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iens.
(Nachdruck verboten.)
27. Fortsetzung.
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hat sie und liebenswürdig, sie hat etwas Beruhigendes und Isogar Vertrautes.
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Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
Aus der Stadt Gießen.
Alte deutsche Handwerksbräuche.
In uraltem Volksgut wurzeln die ehemaligen Zunftbräuche des deutschen Handwerks, und gar sehr haben sie — namentlich in Zeiten politischen Verfalls — beigetragen zum Zusammenhalt aller Deutschen, galten sie doch überall da, wo deutsche Handwerker saßen, auch in räumlich und politisch abgetrennten Gebieten, wie zum Beispiel im Baltikum und in Siebenbürgen. Fast ausschließlich durch mündliche Ueberlieferung vererbten sich die alten Zunftbräuche weiter, nur ganz wenige Niederschriften sind vorhanden. Der Grund ist zum Teil darin zu suchen, daß es streng verboten war, die „Heimlichkeiten" der Zünfte aüszuplaudern, waren sie doch eine Art Losungswort, ein Paß für denjenigen Wanderburschen, der sie kannte, ein Beweis dafür, daß er wirklich dem „ehrsamen Handwerk" angehörte.
Denn die Zünfte waren ungemein wählerisch und prüften denjenigen, der sich um Aufnahme bewarb, auf Herz und Nieren. Vom Lehrling wurde verlangt „freie eheliche und ehrliche Geburt, Abstammung von deutschen Eltern"; Juden und Zigeuner durften ebenso wenig in die Lehre genommen werden, wie die Kinder „unehrlicher Handwerker" (dieser Begriff wandelte sich im Laufe der Zeiten). Noch zur Zeit Friedrichs des Großen nahmen die Zünfte Kinder getaufter Juden nicht auf. Der Sohn eines Bauern durfte ein Handwerk erlernen nur dann, wenn er für die Landarbeit zu schwächlich war. Diese strengen Aufnahmebedingungen hatten die Zünfte erlassen einmal, um der ehrsamen Zunft unerfreuliche Erscheinungen überhaupt fernzuhalten, zum anderen deshalb, weil es unbedingt notwendig war, daß ihr nur durchaus achtbare Männer angehörten, hatten doch die Zünfte nicht selten das Regiment der Städte inne, zum mindesten aber übten sie maßgebenden Einfluß auf die Verwaltung aus.
Der da begehrterem Handwerk zu erlernen, mußte zunächst eine Probezeit durchmachen; bestand er sie, so nahm ihn der Meister feierlich vor geöffneter Handwerkslade in die Zunft auf. Anwesend waren noch etliche andere Meister und Gesellen, die Eltern des Lehrlings und mehrere Bürger. Letztere sollten gut dafür stehn, daß der Lehrling nicht etwa der Lehre entlief, sondern allen Pflichten des Lehr-
keine Freude gönnen, Pflicht und Arbeit, Arbeit und Pflicht. Er drückt auf die Klingel, ein bißchen lange.
„Fräulein Hollenkamp zum Diktat!" Es erfolgt keine Antwort, und es geht keine Tür, bis er ärgerlich aufsieht. „Na, was ist los? Wird's bald?"
„Fräulein Hollenkamp ist nicht mehr da, Herr Sierinck! Die haben Sie selber weggeschickt!"
„Stimmt. Halt' ich im Augenblick vergessen. Also — ich gehe auch." Er stößt mit einem letzten und endgültigen Entschluß den Stuhl am Schreibtisch zurück. „Ich komm hept nicht mehr zuruck, sagen Sie Herrn Olfers Bescheid!"
Zwei Minuten später steht er auf der Straße und holt tief Atem. Was für eine Luft! Als ob ein Hauch vom Meer bis in die Steinmassen dringt, ein Hauch von Salz und Seetang und Teer, ein Duft von der Straße, die in die unermeßlichen Fernen führt. Wenn man fünfzehn wäre, und es wäre ein solcher Tag, dann würbe man zum Hafen laufen und sich ein Schiff aussuchen, ein Schiff, das einen weit, weit weg bringt, rings um die Erde. Es ist die Luft, die einem die traumhafte Erinnerung an ein Glücksgefühl bringt, das man seit zwanzig Jahren nicht mehr empfunden hat. Dieses sonderbare Glücksgefühl, das nichts mit Erfolg und Selbstzufriedenheit zu tun hat, das nur ein gestaltloses Ahnen ist von allen Herr-
M Der n Ca. sfizieren d Mili- alljähr- mlseier- e Rede. Freiheit, > zu be- i möchte d, gleich werde, >mt und Tradition geliebt. Ausein- :en ver- vir dies ion zer- is Frie« üt unter ft weder bestimmt, zu iso-
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Vertrags nachkam.
