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früher fast immer tödlich, während bis auf eine Ausnahme sämtliche in den letzten beiden Jahren in dieser Weise behandelten Kinder geheilt werden konntn. Leider sind diese Erfolge bei den übrigen Formen eitriger Hirnhauptentzündungen noch nicht zu verzeichnen. Während es also bei dieser Erkran­kung verhältnismäßig leicht ist, sich schon jetzt über die eindeutige Wirkung dieser Mittel ein Urteil zu bilden, ist dies über die Behandlung der zahlreichen Formen kindlicherLungenentzündungen, trotz umfang­reichen Beobachtungsmaterials, nicht der Fall. Die Schwierigkeiten, die sich in dieser Hinsicht entgegen­stellen und die in der Regel zu wenig beachtet wer­den, sind recht erheblich und verlangen einen stren­gen kritischen Maßstab. Gerade eine hochentwickelte Chemotherapie erfordert in erster Linie ein exarte Diagnosestellung und eine trotz eines gewißen Schematismus doch dem Einzelnen angepaßte und sachgemäße Behandlung.

Was die Wirkungsweise der modernen chemischen Mittel betrifft, so verdienen sie, im Gegensatz zu den bisher bekannten Mitteln, zum erstenmal mit Recht die Bezeichnung Heilmittel, und zwar deswegen, weil sie den Organismus selbst in ihren Wirkungsprozeß mit einbeziehen, ihn also nicht nur nicht schädigen, sondern im Gegenteil in seine natür­lichen Abwehrfunktionen unterstützend eingreifen. Besonders die Freßtätigkeit der weißen Blutkörper­chen und gewisser Körperzellen wird dadurch erheb­lich gesteigert. An einem sehr instruktiven Beispiel wurde gezeigt, daß die Natur sich unter, gewissen Umständen genau des gleichen Verfahrens bedient, mithin das ganze Vorgehen bei der chemotherapeuti­schen Behandlung keineswegs als unnatürlich bezeich­net werden kann, sondern im Grunde nur ein Ge­heimnis darstellt, das der Natur abgelauscht ist. So sehr die modernen Mittel therapeutisch wirksam sind, so wenig haben sie eine vorbeugende Wirkung. Der Redner warnte in seiner Schlu'ßausführung ebenso vor der unfruchtbaren Skepsis, wie besonders vor einem hemmungslosen Optimismus. Sehr viel hängt dabei von einer gewissenhaften Zusammenarbeit zwischen Forscher und Arzt ab.

Der Forscher hat es im Laboratorium mit Krank­heitserregern und mit Krankheiten zu tun, die ex­perimentell am Tier erzeugt werden. Der Arzt hat im Gegensatz dazu, den kranken Menschen zu behan­deln mit allen seinen individuellen, ererbten und er­worbenen Reaktionseigentümlichkeiten. Diese letz­tere Tatsache muß bei der Beurteilung des Wertes neuer Arzneimittel und ärztlicher Behandlungser­folge entsprechend in Rechnung gesetzt werden.

Reicher Beifall dankte dem Redner für seine inter­essanten Ausführungen, die in hervorragendem Maße eine anschauliche Unterstreichung durch den gezeigten Lehrfilm über das Prontosil erfuhren.

©er Oozentenführer pg.prof.Or. Haag schloß die Veranstaltung mit den Worten: Deutsch­land darf den Anspruch erheben, sowohl auf dem Gebiet der Ursachenforschung wie der Chemotherapie infektiöser Krankheiten der Wegbereiter zu sein. Die größten und entscheidenden Entdeckungen auf diesem Gebiete sind der deutschen Forschung zu ver­danken. Dies gilt nid) nur für die Infektionskrank­heiten unseres Klimas, sondern ganz besonders für die Tropenkrankheiten. Der deutsche Arzt und der deutsche Forscher stehen bereit, im weltweiten Groß- deutschen Reiche die Kolonialarbeit aufzunehmen. Noch stehen unsere Heere draußen, um mit unver­gleichlichem Heldenmut Deutschlands Ziel zu er­reichen und mitten Unter ihnen als Inbegriff des unbändigen deutschen Willens der Führer.

Verdunkelungszeit:

9. Juli von 22.44 bis 4.41 Uhr.

Aus der eng

Landkreis Gießen.

