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* 6niö gum rden.

m geboren wurde er 1906 Assistent am Frank, firter Psychologischen Institut und 1908 Privak- do;ent. Er folgte 1908 einem Ruf als Professor an bit Gymnasiallehrerbildungsanstalt in Buenos Aires. 1913 kehrte er nach Frankfurt zurück und erhielt dort einen Lehrauftrag für Pädagogik. 1922 mrde er Ordinarius in Königsberg. 1934 wurde er nach -alle versetzt und 1935 auf eigenen Antrag emeritiert. Der emerit. Professor der Kinder- Heilkunde an der Universität Basel, Dr. Emil W i e lind, vollendet am 12. Oktober sein 75. Lebens- ta. Der m Basel geborene Gelehrte beschäftigte fit fachliterarisch besonders mit der Rachitis, der Lihilddrüfe und der Divhtherie. Der o. Professor fitz Mathematik Dr. Gerhard Kowalewski in Msden ist in gleicher Eigenschaft an die deutsche I Technische Hochschule in Prag berufen worden. Ko- xlvielewsti wurde 1876 in Alt-Järshagen (Pommern) flctoren. 1899 habilitierte er sich in Leipzig für Mathematik, wurde 1901 als a. o. Professor nach iGnifswald und drei Jahre später nach Bonn be- »ritten. 1909 wurde er an der Deutschen T. H. Prag 'Okdinarius, übernahm 1912 einen Lehrstuhl an der Udattigen Deutschen Universität und kam 1920 an «die T. H. Dresden.

! Zer Scheffel-Preis an 206 deutschen Oberschulen.

Der Deutsche Scheffel-Bund, im Reichswerk Buch nid Volk, Hauptgeschäftsstelle Karlsruhe, konnte dieser Tage der 200. deutschen- Oberschule seinen Sheffel-Preis als dauernde Einrichtung zusprechen. Damit können 200 deutsche Oberschulen alljährlich atu Schuljahrende je einen Abiturienten mit guten Leistungen im Schulfach Deutsch durch Verleihung dc; Scheffel-Preises auszeichnen, der in der zehn­jährigen Mitgliedschaft der Preisträger beim Bund besteht. Der Bund erhält dadurch einen stetigen Zu­strom junger, leistungsfähiger Mitglieder.

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Aus dem Reich.

Gesicherte Krankenhilfe in den luftgefährdeten Gebieten.

Rach einer Jnspektionsfahrt durch Westdeutsch­land, die besonderen gesundheitlichen Schutzmatz- nahmen für die Bevölkerung der luftgefährdeten Ge­biete diente, sprach Reichsgesunbheitssiihrer Dr. Conti in Münster und Bielefeld. Dr. Conti stellte fest, daß ebenso wie die gesamte Bevölkerung auch der Gesundheitsdienst in den heimgesuchten Gebie­ten seine Bewährungsprobe bestanden habe. Wo Krankenhäuser von britischen Fliegern zerstört wor­den sind, standen Hilfskrankenhäuser zur Ver­fügung; Krankenräume und Operationssäle in bom- bmgeschützten Bauten sorgen dafür, daß die Hilfe nir die Kranken bei jedem Angriff weitergehe. Rach dm Siege werde man die Tuberkulose mit neuen Verfahren und organisatorischen Mitteln in einer bisher- unmöglich erscheinenden Weise Nieder­drücken. Notwendig sei in dieser harten Zeit des Krieges allerdings, daß jeder selbst über seine Ge­sundheit wache.

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Förderungsbeihilfen für Oozentenanwärter.

