General Garmond bleibt Präsident von Portugal
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Als man vor einem halben Jahrhundert eine neue Art von Krankheitserregern entdeckte, die sich im Gegensatz zu den Bakterien im Mikroskop nicht fest- stellen ließen, die nach allen Schätzungen hundert- bis tausendmal kleiner sein mußten, als die klein-
ßiffabon, 9. Febr. (DNB.) Staatspräsident General Carmona wurde bei der gestrigen Präsidentenwahl wiedergewählt. Die Beteili- ung an der Wahl war in allen Teilen des Landes ehr rege. Nach den am Montagmorgen vorliegenden Ergebnissen haben von den in den Wahllisten eingetragenen Wahlberechtigten in Portugal 90,8 v. 5). abgestimmt.
General Carmona hat dem Volk durch die Presse einen Dank für den neuen überwältigenden Vertrauensbeweis in seine Staatsführung aussprechen lassen. Dieser -sei die größte Auszeichnung seines Lebens.
Llrzetten des Lebens
Von Dr: L. Kühle.
Tokio, 10. Februar. (DNB. Funkspruch.) Die erfolgreichen Landungen auf der Insel Singapur haben in Tokio ungeheuren Eindruck hinterlassen. Sämtliche Zeitungen bringen Karten
Kein Zug ohne Wollwaggon.
Ledes Fahrzeug Richtung Front im Dienst -es Transports der Heimatgaben.
Von Kriegsberichter Dr. Franz Ader.
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Die Tatsache, daß der tschechische Staatspräsident Dr. $ ä ä) a in der Person des Ministers W. Bertsch einen Deutschen aus dem Amt als Fachmann für das Verkehrswesen in die Protektorats-
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difche Rettungsaktion der beiden Generale war da. I mit nicht beendet. Sie komplizierte sich durch Koiw I petenzstreitigkeiten zwischen den beiden Anführern. I General d a C o st a, der eine Alleindiktatur aus- I üben wollte, wünschte General Carmona aus I der Hauptstadt zu entfernen und ernannte ihn zum I Botschafter beim Vatikan. Carmona aber, der ein- I ah, daß dieser Diadochenstreit den Erfolg des Ret» I tungswerkes in Frage stellte, kehrte das Heft um, I verhaftete General Diaz da Costa und verbannte I ihn, nachdem er ihm den Rang eines Feldmarschalls I verliehen hatte, nach den Azoren. Nun war er un- I bestritten Herr der Lage und konnte alle Energien I einsetzen, um fein Reformwerk zu beginnen.
Es galt vor allem, das Finanz- und Geldwesen I zu ordnen. Der General erklärte seinen Beratern, I und Mitarbeitern, daß er nicht einmal die elemen- I tarsten Kenntnisse in Finanzangelegenheiten habe und daß er deshalb die Regierungsaufgabe einem I anderen Manne überlassen müsse. Er berief den Professor an der Universität von Coimbra, Oliveira Salazar, in die Regierung und stattete ihn mit diktatorialen Vollmachten aus. Man kann füglich von einem portugiesischen Wunder sprechen! Nach jahrzehntelanger demokratischer Korruption fand Portugal in der Person von Oliveira Salazar einen wirklichen „Chefe do (9obemo", der keine persönlichen Machtpläne hatte.
Heute wird das vom Präsidenten Carmona und seinem Ministerpräsidenten Salazar ge» schaffene parlaments'freie antidemokratische Regime, das von der Uniao national, der Mocidade Portuges und der Legiao Portugesa getragen wird, von einer neuen Krise bedroht. Die Mehrheit des portugiesi« schen Volkes hat schwer unter den Folgen der britischen Blockade zu leiden. Die Ausfuhr stockt, der Mangel an überseeischen Rohstoffen zwingt die i einheimischen Industrieanlagen zum Stillegen, die ! Verbindungswege mit den Kolonien sind sehr behindert. Alle wohlgemeinten Appelle, die die Lissaboner Presse von Zeit zu Zeit an das durch Verträge gebundene England richtete, sind unerhört geblieben oder von den Briten zu Erpressungen । mißbraucht worden. Der Botschafter Englands in Lissabon, Sir Ronald Campell > der sich mit einem riesigen Stabe von Experten und Beratern umgeben hat, hält im Gegenteil die Regierung mit der Drohung einer völligen Sperre der Navycerts unter ständigem Druck.
Man kann sich die schöne Sieben-Hügelstadt am Tejo ohne General Carmona und ohne seinen Erstminister Salazar nicht mehr vorstellen. Sie sind nicht nur die Retter, sondern sie repräsentieren auch die Seele und den Willen des neuen Portugal. Deshalb hat die Wiederwahl General Carmonas zum Staatspräsidenten den Charakter eines allgemeinen Vertrauensvotums der Nation für den Mann, dem sie so viel zu danken hat.
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tungsvollen Arbeit geerntet werden.
Wenn auch die maschinelle Ausstattung und Jia» tionalisterung der Protektoratsindustrie vielfach nicht mit dem Hochstand der Betriebe im übrigen Reiche verglichen werden können, so ist doch nicht nur eine Vollbeschäftigung — oftmals in mehrfachen Schichten — zu verzeichnen, sondern darüber hinaus entstehen zahlreiche neue Fabrik en , und alte, sttllgelegte Betriebe öffnen wieder ihre Pforten. Im Zuge der Einführung von Arbeitsbüchern wer- den bereits die Reserven an Arbeitskräften im Protektorat mobilisiert, um den stark angewachsenen Bedarf an Schaffenden aller Kategorien zu decken Facharbeiter aller Sparten werden überall gesucht, und auch unter den ungelernten Arbeitskräften gibt es praktisch keine Arbeitslosen mehr. Dabei ist das Lohnniveau im Protektorat big auf eine Spanne von etwa 10 v. H. an die Höhe der Löhne im übrigen Reich angeglichen.
Es ist selbstverständlich, daß eine solche Entwicklung nur durch das Einströmen von Reich" auf trägen ins Protektorat möalich war. D damit verbundene Ansteigen der Lohnsumme bewirkte automatisch eine Gesundung der wirtschaft- lichen Derhältnsse zahlloser Arbeiterfamilien, befruchtete unmittelbar Handel und Wandel und stellte in kurzer Zeit eine Geldflüssigkeit her, wie man sie in Böhmen und Mähren noch nie kannte. Die Landwirtschaft des Protektorats zog zur gleichen Zeit steigende Vorteile aus der Verordnung von Festpreisen für alle Arten landwirtschaftlicher Erzeugnisse und stieß laufend Teile der in früheren Krisenjahren aufgenommenen Schulden ab Die Berichte der Nationalbank für Böhmen und Mähren in den detzten Monaten weifen nicht nur fortgesetzt steigende Einlagen bei den landwirt- schaftlichn Sparkassen, sondern auch ein ständiges Fallen der Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Krediten auf. Das heißt mit anderen Worten: der Bauer in Böhmen und Mähren ist wieder
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General Carmona ist wieder zum Präsidenten des portugiesischen Staates gewählt worden. Es besteht rein Zweifel, daß die dankbare Nation die Wahl zum Anlaß nahm, die- em Manne, dem es feine Rettung und seinen Anstieg verdankt, erneut ihr volles Vertrauen zu schenken und ihm im höchsten Staatsamte zu bestätigen.
Portugal befand sich im Jahre 1926 an einem Tiefpunkt feiner Geschichte. Der Staatsbankrott chien unvermeidlich. Putsche und Revolutionen löten einander ab, die soziale Disziplin war zerrüttet, das Militär meuterte. Da Moskau bei diesen chaotischen Zuständen die Hand auf Portugal legen zu können glaubte, traf es alle Vorbereitungen, um >as Land für den Bolschewismus zu erobern und )as rote Hammer- und <Ächelbanner an den Küsten des Atlantischen Ozeans zu hissen. Aus den kommunistischen Zentren in Barcelona und dem Sowjet- reich trafen zahlreiche Agenten in Lissabon und Oporto ein, um sich an die Spitze eines kommunistischen Ausstandes zu stellen. Auf manchen Fabrikge- bänden wurden bereits anarchistische oder bolschewistische Fahnen gezeigt, und bewaffnete Arbeiter demonstrierten in den Straßen.
In diesem Augenblick höchster Gefahr für das Bestehen Portugals erhoben sich zwei Männer, die Generale Diaz da Coata und Carmona, sammelten die Regimenter um sich, die die Disziplin bewahrt hatten, und ließen sie vor den Toren der Hauptstadt aufmarschieren. Sie stellten an die Regierung das Ultimatum, entweder sofort die Ordnung wieder herzustellen, oder sie würden die Staatsführung in ihre Hand nehmen. Da die Regierung protestierte und den Generalen drohte, erteilten sie ihren Truppen den Befehl, in die Hauptstadt einzurücken. Sie fanden keinen Widerstand. Beim Marsch durch die Rua do Ouro und über den Rocio stand das Volk auf den Balkons, begrüßte die ein- rückenden Soldaten und bewarf sie mit Blumen. Die Ministerien wurden besetzt, oie Cortes für aufgelöst erklärt und der Präsident zur Flucht gezwungen.
In der Geschichte Portugals war eine neue Seite aufgeschlagen worden. Aber die oaterlän-
ften bekannten Bazillen, und die auch mit feinsten Filtern nicht aufgefangen werden konnten, fragte man sich, sind das noch Lebewesen? Handelt es sich hier nicht vielmehr, wie schon 1898 M. W. Bei- j e r i n ck bei der Untersuchung des Erregers der Maul- und Klauenseuche und der Tabakmosaikkrankheit vermutete, einfach um ein Gift, um eine chemische Substanz? Für diese Auffassung sprach zunächst mancherlei. Die Viren schienen unsichtbar zu sein, sie gingen durch jedes im Laboratorium be- nutzte Filter und ließen sich nicht, wie Bakterien, auf künstlichem Nährboden züchten. Heute gelten diese Einwände nicht mehr im vollen Umfang: die Einführung der fogenannten Ultrafilter bewies, daß sich auch die Viren sehr wohl durch genügend feinporige Filter auffangen ließen. Moderne Mikroskope mit raffinierten Beobachtungsmethoden liehen schon eine ganze Reihe von Viren sichtbar werden. Vorläufig braucht man zum guten Gedeihen der Viren aber noch immer tierisches Eiweiß. Ja, die Viren selbst scheinen sich wie Eiweißkörper zu verhalten. Da hatte nun vor 30 Jahren der deut- sche Forscher Paschen festgestellt, daß in virushaltigen Flüssigkeiten und Geweben kleine Gebilde nachweisbar waren, die er als Elementarkörperchen bezeichnete. Sie waren nur winzige Zwerge gegenüber oen gewöhnlichen Bakterien. Es gelang schließ- lief), einige solcher Viren zu färben und <*‘t deren Mikroskopen auch sichtbar zu mar, . .
In den Kaiser - Wilhelm - Instituten , Biologie und Biochemie in Berlin-Dahlem ist wegen der großen Bedeutung dieses Arbeitsgebietes für Heilkunde, Ernährungssicherung und Grundlagenforschung eine Arbeitsstätte für Virusforschung gegründet worden.
Kriegshafen und Flughafen Seletar die starken Außenbefe stigurigen im nordwestlichen Teil sowie in der Mitte der Insel unter Feuer genommen, ferner zahlreiche Oeltanks an der Nordost * küste der Insel. Trotz stärkster Abwehr griffen Heeres- und Marineflieger das eigentliche Fcstungs- gebiet unmittelbar nördlich der Stadt Singapur an, wobei schwerster.Schaden angerichtet wurde. In der Nacht zum Montag wurden die ersten Landungen auf kleinen Booten an der Nordwestküste und unmittelbar westlich des Brückenweges sowie an der Ostecke der Insel (zunächst auf der kleinen vorgelagerten Insel Pul au Ubin) durchgeführt. Während die Landungen selbst verhältnismäßig schnell durchgeführt wurden, traf der weitere Vormarsch auf starken Widerstand des Gegners, der jedoch bald gebrochen werden konnte.
Nach einem Bericht von ,Zokio Afabi Sehimbun" hatten die Engländer noch in der letzten Woche neue Stellungen an der bisher wenig geschützten Westküste ausgehoben und in aller Eile zahlreiche Artillerie und Maschinengewehre herangezogen, dis ihr Feuer auf die Uebergangsstellen konzentrierten. Kleine japanische Trupps griffen sofort die englischen Befestigungsanlagen an und durchbrachen im Nahkampf die vordersten Drahthindernisse. Hierauf zogen sich die Engländer auf den Flugplatz Tengah zurück. Während sich die fortschreitenden Kämpfe allmählich dem inneren Festungs - gürtet näherten, wurden weitere Tankformationen auf der Insel gelandet.
Die Japaner, die an einem Punkt östlich des Singapur-Dammes gelandet waren, haben in dem
führung berufen hak, zeigt klar, daß auch kn dieser Hinsicht neue Wege eingefchlagen wurden. Durch diesen Schritt wird offen dokumentiert, daß der lebendige Pulsschlag, der Großdeutschland von der Ostsee vis an die Karawanken durchflutet, an den Grenzen Böhmens und Mährens nicht mehr aufgehalten werden darf. Das Primat der deutschen Sprache im Verkehrsleben des Protektorates ist gleichzeitig eine lebensnotwendige Tatsache geworden, die auch von tschechischer Seite restlos anerkannt wird. Ueberhaupt hat die Sprachenfrage im Protektorat aufgehört, jenes Politikum zu sein, das sie im alten Oesterreich und in der Tschecho-Slowakei in den langen Jahren völkischen Kampfes gewesen war. Auf tschechischer Seite lernt man heute deutsch, aber nicht nur aus Gründen des wirtschaftlichen und Handelsverkehrs, sondern darüber hinaus auch bereits aus kulturellen Günden. Die Ueberzeuqung gewinnt immer weiter Raum, daß der tschechische Mensch aus eigener Kraft und Initiative den Anschluß an das Geistesleben des neuen Deutschland suchen und gewinnen muß, wenn er sich seinen Platz im neuen Europa sichern will.
Diele Anzeichen beuten darauf hin, daß in Böhmen und Mähren zahlreiche haltlose Phantasien ver- Eiangener tschechischer Generationen endgültig zu- ammengebrochen und viele andere Träume im 93er- chwinden begriffen sind. Ein realistischer Geist hält seinen Einzug, der sich $ur bedingungslosen, loyalen Zusammenarbeit mit dem großen deutschen Volke bekennt. Der tschechische Rüstungsarbeiter im Protektorat weiß auch, er arbeitet an der Drehbank für Großdeutschlands Sieg; und der tschechische Bauer bereitet schon die Fruhjahrssaat vor, deren reife Aehren im kommenden Herbst einen Beitrag zur (Erringung der Freiheit Großdeutschlands liefern werden. Mitten unter hnen steht der einfache tschechische Mann, die tschechische Frau aus dem Volke, die alle bereits die wohltätige, weil unerbittlich ordnende Hand Deutschlands tennen- gelernt haben, lieber alle anderen Gedanken hinweg fragen sie ohne Unterschied die Heb Beugung mit sich, daß ein Sieg der Sowjets nur das Chaos bedeuten würde, der Sieg Großdeutschlands aber den Frieden auf zahllose Generationen hinaus auch für Böhmen und Mähren bringen wird. —r—
Das war eine sensationelle Ueberraschung, denn nun tauchten die Fragen auf. ob man denn überhaupt die Viren noch als Lebewesen ansehen dürfe. Bald darauf gelang es auch, andere Viren kristallisiert als Stäbchen im Elektonenmikroskop sichtbar zu machen. Bei einer weiteren Untersuchung stellte es sich heraus, daß am Aufbau dieser Krankheitserreger sogenannte Aminosäuren beteiligt sind, die auch die Grundbausteine vom Eiweiß bilden. Ferner entdeckte man, daß auch das Nuclein, das Kerneiweiß, bas sich in jeder lebenden Zelle befindet, ein wichtiger Bestandteil der Viren ist. Löste man dieses Nuclein chemisch aus dem Gefüge der 93iren heraus, so
PK. Langsam schiebt sich der massige Leib der Lokomotive mit den dick vereisten Radspeichen an uns vorüber. In der eisigen Kälte schreit der Stahl der Schienen mißtönend unter der gewaltigen Last. Wir stapfen in den dämmerigen Nachmittagsstunden über die verschneiten Geleise zu der langen Schlange der Güterwagen, die diese Lokomotive eben in den Bahnhof eingeschleppt hat. Mit anderen Soldaten stehen wir vor den mit Tannengrün geschmückten Wagen und betrachten die Spruchbänder, indes unsere Herzen schnelleren Schlag tun: Die Woll- spende ist da! Auf diesen Bändern stehen die Grüße der Heimat!
Als erster fällt uns ein Wagen der Stadt Mannheim auf. „Für unsere Soldaten im Osten" verkünden seine großen Buchstaben. Dann sind noch weitere Wagen aus Baden da, aber auch die vielen anderen aus mehreren Gauen des Reiches sind mit gleicher Liebe zurechtgemacht. Eigenartig berührt ist das durch die Härte der Kämpfe, durch die Schmuck- losigkeit und grausam-kalte Trostlosigkeit dieses äff. lichen Winters verhärtete soldatische Gemüt durch diese Zeichen der Heimat.
Jetzt werden an einigen Waggons die schweren Schiebetüren zurückgewuchtet, und viele fleißige Hände helfen beim Ausladen. Es muh sehr rasch gehen, denn die Wagen werden sofort wieder gebraucht. Eilig wandert die Kette der Träger mit den Woll- und Pelzbündeln zu den Lagerhallen, um sie dort zu stapeln. Wir sind hier m einem Auffanglager für Wollsachen in einem großen Bahnhof des Ostens. Hier wird nur soviel ausgeladen, als für die Ausrüstung von Einzelab- hölern, kleineren Feldeinbeiten und durchmarschierenden, noch nicht mit zusätzlicher Winterbekleidung versorgten Truppenverbänden erforderlich ift Die anderen Waggons rollen weiter auf den von uns umgefpurten Bahnlinien bis dicht hinter d i e Front und finden dort ihre Verteilung auf alle Einheiten. Mit jedem Munitions-, Verpflegungsoder Lazarettzug, der nach vorne geht, laufen Die Wagen mit dem wärmenden Woll. und Pelzzeug mit. Denn dort werden sie am notwendigsten gebraucht, die kämpfende Truppe dort hat sie am meisten verdient.
Der Führer hat befohlen, alle Wollsachen auf dem
schnellsten Wege der kämpfenden Truppe zuzuführen. Deshalb wird jede Transport- und jede Lade- Möglichkeit nach besten Kräften ausgenutzt. Es laufen nicht nur ganze „Wollsachenzüge" nach Osten. An jeden anderen Zug werden noch einige Wagen angehängt, auch an Benzin- und Truppentransporte. Die leer zur Front lausenden Lazarettzüge werden beladen, die LKW.s und PKW.s, die neu aus der Heimat oder aus Reparaturwerkstätten her-angeführt werden, find vollgepfropft mit Pullovern und Unterjacken, Kopffchützern und Fausthandschuhen. Jeder Raum, jedes Fahrzeug Richtung Fronti st eingespanntinoenDien ft der Versorgung.
Die Sammlung war im Reich noch nicht beendet, da hielten schon die ersten Wollwaggons an der Rampe dieses Bahnhofs. Schon eine Woche nach dem Sammelfchluß in der Heimat war hier der Hauptstoß der Transporte feststellbar. Dieser Zug, an dem jetzt im hellen Mondlicht weitergearbeitet wird, ist noch lange nicht der letzte.
In zweiter Linie wird versucht, Transporte, soweit sie im Reich noch nicht voll ausgestattet wurden, mit Wollwaggons „voll auszulasten", wie der Eisenbahner sagt. Sie sind dann in der Lage, sich unterwegs mit allem Nötigen zu versehen. Zur Entlastung gewisser stark befahrener Bahnstrecken sind große Kraftomnibusse eingesetzt. Auch wenn schon 8000 bis 1ÖOOO Unterhosen oder Hemden in solchem Bus verladen sind, findet sich in den Gepäcknetzen noch Platz für weitere Packen Pelzwesten, Leibbinden oder warme Socken. Auch Ski werden nicht vergessen, kurz, alles, was die Heimat ihren Sol- baten als Weihnachtsfpende gab, findet den Weg nach vome.
Trotz aller Schwierigkeiten, die ein so grimmiger Winter, wie er hier in der Sowjetunion herrscht, Transporten auf dem Schienenwege entgegensetzt, kommen laufend Züge an. Hier ift noch nicht die Front, aber sie ift nicht mehr allzu weit, und die weite, trennende Entfernung von der Heimat ist überwunden. Heute nacht wird noch ausgeladen, werden Waggons an Treibstoff- ^nd Munitionszüge angehängt — morgen sind die Verteilungsstellen an der Front im Besitz der Wollsachen, und Autos, Pferdefuhrwerke und Schlitten füllen sich damit.
Virus der Papageienkrankheit, der Bläschenflechte und noch einige andere. Es gelang sogar, diese winzigen Krankheitserreger zu messen, sie zeiaten Grö- ßen von etwa einem zehntaufendstel Millimeter. Noch immer blieben aber zahlreiche Viren, wie diejenigen, die das Gelbfieber, die Maul- und Klauenseuche und die Mosaikkrankheit des Tabaks sowie der Tomate erregen, unsichtbar und unentdeckbar.
Zwei Erfindungen haben in den letzten Jahren die Pirusforfchung ganz erheblich meiterge. bracht, das Elektronenmikroskop und die Ultrazentrisuge. Diese beiden Wunderwerke moderner physikalischer Technik haben die bisherigen Vorstellungen von den Viren völlig Umstürzen helfen. Im Schwungkörper der Ulttazentrifuge, der, getragen vom Polster eines Druckluftstrahls unb angetrieben von einem Gebläse, das aus feinen Düsen mit ungeheurer Wucht auf ein kleines Schaufelrad wirkt, mit durchdringendem Pfeifton sich in der Minute 40 000-, 50 000-, ja 60 OOOmal dreht, gelang es zuerst das Virus der Tabakmosaikkrankheit und bann auch das Virus der Tomatenmosaikkrankheit chemisch rein zu gewinnen. Der ungeheuren Gewalt der Zentrifugalwirkung, mit der die Preßsäfte in der Zentrifuge tausendmal in der Sekunde herum- geschleudert wurden, widerstand auch das Virus nicht. Es konnte von den flüssigen Beimischungen getrennt und nach weiterer Behandlung schließlich als kristallinisches Pulver rein gewonnen werden.
Singapur. — (Karte: Scherl-Bilderdienst-M.) von der Insel und interessante Mlder über den von Iohur Bharu nach der Insel führenden Brückenwea. Fernaufnahmen zeigen flaches Hügelgelände und östlich vom Brückenweg starke Rauchwolken über dem britischen Kriegshafen Seletar.
Die eigentliche Feuervorbereitung begann am 4. Februar und hielt volle vier Tage bis zum 8. Februar abends an. Besonders wurden außer dem Schritt weiter, sie behandelte Tabakpflanzen mit Röntgenstrahlen, die ja im Erbgefüge tiefgreifende Veränderungen verursachen können, wenn sie die Keimzellen treffen, liebertrug man aus solche fünft- lieh „mutierte" Pflanzen das Virusgi'ft, bann entstanden auch gänzlich veränderte Direnstämme. Daraus wurde nun gefolgert, daß die Viren sich nicht in Lebewesen vermehren, sondern ähnlich wie Katalysatoren arbeiten und durch ihre bloße Gegenwart das Eiweiß der Zellen, die sie befallen, in die gleiche Eiweißart verwandetn, aus der sie selbst bestehen.
Wenn sich diese Theorie bestätigen würde, dann wären also die Viren sozusagen Urzellen des Lebens, selbst noch nicht lebendig, aber fähig, in das Leben hineinzuwirken. Sie wären chemische Substanzen, benötigten aber zu ihrer Existenz und zu ihrer Vermehrung lebendige Zellen. Sie wären Eiweißkörper, aber solche, denen noch die Fähigkeit des Lebens, ich aus sich selbst zu vermehren, fehlt. Man müßte ie als die Grenze zwischen belebt und unbelebt an- ehen. Nach einer Theorie von P. Jordan kann man sich die Virusvermehruna so vorstellen, daß die Dirusteilchen die Fähigkeit haben, ähnlich oder gleich gebaute Teilstücke an sich zu ziehen und neben sich zu neuen Virusmolekülen aufzubauen. Das würde die außerordentlich rasche Vermehrung der Viren im Zellgewebe erklären. Allerdings stimmt hiermit wieder die Tatsache nicht überein, daß einige der Viren schon als Kristalle gewonnen werden konnten, und daß sie bei Durchstrahlung mit Röntgenstrahlen auch einen Kristallaufbau klar erkennen lassen. Die Forschung hat sich deshalb die Frage vorgelegt, ob nicht vielleicht ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Virus der Pflanzenkrankheit und solchen Arten bestünde, die tierische und menschliche Krankheiten her» vorrufen. Ja, es ift sogar die Vermutung aufgetaucht, daß Eiweißelementarkörperchen, die denen der Viren ähneln, Normalbestandteile bestimmter Zellen sind, und daß die krankmachende Wirkung durch erbmäßige Veränderung des Viruseiweiß verursacht wird. Sicher ist bis heute nur, daß einige Virusarten tatsächlich organische chemische Stoffe sind. Vielleicht ist das Endergebnis ein stufenförmiger Abstieg von der lebenden zur toten Natur.
Das Zentralproblem des berühmten Genter Altars: wie die Leistung der beiden Brüder Hubert und Ian van Eyck auf das Werk zu verteilen ift. Die Altarinschrift bezeugt, daß Hubers der ältere, den sie als den „größten aller Maler" bezeichnet, das Werk begonnen hat. Ian, der jüngere, hat ihn vollendet. Was stammt von dem einen, was von dem anderen? In diese Fragen h^ben die Forschungen von Professor Dr. B e en ke n (Leipzig) neues Licht gebracht. Wenn wir auch über Hubert so gut wie nichts wissen — 1426 ift er, sechs Jahre vor der Vollendung des Altars, gestorben — so haben Beenkens Forschungen, über die er in einem Vortrag in Jena berichtete, doch em festes ™ . ■
Bild seiner Art und seines Stils ergeben. Heber «Wgen Ian sind wir ohnehin genauer unterrichtet, sowohl K'j b g über seine Lebensumstände wie über ferne Mal- |J|f8 bj»ruBe weise. Kleinen fo
Beenken hat nun die recht verschiedene Art der
Brüder auf drei Gebieten genauer umreißen kon- I fünften (ft nen: in der Behandlung der Innenräume, bei der J ।Änb Qnn Hubert sich ins Kleine verliert, während Ian archi- | 6 tj" tektonisch zusammenfaßt; in der Eigenart der Biw- nisse, in denen Jans neues Verhältnis zur Wirklich- . feit Ausdruck findet; und in der Gestaltung der Landschaft. So ergibt sich für Professor Beenken eine üverzeugende Antwort auf die Frage des Anteils der Brüder am Altarwerk: nur der untere Teil der Innenseite stammt in der durchgehenden Landschaft und in den figürlichen Darstellungen des Hintergrundes von Hubert, alles andere hat Ian geschaffen. Auch Huberts ursprünglicher Entwurf- läßt sich so rekonstruieren. Die Leistung beider er- gänzt sich: Hubert war ein Entdecker neuer Mög- lief)feiten des Sehens der Ferne, des Jnnenraums, des Menschlichen, aber erst Jan war der baumeifter- liebe Genius, der das Neue, das der Bruder sah, zusammenschloß und damit die Grundlage gab für die weitere Entwicklung der Kunst im Norden.
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