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Weitere Erfolge

bei Angriffsunternehmungen an der Mont.

ratter eines Kriegsschiffes annehmen und als solche zu behandeln sind.

Die Heuchelei in der Begründung des englischen Standpunktes konnte nicht drastischer beleuchtet wer­den als durch die vorstehenden Ausführungen lei­tender amerikanischer Staatsmänner. Ihre heutigen Nachfolger' haben sich über solche korrekten Anschau­ungen hinweggesetzt. Die Bereinigten Staaten ha­ben ihre Handelsschiffe bewaffnet, sie haben schon lange vor ihrem Eintritt in den Krieg zugelassen, sogar mit lobenden Anerkennungen, daß ihre Kriegs­schiffe und Flugzeuge in hinterlistiger verräterischer Weife unsere Feinde unterstützten.

Demgegenüber läßt Deutschland auch weiterhin das Londoner Protokoll gelten, soweit seine Han­delsstörer mit einem, um Präsident Wilsons Ausdruck zu gebrauchen,fairen" Vertragspartner zu tun haben. Als solche gelten die nicht krieg- führenden Staaten, selbst wenn sie die Be­ziehungen mit uns abgebrochen haben. Dement­sprechend haben die an den amerikanischen Küsten operierenden deutschen Schiffe nur im Rahmen des prrsenrechtlichen Anhalts- und Durchsuchungsverfah­rens und unter Beobachtung des Londoner U-Boot- Protokolls vorzugehen. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind Schiffe, die in zu Operationsge­bieten erklärten Gewässern angetroffen werden, Ge- bieten, in. denen es eine friedliche militüvische un­geschützte Han'delschiffahrt praktisch nicht mehr gibt

Deutschland hat sich also nach Kräften bemüht, den nicht mittelbar am Kriege beteiligten Staaten entgegenzukommen. Ein solches Entgegenkommen ist selbstverständlich nur insoweit militärisch zu verant­worten und völkerrechtlich geboten, als sich diese Schiffe selbst völlig friedfertig verhalten und zu Verwechslungen mit feindlichen keinen Anlaß geben. Von deutscher Seite ist daher bei jeder Gelegenheit auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, daß -Schiffe nicht kriegführender Staaten als solche klar erkennbar fein müssen.

Das Ritterkreuz für einen gefallenen Stukakapitän.

Berlin, 7. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Oberleutnant Rieger, der als Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader durch seine große fliegerische Begabung, mitreißen­den Schwung und heldenhafte Tapferkeit, vor allem um die Erprobung des Nachteinsatzes der Sturz- kampfwafse sich bahnbrechende Verdienste erworben hat, es ist ihm gelungen, vor Bengasi einen schweren englischen Kreuzer durch Volltreffer außer Gefecht zu setzen. Bei Angriffen auf feindliche Geleitzüge im Kanal und an der Themsemündung vermochte er trotz schwerster Abwehr 30 000 Tonnen Schiffsraum zu versenken. Nach seiner Teilnahme an dem Kreta- Unternehmen flog er 137 Einsätze im Feldzug gegen die Sowjetunion. Insgesamt hat er als Sturzkampf­flieger 257 Feindflüge aufzuweisen. Bei einem An­griff in der Gegend Naro Fominsk fanfr Oberleut­nant Rieger, zusammen mit feinen Bordschützen, den Heldentod. In Anerkennung seiner einzigartigen Leistung ist ihm nachträglich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worden.

Helfer der Infanterie.

Berlin, 8. April. (DNB.) Eine deutsche Schlachtfliegerstaffel konnte am 1.Öfter« fei erlag ihren 5000. Einsatz an der Ostfront melden. Mit ihren Henschel-Flugzeugen fügte sie in Tiefangriffen dem Feind mit Sprengbomben und Bordwaffen hohe Verluste zu. Oft in heftige Lust­kämpfe mit bolschewistischen Jägern verwickelt, flo­gen die Schlachtflieger in den harten Wintermona­ten trotz eisiger Kälte und schlechter Wetterlage oft nur wenige Meter über die verschneite Landschaft dahin und vertrieben den Feind aus Schützennester- und befestigten Stellungen, nahmen bvlschewistischt. Maschinengewehre und vorgeschobene Feldgeschütze unter Bordwaffenfeuer und brachen an den Brenn­punkten der Kämpfe den Widerstand des Gegners. Unsere Schlachtflieger verbindet, eine herzliche Ka­meradschaft mit den Stoßtrupps der Infanterie, de­ren Sturmabzeichen die Henschel-Flugzeuge tragen.

