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Bein im britischen Empire, mit dem anderen aber großen Schritt hinüber zu den n getan. Roosevelt hat seiner
samen Verteidigungsrat und enge Zusammenarbeit der Rüstungsindustrien beider Länder vorsah. Wenn schon zu Beginn des Krieges das nordamerikanische Kapital vier Milliarden Dollar in Kanada investiert hatte, so nahm im Laufe des
ein Jahr das Recht erhalten sollen, in Australien Truppen zu unterhalten und die australischen * " tbasen zu benutzen. Dar-
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über hinaus solle der wichtigste Kriegshafen Australiens, Port Darwin, den Amerikanern durch
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stritt, daß sich die Regierung bei den Vorbereitungen zur Verteidigung Singapurs gegen einen japanischen Angriff irgendwelche Nachlässigkeiten habe zuschulden kommen lassen. „Sollten wir falsch " handelt haben", erklärte Eden, „so war es Grund einer überlegten Entscheidung und nicht aen irgendeiner Vernachlässigung." — Auch oer Luftfahrtminister Sinclair, sagte, jene, die den Grund für die Rückschläge in Ostasien in der angeblichen Selbstgefälligkeit der Regierung und in der Unterschätzung der Stärke Japans sähen, treten daneben. Selbstzufrieden sind jene, die die Kraft unserer zwei gewaltigen Gegner — Deutschland und Italien — unterschätzen und die nicht erkennen, daß wir im Kampf gegen diese Mächte unsere Hilfsmittel aufs äußerste anspannen müssen.
Trotz allem konnten diese Ministerreden nicht Bedenken des Unterhauses beseitigen. Der Labour-
Tokio, 9. Jan. (Eurovapreß.) Ein Funkbericht aus Canberra bestätigt, daß zwischen den USA. und Australien ohne Wissen Englands über ein Verteidigungsabkommen verhandelt worden war. Erst nach dem Eintreffen in Washington sei Churchill davon unterrichtet worden, zu einer Zeit, als die Verhandlungen sachlich bereits sehr weit gediehen gewesen seien. Das Abkommen, dessen Unterzeichnung bevorstehe, bedeute, daß Australien faktisch aus dem britischen Empire ausscheide und sich in den Schutz der USA. begebe, da die USA .eine förmliche Garantie für die Sicherheit Australiens übernommen und dafür
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Schmerz wimmernden Zivilisten zu beruhigen. Worin diese „Beruhigung" bestand, enthüllte die Vernehmung einiger Zeugen. Danach war Caron in ttunkenem Zustande in den Keller eingedrungen und hatte durch sein wildes Gebaren, dem er mit gezogenem Revolver und der Drohung, die Gefangenen alle niederzuschießen, noch Nachdruck verlieh, die Panik auf den Höhepunkt gebracht. Zur weiteren Klärung wird sich das Kriegsgericht zu einem Lokaltermm nach Abbeville begeben.
Abschied von Budapest.
B u d a p e st, 9. Januar. (DNB.) Der Reichsmi- nister des Auswärtigen von Ribbentrop legte am Heldendenkmal für die ungarischen Gefallenen des Weltkrieges und am deutschen Heldendenkmal auf ' dem Militärfriedhof Kränze nieder. Freitagmittag gab der Reichsaußenminister im Hause der deutschen Gesandtschaft einen Empfang. Nachmittags verließ der Minister die ungarische Hauptstadt. Die Budapester Bevölkerung gab in stürmischen Kundgebungen ein Bekenntnis für die Waffenbrüderschaft und die deutsch-ungarische Zusammenarbeit. Ministerpräsident von Dardossy verabschiedete den Reichsaußenminister auf dem Ostbahnhof, wo eine Ehrenkompanie die Ehrenbezeugungen erwies.
Oie HZ. sammelte 20 Millionen BM. für da« KriegS-WHW.
Berlin, 9. Januar. (DNB.) Die bunten Holz- kreisel, die am 20. und 21. Dezember von der Hitlerjugend und BDM. im Rahmen der vierten Reichsstraßensammlung angeboten wurden, brachten dem Kriegswinterhilfswerk 19 712 314,98 RM. Gegenüber der gleichen Reichsstraßensammlung im abgelaufenen Winterhilfswerk hat sich das Ergebnis um rund 37 v. H. erhöht. Die Jugend, die sich begeistert in den Dienst dieser Sammlung gestellt hat, half mit, der Heimat die Mittel zu schaffen, um Mütter und Kinder stark und gesund zu erhalten.
Helmut Hirth« Hliegerkleidung, Bismarck« Pelzmantel.
Berlin, 10. Januar. (DNB.-Funtspruch.) Erst jetzt wird bekannt, daß die Witwe des erfolgreichen Vorkriegsfliegers und Gründers der Hirth Motoren BMBH. in Stuttgart-Zuffenhausen, H e l m u t h Hirth, dtt von ihm in den Jahren 1910 bis 1914 getragene Fliegerkleidung, u. a. PelMefel, Pelzmantel und Pelzmütze, sowie kamelhaargefutterte Unterkleidung bereits in den ersten Tagen der Woll- sammlung ihrer Ortsgruppe zur Verfügung gestellt hat. In der Ortsgruppe Aumühle, Gau Schleswig- Holstein, wurde am vorigen Sonntag der Pelzmantel des Reichskanzlers Otto von Bismarck von Angehörigen seiner Familie für die Wintersachensammlung abgegeben. Auf der Sammelstelle in Sagan wurde der Pelzmantel aus dem Nachlaß des Gene» ralfeldmarfchalls von Roon von dessen Urenkel abgegeben. Der Mantel, der den großen Soldaten auf seinen Winterfeldzügen begleitet hatte, ist aus schwarzem Tuch gefertigt und pelzgefüttert. Er trägt als einziges Zeichen des hohen Ranges feines Trägers einen schmalen roten Streifen unter dem Umlegekragen.
einst vielgerühmten Festungsdreieck mit Hongkong und Singapur ohnedies die schwächste Position einnahm, ist nun dazu ausersehen, das Rückgrat der neuen und wohl letzten Verteidigungslinie der USA. in der Südsee zu bilden. Port Darwin am Nordzipfel Australiens, durch die haifischverseuchte Timorsee vom Sunda-Archipel getrennt, nannte noch vor wenigen Jahren der deutsche Weltreisende A. E. Johann eine gottverlassene Wellblechstadt von 1600 Einwohnern, deren natürliche Häfen in weitverzweigten Buchten zwar alle Flotten der Welt beherbergen könnten, zu deren Verteidigung aber von menschlicher Seite nicht viel getan worden sei. Ein paar Oeltanks am Hafen, sonst sei nichts geschehen, um aus Port Darwin eine Flottenbasis zu machen, und mit Thursday Island in der Torres-Straße zwischen Neuseeland und Neuguinea sei es auch nicht viel anders. Seitdem mag es unter dem Druck der wachsenden Spannung im Pazifik etwas besser geworden sein, aber es wird nach den Erfahrungen auf Hawai, auf Hongkong, auf Malakka und den Philippinen, noch viel zu tun übriggeblieben sein, um aus Part Darwin das zu machen, was die USA. und mit ihnen die Australier von ihm erwarten. Ob ihnen freilich die japanische Wehrmacht dazu Zeit lassen wird, muß die Zukunft lehren. Dr. Fr. W. Lange.
Pachtvertrag vollständig ausgehändigt werben.
Nach einer Rsutermeldung aus Canberra hat die australische Regierung den Vorschlag ihres Sonder- qesandten in London, Sir Carle Page, abgelehnt, Australiens Kommissar in England, Mr. Bruce, in das Kriegstabinett eintreten zu lassen. Im Unter-
Oie preffe-poliiik her Schweiz.
Vichy, 9. Januar. (Europapreß.) Marschall Pötain empfing den schweizerischen Gesandten Stucki. Man glaubt, daß der Marschall dem Gesandten sein Erstaunen darüber zum Ausdruck brachte, wie sehr die Schweiz zum Tummel- vlatz englischer und n o r d a m e r i k a n i - scher Journalisten geworden sei und wie willig sich die schweizerische Presse zum Abdruck der von diesen Journalisten verbreiteten Tendenzberichte hergebe. Die schweizerische Presse hatte geradehin den letzten Wochen eine Reihe Frankreich berührender' unwahrer Meldungen veröffentlicht, die aus diesen trüben angelsächsischen Quellen stammen.
Ein Mitarbeiter der „Front", des Blattes der nationalen Schweizer, hat den Nachrichtendienst eines führenden schweizerischen Blattes, der „Neuen Zürcher Zeitung", überprüft und, festgestellt, daß in einer beliebig herausgegriffenen Nummer des genannten Blattes an englischen, nordamerikanischen und sowjetischen Meldungen 329 Zeilen enthalten waren, an Achsenmeldungen nur 56 Zeilen, an neutralen Meldungen (Schweiz, Schweden und Frankreich) 42 Zeilen. Der Mitarbeiter der „Front" schließt seine Feststellungen mit der Bemerkung, die schweizerische Presse halte sich etwas darauf, zugute, daß sie das Schweizer Volk unvoreingenommen informiere, nach dem oben erwähnten Beispiel erübrige sich jedoch jeder Kommentar, eine Ansicht, der man sich nur anschließen kann.
Oer Massenmord von Abbeville.
Brüssel, 8. Jan. (DNB.) Im Prozeß gegen friß Hauptverantwortlichen des Blutbades von Abbe- ville versuchten die Angeklagten Leutnant Caron und Sergeant M o l l e t den inzwischen verstorbenen Hauptmann D i n g e o n für die Ermordung der 21 Zivilgefangenen am 20. Mai 1940 verantwortlich zu machen. Mollet mußte angesichts des erdrückenden Beweismaterials zugeben, daß er nicht nur selbst mit geschossen hat, sondern auch den Soldaten den Befehl gab, auf die an die Wand gestellten Zivilisten zu feuern. Caron behauptete, er habe die Hinrichtung verhindern wollen, sei aber leider einige Minuten zu spät gekommen. Der Leutnant mußte doch zugeben, daß er kurz vor dem Massaker in den Keller des Kioskes gegangen fei, um, wie er sich ausdrückte, die gequälten und vor
Krieges die Verschuldung Kanadas an die USA. rapide zu. Am 19. April 1941 wurde ein Wirtschaftsabkommen perfekt, in dem stch Kanada verpflichtete, wichtige Rohstoffe wie Nickel, Aluminium, Chrom, Kupfer, Blei und Zink statt wie bisher nach England nun an die Rüstungsindustrie der USA. zur Durchführung der Lieferungen aus dem Lerh- und Pachtgesetz zu liefern. 70 v. H. seines Einfuhrbedarfs bezog Kanada dafür aus den USA. Wenige Tage vor Churchills Ankunft in Washington — und das ist doch wohl bezeichnend — tat Kanada einen weiteren Schritt aus dem britischen Reichsverband. Am 23. Dezember 1941 vereinbarte der kanadische Ministerpräsident Mackenzie King mit Roosevelt, die gesamten Produktionskräfte der Vereinigten Staaten und Kanadas durch Beseiti- lller Handelsschranken einschließlich der Zölle
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Berlin, 9.Januar. (DNB.) Die ernste Sorge der englischen Oeffentlichkeit über den weiteren'Verlauf des Krieges bildete den Hintergrund der Sitzung des Unterhauses. Der stellvertretende Mimster- präfifrent Attlee erklärte: „Die Tatsache, daß Japan unsere Gebiete in Ostasien weniger stark besetzt und ausgerüstet fand, als wir dies selbst gewünscht hätten, ist nicht auf den Mangel an Voraussicht zurück- zusühren, sondern auf die fundamentale Tatsache, daß es unsere Hilfsquellen übersteigt, überall stark zu sein." — Auch Eden be-
Das deutliche Wort.
Leser und Zeitung im Kriege.
NSK. Einer der wichtigsten Faktoren der Inne« I ren Front ist zweifellos die P r e s s e. Der Jour- nalist steht auf der Warte, er verfolgt das Gesche- U hen an den Fronten des Kampfes ebenso wie I draußen in der Welt und berichtet dem Volke, auf I daß es seine Haltung und sein Handeln den Ereig- I nissen gemäß einrichre.
Niemals wird die Presse vom Leser genauer ge- I lesen und schärfer unter die Lupe genommen als I im Kriege. Das Bedürfnis nach NachrichtI und Unterrichtung — sonst oft nur das Er« I gednis von Wissensdrana oder Neuigkeitstrieb — I ist jetzt eine Forderung des Lebens und! der Arbeit im Volke. Die offene Aussprache I über solche Dinge, die alle angehen und alle be- I rühren, ist dabei die Maxime, mit der die deutsche I Presse gerade im Kriege ihre Stellung im Volk I immer weiter zu vertiefen sich bemüht.
Gerade das Kriegsgeschehen ist es, das I dem Journalisten große Pflichten auferlegt: er I muß dem Volke das Zutreffende sagen und darf I dabei doch dem Feinde nicht nützen. Die deutsche I Kriegsberichterstattung kann von sich behaupten, I daß sie diese oft nicht leichte Aufgabe stets gelöst I hat, ja, wir dürfen sagen: sie hat den Beweis ge- I liefert, daß in diesen beiden Forderungen nicht der I innere Widerspruch steckt, den viele daran vermuten. I Nicht nur die präzise Berichterstattung des OKW- I Berichtes, auch der unmittelbare kämpferische Einsatz des Journalisten als Kriegsberichter an der Front vermittelt der Heimat ein Bi ld vom tatsächlichen Geschehen an der Front, wie er in solchem Umfang und in solcher Genauigkeit in keinem anderen Krieg und in keinem anderen Land bisher der Fall war.
Gewiß — ebenso wie jede Zeitung das Abbild der journalistischen Leistung ihrer Schriftleiter ist, so ist jede Kriegsberichterstattung auch das Ergebnis einzelpublizifttschen Könnens, und ein Bericht mag deshalb vielleicht eine packendere und klarere Schilderung geben als ein anderer, das Wesentliche aber ist: die Absicht, dem Volk in der Heimat den Kamps so zu schildern, wie er im Großen gesehen f i 4 tatsächlich abspielt, steht ebenso fest und ' klar über jeder Zeile, wie auch der OKW.-Bericht ja gerade in den letzten Wochen manche neue Bestätigung seiner kühlen Sachlichkeit geliefert hat. ! Dieses Verfahren unterscheidet sich sehr beträchtlich । von den Erfahrungen, die andere Völker mit der | ihnen zuteil gewordenen militärischen Derichterstat- 1 hing machen mußten. Auch nach diesem Krieg wird die Liste der erst nachträglich zugegebenen britischen Verluste sicher nicht kürzer sein als jene, die dem erstaunten englischen Volk im Jahre 1919 prüfen« ! friert wurde!
Doch nicht nur darin unterscheidet sich die deutsche Kriegsberichterstattung von der unserer Feinde. Denken wir nur an die Begeisterungstöne, die sie nach jeder ihrer vernichtenden Niederlagen vom Stapel ließen. Diese publizistischen Muten gehen sicher einmal als die dreistesten Volksverdummungsparolen in die internationale Pressegeschichte ein.
Keinem deutschen Hauptschriftleiter wird es ein- fallen, etwa über Schwierigkeiten, die unseren Soldaten im Kampf erwachsen, redselige Litaneien loszulassen. Wir sind aus anderem Holz geschnitzt. Wenn beispielsweise praktische Erfahrungen im Win. terkampf uns lehren, daß Wollsachen dort deshalb am nötigsten sind, weil sie nicht nur Wärme spenden, sondern auch die Beweglichkeit des Soldaten im Gelände sichern, so wissen wir, daß unser Volk nicht Tiraden darüber erwartet, sondern nur hören
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für die Dauer des Krieges der Rüstung nutzbar zu machen. Wer in dieser Zusammenarbeit bestim
men wird, liegt auf der Hand. Alle Bemühungen Kanadas, seine Seloständigkeit gegenüber britischen Ansprüchen zu behaupten, haben nur dazu geführt, sie an die USA. zu verlieren.
Nicht anders liegt es mit Australien. Der kleinste Erdteil, eine Schiffsreife von 11000 km vorn britischen Mutterland entfernt und doch ebenso wie sein Nachbardominion Neuseeland besonders stolz darauf, „weißen Mannes Land" zu sein, spürt jetzt im Kriege zum erstenmal mit Schrecken als Folge einer kurzsichtigen Einwanderungspolitik die Menschenleere seiner Räume. Sieben Millionen Menschen auf einem Gebiet, das dem Europas ohne die Sowjetunion gleicht, wobei noch mehr als die Hälfte in den sechs Großstädten des Kontinents leben, das ergibt eine Volksdichte von noch nicht einen Kopf auf den Quadratkilometer. Aber Australien hat unter Führung der sozialistischen Gewerkschaften — die Labourpartei ist in der Bundesregierung des Dominions zumeist am Ruder gewesen — durch Überspitzte Einwanderungsbeschränkungen alles getan, diesen ungesunden Zustand zu konservieren. Während sich die Hauptmasse der Bevölkerung in den Großstädten am Südostrand des Kontinents zusammendrängte, unterblieb jede kolonisatorische Erschließung der weiten Räume des Innern, vor allem auch des tropischen Nordens. Man wollte nur rein britische Einwanderer, aber der Zuzug aus England hat seit länger als einem Jahrzehnt überhaupt aufgehört, und so befand man sich wohl, solange es nur darum ging, durch Fernhalten arbeitswilliger und kolonisatorisch begabter Kräfte wie der Deutschen, der nordischen Völker, der Italiener und vor allem der Japaner jede unliebsame Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt auszuschalten und den Lebensstandard des australischen Arbeiters durch hohe Löhne künstlich hochzuhalten. Heute erhält man die Quittung für eine so kraß eigensüchtige Politik, denn Australien ist nicht entfernt in der Lage, sich selbst zu verteidigen und, außerstande auf irgendwelche Unterstützung durch das britische Mutterland zu warten, das seinerseits jedoch seinen Krieg in Europa und Afrika zum weitaus größten Teil mit australischen und neuseeländischen Truppen geführt hat, richtet das Dominion nun feine Blicke hilfesuchend nach Washington, wo man diese Notlage Australiens vielleicht als einziges Plus in der im übrigen recht deprimierenden Bilanz dieser ersten Kriegswochen bucht. Denn sie bringt Roosevelt seinem Ziel um ein bedeutendes näher, auch dieses britische Dominion dem amerikanischen Einfluß zu unterwerfen. Man spricht bereits von einem Militärbündnis zwischen Australien und den USA. Bezeichnend ist jedenfalls, daß General Wa- vell, der von Soerabaja auf der niederländisch-indischen Sundainsel Java aus die Verteidigung der Südsee leiten soll, Australien nicht unterstellt wurde. Es soll vielmehr unter amerikanischen Oberbefehl treten und vermutlich von amerikanischen Streitkräften besetzt werden. Port Darwin, das in dem
Selbstzufriedenheit der alten Männer im Kabinett, die keine richtige Erfahrung in der Führung eines Krieges besitzen. Ich mutz mich über die lange Reihe von Fehlern beklagen, die den Chefs der Generalstäbe, dem Verteidigungsminister (Churchill) oder dem Kriegskabinett zugeschrieben werden müssen." Stokes sagte, es widerstrebe ihm, daran zu denken, daß die Kontrolle der militärischen Zentren in den Händen Washingtons liegen solle. Bereits seit Jahren beunruhige ihn der Gedanke, daß Großbritannien eines Tags für die Vereinigten Staaten „s o eine Art Helgoland vor der Küste Europas" sein würde. Der Abgeordnete Sruthby gab der Meinung Ausdruck, es wäre gescheiter gewesen, die Nordamerikaner hätten die Verteidigung ihrer lebenswichtigen Punkte verbessert, als Zeit unfr Material an die Schaffung von Basen zu verlieren, die Großbritannien nun in Westindien und Neufundland abgetreten habe. Der Abgeordnete Jeffrey stellte fest, die nordamerikanische Kriegsmarine sei praktisch und strategisch überrascht worden. Sie hätte sich an einem anderen Ort des Pazifiks aufhalten sollen, in Singapur! Die Japaner hätten bereits die Seeherrschaft errungen. Zum erstenmal feit vielen Jahren sei Großbritannien gezwungen, auf der anderen Seite des Ozeans einen Krieg zu führen, ohne dort die Seeherrschaft zu besitzen. England müsse sich mit der Möglichkeit weiterer Verluste zur See und zu Lande oertraut machen.
Haus hat die Haltung Australiens große Besorgnis hervorgerufen. Verschiedene Mitglieder forderten die Regierung zur Bildung eines Empirekabinetts auf, „denn Australien habe bestimmt Berechtigung, an der Führung des Krieges teilzunehmen". Der Abgeordnete Granville sagte: Irgendwas muß nicht in Ordnung fein, wenn sich der australische Premierminister unmittelbar mit Roosevelt in Verbindung setzt."
Der Kolonialminister von Niederländisch-Ost« indien, van M o o k, erklärte nach einer Konferenz mit dem australischen Ministerpräsidenten C u r t i n in Canberra, im der erstey Runde des Pazifikkrieges sei Japan, das müsse offen zugegeben werden, siegreich gewesen. Die Alliierten müßten die Zähne zusammenbeißen und versuchen, wenig st ens in fr er zweiten Runde die Scharte auszuwetzen. Die Bedrohung von Singapur fei äußerst ernst. Die Alliierten müßten schleunigst genügend Streitkräfte beranschaffen. Ein Abkommen über die gemeinsamen Verteidigungspläne von Niederländisch- Jnfrien und Australien wurde zwischen van Mook und Curtin am Donnerstag in Canberra unter« zeichnet.
Vereinigten Staaten getan
ganzen Einstellung nach selbstverständlich alle Minen springen lasten, um Kanada in sein Lager zu locken. So sicherte er schon lange vor dem Kriege die Ausdehnung der Monroe-Doktrin auf Kanada zu. Am 18. August 1940 schloß er ein Militärbündnis mit Kanada, das einen gemein«
nächsten Verbindungsweges von den USA. über den Pazifik, dem Fall von Hongkong und der Bedrohung Singapurs, auf verlorenem Posten, denn er hatte keinerlei Aussicht, sich gegen den Angriff der japanischen Landungstruppen unfr der überlegenen japanischen Luftwaffe so lange zu behaupten, bis Verstärkung heran war. Sechzehn Tage Fahrtdauer rechnet man von Pearl Harbour bis nach Manila, jetzt sind schon vier Wochen vergangen, aber von den Resten der pazifischen Flotte der USA. ist noch immer nichts zu sehen. Sie würden auch an dem Schicksal der Philippinen nichts ändern können, ebenso wenig wie dem kleinen Asiengeschwader der USA anscheinend Gelegenheit gegeben war, wirkungsvoll in den Kampf um die Inselgruppe einzugreifen, denn zum Teil befindet es sich eingeschlossen in der Bucht von Manila zum Teil ist es in niederländisch-indische Gewässer geflüchtet. Der Philippinenfeldzug ist eben nach dem geglückten Landungsmanöver der Japaner ein reiner Landfeldzug geworden unfr nur rechtzeitig bewerkstelligte Truppentransporte hätten eine Wendung für die amerikanischen Waffen herbeiführen können. Aus den USA. waren sie nicht möglich unfr die Engländer waren durch den gleichzeitigen Angriff auf Malakka selbst in größter Der- legenheit und außerstande, dem Verbündeten aus« zuhelfen. So nützte es den Vereingten Staaten nichts, daß sie auf den Philippinen mit General M>ac^Arthur einen ihrer fähigsten Militärs mit der Verteidigung ihrer wichtigsten Position in der Sudsee betraut hatten, freilich ohne ihm ausrei- chende Truppen und Kriegsmaterial zur Verfügung zu stellen. Die überlegene Strategie der Japaner, der es überraschend schnell gelang, den Archipel zu höheren, und der bewunderungswürdige Schneid !?E°!P^en Truppen haben es vermocht, daß die USA. bereits nach vier Wochen Krieg ohne eigenen Stutzpunkt in der Südsee dastehen.
Vielleicht ist es dieser überraschend schnelle Ab- ^Uff?er.erei9nijfc Pazifik, der in der nun in rÄn0ton und London begreiflicherweise sehr lebhaft entbrannten Diskussion über die Schuld der bisherigen Mißerfolge und den Kurs der nun ein- zuschlagenden Kriegführung die amerikanischen Militärs für eine Intensivierung des Kampfes im At- lantif plädieren läßt, während in der englischen P^sse die Sorge um Singapur und die Serbin- dungswege des Empire überwiegt und für eine Entlastungsaktion im Pazifik in die Waage fällt.
