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Aus der Stadt Gießen. UM!

m allgemeinen nicht. Er- mehr, als ein Teil der Schi: Schulferien durchzuführen. Beschränkung der Ferienzeit

Kriegseinfatz zur Verfügung stellt.

jeder ein Gießener Ritterkreuzträger

Dieses Stück, das auf den Schulen nicht gelesen großen Gefühls geglüht und gehärtet, und das be« ird und auf der Bühne nicht eben häufig er- rühmt gewordene Mottom Tirannos , uiüer dem

,en des Gauleitei

fühlt.

stärkste Wirkung.

*

s-tykchm ousfjfjreibe unb nicht auf Ehr-nmort

mcrferien gestattet es im holungsvorhaben in den C-,. Anträge der Eltern, Schüler kurz vor Beginn oder

spiele. Für solche Dinge ist mir mein Ehrenwort, weiß Gott, zu schade. Wenn ich etwas verspiele, dann ist es das, was ich in der Hosentasche habe, eine Bruchteil meines sauer verdienten Gehalts, für das ich mir sonst eine Flasche Alkoholiges oder eine Taxe leisten würde. Es kann also meiner Gesundheit mir zuträglich sein, wenn ich Leitunas- wasser trinke und zu Fuß gehe! Bist du nun be-

** Kein Schülerurlaub vor und nach den Sommerferien. Das Ausmaß der Sorn-

nicht gewöhnt, sich einer solchen Leidenschaft hem­mungslos hinzugeben. Leidenschaft? Nein, es ist keine Leidenschaft. Es ist eben leider wohl das, was man Liebe nennt, das Bedürfnis, einen Men» schen immer und immer um sich zu Haden, jeden Gedanken mit ihm zu teilen, mit ihm zusammen alt zu werden. Gegen eine Leidenschaft kann man angehen, die Erkenntnis, den einzigen Menschen für ein gemeinsames Leben gefunden zu haben, läßt sich nicht umstoßen, es ist nur manchmal schwierig, diese Erkenntnis auch dem andern Be­teiligten beizubringen.

Es ist nicht Katta, es ist Gerd Hoftstebe, der plötzlich vor ihm steht und ihn aus fernen Gedanken aufstört.Ah, unser Page!" sagt er mit einem gutmütig-spöttischen Auflachen und streckt ihm die Hand hm.Setz dich her, mein Junge. Katta ist noch nicht da, aber sie muß jeden Augenblick kom­men. Was gibt's Neues?"

Es ist eine Frage, die keine Antwort verlangt, aber Gerd weiß keine Antwort:Einen Schmuck für meine Schwester!" sagt er lachend. .Aach einem Entwurf von einem gewissen Detlev Nehl, er ist sehr bewundert worden, und wir haben den ganzen Abend von Ihnen gesprochen!"

* Silberne Hochzeit. Der Leiter bet Be­treuungsstelle der Nat.-Soz. Kriegsopferoersorgung, Altmann, begeht am heutigen Montag mit sei­ner Gattin das Fest der Silbernen Hochzeit. Unseren herzlichen Glückwunsch.

** Eine Achtzigjährige. In der vergange­nen Woche hatte zur Feier des 80. Geburtstages der Kriegerwitwe Marie Hofmann in Gießen, Grabenstraße 4, der Reichskriegeropferführer, SA.- Obergruppenführer Oberlindober, feine Glückwünsche und eine Ehrengabe übersandt. Der Gauobmann der NSKOV., SA.-Brigadeführer Dippel in Frank-

furt a. M. und die Kameradschaft Gießen der NS.° [sopferoerforgung übersandten ebenfalls ihre

Ende der Sommerferien zu 'beurlauben, bedürfen nach einem soeben bekanntgewordenen Erlaß der Reichserziehungsministers der Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde und dürfen nur noch in drin­genden Ausnahmefällen genehmigt werden, um so ' -in Teil der Schüler seine Kräfte unter t in diesem Jahre dem

'. 3.

Detlev Nehl zündet eine Zigarette an fr er andern an und starrt abwechselnd nach der Tür und auf die Uhr. Vor zehn Minuten ist die Vorstellung zu Ende gewesen, jeden Augenblick muß Katta er­scheinen. Er wartet auf sie, immer noch mit der­selben Ungeduld wie am ersten Tag. Er findet den Raum trübe und ungemütlich, die Lampen sind vom Qualm der Zigaretten umwöltt, das Wein­glas steht unberührt vor ihm, ausdruckslose Ge­sichter Gleiten blaß und schemenhaft an ihm vor­bei, und gleich wird die Tür aufgehen, Katta wird hereinkommen und alles verwandeln, das ganze Leben hat Reiz und. Farbe nur in Kattas Gegen-

Gwßer Himmel, wie liebt er diese Frau! Aber er liebt sie nicht gern, nicht freiwillig. Es ist etwas

Die Nacht hat zum Glück eben erst angefangen. Deine Gaste find ja so freundlich, um elf Uhr nach Hause zu gehen, länger wäre auch nicht auszu­halten gewesen!"

Pfui, Gerd. Es war so eine reizender Abend.

Ein bezaubernder Abend! Nur allzu seriös für meinen Geschmack. Entschuldige, aber ich muß mich jetzt erst noch eine Stunde von deiner reizenden Geselligkeit erholen."

Du bist ein gräßlicher Bengel! Ich will wissen, wo du hingehst!"

Nicht in eine Hafenkneipe, wo du nachher meine schauerlich umgebrungene Leiche in den dunklen Fleeten suchen lassen mußt, so was scheinst du dir ja porzustellen! Ich gehe in den Klub."

,Sag mal, Gerd ..." Sie kann es nicht unter­lassen, an seinem Binder zu zupfen, die Blume in seinem Knopfloch fester zu ziehen.Was ijt das eigentlich für ein Klub, in den du immer rennst? Wird da gespielt?"

Wi.e meinst du das? Theater oder Tennis?"

",Du weißt ganz genau, was ich meine! Du spielst doch nicht etwa Karten? Du weißt doch, daß du erblich belastet bist!"

Bon Mutter? Sie hatte eine Leidenschaft für Patiencen."

Ach, Unsinn. Frauen spielen nicht.

Nein. Oder höchstens mit Männerherzen. Aber Vater hat nie eine Karte ungerührt."

Nachher nicht mehr. Weil er es geschworen hatte. Aber er hat in seiner Jugend viel gespielt und viel verspielt. Ich bitte dich inständig. Junge, mach mir keine Sorgen!"

, Du bist goldig!" Er küßt fluchtig ihre Wange. Ich will dir mal was sagen, kleine Mammie: ich schwöre dir nicht, keine Karte anzurühren, dazu ist keine Veranlassung." .

Nein, das tut man immer erst, wenn es zu spät ist!" . ..

Laß mich ausreden: ich kann dir schworen, auf­richtig und mit gutem Gewissen, daß ich ferne

ruhiat?"

Halb. Aber es ist immerhin etwas, wenn du mir das versprechen kannst."

Zu Fuß zu gehen? Sofort! Wenn du mich nur durchläßt!"

Mach's nicht zu lang! Daß du morgen frisch bist! Albrecht ist so gut zu dir, aber du weißt, daß er streng sein kann, mit Recht, er verlangt von feinem mehr, als von sich selbst."

Ja, mein Goldkind, ich weiß, verpetz mich nur nicht! Du bist doch immer noch mein bester Spieß- gesell! Ich werde morgen arbeiten, daß es nur so kracht. Schlaf gut und mach dir keine Sorgen um mich."

Zrühsommer 1942.

Die Jahreszeiten des Kalenders sind im buchstäb­lichen Sinn astronomische Jahreszeiten. Wv haben sie vom Himmel heruntergeholt und berechnen sie nach dem tiefsten und höchsten Stand der Sonne oder nach den Tag- und Nachtgleichen.

Diese astronomischen Jahreszeiten sind, obwohl sie hoch vom Himmel hergeholt sind, ein Notbe­helf ... genau so wie unsere Uhrzeiten. Die mittel­europäische Zeit und die auf ihr aufgebaute Sommerzeit" ist ein Sammelbegriff von Memel bis Aachen und von Flensburg bis Klagenfurt', aber in Wahrheit weichen die wirklichen Tageszeiten von den Uhrzeiten mehr oder weniger ab. Nur kann man sich bei dieser Verschiedenheitnicht auf­halten". Der durchgehende Verkehr würde sofort zum Erliegen kommen. Auch mit den Rundfunk­sendungen gäbe es ein schreckliches Tohuwabohu, wenn es noch eine große Zunft der Kalendermacher gäbe, die wie es früher der Fall war für jeden größeren Ort die für ihn richtige» Tageszeiten er­rechnete. ,

Im allgemeinen kümmert sich auch der Mensch, der mit der Natur verbunden ist, nicht sehr viel um die astronomischen Jahreszeiten. Er weiß von der Schule her, daß am 21. März der Frühling, am 21. Juni der Sommer, am 21. September der Herbst und am 21. Dezember der Winter beginnt. Er hat auch die Gründe dafür in der Schule gelernt. Nur schüttelt er manchmal zu diesem Schulwissen den Kopf und verläßt sich lieber auf den Sprach- aebrauch, der viel schmiegsamere Unterschiede macht. .Wir reden von einem Vorfrühling und einem Voll­frühling, wir sprechen von einem Früh-, Hoch- und Spätsommer oder Altweibersommer; wir teilen auch den Herbst in einen Früh- und Spätherbst unter. Und im Winter unterscheiden wir zwischen Matsch-

Theater -er Universitätsstadt Gießen

Friedrich Schiller: »Oie Räuber".

Beschleunigung

des Transportmittelumlaufs.

Die Be- und Entladefristen im Eisen­bahnverkehr werden nach den örtlichen^ Be- trisbsoerhältnissen unter Anpassung an die 6«hr- planlage n e u f e st g e s e tz t. Dabei wird die wei­testgehende Kürzung der Lade fr i st e n unter Zugrundelegung einer durchgehenden Tag- und vtacht- sowie Sonn- und Feiertags-Be- und Entladung vor­gesehen. Kommen Empfänger und Auslieferer von Gütern ihrer Verpflichtung nicht nach, so werden bereits bei drohender Ueberschrettung der Be- und Entladefristen unnachsichtlich Zwangsmaßnahmen durchgeführt. Für die zwangsweise Be- und Ent­ladung werden Kriegsgefangene eingesetzt oder Le- unb Entladekolonnen. Auf Antrag der Auflieferer und Empfänger von Gütern werden so che ILade- kommandos bereitgestellt. Landräte, Oberbürger­meister bzw. Polizeiverwatter in allen Orten, tn denen es durch die Reichsbahn oder den Bevollmach- tiqten für den Nahverkehr für erforderlich erachtet wird, haben die Verpflichtung, Be- und Entlade­kolonnen zu bilden, die auf schnellstem Wege ein­gesetzt werden können. Die Betriebe haben sich daraus einzurichten, die Verladung auf stören Tage anteilig zu verteilen, also an Sonn- unb Feiertagen in der gleichen Weise zu be- und entladen wie an Werktagen. ____________

wird und auf der Bühne nicht eben häufig er­scheint, wird uns trotz augenscheinlichen Mängeln, die von niemandem früher und schärfer erkannt wurden als, von Schiller selbst, bei jeder Be­gegnung aufs neue bewegen, weil es das erste ernstzunehmende Werk eines jungen Genies ist, eines Dramatikers und Theatralikers aus Instinkt und elementarer Naturbegabung: auch wenn sich Schiller, wie ebenfalls früh bemerkt wurde, die Gegenüberstellung der ungleichen Brüder auf der Szene hat entgehen lassen, was eine Auseinander­setzung von grandioser Wirkung versprochen hätte der Erfolg bewies,, wie sehr er ein Publi­kum zu nehmen und, mehr als das, an das Herz des Zuschauers zu appellieren verstand.^Der 13. Ja­nuar 1782 ist ein denkwürdiger Tag in den An­nalen des deutschen Dramas: die Uraufführung der Räuber" in Mannheim, der der Dichter verbote­nerweise ohne Urlaub beiwohnte, war ein uner­hörter Triumph für den 22jährigen und einer der größten Theateverfolge aller Zeiten.