Während des Wehrdienstes ist den Dozentenan- märtern die Förderungsbeihilfe ungekürzt weiterzuzahlen sowohl verheirateten Anwär­tern als auch ledigen Anwärtern, die Unterhalts- pjlichten zu erfüllen haben. Die sonstigen ledigen Dozentenanwärter erhalten bei Einberufung zum Wehrdienst 50 v. H. ihrer bisherigen Förderungs­beihilfe. Dozentenanwärter, die wegen des Wehr- bimstes an der Erwerbung des Dr. habil, und der Dozentur gehindert sind, können auf Antrag von btm Zeitpunkt ab, zu dem sie bei einem regel­mäßigen Verlauf zum Dozenten ernannt worden mären, die Fürderungsbeihilfe bis zur Höhe der Lniangsbezüge für Dozenten erhalten. Die Anträge |inb bei der Fakultät einzureichen.

Hast.

(Nachdruck verboten.)

^.Fortsetzung.

@iunmiränbern machte Karens Gesicht zwar un- kmtlich, aber Haare von solch leuchtendem Blond

30 000 Gewerbelehrer werden gebraucht.

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Ein Mann rechnet ab

Roman von Horst Biemath

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Der Aufbau der Berufsschulen nach reichseinheit­lichen Gesichtspunkten ist im Altreich im Abschluß beaviffen. Nach den gleichen Gesichtspunkten be- iinoen sich die Schulen in den neuen Gebieten in btr Entwicklung. Ziel ist ein reines Fachklassen- jystem, um dem Nachwuchs die Einsicht in die sinn­volle Ausübung seines Berufes zu vermitteln und ihm das nötige Maß an Wissen und Können mit= zugeben. Für diese Aufgabe sind rund 30 000 Ge- merbelehrer, Handelslehrer und weibliche Lehrkräfte ijfür die gewerblichen, hauswirtschaftlichen und tauf» Manischen Berufsschulen des Reiches nötig. Sie Men noch bei weitem nicht zur Verfügung, wir Men im Gegenteil unter einem empfindlichen Mangel an Lehrkräften. Deshalb ist jetzt die Neu- oidaung der Ausbildung erfolgt, der eine Regelung für Handelslehranstalt folgen wird.

gob es hier weit und breit nicht zum zweitenmal, krackmann kam mit dunkler Stirn hinter der deke hoch. Also sie verfolgte ihn! Er hatte es im gönnen fast befürchtet. Nun, Verakruz war groß fluiig, um sich vor Karen Orgassa unausflndbar zu Pirtergen. Aber es zwang ihn zu erhöhter Aufmerk- cmeeit. Was, zum Teufel, wollte sie noch von ihm. Chatte gehofft, sie mit seiner heimlichen Flucht QBs dem Hause, entgegen feinem Derspr^en, en - Mg abqeschüttelt zu haben. War es nicht deull ch Sing? Verstand sie denn nicht, daß er sie heute Ni»t wissentlich getäuscht hatte, um sie loszuwerden.

W bereute er es, diesen krummen Ausweg ge­eilt zu haben. Er hätte sie wegschicken müssen, er Hille ihr sagen sollen, daß seine Angelegenheiten li< nichts aber auch gar nichts angingen, und daß P 'fdi nicht unterftehen solle, sto^nd dazw'schenzu^ Wien. Nun sachte sie ihn.... Was bildete dieses

3n dem letzten Dorf, in dem sie Hielten, wo Brack- Immn deä Mestizen für feine Gefälligkeit zu einem lElas einlud, zwanzig oder dreißig Kilometer vor !:wkruz, jagte in rasender Fahrt ein Wagen an ititn vorüber, um bald hinter einer endlosen gelben voubwolke zu verschwinden. Brackmann nahm nur s'-r den Bruchteil einer Sekunde die vorüberflitzen- bm Profile der beiden Insassen wahr, aber dieser ^Jfenblid genügte ihm, um sich zu ducken und bitzschnell hinter der Theke zu verschwinden. Am Steuer des Wagens saß ein junger Mann, den er nicht kannte, und neben ihm Karen Orgassa.

W Möglichkeit einer Täuschung war gänzlich ^geschlossen. Die Staubbrille mit den dicken

Aus der Stadt Gießen.

Ernte der Kleingärtner.