sich der ehemalige Oberbefehlshaber der USA.-Flotte, Admiral Sterling, für die Verteidigung des Atlantik mit allen verfügbaren Kräften aus, auch auf die Gefahr hin eines Verlustes oingapurs, Niederländisch-Jndiens und möglicher- weise sogar Alaskas, denn im Atlantik falle die Kriegsentschiedung überhaupt. Demgegenüber ver- trat Ward Price in der „Daily Mail" die Auffassung, daß Singapur, koste es, was es wolle, gehalten werden müsse. Es sei das Schleusentor, das die Flut der japanischen See- und ßuftftreit- frafte vor dem Angriff auf den Indischen Ozean zurückhalte. Mit ihm falle die letzte Barriere, die Japans U-Boote und Kaperschiffe von Angriffen aus die lebenswichtigen englisch-nordamerikanischen Seeverbindungen abhalte. Mit Singapur verlöre England die Verbindung mit Indien, Sluftra- hen und Neuseeland, ja, die britisch-nordamerika- nischen Versorgungslinien nach der Sowjetunion durch den Persischen Golf würden bann ebenso bedroht wie die Verbindungslinien um das Kap der Guten Hoffnung und durch das Rote Meer zu den britischen Truppen in Nordafrika und im Mittleren Osten. Das sind schwerwiegende Einwände, die die prekäre Lage des Empire in ihrer ganzen Größe zeigen. Wenn ttotzdem Churchill in feinen Besprechungen mit Roosevelt allem Anschein nach die Vernachlässigung eines für die Existenz des Empire offenbar fo wichtigen Frontabschnittes in Kauf nehmen wollte und alles tat, um Roosevelt zu überreden, alle Kräfte im Atlantik zu konzentrieren, ja selbst die freilich aus meist stark veralteten und daher Den modernen japanischen Seestreitkräften unterlegegen Schlachtschiffen bestehende Atlantik- flotte der USA. nicht in den Pazifik hinüber zu dirigieren, fo lag diesen Bemühungen wohl der Lied- lingsplan Churchills zugrunde, um jeden Preis im Atlantik oder im Mittelmeergebiet irgendeine Entscheidung zu forcieren. Sei dem wie ihm wolle, das eine geht aus diesen Meinungsverschiedenheiten mit aller Klarhett hervor, die Alliierten fühlen sich nach den schweren Schlägen, die sie in diesen ersten vier Wochen des Krieges in Ostasien haben ein- stecken müssen, nicht stark genug, auf beiden großen Kriegsschauplätzen gleichzeittg sich auch nur in der Verteidigung zu behaupten, geschweige denn die Initiative zu ergreifen.
Gehen also die Auffassungen über frie Zweck- Mäßigkeit dessen, was nun zu tun sei, schon in London selbst und zwischen London und Washington erheblich auseinander, so müßten sich die von dem Krieg im Pazifik am meisten betroffenen britischen Dominions Australien, Neuseeland und Kanada geradezu im Stich gelaßen fühlen, wenn auf dem alliierten Kriegsrat in Washington der Entschluß für den Atlantik kompromißlos durchgegangen wäre. Man hatte ihnen zwar ans Herz gelegt, den Krieg als ein Ganzes im Auge zu behalten und die eigenen Interessen den Erfordernissen der Gesamtkriegführung unterzuordnen. Aber das ist ein schwacher Trost, wenn der Feind vor den Toren steht und die eigenen Truppen zum größten Teil fern der Heimat in Nordafrika Kämpfen oder — bereits ein Zugeständnis Londons — in den Dschungeln Malakkas aufgerieben werden. Kanadische Divisionen sind freilich bisher nicht eingesetzt worden. Sie waren zur Verteidigung der britischen Insel herübergeholt worden, sind also da- heim ebenfalls nicht verfügbar. Für die Dominions, deren Sorgen bei Australien schon in lebhaften Hilferufen Ausdruck gefunden haben, vermag das britische Mutterland aus eigener Kraft nicht viel zu tun. Um so größer ist das Interesse für sie in Washington. Denn selbst in all den Nöten, in die ihn sein leichtfertig heraufbeschworener Krieg mit Japan schneller und ärger, als er es je vermutet hätte, gebracht hat, vergißt Roosevelt nicht sein Hauptkriegsziel, die Beerbung des britischen Empire. Das Dominion Kanada steht trotz aller rücksichtsvollen Behandlung durch die Londoner Regierung schon seit langem nur noch mit einem


