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vlenrtag. 8. Dezember 19§L

Eichener Anzeiger

(92. Jahrgang Nr. 289 öricbemt lagtlch, mitzer Sonnlaaö und s^ket erlag-

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General-Anzeiger für Oberheffen

Für eine neue Weltordnung her Gerechtigkeit

Eine Erklärung Botschafter Oshimas

Dor-

Oer Streit um Darlan

Größte Verwirrung in Kranzösisch-Nordafrika

worden waren.

fängniffen entlassen

werden, doch wird der Endsieg unfer' sein. Denn auf der Seite derjenigen, die bereit sind, für die Ge°

DerParis Soir" berichtet, daß sich in Marokko 56 000 Flüchtlinge, der Hauptsache nach Juden, und in Casablanca 28 000 Flüchtlinge befinden. Die französischen Siedler und Kaufleute, die Arbeiter, die Mitglieder der Frontkämpferleaion stünden nach wie vor treu zu Frankreich. Die Abneigung gegen Nogues, so schreibenLes Nouveaus Temps", mache sich in ganz Nordafrika bemerkbar. Die Bevölkerung von Rabat veranstalte anti-amerikanische Demon­strationen und Kundgebungen gegen Noguös. Er war nach der Sitzung des Imperialen Rates für Algier" gezwungen, unter starker nordamerikani- scher Bewachung nach Hause zu gehen. Der Rektor der Akademie in Algier hat bekanntgegeben, daß die Anstalt bis auf weiteres geschlossen ist, da man antiamerikcmtsche Kundgebungen der Studenten be- fürchtet

Tanger, 8. Dez. (Europapreß.) Die Verwir- rung, die der Abfall des Admirals Darlan und die Aufrufe von Marschall P 6 t a i n und Admiral Platon unter den Truppen Französisch-Marokkos hervorgerufen haben, konnte auch durch die inten­sive Propaganda des Generals Nogues nicht be­seitigt werden. Reisende, die aus Französisch-Ma- rokko in Tanger eintrafen, berichten, daß zahlreiche Truppenteile passiven Wider st and leisten und keinesfalls militärisch eingesetzt werden können. Die Besatzungsbehörden forderten deshalb, daß alle Truppenteile, deren politische Haltungnicht ein­wandfrei" sei, zwangsweise im Landesinnern kaserniert werden sollen.

rechtigkeit alle Opfer zu bringen, steht die sehung."

Japan feiert den Tag des Kriegseintritts.

Tokio, 8. Dez. (Europapreß.) Neber jedem ja­panischen Haus weht am Dienstag die rpeiße Flagge mit dem Sonnenball. Japan feiert den ersten Jahrestag der Kriegserklärung an die Ver­einigten Staaten und Großbritannien. Mit einer Verlesung jener Botschaft, die der Tenno am 8. De­zember 1941 an die Nation richtete, wird man in allen Fabriken, Büros und Schulen den Tag be­ginnen. In allen Tempeln des Reiches werden Dank­gottesdienste abgehalten. Am Mittag wird eine Derkehrsstille von einer Minute allen Japanern Muhe geben, in'stillem Gebet der Gefallenen zu gedenken, deren Tapferkeit die einzigartigen Er­folge zu verdanken sind, die Japan in den verflosse­nen 12 Monaten errungen hat.

Die erwachsenen Mitglieder des nationalen Dien­stes in ganz Japan wurden um 6 Uhr mobikisiert, um sich vor den verschiedenen Schreinen zu ver­einen und für den Sieg der japanischen Waffen zu beten. Ftnanzminister Kaya richtete um 7 Uhr über den Rundfunk eine Erinnerungsrede an die Nation. In Tokio wird eine große Versammlung abgehalten, auf der Premierminister Hideki T o j o sprechen wird. Um 19 Uhr werden in der Hibiya- halle Oberst Nahagi, der Sprecher der Armee, und Kapitän zur See Hiraide, der Sprecher der Ma­rine, das Wort ergreifen.

Dem ausländischen Beobachter fällt immer wieder die völlige Selbstverständlichkeit auf, womit das japanische Volk die kriegsnotwendigen Einschrän­kungen seiner Lebensweise hinnimmt und die un­erschütterliche Siegeszuversicht. Jeder Japaner ist durchdrungen von der Ueberzeugung, daß alle Hindernisse erfolgreich überwunden werden und daß, wie es in jener Botschaft des Tenno heißt, bie Quellen des Bösen schnell vernichtet werden und ein dauerhafter Friede in Ostasien errichtet werden wird, der den Ruhm unseres Reiches bewahrt."

