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Der neue große Erfolg unserer U-Voot-Waffe

Wie Corregidor erstürmt wurde

Als britischer Kriegskorrespondent in Burma

beobachtet.

In Nordafrika zersprengten Verbände der deutschen Luftwaffe Kraftsahrzeugansammlungen der

Druck und Verlag: vrühlsche UniverfttStrdruckerri 8. Lange

Platzoorschriff (vorherige Vereinbarung) 25°/* mebr

Oer Wehrmachtbericht.

DRB. Aus dem Führerhauptquartier 7.2Hai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Osten herrscht an vielen Teilen der Front Ruhe. Nur im nördlichen Abschnitt waren örtliche, aber heftige Kämpfe im Gange, in deren Verlauf der Feind hohe blutige Verluste erlitt.

Die württembergische 5. und die schle­sische S. leichte Infanteriedivision haben sich in harten Angrifsskämpfen unter schwie­rigsten Witlerungs- und Geländeverhältnissen be­sonders ausgezeichnet.

In Lappland und an der Murmanfront nahmen die eigenen Gegenangriffe weiterhin einen erfolgreichen Verlauf. Erneute Angriffe starker Kräfte des Feindes wurden abgewiesen. Bei Luft- angriffen auf das Gebiet von Sewastopol, an denen auch kroatische Flieger teilnahmen. wurde« Bombentreffer in Hafen- und Flugplahanlagen

stellten Flugzeugen eines Wüstenflugplahes.

Auf Malta wurden Festungswerke und Flug-1 Tage seinen 95. und 96. Luftsieg.

plähe. vor der Insel Gozzo Seeziele wirksam bombardiert.

Vor der Südküste Englands versenk­ten leichte Kampfflugzeuge am Tage ein Han­delsschiff von 2500 BRT. sowie einen Be­wacher. Weitere Angriffe richteten sich gegen wichtige militärische Ziele eines Hafens nördlich Dover.

Wie bereits durch Sondermeldung bekannt­gegeben. versenkten rutsche Untersee­boot e im Kampf gegen die feindliche Vecsorgungs- schiffahrt vor der Ost käste Nordamerikas und im Karibischen Meer 22 Handels­schiffe mit zusammen 138 000 BRT. und beschä­digten zwei weitere Dampfer von 17 000 BRT. schwer durch Torpedotreffer.

Britische Bomber unternahmen in der vergangenen Nacht militärisch wirkungslose Störangriffe au west- und (üdwestdeutsches Gebiet. Nachtjäger und Flakartillerie schossen sieben der angreifenden Flug- zeuge ab. nachdem bereits bei Tage fünf feind­liche Flugzeuge in Luflkämpfen an der Kanalküste

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192. Jahrgang M. 106

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Gießener ^amilienblätter

Heimat iniBild DieScholle I

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Monatlich.....RM.1.80

Lissabon. 6. Mai. (Europapreß.) Grenzenlose Verwirrung. Wassermangel und Unsicherheit der Verbindungen sowie Kämpfe nicht nur gegen die Japaner, sondern auch gegen die burmanische Be­völkerung sind die wesentlichen Zuge aller Schilde­rungen der Kriegskorrespondenten von der zer­brechenden Front in Burma. Die einzige Ausgabe, welche die britischen Streitkräfte in Burma noch lösen könnten, so berichtetDaily Expreß" aus Neu- Delhi, sei, so lange wie möglich den Japanern de n Weg nach Indien zu verlegen. Auf China könne man dabei allerdings nicht rechnen, denn Tschiongkaischek habe weder genügend Reis, um seine Soldaten zu verpflegen, noch ständen ihm ent­sprechende Beförderungsmittel zur Verfügung, um seine Truppen rasch von einem Ort zum andern

Der Korrespondent derDaily Mail" schreibt in einem verspätet eingetroffenen Bericht über die Kämpfe in Oberbnrma sehr anschaulich. Khc brv

