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Gießener Anzeiger

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Schwerer Schlag gegen die Versorgung der Sowjetarmeen

Schwerer USA.-Kreuzer und 28 Frachter mit 192 400 BVT. im nördlichen Eismeer durch Lustwaffe und Ll-Boote versenkt.

Aus dem Führerhauptquartier, 7. Juli. (DRB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Seif dem 2. Juli wurde in den Gewässern zwi­schen dem Nordkap und Spitzbergen, drei- bis vierhundert Seemeilen von der nordnorwegi­schen Küste entfernt, eine große Operation von Luft- und Seesfreifkräften gegen den feind­lichen Geleitvertehr nach der Sowjet- vnion durchgeführt.

Kampffliegerverbände und deutsche Unterseeboote haben einen englisch- i merikanischen G r o ß g e l e i t z u g im nördlichen Eismeer angegriffen und zum größten Teil vernichtet.

Der Konvoi bestand aus 3 8 Handels­schiffen, Halle Flugzeuge, Panzerkampfwagen,

Munition und Lebensmittel geladen, war nach Archangelsk bestimmt und durch schwere feindliche Seestreitkräfte, Zerstörer und Korvetten sehr stark gesichert.

In enger Zusammenarbeit zwischen Kriegs­marine und Luftwaffe wurden durch Kampfflugzeuge ein schwerer ameri­kanischer Kreuzer und 19 Handels­schiffe mit 122 000 BRI., durch Untersee­boote neun Schiffe mit 70400 BRI., im ganzen somit 2 8 Schiffe mit 192 400 BRI. ver­senkt. Der Rest des völlig zersprengten Geleit­zuges wird weiter bekämpft.

Durch Seenotflugzeuge wurde eine größere Zahl amerikanischer Seeleute gerettet und gefangenge­nommen.

An der Grenze des Packeises.

250 000 Tonnen Kriegsmaterial vernichtet.

Am Morgen des 2. Juli wurden zum ersten Male 38 Handelsschiffe, von schweren Seestreitkräften, Zer­störern und Korvetten begleitet, im nördlichen Eis­meer auf Ostkurs gesichtet. In geringer Fahrt steuerte das Geleit zwischen großen Treibeisblöcken on der Grenze des Packeises. Am Nach­mittag erfolgte der erste Angriff deutscher Kampfflugzeuge. Obwohl die Kriegsfahrzeuge len angreifenden Flugzeugen heftiges Abwehrfeuer ihrer Bordflak und Schiffsartillerie entgegensetzten

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und mehrere feindliche Flugzeuge zur Sicherung über dem Konvoi kreisten, durchbrachen die Kampfflugzeuge diese Sperre. Ein am Stande des Verbandes fahrender Frachter wurde schwer getroffen. Aufklärer beobachteten, daß er »ach heftigen Explofionen sank.

Die Aufbesserung der Wetterlage am Abend des 3. 7. wurde zu einem erneuten Angriff ausgenutzt, tim 20.25 Uhr wurden die in fünf Kolonnen gestaf­felt fahrenden Handelsschiffe n o r d o st w ä r t s d » r Läreninsel gestellt. 80 Meter über dem Wasser fliegend griffen die deutschen Kampfflugzeuge in mehreren Wellen an. Nach wenigen Minuten barst e n Handelsschiff, von zwei Bomben schwer getrof- ftn, auseinander und versank. Im Zickzack-Kurs rersuchten die übrigen mit Panzern, Flugzeugen unb Munition beladenen Frachter den Bomben zu entgehen, aber noch drei weitere Transporter mit zusammen 21 000 BRT. versanken brennend zwischen den treibenden Eisschollen. Elf weitere Handelsschiffe mit über 50000 BRT. wurden so

schwer beschädigt, daß sie brennend oder mit star­ker Schlagseite hinter dem Geleit liegen blieben, wo sie zum teil den Angriffen der Untersee­boote zum Opfer fielen. Mehrere der schwer ge­troffenen Handelsschiffe wurden noch im Laufe der Nacht von ihren Besatzungen verlassen und trei­ben st euer los in derBarentsee.