Kraftwerk mit 6 Turbinen erbauen ließ, die mit ihren 250 000 Pferdestärken ganz Sudfinnland bis Helsinki und Turku mit Strom versorgen und außerdem die hier erschlossenen Kupfervorkommen, die gleich an Ort und Stelle verhüttet werden, reichste Ausbeute geben.

Einen Steinwurf von hier gen Osten aber liegt das Meer Laatokkä, das die deutsch-finnischen Heeresberichte immer wieder nennen. Wasser, Was­ser und nochmals Wasser, so weit das Auge reicht, in dessen nördlichstem Teil sich die Inselgruppe Valamo aus den Fluten erhebt, ein Komplex von 25 größeren und kleineren Landstücken, um die der Kampf tobt. Der gleichnamige Haupthafen V a - lamo bietet eine der größten Sehenswürdigkeiten Finnlands: das Kloster. Seine Gründung geht auf das Jahr 992 zurück, es ist ein zweiter $ery Athos im Norden Europas! In langen Jahrhun­derten bewiesen die Herrscher Rußlands dem Kloster ihre besondere Gunst. Der Ruhm Dalamos verbrei­tete sich über die ganze griechisch-katholische Welt, und Wallfahrer kamen aus aller Herren Ländern.

Wer diese- kleine Geographie der Landschaft lieft und auf einer guten Landkarte verfolgt, der wird verstehen, warum gerade das Meer Laatokka uns im Begriffe desLadoga--Sees" in diesem Kriege so geläufig wurde: hier liegt der Schlüssel nach Kronstadt und Petersburg. Wer den Ladoga fest in der Hand hat, der beherrscht die rechte russische Flanke!

Borposten des Abendlandes

Von unserem HEM.-Sonderberichterstatter.

man vielmehr, daß ständig neue Verhaltungen er­folgten. D e Gaulle erklärte sich in einer Rund­funkansprache zur Mitarbeit bei einer Zusammen­fassung aller französischen Kräfte bereit, durch die der Feind aus den Gebieten Frankreichs vertrieben werden solle.Doch wird die französische Nation es nicht zulassen", erklärte de Gaulle weiter,bafc eine Handvoll Männer, welche die Kapitulation und die widerrechtliche Besitzergreifung verkörpern, die Disziplin der anderen mißbrauchen, um Ehre und Pflichterfüllung vorzutäuschen. Die Nation wird nicht dulden, daß die Männer, die im Krieg ver­sagt haben, das Schicksal tter Nation lenken, auch wenn dadurch ein Bürgerkrieg entstehen könnte." Besonders dieLegion des Combattants" in

Berlin, 7. Dez. (DNB.) Anläßlich des Jahres­tages des japanischen Kriegseintritts erklärte der japanische Botschafter, General O s h i m a, einem Vertreter des DNB.:Es ist gerade ein Jahr her, daß Japan, gezwungen durch die dauernden und planmäßigen Herausforderungen der angelsächsi­schen Mächte zu den Waffen griff. Wir haben viel erduldet, um eine Klärung der Lage und eine Ver­söhnung herbeizuführen, sie aber haben dies für ein Zeichen der Schwäche gehalten und darauf mit einer Verstärkung des Drucks und der Bedrohung geant­wortet. Dieser Gang der Ereignisse hätte wollte man ihn japanischekseits gewähren lassen nicht allein die langjährigen Bemühungen Japans um die Stabilisierung Ostasiens zunichte gemacht, son­dern auch den Bestand des japanischen Kaiserreiches unmittelbar gefährdet. Drei Tage nach dem Aus­bruch des großostasiatischen Krieges" so führte General Oshima weiter aushaben Deutschland und Italien ebenfalls den Krieg gegen die Vereinig­ten Staaten erklärt. Gemeinsame Ideale und das­selbe Kriegsziel führten unsere Mächte zueinander und halten sie fest zusammen. Großeuropa ringt um die Schaffung einer wahren Gemeinschaft und die Errichtung einer neuen Ordnung unter der Führung Deutschlands und Italiens, und ebenso ftebt Grohostasien unter der Führung Japans im Kampfe um die Vereinigung aller Völker dieses Raumes unter einem Dach."