Tokio,?. Mai. (Europapreß.) Die ZeitungTo­kio Nicht Nicht" veröffentlicht den Bericht eines ihrer Frontberichterstatter, der an der Landung auf Cor- regidor teilnahm. Darin heißt es:Am 5. Mai, 22 Uhr, verließen die mit japanischen Truppen be­ladenen Boote die Plätze Limay und Lamao an der Ostküste der Bataan-Halbinsel. Um 22.45 Uhr er­öffneten sämtliche japanischen Batterien auf der Bataan-Halbinsel das Feuer auf C o r« reaidor, das sofort erwidert wurde. Auch die Forts der Insel C a b all o setzten mit einem wilden Bombardement auf die Bataan-Kuste ein. Als unsere Boote sich auf etwa 300 Meter der Insel genähert hatten, begannen die Schern- w e r f e r der Mackinley-Batterie uns zu beleuchten. Sofort konzentrierte der Feind heftiges Mo­sch i n e n g e w e h r f e u e r a u f d i e B o o t e , die jedoch ihre Fahrt mit höchster Geschwindigkeit f o r t - setzten. Als wir die für die Landung vorgesehene 800 Meter lange Küste erreicht hatten, mußten wir alle Boote verlassen, um durch die breiten, im Meer ausgelegten Stacheldrahtverhaue hin­durch zuschwimmen. Das Maschinengewehr­feuer wurde so heftig, daß wir, sobald wir an Land kamen, längere Zeit platt auf dem Boden liegen mußten. Dann wurden trotz des feindlichen Feuers die Leitern aufgerichtet, mit deren Hilfe unsere Soldaten die st e i l e n K l i P P e n e r k l o m- men. Nach 2^ständigem schwerem Kamps gelang es uns, die Mackinley-Radio-Station zu besetzen,

Großer japanischer Seesieg im Korallen-Meer

Zwei Flugzeugträger und zwei (Schlachtschiffe versenkt.

A Tokio, 8. Mai. (DRV. Funksvruch.) Die Rach- richlenableilung der kaiserlichen Marine gibt be­kannt, daß die japanische Flotte am Donnerstag glänzende Erfolge im Korallenmeer, ost­wärts von Australien bei einem Angriff auf eine vereinigte engl»fch-n ord- amerikanische Flotte erzielte. Rähere Ein­zelheiten werden wahrscheinlich noch im Laufe des Freitag bekanntgegeben.

Rach einer späteren Meldung wurden in der See­schlacht im Koralten-Meer am 6. und 7. Mai ver­senkt: Die beiden nordamerikanischen Flugzeug­trägerYorktown" undSaratoga sowie ein amerikanisches Kriegsschiff vom TypCali­fornia und ein britisches Kriegsschiff vöm Typ W arspite, außerdem wurde ein weiterer bri­tischer Kreuzer schwer beschädigt. Der Kampf mit den kombinierten englisch-nordamerika­nischen Seeslreitkräflen dauertnoch an.

*

Der nordamerikanische FlugzeugträgerNork° i o w n" ist ein Schwesterschiff derEnterprise" und

vernichtet worden waren.

Bei den Erfolgen deutscher Unterseeboote zeichnete

______. ! sich das Unterseeboot unter der Führung des Kor- Briten und erzielten Bombentreffer zwischen abge- oettenkapitäns Zapp besonders aus.

......... Oberleutnant Off et mann errang am gestrigen

tische Einheit stehe hier für sich selbst. Man wiße nicht, ob die Straße, auf der man sich befinde, nicht jeden Augenblick von vorne oder rückwärts abge­schnitten werden könne oder ob die Japaner etwa einen Flankenangriff auf die britischen Limen un­ternehmen. Dazu komme, daß man die^ Schlacht­felder nicht wählen, sondern nur da kämpfen könne, wo es Wasser gäbe. Die Truppen grüben kleine Brunnen, aus denen aber nicht mehr als ein paar Tropfen schmutzigen Wassers zu holen seien. Im übrigen müsse das Wasser durch Ochsenkarren nach vorne gebracht werden. Wegen der feind­seligen Haltung der Burmanen sei es auch schwer, der Bewegungen der britischen Truppen geheimzu- halten. Hunderte von verborgenen Augen seien ständig auf der Lauer und ihre Beobachtungen wur­den den Japanern unverzüglich mitgeteilt. Schon oft sei es vorgekommen, daß aus anscheinend harm­losen, die Straße daherfahrenden Ochsenkarren sich mutendes Feuer gegen die britischen Truppen ge-

Zwischen Madagaskar und Kaplan-.

