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Oer deutsche Gegenangriff im Raum KalininIlmensee.

Berlin, 8. Dez. (DNB.) 3n der seit dem 25.11. tobenden Abwehrschlacht im Abschnitt ÄalininTo­ropez hatte sich seit einigen Tagen das Schwer­gewicht der ftämpfe mehr in den Raum um Toropez und iüdöttlich des Ilmensees verlagert. Auch diese Ausweitung des Angriffs- raumes Hal den Bolschewii'ten keine Vorteile ge­brockt. Stattdessen hat die Kraft der feindlichen Vorstöße fühlbar nachgelassen und erfolgreiche deutsche Gegenschläge ermöglicht. Bei den An­griffen hatte der Feind bisher 12 Schützen-Divisio­nen und 14 Panzer-Brigaden eingesetzt. Die Ver­luste der Bolschewisten sind durch das sinnlose An­rennen gegen die gut ausgebauten deutschen Stel­lungen und Stützpunkte ungewöhnlich hoch. Die sowjetischen Panzer-Brigaden verloren etwa die Hälfte ihres Panzerbestandes.

Diese hohen Ausfälle erschöpften im wachsenden Maße die feindlichen Kräfte. Die Kämpfe südwest- lich Kalinin waren daher nur noch von unterge- oroneter Bedeutung. Es gelang, die eigenen Stel­lungen zu verbessern und die voroerlegte Front gegen die Gegenstöße des Feindes zu halten. Im Raum von Toropez führte der Feind zwar noch hef­tigere Angriffe, doch auch diese blieben im Abwehr­feuer vor den Hauptkampfstellungen liegen. Der deutsche Gegenangriff hat schon beim ersten An­lauf große Erfolge gehabt. Unsere Panzermänner, Grenadiere und Sturmpioniere rissen die feindliche Front auf und stürmten durch die Lücke 15 Kilo­meter tief in die tiefgestaffelten Kampfanlagen der Bolschewisten, nahmen zahlreiche Ortschaften und stehen nun auf den Nachschubstraßen des Fein­des, wodurch in diesem Frontabschnitt eine für die Bolschewisten höchst bedrohliche Lage geschaffen wurde.

Der Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 8. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei Stoßtruppunternehmungen deutscher und ru­mänischer Truppen im Kaukasus wurden Bun­ker- und Kampfanlagen des Gegners ausgehoben. Württembergifche Grenadiere behaupte- ten eine neugewonnene höhenflellung gegen heftige Gegenangriffe. In den weiter andauernden Kämpfen im Terekgebiet brachte ein Panzerkorps in den letzten sieben Tagen 6670 Gefangene ein, erbeutete oder vernichtete 46gepanzerteFahr- zeuge, 94 Geschütze und zahlreiche Infanterie­waffen. Jagdflieger griffen im Tiefflug Bahnanlagen und Kraftfahrzeuge des Feindes an.

3m großen Bonbogen nahmen die Sowjets gestern ihre heftigen Angriffe mit starken Panzer­verbänden wieder auf. Sie brachen unter der Ab­wehr unserer Truppen, die durch deutsche und ru­mänische Kampfflieger unterstützt wurden, zu­sammen.

3m Abschnitt Kalinin Ilmensee traten deutsche Truppen mit Panzern zum Gegenangriff an, durchbrachen die feindlichen Stellungen in einer Tiefe von 15 km und stehen auf den Berforgungs- wegen des Feindes. Seit Beginn der Abwehrschlacht am 25. November wurden im Bereich einer Armee über 2500 Gefangene gemacht, 1051 Pan­zer, zahlreiche Geschütze und 3nfanteriewaffen des Feindes vernichtet oder erbeutet.

Schwächere Angriffe der Bolschewisten südlich des Ladogasees scheiterten im Abwehrfeuer aller Waffen bereits vor den deutschen Stellungen.

