Achter Seewind willkommene Kühlung.
führte mich «ßen Schup-
lcklingen und
von dannen.
(Nachdruck verboten.)
11. Fortsetzung.
icht ich auf ein rosig überhauchtes Schneefeld zu Dicken glaubte. Wohl über hundert Kakadus faßen in gleicher Höhe auf ihren Ständern und kreischten nid), mit den Schnäbeln hackend, wütend an, als ich den schmalen Gang durchschritt, der sich zwischen ihnen auftat. Mir verging alsbald die Lust, eine von diesen noch ungezähmten schönen Bestien zu er* itehen, ich erinnerte mich daran, daß „Kakadu" im Malaiischen die Beißzange heißt und zog eilends
sahi S^urbint* letzten Wo-He enifl MiW Eile zahlre'che rangezogen dir i konzentrierten.
Flammen sich blutrot In zwei bauchigen Gläsern spiegelten.
Christian Fehr, da er, weit nach Mitternacht, zu Bett ging, empfand ihn dunkel als einen Dorklang der Zeiten, die für Lappersdorf kommen sollten...
'hügelstsdt am ne seinen Erst, rllen. Sie sind sentieren auch 1 Portugal ral Carmona, er eines all« ms der Na« zu danken hat.
wtt habenindem
ipur.
1 die starken dMstlichen Teil Feuer genom* der Nordost. Abwehr griffen tlid)e Festung» Singapur an, wurde. 3n ber en Landungen Wir und un» i sowie an der
japanischer Flugzeuge über Singapur dahinbrausien und trotz der starken feindlichen Flaksperre ihre Sprengbomben abwarfen. Die schweren Geschütze im Fort Changi begannen zu dröhnen. Von 38 Oeltanks in Seletar brennen 28, während das Feuer sich auf die übrigen Tanks ausbreitet..
Briten
geben die Evakuierung Ranguns zu.
Berlin, 9. Februar. (DNB.) Der britische Gouverneur von Burma hielt am Sonntag eine Rundfunkrede, in der er u. a. sagte: „Die Stadt Rangun ist gegen Luftangriffe schwer zu verteidigen. Es ist daher die Politik der Regierung, daß sich die weniger wichtigen Teile der Bevölkerung auf Gegenden verteile^/ die gesicherter liegen. Es bildet auch eine positive Hilfe bei unseren Kriegsanstrengungen, daß gewisse Regierungsämter aus Rangun ausziehen."
Als Naturforscher auf Singapur.
Von Geh. Regierungsrat Dr. Gottlieb Haberlandt, emer. o. Professor der Botanik an der Universität Berlin.
Der feurige Ofen
Roman von Hans von hülfen
Eine meiner ersten Ausfahrten galt dem sehenswerten natuthistorisch-ethnographi- ich en Museum, das einen guten Ueberblick über die Fauna Singapurs und Malakkas gewährt.
Der erste Eindruck nach meiner Ankunft war: Singapur ist eine tropische Chinesen» i! adt. Von der Brücke aus, die knapp am alten Hafen einen trüben Kanal überspannt, erblickt man hid)t nebeneinander die bunten Häuser und Häuschen der Chinesen, die als Kaufleute und Hand* oerfer die Hauptmasse der Bevölkerung bilden. Nan kann sich kein lebhafteres Farbenspiel vorstellen, als es hier das Auge des Europäers ergötzt und bisweilen beleidigt. Welch ein Völkergemisch übrigens das Stadtbild belebt, das erfährt man fofort, wenn man im Hotel angelangt ist. Da stellt ich alsbald der benaalische Wäscher ein, um feine Dienfte anzubieten, Der chinesische Schneider emp- iehlt seine leichten baumwollenen Tropenanzüge, der javanische Gärtner eilt mit feinen Blumenkörben vorüber, beim weißbärtigen Araber läßt man sich Kleingeld umwechseln und ein einheimischer Portugiese besorgt im Büro die Schreibge- chäfte. Vor dem Hotel aber nfartet ein malaiischer Rikschakuli darauf, daß man sein hochrädriges Vehikel besteigt.