Am 5. 7. erfolgte dann ein besonders vernichten­der Schlag der Luftwaffe gegen die etwa 7 0 0 Kilometer nördlich von Murmansk am Rande des Packeises laufenden Schiffe. Bis auf 300 Kilometer auseinandergezogen, versuchten sie, ein­zeln fahrend, sich nach Osten durchzuschlagen. Bei diesem weit über See vorgetragenen Angriff wur­den "acht weitere Frachter nach Sturz- und Gleit­angriffen deutscher Kampfflugzeuge vom Muster su 88" versenkt. Zwei Handelsschiffe mit zusam­men 14 000 BRT. erhielten so schwere Beschädi­gungen, daß. die Besatzungen in die Rettungsboote gingen und die Transporter ihrem Schicksal über­ließen. Außerdem versenkten Kampfflugzeuge einen schweren amerikanischen Kreuzer.

Am Morgen des 6.7. trieben Schiffstrümmer und Wracks sowie Rettungsboote zwischen den Eis­schollen und kennzeichneten den Weg ixr Vernich­tung, den dieses Geleit nach den Angriffen der deutschen Luftwaffe und Unterseeboote genommen hatte. Seenotflugzeuge, die die Trümmerstätte über­flogen, bargen eine größere Zahl amerikanischer Seeleute. Kurz nach 7 Uhr früh wurden die Reste des Geleitzuges erneut bombardiert. Ein bren­nendes Handelsschiff, das zahlreiche Flug­zeuge an Deck geladen hatte, versank nach einem Tiefangriff eines Kampfflugzeuges. Ein wei­terer Frachter von 7000 BRT. wurde durch Born- benvolltreffer auf Heck und Vorschiff brennend in die Tiefe geschickt.

Insgesamt wurden damit durch die Luftwaffen­oerbände des Generalobersten Stumpff 19 Han­delsschiffe mit zusammen 122 000 BRT. versenkt. Gleichzeitig wurden von den Unterseebooten neun feindliche Schiffe mit 70 400 BRT. versenkt. Davon konnten sechs namentlich erfaßt werden. Vier hatten Panzerkampfwagen, Flugzeuge, Ersatzteile für Pan­zer und Flugzeuge, Motorfahrzeuge und Muni­tion geladen. Mit Rücksicht auf die lange Fahrt durch das gefährliche Eismeer und mit Rücksicht auf die außerordentlich wertvolle Ladung bestand der Geleitzug aus den besten Handelsschiffs­einheiten. Mit ihm gingen rund 250 000 Ton­nen Kriegsmaterial verloren. Diese Menge würde ausreichen, um eine Armee von 50 000 Mann mit Panzern, Artillerie, Handwaffen, Mu­nition, Treibstoffen, Verpflegung und Flugzeugen auszurüsten.

Der Don überschritten. -

Woronesch genommen.

Harte Kämpfe im Raum nördlich Orel. - Im Vaum von Rschew der Feind aus seinen Stettuugen geworfen. - 96 Sowjetflugzeuge abgeschoffen.

Oer Wehrmachibericht.

DRB. Aus dem Führerhauplquarlier, 7. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei den Angriffsoperationen an der Ostfront wurde der D o n überschritten und die bedeutende Industriestadt Woronesch genommen. Die Gefan­genen- und Beutezahten wachsen ständig. Gegenan­griffe des Feindes wurden zerschlagen, hierbei ver­nietete allein eine deutsche Panzerdivision 61 sow­jetische Panzer. Starke Cuffffreifträffe griffen an den Zchwerpunkten der Schlacht wirksam in die Kämpfe ein und führten vernichtende Schläge gegen den feindlichen Rachschubverkehr.

Im Seegebiet der Krim wurde ein sow­jetischer Unterseebootjäger durch Luftangriffe ver­nichtet.

Im Raum nördlich Orel wiederholte der Zeind seine erfolglosen Angriffe unter Einsatz von lchlreichen Panzern. Gegenangriffe führten zur

Vernichtung von 22 feindlichen Pan­zern. Die harten Kämpfe dauern noch an.

