(Nachdruck verboten.)
28. Fortsetzung.
„3a. Mein Fi „Wie nett. Hc
at er wenigstens Geld?"
- Wccarbi in Berlin
Briefe toBareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
ifang statt.
iebiete de;
NSG. Eine der letzten Veröffentlichungen, die den Begriff der Stammkunden au klären versuchte, enthielt folgende irreführende Auslassung:
„Die sicherste Gewähr für eine wirklich gerechte Warenoerteilung an den einzelnen Stammkunden im Verhältnis zu allem anderen Stammkunden hat deshalb der Kaufmann nur dann, wenn alle Karten bei ihm, und nicht ein Teil woanders abgegeben worden sind."
Geh doch? Wartet dein Freund auf dich?" — Freund wartet auf mich."
erikanifchc" s Wafhing- rneralmafor i Weltkrieg
die Wirkung zu nehmen. Der im Anschluß an den Vortrag zu zeigende Film der IG.-Farbenindustrie sei kein Werbe-, sondern ein Lehrfilm, der einen hervorragenden Einblick in die Vorgänge im menschlichen Körper gebe und die Bedeutung der Eiterkörperchen beim Wegräumen der geschädigten Erreger sehr schön erkennen lasse. Durch Dunkelfeldaufnahmen und Zeitraffung sei eine einzigartige technische Leistung geschaffen. Dies sei ein Grund für die Vorführung des Filmes. Der zweite Grund fei der, daß die Einführung des Prontofils Impuls für eine riesenhafte Forschung an Universitäts-Instituten, Kliniken und Krankenhäusern gewesen sei. Zahlreiche weitere Präparate bauen auf dem Prontosil auf. Seine Entdeckung durch D o m a g k sei ein geschichtliches Ereignis von höchster Bedeutung für den Kampf des menschlichen Geistes mit den Infektionskrankheiten.
„Nicht? Und was verschafft mir sonst das Vergnügen?" das klingt etwas spöttisch.
„Mein schlechtes Gewissen."
.Sie machen nicht den Eindruck, als ob Sie so -»twas kennen. Sie sind das verkörperte gute Ge«
Das weiß ich nicht. Es interessiert mich auch nicht. Er ist gut. Er ist ein guter anständiger Mensch Aber davon begreifst du nichts. Was Gute und Anständigkeit ist, dafür hast du überhaupt kein Gefühl."
(Fortsetzung folgt.)
esamt M i den 543 Mädchen schastlichen ngsgeM1' -halt über, der Land' leiten, und der Scholle rhöhen fid) S v.h. bei wenn man schule al>- )li(h ergab J , daß ihre , Stadt ab-
pg. Professor Dr. Keller
als Redner des Abends gab dann zunächst einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung der Chemotherapie. Unter Chemotherapie versteht man nicht, wie der Name vermuten lassen sollte, eine Therapie mit chemischen Mitteln ganz allgemein, sondern in der Regel nur die Behandlung von Infektionen und Infektionskrankheiten mit chemisch definierten Mitteln. Schon zu Beginn der bakteriellen Aera hat Robert Koch versucht, mit verschiedenen Desinfektionsmitteln eine Art „innerer Des-
Wer ist Stammkunde?
Etwas, das immer noch nicht klar ist.
** 8 5. Geburtstag. Am heutigen Donnerstag, 9. Juli, begeht Frau Mathilde Grönin- q e r, Steinstraße 59 wahnhaft, in körperlicher und geistiger Frische ihren 85. Geburtstag. Der Jubilarin bringen auch wir unsere herzlichen Wünsche zum heutigen Tage und für einen schönen Lebensabend dar.
nden E
v>&
fugend- tonoioiri cks.und les Töj- »ei würbe ton und 1 Ächren chloffentzl erbet er- toierzch! Göttinger lrden bei 1 anneh- meingül.
hulentlas- ie in her M er-- to. hier- nb Land- "helfende )ere wur- iem länd- ' ) alle die -ges zünde suchen i Knaben llsEchlos- t in die inbel und
•!Un. "Ute,
!e; 8oi, „Stilen
be;
^verhütz,
, 8 Uhl Kreisen L? die tohr qe.-
t beto^ bedroh, !rNe .^nber. 'vAver, verliesst
5 Otn6i..
ch Panama । unterzeito nnttir^ ^Mchen' s Wichts lchtkerze mitt emeint« töten.
