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völkerung schon oorZubereiten, stellte der Londoner Nachrichtendienst fest, daßin London über die feindlichen Behauptungen, den Don erreicht zu haben, noch keine Bestätigung verfügbar" sei.

Etwas offenherziger ist man in der a m er i kanischen Presse. Hier macht man kein Hehl daraus, daß man die Lage an der ^owjetsront für außerordentlich ernst hält. Der SchriftleiterMackenzle von der Nachrichtenagentur Associated Preß steht beispielsweise auf dem Standpunkt, daß der deutsche Vorstoß auf den Don eine ernste Lage schufst, aber nicht Ueberraschung und Verzweiflung aus osen sollte. Gleichsam die Sowjets entschuldigend, fahrt er mit einem verheerenden calto mortale weiter. Die Bolschewisten sind wahrscheinlich bessere Kämp­fer als die Deutschen, sie können jedoch einem so gewaltigen feindlichen Aufgebot an einem Einzel- äbschnitt nicht standhalten." Im übrigen halten auch die amerikanischen Rundfunkkommentare die Lage an der Ostfront für sehr ernst. So ist denn das Lager der Alliierten voll von trüben Ahnungen, und man kann es verstehen, daß ein Blatt wie die New York Post" von eineman und für sich unschönen Bild" spricht und die Desensivstel- lung der Alliierten möglichst schnell in einenSom­mer der großen Offensiven" wandeln möchte. Damit wird es aber wohl nichts werden.

zonen erklärten Seegebiete zu befahren. In einer bereits früher erlassenen Verordnung durf­ten die der staatlichen argentinischen Handelsflotte angehörenden Schiffe nur noch Häfen im Golf von Mexiko ober im Pazifik anlaufen, dienichtindie deutsche Bl 0 ckadez 0 ne einbegriffen waren. Diese Verordnung wurde jetzt auf alle argen­tinischen Schiffe, ganz gleich, ob in staatlichem oder privatem Besitz, ausgedehnt.

Zum Tode

des türkischen Ministerpräsidenten.

Ankara, 8. Juli. (Europapreß.) Wie wir schon kurz gemeldet haben, ist Dr. Refik Saydarn, der türkische Ministerpräsident, der sich dienstlich in Istanbul aufhielt, in der Nacht zum Mittwoch einem Schlaganfall erlegen. Innenminister Tuzer wurde von Staatspräsident Jnönü mit der vorläu- igen Geschäftsführung des Ministerpräsidiums be­reut. Dr. Saydarn wurde 1881 in Istanbul geboren, tudierte Medizin und ging nach seinem in Istanbul abgelegten Staatsexamen zu klinischen Studien nach Deutschlands Als Arzt erwarb er sich in seinem Vaterland einen bedeutenden Namen. Der heutige Staatspräsident berief ihn vor vielen Jahren schon als Minister für Gesundheit und soziale Hilfe in sein Kabinett. Die großen Verbesserungen auf dem Ge­

biet der türkischen Gesuche,tspslege waren em Werk. Bei der Bildung der Regierung Celal Bayar im Oktober 1937 schied Dr. Saydarn aus der Re- gierung. Im zweiten Kabinett Celal Bayar war e Innenminister. Er wurde nach dessen Rücktritt am 25 1. 1939 Ministerpräsident.

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Der Führer sprach anläßlich des Ablebens des türkischen Ministerpräsidenten Resik Saydarn dem türkischen Staatspräsidenten 2smet Jnonu tele- graphisch sein Beileid aus. Die Beisetzung des verstorbenen Ministerpräsidenten findet am Freitag in Ankara statt.

Mit erbeuteten Flugzeugen über Tokio.

Tokio, 8. Juli. (Europapreß.) Ein besonderes Schauspiel erlebte die Bevölkerung von Tokio am Dienstagnachmittag, alsfeindliche Luftstrettkrafte die Stadt überflogen. Es handelte sich um die von den Japanern bei den südlichen Operationen im pazifischen Raum erbeuteten Flugzeuge, worunter sich ein britisches Jagdflugzeug vom Typ Hawker-Hurricane, sowie em schwerer nordamerikanischer Bomber vom Muster Lookhead-Hudson befanden. Die interessante Schau­stellung der Kriegstrophäen erregte bei der Bevöl­kerung der-japanischen Hauptstadt großen Jubel.