Im Hinblick auf die gegenwärtige Kriegslage be­tonte General Oshima, daß die feindlichen Mächte, die infolge ihrer dauernden Niederlagen in eine ver­zweifelte Situation geraten sind, nunmehr zu allen Machenschaften der Tücke und Niedertracht greifen und sich vis zum Aeußersten anstrengen, um Gegen­schläge zu führen.Wir dürfen uns daher nicht in Sicherheit wiegen, sondern müssen mit eiserner Ent­schlossenheit den Feind immer schwerer schlagen. Wir sind in diesem Kriege, der nicht nur eine Aus­einandersetzung der Waffen, sondern auch eine Kraft­probe des Geistes ist, berufen, der Gerechtigkeit in der Welt zum Durchbruch zu verhelfen. Das stolze Bewußtsein, daß wir für das hehre Ziel der Er­richtung einer neuen Weltordnung kämpfen und da­für unser Aeußerstes einsetzen, verbindet unsere Völker auf das festeste. Der Kampf wird noch härter

Auch unter den Vichy-Gegnern selbst halten die Zerwürfnisse an. In Französisch-Marokko find ebenso wie in Algier die de Gaulle-Anhänger, die von den Vichy-Bohörden verhaftet worden waren, noch immer nicht aus den Gefängnissen entlasten worden. In de Gaulle-Kreisen Tangers behauptet

Nordaftika führt in Wort und Tat nach wie vor einen eifrigen Kampf gegen die de Gaulle-Bewe­gung. Man verfolgt bei den in Tanger lebenden Franzosen diese Zerwürfnisse mit Besorgnis, da man den Eindruck hat, daß unter dem Deckmantel dieser Auseinandersetzung in Wirklichkeit Großbri­tannien und die Vereinigten Staaten ihren Streit um das französische Kolonialreich ausfechten. Die Unterhaltungen, die Darlan geführt hat, werden von de Gaulle als null und nichtig bezeichnet. De Gaulle verweist darauf, daß Darlan überhaupt keine Vollmacht hatte, im Namen irgendwelcher französischen Stellen zu sprechen oder gar mit der Sowjetunion zu verhandeln, da die diplomatischen Beziehungen .zwischen Dichn und der UdSSR, zu einer Zeit abgebrochen wurden, als Darlan sich als stellvertretender Regierungschef in Vichy befand.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsinki, Anfang Dezember 1942.

Von der hohen Schi-Schanze bei Kotka ließ ich den Blick schweifen, weit ostwärts, über Man- iierbeim-ßinie und finnisches Land, hinein nach Diußland, kurz vor Losbruch des deutschen Sturms 'm das bolschewistische Herz. Eine unendliche, ja sewige Symphonie von Seen und Wäldern, von Feldern und Wiesenstücken bis zu dem flimmernden Horizont, kaum Menschen oder gar Häuser, kaum Heben in dieser gesegneten Landschaft, die so fried- sich schien und doch schon damals Krieg bedeutete. jSm Rücken lag Kotka am Kymijoki und an den Ufern des Finnischen Meerbusens, Dome in der Ferne Karelien und ganz ganz hinten, wo Die Welt zu Ende schien, das Meer Laatokka: der Ladoga-See. Doch dazwischen wehte der Be­griff Wiborg, Finnlands .Heilige Stadt", da- mal3 noch' unter Moskaus Knute und nebst Hangö puomis offene Wunde, die erst in dem Augenblick Heilte, als der Blutfetzen der Sowjets von diesem Bollwerk des Westens gegen den Osten von dem Oorwärtsstürmenden finnischen Löwen wieder von Burg und Turm heruntergeholt wurde.