An der Lyrenaika-Front bekämpfte Artil­lerie feindliche Kraftfahrzeugkolonnen und Balterie- stellungen. 3n Tunesien halten die Kämpfe mit einzelnen feindlichen Kampfgruppen an. Bei starken Luftangriffen gegen Philippeville wurden vor Anker liegende Schiffe, Kaianlagen und Lagerhallen wiederholt getroffen und durch schnelle deutsche Kampfflugzeuge eine Anzahl feindlicher Flugzeuge auf einem stark belegten Flugplatz zerstört.

Deutsche und italienische 3agdflieger schossen über

Nordafrika bei einem deutschen Berlust acht feindliche Flugzeuge ab.

3m Westen verlor die britische Luftwaffe ge­stern fünf Flugzeuge. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt. Deutsche Jäger griffen am Tage Berkehrs- anlagen und Truppenunterkünfle an der engli­schen S ü d o st k ü st e an.

Transportverbände der Luftwaffe haben sich an der Ostfront und im Wittelmeer in unentwegten, oft unter starker Feindeinwirkung stehenden Einsätzen wieder hervorragend bewährt und vielfach zu entscheidenden Kampfhandlungen bel- getragen.

Das Eichenlaub für den Kommandeur eines Jägerregiments.

Berlin, 8.Dez. (DBB.) Der Führer verlieh dem Oberstleutnant No bis, Kommandeur eines Jägerregiments, als 151. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Nobis wurde 1901 als Sohn eines Buchdruckers in Graz geboren. Ihm war es zu verdanken, daß die seit November im Raume von Tuapse geführten heftigen feindlichen An­griffe erfolglos bliebe». Trotz schwierigster Witte- rungsverhältnisse wiesen feine Jäger unter seiner kühnen und wendigen Führung alle Borflöße des Gegners ab. Schließlich trat Oberstleutnant Nobis aus eigenem Entschluß mit seinem Regiment zum Gegenangriff an, durch den die Bolschewisten zurück­geworfen wurden. Der tapfere Kommandeur führte den Angriff trotz erheblicher Verwundung in vor­derster Linie, bis der Erfolg sichergeslellt war.

Feindliche Angriffe in Tunesien zusammengebrochen.

Berlin, 8. De3. (DNB.) Nach der Niederlage bei Tebourda versuchten britisch-nordamerikanische Panzerverbände, die nach ihreck Verlusten am Vor­tage durch schnell nachgeführte Panzerkampfwagen aufaefüllt worden waren, mit starken Kräften, die verlorenen Stellungen ^urückzugewinnen. Der Geg­ner mußte diesen Versuch mit beträchtlichen Ver­lusten bezahlen und verlor weitere 14 Panzer, darunter neun schwere sowie drei Panzerspähwagen, und eine Anzahl Geschütze. Kampfflugzeuge zer­sprengten feindliche Panzeransammlungen und grif­fen überraschend im Tiefslug einen feindlichen Flug­platz im algerischen Grenzgebiet und einen Krast- wagenpark an. Schlachlflieger vernichteten im lief« flug acht Panzerkampfwagen.

Große Enttäuschung in Indien

Schanghai, 8. Dez. (Europavreh.) Daß die Amtszeit des indischen Vizetönigs Lord Linlith­gow bis zum Oktober 1943 verlängert worden ist, hat in allen indischen Kongreßkreisen große Ent­täuschung ausgelöst. Man hatte auf eine Aenderung desStatus quo unter einem neuen Vizekönig ge­hofft. Auch die Moslem-Liga, die unter ihrem Füh­rer Mohamed Ali Iinnah für die Interessen der mo- hamrnedani'schen Minderheit im Rahmen des Paki­stan-Planes eintritt, ist mit dem Verbleiben von Linlithgow unzufrieden. Das Organ der Moslem- LigaDaran" schreibt:Der arme politische Patient Indien erhält wieder dieselbe Arznei wie früher."

WieDaily Telegraph" meldet, hätte Churchill gern den gegenwärtigen Luftfahrtminister, Sir Ar­chibald Sinclair, zum Dizekönig von Indien ge­macht. Dieser habe sich aber energisch geweigert, ,ba5 Amt zu übernehmen.