Im Raum von Rschew wurde der Feind in einem in breiter Front geführten Angriff aus sei­nen Stellungen geworfen.

3m Finnischen Meerbusen versenkte ein Minensuchboot ein sowjetisches Unterseeboot.

Arn gestrigen Tage verloren die Sowjets 96 Flugzeuge. Zwei eigene Flugzeuge werden ver­mißt.

In Aegypten scheiterten im Kampf um die El Alamein-Stellung mehrere von Pan- zern unterstützte feindliche Gegenstöße. Am 5. und 6. Juli wurden dabei 27 b r i k i s ch e P a n ; e r ab­geschossen. Kamps- und Sturzkampfverbände bom­bardierten feindliche Truppen- und Kraftfahrzeug­ansammlungen. Neun britische Flugzeuge wurden abgeschossen.

Im östlichen Mittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot aus einem gesicherten Geleit­zug einen Dampfer von 1500 BRT.

Auf Malta erzielten Verbände der deulsch-ita- lienischen Luftwaffe bei Tages- und Rachtangrif­fen Bombenvolltreffer in Flugplahanlagen und an­deren militärischen Einrichtungen. In Luftkämpfen wurden 16 britische Flugzeuge zum Absturz ge­bracht.

An der englischen Ostküste bombardierten starke Kampffliegerverbände in der letzten Jladjt bei guter Sicht das Hafen- und Industriegebiet von M i d d - lesborough. Ausgedehnte Brände wurden be­obachtet.

Forischreiten der Angriffsoperaiionen.

Berlin, 7. Juli. (DNB.) Nach der Einnahme von Woronesch versuchte der Feind durch Gegen­angriffe von Norden die oordringenden deutschen Kampfverbände aufzuhalten. Die Bolschewisten wurden jedoch unter schwersten Verlusten geschlagen und zurückgeworfen. Deutsche Truppen setzten die Verfolgung fort. Der Feind leistete nur unzusam­menhängenden Widerstand in Anlehnung an Wald­stücke oder sonstige Geländeabschnitte. Eine deutsche Angriffsgruppe konnte einen feindlichen Kampf­verband einschließen, die Ausbruchsversuche der ab­geschnittenen Bolschewisten zurückschlagen und einen weiteren Brückenkopf über den Don bilden. Im Verlauf der Kämpfe hatten die Bolsche­wisten sehr hohe Verluste an Menschen und Mate­rial. Durch die Zerstörung mehrerer Don-Brücken mit Bomben schweren Kalibers wurde der Nach- schuövertehr des Feindes unterbrochen.

Im Raum von Rshew wurde eine feind­liche Kräftegruppe durch umfassenden Angriff deut­scher Truppen vernichtet. In einem anderen Kampf­abschnitt konnte eine deutsche Angriffsgruppe nach Ueberwindung zahlreicher zäh verteidigter Sperr­stellungen die Verbindung, mit der ebenfalls weit vorgedrungenen Nachbargruppe Herstellen und da­mit einen neuen Kessel um bolschewistische Truppenteile schließen. In heftigen Bunker- und Waldkämpfen und trotz unübersichtlichen, ver­schlammten Geländes wurden weitere Ort­schaften im Sturm genommen. Deutsche Truppen stießen in schwungvollem Angriff vor, ohne Unterstützung äbzuwarten, und durchbrachen ein hartnäckig verteidigtes Befestigungssystem des Feindes. ,

Nördlich Orel, wo nach schwerster Artillerie­vorbereitung die feindliche Infanterie, von starken Panzerkräften unterstützt, angegriffen hatte, gelang es nach wechselvollen Kämpfen den deutschen Trup­pen, die feindlichen Angriffe unter hohen blutigen Verlusten für die Bolschewisten zurückzuweisen. Die Luftwaffe trug durch heftige Bombenangriffe gegen feindliche Kolonnen und Truppenansammlungen zum Erfolg der Gegenstöße bei.

Oie Tonnage, das A und O.

