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Dienstag, 8. September M2

Gießener Anzeiger

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vrühlsche Univrrfitatrdnuterei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «irßen^chnlstratze 7-9

Sowjetische Treibstoffsorgen.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Im früheren russischen Reich war die Oelfeuerung, namentlich für den Eisenbahnbetrieb, schon lange vor dem Weltkrieg in weitem Umfange eingeführt, pie Lokomotivkessel wurden mit Holz, mit Stein­kohle oder mit Masut geheizt, dem Rückstand, der bei der Petroleumdestillation von der in Baku ge- sörderten Raphta übrigblieb. Auch für stehende Dampfkessel in den Fabrikbetrieben nahm der Ge­brauch zu. Eine Unbequemlichkeit war von vorn- berein die stark exzentrische Lage des kaukasischer» velgebietes, das drei Fundstellen enthält: Baku ouf der Halbinsel Apscheron, dicht am Kaspischen Meer, Grosnyj am Nordfuß des Kaukasus, in er Nähe des Flusses Terek, und Maikop im Zu- lußgebiet des ins Asowsche Meer mündenden Ku- >an. Baku lieferte etwa 70 v. H., Grosnyj 25 v. H., liaikop 5 v. H. der Gesamtausbeute, doch wechseln iese Verhältniszahlen einigermaßen von Jahr zu Vahr.

Geleitzugkatastrophe im Eismeer gezeigt.Kohle­verflüssigung" im großen Maßstabe, wie in Deutsch­land, läßt sich von den Bolschewisten nicht improvi­sieren. Man darf also dem weiteren Fortgang der Dinge mit Spannung entgegensetzen.

56 Divisionen

und 39 Brigaden zerschlagen.

Berlin, 7. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit: In den schworen Kämp­en art der Ostfront wurden in der Zeit vom 1. Mai bis zum 31. August d.I. vor' allem im südlichen Abschnitt von den gegen den erbitterten feind­lichen Widerstand lmaufhallsam vordringenden deutschen Truppen 56 Divisionen und 39 Brigaden der Sowjetarmee zerschlagen. Es han­delt sich im einzelnen um folgende Schützendivisio­nen: 8. mot. Division, 25., 33. Garde-Division, 41., 47. Gebirgs-Division, 92., 95. mot. Division, 99., 103., 109., 147., 150., 169., 172., 226., 227., 229., 248., 252., 253., 256., 262., 266., 267., 271., 276., 317.,

321., 329., 341., 345., 351., 355., 357., 365., 381., 386., 390., 396., 400., 404., 411. Division und die 1. Garde-Division.

An Schützen-Brigaden wurden zerschla­gen: Die 20. mot. Brigade, 22., 23. mot. Brigade, 25., 53., 57. Stoß-Brigade, 59., 79., 138., 142., 143. Brigade, ferner die 7. Marine-Brigade, 8. und 9. Marinebrigade, sowie die 3. Luftwaffen-Brigade. Unter den schwer angeschlagenen und zum größten Teil vernichteten Kavallerie-Divisionen befinden sich: 18. Gebirgsdivision, 26., 38., 40., 46., 49., 54., 62., 64., 70. und 82. Division.

Besonders hoch war der Einsatz der bolschewisti­schen Panzer-Brigaden, die zur Unter­stützung der Infanterie verzweifelt versuchten, die vorstürmenden Deutschen aufzuhalten. Die Bolsche­wisten verloren bei diesen Kämpfen Tausende von Panzerkampfwagen; bei den zerschlagenen Panzer- Brigaden handelt es sich um die 5. Garde-Brigade, 6., 7., 37., 39., 40., 48., 55., 56., 57., 63., 67., 99., 131., 136., 138., 139., 140., 149., 158., 168., 197., 198. und die 199. Panzer-Brigade.

Die erste große Transportanlage, noch zur kaiser­lichen Zeit, war der Bau einer Oelleitung von Baku rach dem Schwarzmeerhafen Datum. Dort werden Schwer- und Schmieröle, Petroleum und Benzin in busgedehnte Tankanlagen gepumpt und auf Tank- lchiffen nach Odessa, Cherson, Nikolajew und für Exportzwecke ins Ausland verfrachtet. Auf diesem Wege erhielten auch die südwestrussischen Bahnen tnd Industrieanlagen ihren Brennstoff. Mit der Einführung der motorisierten Feldbestellung und kirnte durch das Kolchosensystem erhöhte sich der Bedarf außerordentlich.

