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sozialen Verhältnisse haben sich in Deutschland trotz Krieg mit Len mancherlei Einschränkungen und Er­fahrungen doch so gebessert, daß z. B. aus dem Aufkommen der WHW.-Sarnrnlungen im Kriegs- winter 1940/41 nahezu zwei Drittel als Verwen­dung an die Hilfswerke der NSV. abgeführt wer­den konnten, weil nur etwa ein Drittel zur Linde­rung der Not, vor allem in den neu zum Reich gekommenen Gebieten, benötigt wurden.

Wesen, Tätigkeit und Mitgliedschaft der NSV. ist keine anonyme Angelegenheit irgendeines unbekann­ten Personenkreises, sondern sind Ausdruck und Tat­beweis des deutschen Sozialismus.' Der NSV. ge­hören rund 15 Millionen deutsche Volksgenossen beiderlei Geschlechts an. Durch ihren Aufbau und ihre organisatorische Gliederung hat jeder Volks­genosse innerhalb seines NSV.-Blockes die Möglich­keit, nicht nur Einblick in die Arbeitsausgaben und Aufgabendurchführung der NSV. zu nehmen, son­dern sich selbst helfend und fördernd darin zu betäti­gen. Er kann sich täglich davon überzeugen, wie die Spenden des deutschen Volkes zum WHW. soziale Gestalt annehmen. Mancher Volksgenosse und vor ollem manche Volksgenossin, die sich bisher weder über die NSV. noch über das WHW. Gedanken machten, wurden begeisterte Anhänger und Freunde, als sie selbst einmal in die Lage kamen, die Hilfe der NSV. in der einen oder andern Form in An­spruch zu nehmen.

Da ist z. B. eine Kriegerfrau, die sich während des Krieges berufstätiger Arbeit widmen möchte. Was aber fängt sie mit ihren Kindern an! Eine An­frage bei der nächsten NSV.-Ortsgruppe, und ihre Sorgen sind zerstreut: Wozu haben wir denn im ganzen Reich mehr als 23 000 Kindergärten. Hier werden die Kinder vom Kleinsten bis zu den Schul­pflichtigen sorgsam betreut, beschäftigt, beköstigt, während die Mutter ihrer Berufsarbeit nachgeht. Diese Kindergärten sind nicht nur in den Städten eingerichtet, sondern in fast jedem kleineren Ort und Dors vorhanden. Fragt nur die Landsrauen, wie segensreich sich diese Einrichtung für Mutter, Stinb und für die dringende Landarbeit ausgewirkt hat.

Mutter und Kind stehen im nationalsozialistischen Deutschland im Mittelpunkt der fortgesetzten Be­treuung und Förderung des deutschen Volkes durch das Opfer, das es in seinen Sammlungen für das KWHW. regelmäßig und in ständig steigen­dem Maße aufbringt. Mit der Zunahme der feind­lichen Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung wurde auf Befehl des Führers zur Sicherung des Lebens und der Gesundheit unserer Jugend und unserer Mütter aus den luftgefährdeten Gebieten die erweiterte Landverschickung durchgeführt. 1A Mil­lionen Kinder und mehr als 150 000 Mütter mit 65 000 Säuglingen und Kleinkindern konnten allein im Jahre 1940/41 zur Erholung aufs Land ge­schickt werden.

Das sind nur einige wenige Beispiele dafür, in welcher Weise die Opfer der Heimat, zu welchen der Führer das ganze deutsche Volk verpflichtend auf­rief, sichtbare Gestalt erhalten. Wir dürfen stolz auf diese sichtbaren Opfer sein, die die deutsche Heimat aufbrachte. Sie müssen uns aber angesichts der Opfer und Leistungen unserer Soldaten veranlassen, erst recht im Kriege die unlösbare Schicksalsgemein­schaft des deutschen Volkes durch Taten zu bewei­sen", zumal unsere Soldaten, obwohl sie täglich und stündlich bereit finb, Blut unb Leben für die Nation einzusetzen, sich vom Kriegswinterhilfswerk nicht ausgeschlossen ljaben, sondern mit ihren Spen­den von ihrem Wehrsold uns selbst hier mit bestem Beispiel oorangehen. Im vergangenen harten Kriegswinter haben sie 123 326 000 RM., das Dop­pelte wie im Jahre vorher, aufgebracht. Dieses Be­kenntnis zur Einheit von Front und Heimat und zu ihren gemeinsamen Aufgaben, die in dieser Be­teiligung unserer Soldaten am Kriegswinterhilfs- wer-k liegt, ist zweifellos die brennendste Aufforde­rung an die Heimat, nicht nachzulassen in dem Be­streben, es der Front wenigstens im materiellen Opfern gleichzutun.