Aus dem Reich

Der Arbeitseinsatz der Ostarbeiter.

NSG. Eine schlichte Feier vereinte anläßlich des Richtfestes des Durchgangslagers des Landesar- beitsamtes Hessen für Ostarbeiter in Kelsterbach die an der Errichtung des Lagers beteiligten Arbeiter mit Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht, an deren Spitze Gauleiter und Reichs­statthalter Sprenger erschienen war. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hessen und seinem Dank an den Gauleiter und alle diejenigen, die dem Werk ihre Förderung und Unterstützung hatten zukommen lassen, wies der Gauleiter kurz auf die Bedeutung des Lagers für den Arbeitseinsatz und die Gesund- heitsführung im Gau hin und 'zeigte den Unter­schied zwischen der Arbeitsauffassung des National- fozialismus und Bolschewismus. Der Nationalso­zialismus habe den deutschen Arbeiter aus den Fesseln kapitalistischer Wirtschaftsführung steige- macht: daß er auf diese Freiheit sich jederzeit mit Stolz berufe, gerade jetzt im Kriege, wo die Be­rührung mit fremdvölkischen, namentlich Arbeits­kräften aus der Sowjetunion täglich erfolge, war der besondere Wunsch des Gauleiters. Zum Schluß dankte er dem Präsidenten Kretschma n n für die bisherigen Leistungen der Arbeitseinsatzverwal- tung im Gau, deren Tätigkeit an einem entscheiden­den Punkte der Rüstungswirtschaft er würdigte.

Die Hauptschule.

Im Herbst 1940 erschien die Anordnung, die die Uebernahme der Hauptschule für das gesamte Reich festlegte. Die Ostmark war das Mutterland dieses neuen Schultyps. Die dort bestehenden Hauptschulen wurden im wesentlichen unverändert belassen.

Zwei Lahre unter deutscher Besetzung

Oie Erfahrungen der Bewohner von Guernsey.

haben die wichtigsten Behörden der Insel weiter im Amt belassen. Zahlreiche Schiffe sind mit Lebensmitteln und Brennstoffen für die einheimische Bevölkerung hier angekommen. Wir erhalten Brot und Fleisch. Die BesatzungSbehördeR sorgen für den Transport. Wieviel leichter würde es für sie fein, sich um den Bedarf der Insel nicht zu kümmern und nur für die Besatzungstruppen zu sorgen und dabei als Begründung anzuführen, daß die Insel selbst in der Lage märe, genügend Lebensrnittel aus eigenem Boden zu gewinnen, um die Bevölkerung vor dem Hungertod zu bewahren. Die Strafen, die durch die deutschen Behörden gegen schuldige Zivilpersonen ausgesprochen worden sind, haben ge­zeigt, wieviel Glauben dem britischen Propaganda­märchen über angebliche deutsche Gräueltaten in den besetzten Gebieten geschenkt werden kann. Wenn die Kanonen dieses Krieges wieder schweigen, wer­den die Einwohner von Guernsey hie Deutschen besser kennengelernt haben."

3n der Steppe.

Wieder kommen die Truppen unserer Ostfront in die Steppe. Sie lernten sie schon im Vor­jahre kennen: auf den Vormärschen aus der west­lichen Ukraine nach Süden in das Donezgebiet und in das Randgebiet des Schwarzen Meeres. Dort begegneten sie sogar einer besonderen Abart der Steppe: der S a l z st e p p e. Diesmal begegnen un­sere Truppen der Steppe auf dem Vormarsch nach Osten. Woronesch liegt wenig südlich des 52. Breitengrades, also etwa auf der gleichen Höhe wie Magdeburg, Bielefeld und Münster. Und trotzdem schon Steppe? Nun, wir sprechen auch in Nordost­deutschland unter demselben 52. Breitengrad schon von einigen steppenartigen Erscheinungen und stellen fest, daß sich oberhalb der Oder-Niederungen einepontinische Pslanzenflora" findet, die ihren Namew vom Schwarzen Meer (Pontus Euxinus) hat. Aber die steppenartigen Erscheinungen in der östlichen Mark Brandenburg sind eine Spezialität der Naturwissenschaftler: die Steppe, die jenseits des Don beginnt, ist eine geographische Tatsache! Der Name Steppe und dos ist sehr bezeichnend kommt aus dem ... Russischen, wo stepj flaches dür-