Der ganze Osten, Südosten und das Zentrum er Sowjetunion wurden auf dem Wege über das Kaspische Meer und die Wolga versorgt. Aus den ^eedampfern mit Tankeinrichtung wurden Oel und Zenzin in Astrachan auf die Wolga-Tanker umge- >umpt, und diese gelangten stromauf bis in das roße zentrale Industriegebiet, durch den Stalin- anal nach Moskau und gaben außerdem während er eisfreien Zeit einen Teil ihrer Ladung auf 'die iänalfchiffe für den Petersburger Bezirk ab. Der Üolgaverkehr war für den Transport der Treib- loffe innerhalb der Sowjetunion von entscheidender Lichtigkeit; er ist aber gegenwärtig durch das Vor- ücken der deutschen Truppen an das Wolgaknie bei ätalingrad, früher Zarizyn, auf das äußerste be- roht.

J Das ukrainische Industriegebiet und die Hälfte der ukrainischen Landwirtschaft erhielten ihren Bedarf ficht von Baku, sondern von Grosnyj und Maikop, hon Grosnyj führt eine direkte Leitung über Ro- Irom hinaus bis in die Nahe des unteren Donez. Sie entsendet unterwegs einen Seitenzweig nach Bem kleinen Hafen Tuapse am Schwarzen Meer int) ist rückwärts durch einen kurzen Strang nach Machotsch-Kala am Kaspi verlängert, um auch auf Viesern Wege die Transporte auf der Wolga zu ver- Irärten.

Außerhalb des Kaukasusgebiets ist Oel am gegen­überliegenden Ufer des Kaspischen Meers, an der in den südlichen Ausläufern des Urals entfpringen- ten Emba, an einzelnen Stellen im ^westlichen Vor- aelände des Ural und an der ins Eismeer münden- fcn Petschora festgestellt. Ausbeutung in geringem Umfang hat erst im Embagebiet begonnen. Auch an len Fundstellen zwischen Ural und Wolga und an jer Petschora existieren kleinere Förderanlagen. In Sibirien ist Oel an verschiedenen Punkten festgestellt Dorden, aber Genaues ist darüber bisher nicht be­kannt geworden.

Die Erdölgewinnung war in den ersten Jahren les Bolschewismus durch die hereinbrechende totale Unordnung der Wirtschaft saft zum Erliegen ge­kracht, wurde dann aber mit aller Macht bis er- eblich über den Vorkriegsstand gefördert, weil auf hr die Militarisierung und allgemeine Jndustriali- lerung im Verlaus der Fünfjahrespläne, nicht weni- er auch die agrarische Kolchosenwirtschast, beruhten. )as alles ist aber, soweit die Sowjetherrschaft da- hei in Frage kommt, mit einer Totalkatastrophe be­droht, sobald die 400 Kilometer breite, durch den Unterlauf des Don und der Wolga bezeichnete Landenge" zwischen Rostow und Stalingrad nicht mehr von den Roten Armeen gehalten werden kann. Sobald dieser Moment eintritt, gelangt kein Tropfen Oel und Treibstoff mehr in diejenigen Ge- Biete der Sowjetunion, die noch in der Hand der 1 Bolschewisten sind.

Ein Ersatz dieses Verlustes auf anderen Wegen kommt nicht'in Frage. Man könnte sich denken, daß, solange Baku noch in Sowjethänden ist, pel und Treibstoffe über das Kaspische Meer nach Krasno- vodsk und über die Transkaspische und die Turksib- tzahn auf einem ungeheuren Umweg Silber Tasch­kent) in den Osten der Sowjetunion gebracht wer­den, aber abgesehen von der kaum überwindbaren Distanz sind keine genügenden Transportmittel vor- Händen. _ r