Roosevelts Wirtfchastssorgen.

Lissabon, 7. Sept. (Europapreß.) Roosevelt forderte vom Kongreß einen allgemeinen Lohn- und Preisstopp, weil andernfalls die gesamten Kriegs­anstrengungen der Vereinigten Staaten gefährdet würden. Sollte der Kongreß es ablehnen, die neue Maßnahme zu billigen, so würde Roosevelt auf eigene Faust handeln, um diese größte Gefahr der nordarneritanischen Innenpolitik zu bannen. Die Botschaft Roosevelts hat in der amerikanischen Oeffentlichkeit größtes Ausiehen erregt. Die Tat-

Clelia.

Von Anton Schnack.

Cletia man muß sie in Parma suchen. Man sinket sie auf den Fresken des Corregio in der Kuppel des Doms, wo aus dem Zwielicht der Höhe ihre junge Engelsschönheit, gebettet zwischen Wol­ken, leuchtet. Auf den Straßen, in der staubigen Via San Paolo zum Beispiel, oder am Turm, dem Torre Farnese, in der Steccata, der Hauptkirche von Parma oder am Palazzo Contarini erwartet man jeden Augenblick Stendhals Clelia aus der Kartause von Parma" anzutreffen.

*

Clelia war aschblond. Sie hatte schmale Hüften, kleine Brüste, einen schlanken, federnden Körperbau und ein eigenartig schönes Gesicht, durchleuchtet von einer starken und zugleich demütigen Seele. Sie hatte einen Ausdruck in den Augen, der vom Licht anderer, überirdischer Gefilde gespeist zu sein schien. Aber volle, frische unb blutgetränkte Lippen kün­digten bas Feuer einer geheimen Liebesleibenschaft an. Ein Zug von Versonnenheit flog zuweilen über bic Stirne.

Clelia liebte den Duft der Orangenblüten und die Vogelkäfige, die am Turm Farnese hingen, sie liebte Verse unb Fabeln, bas Klavierspiel, die Rusik von Cimarosa, Limonade aus Granatäpfeln, sie liebte die Einsamkeit und saß gerne in der Kühle großer 'Säume; denn Parma ist im Sommer voll wütender Hitze.

Clelia hat die Tür an einem Haus der Via San Paolo geheiligt. Man wird sie nicht mehr finden, so sehr man auch danach sucht. Aber Fabrizio del Dongo suchte diese Tür unb fanb sie, nicht am betten läge. Es mar Mitternacht, warm war es unb ganz schwarz. In seiner Hanb brannte bas Sittett mit den hastigen Zeilen:

Finben Sie sich morgen, im Augenblick, wo es von ber Steccata Mitternacht' schlägt, tn ber Via San Paolo ein, an ber kleinen Pforte, die die Nummer 19 trägt ..

Unb als ber junge Fabrizio zur angegebenen Zeit an der Ture Nr. 19 ftanb, flüfterie eine süße ohmme nach bem letzten Uhrenschlag in sein er­glühtes Gesicht:

Tritt ein, mein herzlieber Freund!"

fache, daß Roosevelt alle Rücksichten auf die im No­vember ftattfinbenben Kongreßwahlen zurückstellte, um die Lohn- unb Preisstoppmaßnahmen bewilligt zu erhalten, unterstreicht den Ernst ber Lage. Nach ben Ausführungen Roosevelts finb bie Preise für nichtbewirtschaftete Nahrungsmittel in den Ver­einigten Staaten seit dem 1. Mai bereits um 14 vom Hundert gestiegen.

Oie Säuberung der Makin-Lnsel.