Man zieht mit vollen Lungen diese finnische Wald- und Seeluft in sich ein und weitet das Auge vor einem Panorama, das die Welt in solcher Schönheit, Abgeschlossenheit und Schwere wohl nur jmmal kennt. So stand ich auf hoher Warte, und |ms Minuten wurden Stunden! Da unten, einer Wpielzeugschachtel gleich, das Weltgeschehen und die vzene. Heute noch Frieden, gestern Krieg, und morgen das wußte schon im Herbst 1940 ein jedes Kind in Finnland neuerlich Krieg. Und hier war, wie schon immer in Hunderten von Iah­ten, wie in der ganzen finnisch-russischen Geschichte, las Angriffs- und Derteidibungszentrum, hier war ter Boden blutgetränkt, hier gingen Heere und ziehen Heere. Dieser Flecken Erde wurde zu Be­griffen für die Seite nach Westen und die Front -ach Osten; dieser Strich bedeutet Leben oder Sterben; hier endet in nördlichen Breiten die Kul- tur des Abendlandes, um das Erbe an Asien ab» !autreten. Die Frage war nur stets die, wo die Grenze verlief: am westlichen oder gar am Etlichen Ufer des Ladoga-Sees; damals war sie 'wieder einmal seit einem halben Jahre nach Westen rerrückt (und darüber hinaus noch westlicher fixiert); Leute ist das Meer Laatokka wieder finni­sch es Meer, wenn auch noch vereinzelte Sowjet- pyrzepge diesen größten See Europas in Nacht int) Nebel, fliegenden Holländern gleich, befahren. Künfxefjrn Monate wehte über Wiborg das Banner Irnnischer Trauer, eineinviertel Jahr irrten Stare« Vertrieben, im. Lande der, tausend Seen umher, | ertrieben, im Lattde der tauschend Seen umher, lopflos, verstört, ohne Heimat.

I Die Roten aber schanzten und befestigten in die- | ?m Interregnum, zogen Schützengräben durch »fruchtbarstes Ackerland und bauten Bunker in Denk- I Haler jahrhundertalter Architektur, um wenn es lad) Moskaus Plänen gegangen wäre von dieser vturmPlattform aus die Seuche über kurz oder fang vorwärts zu tragen. Obwohl die Sonne schien, lag damals dichte schwarze Trauer über Lebendem int) Totem, hier zwischen Kotka und Ladoga. Es har ein Wahn zu glauben, Petersburg sei in dem ilugeiEck gefährdet gewesen, in dem Suomi im besitze Kareliens und des nördlichen Teils des kadoga war. Wer die Geschichte sowohl Finnlands Ils auch Rußlands kennt, sieht klar und deutlich len ewigen Zug "der Rusten immer wieder und bieder zum Meere Laatokka und nach Wiborg. immer standen hier die Finnen in steter Abwehr ior dem Koloß, der sie zu erdrücken drohte, da nicht lur nationale oder internationale Expcmsionsbe- frebungen des weißen und des roten Zaren hier tue Rolle spielten, sondern auch wirtschaftliche Fak- bren den Russen Wasser auf die Mühle waren.

- Wiborg ist nach Helsinki und Tampere die größte Stabt Finnlands, und die Gewässer auf der Nord­sitte der Stadt, der Suomenvedenselkä, der mit dem Saimaa-Kanal verbunden ist, sind nicht nur End- Lunkt der gesamten östlichen finnischen Flößerei, son- Pern machen Wiborg auch zum Mittelpunkt des Han­dels ganz Ostfinnlands. Zahlreiche Verkehrswege lau- In hier zusammen, fünf Eisenbahnlinien haben hier ren Scheitel, das gesamte Binnenwassersystem nbet hier seinen Ausgang. Kein Wunder, daß die urie Krieg sich hier immer wieder und wieder aus- bte und Wiborg, dem Herzen Kareliens, auch heute nod) den Stempel stärkster Befestigung aufpragt, Pud) wenn die Sowjets sich bei ihrem Abzüge nicht Leuten, alles in Schutt und Asche zu legen. Neben Ruinen alter Befestigungsbauten aus dem Mittel- 01 ter weist die Stadt auch heute noch Hochstleistun- len neuester Baukunst auf, und die Umgebung mit itren zahlreichen, märchenhaft schönen. Parkanlagen feilt ein kleines Paradies dar.

> Aber auch die Wirtschaft Finnlands hat ihr Po- hntial am Meere Laatokka und in Karelien mit einem Wasserwege von außergewöhnlicher roirt- shastlicher und somit auch strategischer Bedeutung, btr immer wieder und wieder Anlaß gab zu Den Kriegen der letzten Jahrhunderte: dem wegen seiner landschaftlichen Schönheiten bekannten Salmaa- Kanal. Dieser Wasterweg nimmt von Wiborg aus leinen Ausgang und endet bei der Stadt Lappeen- rtnta," durch mehrere Schleusen unterbrochen, du einen Höhenunterschied zwischen dem Saimaa-See tob dem Finnischen Meerbusen von 76 m m ur- lirünglidj 28, nach den durchgeführten Enieuerungs- tob Erweiterungsarbeiten jedoch nur noch 9 Schien len ausgleichen. Durch den Kanal werden m Frie- dmszeiten vor allem gewaltige Mengen Holz alle. ?lct befördert, heute dient er jedoch Dormtegeno militärischen Zwecken. ,.

J Hier pulst das Herz Kareliens, von hier erreicht in kürzerer ober längerer Fahrt die Setten- -«le der Provinz, zuerst einmal das gegenüber bir Festung Kronstadt am Finnischen Meerbusen

gelegene Terijoki, heute ein einziger wüster Trümmerhaufen, in dem kein Stein mehr auf dem anderen steht. Vor dem ersten Weltkriege entwickel­ten sich Terijoki und die weiter an der Küste ge­legenen Nachbarorte Kellomaki, Kuokkala und Dl- lila zu Sommerfrischen, die von den oberen Zehn­tausend des nahen Petersburger Hofes bevorzugt wurden. Nach dem hunderttagigen Winterkriege 1939/40 mußte Finnland mit der Abtretung Kare­liens auch Terojoki räumen. Mit ihm auch Koi- viste, den Treffpunkt Kaiser Wilhelms II. mit dem Zaren Nikolaus II. im Jahre 1905 anläßlich der Unterzeichnung >des deutsch-russischen Sicherungsoer- trages, der später so wirkungslos im Sande ver­lief. Während I m a t r a , an der Stelle gelegen, wo der Duoksi, ein Ausfluß des Saimaa, sich nach Durchbrechen des Geröllrückens Salpausselkä fernen Weg durch den Felsengrund bahnt und hierdurch die weltbekannten Wasserfälle bildet, nach dem Friedensschluß vom 12. März 1940 finnisch verblieb, verlief in den folgenden 15 Monaten die damalige neue Sowjetgrenze wenige Kilometer ostwärts. Imatra ist für Finnlands Wirtschaft aus dem Grunde von besonderer Bedeutung, da die Regie­rung hier in den Jahren 19211929 ein gewaltiges

Ein Jahr Ostasienkneg.

Von Major Ein Endo.

Ein Jahr ist vergangen, seit Japan am 8. De­zember 1941 in den Krieg um die Befreiung des ostasiatischen Raums vom Joch Englands und der Vereinigten Staaten und die Errichtung einer neuen Ordnung in Ostasien eintrat. In dieser Zeitspanne hat sich die Lage in Großostasstn völlig verändert, die Macht Großbritanniens und der USA. ist hin- weggefegt worden, Union Jack und Sternenbanner sind verichwunden, und von den Aleuten im plorben bis Java, Timor und Neuguinea im Süden weht das Sonnenbanner. Der westliche Teil des Stillen Ozeans und der östliche Teil des Indischen Ozeans sind unter japanischer Herrschaft.

Vergleicht man bas Japan vor einem Jahr, als es unter dem Druck der Einkreisung durch die ABCD.-Staaten zu ersticken schien, mit dem heu­tigen, das sich sowohl der erfolgreichen Durchführung des Krieges, als auch dem Aufbau im großostasiati- schen Raum widmet, so ist man geneigt zu glauben, ein Wunder sei geschehen.

Pearl Harbour bildet die größte lieber- raschung der Kriegsgeschichte. Mögen Militärschrift» steller auch behaupten, daß manche zufälligen Um» stände zum japanischen Erfolg beigetragen hätten, beispielsweise seien die Offiziere und Mannschaften der USA.-Kriegsschiffe über Weekend an Land ge­wesen, daher hätte die amerikanische Flak beim ersten Luftangriff nicht eingegriffen; die USA- Schlachtschiffe wären paarweise in einem Abstand von nur 25 Metern wie bei einer Ausstellung von Kriegsschiffen aufgestellt gewesen; die Witterungs­verhältnisse wären ungünstig und die angreifenben Flugzeuge daher nicht gut auszumachen gewesen. In ber Tat sprechen auch wir Japaner in .einem solchen Falle von einemSegen bes Himmels", boch Darf man angesichts biejer Begünstigung burch die Vorsehung nicht die vorzügliche Ausrüstung, den hohen Grab ber Ausbildung und den eisernen Kampfwillen ber japanischen Wehrmacht außer acht lassen ober unterschätzen. Ohne biete brei Momente insbesondere ohne die harte Schulung, welche es den Flugzeugführern ber japanischen Marine ge­stattete, bei heftigem Sturm vom Deck ber Flug­zeugträger zu starten, und ohne ben unbebingten Willen, sich zu opfern > hätte bei aller Begünsti­gung burch ben Himmel nicht ein Zehntel des tat­sächlich erzielten Resultats erreicht werden fönnen,

Zwei Tage nach Pearl Harbour würben Aus­bildung und Kampfentschlossenheit auf hoher Se» vor Malaya erneut unter Beweis gestellt; hier spielte der Zufall nicht hinein; die als unoer« sinkbar geltendePrime of Wales" und dieRe- pulse", beide vollständig gerüstet, wurden' dir erstere burch sieben, bie zweite burch vierzehn Luft- torpebo-Treffer auf Den Meeresgrund geschickt. Unsere eigenen Verluste waren Dagegen unwahr­scheinlich gering: nur brei Flugzeuge gingen ver­loren.

Das japanische Oberkommando hegte vor Aus­bruch bes Krieges Befürchtungen über bie Möglich­keit einer Verbinbung amerikanischer und britischer Seestreitkräfte im süd­lichen Stillen Ozean; bie Ueberraschung von Pearl Harbour unb ber Ausgang ber Schlacht vor Ma­laya haben jeboch biese Verbindung scheitern lassen, so baß diese beiden Gefechte die Vorbedin­gungen für die folgenden ßanbungs*

Wachsende Beunruhigung in England.

Stockholm, 7. Dez. (Europapreß.) Die Dar- lan-Affaire wird in immer stärkerem Maße zum beherrschenden Problem nicht nur der englischen Innenpolitik, sondern auch insbesondere ber Be­ziehungen zu Norbamerika. Der Londoner Korre- fponbent vonAllehanda" berichtet, daß man itt Washington und London die Absicht habe, je einen politischen Vertreter nach Nordaftika zu senden, um an Ort und Stelle über die Möglichkeit einer Lösung zu verhandeln. In London erwartet man mit Spannung die Geheimsitzung des Unterhauses in dieser Woche. Wie ber Korresponbent derGöte­borger Handels- und Schiffahrtszeitung" berichtet, werben nahezu alle Abgeordneten der Regierung mitteilen, daß in den Wahlkreisen große Unruhe über die Zusammenarbeit mit Darlan herrsche. Der schwedische Korrespondent fügt hinzu, daß trotz des vollständigen Schweigens ber englischen Presse die Unruhe über die Affaire Darlan sich im ganzen Lande verbreite unb jeden Tag zunehme. Die Tat­sache, daß Eben in der vorigen Woche im Unter­haus erklären durfte, bie britische Regierung fei über bie Proklamation Darlans nicht unterrichtet gewesen, wird in London als Beweis für eine mangelhafte Zusammenarbeit mit Nordamerika ge­wertet. DerManchester Guardian" deschäfttgt sich mit ben Derschiebenheiten der Auffassung über Darlan in beiden Ländern unb schreibt, Meinungs- verschiebenheiten könnten nicht daburch beseitigt wer­ben, baß man sie übersehe.

Französische Journalisten von den Nordamerikanern in Algier erschossen.

Paris, 7. Dez. (Europapreß.) Auf Befehl der norbamerikanischen Behörben in Algier ist ber ranzösische Journalist Marcel S a u v a g e erschos- en worden. Marcel Sauvage hatte sich als Der- asser einer größeren Anzahl Romane und Gedichte owie als Journalist einen Namen gemacht. Er war von einem Juden als Gegner der norbamerikani­schen Invasion denunziert worben. Weitere Mel- burtgen aus Marokko besagen, außer Sauvage wären noch neiin andere französische Journa­listen mit ber gleichen Begrünbung erschossen wor­ben. Die Blätter forbern, daß in Frankreich unter ben dort lebenben Engländern, Nordamerikanern, Juden und Gaullisten eine Anzahl von Geiseln ver­haftet werden, um Vergeltung für die Erschießung französischer Ötwmaltften in Nordasrita zu üfcm