Zivilmobilisation für Italiens Industrie.

Mailand, 8. Dez. (Eurvpapreh.) Entsprechend der Ankündigung Mussolinis in seiner letzten Rede, daß man nicht mehr von einer inneren oder äuße­ren Front sprechen könne, sondern von einer ein*

Auf klassischen Pfaden.

Zum 225. Geburtstage Winckelmanns.

Wer den geistigen Umbruch zu würdigen weiß, der sich mit dem Zeitalter des deutschen Klassizismus durchsetzte und bis in die Gegenwart hinein frucht­bar geblieben ist, darf nicht bei den Namen der Hocktlassiker geführt von Lessing und Goethe stehen bleiben. Nicht fortzudenken ist aus ihrer Reihe der hocksinnige Bahnbrecher und Wegweiser Johann Joachim Winckelmann, dessen sich Heuer zum 225. Male jährenden Geburtstags deutsche Universitäten und archäologische Institute letztere als des Gründers ihrer Sonderwissenschaft ehrend gedenken. Von ihm durfte sein Biograph Julius Vogel mU Recht sagen:Auf seinen Schul­tern ruht vorwiegend die klassische Bildung des 18. Jahrhunderts", und Goethe bekannte feine Dank­barkeit durch folgende maßgebliche Würdigung: Winckelmann, ein zweiter Kolumbus, hat die Ent­wicklung und das Schicksal der Kunst als an die all­gemeinen Gesetze aller Entwicklungen gebunden, in ihrem Sinken und Steigen mit der Kultur und den Schicksalen des Volkes gleichen Schritt haltend, entdeckt." Er ahnte, was durch ihn bif Nachwelt wissend erfuhr, daß die Kenntnis der Ahnenkultur wichtige Voraussetzung für traditionsgetreuen Kul- hiraiufftiefl einer jeden Nation ist» und er ahnte auch wohl schon, was heute noch nicht immer be­wußt erkannt wird, daß die klassische Wissenschaft und Kunst uns den Hochstand des Arlertumes im Zeitalter der Antike auszeigen.

Johann Joachim Winckelmann ist als Sohn eines armen Schuhmachers zu Stendal geboren worden: nur mühsam konnte ihm der Besuch des Gym­nasiums und der Universität ermöglicht werden; als Bibliothekar auf einem sächsischen Gute wirkte er in einem kleinen Kreise, doch mit ungehemmter Ge­legenheit zur weiteren Selbstbildung, bis ein landes­herrliches Stipendium ihm 1755 eine Studienreise nach Rom erschloß. Hier, obwohl er bald die Dop­pelwurzel der klassischen Antike erkannte, blieb er heimisch, denn hier und auf Reisen in Italien konnte er feinem intuitiven Forschertriebe innig nachleben. Höchst günstig wurde für ihn, dessen hohe Begabung für Die klassischen Facher man in Rom bald er­kannte, feine Betätigung al« Bibliothekar und

Sammlungsdirigent des funftfinnigen Kardinals Albani, und die hier geleistete Arbeit befähigte den deutschen Gelehrten, dem ehrenvollen Rufe als Präsident der römischen Altertums-Sammlungen zu folgen. Bei eifriger Organisierung der Museen und auf gründlich durchgeführten Studienfahrten durch ganz Italien ging Winckelmann der harmonische Zusammenhang des gesamten antiken Lebens auf, und ihm war es vergönnt, als erster die kritische KunstbStrachtung zum Ausgangspunkt einer wissen­schaftlichen Archäologie zu nehmen.

In seinem HauptwerkGeschichte der Kunst des Altertumes", das in alle wichtigen Sprachen der Erde überlebt wurde, gab er die Maßstäbe einer historisch- ästhetischen Kunstbeurteilung und zugleich die Grundlage des europäischen Iungklassizismus mit feinen Auswirkungen aus die gesamte Geisteshal­tung Europas. Im besonderen aber bestimmte Winckelmanns in seinen Werken und in der beseel­ten Anordnung der antiken Sammlungen hervor- tretender Geist die schöpferische Aktivität der Künst­ler. In seinenGedanken über die Nachahmung die griechischen Werke" (1755) werft er gerade sie auf das Gebiet der klassischen Kunst hin und bietet ihnen damit den unmittelbaren Weg zum schöpfe­rischen Hochziele:Das Studium der Natur ist ein längerer und mühsamerer Weg zur Kenntnis des vollkommen Schönen als das Studium der Antike."

Im Wesen der hellenischen Kunst, der Befruchterin auch der italienischen Kunst, erkennt er, auf die Ein­fachheit und Natürlichkeit der Alten hinweisend, als belebende Momente ihreedle Einfalt und stille Größe", die ihn zu der Ueberzeugung kommen läßt: ,/Der einzige Weg für uns, groß, ja womög­lich unnachahmlich zu werden, ist die Nachahmung der Alten, und was jemand von Homer gesagt hat, daß derjenige ihn bewundern lernet, der ihn ver­stehen gclernet, gilt auch von den Kunstwerken der Alten, insbesondere von den Griechen." Ein Her­zenswunsch Winckelmanns war es, Hellas zu be­reifen und archäologisch zu erforschen. Der Tod von eines Raubmörders Hand hat ihn an der Erfüllung gehindert, aber im Geiste Winckelmanns geschah es, als die Archäologie ein Jahrhundert später ans Werk ging, unter rühmlichem Vorantritt deutscher Altertumsforscher, wie Schliemanns, der Troja und Mykench und C u r t i u der Olympia aus­grub. Werner Lenz.

Auf der Iahrestagung der Republikanischen Partei in den USA. wurde Harrison S p a n g I c r zum

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war ein Anhänger des früheren Präsidenten Hoover.

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Die Einführung des Judensterns auch im bisher unbesetzten Frankreich wurde von dem Generalkom- miffar für Iudenfragen, Darquier de Pellipoix, über den nationalen Rundfunk Vichy angekündigt.

Entartungs- und Zersetzungsevscheinungen als eine Heimstätte der echten und wahren Kunst in eine bessere Zeit hinüberzuretten. Daß ihm das gelang, trug ihm die besondere Anetkennung des Führers ein, der seit der ersten Begegnung mit Posse feine genialen Fähigkeiten erkannte und sie in immer

Parteivorsitzenden für 1943 gewählt. Der bisherige' j:rftWn Parteivorsitzende Wendel! Willkie hatte ihn gegen; Walter die Kandidatur von Werner Schroeder (Illinois) -.'hlWP unterstützt. Spangler (Iowa) ist 63 Jahre alt und L' studiert

In Anerkennung der großen Verdienste des ver­storbenen bayerischen Ministerpräsidenten SA.-Ober- gruppenführer Siebert, befahl der Führer, daß die SA.-Standarte 20 Kempten in Zukunft die Be- Zeichnung führt:Standarte 20 Ludwig Siebert*.

scher Romantiker gegeben. Am Weltkrieg nahm Posse von 1914 bis 1918 im Westen teil und erhielt das EK. I. und II. Klasse. Nach dem Kriege war es Posses vornehmste Aufgabe, die Dresdner Gemälde­galerie unberührt von den nun um sich greifenden

steigendem Maße einsetzte. Eine Reihe von Ver­öffentlichungen zeygt von dem umfassenden Wissen Hans Posses. Genannt seien hier nur der Katalog der Gemäldegalerie des Kaiser-Friedrich-Museums, ferner der Katalog der romantischen Schulen der

In Potsdam erlag Eitel Friedrich Prinz von Preußen, der zweite Sohn des ehemaligen deutschen Kaisers, einem Herzschlag. Er stand int 60. Lebensjahr.

*

König Gustaf von Schweden feierte das 35jäh. rige Regierungsjubiläum. Mit Rücksicht auf die Zett- Verhältnisse fanden keine Festlichkeiten statt. Die Presse dankt dem König besonders dafür, daß es ihm zum zweitenmal während feiner Regierungszeit ge­lungen fei, das Land aus dem Krieg herauszuhalten.

Dresdner Galerie unb fein neuestes Werk Lucas Cranach.

Kunst und Wissenschaft

EberlsHille Bobbe.

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Professor Hans Posse gestorben.

Oer Führer ordnet ein Staatsbegräbnis für den hervorragenden Kunstkenner und Gaieriedirektor an.

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Dresden, 8. Dez. (DNB.) Der Direktor bei Gemälde-Galerie Dresden, Professor Dr. Haus Posse., ist im Alter von 63 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Mit ihm verliert das deutsche Bolk nach Wilhelm von Bode abermals einen her­vorragenden Kunstkenner, der es verstanden hat, in jahrzehntelanger Arbeit die Dresdner Gemälde­galerie weiter auszubaueu und den Gemäldeschah auch anderer deutscher Museen zu erweitern. Un­vergängliches leistete der Berstorbene dabei am Auf­bau der neuen Gemälde- und Kunstgalerie für L i n j a. d. Donau. Ueber 1200 Gemälde und zahlreiche andere Werke der bildenden Kunst, darunter eine Anzahl bedeutender geschlossener Sammlungen wur­den von Posse für dieses Museum erworben. Line reiche Sammlung an Kupferstichen, Handzeichuun- gen und Aquarellen wurde unter seiner Leitung für die Stadt aufgebaut. Linz a. d. Donau hat Professor Posse aus Dankbarkeit zum Ehrenbürger ernannt Der Führer, der den Beworbenen in seiner Arbeit besonders schätzen und würdigen lernte, hat ein Staatsbegräbnis in Dresden ungeordnet

Im Reichsverkehrsnünisterlum fand unter bem Vorsitz des Staatssekretärs Dr.-Ing. Ganzenmüller in Vertretung des Reichsverkehrsministers eine Tagung der Präsidenten der Generalbetriebsleituw gen, Reichsbahn-Zentralämter und Reichsbahndire> tionen statt. Es wurde ihnen ein Ueberblick über die Betriebs-, Verkehrs- und Finanzlage, über Maßnah­men auf dem Personal- und Sozialgebiet der Reichs« bahn und Richtlinien für die Wintermonate gegeben.

gendlich-komischen Rollen schätzen, als er 1871 die Direktion des Hofburgtheaters übernahm. Mehrere Jahre sah er mit an, wie Schöne wunschlos seine Pflicht erfüllte. Dann aber reizte ihn, der roegei? feiner Spottfucht bekannt war, doch der stete Gleich­mut des gefeierten Schauspielers. Er bestellte Schöne in sein Dienstzimmer.Sie sind ein weißer Rabe, Heber Schöne", sagte er lächelnd.Sie haben keine Wünsche. Ich habe Sie heraufbestellt, weil ich Ihnen den Triumph nicht gönne, daß Sie als einziger Ihrer Kollegen mein Büro nicht gesehen haben. Ich habe Ihnen nichts weiter zu sagen!"

*

Theodor Döring, der als einer der hinreißend­sten und einfallsreichsten Darsteller in der Theater« geschichte fortlebt, beherrschte seine Rollen nicht immer sicher. So war er häufig auf den Einhelfer ange­wiesen, unb da gibt es manches lustige Stückchen von ihm zu erzählen. Döring befand sich auf einer Gastspielreise. In einem kleinen Städtchen fand er eine Frau als Einhelferin, mit der er schon während der Probe nichts anzufangen wußte. Immer wieder blieb er stecken. Döring belehrte sie, wie er gewöhnt fei, zu spielen. Nichts half.Bei der Frau bin ich verloren!" seufzte der große Mime.Ihr Anblick dreht mir das Herz um wenn das Elend im Kasten sitzt, kann ich nicht spielen. Schminken Sie sich rote Backen, stecken Sie sich eine Rose ins Haar dann wird's gehen." Und so geschah es. Die übrigen Schauspieler halfen die Einhelferin schmücken, bevor sie sich in den Kasten setzte. Döring hatte einen Erfolg wie selten. Das Publikum jubelte ihm zu. Da ließ er die Einhelferin während der Pause M sich kommen.Sehen Sie, so ist's gut!* sagte er anerkennend.Merken Sie sich: Heiter» heiter ist die Kunst!"

Max Halbe, der Dichter derJugend", saß mit Frank Wedekind an einem Abend zusammen im Theater, an dem eins der Dramen Halbes urauf« geführt wurde. Schadenfroh entdeckte Wedekind einen Zuschauer, der friedlich schlief, und er machte Halbe darauf aufmerksam. Halbe schwieg. Kurz danach wohnten beide einer Aufführung von Wedekinds Marquis von Keith" bei. Da glaubte Halbe mit gleicher Münze heimzahlen tu können, als auch er im Parkett einen Schläfer sah. Geistesgegenwärtig meinte aber Söebefinb:Das ist der Herr au5 deiner Premiere, der ist immer noch nicht sich gewacht. A. K

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Hans Posse wurde 1879 in Dresden als Sohn des Direktors des sächsischen Hauptstaatsarchivs geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte in Marburg und Wien kam er als Assistent zu Wilhelm von Bode an das Kaiser-Fried- rich-Museum in Berlin. Sein Hauptinteresse galt hier zunächst der italienischen Malerei des 16. unb 17. Jahrhunderts, der er auch als Assistent am Deutschen Kunsthistorischen Institut in Florenz und während eines längeren Aufenthalts in Rom feine Studien widmete. 1911 wurde ihm die Leitung der Dresdner Gemäldegalerie übertragen. Im Zuge einer grundlegenden Reorganisation hat er ihr ins­besondere die unter dem NamenDresdner Schule des 19. Jahrhunderts" bekannte Sammlung beut»

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Heiter ist die Kunst.

Kleine Geschichten vom Theater.

Zu Heinrich Laube, dem Verfasser derKarls- schüler" und Direktor des Wiener Burgtheaters, kam ein junger Mann, um fick auf feine Eignung zum Schauspieler prüfen zu lassen. Man sprach über die Aussichten junger Schauspieler. Als da der an­gehende Bühnrnheld äußerte, es gehöre nach feiner Meinung nicht nur Können dazu, seinen Weg auf der Bühne zu machen, sondern auch ein gut Teil Frechheit. Als erVorgesprächen" hatte, sagte Laube: Mir scheint. Sie werden es mit der Frechheit ver­suchen müssen!"

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Gegen Ende des Jahres 1826- zehn Jahre vor feinem Tode wurde in Wien eines der beliebten Zaubermärchen Ferdinand Raimunds urauf­geführt. Es wurde ein rauschender Erfolg. Beson­ders der als Schausvieler unb Dichter gleich be­rühmte Verfasser, der selbst eine der tragenden Rollen spielte, wurde sehr gefeiert. Raimund mar voller Freude. Als die Vorstellung beendet war, bat er einige feiner vertrautesten Freunde zu einem Abend­essen, um auch sie an seinem Erfolg teilhaben zu lassen. Man tafelte vergnügt und brachte manchen Trinkspruch auf den Dichter aus. Einer der An­wesenden aber brachte eine eigenartige Bitte vor. Wir haben heute deinen Triumph miterlebt", sagte er zu Raimund,vielleicht kannst du uns nun aber auch einmal von einem deiner Mißerfolge erzählen." Raimund erzählte:Es war vor zehn Jahren. Ich trat in Preßburg in dem StückDer politische Kannegießer" von Holberg auf, unb die Zuschauer schienen mit meiner Leistung durchaus nicht zu­frieden zu sein. Man sparte nicht mit Mißfallens­kundgebungen, ja sogar mit faulen Aepseln wurde nach mir geworfen. Aber, ihr werdet's nicht glau­ben, es wurde dennoch an jenem Abend Beifall ge­klatscht nämlich in dem Augenblick, in dem der faulste Apfel an meiner linken Backe zerschellte!"

