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Aus der Stadt Gießen.

. leuchtet« lange noch zurück "

Ganz selbstverständlich haben wir die Gefährten unvergeßlicher Stunden, die allzeit getreuen Schnee­schuhe, unseren tapferen Feldgrauen gegeben, und zwar natürlich nicht nur das Reseroepaar oder die Skier, die dem an der Front stehenden oder Jie sonst nicht mehr benutzenden Gatten, Bruder oder Vater gehören, sondern alle, die wir besaßen, mögen es auch drei oder vier Paar gewesen sein, samt Stöcken. Ersatzbindungen und Wachs.

Wir haben, ehe wir die Brettln zur Sammelstelle brachten, noch einmal zärtlich die glatte Lauffläche gestreichelt und uns daran erinnert, daß dieser Kratzer von einer Abfahrt von der Coroigliahütte stammte, bei der wir beinahe Bruch gemacht hätten, weil wir in .Nebel und Schneesturm kaum die Hand vor den Augen sahen, daß jene Schrunde herrührte von einer Fahrt im Bruchharsch der sonnenstrahlenden Seiser Alp. Treulich haben die Bretter die ersten, noch etwas mißlungenen Schwünge mitgemacht, sie haben zugehört, wie der Skilehrer am Arlberg der Anfängerin zurief: Hocke, Hocke!", sie haben sich am Tschuggen bei Arosa mit ihrer Besitzerin bei der erstell großen Abfahrt dreimal überschlagen und sich dabei so

Verdunkelungszeit:

8. Januar von 17.25 bis 9.29 Uhr.

tückisch in den Schnee' gebohrt, daß besagte Be­sitzerin nicht mehr wußte, was oben und unten, rechts und links sei und eine halbe Stunde brauchte, bis sie sich und ihre Habseligkeiten stückweise aus dem Schnee geklaubt hatte.

Die vielgereisten Bretter sind im Frühling über halb apere Wiesen gefahren, aus denen schon der Enzian sproßte, sie haben den Föhn erlebt im Hintertuxer Tal, der den Pappschnee zu pfund­schweren Klumpen ballte unter ihren Gleitslächen, die nun das Gleiten verlernt hatten; aber sie ken­nen auch die wilde Lust des Pulverschnees der Marmolata, das Ortlergeviet haben sie gesehen und die Sellagruppe, das Engadin und Tirol, in der Zugspitzgegend durften sie heimisch werden, und unter den dunklen Tannen des Schwarzwalds.

Und noch im vergangenen Jahr sind sie die ver­eisten Hänge des Hoherodskopfs heruntergeras- selt" und haben, obwohl es auf der glatten Fläche gar nicht möglich war, sie zu lenken, die Läuferin heil hinunter gebracht. Freud und Leid habep sie mit ihrer Herrin geteilt, stets waren sie eifrig und dienstwillig (sogar dieAbfahrt" vom Schiffenberg haben sie nicht verweigert, sondern ohne Murren und Sträuben zurückgelegt), und nicht ein bißchen stolz waren sie darauf, daß ihr Stammbaum so weit zurückreicht, daß ihre Ahnen schon in vorge­schichtlicher Zeit als Fortbewegungsmittel dienten in Skandinavien und Lappland.

Die nur berggewohnten werden nun die unend­lichen Schneeflächen Rußlands sehen, sie, die nur der weiblichen Führung gewohnt waren, werden nun harter Männerkraft gehorchen, sie, die ledig­lich der Freude, der friedlichen Entspannung und Erholung dienten, werden den Krieg erleben. Sie, die bisher nur dem Bergwind lauschten, werden das Sausen der Kugeln vernehmen, das Heulen der Bomben und das Platzen der Granaten, und sie werden auch hier ihre Pflicht tun wie stets zu­vor. Sie, die im Frieden geschaffen wurden- sie werden einen tapferen deutschen Soldaten tragen durch die Stürme des Krieges zum neuen, sieg­reichen Frieden. Das walte Gott! L. B.

Sprichwor u ö Llnfailverhütuno.

Unsere ehrlichen deutschen Sprichwörter geben sich nicht mit nebensächlichen Dingen ab, sondern! sie zielen mitten hinein in das tätige Leben. Wenn sich die schönsten und bekanntesten unter ihnen ohne weiteres auch auf die Unfallver­hütung anwenden lassen, so ist das ein Beweis dafür, daß die Unfallverhütung eine ernste und aewichttge Rolle im Dasein des werktätigen Men­schen spielen muß.

Vorgetan und nachbedacht hat manchen in groß' Leid gebracht." Dieser Spruch könnte eigens für die Unfallversicherung erdacht worden sein. Namentlich beim Umgang mit Maschinen oder Mit elektrischem Strom, wo ein einziger unüberlegter, .Handgriff gewaltige Vernichtungskräfte auslösen kann, ist stetes Vorbedenken nicht zu entbehren. I

,Leder ist seines Glückes Schmied." Es ift zweifellos ein Glück, wen ein Werktätiger sein ganzes Leben lang nicht einen einzigen Unfall er-1 leidet. Dieses Glück fällt ihm aber nie unverdient in den Schoß, sondern es ist die Frucht unver­drossen geübter Porsicht und Selbstzucht.