stellen. Im November 1891 traf ich in Singapur ein. Die Stadt liegt auf der kleinen Insel gleichen Namens, die der Südspitze der malaiischen Halbinsel Malakka vorgelagert ist; kaum anderthalb Breitengrade nördlich vom Aequator. Auf arge Hitze gefaßt, empfand ich es als angenehme Ent- iMfchung, daß mein Schleuderthermometer um 1 Uhr morgens nur 26,6 Grad Celsius, um 2 Uhr nachmittags 28,8 Grad und um 9 Uhr abends
In den Tagen, wo der Name Singapur durch die Zelt hallt, erinnere ich mich doppelt lebhaft daran, lah ich genau vor einem halben Jahrhundert auf der Reise nach Buitenzoog auf Java mich mehrere Tage lang auf der Insel Singapur mfaehalten habe. Ich war von der Akademie der Äissenschaften zu Wien aufgefordert worden, in tem berühmten botanischen Garten zu Buitenzoog wissenschaftliche Untersuchungen über die Anatomie mb Physiologie der tropischen Pflanzenwelt anzu-
Und nun zur Pflanzenwelt. Schon auf dem ersten Spaziergang fällt dem Reifenden auf, daß die Aeste und Zweige der Bäume von allen möglichen Pflanzen, besonders Famarten, besiedelt sino, die bald wulstförmig, bald her abhängend als „Baumparasiten", doch nicht als echte Schmarotzer, bloß dem Drange nach Lichtgenuh folgend, wie im Urwalde sich auf die Bäume hinaufgeflüchtet haben. Nur das konstant feuchtwarme Klima ermöglicht diese die ganze Physiognomie des tropischen Regenwaldes beherrschende Erscheinung. Mein erster größerer Ausflug galt natürlich dem ziemlich weit- außerhalb der Stadt gelegenen Botanischen Garten. Sein Direktor, Herr R i d l e y, der mich darin herumführte und auf die hunderterlei Einzelheiten aufmerksam machte, die zu den intimen Reizen des Gartens gehören, hieb zu meinem Erstaunen auf einer Rasenfläche plötzlich unbarmherzig mit feinem Stocke auf eine kleine Pflanze ein, die tödlich erschrocken ihre Blattstiele senkte und die Fiederblättchen zusammenschlug. Es war die Sinnpflanze, Mimosa padica, der verzärtelte Liebling der europäischen Pflanzenphysiologen, die, obwohl in Brasilien einheimisch, im ganzen indomalaiischen Archipel, auch auf Ceylon, ein gemeines, lästiges Unkraut ist.
Den Höhepunkt meines Aufenthaltes bildete ein Ausflug durch den Dschungel und Urwald auf den höchsten „Berg" der Insel, den etwa 170 Meter hohen Bukittimah. Nachdem wir am Rande des Urwaldes verschiedene Kannenpflanzen, Nepenthesarten, gefunden und gesammelt hatten, die als „insektenfressende" Pflanzen in ihren mit trüben Flüssigkeiten erfüllten Blattkannen hin- eingefallene Insekten, besonders Ameisen, verdauen, ging's auf schmalem Pfade in den Urwald hinein. Wir benutzten dazu, wie hier üblich, einen alten Tigerwechfel. Auf den darüber gelagerten Baumstämmen waren die von den Krallen der Tiger geritzten Spuren deutlich zu erkennen. Der Tiger schwimmt nämlich, so unglaublich es klingt, vom Festlande her zuweilen über den breiten Meeresarm auf die Insel herüber, um ein Pony oder ein Kalb zu erbeuten, hält sich aber tagsüber scheu im Dschungel auf und halt die Sonntagsjäger von Singapur zum Na-rren.