, res Land bezeichnet. Unter Steppe verstehen wir ausgedehnte wellige Ebenen, die im wesentlichen nur mit Gras und Kräutern, aber infolge der Waf- serarmut nicht mehr mit Bäumen bestanden sind. Diese Grassteppen werden unterschieden von den mit Geröll bedeckten Steinsteppen und den noch un­fruchtbaren Salzsteppen, deren kahler Boden einen, vegetationsfeindlichen Salzgehalt hat. Bis zum Don reicht die Kette fruchtbarer Schwarzerde: dann be­ginnt die lehmig-sandige Steppe. In einem PK.-Be­richt finden mir einen einzigen Satz, der sehr an­schaulich die Ueberqänge schildert:Je näher die Deutschen dem Oskol zurückten, desto mehr spürten sie unter den Rädern ihrer Fahrzeuge die schwarze, fette Hrde zu körnigem und mehligem Sand wer­den."

Oie sowjetische Gchwanmeerflotte ohne Stützpunkte

Genf, 9.Juli. (DNB.-Funkspruch.) Der frühere Moskauer Korrespondent derDaily Mail" schreibt, der Fall von S e w a st o p o l sei für die Somsets von meitertragender Bedeutung als man in Eng­land allgemein annehme. Von Nichtfachleuten^höre man, die sowjetische Schwarzmcerflotte könne jetzt noch Noworostjsk ober Datum als Stützpunkte be­nutzen. Jedoch diese beiden Häfen besäßen nur kleine Reparaturwerften und keinerlei Hafenanlagen, die sich zum Stützpunkt für eine Flotte ausbauen ließen. . Für die sowjetische Schwarzmeerflotte gebe es also heute keine Stützpunkte mehr, das sei um so be­drohlicher. als sich die wichtigsten Schm arzmeerh äsen Odessa, Nikolajew und Sewastopol in deutscher Hand befänden.

Argentinische Schiffe dürfen Kriegszonen nicht mehr befahren B y e n o s Aires , 8. Juli. (Europapreß.) Durch eine Verordnung des argentinischen Staatspräsi­denten C a ft i l l o ist es der gesamten argentini­schen Handelsschiffahrt verboten, die zu Kriegs-

Paris, 8.Juli. (Europapreß.) In einem Rück­blick auf den Tag, an dem vor zwei Jahren über­raschend deutsche Truppen in kühnem Handstreich die Insel Guernsey am Westeingang des Aermel- kanals besetzten, schreibt das Lokalblatt der Insel, dieEvening Post":Nach zwei Jahren können wir die Deutschen als Menschen beurteilen. Unsere Propaganda ist für manche Irreführung verantwort­lich. Ohne jemals mit einem Deutschen zusammen­getroffen zu fein, hatte der größte Teil der Insel­bewohner die Deutschen für Analphabeten und Barbaren gehaltetz. Der unter deutscher Besatzung Lebende sollte angeblich .unter dem Nazistiefel zer­malmt werden'. Jeder Inselbewohner, der ehrlich genug ist, der Wahrheit die Ehre zu geben, wird inzwischen seine Meinung geändert haben. Die Soldaten find im Verkehr mit den Einheimischen freundlich, ehrlich und rücksichtsvoll. Von einer Arroganz, von der man vor der Be­setzung sprach, kann keine Rede sein. Die Deutschen

Außerdem entstanden sowohl in dey neuen Reichs­gauen und Reichsgebieten als auch im Altreich neue Hauptschulen. Nach Mitteilung des Regierungs- und Schulrats Th. Keil aus dem Reichserziehungsmini­sterium bestehen im Sudetenland 290 vierklassige und 80 sechsklassige Hauptschulen. In der Ostmark gibt es 594. Neben diesem alten Bestand wurden in den neuen Ost- und Westgebieten bereits 354 Hauptschulen errichtet, und' zwar in Lothringen 33, im Elsaß 55, in Luxemburg 39, im Saarland 51 und in der Pfalz 34, im Regierungsbezirk Kattowitz 22, im Reichsgau Wartheland 44 un8 im Reichsgau Danzig-Westpreußen 76. Hinzu kommen in der Untersteiermark 23 Hauptschulen und in Württem­berg, als erstem Gebiet des Altreichs, weitere 51 Hauptschulen.