Seit mit dem Kriegseintritt Japans und der Ver­einigten Staaten von Nordamerika alle Weltmeere zum Operationsgebiet der verbündeten deutschen, italienischen und japanischen Unterwasser-Seestreit, kräfte geworden sind, bildet die Schiffsraumfrage das Kernproblem der englisch-nordamerikanischen und bolschewistischen Kriegführung. Es handelt sich dabei, wenn auch hier die Einflüsse auf Lebenshal­tung und Haushaltsgewohnheiten von den Betrof­fenen nicht geleugnet werden, in erster Linie um die Durchführung von für die britisch-amerikanische unb die bolschewistische Kriegführung wichtigen Transporten, und zwar einmal unmittelbar die Be­förderung von Kriegsgerät, Mannschaften und Nach­schub. zum anderen um die transportmäßige Si­cherstellung des Rohstoffbedarfs vor allem der eng­lischen und der USA.-Rüstungsindustrie, die aus dem eigenen Lande allein nicht ausreichend versorgt werden können.

Der letzte Bittgang Churchills nach Washington wies bereits deutlich auf die bestehenden Schwierig­keiten. Obwohl man dort geflissentlich die Schiffs­raumfrage als Verhandlungsgegenstand zu verber­gen suchte, konnte die daraus resultierende Lage in der abschließenden Erklärung zu den Besprechun­gen nicht übergangen werden. Es wurde in ihr ihr kriegsentscheidender Einfluß und der Wettlauf zwi­schen Schiffsbau und Versenkungen zugegeben. Der Vorstoß Rommels nach Aegypten, der ohne Sicher­stellung des Seetransportes nicht möglich gewesen wäre, hat diese Achillesferse der Gegner bereits ent­blößt. Stalins Generale bekommen es gleichfalls von Woche zu Woche mehr zu spüren, was der Kämpf auf den Weltmeeren auch für sie bedeutet. Die Zer­schlagung eines zweiten großen Geleitzuges mit wertvollstem Kriegsmaterial innerhalb kurzer Zeit durch Uboot- und Luftwaffe trifft auch den Feind im Osten empfindlich. Die Wegnahme des balfche- wistifchen Rüstungsgebietes in den Kämpfen des erften Jahres des Öftfeldzuges hat den Bedarf der Sowjets an Zufuhr von Rüstungsmaterial außer­ordentlich gesteigert. Daß der kostbare englisch-ame- titanische Schiffsraum auf der überaus gefährdeten Eismeerroute immer wieder eingesetzt werden muß, unterstreicht das starke Bedürfnis der Sowjets an Kriegsmaterial wie die Bedeutung, die Roosevelt und Churchill d er Front im Osten bei messen müssen, zumal ihnen die Tonnagenot bei anderen versuchten oder geplanten Aktionen die Hände bindet.

Der vorhandene Schiffsraum bestimmt die Ak­tionsfähigkeit unserer Gegner. Schiffsoersenkungen beeinflussen die Lage daher auf den Landfroirten nachhaltig. Sie bilden für den, der allein auf den gefahrvollen Seeweg über den Atlantik und Pazi­fik angewiesen ist, eine stete Quelle der Gefahr. Die deutschen Truppen aber kämpfen in Räumen, die durch sichere Land- und (Seebrüden zwischen Front und Heimat verbunden sind.

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Die Eroberung von Woronesch kommt nicht unvermutet, nachdem schon am Montag berichtet worden war, daß die Spitzen der deutschen und ver­bündeten Truppen in breiter Front den Don er­reicht haben. Woronesch liegt auf dem Ostufer des Don, das Gelände vor der Stadt bot der Ver­teidigung noch manche vortreffliche Gelegenheit zum Widerstand. Wie so viele osteuropäische Flüsse hat auch der Don ein stark überhöhtes westliches

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Bergufer und ein flaches oft überschwemmtes öst­lichesWiesenufer". Die Lage von Woronesch ist noch dadurch von der Natur begünstigt, daß acht Kilometer unterhalb der Stadt der Woronesch in den Don mündet. Die Stadt liegt also auf einer Land­zunge zwischen zwei Flüssen.