Von Professor Dr. I. März, Prag.

Der französische Besitz im Indischen Ozean ist einmal etwas überschwenglich em Frankreich des Ostens" genannt worden. Die heu­tige Zeit weiß nichts mehr davon, daß schon Riche­lieu und Colbert Versuche machten, im Südteil des Indischen Ozeans ein Kolonialreich zu gründen, und daß Napoleon I., der Feldherrnkunst mit einem erstaunlichen geographischen Blick vereinigte, die Bucht von Port Liverpool-auf Madagaskar einePosition ersten Ranges in dem Raume zwi­schen Sansibar und Mauritius" nannte. Zur na­poleonischen Zeit war Mauritius in der Tat ein fester Punkt, der sogar in den Seekriegen, in denen die englische Flotte die Franzosen aus den meisten, Stellungen verttieb, sich von England un­abhängig erhielt und eine Art Sonderexistenz führte. Das war möglich, ,weil die Segelschiffzeit an die Stärke eines Platzes geringere Anforderun­gen stellte und der ganze Maßstab der Kriegfüh­rung bescheidener war, so daß auch kleinere Plätze sich lange wirksam verteidigen konnten. Der Fall Mauritius zeigt aber, daß mancher der strate­gischen Gedanken Napoleons heute wieder eine fast unheimliche Aktualität gewinnt, wenn ein Vergleich mit der Lage gezogen wird,, in die sich England begeben hat; denn mancher Ausspruch des Korsen geht von der Annahme solcher Verhältnisse aus, wie sie heute bestehen und wie er sie in seinem großen Plan gegen die britische Stellung in Indien durch seine Vorstöße schaffen wollte.

Ein Abglanz alter Pläne ist die französische Herrschaft auf den Komoren, die seit den Vierzigerjahren besetzt sind und in der Hand einer aktiveren Seemacht die Straße von Mozambique beherrschen könnten. Aber auf Madagaskar sind die einmal mit großer Hoffnung begrüßten Stütz­punkte von Diego Suarez und T u l.6 a r weder gut ausgebaut noch neuzeitlich eingerichtet. Reunion, die Nachbarinsel zu Mauritius, hat keinen guten Hafen. Der französische Seeheld des 18. Jahrhunderts, Mähe de Labourdon- nais, hat Friedrich dem Großen einmal ein Zu­sammengehen vorgeschlagen, das zwar nicht im Rahmen der französischen Politik lag, aber als Ausfluß eines unabhängigen strategischen Denkens in großen Räumen noch heute Beachtung verdient.

und auf jedem Menschen. Es gibt zahlreiche Dinge des Verbrauches, die sich der Durchschnittstürke seit langem nicht mehr gestatten kann. Ein Paar Schuhe kostet in deutschem Geld 30 bis 50 Mark und mehr, ein Kilo Zucker etwa 1 Mark, und die Einkommen haben in keinem Falle mit den steigenden Preisen

wurde 1936 vom Stapel gelassen. Er hat eine Was­serverdrängung von 19 900 Tonnen und eine Ge­schwindigkeit von 34 Knoten. Seine Stornierung be­steht in der Hauptsache aus acht 12,7-cm-Geschützen. Er konnte 60 Flugzeuge an Bord nehmen. Der FlugzeugträgerS a r a t o g a" stammt aus dem Jahre 1925. Er ist mit 33 000 Tonnen samt seinem SchwesterschiffLexinaton" der größte Flugzeug­träger, über den die USA.-Marine verfügte. Seine Armierung bestand im wesentlichen aus acht 20,3- cm-Geschützen und zwölf 12,7-cm-Geschützen. Er hatte Raum für 90 Flugzeuge.