Die Kleingärtner haben in diesem Herbst viel Freude gehabt. Bei schönstem Wetter konnten sie ihre Schätze heimfahren. Kleine Handwagen rollten ununterbrochen, voll beladen, von den Gärten zur Wohnung. Mit Lust und Liebe arbeiten diese Men­schen, um dort auf einem Stückchen Land das nötige Gemüse, aber auch ein paar Blumen zu ziehen. Und nun haben sie der Arbeit Lohn auf den kleinen Wägelchen. Jetzt heißt es: Mit Stolz und Freude! Jeder schwere Kohlkopf, jede schöne walzenförmige Karotte wird liebevoll in der Hand gehalten! Unb was wurde schon alles in den Sommermonaten ge­holt! Jetzt werden die letzten Wagen eingefahren. Der Blumenkohl ist noch schwach. Er wird im Keller in Wasser gestellt und erholt sich noch. Die letzten grünen Tomaten werden eingemacht. Das Schönste aber, die bunten Löwenmäuler, Dahlien und Astern geben einen dicken Strauß. Er wird noch lange von der Gartenpracht erzählen; denn alle Herbstblumen halten sich ja recht gut in einem kühlen Zimmer. Die mütterliche Erde wurde um­gegraben und liegt nun mit ihren braunen, glän­zenden Schollen da und wartet auf den Winter. Die Rosen werden mit Erde bedeckt, die Dahlienknollen kommen in den Keller. Winterspinat und Feldsalat wurden bereits gesät, und die kleinen grünen Pflänzchen glänzen in der Sonne. Sie werden den Winter überdauern und im neuen Frühjahr als erstes Grün auf den Tisch kommen ...

Abschied vom Garten ... So ganz leicht ist es uns nicht ums Herz. Wir gehen an einem Sonntag­nachmittag noch einmal hin und überschauen das Fleckchen Erde, das uns so viel Freude gab. Dort spielten die Kinder, sie hatten ihr eigenes Beet, da

Gauleiter Sprenger in Gießen

Die (Eröffnung der kullurwoche der NSDAP, am nächsten Samstag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr, in der Neuen Aula erhält eine besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Gauleiters Sprenger.

Die gesamte Bevölkerung wird noch einmal auf­gefordert, die Veranstaltung zahlreich zu besuchen.

standen die Blumen, daneben das ©emüle, auch einige Reihen Frühkartoffeln. Wie oft Haven wir hier in den Sommermonaten geweilt und mit der Gießkanne geholfen, daß die Pflanzen nicht welkten. Aber auch wie oft haben wir mit lachenden Augen Körbe voll Salat, Gemüse, Erdbeeren, Tomaten und Erbsen heimgeholt. Mit unfern Nachbarn haben wir geplaudert, haben zusammen auf dem selbst­gezimmerten Bänkchen gesessen und uns am (Son­nenuntergang erfreut! _

Welcher Segen ging von diesen Gärtchen aus. Und was schenkten sie uns in diesem Jahre. Nun stehen wir hier in wehmütiger Stimmung, mir müssen Abschied nehmen. Die Gärten wollen jetzt auch ruhen und neue Kräfte sammeln für das nächste Jahr.

Auch der Winter wird vergehen, und ein neues Frühjahr wird eivziehen. Dann kommen wir wieder.

H.

Kür Tapferkeit vor öem Kelnöe.

Der Obergefreite Anton Wegener aus Wieseck, Grabenstraße, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen in Afrika mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Unfer Opfer für sonniges Kinderland.

Zum nveilen Opferfonnfag am 11. Oktober.

NSG. Wer einmal den Blick in einen NSV.- Kindergarten wirft und richtig in all das junge und aufstrebende Leben hineinhorcht, idem geht das Herz auf vor Freude. Mochte man nicht stundenlang in der Türe stehen bleiben und den kleinen Wuschel- kopfen zuschauen? Wie sie da herumspringen in unermüdlicher Bewegung, wie ihre kleinen Hände mit Holzklötzchen Türme bauen, einjtünen und wie­der neu errichten, wie sie im Kreisspiel fingen! Sonniges Kinderland, wohlbehütet und umsorgt, tut sich lda vor uns auf, mitten im ernsten Kriege!

Unbekümmerte, frohe Kinder stellen das Glück und die Lebenskraft unseres Volkes dar. All ihr Springen und Umherwirbeln sind ja nichts anderes als Gesundheit, als noch ruhende Kräfte und Fähig­keiten, die zur Entfaltung drängen. Wer sie vor Augen hat, dem braucht um die Zukunft unseres Volkes nicht bange zu fein. Starke Hände werden einmal den Sieg tragen und wahren, den unsere Soldaten heute erkämpfen.

Volksgenosse, deine Spende, die du am kommen­den Opfersonntag für das Kriegswinterhilfswerk des

Mädchen sich eigentlich ein? Glaubte sie wirklich/ ein paar Weibertränen konnten ihn weich machen und umstimmen? Immerhin, der Gedanke, Karen noch einmal zu begegnen, war äußerst unbequem und lästig.

Er tippte den Rest des Habanera hinunter und kletterte mißgestimmt auf seinen Platz neben dem Steuer. Senor Manaya loste die Bremse und gab Gas, der Wagen schaukelte in gemächlicher Fahrt hinter den Verfolgern drein. Der Staub, den sie aufgewirbelt hatten, stand noch immer gelb und unbeweglich in der kochenden Luft. Die Sonne be­gann niederträchtig zu stechen. Auch der Fahrwind brachte keine Kühlung mehr.

Am Stadtrand von Verakruz ließ Brackmann sich absetzen. Senor Manaya schüttelte ihm die Hand: Vergessen Sie meine Adresse nicht! Sie können bei mir viel Geld verdienen, ohne sich die Hände zu zerschinden"

Ich werde sie nicht vergessen, Don Estobari, ver­sprach Brackmann und sprang aus dem Wagen. Er winkte einen herumlungernden Jndiojungen heran und ließ sich auf Wegen, die möglichst weitab vom normalen Verkehr lagen, zum Hafen führen. Der braune Bengel schnippte den Peso, den Brackmann ihm anbot, mit dem Daumen unnachahmlich geschickt in die Luft, um an dem zarten Klang bei der Be­rührung des Fingernagels mit der Münze die Echt­heit des Geldstückes zu prüfen. Die Probe fiel zu­friedenstellend aus, er schob den Peso grinsend unter die Zunge und trabte voran.

Durch verwahrloste Hofe, an Indiohütten und zerbröckelnden Gartenmauern vorbei führte er Brackmann in schnurgerader Richtung zum Hafen­viertel hinunter, zu den Salons der Senoritas, zu den Pulquerien, Matrosenspelunken und Absteige­quartieren letzter Ordnung, wo Karen Orgassa Brackmann zwar vermuten durfte, wo sie ihn aber nie suchen konnte.

Jetzt um die Mittagszeit waren die Straßen wie ausgeftorben. Brackmann schickte den Jungen, der ihn geführt h.rite, zuri'.I, d? er auch die grrirtf

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Festtage der Besinnung und des Kuliurwillens.

An der Eröffnungsveranstaltung nimmt der Gauleiter teil.

Das gesamte Gießener Kunstleben gibt der Kulturwoche eine besondere Weihe»

Die Kreisleitung Dellecau der NSDAP, veranstaltet in der Zeit vom 10. bis zum 25. Oktober eine Kulturwoche in Gießen, die ein Zeichen dafür sein soll, daß der Kreis Wetterau in steter kultureller Einsatzbereitschaft auch in einer Zeit, in der sonst die Musen schweigen, eine weitgespannte Veranstaltungssotge durchsühren kann. Das umfangreiche Programm, das die Partei in enget Zusammenarbeit mit der NSG.Kraft durch Freude", der Hitler-Zugend, dem Theater der Universitätsstadt Gießen, der Universität, dem Goethe-Bund, der Kulturellen Bereinigung, den oberhessischen Walern und Bildhauern und den Volkstumsgruppen zusammengestellt hat, gibt die Gewähr, daß diese Kundgebung ungebrochener kultureller Krast des nationalsozialistischen Deutschlands für jeden zu einem Erlebnis besonderer Art werden wird. Die Gießener Kulturtage werden so zu Festtagen der Besinnung aus die Werke des deutschen Geistes. (Eine ausgesuchte Schar von bewährten Krästen des Gießener Kunstlebens wird bemüht fein, diesen Tagen die eigentliche Weihe zu geben. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger wird an der Eröffnungsveranstal­tung teilnehmen und damit dem Beginn der Kulturwoche ein besonderes Gepräge verleihen.

Oie Veranstaltungen während der Kulturwoche.

Samstag, 10. Oktober 1942.

19.30 Uhr in der Neuen Aula: Eröffnungs­veranstaltung unter Teilnahme des Gauleiters. Es svricht Parteigenosse Ziegler, Gauleiter. Musikalische Umrahmung durch das Wiesbadener Streichquartett.

Sonntag, 11. Oktober 1942.

9 Uhr im Lichtspielhaus: Eröffnung der Winterspielzeit der Juaendfilmstunden. Aufführung des FilmsHeimkehr". Es spricht der k. Bann­führer, Obergefolgschaftsführer Wolf.

11 Uhr im großen H or saal der Uni­versität: Eröffnung einer Kunstausstellung der oberhessischen Künstler durch den Kreisleiter Back­haus mit anschließender Führung.

16.30 Uhr in derNeuen Aula: Sinfonisches Konzert des Bannorchesters der Hitler-Jugend, Bann 116. Leitung: Scharführer Fritz Braun. So­listen: Gertrud Dapper (Gießen), Klavier.

18.30 Uhr im Theater der Universi- tütsstadt Gießen: Festlicher Theaterabend Figaros Hochzeit". Komische Oper in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart.

Wontag, 12. Oktober 1942. x

19.30 Uhr im Gloria-Palast: Eröffnung einer Wiederaufführungswoche von künstlerisch und kulturell wertvollen Filmen. Es spricht der Kreis­filmstellenleiter Kreisstabsamtsleiter Weber.

Dienstag, 13. Oktober 1942.

19.15 Uhr in der Neuen Aula: Gießener Vortragsring (Goethe-Bund, NSG.Kraft durch Freude , Kulturelle Vereinigung) Dichterlesung. Agnes Miegel liest aus eigenen Werken.

Mittwoch, 14. Oktober 1942.

19.30 Uhr im Studentenheim: Dichter- stunde der Hitler-Jugend. K. A. Findeisen lieft aus eigenen Werken. Musikalische Umrahmung durch ein Streichquartett des Orchesters der Hitler-Jugend, Bann 116.

Donnerstag, 15. Oktober 1942.

19 Uhr im Theater der Universitäts- stadt Gießen: Wetterauer Heimatabend. Ein Abend froher und besinnlicher Heimatkunst unter Mitwirkung der Volkstumsgruppen Leihgestern und Lang-Gons (Leitung: Gg. Heß), der Volksmusik- gruppe Gambach (Leitung: Lehrer Lahm), der Wet­terauer KdF.-Svielgemeinschast (Leitung: Ober- studiendirektor W. K. Philipps). Im ersten Teil: Die Volkstumsgruppen zeigen einen frohen Dorf­sonntag. Im zweiten Teil: Ausführung eines Wet­terauer Heimatstückes:Des Kroagekneppche" von W. K. Philipps.

Freitag, 16. Oktober 1942.

18.30 Uhr im Theater der Universi­tätsstadt Gießen: Tanzabend der Kammer­tanzgruppe der Staatsoper Berlin. Künstlerische

Leitung: Daisy Spieß. Am Flügel: Isolde Dsbro- volny.