Finnischer Lustsieg über überlegene Sowjetkräste.

Helsinki, 7. April. (Europapreß.) In der Ge­gend von Rukajaervi stieß gestern eine finnische Jagdflugzeug-Patrouille von acht Maschinen au sieben Bombenflugzeuge des Feindes und 18 Hurri cane-Jagdflugzeuge. In dem ungleichen Luftkamp wurden elf feindliche Jagdmaschinen und ein Bom-

Der Wehrmachiberichi.

DNB. Aus dem Führerhauplquarller, 7. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Ostfront brachten eigene Angrifss- unternehmungen weitere Erfolge. 3n mehreren Frontabschnitten wurden örtliche Angriffe des Fein­des abgewiefen. Die Bekämpfung kriegswichtiger Anlagen in Leningrad durch schwere Artillerie des Heeres wurde fortgesetzt.

Am gestrigen Tage wurden an der Ostfront 29 feindliche Panzer vernichtet und 60 owjetif che Flugzeuge abgeschoss en oder am Boden zerstört.

In Nordasrika lebhafte beiderseitige Aufklä- rungstäligkeit. Kampf- und Jagdfliegerverbände grif- en britische Flugplätze in der 2N a r m a r i c a sowie im ägyptischen Küstengebiet an und zersprengten

Vorstößen bis Westrand K. unter dem Feuers­chutz schwerer Waffen. Ausheben der Vorpvsten- tetlungen Les Feindes und Verlegen von Minen auf feindlichem Spähtruppweg!" Das ist der Auf­trag der zwanzig Pioniere, die zur Sicherung der Hauptkampflinie durch Ausschalten des bolsche­wistischen Störungsnestes von K. eingesetzt sind.

Die Nacht ist weiß und doch undurchdringlich. Der Eiswind jagt riesenhafte Schneefahnen vor sich her, schüttet sie über Wege und Trampelpfade, daß man fast nicht mehr ein noch aus weiß. Die Pio­niere stapfen in das tolle Gestüber, wagen sich auf gut Glück in die Schneeverwehungen hinein. Ihr Stoßtrupp gerät, die Sprengladungen und Minen, ziehen sie auf Handschlitten durch den metertiefen Schnee. Wenn die Kufen so tief einsinken, daß die Schlittenladungen auf der sammetweichen weißen Pulverdecke aufsitzen und festfahren, dann spucken die Landser in die Fäustlinge und packen zu.

Heia Safari!" sagt Heinrich, der Sprengtrupp­führer aus dem Rheingaü, und schnappt sich zwei Minen. Er hat recht sie sind alles, diese Jungen: Pioniere, Infanteristen, Schlittengaul und Saften« träger.

Von der Infanterie sind vier Deckungsgruppen, der Feuerschutz, mit schweren Maschinenge­wehren und Granatwerfern mitgekommen. Es geht auf fünf Uhr früh. Die Schneeverwehungen halten an, und so sind die Spuren stapfender Tritte und furchender Kufen nach Minuten schon wieder zugo- schüttet.

Im Hinterland beginnt eine Batterie ihr vor­bereitendes Feuer auf K. Auf die Sekunde genau heulen die erstenKoffer" zwischen die Feind- stellungen, auf die Sekunde genau und doch zu früh! Denn der nachgiebige weiche Schnee hält die Marschierenden mit tausend unsichtbaren Hän­den fest. Sie können K. nicht in der vorgesehenen Zeit erreichen. Oder doch?

Pioniere und Infanteristen arbeiten sich gemein­sam vor, erkennen plötzlich mühsam die vordersten Stellungen und liegen auch schon im gleichen Au­genblick vor den Unterständen der S ow - j e t s. Nur zögernd weicht der Feind nach den er-

benflugzeug abgeschossen. Die finnische Flak schoß zwei Jäger und ein Bombenflugzeug ab. Ein feind­liches Jagdflugzeug mußte auf finnischer Seite lan­den. Dadurch hat der Feind insgesamt 16 Maschinen verloren, drei wurden beschädigt. Alle finnischen Flugzeuge konnten ihre Flugbasis erreichen.