Zum Schluß sei noch eines Ausfluges gedacht, den ich zum Studium der M a n g r o o e Vegetation auf die benachbarte kleine Insel Pulu Ob in unternommen habe. Der österreichische Konsul besaß dort einige Kaffee- und Teeplantagen, zu deren Beaufsichtigung sein englischer Verwalter hinüberfuhr und den ich begleiten konnte. Nach längerer Bootsfahrt durch den trägen, übelriechenden, von Krokodilen bevölkerten Serangoon-Fluß, und dann yuf einer chinesischen Dschunke über den Meeresarm sah ich schon von weitem die großen, von bögigen Stelzenwurzeln gebildeten Gestelle der Mangrovebäume, die die Stämme und berbbtättejiqen Blattkronen tragen und es ihnen so ermöglichen, sich weit in das seichte Meer hinauszuwagen. Als wir am hölzernen Landungssteg ausstiegen, waren etwa dreißig malaiische Arbeiter mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. Der Verwalter kontrollierte sie, und als ein schon weißhaariger, alter Mann anscheinend nicht zur Zufriedenheit des Engländers arbeitete, schlug ihm dieser mit einem dicken Holzscheit über den Schädel, so daß er niederstürzte. Ich war darüber so empört, daß ich nichts anderes erwartete, als daß im nächsten Augenblick die übrigen Arbeiter über uns herfallen und uns beide ins Meer werfen würden. Doch nichts dergleichen geschah, alle duckten sich nieder. — Es fällt einem heutzutags schwer, anzunehmen, daß diese gemeine Brutalität eines ungebildeten Briten ein Ausnahmefall war.
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eanere, der eigentlichen Stadtgebietes gewiesen, onnte. tmpfing mich mit tiefen Bücklingen
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„Aber nein! — Wie jammerschade! — Woher v-ssen Sie?"
„Aus allerbester Quelle, Derehrtester!" lachte Fehr - er war plötzlich, seit Marions lichter Schatten unsichtbar mit am Tische saß, so gut gelaunt, so ■ft jungenhaft heiter, so von aller Dumpfheit der legten Tage befreit —: „Weil Sie sehr bald das Vergnügen haben werden, Fräulein von Brakel Wer zu begrüßen. Als Herrin von Lappersdorf."
,Jst's die Möglichkeit?!" Fontana machte vor kchreck einen Fischmund, was ziemlich töricht aus- R. „Als Herrin —?! — Aber jedenfalls meinen ö'erroärmften Glückwunsch, Baron!"
„Dankend angenommen!" _ *
Sie schüttelten sich über den Tisch weg die Hande tob tranken die Gläser in einem Zuge leer.
„Dann nehme ich natürlich mein „jammerschade" öon vorhin zurück. Und ebenso natürlich ist das ein Grunb mehr für mich, die gewisse Frage an Sie t richten Baron. Wenn Lappersdorf eine neue rrin bekommt, und noch dazu eine so scharmante tob musikalische, so wird hier ja von Einsamkeit Ritte Rede mehr sein."
„Bestimmt nicht. Das hoffe auch ich zuversichtlich. Kiffen Sie, Sie mit Ihrem bewegten Leben fön- ton sich das nicht vorstellen, aber Einsamkeit habe wahrhaftig genug genossen, zehn Jahre lang. Inn wollen wir das Leben mit Fanfaren von touem beginnen! — Also, Herr Fontana, ich sehe Jörgen gleich mal nach, mit welcher Summe die 9igbf)ütte zu Buch steht. Und dann sprechen wir klnsthaft darüber..."
-Der Abend endete spät und sehr vergnügt vor ton knisternden und knackenden Kamin, dessen
Flugplatz Tengah in japanischer Hand.
Tokio, 10. Febr. (Europapreß.) Die japani- chen Landungstruppen auf der Insel Singapur gesetzten am Montag um die Mittagsstunde den Flugplatz Tengah an der Westküste der Insel, meldet Domei, und sind bei ihrem weiteren Vormarsch bis zum Ufer des Tangah-Fluffes vor- estoßen, der 15 km entfernt im Westen der Stadt Singapur liegt.
28 Oeltanks
auf Singapur in Brand geschaffen.
Tokio, 9. Februar. (Ostasiendienst des DNB.) Vas japanische Geschützfeuer erreichte seinen Höhepunkt am frühen Sonntagmorgen, als Wellen
Eine knappe Minute, bevor der Schnellzug sich mit feurigen Augen in die Halle des Dresdener Hauptbahnhofes schob, stieg Professor Strakonitz drunten vor dem Portal aus dem Auto.
Er war froh, daß er überhaupt noch zur Zeit kam, er hatte bis zum letzten Augenblick in feiner Klinik draußen am Rande des Großen Gartens operiert. Und auf der Fahrt hatte er rasch noch einmal den sonderbaren Bries durchflogen, den er feit gestern abend in der Tasche trug.