Tokio, 7. Sept. (Europapreß.) Ueber ben fehl­geschlagenen norbamerikanischen Versuch, den Ja­panern die Makin-Jnsel der Gilbert-Gruppe durch einen Ueberraschungsangriff zu entreißen, schreibt ein Kriegsberichter:

In der Nacht zum 16. August wurden zweihun­dert nordamerikanische Soldaten von zwei gro­ßen Unterfeebooten in die Nähe der Nord­spitze ber Makin-Jnsel gebracht unb mit Gummi­booten an Land gesetzt. Die Norbamerikaner wür­ben aber halb entbeckt unb von den auf der Insel stationierten japanischen Marinesoldaten unter Feuer genommen. In ber gleichen Nacht lanbeten weitere USA.-Truppen auf der gegenüberliegen­den Seite ber Insel. Der fast um das Zehnfache überlegenen feindlichen Uebermacht fiel die Mehr­zahl ber von zwei Seiten unter Feuer genomme­nen japanischen Garnison zum Opfer.

Am 17. August ging die sapanische Ma­ri n e t uf tm a f f e zum Angriff über und fugte ben Norbamerikanern so schwere Verluste zu, daß sie sich am gleichen Abend auf das durch Funkspruch zurückgerufene A-Boot zurückzogen. Etwa 60 Nordamerikaner mußten zurückgelafsen werden. Diese boten den Japanern schrifttich ihre Ueber- g a b e an. Das Schriftstück, das sie einem Einge­borenen zur Weiterleitung übergeben hatten, er­reichte die Japaner jedoch erst am 23. August. In­zwischen waren fast alle Nordamerikaner durch ja­panische Luftangriffe und durch bas Feuer der ja­panischen Bodentruppen getötet worden.

Auch die Sikhs in Aufruhr.

Bangkok, 7. Sept. (DNB.) In der britisch­indischen Provinz P a n d s ch a b unb in bem Fürstenstaat Patiala finb die Sikhs im hellen Aufruhr. Es sind schon mehrere Bahnlinien ge­sprengt und bisher 200 Engländer getötet worden. Der 5 Millionen Köpfe starke Volksstamm der Sikhs galt bisher als probritisch unb stellte zum Großen Teil die Soldaten des britisch-indischen leeres. Das Reich der Sikhs wurde im 19. Jahr­hundert durch die Briten zertrümmert. Der Kron­schatz mit dem berühmten Diamanten Kohinoor fiel in die Hände der Eroberer. In der Folge wurden bie Sikhs zu einem Instrument ber britischen Poli­tik. Jetzt aber scheinen auch die Sikhs erkannt zu haben, daß jede militärische Dienstleistung für Eng­land Verrat am indischen Volke ist.

Englands Verrat am Irak.

B e r l i n , 7. Sept. (DNB.) Zu einem Teleararnrn- austausch zwischen Churchill unb bem von England nach der blutigen Niederschlagung des Freiheits­kampfes im Irak als Ministerpräsidenten einge­setzten Nuri Said nimmt der von den Briten vertriebene rechtmäßige irakische Ministerpräsident Raschid Al Gailani in einem Artikel Stellung, in dem er sagt: Jetzt gilt es, nachdem England alles auf dem europäischen Kontinent verloren hat unb seine Hilfsoölker eins nach dem andern im Stiche ließ, auch ben Irak für die Verteidigung der briti­schen imperialistischen Interessen einzufpannen. Eng­land glaubt dieses teuflische Vorhaben um so leichter verwirklichen zu können, je länger die Macht im Irak zur Zeit in den Händen einiger englandhöriger Männer liegt, wie Nuri Saids und des Regenten von (Englands Gnaden Abdul Jlah. Im Rahmen dieses Propagandafeldzuges wandte sich Churchill in einer Botschaft an Nuri Said, in der er seinem Bedauern Ausdruck gab, daß er nicht in der Lage war, Bagdad während feiner Reise nach Moskau besuchen zu können. Zweifellos wollte sich Churchill durch diese Geste einen Weg zum Herzen der Iraker bahnen. Anscheinend hat er vergessen, daß der Riß zwischen dem Irak und England viel zu tief ist, um durch eine solche Geste überbrückt werden zu können. Das irakische Volk trägt heute noch das Trauerkleid um seine teueren Söhne, die ihr Leben

für das Vaterland gaben, um es von der britischen Terrorherrschaft zu befreien.