,a6 d en * enierW' inen dicke».
ten di- dem füe*; LinleiE W-n» °b
lere
s»
an der Ecke, hundert Schritte vor dem 5)otel Baltic.
Concha weiß, daß sie ihn da findet, und es macht ihm nichts aus, wenn er eine halbe Stunde oder länger warten muß. Er sitzt bequem, raucht eine Zigarette nach der andern und betrachtet die Vorbeigehenden. Das langweilt ihn nie — fp viel Gesichter, so viel Gangarten, so viel Farben, so viel Linien — aüch wenn seine Hand müßig ist, sein Auge und sein Geist arbeiten. Es gibt kaum em größeres Glücksgefühl, als so scheinbar untätig, Eindrücke auf sich einftrömen zu lassen, die sich in Einfälle verwandeln — das begnadete Gefäß zu fein für diesen geheimnisvollen Vorgang des Entstehens." , .. t
Er weiß nicht, wie lange er wartet, er weiß kaum mehr, auf wen —. .
Auf Concha, richtig. Er stellt fia) einmal mehr nie Frage, ob er Concha liebt — ehrlich: nein! Leider nein' Vielleicht wäre das Leben einfacher, wenn er sie liebte. Vielleicht wäre es nicht unmöglich, fie restlos zu gewinnen. Ein Mensch, der viel durchgemacht hat, ist dankbar und empfänglich für Gute __ es wäre eine Lebensaufgabe, einer unglücklichen Frau ein erträgliches Dasein zu bereiten.
Kann auch sein, daß es eine Selbsttäuschung ist, wenn man sich einbildet, eine Frau rote Concha glücklich machen zu können. Vielleicht läßt fie — __ auch sie — sich lieber mißhandeln von dem
Er hat viel zu sehen in dieser Zeit des Wartens, und er hat allerhand zu bedenken.
37.
Nun haben Sie mir aber noch immer nicht gesagt auf welche Weile sich die Angelegenheit aufgeklärt hat?" Kattas Frage schreckt Albrecht aus einem kurzen Nachsmnen auf. Er hat gerade darüber nachgedacht, daß es recht unüberlegt von fjerrn Albrecht Sierinck ist, bei Jacobs an der Elbe mit einer stadtbekannten Tänzerin zu sitzen — es ift zwar keine Heimlichkeit dabei, und er kann es jederzeit rechtfertigen — im Augenblick, wo er fir
Vor den Mitgliedern des NSD.-Dozentenbundes und geladenen Gästen sprach bei der dritten Veran- taltung des lausenden Semesters der Direktor der Kinderklinik der Ludwigs-Universität, Pg. Professor Dr. W. Keller, über „Entwicklung und Stand
Professor Franz Schede 60 Jahre alt
Der Ordinarius für Orthopädie an der Universi- «t Leipzig, Professor Dr. Franz Schede, vollendet ein 60. Lebensjahr. Schede wurde in Magdeburg geboren. Er studierte in Heidelberg, Berlin, Kiel mb München und promovierte 1905 in München, do er sich dann für Orthopädie habilitierte. 1923 -am er als a. o. Professor nach Leipzig, wo er | ! 929 Ordinarius wurde.
(tzökkingen — Hannover — Braunschweig.
Um vergleichende Maßstäbe zu schaffen, die manche wertvolle Anregung für die weitere Arbeit ergeben werden, veranlaßte Gauleiter Lauterbacher wech- !' e l s e i t i g e G ast spiele des Stadttheaters Got- j Üngen, des Schauspielhauses Hannover und des Braunschweigischen Staatstheaters. Hannover ga- i tierte mit Eberhard Wolfgang Möllers „D a s Dpfer" am Staatstheater in Braunschweig, das I "einerseits mit Pirandellos „Heinrich IV rt Hannover zum Gegenbesuch erschien. DasGot- inger Stadttheater brachte Hans I ü n g st s Schauspiel „Achill unter den Weibern nach Braunschweig.
Doebereiners Aünstlerjubiläum.
Dhristian Doebereiner, dem Orchester-Dirigenten des Münchener Bach-Vereins, dem ersten deutschen Jambenmeister, dem Primarius des Doeber- mner-Trios für alte Musik auf Originalinstrumenten jnb seit 37 Jahren verdienten Vorkämpfer für die Wiedererweckung der alten Meisterwerke m l9r£r Originalgestalt, wurden zu fernem 50sahrigen Kunst- Cerjubiläum zahlreiche Ehrungen zuteil.