Britischer Zerstörer6<rood" versenkt.

Rom, 7. Äpril. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Dienstag gibt u. a. bekannt: Un­sere Flugzeuge griffen im Raum südöstlich Mechili Zusammengezogene feindliche Verbände an. Bei einem Angriffsversuch auf den Flugplatz von Derna wurden sieben feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste abgeschossen. Bombenangriffe gegen die Flugplätze, die Flottenstützpunkte und die Flakstel­lungen von Malta hatten umfangreiche Zerstörun-

kraftfahrzeuganfammlungen südostwärts von Mechili. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger sechs britische Flugzeuge ab.

Starke Verbände deutscher Kamps-. Sturzkamps- und Jagdflieger setzten die Angriffe gegen militä­rische Anlagen der Insel Malta bei Tag und Nacht fort. Lin im Dock liegender britischer Zerstörer wurde in Brand geworfen.

An der englischen S ü d k ü st e erzielten deut­sche Kampfflugzeuge Bombentreffer in einer Sende­anlage.

Britische Bomber führten in der letzten Nacht Stürangriffe gegen das westliche Reichsgebiet. Die Zivilbevölkerung halte geringe Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei der angreifenden Bomber ab.

Das Jagdgeschwader M ö l d e r s errang am gestri­gen Tage den 3000. Luftsieg.

ften ballernden Handgranaten aus. Da knirschen auch schon die Munjitionsschlitten heran, Ladungen und Minen werden von den Pionieren ausgenom­men. Wie rasend feuert der Feind zwischen die Häu­ser, wo die Pioniere mit den Sprengungen begin­nen. Die Holzhäuser werden von donnernden Detonationen zerrissen und zerfetzt in die Lust ge­schleudert. Ihre Trümmer brennen und schmoren im schmelzenden Schnee. Noch eine Ladung in die Un­terstände und Keller, noch ein Strahl Leuchtspurmu­nition in die Strohdiemen, die von den Sowjets als Unterkünfte ausgebaut sind! Gespenstisch flackern die Flammen um einen Trümmerhaufen von Holz und Steinen, der Ort K. versinkt im grollenden Donner geballter Ladungen und Minen.

Unterdessen hält die Infanterie in mörderischem Feuer den Feind nieder, der von allen Seiten noch den Pioniereinsatz zu stören versucht. In der Schlucht, die von den Sowjets bei einem Rückkehrversuch passiert werden muß und durch die allnächtlich feine Späher kommen, bringt der Minentrupp feineUe= berraschungen" an. Ein Melder steht daneben und zeichnet die Verlegung in feinen Plan ein. Die Pio­niere wissen ja, daß sie im baldigen weiteren Vor­marsch diese Minen wieder aufnehmen und sichern müssen. Und vorgesorgt ist besser, als später drauf­getappt.

In 45 Minuten sind alle Aufgaben gelöst. Eine Rekordzeit, wenn man so sagen will. Die Haupt­sorge ist nun, sich ohne Verluste vom wachsamen Feind wieder zu lösen. Die Pioniere werfen eine Handvoll künstlichen Nebels hinter sich. Der Rauch und Qualm der brennenden Häuser verdichtet noch mehr die undurchdringliche Schleierwand, hinter der die Sowjets vergeblich ein genaues Ziel suchen.

Die zwanzig Pioniere stapfennach Hause". Alle zwanzig! Die Sowjets dagegen haben allein in den vordersten Stellungen 35 Tote gelassen. Von der erreichten Stellung aus sieht man noch matt den Widerschein der brennenden Trümmer von K. Die empfindlicheDame", unsere Hauptkampflinie, die keinen Feind in ihrer Nähe dulden darf, kann be­ruhigt sein. Die Pioniere haben sie gründlich ge­sichert. Fritz E. Maier-Florian.