„Tolles Mädel", dachte er, indem er mit den etwas zu kurz geratenen Beinen die Treppe zum Bahnsteig emporhastete: „Diese dreimal nerbeiüylte Neigung der heutigen Jugend zum Radikalen^Ma, werden wir schon wieder in Ordnung bringen.. .1"
Die Menschen quollen bereits durch die Sperre; zu spät, noch eine Bahnsteigkarte zu lösen und den Zug abzusuchen!
Er faßte Posto und musterte mit seinen scharfen grauen Augen jeden einzelnen Ankömmling, der die Fahrkarte vorwies und sich mit mehr oder minder viel Gepäck durch den Engpaß arbeitete. Vor den Mündern dampfte der Atem, in die offene Halle stieß der Sturm des Dezemberabends, der Zug war ganz vereist.
Strakonitz sah Ulla schon von weitem, er erkannte sie an der' braunen Pelzkappe, die eigentlich wie eine wuschelige Perücke über ihren Ohren saß. Eine halbe Minute später hielt er sie im Arm und küßte sie herzhaft auf beide Backen: -
„Tut wohl! Tut einem alten Knaben unbedingt wohl!"
„Aber, Onkel... immer noch unverbesserlich derselbe!" rief Ulla vergnügt, indem sie sich aus seiner etwas gewaltsamen Umklammerung befreite. Sie
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r Englands in 25,4 Grad anzeigte. Noch dazu brachte bann ein sich mit * ** —
und Beratern
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besonders imponierte der gewaltige Bosgaurus, äer „Slandang" der Malaien, neben dem sich ein kleinen vorgelo- paar ausgeftopfte Königstiger wie niedliche Katzen ■ msnahmen. Auf der Heimreise versuchte ich für meine Kinder einen Kakadu zu kaufen und wurde in einen arabischen Tierhändler außerhalb des ' i. Der alte Mann
gebiet am südlichen Ende des Dammes e ft e n Fuß fassen können, nachdem sie feinb-
etQ. ,iche Bunkeranlagen überrannten. Ä1
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über einen kleinen dunklen Hof zum groi, ~ ,
pen, wo die Kakadus krächzten. Plötzlich fühlte ich unter meinen Füßen etwas Weiches, Fellartiges, und sah zu meinem Schrecken, daß ich einem im Schlafe dahingestreckten Tiger auf die Tatze getreten Dar. Der wandte mir nur unwillig feinen Schädel Ä“ die eng« zu. Sein Herr beruhigte mich mit der Versiche- Sr* hn ung, daß der Tiger schon alt und sehr zahm sei. b fiicrau bann trat ich in den Schuppen, in dessen Dammer» CE | Q p l Ö 6 n Aitf a!m «*nft a lihorhrtiirhlö# (^vhtlppfpfh All "fortschreitenden re Tantsor»
Aus her Giadi Gießen
darüber.
war wirklich vergnügt, ihn zu sehen, seine Stimme zu hören, sie hatte die Fahrt mit ziemlich trüben Gedanken verbracht.
„Keine Chance, daß es anders wird! — Also komm, Kleines!"
Der Gepäckträger trottete hinter ihnen btein, hoch- kant auf der Schulter den großen, abgewetzten Lederkof er mit den Buchstaben U. F. und der Krone
Richtige Zahnpflege
Ist im Kriege wichtiger als Je zuvor, denn sie, beugt nicht nur der Erkrankung der Zähne, sondern häufig auch weiterreichenden Allgemeinerkrankungen vor» Neben der Verwendung eines guten Zahnpflegemittels wie Chlorodont sind gesunde Kost, gründliches Kauen und jährlich zweimalige Zahnunter« suchung erforderlich.
„Vielen, vielen Dank für dein Telegramm, Onkel Ernst!" sagte Ulla, als der große Wagen langsam zwischen den erleuchteten eleganten Schaufenstern die menschenvolle Prager Straße entlangglitt: „Es ist reizend, daß ich zu euch kommen darf ..."
Das mag ich nicht...!