Ausländische Wissenschaftler an d^r Universität Frei- bürg.
Durch Gastvorträge ausländischer Wissenschaftler ; an der Freiburger Universität soll ein Gedankenaustausch zwischen deutschen und ausländischen Wissen- sschattlern ermöglicht werden. Die Vortrage sollen nuch der Bevölkerung zugänglich gemacht werden, um weite Kreise mit der ausländischen Forschung vertraut zu machen.
der Chemotherapie".
Einleitend wies der Dozentenführer Pg. Professor Dr. Haag, Direktor des Hygienischen Instituts der Ludwigs-Unioerfitäs, auf die große Bedeutung der Möglichkeit hin, auch durch Bakterien bedingte Erkrankungen mit chemischen Mitteln bekämpfen zu können und dem Erreger im lebenden Körper ' ehmen. Der im Anschluß an den
erkannt und beobachtet wird. „Darf ich Ihnen noch agen, daß Sie eine der schönsten und klügsten Frauen sind, die mir je begegnet sind, und daß diese Begegnung immer zu meinen erfreulichsten Erinnerungen gehören wird." z
38.
„Was tust du denn da?" fragt Concha, ins Zimmer tretend. Fernando Bareiro sitzt an dem dünnbeinigen Schreibtisch und ist beschäftigt, unbeschriebene Hotelbogen in Umschläge zu schieben.
„Herrgott!" fährt er herum. „Mußt du einen denn immer so erschrecken?!"
„Ich begreife nicht, daß mein Erscheinen dich erschreckt! Wenn du nicht allein wärest, wurdest du dich ja wohl einschließen — und wenn du Liebesbriefe schreibst — das will ich gar nicht wissen."
„Ich schreibe keine Liebesbriefe." Er schiebt un- geduldig die Papiere zusammen und schiebt sie unter den Mappendeckel. „Es ist ein Spiel — ein Witz/
, Erfindest du ein neues Roulettesystem? Das sähe dir ähnlich!" Sie stößt ein kurzes Hohnlachen aus. „Jedenfalls ist es ein Spiel oder ein Witz, von dem ich nichts wissen soll. Auch gut. Inter- effiert mich nicht. Ich wollte dir nur Mitteilen, daß ich ausgehe."
„Schon wieder zum Unterricht?" Mit einem flüchtigen Blick sieht er, daß sie in Hut und Mantel ist.
„Nein, nicht zum Unterricht. Nicht jeden Tag und nicht von morgens bis abends. Dazu würdest du mir wohl gern Urlaub erteilen?"
Weither aus der Verganaenheit kommt der Glaube an die glückbringenden Kräfte des pierblättrigen Kleeblattes. So berichtet uns ein Tiroler Dichter des 15. Jahrhunderts, daß man jedem Kleeblatt, das vier Blätter trage, die Eigenschaft zuschreibe, seinem Besitzer Glück zu bringen; ein solches Blättchen befähige auch gleichzeitig, jeden bösen Zauber zu bannen' und schwindelhaftes Gaukelwerk zu durchschauen. f ■
Nun werde ich, um der letzteren Eigenschaft willen, noch viel mehr nach Vierblättrigen suchen, nein^ mich suchen lassen von ihnen. Vielleicht, das; doch einmal... wr-
Gchont die Waldameisen.
Entwicklung und Stand der Ehemotherapie
Ein Dortrag in der AS.-Oozenten-Akademie Siesten.
Demgegenüber’^ folgende Klarstellung notwendig: Ein derartiges Verlangen kann natürlich nicht an den Kunden gestellt werden, es würde auch im direkten Gegensatz zu den bisher ergangenen Anordnungen — beispielsweise zu denjenigen hinsichtlich des Obst- und Gemüsebezuges — stehen. Es teht dem Kunden selbstverständlich nach wie vor rei, seine Einkäufe, entsprechend seiner vor dem Kriege geübten Gepflogenheit, in Spezialgeschäften zu tätigen. Wenn sich auch durch die Kriegsverhältnisse die Abgabe bestimmter Artikel durch dieses ober jenes Geschäft ein roenia verlagert hat, so ist jedoch die Forderung nach Abgabe der gesamten Karten bei einem einzigen Kaufmann unberechtigt und undurchführbar, zumal eine solche Forderung den Koppelunqsoerkäufen Vorschub leisten würde. Sehr schnell wurde durch eine derartige Handhabung jene Situation entstehen, in welcher dem Käufer diese oder jene Mangelware nur unter der Bedingung der Abgabe seiner gesamten Karten bei diesem Verkäufer geliefert würde.