Die eigentlichen Kampfhandlungen sind wie in den Vortagen durch wütende sowjetische Gegenstöße charakterisiert, die jetzt vor allem in der nördlicheren Gegend von Orel massiert sind. Orel liegt 150 km nördlicher als Kursk. Der Wehrmachtbericht sagt, daß diese sowjetischen Entlastungsangriffe, die unter Einsatz zahlreicher Panzer stattfanben, erfolg­los blieben. Aberdie harten Kämpfe bauern noch an". Merkmal dieser Entlastungskämpfe wie der gesamten Situation an der Ostfront ist, daß den Sowjets bas Gesetz des Hanbelns vorgeschrieben

ist. Sie verfolgen bei ihren Gegenangriffen kein eigenes selbständiges Ziel, sondern wollen nur retten, was zu retten ist. Sie setzen dabei rücksichts­los ihre Panzer ein, obwohl die bisher erlittenen Verluste nicht allein als Material-, sondern auch als Menschenverluste sehr empfindlich für die sow­jetische Kriegführung sind. Bei der Ende Juni ab­geschlossenen Schlacht um Kupjansk ergaben die Photos und Soldbücher der Gefangenen, daß die Panzerbesatzungen bis vor kurzer Zeit sowjetischen Fliegerformationen angehört hatten. Die Sowjets haben die Traktorenverwendung in der Landwirt­schaft so stark begünstigt, um auf diese Weise tech­nisch gut vorbereitete Mannschaften für die Panzer­streitkräfte zu gewinnen. Es scheint, daß dieses Men­schenreservoir sich allmählich erschöpft.

Woronesch hat in der Geschichte ber moskowiti- schen Staatenbildung eine ähnliche Berühmtheit wie Sewastopol erlangt. Auch Woronesch ist ein Sym­bol. Seine Gründung erfolgte 1586. Ihr ging vor­aus bie Eroberung des Tatarenreiches Kasan 1552 unb des Datarenreiches Astrachan 1557 und der Beginn der Eroberung Sib iri e n s durch bas Kaufmannsgeschlecht der Stroganoff und entschlossene Kosakenführer, wie Jermak. Im Zuge dieser riesigen Ausweitung Moskaus nach dem Osten wurde Woronesch als Grenzfestun g gegen die noch immer unruhigen Tataren begründet. Heute ist Woronesch mit runb 350 000 Einwohnern die zwölftgrößte Stadt der Sowjetunion. Eine um­fangreiche Rüstungsindustrie, vielfältige Fabrik­anlagen anderer Art und die Fruchtbarkeit des um­liegenden Agrargebietes machen Woronesch zu einem Schwerpunkt der sowjetische ^Wehrwirtschaft. Die Stadt liegt am Ufer des Don. 20 Kilometer ostwärts, am Ostufer des Flusses Woronesch, be­findet sich der Jndustriebahnhof Woronesch, an dem sich wichtige Bahnlinien kreuzen. In der Rüstungs­industrie von Woronesch spielen eine große Rolle die Flugzeugmotorenwerke sowie bie auf Rüstungs­produktion umgestellten zahlreichen Maschinen­fabriken. Das Flugzeugwerk Woroschilow hat eine Belegschaft von 12 000 Mann. Die Motorensabrik Stalin, die heute ebenfalls Flugzeugmotoren her- stellt, hat eine Belegschaft von rund 5000 Arbeitern. Die Maschinenfabriken Komintern und Kuybyschew stellen Waffen, Geschützrohlinge und Munition her. Von den übrigen Industrien ist ein Gummikombi­nat beachtenswert, dessen Belegschaft 10 000 Ar­beiter betragen soll. Einen schweren Verlust für die Sowjets bedeuten weiter die Waggonfabriken und Eisenbahnwerkstätten, Werke für die Herstellung elektrischer und Funkgeräte sowie Schweißereien. Zwischen Woronesch und Kursk befinden sich riesige Magneteisenlager. Landwirtschaftlich gehört das Gebiet Woronesch zu den sehr fruchtbaren mitt­leren Schwarzerdbezirken. Angebaut werden vor- wiegend Weizen und Hafer. Dementsprechend ist die Lebensmittelindustrie der Stadt bedeutend. Von der intensiven Diehwirtschaft des Gebietes ist die Merdezucht bekannt.