Es gibt so einige Sachen, die erlebt man immer wieder. Man mag sie nicht, und man sieht nicht ein, daß man sie erleben muß. Es sind eigentlich immer die gleichen Sachen, über die ich — und mit mir zahlreiche andere Männer — zu klagen haben. Ich frage nun die Frauen: Ist es nicht möglich, diese Ursachen zu Beschwerden abzustellen, die euch Frauen und uns Männern gleicherweise unerfreulich sind?
Ist es nicht möglich — wenigstens bei kaltem ober kühlem Wetter — baß man Speisenreste nicht am nächsten Tage, sondern erst am übernächsten wieder auf den Tisch bringt?
Können Frauen durchaus nicht Zeitungen nach dem Lesen wieder ordentlich in die gehörigen Kniffe und übliche Reihenfolge der Blätter Zusammenlegen?
Warum werden auf unsere Schreib- und Arbeitstische Blumenvasen und andere nicht dringend benötigte Dinge gestellt, die uns nur im Wege stehen und beim Umfallen größten Schaden anrichten können?
Wäre es nicht möglich, daß sich jede Frau, die nicht zur Pünktlichkeit neigt, sich eine Viertelstunde eher anzuziehen beginnt, als sie eigentlich im Sinne hat? Dann würde sie plötzlich durchaus pünktlich sein.
Können Frauen durchaus nicht, wenn sie unsere Geräte benutzt haben, diese wieder an ihren Platz zurücklegen?
Ist es völlig gegen weibliche Eigenschaften, sich einmal allein nur für den Mann hübsch zu machen? Muß dazu erst eine Einladung von Bekannten vorliegen, muß die Frau dazu erst ausgehen wollen ober Gäste haben?
Warum fallen Frauen mit ihren Klagen unb Nöten stets sofort über den Mann her, wenn er abgearbeitet nach Hause kommt? Können sie ihm nicht eine halbe Stunde unbelastete Entspannung gönnen? Dann wäre alles leichter und ruhiger zu besprechen.
Dieses gute halbe Dutzend Fragen bitte ich die Frauen einmal zu überlegen. Es gibt noch weit mehr, aber diese scheinen mir im allgemeinen die wichtigsten.
Frauen sind entzückende Geschöpfe, die Krone unseres Lebens. Und gerade darum erscheinen diese kleinen Schönheitsfehler auf all dem Glanz so störend. Kenn man sie nicht ein bißchen aus- radieren ...? P- K.
Professor Georg Hedderich f.
In München verschied am 5. Februar infolge eines Schlaganfalles Professor Georg Hedderich im Alter von 84 Jahren. Der Verstorbene stammte aus Großhausen bei Bensheim a. b. B., besuchte das Gymnasium dieser damaligen Kreisstadt, studierte in Heidelberg und Gießen neuere Philologie und trat dann in oen höheren Schuldienst Hessens ein. Die längste Zeit seiner Amtstätigkeit — über em Vierteljahrhundert — gehörte er dem Lehrerkollegium des Realgymnasiums und der Oberrealschule in Gießen als Studienrat an, bis er bei der Teilung beider Anstalten im Frühjahr 1914 in den Ruhestand trat. Diele seiner früheren Schüler in Stadt unb Land werden sich an seinen anregenden Unterricht noch erinnern.
Besonders große Verdienste erwarb sich Professor Hedderich um den Deutschen Alpenverein, dessen Sektion Gießen er als zweiter und schließlich als erster Vorsitzender lange Zeit leitete. Die Alpen lernte er in mancher Ferienwanderung gründlich kennen, und seiner Begeisterung für ihre Schönheiten sowie seiner geschickten Sammeltätiakeit verdankte es die Sektion, daß sie zum Bau der schmucken Gießener Hütte am Fuß der Hochalmspitze in Kärnten schreiten konnte. Die Einweihung erfolgte im August 1913, und in der Folgezeit bemühte sich Professor Hedderich eifrig, durch allsommerliche Anwesenheit für die gute Instandhaltung dieses mustergültig geleiteten Alpen- baufes zu sorgen. Nach dem Weltkrieg war er nach München übergefiedelt, doch wurden ihm die letzten Lebensjahre durch fortschreitende Arterienverkalkung stark verdüstert, so daß ihm der Tod als Erlöser willkommen war.