Basierklingen.

Die Rasierklingenindustrie darf nur noch zwei Sorten Dreiloch- und Langlochklingc in zwei verschiedenen Stärken 0,13 mm und 0,10 mm aus demselben Material und in kriegsmäßiger Packung Herstellen. Die Klinge in Stärke von 0,13 mm wird 4 Rpf., die Klinge in Stärke von 0,10 mm 6 Rpf. kosten, ohne Unterschied von Dreiloch- und Langlochsorte.

Kleine politische Nachrichten.

In Berlin traf eine Abordnung der italienischen Postverwaltung unter Führung des Unterstaats­sekretärs Marinelli ein, um, wie schon in Wien und München, Einrichtungen des Postscheck- und Post- sparkassendienstes zu besichtigen.

Reichsschatzmeister Schwarz traf zu Arbeitstagun­gen und Besichtigungen im Gau Westmark ein. In

Bedenkliche Zahlen.

Die Tatsache, daß seit Jahrzehnten eine ft an. dicke Abwanderung der Landbevölke­rung zur Stadt in Deutschland und anderen Kulturländern erfolgt, gehört zu den ernstesten Fol­gen des landfremden Denkens liberalistischer Zeiten. Eine ungehemmt fortschreitende Entvölkerung des Landes müßte naturnotwendig zum Volkstod führen, es kann also gar nicht oft genug betont werden, daß die Schaffung besserer Lebensverhatt- r.iffc auf dem Lande und gerechterer Bewertung aller bäuerlichen Arbeit im dringendsten Interesse der Selbsterhaltung unseres Volkes liegt. Dies um [0 mehr, als gegenwärtig nicht nur aus den Kreisen der Erwachsenen eine viel zu hohe Zahl in die Städte und zur Industrie geht, sondern vielmehr ge­rade auch die Landjugend mit einem erfchrek- kend hohen Prozentsatz von der Landflucht erfaßt wird. Mit Recht wird in der NS.-Landpost betont, daß eine weitere Verschlimmerung dieser bedroh­lichen Entwicklung eigentlich nur noch in der Weise erfolgen könnte, daß bereits die Schulkinder vom Lande zur Stadt abwandern. Um dies zu ver­hindern, wird man dem Ausbau und der Verliesse, rung des ländlichen Schulwesens größte Aufmerksamkeit widmen müssen.

Wie umfangreich sich die Landflucht der Jugend­lichen gestaltet, zeigen die von Diplomlandwirt Jeurink mit Unterstützung des Schulrates und der Lehrerschaft in 54 Landschulen des Kreises G o h fingen durchgeführten Erhebungen. Hierbei wurde die Berufswahl von insgesamt 1269 Knaben und 864 Mädchen zugrunde gelegt, die in den Jahren 1931, 33, 35, 37, 39, 40 und 41 mit abgeschlossener Volksschulbildung entlassen wurden. Die hierbei er­faßten 54 Schuldörfer haben eine Einwohnerzahl von durchschnittlich 200 Menschen, die Göttinger Vororte Meende, Geismar und Grone wurden bei der Untersuchung ausgeschaltest Man darf anneh- men, daß die ermittelten Zahlen ein allgemeingül­tiges Durchschnittsergebnis widerspiegeln.

Aus einer Gesamtzahl von 1269 volksschulentlas- senen Land jungen verblieben, wie die in der NS.-Landpost veröffentlichten Feststellungen er­gaben, nur 471 (37,1 v. H.) auf 'dem Lande. Hier­von waren 233 als Söhne von Bauern und Land­wirten (zumeist Anerben) der Gruppehelfende Familienangehörige" zuzurechnen, 100 andere wur­den Landarbeiter und 138 wandten sich einem länd­lichen Handwerk zu. Von diesen sind noch alle die abzuschreiben, die nur während des Krieges gün­stigere Lebensmöglichkeiteii auf dem Lande suchen und späterhin in die Stadt ziehen. 798 Knaben (62,9 v. H. der Gesamtzahl) gingen teils als Schlos­ser, Feinmechaniker oder Bauhandwerker in die Stadt, teils ergriffen sie Berufe im Handel und bei Behörden.

Bei der weiblichen Landjugend dieser Schul­jahrgänge bettug die Zahl der in -die Stadt Ab- gewanderten zunächst mit 321 von insgesamt 864 Mädchen nur 37,2 v. H. Jedoch sind von den 543 (62,8) der auf dem Lande verbliebenen Landmädchen 233 als Hausgehilfinnen in nichtlandwirtschaftlichen Haushalten tätig und wechseln erfahrungsgemäß früher oder später in einen städtischen Haushalt über. 56 v. H. der 543 Mädchen sind Bauern- ober Land- wirfstöchter, die im elterlichen Betrieb arbeiten, und 10,7 v. H. blieben als Landarbeiterinnen der Scholle treu. Die Verlustzahlen des Landvolkes 'erhöhen sich für die genannten Jahre weiterhin um 9 v. H. bei den Knaben und 5 v. H. der Mädchen, wenn man auch die zur Mittelschule ober höheren Schule ab- qemanberten mit in Betracht zieht. Tatsächlich ergab sich b$i der Befragung dieser Jugendlichen, daß ihre Beru'sswünsche fast ausschließlich auf die Stadt ab- zielen.

Neustadt an der Weinstraße fand ein Empfang statt. Der Reichsschatzmeister wird auch die Gebiete des alten Peichslandes Lothringen besuchen.

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Der italienische Außenhandelsminister Riccardi traf auf Einladung der Reichsregierung in Berlin ein.

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Zum Oberbefehlshaber der -nordamerikanischen Luftstreitkräfte in Europa wurde, wie aus Washing­ton berichtet wird, der 51 Jahre alte Generalmajor Karl S p a a tz ernannt, der bereits im Weltkrieg bei der USA.-Lustwaffe diente.

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Zwischen den Vereinigten Staaten und Panama wurde in Washington ein Militärvertrag unterzeich­net. Dem panamesischen Außenministerium wird ein

Vergessene Wildgemüse.

Ju Erinnerung gebracht von Friedrich Schnack

Die Erforschung der Pflanzennahrung begann im Dinkel vorgeschichtlicher Zeiten. Wir sind in allem Nachfahren und leben von der lleberlieferung un­serer Ahnen: die Nahrungswahl haben die Vor­fahren ausgeprobt, und wir, die wir von ihr Ge­brauch machen, haben so gut ro;e nichts hinzuge­fügt: Brot, Gemüse und Fleijch gab es schon immer. Vieles, was sie wußten und kannten, haben wir vergessen, teils aus Bequemlichkeit, teils aus Nach­lässigkeit. Nur in Kriegszeiten erinnern wir uns ver­lassener Nahrungspflanzen und sammeln sie wieder, wie es während des Weltkriegs in beträchtlichem Maße geschah.

Wer kennt noch den Pastinak? Dieser gelb­blühende Doldenblütler wurde einst vielfach ange­baut, seine Rübe ist fleischig wie die der Möhre. Ein Verwandter von ihm, die Zuckerwurzel aus der Familie des Merks, ist völlig verschwunden. Diese Pflanze wurde im 16. Jahrhundert sehr bevorzugt. Der Kerbel wurde als Wildling noch im acht­zehnten Jahrhundert von den Sammlern gerne ge­sucht. Die im Frühjahr gegrabene Wurzel wurde gebrüht, abgezogen und als Salat zubereitet. Der Geschmack wird als süß-lieblich geschildert. Lang vernachlässigt, zog sie neuerdings als Kerbelrübchen wieder in den Garten ein.

Weiß jemand von der Gemeinen Erdnuß, auch Gemeine Erdkastanie genannt? Ihr Name steht kaum in einem Gärtnerlexikon. Der dünne, sich schlängelnde Stengel dieser Doldenblume geht in eine rundliche, schwärzliche Knolle über die Erd­kastanie. Die Pflanze blüht weiß und betupf: Raine und Aecker. Noch vor hundert Jahren wurde sie in, der Schweiz als Dolksnahrungsmittel ausge­graben. Sie schmeckte wie gebratene Edelkastanien. In Deutschland war sie auch beliebt.