gen zur Folge. Eines unserer Torpedoflugzeuge wurde zum Niedergehen im mittleren Mittelmeer gezwungen. Die Besatzung wurde unversehrt ge­fangengenommen. Vor einigen Tagen torpedierte ein feindliches U-Boot in der Nähe der griechischen Küste ein Transportschiff, das zu einem aus sechs Einheiten bestehenden Geleitzug gehörte. Infolge des stürmischen Wetters gelang es, nur einen Teil der Wehrmachtangehörigen, die sich an Bord befanden, zu bergen. Unsere Marinestreitkräfte haben den bri­tischen ZerstörerH a v o ck" in Brand gesetzt und versenkt. Der Zerstörer ist 1936 vom Stapel ge­laufen. Er hatte bei einer Wasserverdrängung von 1340 Tonnen eine Geschwindigkeit von 35,5 See­meilen und verfügte über vier 12-crn-Geschütze, acht Maschinengewehre und acht Torpedorohre. Die Be­satzung betrug 145 Mann.

Eine Gaunergarantie.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Am Karfreitag ist, als Hilfe für dsn im Schweiße seines Angesichts sich abmühenden Cripps, Roose­velts Sonderbotschafter Johnson in Neu-Delhi einaetroffen, um den ziemlich festgefahrenen Cripps in seinen Bestrebungen, wenigstens ein Kompromiß zu erreichen, nachdem es mit dem Diktat nichts ge­wesen ist, zu helfen. Roosevelt läßt jetzt den Indern sagen, er werde die indische Freiheit nach diesem Kriege genau so garantieren, wie Wilson im Welt­kriege die irische Freiheit verbürgt habe. Nur müß­ten die Inder zuvor sich auf den Scblachtaltar der Plutokraten legen. Er habe die Errichtung eines ge­meinsamen indisch-britischen Kommandos zur Ver­teidigung Indiens vorgeschlagen, ein Plan, von dem denManchester Guardian" feststellte, daß er dis Inder glauben machen werde, s i e hätten das Kommando und die Wehrhoheit, während in Wirk­lichkeit England alle Waffen in der Hand be­hielte und sie auch gegen indische Freiheitskämpfer, denen es einfiele, zu rebellieren, verwenden könne. Da auch dieser Plan nicht recht zu ziehen scheint, haben die Engländer zum Bluff gegriffen. Sie las­sen die Sirenen ertönen, als seien die Japaner be­reits über Indien, sie paradieren mit ihren Trup­pen und Flugzeugen, alles zu dem Zweck, die Inder mürbe zu machen. Wir bezweifeln, ob diese Mittel verfangen werden. Der Inder weiß, was er von der englischen Macht zu halten hat. Auch Roosevelts An­erbieten, Indien die Freiheit zu garantieren, wie sis einst Irland von den USA. gewährleistet worden sei, wird nicht zu den Herzen der Inder mit der ge« wünschten Wirkung sprechen. Irland hat seit Jahr­hunderten hart um feine Freiheit ringen müssen, es hat auch im Weltkriege vergeblich für feine Un­abhängigkeit gekämpft. Damals war es Präsident Wilson, der, um die Millionen amerikanischer Iren auf feine Seite zu bekommen, dem irischen Volte seine Garantie anbot. Nack dem Kriege dachte nie­mand mehr in USÄ. an diese Garantie. Trotz der Garantie mußten die Iren sich ihre Freiheit mit Strömen irischen Blutes erkämpfen. Die Wilsonschs Garantie hinderte die Engländer nicht daran, die brutalsten Mittel gegen die Iren anzuwenden. Daß die Iren in diesem Freiheitskampfe Sieger blieben, verdanken sie einzig und allein ihrer eigenen Tap­ferkeit und ihrem Freiheitswillen. Die amerikanische Unterstützung war ausgebleben. Aus dem irischen Beispiel kann Indien nur den einen Schluß ziehen, daß man die Freiheit nicht gewinnt, wenn man sich auf die Versprechungen eines politischen Gauners verläßt. DieSympathien der USA.", mit deren Entzug Herr Roosevelt den Indern droht, würden den Indern nur Ströme von Blut kosten, ihnen aber niemals die Freiheit bringen.

Deutsche Waffenattaches auf den ostasiatischen Kriegsschauplätzen.