Samstag, 17. Oktober 1942

19 Uhr imTheaterder Universitäts« st a d t Gießen: Festliches Orchesterkonzert. Aus­führende: Städtisches Orchester. Leitung: Städtischer Musikdirektor Otto Sollner. Solistinnen: Lore und Heide Walterspiel, München, Klavier, Werke von Dach, Mozart, Beechoven.

Sonntag, 18. Oktober 1942

11.15 Uhr im Theater der Universi« täts stadt Gießen: Moraenfeier der Hitler- Jugend:In den Ostwind hebt Oie Fahnen." Es sprechen der k. Bannsührer, Obergefolgschaftsführer Wolf, und Kreiskulturstellenleiter Alwin Rüffer.

Dienstag, 20. Oktober 1942

19 Uhr in der Neuen Aula der Uni­versität: Veranstaltung der Ludoviciana: Sol­datentheater im Wandel der Zeit. Dortrag von Pro­fessor Dr. Niessen, Köln.

Mittwoch, 21. Oktober 1942

19.30 Uhr im Theater der Universi­tätsstadt Gießen: ErstaufführungHimm­lische Hochzeit". Eine dramatische Dichtung in 3 Ak­ten (4 Bildern) von Hermann Heinz Ortner.

Donnerstag, 22. Oktober 1942

18.30 Uhr im Theater der Universi- tätsstaüt Gießen: ^eftöorftenung der Hitler. Jugend anläßlich des Anlaufs der Winkerspielzeit: Der Thron zwischen den Erdteilen". Schauspiel in 5 Akten von Hanns Gobsch. Es sprechens Kreisleiter Backhaus und der k. Leiter der Hauptabteilung III des Gebietes Hessen-Nassau, Dr. Basken.

Freitag, 23. Oktober 1942

19.30 Uhr im Gloriapalast: Schaffende erfreuen Schaffende. Ein Dolkskunstabend, gestaltet von Laienkünstlern aus Wetterauer Betrieben, Ver­einen und der Wehrmacht.

Samstag, 24. Oktober 1942

19.30 Uhr im Studentenheim:Froh zu sein bedarf es wenig." Sing- und Spielabend der Hitler-Jugend, gestaltet von der Bann- und Bannmädelspielschar des Bannes Gießen 116.

Sonntag, 25. Oktober 1942

10 Uhr auf dem Oswaldsgarten: O, heilig Herz der Völker, o Vaterland. Feierlicher Aus- klana der Kulturwoche.

11.30 Uhr im Theater der Universi­tätsstadt Gießen: Zweite Morgenoeranstal- tung:Die Geschwister." Schauspiel in einem Akt von I. W. Goethe.

18.30 Uhr im Theater der Universi­täts st ad tGießen:Frau Luna", Operette von Paul Lincke.

deutschen Volkes zeichnest, gibst du für dieses glück­verheißende Kinderland. Denn mit diesen Mitteln der Gemeinschaft erfüllt die NS.-Volkswohlfahrt ihre Hauptaufgabe: die Sorge für Mutter und Kind. Alle Betreuungsarbeit, jede Maßnahme zum Wohle unseres Volkes hat ihre Wurzel in der Wiege, bei der jungen Mutter und dem Heranwachsenden Kinde.

Möglichkeit, entdeckt zu werden, ausschalten wollte. Er bog um ein paar Straßenecken und wählte schließlich, da die Hitze unerträglich wurde, das nächste Hotel, das er entdeckte.

Ob das Hotel einen Namen hatte, war nicht fest- zustellen. Das Haus hießMona Lisa". Im Erd­geschoß befand sich nämlich eine Pulqueria, schon von weitem an dem infamen Geruch und an der bunten, aufreizenden Fassade zu erkennen. Hotel und Kneipe gehörten dem gleichen Padrone.

Ein überlebensgroßes Bild der Gioconda zierte die Wand des Hauses. Der Maler halle das Brust­bild Lionardos allerdings als unvollständig emp« funben und zur vollen Gestalt ergänzt, wie eine Anziehpuppe, mit eleganten Stöckelschuhen, Sekt- flafchenbeinen, einem sehr kniefreien Röckchen und einem traumhaft vollendeten Oberkörper. In der Hohe der ersten Etage befand sich zwischen zwei Fenstern der Kopf des Gemäldes. Er war unver­kennbar nach dem Original gezeichnet, aber das be­rühmte Lächeln war zu einer schauerlichen Gri­masse verzerrt.

Originell war auch der Einfall, daß diese Gio­conda in ihren Händen ein Spruchband hielt, auf das sie hinabzublinzeln schien, als verkünde sie ein großes Geheimnis. Das Spruchband in ihren Fin­gern zeigte nämlich an, daß hier der Pulque zu zehn Centavos für das Liter ausgeschenkt würde.

Schon das Bild wirkte abschreckend wie ein Me- dusenhaupt. Daß ferner der einzige Eingang zum Hotel, den Brackmann entdecken konnte, durch den Salon der Pulquekneipe führte, gab ihm die völlige Sicherheit, hier einen geradezu idealen Schlupf­winkel gesunden zu haben. Der Wirt, ein gelbyäuti- ger Mexikaner, stand hinter der Theke und trank mit einem übelgelaunten Gast, der wie ein See­mann aussah, Whiskysoda. Brackmann stellte sich dazu und ließ sich einen Tequila geben.

Haben Sie ein Zimmer für mich frei, Padrone?" Der Wirt musterte Brackmann mit einem raschen, Ziemlich erstaunten Blick und kratzte sich das stach- . 'chwarze Ki. Noch nie schien jemand nüchtern

Gießener Docheumarttpreife.

* Gießen, 8. Okt. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Wirsing, % kg 6 bis 10 Rpf., Weiß­kraut 4 bis 6, Rotkraut 9, Spinat 12, Römischkohl 10, Lauch 15, Sellerie 16, Salat, das Stück 10, Endivien 10 bis 12, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 8 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf.

bei ihm ein Zimmer gefordert zu haben, jedenfalls kein Mann mit weißer Haut.

Selbstverständlich tonnen Sie bei mir Zimmer haben, Senor, eine ganze Zimmerflucht", antwortete er meckernd.Allerdings verdammt einfache Zimmer, aber sauber und billig."

Brackmann nippte vorsichtig an dem Schnaps und kniff ein Auge zu:Mir gerade recht, Padrone ich muß eine paar Tage lang fowieso ein wenig sparsam leben."

Der Wirt warf dem anderen Gast, der sich, mit dem Rücken gegen Brackmann gekehrt, breit an die Theke lehnte, einen raschen Blick zu, als wolle er Achtung" sagen.

Ah, ich verstehe, Senor Sie suchen gerade einen Job? Haben Sie schon was Bestimmtes im Auge?"

Brackmann antwortete mit einer schwimmenden Handbewegung, die anbeuten sollte, baß er ein paar Chancen, aber nichts Sicheres wüßte.

Darf man fragen, wo Sie Herkommen, Senor?"

Weshalb wollen Sie bas wissen?" fragte Brack­mann abroartenb. Der Pabrone schob bie Wange mit ber Zunge heraus.

Weil ich vielleicht etwas Passenbes für Sie wüßte"

Brackmann beutete mit dem Kopf irgendeine Rich­tung an:Ich komme aus den Camps"

Werden da jetzt Leute entlassen?"

Nein, ich bin gegangen. Hab vom Oel die Schnauze voll."

Und was waren Sie dort, Senor?"

Maschinist."

Der andere Gast drehte sich mit einem Ruck zu Brackmann herum. Er war ein breitschultriger, stier­nackiger Kerl mit einem roten Trinkergesicht, das von Blatternarben entstellt war,Gieß mal drei ein, Pedro!" befahl er dem Padrone und stellte sein Glas klirrend auf den Schanktisch. Der Wirt ver­suchte, ihm warnende Blicke zuzuwerfen und hustete bedeutungsvoll, aber der andere ließ sich nicht lörey. (^.itfefcung folgtj