Der lauchblättrige Bocksbart oder die Hafer­wurz, ein Körbchenblütler, kommt in Norddeutschland häufig wild vor. Im 16. Jahrhundert wurde er bei uns angebaut, er gab ein schwarzwurzelähnliches Gemüse. Angeblich ist auch der Wiesen-Bocksbark zu diesem Zweck kultiviert worden: die Wurzel ist süß und zart. Allerlei Klettenwurzeln wurden ge­sammelt. Man nahm meist auch die jungen Sprosse

als Gemüse dazu. Cs war dies die heilsame Klette, bann die filzige Klette und die kleine Klette. Sie wachsen auf wüsten Plätzen. .

Zur Bereitung von Gemüse wurde der Wurzel­stock des Wiesenknöterichs verwendet In Hungerzeiten erscheint er immer wieder auf dem Tisch. In Deutschland in hochgelegenen Orten diente er zur Suppe, in der Schweiz wurde er vielfach gesammelt.

Von den Ranunkeln wurde die Butter- ober Sumpfdotterblume gesammelt. Die Wurzel wurde gekocht und verspeist, in Finnland waren in Notzeiten die Beryohner vor Hunger sicher, wenn sie genug Butterblumenwurzeln fanden. Aus ihren Blutenknospen wird die heimische Kaper hergestellt. Die Armen des 16. Jahrhunderts ernährten sich mit den Wurzeln des kriechenden Hahnenfußes, doch mußten diese durch Trocknen entgiftet werden. Im Weltkrieg soll der Gebrauch dieses Gemüses wie­derholt empfohlen worden fein, vor allem die Wur­zel des Scharbockskrautes, der Feigwurz, eines niedrigen, glänzend herzblättrigen gelbblühen- ben Krautes, das sich durch warzenähnliche Wurzel- knöllchen fortpflanzt. Die Blätter geben Salat. Die Brutknöllchen der Pflanze, in den Blattachsen sich entwickelnd, kleinen Weizenkörnern gleichend, wur­den ebenso wie die saftigen unterirdischen Sprossen als Gemüse gesammelt.

Die jungen Blätter des Alpen-Sauer­ampfers werden als Wildspinat geschätzt und tneift mit den jungen Sprossen der Brennessel und des Guten Heinrichs gekocht. Daß auch die jungen Blätter des Wegerichs und des Lungenkrauts ein wohlschmeckendes Wildgemüse liefern, sei neben­bei erwähnt.

Die Kreuzblütler sind weitverbreitete Unkräuter. In der Zucht spenden sie allerlei Kohlarten und Rettiche. Die Wildlinge, der Ackersenf und der Hederich, sind nicht so minderwertig, wie es scheinen mag. Im 18. Jahrhundert war der A ck e r s e n f beliebt, er bereicherte die Nahrung. Im Frühjahr treibt er bald Blätter, die, gewachsen und zerschnit­ten, zu Spinat genommen werden können. Hede- r i ch wird in einem älteren Kochbuch hervorge­hoben: er gebe jung ein sehr empfehlendes Ge­müse, das wie Spinal gekocht werde. Der Acker­senf wächst in Saatfeldern, an Wegrändern und auf Schuttplätzen. Seine gelben Blüten verraten ihn

weithin. Während des Weltkrieges konnte er sich manche Täfel erobern.

In vergangenen Zeiten wurden die gekochten Blütenböden der Disteln der Nahrung zugeführt. Wir kennen nur noch den Distelkopf der Artischocke, die aus dem Süden zu uns kommt. Aber noch Con­rad G e s n e r (1550) berichtet in seinen Schriften von der Eberwurz, der Karlsdistel:Die flei­schigen Köpfe bienen uns nach Entfernung des Kelches ber Blüte und Samen mit Wasser und Salz als ein treffliches Essen, das mit Pfeffer noch lobenswerter sein würde." Auch Goethe erwähnt in seiner italienischen Reise dieses wohlschmeckende Distelessen.

Es mag verwunderlich erscheinen, daß auch der Sch a ch t e l h a l m, ein lästiges Unkraut und gro­ßes Heilmittel, verzehrt worden ist. Matthileus, ein Trienter Botaniker aus dem 16. Jahrhundert, er­zählt, die Dauern seiner Heimat hätten diese Pflanze m der Fastenzeit gegessen, nachdem sie sie gekocht, mit Mehl bestreut und in Del frikassiert hätten. Dieses Gericht sei an Stelle von Fisch getreten. Der zarte, junge Schachtelhalm, der noch keine Kiesel­säure, die ihn härtet, ausgenommen hat, kann dem Salat beigemengt werden.