Tokio, 7. April. (Europapreß.) Eine Abord­nung der Militärattaches der Achsenmächte ist von einer vierwöchigen Besichtigungsreise der Kriegs­schauplätze auf Malakka, Sumatra, Java und den Philippinen nach Tokio zurückgekehrt. In einem Asahi-Shimbun" gewährten Interview hebt der deutsche Militärattache, Oberst Kretzschmer, die Ähnlichkeit der japanischen Strategie mit der in Europa angewendeten hervor. Zu dem Einsatz der Luftwaffe auf den ostasiatischen Kriegsschauplätzen erklärte der deutsche Lustwaffenattachö, Oberst von Gronau, die Engländer Hütten dort modernste Hurricane-Maschinen eingesetzt. Die Kümpfe in Hol» lündisch-Jndien zeigten, daß diefliegenden Festun­gen" der nordamerikanischen Luftwaffe für den mo­dernen Luftkampf zu unbeweglich seien. In Hvllän» disch-Jndien wäre die kombinierte Schlagkraft der Briten, Nordamerikaner und Niederländer verhält­nismäßig schwach gewesen. Die englische Luftwaffe sei zahlenmäßig stark, jedoch habe sich bei ihr der Mangel an ausgebildeten Piloten bemerkbar ge­macht.

Oie Sowjetaugeklagteu im Ankara-Prozeß schwer belastet.

Ankara, 7. April. (DNB.) Ein Polizist, der im Gesandtschaftsviertel von Ankara Dienst tut, hat der Unterfuchungsbehörde mitgeteilt, daß er den An­geklagten Süleyman am Vorabend des Atten­tats in Gesellschaft des Angeklagten Kornilow gesehen habe. Bei ihnen befand sich eine dritte, dem Polizisten unbekannte Person. Auf Grund der spä­ter gegebenen Personalbeschreibung, insbesondere der Kleidungsstücke, die OemerTokatam Abend des Attentats trug und von denen Teile am Tatort

Sprengtrupp in der Sowjetsteltung.

Tartini und der Teufelsiritter.

Zum 25V. Geburtstage des Geigers am 8. April.

Einer der genialsten Geigenmeister aller Zeiten und einer der eigenwüchsigsten Musikerköpfe des an Originalen so reichen 18. Jahrhunderts ist Giuseppe Tartini gewesen, geboren zu Pirano in Istrien anno 1692, also nur sieben Jahre jünger als Bach und Händel. Heber seine Jugendgeschichte hat 1784 der Leipziger Singspielkomponist und Thomaskantor Jo­hann Adam Hiller, gewiß nach den Berichten deut­scher Geigenschüler Tartinis, so Romantisches be­richtet, daß sich die Erzählung fast wie ein Opern­buch ausnimmt. Der junge Giuseppe hatte schon in den Klosterschulen von Pirano und Capo d'Jstria das Geigenspiel ziemlich gut erlernt. Seine Eltern hatten ihn jedoch für den geistlichen Stand bestimmt. Da er in der Rechtsfakultät der Universität Padua als Student eingetragen wurde, sollte wohl das Kirchen­recht seine wissenschaftliche Besonderheit werden. Aber der junge Mann schwenkte zu einer ganz an­deren Liebhaberei um: Er wurde ein berühmter und berüchtigter Fechter! Als solcher und als Geigen­lehrer brachte er sich durch, bis eine noch weit grö­ßere Leidenschaft ihn völlig aus der Bahn warf Eine seiner Schülerinnen war die Nichte des Kardi­nals Giorgio Cornaro, des Erzbischofs von Padua. Er verliebte sich in sie und ließ sich mit ihr, eben zwanzig Jahre alt, heimlich trauen. Das kam dem großen Onkel und Kirchenfürsten zu Ohren, der Tar­tini wegen Entführung einer Minderjährigen vor Gericht ziehen lassen wollte. Der junge Florettist, »Geiger und Ehemann ergriff die Flucht vor dem Erzürnten.