Der SchlachtschifftypCalifornia" hat eine Wasserverdrängung von 32 600 Tonnen. Seine Ar­mierung besteht auf zwölf 35,6-ew-Kanonen, zwölf 12,7-cw-Kanonen und starker Flakartillerie. Die Schiffe stammen aus dem Jahre 1919. Die britischen Schlachtschiffe derWarspite"-Klasse haben 30 600 Tonnen Wasserverdrängung und laufen 24 Knoten. Ihre schwere Artillerie besteht aus acht 38,1-cw-Ka- nonen. Sie stammen aus den Jahren 1913/14, wur­den jedoch zwischen 1935 und 1940 überholt.

8rettag,8.MalM2

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/» Uhr desPormittags Anzeigen-Preise:

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während der Feind sich auf den Malinta-Hügel zu­rückzog." _ .

Wie Domei weiter berichtet, landete am 6. Mai vor Tagesanbruch unter Ausnutzung des Mond­scheines eine Vorhut japanischer Truppen an der Nordostküste der Insel und besetzte sofort den Flugplatz von Corregidor. Gleichzeitig besetzten andere Truppen den 150 Meter hohen Malinta-, Berg, das Zentrum der Insel. Sofort nach der Landung überflogen starke Verbände japa, nifcher Heeresslugzeuge die feindlichen Stellungen i m N o r d w e ste n der Insel und beleg­ten sie 'schwer mit Bomben. Andere Verbände der japanischen Heereslustwaffe führten ein verheeren­des Bombardement auf feindliche Artilleriestellungen auf der im Südwesten Corregidors gelegenen In­sel Cab allo durch. In der Nacht zum 7. Mai ge­lang es den japanischen Truppen dann, auf Caballo zu landen und noch vor Tagesanbruch die gesamte Insel vollständig in ihre Gewalt zu bekommen. Nachdem die Insel in japanische Hand geraten mar, begab sich Generalleutnant Jonathan Wain- w right, der Oberbefehlshaber der amerikani­schen und philippinischen Truppen, der seit dem Fall der Balanga-Halbinsel den Widerstand auf Corregidor fortsetzte, mit Offizieren seines Stabes zum Malinta-Berg, und ergab sich dort den ja­panischen Truppen. Wie der nordamerikanische Rund­funk meldet, betrug die Besatzung Corregidors 17 000 Offiziere und Mannschaften.

Ankara, April 1942.

Die Nöte, mit denen alle Teile der im Krieg stehenden Welt zu tun haben, bedrängen auch dieses Land. Die Mangelerscheinungen, die daraus resul­tierende Rationierung lebensnotwendiger Güter, der nur noch schwer mögliche Import und Export, das Darniederliegen einer Anzahl von Produktions­zweigen, Teuerung in einem fast unvorstellbaren Maße. Ja, die Geschosse des modernen Krieges selbst, Bomben und Torpedos, nicht nur die wirt­schaftlichen und die Lebenshaltung angehenden Nöte und Schwierigkeiten «reichen dieses Volk: die Bom­ben von Milas, die Torpedos im Schwarzen Meer sind Zeichen genug,-daß dies kein billiger und leich­ter, kein gefahrenloser Friede ist.