Die Auslegung des Begriffes des Stammkunden kann also nicht von den durch die wirtschaftliche Not des Krieges sich herausgebildeten Gefchäftsgevflogen- heiten zwischen Verkäufer und Käufer abgeleitet werden, vielmehr sind hierfür die Gewohnheiten im Geschäftsleben maßgebend, die im normalen, unbehinderten Geschäftsverkehr am Stichtag der Preis- stopverordnung üblich waren. Hiernach ist für den Begriff „Stammkunde" entscheidend, ob der Verbraucher eine bestimmte Ware oder bestimmte Warensorten laufend in einem Geschäft gekauft hat und weiter tauft, keineswegs aber die Abgabe der Bezugsscheine überhaupt oder einer bestimmten Menge derselben. ,
So war es aiy Stichtag der Preisstopverordnung iihlich, daß ein Verbraucher '3- B.
infektion" durchzuführen. Es erwies sich aber bald, daß die damaligen Desinfektionsmitteln für den Organismus und feine Zellen nicht minder schädlich waren, wie für die Bakterien selbst. Die verwandten Dosen mußten, wenn sie den Körper nicht schädigen sollten, so gering gewählt werden, daß sie gegenüber den Bakterien wirkungslos blieben. Nur solche Parasiten, die etwas höher organisiert waren, wie z. B. die Trypanosomen, Malaria-Plasmodien usw. erwiesen sichfür die damals verwandten chemotherapeutischen Mittel empfindlich. So kam es, daß die Chemotherapie ihre anfänglichen Erfolge nur auf dem Gebiet der Tropenkrankheiten hatte und schließlich noch bei der Syphilis, da deren Erreger eine Art Zwischenstellung zwischen Bakterien und Protozoen einnehmen. Erst die moderne Chemotherapie brachte hier einen deutlichen Fortschritt durch die Entdeckung des deutschen Forschers D o - m a g k, die es nunmehr auch ermöglichte, bakterielle Infektionen und Infektionskrankheiten chemotherapeutisch zu bekämpfen.
Chemisch handelt es sich dabei um sulfonamidhaltige Azoverbindungen und um chemische Abkömmlinge derselben, die sich besonders im Tierexperiment, dann nachher auch beim Menschen gegenüber der Wundrose, der epidemischen Genickstarre, dem Tripper, sowie gegenüber eitrigen Infektionen, besonders Wundinfektionen verschiedenster Art als außerordentlich wirksam erwiesen. Dabei wirken immer wieder bestimmte chemische Verbindungen meist nur gegen ganz bestimmte Mikro-Organismen in einer optimalen Weife. Es ist keineswegs immer leicht, wie der Laie dies glauben möchte, den Erfolg einer Behandlung einwandfrei zu beweisen, es sei denn, daß es sich um Erkrankungen mit hoher Sterblichkeit handelt und diese Sterblichkeit dann durch die Behandlung mit dem betreffenden Mittel er» heblich herabgesetzt wird.
Als eklatantes Beispiel aus dem Arbeitsgebiet des Vortragenden wurde die moderne chemothera» peutifche Behandlung der epidemischen Genickstarre des Säuglings angeführt. Diese Erkrankung verlief
Aus der Giadi Gießen.
Slücksblätter.
Wie machst du das bloß? Wie findest du denn ein vierblättriges Kleeblatt so im Vorübergehen? Darauf kann ich meiner Frau immer nur antworten: ich habe eben Glück. Nun, ich habe bisher nie zu fragen versucht, ob sie das Gesagte auch auf sich bezieht, aber ich habe das wohl über den grünen Klee hinaus mitgedacht. Indes, hier soll nur von vier- und fünfblättrigem Klee die Rede sein.