Er hatte sich anscheinend schon vorher mit dem aus Böhmen stammenden Tonsetzmeister Czernohorski, dem nachmaligen Prager Lehrer Glucks, während de sen Tätigkeit als Chordirektor an der Antonius­kirche zu Padua angefreundet. Dieser war inzwi­schen Organist am Franziskanerkloster zu Assisi ge­worden und bestimmte seine Mitbrüder, den geflüch­teten Tartini vor dem Zorn des Kardinals hinter den Klostermauern zu schützen. Unter falschem Na­men lebte der Geiger bei den Mmonten, nahm eifrig Tonsatzstunden bei Czernohorski und zeigte sich für die Gastfreundschaft dadurch erkenntlich, daß

er in den Sonntagsmessen die Violinsoli spielte, die bald viele Musikfreunde aus der Gegend in die Klosterkirche lockten. Freilich fanden diese Musiken, was Tartini eine Beruhigung bei feiner Angst vor Entdeckung sein konnte, stets hinter einem gro­ßen Vorhang statt, was in Italien damals noch bis zu Goethes italienischer Reise vielfach zur Erhöhung der mystischen Musikwirkung beliebt war. Aber schließlich nahm das Exil doch ein glückvolles Ende, wie Hiller berichtet:Der Zorn des Kardi­nals hatte sich mittlerweise gelegt, und Tartini ward von nun an der bescheidenste, demütigste und frömmste Mensch, her er auch bei den widerwär­tigsten Zufällen des Lebens unveränderlich geblie­ben ist."

Der glücklich mit seiner jungen Frau Wiederver- einte folgte bald darauf einer ehrenvollen Einladung nach Venedig, um dort in dem Palast einer Dame aus dem Dogengeschlecht der Mocenigo mit dem be­rühmten Florentiner Geiger Antonio Veracini in Gegenwart des jungen Kurprinzen von Sachsen einen Wettkampf auszufechten. Das Spiel des Ri­valen machte jedoch auf Tartini einen derartigen Eindruck, daß er in feiner Sehnsucht nach künstle­rischer Vervollkommnung seine Frau auf längere Zeit zu feinem Bruder nach Pirano schickte, um in tiefer Einsamkeit zu Ancona Bogenstudien zu machen. 1721 erhielt er bann die Stellung als Kon­zertmeister an S. Antonio zu Padua, der er sein Leben lang treu geblieben ist, nachdem ihn eine Berufung zu dem musikfreudigen Grafen Kinsky anläßlich der Krönung Karls VI. nach Prag wirt­schaftlich stark enttäuscht hatte. Damals an der Moldau hat ihn auch Quantz, der Flöten-Lehrer Friedrich des Großen, spielen gehört und war er­staunt über die Kühnheit seines Spiels. Etwa seit 1728 datiert der europäische Ruhm des Geigenleh­rers, zu dessenPaduaner Schule" Talente aller Nationen, von Deutschen besonders der Berliner Konzertmeister Johann Gottlieb Graun, herbeige­strömt sind. Viele fremde Kenner besuchten Padua nur, um das Spiel des alternden Meisters zu hören, der zahlreiche Violinkonzerte, von großer Schwierig­keit, vor allem aber mehr als zweihundert wunder­bare Diolinfonaten geschrieben hat. Als Tartini in hohem Alter an einem Krebsleiden am Fuß unheil­bar erkrankte, kam sein berühmtester italienischer Schüler, Pietto Nardini, aus der Ferne angereift,

um seinen lieben Meister bis zu seinem Tode zu pflegen, der denn auch mit hohen Ehren in Padua begraben worden ist, wo man nöch heute in S. An­tonio seine Manuskripte als Kostbarkeiten bewahrt.

Die berühmeteste und am meisten von Legenden umwobene unter seinen Sonaten ist erst während der französischen Revolution erstmals von einem Pariser Geiger Cartier zum Druck befördert wor­den und gilt als der Höhepunkt der italienischen Diolinmusik jenes Jahrhunderts: die g-moll-Sonate mit dem Teufelstri11er". Tartini selbst hat die Entstehung des Werkes erzählt: ihm habe geträumt, der Teufel habe mit der Geige in der Hand auf feinem Bett gesessen, ihn zu einem Wettkampf herausgefordert und ihn dann durch ein Stück geschlagen, des diesen Trillereffekt enthielt, aber noch weit schöner gewesen sei, als was er nach­her im Stande gewesen sei aufzuzeichnen. Die eigentlicheTeufelei" ist ein immer wiederkehrender Triller, zu dem der Geiger gleichzeitig noch eine andere Melodie spielen muß, was nur mit einer un­gewöhnlich weitgreifenden linken Hand und sehr hochstehender Bogentechnik möglich ist.