Der Abschluß der Lehrzeit wurde unter alten Bräuchen begangen, die je nach den Zünften verschieden waren. Hatte z. B. der Böttcherlehrling aus- gelernt, so lud er in Begleitung eines Gesellen, des sogenannten „Schleifpfaffen", Meister und Gesellen zur Feier in der Herberge. Dort hielt der „Schleifpfaffe" eine sehr ausgedehnte Rede, die begann mit den Worten: „Glück herein! Gott ehre ein ehrbar Handwerk, Meister und Gesellen. Ich sage, mit Gunst, Meister und Gesellen"... Es folgten Verse, die zunächst den Lehrling scherzhaft beschimpften, dann schilderte die „Schleifrede den gesamten Verlauf des Handwerkerlebens, einschließlich der Wanderschaft usw. Nach Schluß der Rede mußte der neugebackene Geselle auf die Straße laufen mit dem Ruf „Feuer!"; daraufhin eilten die anderen Gesellen herbei und tauften ihn mit kräftigen Güssen kalten Wassers. Dann folgte ein Schmaus, bei dem der neue Geselle betränkt den Ehrenplatz einnahm. Der junge Tischlergeselle wurde „gehobelt"; unter Begleitung einer „Hobelrede", sowohl „beschnitten", als auch „behackt" und „behobelt", wobei Zirkel, Pinsel und Ruß eine große Rolle spielten. Bei den Schlossern wurde dem Ausgelernten bildlich die Zunge gelöst, er hatte nun eine Stimme in den Gesellenversammlungen. Daneben bestand die Sitte des „Bartbeißens. Am Schluß der Aufnahmefeierlichkeit steckte der Altgeselle dem Jungen einen Schlüssel in den Mund und drehte ihn dreimal herum wie beim Oeffnen eines Schlosses. Der Messerschmied wurde „getauft" und „halbiert",, wobei ihm das Gesicht mit Ruß eingeschmiert wurde.
Sehr verbreitet war bei allen Zünften das „Namenkaufen", den dabei erworbenen Spitznamen (z. B.: Schlagnauf, Hach-ins-Holz, Allzeit-lustig, Trutz-dem-Meister usw.) behielten die Gesellen meistens bis sie Meister wurden. In Urkunden wurden die Gesellen mit ihren Vornamen genannt, dem noch der Geburtsort angefügt wurde. (Ein Brauch, der sich nicht auf die Gesellen beschränkte: z. B. Hans von Kulmbach, Erwin von Steinbach.)
Das heute wieder zum Leben erweckte Wandern der -Gesellen war im Mittelalter durchaus freiwillig, aber schon Ende des 14. Jahrhunderts allgemein üblich. Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterschaft jedoch wurde es erst im 16. Jahrhundert. Hierzu bemerkt Hans Sachs:
„Wer allzeit hinterm Ofen sitzt, Grillen fängt und Hölzlein spitzt, Und fremde Lande nie beschaut. Der bleibt ein Narr in seiner Haut."
Verfügung!
Irmela ist fast erleichtert, als sie anhängt. Sie weiß die Kette nicht gern in seinen Händen, sie hat sie ihm aufgedrängt, ebenso wie den Scheck, den er allerdings zu erwähnen vergessen hat. Sie wird sehr froh sein,' wenn sie sie wieder im Besitz hat, und Albrecht wird sich treuen, wenn sie sie trägt — und er wird nicht viel Fragen stellen, auf welche Werse sie zurückgefunden worden ist.
Unterwegs überfallen sie auf einmal wieder die quälenden Bedenken, ist es nicht gewagt, Bareiro zu vertrauen? Sucht er nicht vielleicht nur nach einem Vorwand, um neue Erpressungen auszu- uben' Sie wird die Angst niemals loswerden, ehe Albrecht nicht alles weiß, sie muß mit ihm sprechen, er muß ihr sagen, .was sie zu tun hat, er muß die Angelegenheit für sie in Ordnung bringen, sie erträgt es nicht länger, Heimlichkeiten vor ihm zu haben.
Leistungssteigerung im Betrieb durch richtige Menschenführung
Eine Vortragsveranstaltung der Deutschen Arbeitsfront.
Schade. Es wäre netter gewesen, in demselben Augenblick noch Irmelas Stimme zu hören. Die Ißorte formten sich schon in seinen Gedanken: „Du, ich hab' eine angenehme Ueberraschung für dich!'
Es war ein plötzlicher Einfall gewesen — jäh tufaetaucht, in derselben Sekunde, in der er etwas
wichtigen Beschäftigung gestört wäre — aber was soll er mit ihrer Kette anfangen, die sie so unbedacht auf dem Tisch hat liegenlassen? Er hat sie in Verwahrung genommen, aber er hat nicht die Absicht, sie zu behalten, er hätte sie ihr längst zurückgebracht, aber sie hat ja — sonderbar genug — ihm nicht erlaubt, ihr Haus zu betreten! Fällt es nicht auf, daß sie die Kette nicht mehr hat? Was will sie für eine Erklärung dafür geben? Verloren — nun schön, Verlorenes kann sich wiederfinden, und die Freude darüber ist doppelt groß. Ihm jedenfalls wäre es peinlich, in den Verdacht einer Fundunterschlagung zu geraten. Selbstverständlich steht die Kette jederzeit zu ihrer
sind. Kein Oberhesse sagt Fenst e r e r oder Jahr end en', und dies Wortungeheuer soll auch noch auf der letzten — soll wohl heißen vorletzten? — Silbe stark betont sein! Paaren für ein paar habe ich auch noch nie gehört, und ich lebe doch in Oberhessen schon über 80 Jahre. Der Oberhesse sagt auch nicht macht traut, sondern mecht naut, nicht ich kuck, sondern ich guck, rein mundartlich „eich gucke", wobei das gucke(n) Jckfinitiv (Nennform) ist. (Dergl. „eich s e i n"). Das Zitat, womit der Verfasser seinen kleinen Aufsatz beginnt, heißt übrigens: „Was iewest (irgend) en Kerl is, is en Owwerhess".
Gießener Gchlachiviehmarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40, Bullen 43 bis 53, Kühe 19 bis 48, Färsen 37 bis 53, Kälber 30 bis 57, Schafe 40 bis 44 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25, bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (90 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 89,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. — Marktverlauf: Alles zugeteilt.
Alie oder neue Schreibweise der Vornamen?
Die für alle standesamtlichen Eintragungen be-, deutsame Frage nach der Schreibung von Vornamen hat seit der 1902 erfolgten Einführung der -neuen Rechtschreibung>die Öffentlichkeit immer wie- der beschäftigt. Viele Namensträger wollten an der alten Schreibweise des „th" festhalten, und so mußten die Gerichte wiederholt schlichtend eingreifen. Im neuen Personenstandsgesetz ist den Beteiligten wieder ein gewisses Mitbestimmungsrecht einge-
üchteiten der Welt.
Und während Albrecht in dieser seltenen Stimmung durch die Hellen Straßen schlendert, kommt ihm ein Einfall, und er betritt eine Fernsprechzelle.
34.
Geistesleben.
Konzert auf Mozarts Klavichord.
Das Klavichord, auf dem Mozart nach Briefen deiner Frau Konftanze gespielt hat und das er be= jonders in seiner letzten Schaffensperiode als Komponierinstrument benutzte, wurde von einer Nürnberger Firma erneuert. Der Reiz der Tonerzeugung wrch Metall auf Metall vermittelt den ursprung- Üchen Klang und ließ die Mozartsonaten, die Pro- icffor Steglich - Erlangen erstmals auf diesem lostbflren Instrument des Rleisters vor Gästen des Nürnberger Oberbürgermeisters im Prunksaal des Rathauses spielte, zu einem stimmungsvollen Ereig- vis werden. .
(Eine Lichtenberg-Ausstellung in Göttingen.