Die Türkei hat es oft und ernst betont, daß sie diesen Frieden mit dem scharf geschliffenen Schwert schützt, seit Jahren steht daher das türkische Volk in Wehr und Waffen. Die Uniform beherrscht über­all im Lande das Bild, und es sind gute, geübte, disziplinierte, von ihrem Wert überzeugte Soldaten und Offiziere, die man sieht. Daheim aber bei diesem so stark bäuerlichen Volke können die Aecker und die Gärten, die Weinberge und die Fel­der nicht so bestellt werden,' wie das erwünscht wäre, und in diesem nach unseren Begriffen so gering bebauten Lande muß daher noch mehr Land brach liegen als schon zu anderer Zeit. Die Ernten, die man so dringend braucht, werden dadurch nicht größer. Und die in den wenigen Jahren seit dem Erstehen dieses Staates mit großer Energie begon­nenen Werke des Friedens, oer Bodenmelioration, der Bewässerung, der Urbarmachung, der Auffor­stung auf diesen vielfach noch so jungfräulichen und der Pflege des Menschen bedürfenden Böden eine besondere Notwendigkeit müssen ruhen. Auch so werden die Ernten noch herabgesetzt, die die Sta­tistik einst mit Recht in so verheißungsvollen Zah­len stellte. Schließlich war der Winter, dieser un­erwartete, ungewöhnliche, verderbenvolle Winter auch für die Türkei, hart; an seinen Folgen wird man auch hier lange zu tragen haben, und der Ernte war die bis in diese Zeit hineindauernde Kälte wenig günstig. m

Die Grenzen sind dazu aus Toren und Brucken zu Bollwerken geworden, durch die die Produkte, mit deren Tausch sich in normalen Zeiten die Völker zu aller Nutzen ergänzen, nur mühsam und spärlich passieren, in keinem Falle so, wie es den Notwen­digkeiten entspricht. Jedoch ist dieser trotz allem op­timistische Staat unverzagt auch an dieses Problem herangegangen; aber er hat in den letzten Monaten eine Anzahl von Handelsabkommen geschlossen, er hat Lieferungszusagen gegeben, er hat frisch und mutig begonnen, diese und andere Arbeiten des Friedens neben denen der Rüstung zu betreiben und die Bollwerke nicht nur Bollwerke fern zu lassen, sondern auch wieder zu Toren zu machen.

Das tägliche Leben ist für alle schwer, sehr schwer geworden. Fast täglich bringen die Zeitungen Nach­richten von neuen Stürmen, von dieser und jener neuen Erschwerung und Verknappung. Die einst reichlich vorhandenen Waren werden immer weniger und knapper. Das Brot ist streng rationiert, und die Rationen sind sehr klein. Andere Einschränkungen und Einsparungen folgen oder sind zu erwarten. Dazu lastet eine schlimme Teuerung auf dem Land

Das Leben in der Türkei

Von unserem K.-Korrespondenten.

Schritt gehalten.

Trotzdem sieht man kein verbissenes Wesen und hört kein unzufriedenes und bitteres Wort. Das Leben spielt sich in allen Kreisen der Bevölkerung .....freundlich ab. Es ist keines- desJnschallah", seine Un­

geordnet und ruhig'und freundlich ab. Es ist keines­wegs die Zufriedenheit desJns^hallah", seine Un­bekümmertheit, die zum mindesten für Anatolien eine durchaus zu Unrecht verstehende und nur von Nichtwissenden gebrauchte Formel ist. Es ist aber die Zufriedenheit der Disziplin und der Pflicht­erfüllung, die böse Worte und bittere Mienen nicht als eine Voraussetzung für Aenderung und Besse­rung erachtet, die sie ja auch nicht sind. Man merkt jedem dieser zurückhaltenden, aber doch offenen und ehrlichen Menschen an, daß er sich durchaus über die Härte der Zeit und Der Entscheidungen, um die es geht, klar ist; und man merkt jedem auch an, daß er zu der Politik der Regierung, so große Opfer sie nötig macht, uneingeschränkt ja sagt und sich mit den Lenkern seines Geschickes eins fühlt. Dahin bringt ihn und dazu berechtigt ihn nicht allein die offensichtliche Klugheit und Ueberlegen- heit dieser Männer und ihrer Politik, sondern auch das im allerbesten Sinne einfache, bescheidene und volksverbundene Auftreten und Verhalten dieser

führenden Männer.