Noch etwas anderes sichert dem Tartini die Un­sterblichkeit: seine Entdeckung desdritten Tones". Tartini beobachtete nämlich, wenn man auf der (Beige schön klangvoll und sehr rein zweistimmig spielte, daß dann zu diesen Doppelgriffen leise eine dritte tiefere Stimme hörbar wird, als hätte die Geige selbst oder die Mutter Natur zu diesen Har­monien den Baß komponiert. Die moderne Physik nennt dieses fesselnde Phänomen, das jeder selbst auf feiner Geige mit entsprechenden Aktordwechseln nachprüfen kann,Differenztöne", weil sie als Diffe­renz der Schwingungszahlen der gespielten Töne entstehen. Tartini hat diesenterzo suono" nicht nur pädagogisch ausgewertet, indem er ihn seinen Schülern zur Kontrolle für die Reinheit des Dop­pelspiels empfahl, sondern er hat auch weitgehende naturphilosophische Folgerungen an feine Entdeckung geknüpft, die allerdings schon bei feinen Zeitgenossen berechtigten Widerspruch gefunden haben. Immerhin begegnet hier einmal der fast einzige Fall, daß ein großer Musiker auch ein bedeutender Gelehrter ge­wesen ist fein ausgedehnter Briefwechsel mit dem größten Musikwissenschaftler seiner Zeit, dem Padre Marttni in Bologna, ist erfüllt mit ernsthaften mathe- Imatisch-physikalischen Gedankengängen. Da Leopold

Mozart, der Vater des großen Wolfgang Ama» deus, in feiner Violinfchule der lebhafteste Partei» gänger und Geistesschüler des berühmten Paduaners in Deutschland gewesen ist, so erscheint Tarttni heute als der yochbedeutsame Hauptvermittler des must» kalischen Idealismus aus der Frühklassik der römi­schen Geiger um Corelli zu den Großmeistern der Wiener Schule hin und somit als einer der wich­tigsten Mehrer und Beweger des musikalischen Kulturgutes überhaupt.

Professor Dr. Hans Joachim Moser.

Büchertisch.

- D i e deutschen Kriegsschiffe, Na« men und Schicksale. Verlag Rütten & Loe- ning, Potsdam. Preis kartoniert 2,50 RM. In der Reihe der Schriften deutscher Seegeltung er­scheint dies Büchlein, das erschöpfende Antwort auf viele Fragen gibt, die sich bei der täglichen Zei« tungslektüre ergeben. Da find schon die Namen unserer Kriegsschiffe. Wie werden sie ausgewählt? Gibt es eine Tradition und ein System der Namen­gebung? Darauf gibt Konteradmiral Lohmann in einem auf die ersten Anfänge einer brand en- burgisch-preußisch-deutschen Kriegsmarine zurück- gehenden Ueberblick Auskunft. Ein weiteres Kapitel charakterisiert kurz und treffend die neuzeitlichen Kriegsschifftypen, und schließlich werden im Haupt­teil des Büchleins die deutschen Kriegsschiffe einzeln behandelt nach Größe, Bestückung, Namen und Schicksal ihrer Vorläufer. Schattenrisse veranschau­lichen auch dem Laien schnell den Schiffstyp.

Dr. Fr. Lange.

Friedrich Spieser: Kampfbriefs aus dem E l f, Verlag Volk und Reich, Ber­lin W 9. Preis geb. 4,80 RM. Die hier gesammelten Briefe eines Altelfäffers sind Zeugnisse vom zähen Ringen des bodenständigen Elsässertums um fern völkisches Dasein, Proteste gegen die französisch« Gewaltherrschaft und geistige Knebelung. Sie um­schreiben den steinigen Weg des Elsässertums und spiegeln die verzweifelte Abwehr der französischen Verwelschungsbestrebungen. Sie werben, um ein besseres Verständnis in der deutschen Oessentlichkett für diesen Volkstumskampf, der nun endlich durch die Siege des Westfeldzuges Erfüllung gefunden hat. Dr. Robert Ernst hat dem Buch eine warm» yerzige Einführung mitgegeberu