Jüngst sitze ich da wieder mitten auf einer Wiese — diese Sitzung war laut Anschlagtafel behördlich genehmigt —, um vom Herumtollen mit den Jungen etwas auszuruhen, als meine Hand auf einmal mitten in ein kleines grünes Kleewäldchen hineingezogen wird. Hier muhten sich wohl wie zufällig die Sonderlinge aus den Kleefamilien ein Stelldichein gegeben haben, denn zwischen den normal geratenen Dreiblättrigen fanden sich viele Vier- und Fünfblättrige. Ein paar zupfte ich mir ab, zog mein Notizbüchlein heraus und legte sie in schöner entfalteter Ordnung hinein. Ich hielt das für Gluck, ihnen begegnet zu sein, und wollte dieses Glück des Findens'und Gefundenhabens daheim noch einmal auskosten. Es gelang. Das Staunen und die leuchtenden Augen meiner Frau waren die gleichen wie an jenem unvergeßlichen Tage, da ich ihr vom Rande eines Kleefeldes zum ersten Male ein Dier- blättriges pflückte. Ein anderes Glück ist mir gestern nicht mehr befchieden gewesen, wenn ich nicht ein paar Gedanken als Geschenk des Himmels nach diesem Erdengeschenk hierhin zähle, aber die gehen keinen etwas an.
Mit dem Glück ift es nun mal etwas Eigenes, Man verlangt' immer zuviel von ihm, man will gleich immer ein Großes, Uebertriebenes, weil man die Augen für das Kleine, Stille, Zarte verloren hat. Zuviel sucht man auch außen und übersteht und überhört dabei die leisen Klänge, die im Innern schweben. Wahrlich schon ein kleines vierblättriges Kleeblatt, das irgendwo und zu irgendeinem Sinn grünt, kann Glück für den Menschen, der es findet, bedeuten. Es ist da ein kleines Gefühl des Aus- erwähltseins, das ihn überkommt, obwohl es nichts für das Dasein in der Welt ausmacht. Es lebt einen Augenblick lang, und das genügt.
a) seine Obst- und Gemüsewaren bei einem Hand- (er, der vorwiegend Obst- und Gemüsewaren führte,
b) feinen Wein in einem Delikatessengeschäft, c) Butter, Eier und Käse in einem Molkereipro« duktengeschäft, . . ...
d) Fleisch- und Wurstwaren bei einem Fleischer und ... ..
e) seine sonstigen Lebensrnittel bei einem Händler laufend kaufte, der außer den von dem Verbraucher bezogenen Waren auch die unter a, b, c aufge- ührten Waren zum Verkauf bereithielt
Durch den laufenden Bezug dieser Waren war der Verbraucher bei dem fraglichen Händler „Stammkunde" für die von ihm bezogene Waren» gattung und wurde auch als solcher behandelt. Er wurde also in bezug auf Güte und Menge der von ihm bezogenen Waren ebenso gut bedient wie ein Verbraucher, der alle oder fast alle Waren von dem fraglichen Händler bezog.
Nun haben die Kriegsverhältnisse in einzelnen Geschäften eine gewisse Umstellung in dem Berett» halten der Waren mit sich gebracht. So haben z. B. ein Teil der Delikatessengeschäfte oder ausgesprochen oder vorwiegend mit Obst und Gemüse handelnde Geschäft, durch die eingetretene Knappheit der sonst von ihnen zum Verkauf gebrachten Waren gezwungen, sich Waren zugelegt, die sie früher nicht führten. Diese Entwicklung darf jedoch nicht dazu führen, daß der Händler den Käufer irgendwie unter Druck setzt, daß er neben den einst bei ihm bezogenen Waren auch die während des Krieges jetzt neu eingeführten dort zu beziehen habe. Der im obigen Beispiel genannte Verbraucher muß also unabhängig von den durch den Krieg eingetretenen Verhältnissen bei fortlaufendem Bezug der fraglichen Warengattung von seinem Händler ebenso im Rahmen der vorhandenen Warenmengen und her Kopfzahl feiner Familie beliefert werden wie ein Verbraucher, der seine Bezugscheine alle oder zum größten Teil bei dem Händler abgegeben hat, selbst dann, wenn die von ihm bezogene Ware Mangel' wäre geworden und nicht bezugscheinpflichtig ist. Der Händler darf also die Belieferung der früher von dem Verbraucher bezogenen und jetzt zur Mangelware gewordenen Ware nicht von der Abgabe von Bezugscheinen von Waren abhängig machen, die der Verbraucher sonst nicht bei ihm kaufte.
Die rote Waldameise ist ein Tier, dem wohl viele Menschen zusehen, wenn es fleißig am Waldboden entlangkriecht. Die wenigsten Menschen wissen se- doch, daß cs eine große Bedeutung als Vertilger zahlreicher Forstinsekten hat. Nimmt man z. B. an, daß eine Ameisenkolonie aus 500 000 Ameisen besteht und jedes Tier nur im Jahre zehn Insekten frißt, so kommt die stattliche Zahl von fünf Millionen Insekten heraus, die durch sie vernichtet wurden. In Waldstücken, die mit den Larven der Forleule besetzt waren, konnte festgestellt werden, daß in kurzer Zeit ein großer Teil dieser Raupen von den Ameisen vernichtet wurde. 2(us alledem ergibt sich die große volkswirtschaftliche Bedeutung der roten Waldameisen bei der Schädlingsbekämpfung. Es ist daher leichtsinnig und gewissenlos, Ameisenhaufen zu zerstören, vielmehr sollte jeder dafür sorgen, daß die Nester der roten Ameisen weitgehend geschont werden.
Gießener Wochenmacktpreise.
* Gießen, 9. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 180, Matte 30, Käse, das Stück 8 bis 10, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, neue, kg 12,%, Wirsing, grün, 15, Weißkraut 20, Gelbe Rüben, Bd. 15, Rote Rüben 15, Römischkohl 13, Bohnen, grün, 80, Erbsen 27 bis 33, Tomaten 82, Rhabarber 12, Kirschen 40, Salatgurken, das Stück 30 bis 50, Blumenkohl 10 bis 80, Salat 5 bis 10, Ober-Kohlrabi 8, Rettich 10 Rpf.
SA.-Offizier als „Berater für Verteidigungsange- genheiten" zur Verfügung gestellt werden.
*
Dr. Alfonso Lopez, der Staatspräsident von Co- imbien, und der Staatspräsident von Venezuela ra'fen zu einem Staatsbesuch in Washington ein. ;
Kunst und Wissenschaft.
Pros. Wilhelm Zander gestorben.
An seinem 44. Geburtstag starb nach kurzer schwe- , >x Krankheit der Ordinarius für anorganische Che- ' iie an der Reichs Universität Straßburg, Prof. : )r. Wilhelm Iander. Pros. Iander wurde in der ttederlausitz geboren. Er studierte in Göttingen, Zerlin und Breslau. 1922 wurde er Assistent am chemischen Institut der Universität Göttingen, 1927 obiütierte er sich in Würzburg und wurde 1934 Ordinarius an der Universität Frankfurt. Er war Teilnehmer beider Weltkriege und wurde schwer verwundet mit dem E. K. I ausgezeichnet. Schon 1922 ekannte er sich zum Nationalsozialismus. Novem- er 1941 war er nach Straßburg berufen worden, seine Spezialgebiete in der anorganischen Chemie ctrafen die Erforschung des Ausbaus fester Kör- er und die außerordentlich reaktionsfähigen Zwi- chenprodukte, die bei der Einwirkung fester Körper cufeinanber bei hohen Temperaturen auftreten. Er sand neue Wege zur Erfassung des inneren Auf- ;au5 kristalliner anorganischer Verbindungen und gegründete die modernen Auffassungen vom Reak- lonsverlauf aktiver Zustände.
Akademische Personalien.
Professor Dr. M o n j e wurde zum a. o. Professor |Ür Physiologie an der Universität Posen ernannt. Professor Dr. Iungandreas wurde zum a. o. Professor für Deutsche Philologie an der Universität Zosen ernannt. Iungandreas wurde 1894 in Görlitz cboren. Er studierte in Breslau und Göttingen, iromovierte 1923 in Breslau, 1933 habilitierte er ch, 1938 erhielt er die Leitung des Schlesischen Wörterbuches, 1939 einen Lehrauftrag für germanische Altertumskunde und deutsche Stammesfor- chung, im April 1941 wurde er nach Posen berufen. — Dem Dr. phll. habil. Grebe wurde die Lehr- efugnis für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Marburg verliehen. — Es wurden er- ant: Dr. med. habil. Str öd e r an der Medi- inischen Akademie Düsseldorf zum Dozenten für Kinderheilkunde, Dr. med,/habil. Gärtner an er Universität Münster zum Dozenten für Hygiene: Dr. med. habil. Häußler an der Universität Dornburg zum Dozenten für Neurochirurgie; Dr. : ned. habil. Döring an der Universität Hamburg um Dozenten für Neurologie; Dr. med. habil. Delmke an der Universität Jena zum Dozenten ür Dermatologie und Strahlenheilkunde; Ober- tabsarzt Dr. med. habil. Schreiber an der Iniversitöt Berlin zum Dozenten für Hygiene.