Der Charakter Ankaras, einer dach verhältnis­mäßig recht kleinen Stadt, in der sich die ganze Or­ganisation des Staates, alle Ministerien und Be­hörden konzentrieren, bringt es mit sich, daß man ständig ganz anders als in einer Millionen­stadt die Repräsentanten des Volkes, Minister, höchste Beamte sieht und beobachten kann, auf den Straßen, in den Restaurants, auf dem Wege vom und zum Ministerium. Sie fallen unter den anderen Menschen unter dem Volke durch nichts auf, man grüßt wieder, freundlich und höflich. Nichts dabei von Ueberheblichkeit und Pathos, von Ferne. Es find Menschen wie jeder der Arbeiter und Kaufleute auch, aus deren Reihen sie ja morgen berufen wer­den können und einst berufen wurden, wenn sie das Zeug dazu, in sich trugen. Auch sie haben ihre schweren Sorgen und dazu die ungeheure Verant­wortung für das Wohl der Nation. Diese Anspruchs­losigkeit, diese Volksverbundenheit der leitenden Männer ist sicher ein Hauptgrund, daß dieses Ver­ständnis im Volke und die im Grunde vorhandene Billigung und Zustimmung des ganzen Volkes mit der Politik der Regierung trotz allem Bitteren herr­schen, an die Regierung scheinen Kritik und Krisis nicht heranzureichen.

*

Der türkische Innenminister F a i k 21 e ft r a t ist zurückgetreten. Amtlich wird der Rücktritt mit dem erschütterten Gesundheitszustand des Minister be­gründet. Zu seinem Nachfolger wurde Dr. Fikri Tuzer, der Generalsekretär der türkischen Volks­partei, ernannt. An feine Stelle ist Mentuk S ch e f f e t getreten, der zuletzt im diplomatischen Dienst gestanden hat.

richtet habe, sobald sich das Gefährt im Rücken der Engländer befand. Die schlimmsten Plagen seien jedoch die japanischen Luftangriffe. Es ei schwierig, Flugzeuge auszumachen, denn Geier und andere Raubvogel kreisten über dem Land und zogen in Formationen dahin, daß man mitunter nicht unterscheiden könne, ob es sich um japanische Flugzeuge oder Raubvögel handele.

Ein Luftangriff kommt. Der Korrespondent, der ich mit feinem Auto in Kaktusfträucher werfen muß, wird verletzt. Er übernachtet unter einem Mango­baum.Und die ganze Nacht warf ich mich unruhig hin und her, von Ameisen und.Moskitos geplagt. Meine Gedanken weilten bei den vielen anderen, benln es genau so ging und außerdem noch unter der Hitze und dem ungewohnten Klima des Landes leiden und deren Moral durch die nicht adreißende Kette von Niederlagen niedergedrückt wird. Ich glaubte, es gäbe keine Romantik in diesem Kriege. Es ist nicht sehr schön, ein Kriegskorrespon­dent zu fein. Ich fühle mich krank und ausgeschlossen in einem fremden Land und dachte an Zuhause und meinte vor Hilflosigkeit, well ich nicht mehr schlafen konnte."

Oer Rückzug

an die indische Grenze.

Bern, 7. Mai. (DNB.) In einer Meldung von Exchange Telegraph aus Kalkutta wird zugegeben, daß sich die Truppen General Alexanders im Chindwin-Tal in einer schwierigen Lage be­fänden. Es bestehe nur noch wenig Hoffnung, daß es ihnen möglich fein wird, ihr schweres Kriegs­material zu retten. Den Japanern fei es zwar bis­her noch nicht gelungen, den fliehenden Truppen den Rückzugsweg zu verlegen, und es feien Ope­rationen eingeleitet, um den Truppen die Möglich­keit zu geben, sich über die Gebirgskette nach Indien durchzuschlagen.

Die Briten wollen an der indischen Grenze b e i Manipur eine neue Verteidigungsstellung be­ziehen, aber die Verluste der fliehenden Briten an Menschen und Material sind außerordentlich hoch. Krankheiten und Desertionen besonders der indi­schen Truppen haben in die Reihen der Briten große Lücken gerissen. Hinzu kommt die ftänbige Gefechtsberührung mit motorisierten japanischen Vorausabteilungen, die den Fliehenden unablässig auf den Fersen sind.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen