Gießener Anzeiger
Der Kampf um Stalingrad
eitrigen M.
itei R. Lange K.» nieiter: Hans IM
| Ttockh klagen übe
o-I m, 8. Oktober. (Europapreß.) Stalins
über die mangelnde Hilfe der „Verbündeten'
Es
ein
übertriebenen optimistischen Aeußerungen zu gehen.
?. Stellvertreter det iich für Paliti! um
verbissenen Widerstand weiter vorgetrieben. Auch in Stalingrad muhte der Feind in schwerem Kampf weiteres Gelände aufgeben. Nordwestlich der Stadt wurden die eingeschlossencn, in zwei Teile aufgespaltenen feindlichen Kräfte nunmehr vernichtet. Starke deutsche Luftstreitkräfte und rumänische Kampfflugzeuge sowie Flakartillerie der Luftwaffe griffen mit guter Wirkung in die Kämpfe des Heeres ein. Andere Kampffliegerverbände bombardierten wiederum bei Tag und Nacht wichtige Verkehrsknotenpunkte und Nachschubverkehr an der unteren Wolga und am Kaspischen Weer.
3m Abschnitt westlich Kaluga nahmen deutsche Truppen in überraschendem Angriff eine Höhen- skellung der Sowjets und richteten sich dort zur Verteidigung ein. Bei örtlichen Unternehmungen wurden zahlreiche Kampfanlagen zerstört.
Südlich des Ladogasees wurde der Feind aus gut ausgebauten Waldstellungen geworfen. Gegenangriffe gegen die neugewonnene Stellung scheiterten. Uebersehversuche des Feindes über die Newa wurden durch wirksames Artilleriefeuer vereitelt und die Luftangriffe auf wichtige sowjetische Bahnstrecken im nördlichen Frontabschnitt mit guter Trefserwir- kung fortgesetzt.
Westlich der Kandalakscha-Bucht und an der Lapplandfront wurden bei Angriffsunternehmungen mehrere starke Stützpunkte des Feindes im Tkahkampf genommen.
3n der Nacht zum 7. Oktober ftlehen Schnellboote gegen die b r i t i f ch e K ü ft e vor, griffen an mehreren Punkten den feindlichen Geleitverkehr an, versenkten vier Handelsschiffe von zusammen 11 500 BBT. sowie einen Bewacher und beschädigten durch Torpedotreffer zwei weitere Dampfer, deren Untergang wegen starker Abwehr nicht mehr beobachtet werden konnte.
An der Südküste Englands bekämpften leichte Kampfflugzeuge bei Tage militärische Ziele und kriegswichtige Anlagen.
f*nU ^amerikanischen Korrespondenten als Antwort gesucht N dessen Fragen hat überreichen lassen. In Tokio tundenge* Ansicht, daß Stalin durch diesen Schritt
and und den USA. gegenüber nochmals seine . _.ße7 2950D Forderungen unterstreichen wollte, traue meint, es sei nur natürlich, daß die Sow-
Dc. Hans äptiil; EnlsiBlmnichein.
n zuin Opfer 'chtung Grün- Do gel aus Bahnübergang er Zusammen- ast völlig zer- r neben dem rieba Haus- 'ld) so schwer utolenker km ittlungen über: alles sind im
Sowjetbotschast in Tokio gibt Stalins Brief bekannt.
Oer Wehrmachtbericht.
MV. Aus dem Führer Hauptquartier, 8. Oft Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Kaukasusgebiet wurden feindliche An- |ritfe abgewiesen und die eigenen Angriffskeile gegen
).80 Uhr, 3en
rwodie
eitere
irt amM. bquartett
iRM.0.40
derNSDAR e der NSG.- ,60. Tel. 3961
3007P
totio, 8. Okt. (Europapreß.) Die Sowietbot- t in Tokio übersandte allen Zeitungen der ,a- inischen Hauptstadt den Brief, den Stalin emem
General „Nicht Drängeln"
Scharfe Sowjetkritik an den „Verbündeten".
tonnen geb. Ve das Fest Der $ubi(or ensjahr, Auch
^nZug.
Kesselbach ^Überführung !ettehrsunfal!,
:n er
ber Zensurmaßnahmen handele und drittens einheitliches wirtschaftliches Oberkommando, dem die vier für die Produktion maßgebendsten Momente: Menschen, Geld, Lebensmittel und Rohstoffe gleichzuschalten wären. Dazu sei erforderlich, daß sehr viele Männer aus ihren bisherige» Stellungen entlassen würden. „Richt befördern, Herr Präsident, entlassen!" heißt es in dem offenen Brief. Es müßte schlagartig und nicht in Etappen vorgegangen werden, da die Krise, die sie verursachten, mit jedem Augenblick akuter und offensichtlicher würde. Sehr anzüglich heißt es schließlich in dem offenen Brief: Die Unfähigkeit der gegenwärtigen amerikanischen Regierung sei derart himmelschreiend, daß Roosevelt sich das eigentlich nicht mehr länger ansehen dürfe. Es sei eine Cliquenwirtschaft, die auch das Volk nicht mehr dulde, da es allmählich an den Resultaten erkenne, welche ungeheuerliche Maste von Unfähigkeit bereits erreicht worden sei. — Ob Herr Roosevelt wohl
teitewel
u
Uni gesucht: Mädchen Perksküche äse, guter Lohn- )te an ik Offstein in (PlaM
!'ch ’S
5^
Hs
S"* jR S'd
" !ch°n [tau,
JlQi)berahüia
*8 von 9 bis
„Pech für -ie Schweiz"?
Von unserem Dr. S.-Berichterstattor.
§rektag,y.Gttoberl942
Annahme von Anzeigen für bie Miltaasnummer bis 81/, Uhr desVormittagS
Anzeigen-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breiter 7Rvf. für ftomiüenon« zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rpf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche
Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/e meöt
eHni*1
*** ^4leller de-Ge-
ihrer Wiü^darüber Ausdruck geben, daß ihre —zündeten fast nichts tun, um ihnen die dringend Nötigte Hilfe zukommen zu lassen. Bei den Sow- tk müsse zwangsläufig die Frage auftauchen, 0 k englisch-amerikanischen Hilfsversprechen wirklich
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zürich, Oktober 1942.
„Das schweizerische Staatswesen ist auf deutschem Kulturboden entstanden. Keinem schweizerischen Staatsmann, der sein Land einer segensreichen Zukunft entgegenführen will, darf die innere Beziehung zu diesem Kulturerbe fehlen ... Eine gegendeutsch geführte Schweiz ist ein Widersinn ... Im Augenblick, wo wir uns als Werkzeug gegen das Reich benützen lasten, richten wir uns gegen uns selbst, gegen unser Blut, gegen unsere schöpferische Gestaltungsfähigkeit und damit auch gegen unsere politische Eigenständigkeit."
Es ist ein in der heutigen Schweiz selten gewordenes Bekenntnis, das aus diesen Ausführungen der in Zürich herausgegebenen „Nationalen Hefte" spricht. In einer Zeit, in der die angloamerikanisch-bolschewistischen Phrasen manchen Eidgenossen irreführen, die täglichen Sorgen und innerpolitischen Schwierigkeiten den Blick für die großen Zusammenhänge trüben, verdient das offene Wort der Zeitschrit besondere Beachtung. Die plutokra- tische Agitation, die immer wieder versucht, ideologische Verbindungen zwischen der Schweiz und der anglo-amerikanischen Mächtegruppe herzustellen und das neutrale Land auffordert, seine naturgegebenen Beziehungen zu verleugnen, wird allerdings in ihren Erwartungen oft genug enttäuscht.
Offenbar unter dem Eindruck feiner Erfahrungen schrieb kürzlich der Züricher Sonderkorrespondent des Londoner „Daily T e l e g r a p h", die Schweiz würhe die Waffen in keiner Sache oder für keine Ideale, die sie mit anderen Nationen gemeinsam hat, ergreifen, sondern für die eigenen Heimstätten, Frauen und Kinder kämpfen. Vom „Stillesitzen" — wie der Verfasser die schweizerische Neutralität kennzeichnet — im 20. Jahrhundert habe die Schweiz viel für ihre Prosperität gewonnen und sie sei „geneigt, anderer Leute Stiege als Pech zu betrachten — Pech für die Schweiz". Was der Verfasser hier in zynischer Weise als „Pech für die Schweiz" bezeichnet, ist tatsächlich nichts anderes als die lange Kette von Schikanen und Gewaltmaßnahmen Englands und der USA. gegenüber der Schweiz, vom brutalen Blockadekrieg bis zur Politik der kleinen Nadelstiche, für die der Beschluß Washingtons, den Telephonverkehr mit der Schweiz abzubrechen, ebenso charakteristisch ist wie die Verletzung der schweizerischen Neutralität durch britische Flieger.
Die wachsenden Schwierigkeiten im Bereiche der Ernährungswirtschaft, der Sozial, und Finanzpolitik bringen darüber hinaus jedem Eidgenossen täglich zum Bewußtsein, daß sein Land aus dem von Churchill und Roosevelt entfesselten Krieg nichts für seine „Prosperität" gewinnen kann. Unaufhaltsam. steigendiePreise weiter an, so daß die Kosten der Lebenshaltung um 42,5 v. H. höher sind als vor Kriegsausbruch. Allen Bemühungen zum Trotz, den Preisstop für die wichtigsten Nahrungsmittel durch- zufichren, sah sich der Bundesrat soeben gezwungen,
verden von der Sowjetpresse weiterhin kräftig unter- Ürichen. Die Polemik gegen England und die USA. limmt immer heftigere Formen an. Die Moskauer presse legt ihren bitter kritischen Bemerkungen kaum icch Zügel an. Bezeichnend dafür ist eine von der Hrawda" veröffentlichte Karikatur. Sie trägt die Irberschrift „Militärische Experten beraten" und jeigt eine Versammlung ältlicher, kahlköpfiger Ge- trale mit Schnauzbärten. Diese Generale tragen Romen wie „Immer langsam voran", „Nur die Rulje macht es", „Nicht drängeln" und ähnliche, ine Uhr an der Wand zeigt auf % 12 und ein Müder auf Oktober 1942.
Sn dem Steppengelände am Nordriegel kam es ;u schweren Kämpfen von Panzer gegen Panzer, vor allem bei einem Ausbruchsversuch aus dem Kessel bei Orlowka. Artillerie und Sturzkampfflug- Kje führten Angriffe gegen schwere bolschewistische terien, die vom Ostufer der Wolga aus chr Feuer auf die deutschen Stellungen richteten. Nach Volltreffern stellten die Batterien das Feuer ein.
Inzwischen sind auch Meldungen über fowjet- mssische Forderungen nach Schaffung eines „Ober- icn alliierten Kriegsrats" erschienen, in dem Moskau naßgebenden Einfluß haben möchte. London und ____Washington scheint das aber ganz und gar nicht zu —gossen, so daß sich hier eine weitere Gelegenheit M Vertiefung der Gegensätze zwischen der Sowjet- nion und den Westmächten ergibt. Man hat den kiidruck, daß die mit Stalins Anklagen eingeleitete Amtliche Auseinandersetzung unter den „Verbünden" erst im Anfang steht.
fi2. Jahrgang Nk. 238 Erichetm täglich, außer Sonntags und feiertags
Beilagen:
Gießener Ramüienb lätter Heimat imBild-DieScholle
Bezugspreis:
Monatlich .RM.1.80 SuftellgebüSr, .. „ -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
antine. soicß
aufrichtig waren. Man beachtet in Tokio vor allem, daß Stalin in seinem Brief von einer zweiten Front schlechthin und nicht von einer zweiten Front in Europa sprach und daß er die Wendung „faschistische und andere Angreifernationen" gebrauchte.
Willkie wird vorsichtig.
begreift, daß sich dieser Brief zu 95 v. H. gegen ihn persönlich richtet?
Verschwendung von Steuergeldern in den LlSA. Lissabon, 8.Okt. (Europapreß.) Der USA.- Senator für Virginia, Harry F. Byrd, der Vorsitzende des Vereinigten Kongreßausschusses für die Einschränkung nicht kriegswichtiger Bundesausgaben, wendet sich in der Zeitschrift „The American Magazine" gegen die bei den Washingtoner Behörden übliche Verschwendung, „deren Beobachtung jeden Steuerzahler zum Wahnsinn treiben muß". Byrd stellt fest, daß der Ausschuß dem Präsidenten bisher Einsparungen in Höhe von über 1OOO 300 000 Dollar vorgeschlagen habe, jedoch sei seine Arbeit überall auf Widerstand gestoßen. „Männer und Frauen in hohen Stellungen", so heißt es, „betonen aufgeregt, daß die .sozialen Errungenschaften' auch im Kriege unangetastet bleiben und alle bestehenden Einrichtungen unterstützt werden müssen, damit sie voller Lebenskraft aus dem Kriege hervorgehen können". Hinter diesen Einrichtungen aber stehen Beamte, von denen wir genau wissen, daß sie mit Regierunasgeldern eine Propaganda betreiben, die gegen unseren Sparausschuß gerichtet ist. Fast jeder Beamte in nicht kriegswichtigen Regierungsämtern versucht jedermann davon zu überzeugen, daß die USA. den Krieg verlieren müssen, wenn er seinen Posten verliert. Diese Beamten betonen allen Ernstes, daß es für den Sieg notwendig fei, z. B. Drucksachen herauszubringen, die alle bei Veranstaltungen eines Kirchen-Festessens zu beachtenden Vorschriften enthalten. „Das sei nötig zum Aufbau der Moral."
Der USA.-Sparkommissar führte dann Dutzende weiterer Beispieke für die Verschwendung der Steuergelder in den USA. an. Man habe im Februar ip West-Virginia über 123 000 Dollar angefordert, um Musikkapellen für Arbeiter zur Hebung der Kriegsstimmung zu organisieren. Die Arbeiter würden spielen und so die Zivilisten begeistern, mehr Kriegsanleihen zu zeichnen. Statt dieses Ansinnen abzulehnen, Haven aber die Washingtoner Behörden den angeforderten Betrag als viel zu gering bezeichnet. Es könnten vielmehr bis zu 405 000 Dollar ausgegeben werden. „Wenn andere Staaten im Verhältnis zu den Bevölkerungsziffern ebenso viel erhalten, bann werden allein für Musikanten 26 Milliarden Dollar in einem Jahre ausgegeben", stellt Senator Byrd verzweifelt fest und ruft aus: „ Und bas, während die ganze Welt in Flammen steht." Abschließend stellt der Sparkommissar fest: „Die Leute an der Spitze, die in Washington bewußt unser Geld verschwenden, sabotieren die nationalen Kriegsanstrengungen ebenso sehr wir den Spion, der Bomben unter Brücken legt." Dieser „Washingtoner Geist" müsse vernichtet werden.
Scheck U686 Rremtfjin. vrühljche Universitäkdruckerel H. taige General-Anzeiger sm Oberhessen
Der Krieg
im südpazifischen Raum.
Die Monsunzeit im mdisch-südpazifischen Raum nähert sich ihrem Ende. In der feindlichen Presse wird das mit einem gewissen Unbehagen festgestellt. Das ist verständlich, denn es muß nach Beendigung der Regenzeit mit der Möglichkeit schwerwiegender militärischer Ereignisse, die den Feind zum Einsatz erheblicher Kräfte in diesem Raum zwingen und darüber hinaus zu weittragenden Entscheidungen führen können, gerechnet werden.
Die erste Phase des japanischen See- und überseeischen Landkrieges kann als abgeschlossen gelten. Japan hat die letzten Monate in der Hauptsache dazu benutzt, seine Stellung in dem ganzen neugewonnenen Gebiet zu festigen, seine Seegeltung zu sichern und die wirtschaftlichen Kräfte dieses Gebietes für die bestehenden und zukünftigen Aufgaben zu mobilisieren. Es findet hier alles, was es braucht, um in bezug auf die wirtschaftliche Kriegführung autark zu fein, und ist jetzt dabei, seine Seeherrschaft in dem ihm zur Verfügung stehenden Raum zu festigen und das Verkehrswesen zu organisieren. In der Wahl der weiteren Vorstoßlinien ist Japan vorläufig, noch frei und Herr seiner Entschließungen, trotz der „Initiative", die im Pazifik laut amerikanischer Propaganda auf die Alliierten" übergegangen fein fall.
Das westliche Bollwerk des von Japan beherrschten Raumes sind Burma und die Andamanen. Ja- pan steht an der indischen Grenze Gewehr bei Fuß und wartet in ruhiger Gelassenheit die innenpolitische Entwicklung in diesem Lande ab, das sich bereits in einer für England gefährlichen Gärung befindet. Japan hat nicht die Absicht, sich in die inneren indischen Angelegenheiten einzumischen, würde sich aber einem Rufe des bedrängten Volkes sicherlich nicht entziehen. Diese Möglichkeit wird von den Engländern klar gesehen. Sie haben.beträchtliche Streitkräfte im indischen Raum und in den indischen Gewässern zusammengezogen, für die von größter Wichtigkeit ist, wenn die an der burmesischen Grenze versammelten japanischen Truppen durch. Abzüge nach anderen Fronten geschwächt werden könnten. Japan hat zwar den Vorteil der inns» ren Linie zur Verfügung, anbererfeit haben ihm die gewaltigen Erfolge der ersten neun Kriegsmonate eine ebenso gewaltige Ausdehnung der Verbindungslinien gebracht und damit eine Reche hochempfindlicher Spannungszentren an der Peripherie geschaffen. Es ist-klar, daß der Feind diese Situation auszunutzen versucht, um Japan zu einer Kräftezersplitterung zu veranlassen, oder sogar zu einem Sich-Festbeißen an Punkten, die der Feind bestimmt und die für Japan selber gar nicht von entscheidender Bedeutung sind. Es hat aber nicht
Schanghai, 8. Okt. (Europapreß.) Welche Schwierigkeiten es Wendel! Willkie bereitet, den von den Japanern schwer bedrängten Tschungking- Chinesen Trost und Mut zuzusprechen, geht aus der Tatsache hervor, daß Willkie am Mittwoch bereits eine fünfte Besprechung mit Tschiangtaischek hatte. In feinen Aeußerungen ist Willkie, nachdem er auf feine Moskauer Erklärungen aus London und Washington recht unangenehme Dinge zu hören bekam, inzwischen vorsichtiger geworden. „Wenn ich meinen Augen trauendarf", so äußerte er jetzt in Tschungking, „dann sind wir bereit, dem Feind entscheidende Schläge zuzufügen, aber", so fügte er einschränkend hinzu, „bies ift t ei ne offizielle Erklärung. Ich spreche für niemand, sondern nur in meinem eigenen Namen." Willkie reiste dann mit unbekanntem Ziel wieder ab.
In weniger als 24 Stunden nach seiner Abreise ist die Begeisteruna, mit der er in Tschungking gefeiert wurde, in Katzenjammer umgeschlagen. Der Enthusiasmus über feine freimütigen persönlichen Aeußerungen hat der nüchternen Erkenntnis Platz gemacht, daß Willkies Besuch bisherkeinerlei Ergebnisse in Gestalt von Flugzeugen und Ge- schützen, sondern höchstens Mißstimmungen im Lager der Alliierten gezeitigt habe. Die Zeitung „Saturn Post" gibt Willkie den dringenden Rat, sich an die chinesische Front zu begeben, um zu sehen, wie die chinesischen Soldaten in Lumpen gekleidet und ärmlich ausgerüstet seien. Das Matt weist darauf hin, daß Tschungking-China über keine angemessene Kriegsindustrie verfüge, um sich von Auslandslieferungen unabhängig zu machen. mamt Willkie davor, sich nach seinem Besuch
den Mttchpreis erneut zu erhöhen. Infolge der Teue- rung sind viele Minderbemittelte nicht mehr in der Lage, ihre Lebensmittelkarten vollständig einzulösen. In 13 von insgesamt 25 Kantonen müssen 4,5 v. H. der schweizerischen Bevölkerung durch Notstandsaktionen unter st ützt werden. Da die Kaufkraft der breiten Volksschichten immer mehr zurückgehtF v erschürfen sich die sozialen Spannungen, die von den marxistischen Linksparteien für ihre Zwecke ausgenützt werden. Die Sozialdemokraten kechren zu ihren alten radikalen Parolen zurück und erneuern die Kampfansage an das Bürgertum. Kennzeichnend für das Versagen der liberalistischen Wirtschaftspolitik im Kampf gegen die Teuerungswelle ist auch die oft leidenschaftlich geführte Diskussion zwischen den Vertretern der Bauernschaft und den städtischen Konsumenten, die sich gegenseitig mangelndes Verständnis und ungenügende Opferbereitschaft vorwerfen. Im Hinblick auf das Anwachsen des ungedeckten Bstndesdefizits, das Ende 1942 die Rekordhöhe von 4,6 Milliarden Franken erreicht, ist die beträchtliche Erhöbung der Steuerlast nicht mehr zu umgehen, so daß die Bemühungen um die Preisstabilisieruna noch mehr erschwert werden und die Frage der Sreuerverteilung neue innerpolitische Auseinandersetzungen ankündigt.
