401,50 RM. Es handelt sich um ein Regiment, das im Ostfeldzug wiederholt Beweise höchster Tapferkeit und hartnäckiger Ausdauer abgelegt hat.
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Am 7. März fand in Berlin eine Konferenz von Vertretern der in Europa lebenden Inder statt, die die von Bose erlassene Freiheitsbotschaft mit größter Genugtuung aufnahmen und in einer Resolution Chandra Bose Vertrauen und Gefolgschaft versprachen. *
Der USA.-Botschaster in London, John G. W i n a n t, ist mit dem Clipper-Flugzeug in Neu- york eingetroffen. Er wird Roosevelt Bericht erstatten.
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Der britische General Jock Campbell ist durch ein Kraftwagenunglück ums Leben gekommen. Campbell war der Organisator der auf britischer Seite in Libyen eingesetzten Panzerkolonnen.
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Eine der hervorragendsten irischen Frauen, Mary Mac Sweenie, ist nach langer Krankheit gestorben. Sie hat ihre große Tatkraft für die Idee der irischen Unabhängiakeit und für irische Sprache und Kultur eingesetzt. Ihr Bruder starb während des Hungerstreiks. Sie selbst war im Gefängnis und hat an mehreren Hungerstreiks teilgenommen.
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Nachdem sich der bisherige iranische Ministerpräsident Furughi acht Tage lang bemüht hatte, ein neues Kabinett zustande zu bringen, hat nun der bisherige Außenminister S o h e i l i die Regierung neu gebildet. Er selbst übernimmt auch das Innenministerium und behält das Außenministerium bei. Kriegsminister wird General Jahanbani (bisher Verkehrsminister).
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König Gustaf von Schweden mußte sich einer Blasenoperation unterziehen, wobei ein großer Blasenstein entfernt wurde. Die Operation verlief normal, der Zustand des Königs ist vollkommen zufriedenstellend. In einer Sondersitzung des Kronrates wurde Kronprinz Gustaf Adolf beauftragt, während der Krankheit des Königs die Regierungsgeschäfte zu führen.
Der ungarische Regierungschef von Bardossy, der sich wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes in einem Budapester Sanatorium? befinde^ hat seine Demission eingereicht.
Schutz gegen den Ostwind.
Deutsche Reichsarbeitsdienstführer bei einer Einsatzübung an der Cismeerfront. Die Fahrt mit den Polar- Hundeschlitten geht hier an einer Holzwand, die den eifigen Wind abhält, entlang.
(PK.-Kriegsberichter Serr sSch.si)
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Deutsche Ll-Boote auf Feindfahrt in der Polarnacht
Von Kriegsberichter Dr. Horst Gotthard Ost.
II.
Wie hat sich das Boot unten verändert in den vier Stunden! Von der Besatzung sieht man nicht mehr viel. Wer Freiwache hat, liegt in seiner Koje und schläft. Dafür sind die „toten" Gegenstände um so lebendiger geworden. Auf dem Fußboden führen Seestiefel, Zitronen, Taschenlampen, Teller und Löffel einen tollen Reigen auf. Eine Eierklste, die vor meiner Koje stand, möchte gern mttmachen. Rumms, saust sie nach Steuerbord rüber, wie das Boot überholt. Ueberall mußte der Koch feinen Proviant verstauen, so wenig Platz ist im 50001
Hart an meinem Kopf vorbei saust eine Kilo- Gemüsekonservendose durch die, Luft. Das ging gerade noch mal gut. Plötzlich schießt eine armlange Hartwurst in die Suppenterrine, bie noch halb gefüllt auf der Back steht. Das ist ja wie tm Schlaraffenland? Aber die Suppenterrine nimmt diesen Scherz der Wurst übel. Sie neigt sich über bie Tisch- kante, stürzt, verliert einen Henkel und em Stuck Rand und ergießt ihren Inhalt über den Kokos- läufer. Das Idyll dort unten wird immer bunter.
Jetzt interessiere ich mich aber doch für die Herkunft all dieser guten Sachen, die hier vom Himmel zu fallen scheinen. Aha, dort zwischen Druckkorper und Holzverschalung ist ein schmaler Zwischenraum, in dem der Proviant schön kühl liegt. Draußen strömt fortlaufend die garantiert-patentiert-echte Dauerkühlung durch Eismeerwasser vorbei. Die Verschalung zieht sich bis zur halben Hohe des Raumes Hinter ihr liegen Konserven, Zitronen, Wurste und andere gute Dinge. Solange die Krängung des Bootes 45 Grad nicht überschreitet, geht alles gut. Aber dann wird es kritisch. Dann wird der Proviant neugierig und möchte sich im Innern des Bootes umsehen. Nun, mit ihm werden wir bald aufräumen, und es wird Platz geben.
Die vitaminreiche Gemüsesuppe, die der Back- schafter anbringt, schmeckt ganz vorzüglich. Der arme Back cha ter! Er ist kreidebleich. Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn. Man steht es ihm an. er kann das Essen nicht einmal von ferne riechen, so übel ist ihm. Er möchte sich am liebsten auf seine Koje packen und die Welt untergehen lassen. Aber Dienst ist Dienst, auch dieser unscheinbare, aber sehr wichtige Dienst als Backschafter. Er, mutz das Essen aus der Komoüse heranschleppen und hinterher das Geschirr abwaschen, stürzende Teller halten, über Gtag gegangene Essensreste auflesen, den Inhalt der Suppenterrine vom Kokoslaüfer entfernen usw. Es
ist zum Gotterbarmen, aber Krieg ist Krieg, und winterliche Seefahrt im Eismeer keine Vergnügungsreise.
Die Schlingerleisten aus der Back versagen ihren Dienst, erweisen sich als immer noch nicht hoch genug, obwohl sie beim Essen schon genug stören. Jeder Teller steht in einer eigenen kleinen Box, aus der er nicht ausbrechen soll. Unseren „zoologischen Garten" nennen wir das. Wenn der „Zoo" auf der Back erscheint, steht das Barometer auf Sturm. Er ift das untrügliche Anzeichen für jede Wetterverschlechterung.
„Achtung, Boot ändert Kurs!" kommt es von der Brücke durch den Lautsprecher. Auch das noch! Das heißt für uns: Teller festhalten — wir gehen quer zur See!"
„Konnte der Obersteuermann damit nicht bis nach dem Essen warten?" schimpfen mir. Nun geht es erst richtig los.
Plötzlich werden die langen, schlanken Würstchen, die wir auf den Tellern haben, lebendig. Aalgleich, wie Blindschleichen oder ähnliches Schlangengetier gleiten sie über die Tellerränder. Elegant wie Rennpferde nehmen sie die Schlingerleisten, brechen aus den Boxen aus, saufen auf den nun schon ziemlich schmutzig gewordenen Boden und verstecken sich in ihrer rosigen Unschuld schamhaft unter einer Koje, ehe wir sie noch halten können. Ausdrücke wie „Hürdenrennen", „Pferdebahn.", „alte Erinnerungen" fallen.
Das wird zuviel für den L. I. (Leitenden Ingenieur). Als Mann der Maschine hat er mit Neptun gar keine guten Verbindungen. ,Laß mich mal raus!" sagt er zu dem Eins W. O., der ihm den Ausgang versperrt. Dieser, selbst seelisch mit feinem Innern kämpfend, reagiert zunächst nicht daraus. ,.Laß mich mal raus!" wiederholt der L. I. lauter und gibt ihm einen Schubs in die Seite. Das ist unmißverständlich. Er wird durchgelassen.
Aber auch der Eins W. O. verschwindet. Die Tafelrunde lichtet sich. Die Gemüsesuppe war zwar vorzüglich, aber man soll das Schicksal nicht heraus- fordern. Es erscheint angebracht, sich schleumgst langzumachen. Nach wenigen Minuten liegt die zwote Seewache in ihren Kojen. Oben steuern Kameraden das Boot sicher durch die tobende See. Wir können uns beruhigt aufs Ohr legen.
Das ist leichter gesagt als getan, schlafen Sie einmal in einem Bett, das sich abwechselnd um 45 Grad nach rechts ober links neigt! MM erfindet