Wie kenntnisreich und fühlend waren doch die alten Pflanzensammler! Wir beschränken uns heute auf überlieferte und bewährte Kulturpflanzen, und es würde uns wohl kaum einfallen, etwa den Adlerfarn zu verspeisen. Und doch lassen sich die jungen, noch eingerollten Wedel des Adlerfarns im Avril bis Juni, nachdem fje mit dem Messer abgeschabt wurden, roh essen. Der Wurzelstock ist reich an Stärkemehl. Des Bittergeschmacks wegen muß das Mehl gut ausgewaschen und abgekocht werden. Zur Bereitung der alten Biere dienten an Stelle des Hopfens die Wedel des Krautes.

Not macht erfinderisch. Es bewahrheitet sich das Wort eines Mannes, der die Hungernahrung er­forschte:Ich weiß, daß Menschen, die vorn lieben fluß ausgesuchter Speisen umgeben sind, nicht daran denken, daß ihre Mitbürger zuweilen das Notwen­digste entbehren, sie werden nicht daran glauben, daß die Mehrzahl der Pflanzen, die ich beschreibe, häufig in rohem Zustande und ohne viel Zuberei­tung ihre Grundkost mar." Im Weltkrieg wurden junge Triebe, Wurzeln und Wurzelstöcke eingehend auf ihren Nahrungswext geprüft und empfohlen.

u. a. die Triebe verschiedener Arten von Werden- röschen. Von der Behörde wurdeals wichtiges Wintergemüse" die gelbblühende Nachtkerze der Bahndämme und Schuttplätze genannt. Hinzu kam der knollige Erdstamm des Gemeinen Lerchensporns und seine Verwandten. Der Merkwürdigkeit wegen sei erwähnt, daß damals sogar eine Verwertungsgesellschaft für den Rohr­kolben gegründet wurde, die Typha-Verwertungs- gesellschaft.. Diese Sumpfstaude hat einen dicken, kriechenden Erdstamm, der gekocht und zu Mehl ver­arbeitet wurde.

Noch mancher Pflanze wäre zu gedenken, die dem Nahrungsdienst des Menschen nützlich ist. Die Natur ist reich, der Mensch begnügt sich, zur Einseitigkeit neigend, mit geringer Speisenauswahl. Wenn aber einst, in ferner Zeit, die eine oder andere Pflanze unserer Felder und Gärten durch Ueberzüchtung erschöpft sein wird, dürfte für andere, wenig be­kannte und kaum verwertete Wildlinge und Un­kräuter die Stunde anbrechen, die sie hineinführt in den künftigen Schatz der Dolksnahrung.

Düchertisch.

August Winnig: Das Buch Wan­derschaft, Preis in Halbleinen geb. RM. 5,80. Hanseatische Verlagsanstatt Hamburg 36. ©innig, den fein Weg vom marxistischen Klass en kämpf er zum leidenschaftlichen Verfechter nationaler Gesinnung geführt hat, der als Oberpräsident von Ostpreußen dazu beigetragen hat, diese gefährdetste Provinz des deutschen Ostens dem Reich zu erhalten, ist kurz vor der Jahrhundertwende als Maurergeselle nachMi- em alten Brauch durch einen großen Teil West­deutschlands von der Wesermündung dis zum Bo­densee gewandert. Seine hier aufgezeichneten (Erin­nerungen an diese Wanderjahre bleiben aber nicht in der Romantik ber Landstraße und der Herbergen stecken, sondern werfen manches Licht auf die gro­ßen sozialen Probleme der Zeit. Sein Buch, von der Fröhlichkeit eines gütigen Menschen durchwärmt» ist als Rückschau eines klugen, klar blickenden und bc- sinnlichen Mannes, der Retuschen verschmäht, ein zeitgeschichtliches Dokument von großem Wert. Die hübschen Federzeichnungen von Fr. Schreck unter- streichen das Persünlich-Jnttme des Buches.

Dr. Fr. W. Lange*