Noch viel aussichtsloser wäre die Versorgung aus len Oelgedieten von Mossul und Südwest-Iran. Die Delleitung von Mossul nach Haifa und dem syri- chen Tripolis scheidet aus, weil der Weg durch das Mittelmeer und die Dardanellen gesperrt ist. Das Del müßte per Bahn nach Basra geschafft, auf Schiffe umgeladen und nach Bender Schapur am persischen Golf gebracht werden, wo die Trans­iranische Bahn ihren Anfang nimmt. Auch der für England notfalls entbehrliche Teil von der Aus­beute der Anglo-Perfian-Oil-Company in der irani­schen Provinz Arabistan wäre nur auf diesem wenig leistungsfähigen und mit schwachem rollenden Material ausgestatteten Schienenweg über Teheran ans Kaspische Meer zu transportieren, mit Um­ladung in .Bender-Schah nach Krasnowodsk und weiter über die Transkaspische und die Turksw- Linie. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß es sich hier um lauter praktische Unmöglichkeiten handelt.

Die absolute Abhängigkeit der Sowjetknegfuh- tung und Sowjetwirtschaft vor der peripher gelege­nen kaukasischen Oelregion hat, wie man sieht, ihre großen Gefahren für den Bestand des ganzen Sy­stems. Daß Zufuhren auf dem nördlichen Seewege nicht mehr in Frage kommen, hat die letzte große

Die Eroberung von Noworossijsk.

Ein Blick auf Stadt und Hafen der Land- und Seefestung Noworossijsk. (Scherl-Archiv-M.)

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Auch hessische Regimenter stürmten Noworossijsk.

Die Eroberer der Festung Noworossijsk waren dieselben Regimenter aus Wüttemberg, Baden, Franken und Hessen, die bereit^ beim Kampf um Rostow, beim Uebergang über den Don und an der Erstürmung von Krasnodar entscheidend betei­ligt waren. In härtesten Kämpfen wurde das ur­waldartige Vorgelände des Kaukasus durchstoßen und anschließend das tiefgestaffelte Verteidigungs­system der Festung Noworossijsk bezwungen, wobei ungezählte Bunker Schulter an Schulter mit rumä­nischen Kavallerieverbänden im Nahkampf ausge­räuchert werden mußten. Das schwierige Gelände stellte höchste Anforderungen an Truppe, Pferd und Material. Auf den steilen Gebirgswegen mußten die Geschütze 12- und 14spännig gezogen werden. Trotzdem setzte die Truppe nach Ueberwin- dung dieser gewaltigen Strapazen mit vorbild­

lichem Schwung zum Sturm auf die Festung an, bei dem sich der Ritterkreuzträger Oberleutnant Ziegler durch hervorragenden Schneid auszeich­nete. Auch der Einsatz der Luftwaffe hatte wesent­lichen Anteil am schnellen Fall der Festung.

Das Eichenlaub für Oberleutnant Ziegler.

DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 7. Sepf. (Funkspruch.) Der Führer verlieh gestern dem Oberleutnant Werner Ziegler, kompanie- führer in einem Infanterieregiment, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm:3n dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 121. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

Schwere sowjetische Entlasiungsangriffe bei Stalingrad abgewiesen.

Oer Wehrmachtbericht.

DRV. AusdemFührerhauptquartier, 7. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Wie durch Sondermeldung bekanntge- geben, ist Land- und Seefestung N 0 w 0 - roffijsk, der letzte Kriegshafen von Bedeutung der nach dem Fall von Sewastopol der sowjet- russischen Schwarzmeerflotte noch verblieben war, gefallen. Württembergische, badische, fränkische und hessische Divisionen unter Mitwirkung rumänischer Kavalle- rieverbäude haben in tagelangen harten Feslungskämpfen unter schwierigsten Geländever­hältnissen diesen stolzen Waffenerfolg errungen. Die Beute ist noch nicht zu übersehen.

In der Schlachtum Stalingrad gewannen deutsche und rumänische Truppen in schweren Kämpfen weiter Boden. Der Feind erneuerte un­ter Einsatz starker Infanterie- und Panzerverbände seine schweren Entlastungsangriffe von Norden gegen die deutsche Riegelstellung. Alle Angriffe wurden blutig abgewiesen und 10 8 feindliche Panzer vernichtet. Panzer- und motorisierte Infanteriedivisionen, unterstützt durch Flieger- und Flakverbände, haben hieran entscheidenden Anteil. Tag- und Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen das Stadtgebiet. Außerdem wurden im Ver­lauf der Nacht Flugplätze ostwärts der Wolga bombardiert.