Was Churchill als eine Besserung der Lage in Irak bezeichnet, sind wohl bie serienweise veröffent­lichten Listen, die bie Namen derer tragen, die täglich auf englisches Betreiben hin von ihrer Arbeit ausscheiben unb den Weg in bie Konzentrations­lager antreten müssen, wo heute Tausenbe von Ver­tretern aller Volksschichten ' auf die Stunde ihrer Befreiung warten. Oder etwa die tiefe Beunruhi­gung, die die kürzlich von Nuri Said gehaltene Ansprache auslöste, in ber er von ber beabsichtigten Beteiligung Iraks am Kriege gegen bie Achse sprach. Die Empörung im Volke führte zum Rücktritt eines Ministers und ber drohenben Haltung des General­stabschefs des Heeres sowie'zur Weigerung einer Division, nach bem Narben des Landes abtrans­portiert zu werden, um von dort aus für englische Zwecke eingesetzt zu werden. Der Verrat Englands an den Arabern ist zu einem Begriff britischen Wortbruches geworden, unb wie einmal ein eng­lischer Sieg unsere Nieberlage war, so ist ber Wunsch eines jeben Arabers, bie englische Nieberlage zu er­leben, denn darin liegt unser Sieg. Irak hat im Mai v. I. fein letztes Wort durch bie Waffen sprechen lassen. Er bleibt auch bei diesem Wort, bis alle Bestrebungen ber Araber verwirklicht unb ihre Selb- ftänbigfeit unb Einigkeit Tatsache geworben finb.

Zn harten Kämpfen stolze Waffenerfolge.

Von unserer Berliner Schristleitung.

Der Ueberwindung der Straße von Kertsch und der Eroberung der Halbinsel Taman durch deutsche Truppen folgte nur wenige Tage später die im Sturm deutscher und rumänischer Verbände genommene sowjetische Land- und See­feste Noworossijsk. Damit ist nachtagelangen harten Festungskämpfen unter schwierigsten Ge­ländeverhältnissen ein stolzer Erfolg errungen", der im Zusammenhang mit der Säuberung der Halb­insel Taman für die weiteren Operationen von ent­scheidender Bedeutung sein wird. Selbst der Lon­doner Sender spricht von einem schweren Verlust für bie sowjetische Schwarzmeer-Flotte, da weder Tuapse noch Batum genügend ausgerüstet sind und nur für kleinere Schiffe Schutz und Operationsmög­lichkeiten bieten.

Ein Blick auf die Karte zeigt uns, daß mit der Einnahme von Noworossijsk und Anapa bas Ge­birgsmassiv an der Schwarzmeerküste in feinem nördlichen Teil durchstoßen wurde. Die Sowjets ver­lieren mit Noworossijsk nicht nur nächst Sewastopol ben stärksten unb bestausgerüsteten Kriegshafen, fie verlieren damit auch einen wichtigen Waffen- platz, der für sie um so bedeutsamer fein; mußte, nachbem durch die deutschen und verbündeten Er- solge an der Donfront die hier kämpfenden Teile

der Dimoschenko-Armee von jeder Zufuhr aus dem Norden abgefchnitten finb. Damit wird auch ber enge Zusammenhang der Operationen auf der Taman- Halbinsel und bei Noworossijsk verständlich, der schließlich durch die Feststellung im Wehrmachtbericht noch unterstrichen wird, daßdie Beute noch nicht zu übersehen ist".

Man wird sich erinnern, daß im Raum bep Ta­man-Halbinsel bis herunter zu Noworossijsk nicht unerhebliche Teile der Timoschenko-Armee gebunden waren, nachdem durch den Vorstoß deutscher und rumänischer Verbände über den Oberlauf des Ku­ban bis über Maikop hinaus die Verbindungen für die hier operierenden sowjetischen Kampfgruppen nur noch auf dem Wasserweg möglich waren. Der Nachschuboerkehr war denn auch in dem Hafen von Noworossijsk ziemlich lebhaft, wurde aber in letzter Zeit systematisch von der deutschen Luftwaffe gestört. Die Sowjets hatten offenbar die Hoffnung, diesen Kriegshafen und wichtigen Rüstungsplatz noch länger halten zu können, was auch daraus geschlos­sen werden kann, daß größere Truppenabziehungen nicht festgestellt werden konnten.