<£ Leihgestern, 8. Juli. Ihre silberne Hochzeit konnten am heutigen Mittwoch, 8. Juli, der Zimmermann und Landwirt Otto Binz und Ehefrau Katharine, geborene Seipp, Rathausstraße dahier wohnhaft, begehen. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch.

* Treis a. d. Lumda, 8. Juli. Am Montag­abend war in einem Saale der alten Schule Brenn- holzoersteigerung. Es kamen größtenteils Reiser und geringere Mengen andere Holzarten zum Verkauf. Das übrige Brennholz ist den einzelnen Haushaltungen bereits gleichmäßig zugeteilt wor­den. Auf dem Lande ist dos Holz auch jetzt noch der wichtigste Brennstoff zum Kochen und Backen. Es brennt schnell und erzeugt eine hohe Heizkraft. Dadurch ersetzt es den Dorfbewohnern das Gas.

Schwarzschlächter.

Lpd. Darmstadt,?. Juli. Der inAltenstadt in Oberhessen wohnhafte Metzgermeister und Gast­wirt Georg Lips schlachtete seit 1940 zwei Schweine für den eigenen Bedarf, ohne eine entsprechende Zuteilung der bewirtschaftenden Dienststelle, ohne Fleischbeschau und ohne die Entrichtung der Schlacht- fteuer. Er ist üb erführt, neben diesen beiden Schwarzschlachtungen noch eine dritte im Februar 1942 gemeinsam mit dem Bauer Karl Brack aus Altenstadt vorgenommen zu haben und wurde wegen dieser fortgesetzten Kriegswirtschaftsverbre­chen und Zuwiderhandlungen gegen die Verbrauchs- regelungsstrafverordnung von dem Sondergericht in Darmstadt zu 1 Jahr und 2 Monaten Zuchthaus und 100 RM. Geldstrafe verurteilt. Die wegen der Schwarzschlachtung in einem Falle gegen Brack erkannte Strafe wurde auf 1 Jahr Gefängnis und 100 RM. Geldstrafe bemessen. Ein weiterer Mitangeklagter aus Altenstadt erhielt wegen eines minder schweren Vergehens gegen die Verbrauchsrgelungsstrafverordnung 2 Monate Ge­fängnis. Der Fleischertrag aus den Schlachtungen verfiel der Einziehung.

/ Vollstrecktes Todesurteil.

LPD. Darmstadt, 8. Juli. Die Justizpresie- stelle Darmstadt teilt mit: Am 8. Juli 1942 ist der am 28. September 1914 in Hudson (USA.) ge­borene Pole August Halicki hingerichtet worden, den das Sondergericht in Darmstadt zum Tode verurteilt hat. Halicki, ein oft vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher, ist aus der Strafhaft ent­wichen und hat wieder Einbrüche unter Ausnutzung der Verdunkelung verübt.

Entwichene Strafgefangene als Derdunkelnngsverbrecher.

Lpd. Darmstadt, 8. Juli. Die Strafgefangenen Willi Springer aus Mengede und Franz P a - taky aus Oedenburg entwichen Mitte Mai 1942 von einer Außenarbeitsstelle des Strafgefangenen­lagers Dieburg und begingen anschließend mehrere Einsteigediebstähle, um sich die zur Fortsetzung der Flucht benötigten Lebensrnittel zu verschaffen. Sie konnten nach zwei Tagen wieder aufgegriffen wer­den und hatten sich nun, da ein Teil der Diebstähle unter Ausnutzung von Luftschutzmaßnahmen be­gangen wurde, als Volksschädlingsverbrecher vor dem Sondergericht in Darmstadt zu verantworten. Springer, der bereits zweimal, darunter zuletzt mit Zuchthaus vorbestraft ist, wurde wegen der jetzt

eren Heimat.

begangenen Verdunkelungsverbrechen zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei Pataky lagen im Hinblick auf sein erhebliches Dorstrafen- regifter und den Eindruck feiner Gesamtpersonlich- keit die Tätermerkmale des gefährlichen Gewohn­heitsverbrechers vor. Es wurde deshalb neben einer gleichfalls dreijährigen Zuchthausstrafe gegen ihn die Sicherungsverwahrung un­geordnet.

Erdichtete Versicherungsschäden.

Lpd. Fran kfurt a. M., 8. Juli. Im März d. I. wurde ein umfangreicher Dersicherungsschwindel aufgedeckt, der zu einer Verhandlung gegen elf Angeklagte vor der Strafkammer in Frank­furt a. M. führte. In einem großen staatlichen Unternehmen besteht ein Verficherungsverem, bei dem die Beamten und Angestellten gegen Brand- und Diebstahlsschäden versichert sind. Leiter der Frankfurter Bezirksstelle war der 53fahrige Ernst Welsing, der die Schadensmeldungen seiner Be­rufskameraden zu bearbeiten und der Zentrale nach Berlin weiterzureichen hatte. Seit 1935 hat Welsing erdichtete Schadensfälle gemeldet und die Entschädi­gungen teils selbst behalten, teils seinen Helfern, die erst durch ihn zu diesen Straftaten verleitet wurden, zugewendet. In etwa 60 Fällen wurde dem gemeinnützigen Versicherungsverein allem in den zwei letzten Jahren ein Schaden von über 20 000 RM. zugefügt. Die Strafkammer Frankfurt am Main verurteilte Welsing wegen Untreue, Ur­kundenfälschung und Betrugs zu sechs Jahren Zuchthaus, 10 500 RM. Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust. Die raffinierten Betrüge­reien des Angeklagten waren um so verwerflicher, als er bei feinem Amtsvorgänger ähnliche Verun­treuungen aufgedeckt hatte und deshalb das unein­geschränkte Vertrauen seiner Berliner Zentrale ge­noß Neun Mitangeklagte wurden zu Gefängnis­strafen verurteilt, ein zehnter wurde freigefprochen.

G A.-6>port.

Handball der HI.

Mit den sonntäglichen Begegnungen wurden die Spiele in der HI.- und der DJ.-Klasse abgeschlossen. Das Treffen Grümngen-Lang-Göns kam nicht zum Austrag, da die Gäste verzichteten. Grüningen er­hielt dadurch kampflos die Punkte.

Watzenborn Holzheim 4 :5 (3 :3).

«Einen äußerst knappen Sieg konnte Holzheim in Watzenborn erringen. Die Platzmannschaft über­raschte diesmal nach der angenehmen Seite. In der ersten Hälfte waren die Leistungen beider Mann­schaften gleichwertig. Nach der Pause ließ Watzen­born etwas nach.

DJ.-Klasse.

Grüningen Mtv. Gießen 10:4 (6:2).

Einen überlegenen Sieg konnte Grüningen auf neutralem Boden über Gießen erringen. Die Mann­schaft war den Gießenern überlegen und siegte in dieser Höhe verdient. Die Gießener versuchten nach dem Wechsel dem Spiel eine Wendung zu geben, schlierten aber an der Aufmerksamkeit der Grüniti­ger Hintermannschaft. Durch diesen Erfolg ist Grü­ningen Sieger in der DJ.-Klasse. .

Kl.-Lmden 1. 3gb. Heuchelheim 1. Jgd. 12:2 (6:0).

Nachdem Klein-Linden in Heuchelheim gegen die dortige 1. Jugend im Handballspiel mit 7:15 unter­

legen maf, fand am Sonntag In Klein-Linden das Rückspiel statt. Heuchelheim, das nur mit 8 Mann antrat, konnte in der ersten Halbzeit nichts gegen die spielstarke Elf der Platzmannschaft ausrichten. In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste zu zwei Torerfolgen, demgegenüber die Gastgeber noch wei­tere sechs Tore erzielen konnten.

Gpielvereinigurrg 1926 Leihgestern.

Leihgestern 1. Jgd.Rolweiß" Frankfurt 1. Jgd. 2:2 (1:2).

Leihgestern 2. Jgd. ..Sportgemeinde" Steinbach 1. Jgd. 3:1 (2:1).

Das Spiel gegen Rotweiß begann mit einer leich­ten Feldüberlegenheit der Frankfurter, die nach 15 Minuten in Führung gehen konnten, dem sie bald darauf ein zweites Tor anschlossen. Leihgestern kam dann im Anschluß an einen Eckball auf 1:2 heran. Mit diesem Stand wurden die Seiten gewechselt. Leihgestern fand sich bann immer besser zusammen, und der Kampf wurde immer spannender, bis kurz vor Schluß Leihgestern durch einen Strafstoß gleich­ziehen konnte. Schiedsrichter Schüttler (Frank­furt) war dem Spiel ein aufmerksamer und ge­rechter Leiter. Die 2. Jugend errang einen schönen, wenn auch etwas glücklichen Sieg gegen Steinbachs 1. Jugend.