Zum 200. Geburtstage des aus der Nähe von Darmstadt gebürtigen Satirikers Georg Christoph Lichtenberg 'veranstaltete die Göttinger Universitäts- tibliothek eine Gedächtnisausstellung, die ein reichhaltiges Material aus dem wissenschaftlichen und iterarischen Nachlaß Lichtenbergs zeigte. Besondere Zeachtung erweckte die Korrespondenz Lichtenbergs, »ie der Forscher mit vielen Gelehrten aus ganz Europa geführt hat. Auch sonst wies die Ausstellung manches bisher unbekannte Dokument auf, so daß iie Göttinger Universitätsbibliothek bei einer Neu- öerausgabe von Lichtenbergs Schriften manchen wertvollen Beitrag liefern könnte. Die Universität •»eranftaltete eine Gedenkstunde, in der Prof. Dr. Herbert Schäffler über Lichtenberg als Gelehr- 'jen und Denker sprach. __ ___
In derselben Minute tritt Irmela in eine Fernsprechzelle und versucht, ihren Mann im Geschäft zu erreichen. Sie ist auf dem Weg zu Bareiro, und mit einmmal, auf der Straße, erfaßt sie em merkwürdiges Angstgefühl, das Gespräch mit ihm war lange nicht so unangenehm wie sie gefürchtet hatte seine Stimme hat durchaus nichts Drohendem oder Gewalttätiges, sie ist wohlklingend, heiter
Die Ausrüstung des wandernden Handwerksburschen war vorgeschrieben. So trug z. B. der Steinmetz dunkelblauen, mit drei Knöpfen geschlossenen Rock zu weißen, englisch-ledernen Hosen, schwarzes Halstuch und Zylinder. Der Wanderstab, der „Ex- cüfer", war aus braunem Rohr mit schwarzem, eingelegtem Knopf, durch den ein Lederriemen gezogen war. Die Tracht der Hamburger Zimmerleute kennt heute noch jedes Kind. Der fremde Gesell fand überall Unterkunst, auch wenn keine Handwerker-Herberge im Ort war.
Zahlreich auf uns gekommen sind erfreulicherweise Zunftzeichen aller Zeiten, stolze Zeugen edelsten Kunsthandwerks. Sie wurden bei Prozessionen der Zunft vorangetragen, bereit Eigenart sie kennzeichneten, fanden auch wohl ihren Platz über den Stammtischen usw. In Museen werden diese schönen ZunftzeicheA aufbewahrt; die Pfarrkirche zu Bozen beherbergte — wenigstens noch vor wenigen Jahren — eine sehr stattliche Anzahl besonders prächtiger; namentlich kam hier die Anmut des Rokoko zu Wort. L. B.
„Ober-hessische
Zu der Plauderei „Oberhessisch" im „Gieß. Anz." Nr. 149 vom 29. Juni erhalten wir von einem alten Oberhessen eine Zuschrift, der wir 'folgendes entnehmen:
Zunächst: Es gibt gar keine oberheffifche Mundart, sondern wir finden da auf engem Raum die größten Verschiedenheiten. In einem Teil der Provinz heißt es eich, deich, in einem andern e e ch, d e e ch. Hier sagt man er, dort h e. In Alsfeld zählt man oder, zweiter, dritter und sagt ge- funge; der Louderbächer spricht wieder anders; auch das naut findet sich nur tn einem Teil der Provinz. Ferner: die drei Formen für zwei sind nicht oberhessisch, sondern gemeindeutsch; sie finden sich u. a. bei dem Schwaben Schiller. Krag und tief sind nicht Reste aus dem Mittelhochdeutschen, sondern falsche Analogiebildungen, die verwerflich
Sperrten; man W । des Hol' und Frau >en Mnd der mit »war, de> "*2
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großen Hörsaal der Universität sand am gestrigen Dienstagabend im Rahmen der von der
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Also es soll nicht fein. Es ist ein Wink des Schicksals, daß sie diese Sache, die sie allein verfahren hat, auch ohne Hilfe in Ordnung bringen muß — eine Weile steht sie noch in der erstickenden Enge der Zelle und nagt ratlos an den Lippen.