Der Wehrmachtbericht vom 7. stellt weitere Fort­schritte in der Schlacht um Stalingrad fest. Hier hat, offenbar auf Befehl Stalins, das sowje­

tische Oberkommando in ben letzten Tagen durch Einsatz neu herangeführter Divisionen stärkste Ent­lastungsangriffe geführt mit bem Ziel, ben eifernen Ring ber beutschen unb verbündeten Truppen zu sprengen. Die Bolschewisten bezahlten diese Ver­suche mit schwersten Verlusten an Menschen unb Material. Die besorgten Betrachtungen in ber engli­schen unb amerikanischen Presse über die Folgen eines Verlustes Stalingrads für bie Sowjets wer­den auch dadurch nicht aufgehoben, wenn vom Lon­doner Sender aus Stalingrad alszweites Verdun oder zweites Sewastopol" für bie Deutschen bezeich­net wird. Von deutscher Seite ist nie ein Hehl dar­aus gemacht worben, daß bie Kämpfe vor Stalin­grad ebenso hart sind wie die vor Sewastopol. Trotzdem fiel Sewastopol in bie Hände ber deutschen und verbündeten Truppen. Wie vor Sewastopol, er­weisen sich die Kämpfe vor Stalingrad als ein Sieg der vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen Erd­truppen und Luftwaffe. Der deutsche Infanterist arbeitet sich schrittweise durch die modernsten Be­festigungsanlagen, so daß selbst ber Moskauer Rund­funk am Sonntag feststellen mußte, ben Deutschen sei bie Durchbrechung ber russischen Linien nord­westlich von Stalingrad gelungen. Der Moskauer Rundfunk sandte in- ber Nacht zum Montag eine Botschaft an die Rote Armee, in ber es heißt:Der Feind kriecht auf ben alten russischen W o l g a fluß zu, auf ben Reichtum bes Kaukasus. Leben und Tod hängen für uns vom Ausgang ber jetzt toben­den Schlachten ab. Geht keinen Schritt zurück das ist der Appell unserer Nation." Dieser Appell, ist bezeichnend für die äußerst ernste Lage der Sowjet­armeen im Raume vor Stalingrad, aber auch für bie Härte bes Widerstandes, ben sie mit erbitterter Zähigkeit bem Vordringen der deutschen Truppen leisten.

Als dritten wichtigen deutschen Waffenerfolg ver­zeichnet schließlich ber Wehrmachtbericht die Versen­kung roeitc - r 17 Schiffe mit zusammen 108 000 BRT. bur ) reutsche Unterseeboote aus Geleitzügen uni) in Ein>eljagb. Das beutsche Volk zollt ben Lei­stungen seiner tapferen U-Boot-Besatzungen umfo bereitwilliger höchste Anerkennung, als es weiß, baß bie großen Erfolge ber deutschen U-Boot-Waffe nur nach Ueberwindung einer immer stärker ausgebauten feindlichen Abwehr in einem ungeheuer weitgedehn­ten Operationsgebiet erzielt werden können und deshalb immer wieder äußerste Einsatzbereitschaft von allen U-Boot-Männern fordern.

Meine politische Nachrichten.

Im nördlichen Frontabschnitt fiel am 22. August Ritterkreuzträger Oberfeldwebel Burgharts- wieser, Zugführer in einem Gebirgsjäger-Regi- ment. Das Ritterkreuz wurde ihm Anfang Juni 1942 auf der Insel Kreta verliehen, als er nach ber Luftlandung nach Ausfall feines Kompaniechefs tat­kräftig die zersprengte Kompanie zusammengefaßt unb wichtige feindliche Stellungen geffürmt hatte.

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Reichsminister Funk traf auf Einladung bes ungarischen Finanzministers in Budapest ein.

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Bisher war die Hitler-Jugend der Gaue Weser- Ems und Ost-Hannover zusammen im Gebiet 7 (Nordsee) erfaßt. In Angleichung an die Draani« sationsform der Gaue wurde das Gebiet 7 (Nord­see) so geteilt, daß der Gau Ost-Hannover fein eige­nes Gebiet der HI. erhält. Die Gebietsführung hat ihren Sitz in Lüneburg.

Mario Farnesi übernimmt die Leitung der italie­nischenKraft-durch-Freude"-OrganisationDopo- lavoro", da der bisherige Leiter Rino Pareiitis zum Präfekten von Como ernannt wurde.

Kunst und Wissenschaft.

Zu Ehren Bruno Stürmers.