Nordwestlich Medyn wurden wiederholte feindliche Angriffe zum Teil im Gegenstoß abge­schlagen. Bei nächtlichen Bombenangriffen wurden

Flugplahanlagen nordwestlich Moskau sowie der Nachschubverkehr des Feindes wirksam getroffen.

Südlich des Ilmensees scheiterten örtliche Angriffe der Sowjets. Südlich des Ladoga­sees wurden ebenfalls mehrere feindliche Angriffe unter hohen blutigen Verlusten obgewiesen. Im Gegenangriff wurden feindliche Kräfte eingeschlossen und vernichtet. Die Sowjets verloren hierbei über 1200 Tote. Auf dem Ladogasee wurden durch Bombentreffer ein Bewacher und ein Schlepper versenkt, ein weiterer Bewacher und drei Schlep­per beschädigt.

Im mittleren Abschnitt der Front in Aegypten wurde ein feindlicher Angriff abge­wiesen. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bekämpf­ten auch gestern britische Artilleriestellungen, Pan­zer- und Kraftfahrzeugansammlungen sowie einen Flugplatz am A r a b e r - G 0 l f mit guter Wirkung. Deutsche Iäger schossen in Luftkämpfen 15 feind­liche Flugzeuge ab. Lin weiteres feindliches Flug­zeug wurde im Seegebiet südlich Korfu zum Ab­sturz gebracht.

Nach einzelnen wirkungslosen Tagesslörflügen griffen Verbände der britischen Luftwaffe in der vergangenen Nacht Westdeutschland an. Die Zivil­bevölkerung hatte Verluste. In Wohnvierteln meh­rerer Orte, vor allem in Duisburg, entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wurden elf der angreifenden Flugzeuge abgeschossen. Weitere sieben verlor der Feind bei Einflügen in die befehlen Deslgebiele.

Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpften am gestrigen Tage kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittelen gland sowie Hafenanlagen an der

Sichtbare Opfer.

Von unserer Berliner Schristleitung.

Der Führer hat in seinem Aufruf zum Kriegs­winterhilfswerk des deutschen Volkes 1942/43 die Erwartung ausgesprochen, daß die Heimat im vier­ten Kriegswinterhilfswerk ihre Pflicht tut. Die Herausstellung der Opfer der deutschen Soldaten in diesem Kriege in Zusammenhang mit den von der Heimat erwarteten Opfern macht deutlich, daß der Kampf der Front und die Pflichterfüllung der Hei­mat Voraussetzungen für den deutschen Sieg sind. Vielleicht haben die Feinde klarer als mancher in der Heimat die Tatsache erkannt, daß eine siegreiche Front und eine geschlossene deutsche Heimat das Ge­heimnis des deutschen Sieges sind. Daß sie die beut« che Kampffront nicht zu erschüttern vermögen, da- )yn haben sie sich in drei schweren und für sie 0 überaus verlustreichen Kriegsjahren überzeugen müssen. Jetzt haben sie ihre Hoffnung auf eine Zermürbung der Heimat gesetzt, die sie durch ihre terroristischen Fliegerangriffe auf die Zivilbevölke­rung zu erreichen hoffen. Sie werden auch hier eine bittere Enttäuschung erfahren. Einen sichtbaren Be­weis ihres Opfergeistes und ihrer Siegesgewißheit gab kürzlich die Stadt Mainz, die bei der letzten Reichsstraßensammlung zum Roten Kreuz ein zum Vormonat um 10 v. H. höheres Sammelergebnis au'fbrachte, nachdem sie kurz vorher durch britische Terrorflieger schwer heimgesucht worden war.Nun erst recht" das ist der Sinn des Mainzer Opfers, er muß Verpflichtung für uns alle sein.

Da und dort mag die Frage aufgeworfen werden: Was geschieht eigentlich mit den aufkommenden KWHW.-Sammelerträgen? Als der Führer zu Be­ginn des ersten Winters nach der Machtergreifung das WHW. ins Leben rief, unterstellte er es dem Grundsatz, daß man immer wieder geben müsse, um den Sinn der wirklichen nationalen Solidarität zu beweisen. Damals war es der Feldzug gegen Hunger und Kälte, unter denen Millionen deut- cher Volksgenossen litten, die in der Systemzeit >er Arbeitslosigkeit verfallen waren. Heute haben ich die Verhältnisse grundlegend gewandelt:Wir ind", wie Roichsminister Dr. Goebbels vor einem Jahr erklärte:in der glücklichen Lage, nicht nur Elend beseitigen zu müssen, sondern kommende Not vorbeugend verhindern zu dürfen." Das ist eine noch schönere, eine noch erhebendere Aufgabe. Die

englischen Nordostküste mit Bomben schwe­ren Kalibers. In der Nacht bombardierten Kampf­lugzeuge Werftanlagen in Sunderland: zahl­reiche Explosionen wurden beobachtet.

Die durch Sondermeldung bekannkgegeben, ver­senkten deutsche Unterseeboote aus Geleitzügen und in Einzeljagd an der O st k ü st e von Amerika, im Atlantik und vor der Westküste von Afrika in harten Kämpfen 17 Schiffe mit zusammen 108 000 BRT.

Heldenmütige Cinzelkämpfer.

Berlin, 7. Sept. (DNB.) DerFeuerberg", eine wichtige Höhe südostwärts des Ilmen­sees, war kürzlich drei Tage lang von überlegenen bolschewistischen Kräften angegriffen worden. Die heldenmütige deutsche Verteidigung wies alle Vor­stöße mit hohen blutigen Verlusten für den Feind ab. Immer wieder wurde die Höhe von den Bol­schewisten vor jedem neuen Angriff mit schweres Trommelfeuer belegt. Als alle deutschen Offi­ziere ausgefallen waren, übernahm der 25jährige Feldwebel Kadenbach die Füh­rung. Der nächste bolschewistische Angriff, der von Panzerkampfwagen unterstützt wurde, drang etwa 100 Meter tief in die deutsche Stellung ein. Aus eigenen Entschluß führte der Feldwebel mit den 23 Verteidigern desFeuerbergs" einen über­raschenden Gegenstoß. MitHurra" stürmten die wenigen deutschen Soldaten heraus. Der Feld­webel, der aus vielen Granatsplitterwunden blutete, riß seine Soldaten zur höchsten Leistung mit und hielt mit ihnen d i e Stellung gegen wei­tere Gegenangriffe, bis die eingetroffenen Verstär­kungen den wichtigen Stützpunkt endgülttg sicherten.

*

Beim Uebergang über einen in den nördlichen Ausläufern des Kaukasus befindlichen Paß be­hinderte die Besatzung eines großen, zu einem starken Bunker ausgebauten Ziegeleiofens das wei­tere Vordringen der deutschen Truppen. Dort die­sem Punkt aus fönten die Bolschewisten das weite Tal beherrschen. Leutnant B u ch h o l tz , Zugführer in einer norddeutschen Pionier-Kompanie, und sein Flammenwerferschütze B a rt f e arbeiteten sich durch das dichte feindliche Feuer an die stark befestigten Anlagen heran, stießen in kühnem Draufgängertum bis in die Nähe der Schießscharten vor und war­fen Handgranaten in die Scharten. Erst nach Ent­zündung mehrerer Sprengladungen und nach Aus­räucherung mit Flammenwerfern und geballten Handgranaten konnte das feindliche Widerstandsnest endgültig erledigt und der deutsche Angriff fortge­setzt werden.

3m Kaukasus.

Berlin, 7. Sept. (DNB.) Die Kämpfe im K a u fafusgebirge halten weiter an. Das Gebirgs­gelände und schlechte Weaverhältnisse stellen an die Marschleistungen der Infanterie sowie die Zuglei­stungen von Pferd und Kraftfahrzeug höchste Anfor­derungen. Munitionswagen müssen meist zehn« s p ä n n i g hochgezogen werden, Geschütze zwölf- und sechzehnspännig. Dabei müssen die Infanteristen mit in die Speichen greifen, damit die Hindernisse überwunden werden können. An der Terek- Front gewann der deutsche Angriff nach Brechen hartnäckigen feindlichen Widerstandes weiter an Bo­den. Der Feind verteidigte sich mit starker Artillerie in tiefgegliederten Stellungen. Ein Entlastungsvor-- stoß, den die Bolschewisten, von 40 Panzerkampf­wagen unterstützt, durchführten, wurde abgewieseru Der Feind verlor dabei 10 Panzerkampfwagen.