Sie lehnt ein paar Augenblicke wie benommen an der Glaswand, und hetzt ihre wirbelnden Gedanken zu einem klaren Entschluß, natürlich braucht Bareiro Geld, es ist verdächtig, daß er von dem Scheck nicht gesprochen hat. Sie wird die Kette einlösen mit einem neuen Scheck, dann hat sie ihre Briefe, sie hat ihre Kette, und er hat keine Handhabe, um sie weiter zu verfolgen. Vielleicht ist es damit dann doch endgültig erledigt, und sie kann einen günstigen Augenblick abwarten, um Albrecht alles zu erzählen. Und eine kleine vage Hoffnung glimmt in ihr, daß er sie loben wird, weil sie vernünftig und selbständig gehandelt hat, ohne ihn hineinzuzerren.
Noch in der Zelle schreibt sie einen Scheck aus. Je unbeobachteter sie das tun kann, desto roerriger peinlich, und je kürzer das Zusammensein dauert, desto besser. Vielleicht steht sie in ein paar Minuten schon wieder auf der Straße, nach wenigen Worten und einem schnellen Tausch.
35.
Katta' Serana hat eine Stunde lang versucht, Detlev Nehl zu erreichen, und ist ziemlich verstimmt, daß ihr das nicht gelingt. Als der Fernsprecher klingelt, ist sie fest überzeugt, daß er sich endlich meldet — und etwas enttäuscht und sehr überrascht, als sie eine fremde Stimme hört: „Das gnädige Fräulein selbst am Apparat? Hier ist Albrecht Sierinck."
„Herr Sierinck? Sie 'wollen gewiß Ihre Kette zurück haben? Ich habe sie noch in Verwahrung, zum Glück, beinahe hätte ich sie ihrem Eigentümer wieder zugestellt."
„Bitte lassen Sie mich in Ruhe mit dieser vermaled ... mit dieser Kette! Ich rufe wahr-
Also nicht! Albrecht haut den Hörer mit einem I Es tut ihm leid, Irmela zu stören — denn ihr Ruck auf. Es soll eben nicht fein. Man darf sich Ton hat etwas so Gehetztes, als ob sie in einer
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langen Minter.
„Ich schwänze heute nachmittag , hatte er zu Irmela sagen wollen. „Zieh dich an, ich hol dich in fünf Minuten ab, wir fahren irgendwohin ins Freie, rach Blankenese, zu Jakobs an der Elbe; wir wollen uns auch mal etwas gönnen."
Ein netter Einfall. Und Irmela kann aunubelii tote ein Kind bei einem solchen Vorschlag; er bat diesen Jubelschrei schon innerlich gehört und sich daraus gefreut, und jetzt ist die Nummer besetzt.
„Noch immer besetzt, Fräulein Schröder?" „Moment, Herr Sierinck, ich rufe ..."
Und dann kommt der Anschluß und der jepr enttäuschende und ärgerliche Bescheid: „Frau «ie- r nck? Die is eben mal fortgegangen .. Nö, Herr
kleinlauter unter den schweren Schlägen her deut- chen U-Boote.
Heuer Kommunistenprozeß vor dem Sofioter Kriegsgericht.
Sofia, 7. Juli. (Europapreß.) Arn Montag be= ann vor dem Sofioter Kriegsgericht Bulgariens isher größter Kommunistenprozeß. Angeklagt sind 0 Mitglieder des Zentralkomitees der auch in Bul- arien verbotenen kommunistischen Partei, die in erbrecherischer Verbindung standen mit einer Reihe üngst Hingerichteter, über Bulgarien abgesprunge- >er sowjetischer Fallschirmagenten. Unter den An- eflagten befinden sich eine Reihe von der Polizei eit langem gesuchter, berüchtigter Bolschewistenan- ührer. Darunter zwei ehemalige kommunistische Ibgeorbnete, Aerzte, Anwälte und Angehörige an- | er'er freier Berufe. Den Angeklagten werden terro- istische Umtriebe und Anschläge auf Verkehrs- und Lirtschastsunternehmen zur Last gelegt.
Kleine politische Nachrichten.
Ein deutsches Unterseeboot drang nach Ueberwin- bung der Hafensperren und der Luftsicherung in das innere des am Karibischen Meer gelegenen Hafens Puerto Limo ein, torpedierte auf kurze Ent-
bens ist und wenn anderseits aus dem Lebensraum stets neu die Schaffenskraft erwächst. Sinn und Zweck der Arbeit ist für den deutschen Menschen nur dann vorhanden, wenn durch sie fein Leben sinnvoll gestaltet wird. Der deutsche Mensch braucht zu seiner seelischen Existenz die Arbeit. Allerdings ist der Mensch nicht immer auf Grund feiner Anlagen dazu in der Lage, daß er seinen Lebensraum zu einem unerschöpflichen Kraftspender für den Arbeitsraum macht. Aus diesem Gedanken heraus ist auch die NSG. „Kraft durch Freude" erstanden, deren Daseinszweck schon aus ihrem Namen hervorgeht. Im Lebensraum ist die Geisteshaltung des Menschen entscheidend, jene Geisteshaltung, die er in seinem häuslichen Kreise erfährt.
Diese gedanklichen Kernstücke seiner Ausführun- gen unterstrich Prof. Dr. Hische mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag, die die Richtigkeit der Erkenntnisse eindeutig bewiesen. Er legte bar, daß der Mensch ein Wesen ist, das von mannigfachen geistigen, wesensmäßigen und charakterlichen Eigenschaften abhängig ist; aus ihnen heraus erwachsen die menschlichen Anlagen zur Leistungsverbunden' heil und zu den Hemmungen. Zu leicht sei der Mensch geneigt, fein Leben in die Gleise der Gewohnheit zu leiten und sich von dieser treiben zu lassen. Notwendig sei es daher, mit klarem, sicheren Blick die Notwendigkeiten jedes Schaffenden individuell zu erfassen. Das setzt gewaltige Kleinarbeit und Kernarbeit voraus, sei aber eine hohe und schöne Aufgabe, die aus dem ewigen Kreislauf zwischen Arbeits- und Lebensraum erwachse. Diesen Kreislauf müsse man in einer ausgeglichenen harmonischen Verbindung erhalten. So komme man zu jenem Bild der Leistung und der Persönlichkeit, die beide im Arbeitsraum vorhanden sein müssen, denn Mensch und Arbeit bestimmen die Dinge des Arbeitsraumes. So fei Menschenführung im tiefsten Wesen also Klein- und Kernarbeit.
Die Versammlung dankte dem Vortragenden mit starkem Beifall für feine aufschlußreichen Darlegungen. Kreisberufswalter Hofmann unterstrich den Beifall der Versammlung mit herzlichen Dankeswor- ten an den Reimer, dankte den Besuchern für ihre bisherige rege Anteilnahme an der Vortragsreihe, die mit der gestrigen Veranstaltung ihren Abschluß fand, und appellierte an die Betriebsführer und ihre Mitarbeiter, sich an der kommenden Vortragsreihe noch reger als bisher zu beteiligen.
Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Haupttelle für Berufserziehung und Betriebsführung, veranstalteten Vortragsreihe ein weiterer Vortrag für Betriebsführer, betriebliche Unterführer und leitende Angestellte statt. Kreisberufswalter Hofmann leitete den Abend mit kurzen Worten an die Versammelten und besonders an den Redner ein.
Hierauf sprach Professor Dr. Hische von der Technischen Hochschule in Hannover über das Thema „Leistungssteigerung im Betrieb durch richtige Men- chenführung". In seinen etwa eineinhalbstündigen Darlegungen schilderte er zunächst seine Erfahrungen in der Praxis, an Hand deren er Wege aufzeigte, die zu einer Leistungssteigerung unter Berücksichtigung des Mittelpunktes alles Schaffens, des Menschen, führen. Der Vortragende umriß bann mit klaren Worten die konkreten Begriffe der Leitungssteigerung und der Menschenführung und betonte dabei, daß die Menschenführung, wie sie heute durch die staatlichen und organisatorischen Einrichtungen der Partei gegeben ist, eine der schönsten Ausgaben fei. Er entwickelte weiter die Grundlaaen, die ein Betriebsführer zur richtigen Menschenführung besitzen muß. Bei der Beherrschung des technischen Betriebsapparates und des technischen Blickes darf nicht die menfchenführende Praxis des Alltags fehlen. Beide Faktoren erst machen den Betrieb zu einem lebendigen Organismus. Zur Leistungssteigerung führen zwei Wege, die einander ergänzen: technische oder künstliche Leistungssteigerung (durch die technischen Bedingungen und Erleichterungen des Betriebes) und die natürliche Leistungssteigerung aus der Haltung des Menschen.
Prof. Dr. Hische teilte hierauf den Lebensgehalt des Menschen auf in den Arbeitsraum und den Lebensraum; diese beiden Sektoren des Lebens greifen ineinander über. Er entwarf die Bilder von günstigen und ungünstigen Momenten im Arbeits- und im Lebensraum und wies aus der Praxis geschöpfte Wege, die ju einer Förderung der günstigen und Abstellung der ungünstigen Verhältnisse führen können. Ein Versagen im Arbeitsra.um des Menschen sei primär in seinem Lebensraum zu suchen, wo irgendwelche Einflüsse ihn aus seiner Bahn geworfen haben können. Das Verhältnis zwischen Arbeitsund Lebensraum sei nur dann in Ordnung, wenn der Arbeitsraum das Fundament des gesamten Le-
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fernung einen Frachtdampfer und konnte unbehelligt den Hafen verlassen.
Am Mittwoch kurz nach Mitternacht ist in Istanbul der türkische Ministerpräsident Dr. Rafik Saydam am Herzschlag verschieden.
Der Oberbefehl über sämtliche Streitkräfte in Syrien wurde dem britischen General H u t ch n e ß bertragen. Er wird auch die Leitung des Haupt- uartiers in diesem Abschnitt übernehmen, die bis- er der frühere französische General E a t r o u x inehatte.
Kunst und Wistenschast.
Elisabeth Feuge-Friedrich gestorben.
Kammersängerin E l i s ab e t h F e u g e - F r i e d- ; i cf) ist in ihrer Münchener Wohnung in ihrem ;0. Lebensjahr unerwartet gestorben. Die Sängerin wirkte früher an der Frankfurter Oper und hat dann ritt ihren lyrischen Sopranpartien an der Bayerischen S-taatsopcr außerordentliche Erfolge gehabt. Neben er Rolle der Elsa in Wagners „Lohengrin" waren s besonders einige Mozartfche Frauengestalten, en en die glockenhelle, schön gefärbte Stimme Eli- ibeth Feuges beseelte Deutung verlieh. Auch im Oratorium, z. B. in Bachs Matthäus-Passion und in en Werken Haydns, ebenso im Lied hat die Künst- erin Bedeutendes aeleijtet.
Eine Brentano-Ausstellung in Aschaffenburg.
Aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Todestages ies in Aschaffenburg gestorbenen und auf dem artigen Friedhof ruhenden Dichters Clemens Bren- ano üeranftaltet die Stadt eine Ausstellung „Clemens Brentano und die deutsche Romantik". Ein \unbgang durch die Ausstellung unterrichtet über ie Stellung des Dichters im Kreise der deutschen Romantik. Durch Ueberlassung einer großen An- ahl von Originalen ist die Ausstellung besonders ntereffant. Am Tag der Eröffnung sprach der in Vürzburg lebende Dichter Julius Maria Becker ber die Bedeutung Brentanos für das deutsche
•;", „flf cuiqeiauaii, in utijciucii m
'M vv' ^gerlich den Hörer hinlegte, ärgerlich, weil Ver- koeven ihm in der letzten Minute absagte. Für diese Besprechung hatte man sich nun den ganzen Nachmittag freigehalten, vorgearbeitet, alles erledigt, nun Heß der Herr einen sitzen, weil er einen <6(^1111^011 batte. Es war nun zwar durchaus nicht so, daß er iätte die Daumen umeinanderdrehen müssen, weil 65 nichts zu tun gab. Arbeit gab es immer, auch wichtige, auch dringliche. Aber wenn Herr Ver- boeven keinen Schnupfen bekommen hätte, hätte je auch dis morgen warten müssen — und drau- fen war so ein goldenes und blaues Geglitzer in der |uft, so der richtige erste Frühlingstag nach einem
Sie ruft im Geschäft an, fest entschlossen, ihn aus der wichtigsten Besprechung herausreißen zu lassen, aber Albrecht ist nicht da, vor zehn Minuten hat er das Haus verlassen und gesagt, daß er für heute nicht mehr wiederkäme, sie verbindet sich mit der Wohnung, ja, Herr Sierinck hot angerufcn und. deswegen an'"
«ehiirt, U sie «.»gegangen ,st - °° er .ff? ^‘'S N'cht d°-w°g°n °n Nein, das weiß niemand. * (üorqegung joig j