Ach? Komisch! Grotjahn hat mich um eine Zeichnung gebeten, und ich habe ihm da etwas hin­gekritzelt, aber ich hatte keine Ahnung, daß das Ding für Ihre Schwester bestimmt war, sonst hätte ich mehr liebevolle Sorgsatt darauf verwandt."

Worauf liebevolle Sorgfalt verwandt?" Katt» Serena stand plötzttch neben ihnen, in dem em> 5igen Augenblick, in dem Detlev nicht nach der Tür gesehen hat, muß sie beretngefommen fein. Gerd springt auf, nimmt ihr den Mantel ab, mit einem Aufleuchten in dem hübschen offenen Ge­sicht, während Detlev sich langsamer erhebt, unb mehr als symbolische Handlung als zu ihrer Be- quemlichkeit ihr den Stuhl zurechtrückt.

(Fortsetzung folgt.)

weiter unb demrichtigen" Winter.

Der Frühsommer beginnt jetzt, wenn der Roggen blüht, wenn der Holunder in der Pracht seiner weißen Sterndolden prangt, wenn der süße Gras- geruch über die Wielen zieht. In die Mitte des Frühsommers fällt die Blüte des Weins, der Lin­den, der Rosen und der Lilien, fällt auch die Heu­ernte und das Heufieber, der Abgesang der Vögel, unb das Ende des Frühsommers ist der Beginn der Roggenernte. Mit ihr und dem reifenden ersten Obst hebt der Hochsommer sein machtvolles Zepter über Land unb Leute.

Sür unsere Aerwundeten.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude' führte im Laufe der vergangenen Woche im Auf­trage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem SonderreferatTruppen­betreuung" im Reichsministerium'für Volksaufklä­rung und Propaganda in hiesigen Lazaretten fol­gende Veranstaltungen durch: In einem Lazarett hatten sich Mitglieder des Deutschen Theaters Wies­baden Ilse Habicht (Sopran), Maria Barth (Mezzo-Sopran), Thomas Solcher (Tenor) und Viktor Ho spach (Baß-Bariton) zur Verfügung gestellt. Dis Sänger und Sängerinnen brachten in einer reichhaltigen Dortragsfolge Arien, Duette und Quartette aus Opern und Operetten. Mit reichem Beifall dankten die Verwundeten für den gebotenen künstlerischen Genuß. Lehrer A p p e l m a n n zeigte im Auftrage der Kreisbildstelle schöne Filme:Im deutschen Wald, seine Menschen unb Tiere und gab die Erläuterungen dazu. Ein humoristischer Pup­penfilm: Mettlauf zwischen Hase und'Igel" brachte viel Freude für die Beifall spendenden Verwundeten in zwei Lazaretten. Ein Lazarett hatte den Besuch der Kindergruppe Leihgestern unter Leitung von Erna Klo es. Nach Brgrüßungsworten von Pgn. Buß, welche auf die große Bedeutung der Kinder­gärten in den Landorten hinwies, gestalteten die Kinder einen fröhlichen Nachmittag durch Gedicht- ucrtrag, Gesang unb Volkstänzchen. Zur besonderen Erheiterung trugen am Schluß die Spiele Sack­hüpfen unbzwischen Flaschen schreiten" bei. Die kleine Breuning sprach Mundartgeschichten des Volksdichters Georg Heß. Große Freude war auch bei der Verteilung der rnitgebrächten Liebesgaben unb Blumen an die Verwundeten.

diezwote verbesserte Auflage" erschien, kam in- brünstig aus tiefstem Herzen. Es war ein weiter Weg vom Räuberlager in den böhmischen Wäldern zum Garten unb Meeresstrand jener anderen feind­lichen Brüder von Messina welch ein Bogen spannt sich vom revolutionären Pathos des Sturmes unb Dranges zur geläuterten Klarheit antikifcher Klassizität. Aber schon im Wetterleuchten und Feuerschein, in den rasenden Wortkaskaden der Räuber" kann niemand die mit Wettgerichtsstim- men dröhnende Anerkennung einer unantastbaren und ewig gültigen sittlichen Ordnung überhören.

Briefe in Bareiros Hand

Roman von Anna Elisabet Weirauch

Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.

1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Spät abends, als die Gäste schon gegangen sind, denkt sie noch einmal alles durch, heiter und dank­bar, während sie das Kleid abstreift und m den Morgenrock schlüpft ... die Kinder! Sie ist heute abend nicht dazu gekommen, sie noch einmal m ihren Bettchen zu sehen! Es gibt keinen schöneren Ausklang des festlichen Tages, als diesen Anblick, die verstruwwelten blonden Löckchen in den weißen Kissen, die langen Wimpern auf den schlafgeröteten Wangen, die geballten Fäustchen, die friedlich atmenden rosigen Mäulchen. Bei der Vorstellung wird ihr Herz warm vor Glück. Diesen Anblick muß sie mit hinübernehmen in Schlaf und Träume.

Sehr leite klinkt sie die Tür auf unb geht behut­sam auf den Zehen über den Gangteppich.

... und plötzlich erschrickt sie maßlos. Wo der Gang eine Biegung macht, steht ihr ein Mann gegenüber.

Nur der Bruchteil einer Sekunde dauert dies Entsetzen. Sie sieht sofort, daß es Gerd ist, den Mantel lose um die Schultern gelegt, den Hut tief unb verwegen in die Stirn gebrückt.

Mein Gott, hast du mich erschreckt!" stoßt sie noch atemlos hervor, unb preßt die Hände auf ihr hämmerndes Herz. '

Tut mir leid, mein Schatz!" lacht Gerd.Ich konnte ja nicht ahnen, daß du nächtlicherweile hier auf dem Korridor herumgeisterst, sonst hatt ich unsere Zeichen geflötet."

Wieso bist du denn in Hut unb Mantel? Willst du denn noch weg?" Sie hat sich schon wieder soweit beruhigt, um ihn streng unb mißtrauisch zu betrachten.Wo willst du denn hm? Mitten m der Nacht?"

er drei Jahre lang die hiesige Volksschule, hierauf das Realgymnasium, die heutige Langemarck- Schule, wo er im Frühjahr 1934 die Reifeprüfung bestand. Während seiner Schülerjahre betätigte er sich eifrig in der damaligen nationalen Jugendbe­wegung und nach deren Üeberführuna in die Hitler- Jugend ebenso eifrig in deren Reihen. Nach der Reifeprüfung trat Helmut Hudel im Mai 1934 als Offizieranwarter bei der Kraftfahrabteilung 5 in Eannstadt ein. Im April 1936 wurde er zum Leut­nant im Panzer-Regiment 4 ernannt. Vom Sommer 1937 bis zum Ausbruch des jetzigen Krieges war er als Ausbildungsosilster an der Kriegsschule in Pots­dam tätig. 1939 erfolgte feine Beförderung zum Oberleutnant. Bei Kriegsausbruch rückte er als Or­donnanzoffizier ins Feld. Im Februar 1942 wurde er zum Hauptmann befördert.

Hauptmann Hudel hat mit feinem Truppenteil den Feldzug in Frankreich mitgemacht unb befindet sich feit Beginn des Krieges gegen die Sowjets an der Ostfront.

Das erste Stück Schillers ist ferner zugleich feine persönlichste dichterische Aeußerung, in ausgepräg­tem Sinne das, was Goethe als Bruchstück einer großen Konfession bezeichnet: wir vernehmen aus diesem Schauspiel die rauhe, schwäbische Stimme des jungen Mediziners, der es im Bopserwäldchen den Kameraden von der Karlsschule oorliest; mir wissen, unter welchen Qualen unb Zweifeln es ent­standen ist, hinter der Fuchtel des Herzogs Karl Eugen unb seiner Kreaturen, heimlich unb wider ausdrückliches Verbot, in ewiger Angst vor Verrat und Entdeckung, bei Nacht im Krankenzimmer mit fliegendem Federkiel geschrieben, bei jedem ver­dächtigen Geräusch unterm Strohsack oder einem medizinischen Lehrbuche versteckt.

*

Der Ort der Geschichte ist Teutschland", aber sie war, was keinem der Zeitgenossen zweifelhaft sein konnte,auf wirtembergischem Boden gewachsen", unb hinter dem Schauspiel vom verlorenen Sohn so hat es ursprünglich heißen sollen, dem Seelen­gemälde, das vielfach den jungen Mediziner ver­rät, und der Familienkatastrophe von schauerlichen unb erschreckenden Ausmaßen wirb man immer ein Stück Bekenntnis unb Lebenschronik des jungen Schiller gewahr werden, aus den Worten der Han­delnden, 'des Karl vor allem unb seiner Leute, die Stimme ihres Schöpfers heraushören in revoltie­render Leidenschaft, in zähneknirschendem Aufbegeh­ren gegen unerträglichen Seelen- unb Gewissens­zwang, im erbitterten Kampfe um die innere Selbst­behauptung, um menschliche Würde unb künstle­rische Bewahrung.

mit eigenhändiger Unterschrift überreichen 'ließ. Reichsminister Dr. Ohne sorge wurde ebenfalls mit Worten dankbarer Anerkennung für seine Ar­beiten auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik und des internationalen Postwesens zum Ehrensenator der Heidelberger Universität ernannt.

Aeichspostminister Ohnesorge 70 Jahre alt.

Reichspoftminister Dr.-Jng. h. c. Wilhelm Ohne- forge begeht am 8. Juni feinen 70. Geburtstag. Er wurde als Sohn eines Telegraphenbeamten in Gräfenhainichen bei Bitterfeld geboren. Mit acht­zehn Jahren trat er als Eleve bei der Dberpoft- birektton Frankfurt a. M. ein. Nachdem er 1897 die höhere Staatsprüfung abgelegt hatte, studierte er Mathematik unb Physik. 1902 kam er zur OPD. Berlin. Während des Weltkrieges war er Referent für das Nachrichtenwesen bei der Obersten Heeres­verwaltung, später bei der Telegraphendirektion des Großen Hauptquartiers, 1919 wurde ihm die Leitung der OPD. in Dortmund übertragen. Ohne- forge gründete 1920 in Dortmund die 'erste Gruppe der NSDAP, außerhalb Bayerns. 1924 würde er Wieder an die OPD. Berlin berufen. 1929 wurde er Präsident des Reichspostzentralamtes in Berlin- Tempelhof, 1933 Staatssekretär, 1937 Reichspost­minister. Unter seiner Führung 'wurde die Reichs­post eine der fortschrittlichsten Verwaltungen im Reich. Der Ausbau des Poft- und Fernmeldedien­stes, die Weiterentwicklung der Rundfunktechnik, der Blldtelegraphie und des öffentlichen Fernschreib­netzes, die Einführung der Breitbandkabel und das Fernsehen gehören im wesentlichen zu feinen Er- folgen. In Anerkennung seiner besonderen Ver­dienste um die Durchführung von Kriegsaufgaben verlieh ihm der Führer das KriegsverdienstkreLz I. Klaffe und das EhrenzeichenPionier der Arbeit .

Städelschule wurde Staatliche Hochschule.

Wie wir an anderer Stelle unseres heutigen Blattes berichten, hat der Führer den^Kompaniechef in einem Panzerregiment Hauptmann Helmut Hudel mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. . p _ .

Hauptmann Hudel stammt aus Gießen. Sem Vater, der in Mendorf (Dillkreis) geboren war, ge­hörte feit 1908 als Lokomotivführer zum Personal des Bahnhofs Gießen und verstarb hier im Mai 1930 an den Folgen einer Erkrankung aus dem Weltkriege. Die Mutter des Ritterkreuzträgers entstammt der Familie eines Maurermeisters in Raunheim (Kreis Groß-Gerau). Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges im August 1914 rückte der Vater Helmut Hudels mit ins Feld. Jrn Sommer 1915 hielt sich Frau Hudel während einiger Wochen bei ihrer Familie in Raunheim auf, und dort wurde Helmut Hudel am 4. Juli 1915 geboren. Frau Hudel kehrte dann mit ihrem sechs Wochen alten Sohne nach Gießen zurück, wo Helmut Hubel seitdem seine Jugend verbracht hat. Von 1921 ab besuchte

NSG. Reichsminister Rust hat einem Wunsche unb Vorschlag von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger entsprechend die Städelschule in. Frankfurt zur Staatlichen Hochschule für bildende Künste erhoben. Den Bemühun- Gauleiters und der Stadt ist es damit ge­bet Gauhauptstadt als kulturellem Mittsl-

Mit der Inszenierung stellte sich Intendant H. W. Klein wieder einmal als Schausprelregisseur vor; er hat Grundlagen und Zielrichtung feiner Regiesührung an dieser Stelle bereits eingehend bargelegt: es kam ihm auf die Herausarbeitung der in den wesentlichen Handlungsträgern verkör- perten gegensätzlichen Lebens- und Willensprin­zipien an. Dies kam in dem realistischen Auffüh- rungsstil, der sich die reichen theattalisch-sinnfälligen Wirkungsmöglichkeiten des Dramas zunutze machte, zum Ausdruck. Die fünf ausladenden Akte waren mit geschickten Kürzungen verschiedenen Umfangs in elf Bilder zusammengezogen; eine wünschenswerte Konzentration des Ablaufes würde auf den Ein­satz der Drehbühne hatte man verzichtet durch eine Verkürzung der langen Umbaupausen erzielt werden. Die Raumgestaltung, von Herrn Löffler entworfen, war dem Stilprinzip der Inszenierung angemessen unb erreichte in den böhmischen Wäl­dern, dem blauen Zimmer unb der Galerie ihre

lungen, der Gauyauplfiaor ais ruuureuem iuuuw punkt des Rhein-Main-Gebietes eine Erziehungs- unb Ausbilbungsstätte der hohen Kunst zu schaffen, die der Traditton des Kulturlebens unseres Gaues entspricht. Neben dem Kunsthandwerk, das in Offenbach in der Meisterschule seinen Sitz er­halten unb der Architektur, die in der Technischen Hochschule in Darmstadt ihre hervorragende Ausbildungsstätte gefunden hat, wird die Sämtliche ' Hochschule für bildende Künste in Frankfurt, Öeren

Slusbilbungsgebiete die Fachgruppen Malerei, Bild­hauerei, Graphik, Baukunst unb Mode sind der Mittelpunkt des Erziehungswesens zur hohen Kunst im Gau Hessen-Nassau fein. Dem Gauleiter ist es durch diese Planung möglich gewesen, eine glück­liche Aufteilung des Kunst-Erziehungswefens zu er­zielen die jede Ueberfchneidung des Aufgaben­gebietes ausschließt. Im dritten Kriegsjahr zeigt der (Sau Hessen-Nassau mit der Errichtung der Staat- lichen Hochschule für bildende Künste in Frankfurt, daß er sich trotz aller Anspannung auf dem ihm gestellten kriegswichtigen Aufgabengebiet dem kul- hrretten Leben des Reiches besonders verpflichtet

Daß im Gesamtbilde der Aufführung der Ein­druck der Dialogpartien gegenüber den Massenszenen überwog, entsprach der Kräfteverteilung in der Be­setzung. Die darstellerisch intereffantefte unb leben­digste Leistung bot Herr Funke: sein Franz er­schien als die von Intellekt und Phantasie genährte Inkarnation des Willens zur Macht, als fanatischer Gottesleugner, von zerstörerischer Lust am Bösen, zuletzt von allen Furien der Vernichtung ruhelos umgetrieben. Luise Prasser gab der oft sehr farblos anmutenben Amalia in einer kultivierten Darstellung Adel unb Wärme echter Empfindung. Herr Köchling spielte den Karl: jugendlicher, als man ihn gemeinhin zu sehen pflegt, mit entschiede­ner Betonung der idealistischen Grundzuge des Charakters, wenn auch mit einer gewissen Zurück- Haltung in Gefühlsausbrüchen unb kraftgenialischern Überschwang. Herr Zeppenfeld war mit patriarchalischer Würde und maßvollem Lchmerz der alte Graf in Schloß und Hungerturm, indessen sich die Herren Mund unb Schmidt (Roller; Kosinsky) ganz dem theatralisch gesteigerten Pathos ihrer Rollen überließen. Dem Spiegelberg gab i Herr Bosny ein dialektisch unb psychologisch mit

Darum lieben wir dieses Drama mit all seinen Maßlosigkeiten unb Uebertreibungen, mit seinen kraftgenialischen Steigerungen unb seinenkolassa-