Gemessen an der Größe der Aufgabe, die bie am Kriege teilnehmenden Völker Europas zu lösen haben, mit dem Ziele, diesem Kontinent endgültig Frieden und Wohlstand zu sichern, sind die eidgenössischen Sorgen klein und unbedeutend. Manche Schweizer vertreten deshalb die Auffassung, daß die eigenen Nöte und Schwierigkeiten nicht so in den Vordergrund gestellt werden dürfen, daß sie das gewaltige Geschehen außerhalb der Landes- grenzen überschatten. Da ihr Land nicht an den Opfern teilnehme, die die Abwehr der bolschewistischen Gefahr fordert, müsse man sich Zurückhaltung auferlegen und vor allem auf nörgelnde Kritik an ausländischen Vorgängen verzichten. Schweigen sei heute die schönste Rede, erklärte kürzlich Bundesrat Pilet-Golaz auf dem freisinnig-demokra- tilken Parteitag in Schaffhausen. Und auf Aushängen in öffentlichen Lokalen ist die Mahnung zu lesen: „Wer nicht schweigen kann, schadet der Heimat." lieber das Schweigegebot setzen sich aber gerade jene Kreise hinweg, die immer noch die aussichtslose Position der europafeindlichen Mäche verteidigen. Das zeigte sich kürzlich wieder bei der Behandlung des Asylrechts im Zusammenhang mit der illegalen Einwanderung von Juden. Mit viel Geschrei wurde gegen die Abwehrmaßnahmen der Behörden protestiert, aber nur zu deutlich war hinter dem Deckmantel des Mitleids eine politische Demonstration, die Stimmungsmache für judenhörige Anschauungen zu erkennen. Dabei hat ein Land mit der judenfeindlichen Tradition der alten Eidgenossenschaft am wenigsten Grund, die Rolle eines Anwalts für jüdische Interessen zu übernehmen,
Mißwirtschaft um Roosevelt
Von unserer Berliner Schriftleitunß.
Tin bezeichnendes Licht auf die ■
enrirrten Verhältnisse innerhalb der amenkan hr Regierung wirft ein offener Brief cm Ro s R, wie er von der führenden amerikanischen: Mo Mszeitschrift „F o r t u n e" soeben veröffentlicht M Sarin wird dem Präsidenten Roosevelt an- featen, er sollte über seine Knegsregierung ernst- P zu Gericht sitzen lassen, bevor d-e amerckanische Kntlichkeit von sich aus tbre
Mtm Umfang erkenne und sie schließlich m t Er Gewalt persönlich gegen Roosevelt roenbe.fflht tat gesamten amerikanischen Kriegsverwaltung Berat müßte gründlich aufgeräumt werden. I i*Mnen wird gefordert ein Einheit! ch nili t ä r i f ch e s Dberfommanbo für aue
Wehrmachtteile, ein einheitliches p o l, tisch e s inkommando, „dem. die gefamte, vorn Weißen Hu. ausgehende politische Tätigkeit unte f h M-, gleichgültig, ob es sich um auswärtige An i^enbeiten oder um mnerxolrtrsche emschuetzucy
® V l ' 8* Oft. (DNB.) In Stalingrad rollen deutsche Panzer über Trümmerfelder, bekämpfen btt in Kellern verborgenen Bunker und zermalmen im Vordringen gegeh festungsartig ausgebaute Fabriken die Barrikaden aus Schutt und zusammen- oebrochenen Eisenträgern. Wo die Truppe bei Tage ihre Kampfe nicht mehr abschließen kann, setzt sie ihre Vorstoße im Lause der Nacht beim gespenstischen Licht zahlreicher Leuchtkugeln gegen die in Den tiefen Schatten verborgenen Bolschewisten fort Verzweifelt wehrt sich der Feind. Panzer und Kampfflugzeuge aber öffnen immer roieber die Sturmgaffen für die Infanterie. Ein Sturmgeschütz rollte gegen einen Kellerbunker vor, aus' dessen Scharten ihm mörderisches Feuer entgegenschlug. Die Trümmer des eingestürzten Hauses lagen als schwere Deckung über dem Widerstandsnest. Von den zerschossenen Eisengerüsten der benachbarten Fabrik warfen die Bolschewisten Brandflaschen herunter. Rings um das Sturmgeschütz, das die Merhife unentwegt unter wohlgezieltes Feuer nahm, loderten die Hellen Flammen des brennenden Oels. Mit aufheulendem Motor zogen die Raupen das Geschütz die Schutthalde empor, wo es auf bei Deckung hin- und herfahrend durch fein Gewicht die Schießscharten eindrückte. Die sich im Schutz !bes Sturmgeschützes vorarbeitenden Pioniere er- er fianhitrnb lebigten dann mit Handgranaten und Flammen- Kefselboc!verfem die feindliche Bunkerbesatzung.