^,Ich möchte es bleiben. Oder besser gesagt, ich möchte es mir bewahren. Und das Gefühl bedruckt mich, daß ich mich Ihnen gegenuoer sehr ungezogen benommen habe. Ich hm Iynen eine Erklärung schuldig."
Zehn Minuten später steht Albrecht Sierinck vor ihr, sehr höflich und korrekt.
„Wenn Sie nichts dagegen haben, mein gnädiges Fräulein — ich hatte mir gedacht, daß wir em ; mßchen hinausfahren. Ich habe die Taxe unten warten lassen — aber wie Sie wünschen selbstverständlich. Ich fand es nur ein Verbrechen, eic bet diesem wunderbaren Wetter mit einer langweiligen Unterhaltung im Zimmer ,estzuhalten.
Verrücktes Leben, denkt Katta, während sie die Handschuhe überstreift, da sitzt man nun den halben Tag und.bemüht sich, einen Menschen zu erreichen, weil man so eine unbändige Sehnsucht hat, ins Freie zu kommen — und statt dessen erscheint ausgerechnet Herr Albrecht Sierinck und fordert einen zu einer Spazierfahrt auf.
«ytt» 36.
;&$■ l, lst 1 X fllF «IeiL, S-' W* &
Serfl'11
1« «re- auf V
36.
Detlev Nehl ist nicht zu erreichen, er sitzt nicht bei "einer Arbeit, wie er eigentlich sollte — er ist mit Toncha verabredet — verabredet zu einer etwas unbestimmten Zeit. Er steuert feinen deinen rump- :aen Wogen durch das Siraßengewühl und halt
entschließt, mit Irmela die Frage „Gerd" ernsthaft zu erörtern — im Moment ift das Gefühl em wenig unbehaglich, von Leuten beobachtet zu werden, die ihn kennen, und wahrscheinlich kennt jeder dritte Mensch ihn hier, oder doch jeder zehnte. Er muh über sich selbst lächeln; das kommt davon, wenn ein seriöser und solider Mann einer vlotzlichen Laune die Zügel schießen läßt — er handelt bann viel dümmer als ein Zwanzigjähriger, der etwas zu verbergen trachtet.
„Aufgeklärt?" sagt er hochschreckend. „Was aufgeklärt? Verzeihen Sie — ach so — nein — es hat sich noch gar nichts aufgeklärt."
„Aber deswegen hatten Sie mich doch angerufen?" " ,
„Reift. Nicht deswegen. Ich habe Sie angerufen, weil ich seit meinem Besuch bei Ihnen sehr viel an Sie gedacht habe — über Sie nachgedacht, meine ich Und auch darüber, was Sie für einen schlechten Eindruck von mir bekommen haben müssen."
„Es geht", sagte Katta mit einem kleinen Lächeln.
„Nein, es geht eben nicht. Ich will nicht einen schlechten Eindruck bei Ihnen hinterlassen.
„Ich begreife, daß Ihnen das sehr peinlich sein muß!" sagt Katta tiefernst, während ihre Nasen- lügel zucken. „Aber Sie dürfen ruhig schlafen, es war nicht ganz so schlimm. Und außerdem haben Sie es durch diesen schönen Nachmittag reichlich wieder gutgemacht!" ,,_ £ .
„Finden Sie den Nachmittag schon? Das freut mich. Ich auch. Man hat solche Tage — ich kann mich sehr schlecht ausdrücken, besonders wenn ich Stimmungen beschreiben soll —. Die ganze Welt ift plötzlich anders — oder man sieht sie mit andern Augen __ so, als ob eine angelaufene scheibe ab-
oewischt wird, man hat sich schon daran gewohnt, durch die matte Scheibe zu sehendes geht sehr gut, und plötzlich söhlt ein Tuch darüber' und alles qlänzt auf — man sieht es, wie zum erstenmal.
Albrecht ergreift plötzlich ihre Hand und neigt den Kops darüber, glücklich unbekümmert, ob er