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Hermann Schöne, einer der beliebten Schau­spieler des Wiener Burgtheaters in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, war die Be­scheidenheit selbst. Nie hat er den Direktoren gegen­über wegen der ihm gugeroiefenen Rollen einen Wunsch geäußertman schätzte ihn deshalb. Auch iÖrang v. Dingelstedt lernte den Darsteller der ju-

zkgen Front mit verschiedenen Abschnitten, werden durch ein Dekret alle Unternehmen sowie ihre An- gestellten und Arbeiter in Italien der Zivilmobili­sation unterworfen. Jede industrielle Tätigkeit wird in Zukunft sowohl hinsichtlich der Lieferungen für die Wehrmacht als auch für die Zivilbevölkerung kontrolliert. Die neue Maßnahme betrifft 154 000 Unternehmen mit über vier Millionen Angehörigen. Die Zivilmobilmachung, die bereits für die Kriegs­industrie und die öffentlichen Betriebe wie Kraft­werke, Gaswerke und Transportunternehmen zu Beginn des Krieges durchgefühkt worden war, wird nunmehr auf alle Industriebetriebe ausge­dehnt. Angestellte und Arbeiter dürfen also ihren Arbeitsplatz unter keinen Umständen verlassen und unterstehen hinsichtlich der Erfüllung ihrer dienst­lichen Pflichten der Militärgerichtsbarkeit. Die Maßnahme, so bemerktMessaggero", festigt die Front der Produktion und sichert die Kontinuität und den regelmäßigen Gang des gesamten Pröduk- ttonsprozesses und damit die Widerstandskraft der Nation.

Kleine politische Nachrichten.

Die Leiter der Reichspropagandaämter versam­melten sich in Berlin zu einer Arbeitstagung. Reichsminister Dr. Goebbels gab einen umfassenden Ueberblick über die Lage und leitete daraus die Aufgaben ab, die sich auf den Gebieten der Volks- aufhäjung und Propaganda für die nächsten Monate ergeben. Ferner gab Reichsminister Dr. Thierack einen Ueberblick über die Aufgaben der Justiz im Kriege. Die Staatssekretäre Gutterer und Dr. Land- 'ftird, SA.-Obergruppenführer Oberlindober sowie eine Reihe weiterer Persönlichkeiten aus Partei und Staat sprachen über Probleme ihrer Arbeitsbereiche.

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Zum Leiter des Reichsbundes der Haus- und Grundbesitzer e. V., des Bundes deutscher Mieter­vereine e. V. und des Deutschen Siedlerbundes e. D. hat Reichswohnungskommissar Dr. Ley den Leiter des Reichsheimstättestamtes der DAF., T)r. Stein­häuser, berufen.

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Um Gestalten, deren Urbild der Malerei ange­hört, eine dramatische Handlung zu erfinden und eine Oper zu schreiben, ist verlockend, seitdem Schillings mit seinerMona Lisa" einen Welt- - erfolg gehabt hat. Hans Ebert nahm sich zu gleichem \?.QU5

Zweck ein Bild von Frans Hals und spann um Wmerin Hille Bobbe, die Hexe von Haarlem, eine Hand- ? ?2.ren ' hing, die zur Zeit der spanischen Besatzung der Niederlande spielt und zwischen Politik und Liebe dramaturgisch unsicher > hin- und herschwankt. Das Textbuch bietet dem Musiker Ebert, der bisher hauptsächlich mit Filmmusiken hervorgetreten ist, immerhin Gelegenheiten, seine vielseitige Versiert­heit klangvoll zu beweisen. Die musikalische Palette reicht von Wagnerschem Leitmotiv über Puccinis Melodienduktus, über StraOßische Orchesterbehand­lung und naheliegendeEulenspiegel"-Anklänge bis zu modernen Rhythmen^ mit denen auch alte Volks- liedbestandteile zu neuer, Wirkung getrieben werden.