WHW-Konzert
zum »Tag der deutschen Polizei".
Der Vorverkauf der Eintrittskarten zu dem von der Polizsidirektion Gießen anläßlich des „Tages der deutschen Polizei 1942" am nächsten Donnerstagabend im Theater stattfindenden Konzert zum Besten des Kriegs-Winterhilfswerks ist noch am heutigen Dienstag bis 17 Uhr im Gange. Die Kar» ten sind im Musikhaus Challier zu Haden. Wer
die alte, über siebzigjährige Dame pflegte, unbeschadet ihrer sonstigen trefflichen Eigenschaften, alljährlich mindestens ein neues Leiden bei sich zu entdecken, bas ihr ärztlicher Bruder zwar niemals besonders ernst nahm, das aber jedenfalls die ganze Korrespondenz zwischen ihr und den Verwandten aus füllte.
„Ja, die gute Hermine", sagte Strakonitz als schon die Lichter vom „Weißen Hirsch" gelblich durch den dichten Flockenfall schienen. Diesmal hat sie's nun mit dem Herzen. ,Es will nicht mehr', meint sie. Habe sie natürlich pslichtschuldigst untersucht und kann nur sagen: ich wünschte mir ein Herz wie das ihre. Aber, wie's der Berliner Volkswitz ausdrückt: ,Laß doch bet Kind die Bullette, es spielt ja bloß mit!' Bin überzeugt, die Gute würde prompt sterben, wenn man ihr wahrheitsgemäß sagte, daß sie kerngesund ist. Dies zu deiner Information und geneigter Nachahmung, Kleines ..."
Der Wagen war in die gekrümmte Schitterstraße eingebogen unb hielt vor dem Gartentor. lieber die vielen Stufen trug der Chauffeur Ullas Koffer zur Villa hinaus, die droben auf dem Hügel lag, Mit herrlichem Blick über den Elbstrom unb die lichter- funkelnde Stadt. v
Hermine Strakonitz reckte sich auf den Zehen- spitzen, um der hohen schlanken Nichte einen Kuß zu geben. Sie selbst war klein und wirkte fast em wenig verwachsen: in allem das Gegenstück zu ihrer fast ein Menschenalter jüngeren Schwester, Ullas verstorbenen Mutter. Sie trug sich betont altmodisch, etwa wie ein Stiftsfräulein, unb hatte immer einen leibenden Zug im langsam welkenben Gesicht, ob. wohl ihre Wangen vor Gesundheit glühten Ulla, den eben erst empfangenen Hinweisen gemäß, er. kündigte sich besorgten Tones nach ihrem „Herren und empfing als Antwort eine Jeremiade, der Stra- konitz unbarmherzig ein Ende machte mit der Bemerkung, er habe beut’ nachmittag vier Leuten den geehrten Bauch aufgeschnitten und sei hungrig wie ein Raubtier...
(Fortsetzung folgt.)
„Na, ihr macht ja schöne Geschichten in Lappersdorf! Habe herzlich lachen müssen über deinen Sorgenbrief, Kleines. Der Schwager auf den berühmten Freiersfüßen? Gott, warum nicht? Er hat ja Zeit zum Heiraten. Wer Zeit hat, (oll's tun. Ich habe keine. — Und du, Urfula? Warum bist du nicht längst verheiratet? Ein Mädel wie du — es ist ja eine Affenschande! Als meine selige Schwester so alt war wie du, da spieltest du schon den Haustyrannen!"
„Ach — lieber Onkel Emst!" Ulla seufzte. „Es ist alles nicht so einfach. Weder mit Vaters Heirat noch mit meiner eigenen. Du sagst: ,Warum nicht?' Und im Grunde sage ich bas natürlich auch. Obwohl auch wieder manches in mir sich auflehnt bei dem Gedanken. — Aber bas führt im Augenblick viel zu weit ..."
„Richtig! Sein Pulver niemals verschießen! Jetzt essen wir mal erst oernünftia — nach einem guten Essen sieht sich alles viel ruhiger an. — Tante Hermine freut sich schon mächtig auf bein Kommen, weil sie's nun nicht mehr so langweilig haben wird wie mit ihrem Herrn Bruder, der nie zu Hause ist. — Und nachher können wir bann ben ganzen cursum durchschwatzen ..."