Zum 50. Geburtstage Bruno Stürmers wird in einer Feierstunde der Stadt Kassel das im Auftrage ber Stadt Kassel geschaffene und von dieser dem Reichsminister Dr. Frick gewidmeteDeutsche Konzert!" (Das Vermachtnis) für Bariton und Orchester auf einen 3>£t von Karl Bröger ur­aufgeführt. Der Rundfunk (Deutschlandfender> bringt am 11. September, 20.15 bis 21 Uhr, ebenfalls bas Deutsche Konzert unb die heitere Goethe-Kan­tate für Gemischten Chor, Bariton und Orchester Aus Liebe". Auch die Reichsbahnchöre ge­denken ihres musikalischen Betreuers Bruno Stür­mer Mitte September in Wuppertal auf einem Chor- und Orchesterkonzert mit neuen Werken Stürmers.

Eine Pause entstand; nur ber Schlag von zwei Herzen war zu hören, und zum zweitenmal flüsterte me Stimme der Liebe aus einem vergitterten Fenster:

Ich bin gekommen, um dir, Fabrizio, zu sagen, daß ich dich liebe und da ich, wie du weißt, der Madonna gelobt habe, dich nie wieder mit meinen 4ugen zu sehen, empfange ich dich fortan nun im tiefsten Dunkel ..."

Worte die dem Namen Clelia gemäß finb; denn Clelm ober Cloelia heißt bie Ergebene, die Hörige, die Demütige.

Jagd aus einen Hecht.

Erzählung von Alfred Petlo.

Die Mutter erwähnte hie und da in ihren Er- L?? von daheim den alten Schützenhennes. 2Us ich seinen Namen zum erstenmal hörte, stellte ich ihn mir mit einer Flinte und einem großen AoS.erhut vor. Aber es war ein falsches Bild. Der Schützenhennes hatte so gar nichts von einem Schutzen, er war ein langer, dürrer Mann mit einem zottigen Bart, die Mütze saß ihm in ber Stirne, ber graue Lobenkittel schlotterte um feine mageren Schultern. Er war ein alter Mann. Aber !? seinen kleinen Augen glitzerte es bisweilen laus- bubenhaft durchtrieben unb schelmisch. Er trieb mit bem Jungvolk allerlei Schabernack unb hänselte ver­lebte unb leichtgläubige Menschen. Einmal hänselte er auch mich.

Vor bem Hause ber Großeltern lief ber Schüttbach vorüber, ein schmales, aber recht ungestümes Rinn­sal, bas vom Berge kam unb ber untersten Mühle bas gewaltige Mühlrab trieb. An einem Morgen [QB 'ch aus ber steinernen Brücke, als ber Schützen- Hennes bes Weges tarn. Er zupfte mich an meiner □uartanermube: weil ich ja, wie er sehe, bie höhere Schule besuche, müffe es mir ein Leichtes sein, den Hecht zu fangen, ber in den moorigen Schlupf­winkeln unter ber Brücke Hause, ein Riesenkerl von einem Hecht, der so sicher seine hundert Jahre auf öcm Buckel habe. Um fein räuberisches Maul bau- Ee rhm langes, zottiges Moos vor Alter unb Wilbhett.

Unb es hat ihn bis heute keiner fangen können, im ganzen Dors keiner", (agtj der Schützenhennes,

Die saftige Sprache lag mir noch in den Ohren, als er schon lange fortgegangen war. Ich spähte immerzu in den Bach. Später zog ich die Schuhe unb Strümpfe aus, krempelte die Hosenbeine hoch, ergriff einen Wacken unb schlich unter ben Brücken­bogen. Ich wußte, baß der Hecht ein boshafter und verwegener Geselle unter den Fischen war. Ich hielt meinen Wacken wurfbereit in der Hand, kroch immer tiefer unter den Bogen, der Schlamm spritzte mir bis zum Hosenboden. Was lag daran? Wenn ich nur meine Beute fing. /Bald schmerzte mich der gekrümmte Rücken, unb ich spürte bie Kälte des Wassers an den Füßen. Gleichwohl setzte ich meinen Raubzug fort, stocherte hier, stocherte da. Zuletzt war das Wasser trüb unb aufgewühlt, so baß ich den Grunb nicht mehr sah. Zubern kam mir ein er­regender Gedanke: die Dunkelheit unter der Brücke verwehrte mir den scharfen Blick, der Räuber hatte sich gewiß unbemerkt davongemacht, ich mußte die Stallaterne mitnehmen.

Eines Morgens, als das Haus noch schlief, wachte ich auf. Die Scheiden waren noch nachtgrau. Dies sei die Stunde, sagte ich mir plötzlich, da ich des Hechtes habhaft werden könne. Ich schlich in den Stall, nahm die Laterpe vom Balken und zündete sie an, dann ging ich leise oors Haus, dort zog ich die Schuhe und Strümpfe aus unb kroch unter bas 3ru(fenjod). Plötzlich schoß etwas Schmales, Pfeil­schlankes hinter einem Wacken heraus, ich sah es im Schein meiner Laterne ganz deutlich. Ich schleuderte meinen Wacken auf ben forthuschenden Schatten.

Wasser spritzte klatschenb auf. Schlamm unb rred fuhren mir in bie Augen, so daß ich eine ^emang reiben mußte, um wieder sehen zu können. Und nun sah ich im schmutzgetrübten Wasser etwas ff" Ä Das Herz hüpfte mir. Mit so iah vollführte, baß ich länge- her s?"L' batte ich mein Opfer gepackt.

a8 -ber ^ckst' der garstige Räuber! Er £?£? ^och eimgemale, die Schwanzflosse schlug wie irrsinnig auf unb ab, bann lag er regungslos in SölrfmnJ^.te Mich ' aufatmend' an die rilÄ betrachtete meinen Fang. Das räube- rische Maul, bas fo manche Beute verschlungen

TrJ111 schch^lich geschlossen, bie roilben I ?en "och immer voller Feinbseligkeit. Ein mnr Gin stöber, hochmütiger Gegner. Mir

war. als laure er auf den Augenblick, da ich den

Griff meiner Finger nur um einen Deut lockerte, um wie ein Pfeil davonzuschießen.

Äch brachte bie Laterne roieber in ben Stall, dann Jing ich barfuß die Dorfsttaße hinunter zum Schützenhennes. Niemand begegnete mir, von bem ich hätte bemunbert werben können. Auch ber alte Hennes faß noch nicht auf ber Birkenholzbank vor bem Haus. Ich stellte mich unter fein Kammer­fenster.

Hennes!" rief ich hinauf.Hennes! Ich habe ihn, den Hecht!"

Da erschien seine Schwester in ber Stalltür. Als he mich sah, stellte sie Eimer unb Melkstuhl hin unb schüttelte lachend den Kops.

Hat er dich jetzt erwischt, ber alte Narr?-, fragte sie.

- "2a! sagte ich,ich habe ihn erwischt, ben etromer! -

Der alte Schützenhennes kam in die Haustüre, bie Mutze m die Stirne geschoben, mit ber langen pseise. Seme kleinen Äugen musterten ben Hecht in meiner Hand. In seinen Augen glitzerte es.

Schön, schön!" sagte er.Du hast ihn, jawohl. Aber was hast du? Emen Hecht?" Er schüttelte den KopsDu hast den falschen erwischt, Jüngelchen, der hier ist nämlich eine Die unb fein D e r. Eine poreüe hast bu gefangen. Ein Hecht unb eine Forelle | aber so verschieben wie ein Landstreicher unb eine Pastorenköchin. Den alten Gauner unb Halun­ken sangst du nicht, bem ist selbst der Teufel nicht gewachsen! 1

Crst jetzt bemerkte ich, wie er heimlich lachte.

"Atter Schalksnarr! schalt ihn die Schwester.

Nun ja", fugte ber Schützenhennes hinzu unb äupfte mich am Ohr. ..Laß dir die Forelle in Butter braten!

Damit ging er wieder ins Haus, und ich hörte ihn drinnen laut und belustigt lachen . ;

?er Schützenhennes begegnete mir noch öfter, bei- S lachte nicht, er schmunzelte

mdjt er d- g überhaupt keine Miene wegen der unrühmlichen Jagd auf ben Hecht. Überhaupt, ber ec?u^n^nes ?ar em Prachtmensch, ein Witzbold unb Erzähler, bas Gebäckstnis bes Dorfes. Lebte er noch, ich bin gewiß, er würde jetzt meinen Zungen unter bte Brücke locken, um den sagenhaft alten und sicher nie bagemefenen Hecht zu fangen

er m,5 *crcTfi ba3U verführt hatte? m ch und noch manchen anderey.

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