*

Am kommenden Sonntag bestreitet die 1. Jgd. der Spielvgg. 1926 Leihgestern als Bannmeister des Bannes 116 das erste Spiel um die Gebiets» Meisterschaft gegen Friedberg. Das Spiel findet in Friedberg statt.

Wirtschaft.

Buderus'sche Eisenwerke, Wehlar.

FWD. Die in Frankfurt a. M. abgehaltene oHB. unter Vorsitz von Staatsrat Reinhart- Berlin nahm den bekannten Abschluß für 1941 mit SVe v. H. Dividende ohne Aussprache zur Kenntnis, erteilte di§ Entlastungen und wählte die beiden turnus­mäßig ausscheidenden Auftichtsrats-Mitglieder Hans Grün, Hüttendirektor, Dillenburg, und Bankier August Freiherr von der Heydt- Wuppertal wieder. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzer des Aufsichtsrates der Gefallenen und auf dem Felde der Arbeit Gebliebenen sowie des verstorbenen Vorstandsvorsitzers Kommerzienrat Dr. August Koehler, wobei er des Letzteren maß» geblichen Anteil an der Entwicklung des Unterneh­mens hervorhob. Am 29. Mai d. I. hat als Nachfol­ger Kommerzienrats Koehler Direktor Dr. Gies« b e r t den Vorstandsvorsitz übernommen.

Briefkasten -er Redaktion.

F. L. in tf. Es handelt sich nicht um eine gesetz­liche Rente, sondern um einen Ehrensold an Vete­ranen des ersten Weltkrieges. Antrags- und emp­fangsberechtigt sind nur solche alte Soldaten, die in der Kampffront, d. h. also in Schlachten und Ge­fechten dabei waren. Ihren Antrag müssen Sie an das Versorgungsamt in Gießen, Lessingstraße, richten. ,_______________________

Houptschrtftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HaupischriflleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. G.

Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

Anzeigenpreisliste Nr. 6.

03275

LWL« Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme bei dem Seemannstode unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers, Onkels und Neffen Matrose-Funk-Gefr. Helmut Peter sagen wir auf diesem Wege unseren herzlich­sten Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Germer für die trostreichen Worte bei der Gedenkfeier.

In tiefer Trauer: Familie Heinrich Peter. Großen-Linden, den 8. Juli 1942.

Bekanntmachung.

Betr.: Versorgung der Haushaltungen und klein- gewerblichen Selbstverbraucher usw. mit Brennsvirilus durch den Kleinhandel.

I. Die Reichsmonopolverwaltung für Branntwein, Berlin, hat mit Zustimmung des Reichswirt­schaftsministers eine Regelung über die Ver­teilung und den Bezug von Brennsvirilus für a) Gewerbliche Kleinverbraucher einschl. freie Berufe (Industrie, Gewerbe, staatliche und kommunale Dienststellen, Krankenanstalten usw.),

b) Haushaltungen (private Verbraucher) erlassen. Hiernach darf Brennspiritus an ge­werbliche Kleinverbraucher, eiuschl. freie Be­rufe (Industrie, Gewerbe, staatliche und kom­munale Dienststellen, Krankenanstalten usw.) nur noch gegen Bezugsberechtigungsscheine, und an Haushaltungen (private Verbrnucher) nach Eintragung in eine bei den Verkaufsstellen aus- liegende Kundeuliste gegen Aushändigung eines Bezugsnachweises abgegeben werden. Verstöße gegen diese Regelung werden nach der Ver- rauchsregelungs-Strasverordnung vom 26.11.

1941 RGBl. I. S. 734 bestraft.

II. Die Kleinverteiler erhalten durch die Firma Ouambusch Merkblätter, Antragsformulare für die Haushaltungen und Kundenlisten und nach Einreichung der Kundenlisten an die genannte Firma die erforderlichen Bezugsausweise.

Gießen, den 7.Juli 1942. [2144D

Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen

Wirtschaftsamt.

Die Deutsche Ariieitsfront NSG. Kratt durch Freude

Kreisdienststelle Wetterau

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