Der Rest der kurzen Fahrt verging mit Erkundigungen nach Xante Hermines Gesundheit. Ein in der Fehrschen Familie immer aktuelles Thema, denn
Zum „Tag der deutschen polijd*.
Am 14. und 15. Februar ist der „Tag der deutschen Polizei", der große Sammeltag für das Kriegs- WHW. Auch der Sicherheits- und Hilfsdienst sowie die Technische Nothilfe werden sich mit den Männern der deutschen Polizei für die Sammlung einsetzen. Jeder kann an diesen Tagen dieses Hoheitsabzeichen der deutschen Polizei als WHW.-Aozeichen
Gloria-Palast: »Sein Oofon.*
Dieser Film, zu dem Willi Clever und der Spielleiter Peter Paul Brauer nach einer Idee von Clever das Drehbuch schrieben, kann als Gegenstück zu dem kürzlich hier gelaufenen Film „Die Kellnerin Anna" gelten: während dort die Liebe unb Opferbereitschast einer Mutter geschildert würbe, wirb hier, was viel seltener ist, bem Vater ein Denkmal gesetzt, ben man als einen bürgerlichen .König Lear" bezeichnet hat, einem Witwer, der seinen vier Kindern, brei erwachsenen unb einem halbwüchsigen Nachkömmling, die Mutter zu ersehen yat, der ein glückliches unb heiteres Familienleben mit ihnen führt, bis ihn zwei schwere Schicksals, schlüge treffen: ber älteste läßt sich, um bei einer jungen Dame Eindruck zu machen, Peruntreuungen im Geschäft zuschulden kommen, wird erwischt unb mit Gefängnis bestraft; ber jüngste ertrinkt bei bem Versuche, einen Kameraden zu retten. Die beiben andern machen ihren Weg unb finden ihr Glück ohne ernstliche Schwankungen und Erschütterungen; als der älteste eben aus dem Gefängnis entlassen ist, gerät er noch einmal in schwere Versuchung, aber diesmal setzt sich der gesunde Kern des jungen Menschen durch, und so ergibt sich ein versöhnlicher Aus- kl an g. Die Fabel hat etwas Romanhaftes, in einem zeitlich begrenzten Filmablauf eigentlich kaum zu Erschöpfendes; manches erscheint nur eben angebeutet unb könnte in einer Erzählung gebührend vorbereitet, ausgesponnen und gerundet werden; der Tod des Jüngsten wirkt überdies in seiner unvermittelten Sinnlosigkeit wie eine unverdiente Härte und in diesem Zusammenhang künstlerisch ungerechtfertigte Wiederholung. Von solchen Bedenken abgesehen, wird man die Spielleitung von Peter Paul Brauer sehr lebendig unb frisch -zu. greifend finden; es gibt eine Menge hübsch beobachteter, heiter entlastender Szenen, daneben mehrere sich überschneidenoe Liebesgeschichten und die faltigen Spannungsreize des Kriminalstückes. Darstellerisch sammelt sich alles Interesse auf die Gestalt des alten Brugg: ihn spielt Otto Wernicke, eine ähnliche Rolle wie neulich in der „Kellnerin Anna", wieder einen Vater, aber diesmal viel weicher, roeni.
sich einen besonderen musikalischen Genuß sichern will, muß seine Eintrittskarte heute noch im Vorverkauf besorgen, da keine Abendkasse vorgesehen ist.
Das Städtische Orchester unter Leitung von Kapellmeister Otto S ö 11 n e r wird eine erlesene Vor. tragsfolge zu Gehör bringen. Die Besucher werden Kompositionen von Corelli, Mozart, Beechoven, Schubert, außerdem die Uraufführung eines von dem Komponisten G a u b a tz , Mitglied des Städtischen Orchesters, geschaffenen Werkes hören. Als Solisten wirken Gabriele P o f f i n k e und Hans Lott vom Theater ber Universitätsstadt. Gießen mit.
Nach bem Willen bes Veranstalters unb der Künstler sollen die Besucher des Konzerts eine musi. kalische Feierstunde erleben, die ihnen diesen Abend noch lange erinnersroert machen wird.
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