rhythmische Stoßkraft erhielt, in der Titelpartie, von dem
Z0. Geburtstag des Komponisten Friedrich Klose.
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Hochschulnachrichten.
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Zwei Volksschädlinge hingerichtet.
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manche Bausteine zur Gesamtleistung liefern. H. M. Sprechstunde des Kreisler ers.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 10.12.1942, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.
Amt für das Landvolk.
Die Sprechstunde des Amtes für das Landvolk findet am Donnerstag, 10.12.1942, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.
Kür Dap^erket vor öem Kemöe.
Der Obergefreite Otto Rink aus Hattenrod (Kreis Gießen), der im Osten kämpft, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
Nur ein fleischloser Tag
’ _ zwischen dem 24. Dezember 1942 und dem 2. Januar 1943.
Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt bekannt: In dem Zeitraum vom 24. Dezember 1942 bis zum 2. Januar 1943 gilt als fleischloser Tag lediglich der 2 9. Dezember 1942, so daß in den Gaststätten und Deherbergungs- betrieben auch am 25. Dezember 1942 und am 1. Januar 1943 fleischhaltige Gerichte gegen Abgabe von Fleischmarken verabfolgt werden dürfen.
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Iffeffor. Er war dann Lehrer an der Forstschule in pangenberg und Assistent in Hann.-Münden. 1931 >urde er Forstmeister, 1938 Oberforstmeister. 1941 purde er Geschäftsführer der Stiftung Schorfheide jnb im selben Jahr a. o. Professor in Eberswalde. —
M Der a. o. Professor für Forsteinrichtungen an der
I korstlichen Hochschule Eberswalde, Oberforstmeister Mi I Jr. Walter Kohl, wurde zum o. Professor ernannt, ywj ß johl wurde 1902 in Königstein im Taunus geboren. unl I (r studierte in Hann.-Münden und Gießen und benten l'irontoDierte 1924 in Gießen. 1926 wurde er Forst-
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940 ht Darmstadt uraufgeführt, brachte das Deutsche Opernhaus Eberts „Hille Bobbe" jetzt in Mer eindrucksvollen Aufführung in Berlin heraus Der Frankfurter Gastregisseur Herbert Becker arbeitete die Ensembleszenen ausgezeichnet durch und "aute die bewegungsmäßig sicher geführten Sorten m eine zielbewußt gesteigerte Aufführung ein, bie von Arthur Grüber am Dirigentenpul't or- üestralen Glanz und rhychmische Stoßkraft erhielt. W Elsa Larc6n in der Titelpartie, von dem Kühnenbildner Richard B i e b r a ch nach dem Hals- hen Bild kostümiert, mit Günther T r e p t o w als kulenspiegel und Hans Heinz Nissen als einem esanglich hervorragenden Seebären fand die kremiere sehr starken Beifall. Johannes Jacobi.
etwa auch ungebeten einen kleinen Liebesdienst erweisen können. Manch unnützer Leerlauf ließe sich vielleicht noch ersparen, wenn wir alle, ohne Neugier und Aufdringlichkeit, einmal eine Sekunde dar- auf acht gäben, ob der Nebenmann nicht unsere Hilfe auch ungebeten gebrauchen könnte. Es hat nichts mit Rechthaberei zu tun, wenn wir eine gutgemeinte, aber aus Unkenntnis falsche Auskunft, die wir gerade mitanhören können, richtigstellen. Und über das individuelle Interesse hinaus nützt überhaupt jede fruchtbar angewandte Minute unserer nationalen Gesamtleitung, während jede Vergeudung von Zeit nicht nur Verlust an Leistung, sondern auch Schaden an guter Laune und produktiver Leistungsfreude ausmacht. So münden auch diese kleinen Dinge in die großen Gemeinschaftsprobleme, und mit kleinen Fürsorglichkeiten können wir
ch die Polizei den Burschen vornahm, hatte sie den hon lange gesuchte Hochstapler Konrad Kar gl |e ws der Gegend von Leoben erwischt, einen vorbe- ' stuften Maurergesellen, der als Architekt und In- thieur, aber auch als Geheimer Staatspolizist und justizbeamter unberechtigte Haussuchungen vorge- nommen hatte, um zu stehlen. Als angeblicher Holz- hufmann beschwindelte er eine Frau um Pferd und Vagen. In Stuttgart spannte er einem Mädchen en Hausschlüssel aus und drang, während seine Begleiterin ahnungslos in einem Restaurant saß, B-deren Wohnung ein, um zu stehlen. Die Straf- mrner verurteilte den gefährlichen Gewohnheits- Verbrecher, zu fünf Jahren Zuchthaus und Siche- imgsverwahrung.
Aus der Stadt Gießen.
Das Gesetz der Kameradschaft.
Schicksalsstunden verschweißen die Menschen untereinander. Niemand weiß das besser als der Frontsoldat, unb darum müssen wir in der Heimat immer wieder bei ihm in die Lehre gehen. Es bedarf nicht vielen Redens darüber, und doch hören wir aus unzähligen kleinen Erlebnismomenten derer da draußen heraus, wieviel immer wieder in der Stunde der Not oder Gefahr der Kamerad dem Kameraden bedeutet.
Aber wo wäre heute nicht Front? Jeder, der noch in der Heimat an seinem als lebenswichtig anerkannten Posten schafft, untersteht den gleichen Pflichten und Gesetzen wie die Männer draußen. Ja, er muß sie noch ernster und gewissenhafter nehmen, da er den Unbilden des äußeren Kampfes in ungleich geringerem Maße ausgesetzt ist. So muß auch das Gesetz der Kameradschaft unsere ständige Bereitschaft auslösen, im großen wie km kleinen für die Volksgenossen rundum in Unserem Gesichtskreis da zu fein. Jeder Opfersonntag, jede Sperre für Front oder Heimat findet gewiß die Gesamtheit unseres Volkes in einer Einmütigkeit und kämpferischen Einsatzbereitschaft füreinander, die in der Welt ihresgleichen sucht und den verständnislosen Neid unserer Gegner erweckt. Aber auch in den kleinen Dingen des Alltags muß sich diese gleiche Haltung stets aufs neue bewähren.
Wir erleben es immer wieder, daß uns ein Ortsfremder — fei er Soldat oder Zivilist — nach dem Wege fragen muß. Wir sehen Frauen auf den Treppen der Bahnhöfe sich mit Kinderwagen ab- muyen. Wir beobachten aber auch manchmal nur mit halbem Bewußtsein einen schüchternen Menschen, der in der Hast unb Unrast feiner Mitmenschen seine Wünsche oder Fragen nicht an den Mann zu bringen wagt, aus lauter Rücksichtnahme für die anderen. Oder auf der Straßenbahn kann eine Hilfsschaffnerin selbst nur ungenügende Auskunft über ein bestimmtes Ziel geben. Solche Fälle ließen sich zu Tausenden auszählen. Es hat einmal eine blasierte Einstellung zu all solchen Erlebnissen gegeben, aus der heraus ein Griesgram sagen mochte: Was gehen mich die fremden Leute an? Und damit verhüllte er sich in eine Wolke unfreundlichen Schweigens und ließ die anderen mit ihren Sorgen allein.
Ein wenig Nachdenken muß uns heute zu der aeaenkeiligen Einstellung verpflichten. Wenn es selbstverständlich ist, daß wir jeder Bitte um untere Unterstützung bereitwillig Folge leisten, so sollten wir noch ein übriges tun und geradezu unsere Aufmerksamkeit darauf richten, ob und wo wir
dec große Irrtum.
Roman von Meta Beil
Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Die Männer schreiten die Versuchsfelder ab, und hierbei entgeht es Marswin nicht, daß Rautenberg ttenig Aufmerksamkeit zeigt, das muß auch Bergen- rtth auffallen. Und vorher, als er Marswm m feiner Laatzuchtwirtschaft besuchte, hatte er doch besonderes yntereffe für den Uhlenhof. Deshalb machte ihm o Marswin den Vorschlag, mit zum Uhlenhof zu ihren. Und jetzt zeigt Rautenberg so wenig An- t-ilnahme an der Arbeit Bergenroths, daß es Mars- nin peinlich ist. Ist das so, fragt er sich, weil die ijrau jetzt nicht mehr da ist — .
Fast ist es Marswin unlieb, Rautenberg hierher Noracht zu haben. ..... <»
Bergenroth selbst bleibt ganz sachlich. Ruhig und Mbewußt entwickelt er seine Erfahrungen. Er sag Marswin nichts wesentlich Neues, und dennoch hort deser aufmerksam zu, findet die Erwägungen uno bie aus praktischen Erfahrungen gezogenen Schlupe Hergenroths so ausgezeichnet durchdacht, oatz er mpulsiv und herzlich sagt: „Bergenroth, Sie sind eir* genialer Züchter!" " ■•
Und sich an Rautenberg wendend: „Und was fegen Sie dazu? Mit der einen Prüfung, die eie gimacht haben, ist die Sache für uns noch lange nicht abgeschlossen. Hier sehen Sie, wie weiterge- Q" beitet wird!"
L „3d) bewundere diese Arbeit sehr. Sie tonnen bfer Ihre, Versuche auf breiter Grundl^e durch, fchren, Herr Bergenroth. Das ist natürlich sehr er Neulich für Sie."
, Das wird höflich gesagt. Hinter dem nachlässigen n steht Verschlossenheit ... mehr noch ... em Elehnen.
.Merkt Marswm das nicht oder will er über- Zucken, jedenfalls meint er, daß also auch Rauten
er Dozent für rechtliche Sippenforschung an der niversität Berlin Dr. jur. habil. Ulrich Frei- err von Ulmenstein erhielt an der Uniuer- tat Frankfurt einen Lehrauftrag für Rechts- und ierfassungsgeschichte der Neuzeit. Ulmenstein wurde p09 in Bückeburg geboren. Er studierte in Göt- fngen, Rostock und Wien und promovierte 1935 in Höttingen. 1939 habilitierte er sich in Berlin, wo er Iit 1934 Referent im Reichssippenamt war. — Der o. Professor für Kinderheilkunde an der Univer- tät Innsbruck und Vorstand der Universitätskinder- inik Dr. Richard Priese! wurde zum o. Pro- ssor ernannt. Priese! wurde 1890 geboren, habili- erte sich 1934 in Innsbruck und wurde ebenda 1935 o. Professor.
Aus afler Wett.
Der falsche Gesiapomann.
Anfangs November fiel im Frankfurter Haupt- tahnhof ein Mann auf, der einen Passanten kontrollierte und sich als Kriminalbeamter ausgab. Als
Am 4. Dezember 1942 ist der 26 Jahre alte Friedrich L o r e y hingerichtet worden, den das Sonder- stricht in Frankfurt als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher und Volksschädling zum Tode verurteilt |it. Lorey hat mindestens 100 schwere Diebstähle im Nachteil von Kleingartenbesitzern verübt und abei die Verdunkelung ausgenutzt. Ferner ist der IDjährige französische Staatsangehörige Michel $ I a ft o s hinqerichtet worden, den das Sondergericht in Frankfurt als Gewaltverbrecher und Dolks- hädling wegen Straßenraubes zum Tode ver- iirteiU hat. Vlastas, der wegen Diebstahls oorbe- raft ist, hat einen Angetrunkenen mit einem chlaaring niedergeschlagen und feiner Darschaft ieraubt, außerdem mehrere Diebstähle unter Aussetzung der Verdunkelung begangen.
berg weiter mitarbeiten müsse. „Vielleicht geben Sie ihm heute gleich noch Prüfungsmaterial mit, Herr Bergenroth!"
„Es wäre verfrüht", lehnt Bergenroth ad. ,Lch möchte erst selbst noch klarer sehen. Aber gehen wir jetzt, meine Herren. Sicher wird meine Frau uns schon erwarten."
Rautenberg hat nur den einen Gedanken: Helene allein zu sprechen. Und es gelingt ihm auch. Man sitzt auf der Terrasse und hat gefrühstückt: unb nun, als Marswin schon vom Weiterfahren spricht, beugt sich Rautenberg zu der Hausfrau hin unb sagt per- binblich: „Ich erinnere mich, gnäbige Frau, baß Sie früher, in Berlin, vom Uhlenhof sprachen ... von bem alten Park hier ..."
„Ja ...?"
Helene weiß so genau, was Rautenberg beabsichtigt. Wie war bas boch ... Frau Bergenroth wirb ber Lage gewachsen fein! Das verlangt man von ihr Richard erwartet bas. Also gut.
Rautenberg spricht weiter. „Ich denke, Ihr Herr Gemahl und ber Doktor werden noch ein Weilchen zu reden haben. Darf ich bitten, mir auf einem kurzen Weg i*n Park zu zeigen? Es wäre sehr freundlich von Ihnen, gnädige Frau!"
„Bitte, Herr Rautenberg ... geben wir."
Helene erhebt sich unb geht neben Rautenberg über bie Terrasse unb über ben Weg zwischen ben Rosenstämmen. Vor ihnen liegt besonnt unb leuch- tenb eine weite Rasenfläche. Im Halbrund biegt sich ber Weg, führt hinunter zum See.
Helene geht langsam, schlendernb. Sie bleibt auf dem Weg, den man von oben, von ber Terrasse her, bis zum See hinunter verfolgen kann. Schließlich hebt sie ben Kops unb sieht ihren Begleiter an. „Was wollen Sie also von mir?"
„Helene ... weiß Ihr Mann von unserer früheren Derbinbung?"
„3a."
,Za", sagt Helene unb erschrickt habet bis ins Herz hinein. Diese Erschütterung hat nichts mit
Der einer alten Karlsruher Familie entstam- nenbe Komponist Friebrich Klose konnte seinen ). Geburtstag begehen. Bei Vinzenz Lachner beginn Klose seine musikalischen Studien, die er )öter bei Anton Bruckner fortsetzte. Klose kam Lpn als Lehrer an das Basler Konservatorium, 907 wurde er Nachfolger Thuilles an der Münche- rer Akademie der Tonkunst. 1910 siedelte er nach |er Schweiz über, wo er bis heute seinen Wohn- jtz hat. Aus der großen Zahl seiner ber Nach- nb Neuromantik verwandten Werke seien genannt He sinfonische Dichtung „Ein Leben, ein Traum" nb die Oper ,Zlsebill", ferner das Oratorium „Der ssonnen-Geist". Klose, ein begeisterter Verehrer Rogners, hat auch Eindrücke und Erlebnisse in -ayreuth in einer Broschüre nieder gelegt, die zugleich eine Kampfansage gegen den nach dem Welt- Heg um sich greifenden Ungeist in der Musik dar-
Konzert desderlinerFrauen-Kamnier-Orcheffers
Das Berliner Frauen-Kammer-Or- ch e ft e r, das auf Einladung der NSG. ,K r a f t durch Freude" in der Aula konzertierte, hat sich mit Recht zur Aufgabe gestellt, die Streichorchester- Werke des Hochbarock und der Uebergangszeit mit besonderer Eindringlichkeit zu pflegen und sie damit einem großen Hörerkreis nahezubringen. Denn unsere großen Orchestervereinigungen können nur von Zeit zu Zeit auf dieses zu Unrecht in den Hintergrund getretene Gebiet zurückgreifen. Um so mehr wird man dem Bestreben der Konzertgeber zustimmen müssen. Unter der Führung von Gertrube-Jlse T i l s e n haben musizierende Frauen mit voller Hingabe, ja, man möchte sagen, mit Liebe, sich in jene Werke versenkt und sie so tiefgründig erfaßt, daß diese in ihrer historischen Stilbedingtheit wieder lebendig und damit unmittelbar werden. Mit einem sensiblen Einfühlungsvermögen wurde so die Basis gefunden, die Werke wieder in alter unverbrauchter Frische erstehen zu lassen. Die Klangentwicklung die- ses Orchesters ist vornehmlich auf die Herausarbei- tung jener dynamischen Werte abgestellt, die im Barockzeitalter üblich waren. Der saubere, gesättigte Streicherklang entfaltet vor allem in der terrassenartigen Abstufung der Klangstärke ganz besondere Reize, zumal auch das Echospiel mit seinen schwebenden, leise hallenden Klängen hat hier eine Kultivierung erfahren, wie man ihr nur selten begegnen wird. Das Nacheinander in der motivischen Entwicklung wurde durchweg sehr scharf, ja pointiert gegliedert und dem Hörer damit übersichtlich gemacht. Ebenso wurde das polyphone Sttmmengewebe mit seinen vielfachen thematischen Abwandlungen äußerst plastisch abgeprägt und somit der Klang- ra"m mit Tiefenwirkung erhellt.
Unter diesen Voraussetzungen konnte jede einzelne Gabe der Vortragsfolge in der Geschlossenheit ihrer Darbietung zum wertvollen Erlebnis werden. Eingeleitet wurde ber Abend mit der Ouvertüre zur Oper „Euristeo" von I. A. Hasse (1699 bis 1783). Dieser aus Bergedorf bei Hamburg gebürtige Deutsche ist mit seinem Schaffen ber ba- maligen Hochblüte ber italienischen Oper stark verhaftet. Mit der Zeit seiner Wirksamkeit über das eigentliche Barockzeitalter hinwegreichend (trat er
boch noch mit bem jungen Mozart in Wettstreit), weist er auch in bieser Ouvertüre schon Züge ber Ernpfinbsamkeit auf, zumal in ber Einleitung unb in dem graziös beschwingten Allegretto-Ausklang.
Mit Antonio Divaldi (1680—1748), ber übrigens 1709^-1713 beim Herzog Philipp von Hessen (Statthalter zu Mantua) gewirkt hat, kam ber erste bebeutenbe Vertreter des Solotonzertes für Violine zur Geltung. Gertrube-Jlse T i l f e n erfüllte den Solopart mit feinem Stilempfinden; mit energischem Strich, der ebenso großen Ton zu ziehen vermag wie er in seiner Leichtigkeit bie Sequenzen-- thematik scharf gliedert, führte sie den ersten Satz schwungvoll durch, ber zweite Satz war verhalten in seiner Melodik^ unb in spritziger Frische des Figurattven erklang das Finale. Die dezente Zurückhaltung des begleitenden Stteichkörpers verdient hervorgehoben zu werden.
Händels Concerto grosse in d-moll fand seinen verinnerlichten Höhepunkt in dem „Air" mit seiner breitschwingenden Linie und den mannigfachen Kontrasten, einmal zwischen der Sologruppe (concertino) und dem Tutti unb in der Ausstufung der Stärkegrabe bis zum feinsten Pianissimo hin. Die „Gavotte" kam in ihrer anmutigen tänzerischen Leichtigkeit unb reizvollster klanglicher Durchbildung bem Hörer besonders nahe.
Ottorino Respiahi (1897—1936) hat mit seiner Bearbeitung alter Lautenarien unb Tänze für ben Streicherkörper wertvolles Gut der Vergessenheit entrissen. Das Quartetto di Roma gab uns hier schon einmal davon Proben. Die Instrumentierung dieser alten Musik unter ber Ausnützung ber Farbigkeit unb individuellen Ausbruckswerte ber Streichinstrumente ließ bei feingeistiger Verteilung des thematischen Anteils diese Gaben in der Wiedergabe in reichster Mannigfaltigkeit und Schönheit des Klanges und geigerischer Kunst ausblühen; sie erhoben sich in der Passacaglia durch höchste Disziplinierung aller Mitwirkenden zu geradezu überraschender Klangfülle, zu letzter Ausdruckskraft im Lichte beherrschter thematischer Tiefenwirkung.
Der starke Widerhall beim Hörer wurde durch herzlichen Beifall bezeugt.
Dr. Hermann Hering.
Was soll unsere Tochter werden?
Da« Deutsche Frauenwerk und die Arbeitsämter des Gaues erteilen Hat.
NSG. Was soll unsere Tochter werden? In einigen Monaten entscheidet fitfj diese wichtige Lebensfrage für viele Mädel, die aus Schule und Pflichtjahr zur Enllassung kommen. Ihr Kind richtig zu beraten, ist in der heutigen Zeit oft allein Aufgabe der Mutter, da der Vater an der Front steht und kaum eingreifen kann. Berufsberatung, Schule und BDM. tragen bie Kenntnis über vielerlei Berufsmöglichkeiten an Eltern unb Kinber heran. Nach Fähigkeiten unb Eignung werden die Jugendlichen auf ihre Berufswahl vorbereitet. Entscheidend aber ist die Haltung des Elternhauses, besonders die Haltung der Mutter, wenn die endgültige Wahl getroffen wird. Damit hat die Mutter eine' verantwortungsvolle Aufgabe, die ihr zur Pflicht macht, die Wahl der Tochter gut zu bedenken.
. Der von ber Natur für bie Frau bestimmte Beruf ist ber ber Hausfrau unb Mutter. Die gewaltigen Aufgaben, bie bie Kriegszeit unserem Volke stellt, verlangen aber, baß viele unserer Frauen ihren Arbeitskreis nicht ausschließlich in ber eigenen Familie sehen, fonbern baß sie sich, — wenigstens vorübergehenb — barüber hinaus schaffend in das Arbeitsleben des Volkes einfügen. Aber auch nach dem Ausgang des Krieges werden die Arbeiten unseres Volkes zur Sicherung des Friedens und unseres erweiterten Lebensraumes so umfangreich sein, baß auf bie Mithilfe der Frau auf längere Sicht nicht verzichtet werben kann. Das bedeutet wiederum für unsere Mädel, daß der erwählte Beruf nicht nur in ben Jahren, bie zwischen Schulentlassung unb Verheiratung liegen, fonbern in ähnlicher Weise wie bei ben Jungen für bas ganze Leben eine Rolle spielt.
Bei der Berufswahl ber Mäbel verlangen also zwei Dinge besondere Beachtung: einmal die Tatsache, baß bie Mehrzahl der Mädel später Hausfrau unb Mutter sein-wirb, zum anberen, daß ein Beruf gewählt wird, ber bem Mäbel in einer Weife entspricht, daß er ihm eine feine Persönlichkeit ausfüUenbe Schaffensfreude gibt.
Bei ber Berufswahl müssen die aus der persönlichen Eignung erwachsenen Berusswünsche mit den Erfordernissen des Volkes in Einklang gebracht werben. Das gilt für Jungen und Mäbel in gleicher Weise. Beim Mädel kommt aber jetzt die Notwen
digkeit hinzu, an den späteren Beruf der Hausfrau unb Mutter zu denken. Bei der Mehrzahl unserer Mädel wird es möglich feilt, im Hinblick auf diesen eigentlichen Lebensberuf bie Berufswahl zu treffen. Die Ausbildung in Haus- unb Landwirtschaft unb in den sozialen Berufen gibt dem Mädel für die Arbeit als Hausfrau und Mutter das beste Rüstzeug und zugleich die Möglichkeit, alle Kräfte zu entfalten und in die berufliche Arbeit einzusetzen. Den hauswirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Berufen hat die heutige Zeit ein weites und neues Feld eröffnet.
Wenn das Dtädel über ben Wirkungskreis im städtischen ober ländlichen Haushalt hinausstrebt, bietet die erfolgreich abgeleistete Lehrzeit bie beste Grundlage für viele soziale unb pflegerische Berufe. Die Säuglingspflegerin unb die Dolkspflege- rin müssen beispielsweise in der Lage fein,- nicht nur die gesundheitlichen unb wirtschaftlichen Belange ber Familie, sondern auch die Fehler in ber Haushaltsführung zu erkennen, die oft zu einem guten Teil Ursache einer Schwierigkeit oder Krankheit sind. Die Hauswirtschafttichen und sozialen Berufe sind heute Mangelberufe, d. h., um die gestellten Aufgaben zu erfüllen, werden mehr Arbeitskräfte benötigt, und tüchtige und willige Menschen finden hier ein reiches Betätigungsfeld. Und weil sie in ganz besonderer Weise die Möglichkeit bieten, der Berufsarbeit der Frau reichen Inhalt zu geben unb ihrem ureigensten Frauenberuf am nächsten verwandt sind, verdienen sie die besondere Beachtung bei der Berufswahl unserer Mädel.
Zur Beratung sind die Dienststellen des Deutschen Frauenwerkes sowie die Arbeitsämter des Gaues Hesfen-Nassau jederzeit bereit.
Weihnachtssondenuteilung und V-qetarier.
Im Zusammenhang mit den Weihnachts-Sonderzuteilungen werben Vegetarier den Wunsch äußern, für bie babei mit zur Ausgabe kommenden 200 g Fleisch anbere Lebensmittel zu beziehen. Der Reichsernährungsminister hat beshalb bestimmt, daß an Stelle von 200 g Fleisch unter Entwertung ber vier über 50 g Fleisch ober Fleischwaren lautenden Ein-
Rautenberg zu tun. Gar nichts. Es ist vielleicht so, daß Helene in diesem Augenblick ganz klar das Unnatürliche ihres Bündnisses mit Bergenroth erkennt.
Und zugleich spricht neben ihr die dunkle Stimme mit deutscher Ironie: „Merkwürdig, daß Herr Bergenroth sich bann mit mir in Derbinbung setzte!"
„Mit einer geschäftlichen Anfrage. Um Ihren Besuch haben wir Sie nicht gebeten!"
„Sie sinb sehr deullich, Helene. Ich muß also sehr um Verzeihung bitten für meine Kühnheit. Aber Sie w'ssen genau, weshall) ich kam. Ich mußte Sie sehen. Wie Sie hier leben ... wie das möglich ist, baß eine tzrau wie Sie sich hier in biese'Einsamkeit zurückzieht."
„Es ist ganz überflüssig, baß Sie sich meinetwegen den Kopf zerbrechen. Wie unb wo ich lebe, bas geht Sie nichts an." Helene bleibt stehen. „Bitte ... wir werben jetzt umkehren."
Sie geht auch gleich ben Weg zurück. Dabei spricht sie weiter: „Trotzbem will ich Ihnen sagen, daß mich das Leben hier auf bem Uhlenhof unb die Aufgaben, die ich mit meinem Manne teile, so zu- stieben machen, wie ich in meinem ganzen Leben nicht zustieben war."
Rautenberg bleibt stehen, breht langsam ben Kopf zu Helene unb sieht sie an. Sein Blut wallt auf. Er sieht Helenes Antlitz ganz nahe — ein kühles, abroeifenbes Gesicht. Aber er handelt nicht klug, als er nun davon spricht, daß einer Helene Deselius, dem reichen unb unabhängigen Mäbchen, boch die ganze Well offenftanb.
„Wie lange werden Sie hier zufrieden sein?. Sie täuschen sich selbst, Helene! Es ist so unbegreiflich ... Sie lernen durch einen lächerlichen Zufall einen Mann kennen, der Ihrem bisherigen Lebenskreis ganz femfteht, ber bisher Angestellter war unb bem Sie bie Möglichkeit einer glänzenden Einheirat geben."
In Helene schlägt eine heiße Empörung hoch. „Schweigen Sie! Ich wünsche nicht, dieses Gespräch fvrtzusetzenl"
„Helene — nun sagen Sie mir — ist das die große Liebe? Ich vermag es nicht zu glauben."
Helene geht wortlos weiter.
„Helene — müssen wir wirklich Feinde bleiben? Sie sind mir verloren. Damit muß ich mich abfinben. Kann nicht bennoch eine freunbliche Stimmung zwischen uns sein? Ich werde mit Ihrem Mann gewiß noch geschäftlich zu tun haben —"
„Nein", sagte Helene hart. „Wir werden keine Verbindung mit Ihnen haben!"
Sie sind nun wieder auf bem Weg zwischen ben Rosen. Die beiben Männer kommen ihnen von ber Terrasse her schon entgegen. Marswin hat es jetzt eilig und verabfchiebet sich gleich von Helene. Wäh- renb er zu seinem Wagen geht, spricht er mit Bergenroth noch weiter.
Rautenberg steht noch neben Helene, unb es entgeht Bergenroth nicht, daß Helene bie Hand Rautenbergs übersieht, nur mit einem knappen Neigen des Kopfes grüßt und in bas Haus geht.
. *
Den ganzen Tag spürt Helene noch eine nervöse Erregung. Weil sie aber diese Unruhe durchaus bezwingen will, geht sie nach dem Ellen wieder hinaus, um die am Vormittag begonnene Arbeit fortzusetzen.
Als sie zurückkommt, hört sie, daß Bergenroth zur Dberförfterei gefahren ist. „Sie möchten mit dem Abendessen nicht auf Herrn Bergenroth warten", bestellt ber Gehilfe.
Weshalb ist Richarb gerabe heute fortgefahren? überlegt Helene. Er hat kein Wort von bieser Absicht gesagt. Sie haben überhaupt bei Tllch wenig gesprochen. Sie haben den Besuch am Vormittag nicht mehr erwähnt, und Helene fanb, daß überhaupt eine fremde Luft um sie beide war.
Der Tag vergeht.
Es ist zehn Uhr vorüber. Die Nacht ist warm unb lehr hell. Fern am Horizont verschwebt ein rötlicher Dunst als letzter Schimmer ber länast unter» gegangenen Sonne. Helene ruht im Liegestuhl auf ber Terrasse. Sie wartet auf ihren Mann
(Fortsetzung folgt.)