Der Sperling in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach." Leider /nur allzu häufig sind leichtsinnige Arbeitskameraden geneigt, zu­gunsten vermeintlicher Arbeitsvorteile oder er­hoffter Weg- und Zeitersparnisse auf vorhandene Schutzvorrichtungen oder gebotene Vorsichtsmaß­nahmen zu verzichten.

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht." Dieses Sprichwort sollten alle diejenigen beherzigen, die aus einer einmal geglückten Un­vorsichtigkeit die Berechtigung zu weiterem und größerem Leichtsinn herleiten wollen. Es gibt kleine Verstöße gegen die Sicherheit, die mit 99 Prozent WahrschÄnlichkeit gut ausgehen; wenn solche Verstöße aber immer wieder begangen wer­den, dann kann man mit ziemlicher Gewißheit mit einem bösen Ende rechnen.

Wie die Alten Jungen, so zwitschern auch die Jungen." Immer wieder sollten die älteren Ar­beitskameraden daran denken, daß sie dem Nach­wuchs und den sonstigen Neulingen im Betriebe auch auf dem Gebiet der Unfallverhütung ein gutes Vorbild fein müssen. Der Neulina ist schon durch seine Unerfahrenheit genug gefährdet.

Der kluge Mann baut vor" Vorbau en kann nur derjenige, der den drohenden Unfall voraus­sieht. Die zahlreichen Gefahren der gewerblichen Arbeit sind nicht zu übersehen. Jeder Einsichtige muß sie erkennen und ihnen auf jede nur mög­liche Weise vorbeugen.

Dornotizen.

Dichterlesung im Gießener Vortragsriag.

Die im Gießener Vortragsring zusammengeschlos­senen Verbünde (Goethe-Bund, Kulturelle Vereini­gung und Dolksbildungsstätte Gießen der NS -Ge- melnschastKraft durch Freude") veranstalten am Freitag, 9. Januar, eine Dichterlesung, in der der bekannte Dichter Waldemar B o n s e l s aus eige­nen Werken lesen wird. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß der Vortrag vom Montag, 12. Januar, auf den genannten Termin vorverlegt wurde.

Unsere Krauen sind erfinderisch!

Besuch in einer 7!ähffube für die Wottsammlung.

Brauchen Sie noch Pelzkragen?^

NSG. Nachdem nun die Woll- und Pelz- sammlung für unsere Frontsoldaten bereits in ihre zweite Phase getreten ist, könnte man meinen, daß damit ihr Höhepunkt überschritten sei. Daß dieser Gedanke ein Trugschluß ist davon sollte ein Gang in eine der zahlreichen Nähstuben an­schaulich überzeugen.

Absichtlich hatte ich mich in recht früher Mor- genstunde auf den Weg gemacht, um hierin einen Gradmesser für deü Eifer unserer Hausfrauen und Mütter, die um diese Tageszeit am meisten daheim benötigt werden, zu sehen. Doch kaum hatte ich die Tür der Nähstube geöffnet, als mich das Ge­surre zahlreicher Nähmaschinen geräuschvoll um­fing. Blonde, weiße, braune und dunkle Köpfe beugten sich unbeirrt und ohne aufzuschauen über die Arbeit. Und was gab es da alles zu sehen! Hier wurden beispielsweise warme Händi­sch u h e genäht: Schönes, weiches Leder wurde zugeschnitten, eine alte Strickjacke ergab ein molli- aes Zwischenfutter, und die restlichen Stoffab­schnitte eines warmen Herrenpaletots bestritten das Jnnenfutter. Ich zog die großen, warmen Hand­schuhe einmal über und sah im Geiste bereits die Freude des Kradschützen, des Panzermannes und des Nachschubfahrers in Schnee und Eis der Ost­front.Gestern habe ich im Film die Wochenschau gesehen, und heute bin ich hier", sagte mir die junge Frau, die eben zum erstenmal in dieser Nähstube saß. Und emsig zog sie Stich um Stich durch eine werdende Pelzweste.

Das Ziehfell . gibt eine prächtige Schlafdecke!

Ein alter Weidmann hatte sich von einem be­sonders schönen, ganzen Reh feil getrennt. Hier konnte "man das Ergebnis sehen: Zu einer Decke verarbeitet, wozu ein dickes, kornblumenblaues Flauschtischtuch Futter und Umrandung bildete, wird es gewiß in einer Bunkerstellüng manchem müden Landser das wohlverdiente Bett ersetzen. Ebenso lebhaft werden die zahlreichen Fuß - s ä ck e begrüßt werden, zu denen so mancher schöne Bettvorleger aus weißem Schaf- oder Lammfell gespendet, mit Teppichstücken ooer UebergardineN bezogen wurde, und nun in erster Linie für die Kraftfahrer gedacht ist.Ja, unsere Frauen sind erfinderisch", sagte stolz und anerkennend die Lei­terin der Nähstube und zeigte mir einen ärmel­losen Mantel mit dazugehöriger Kapuze, die aus einen Maulwurfspelz und Uebertzaroinen ent­standen waren.

Bp&S Tausend Reichsmark in Gießen.

Der Obergefrette B. in einem Gießener Lazarett hatte das Glück gehabt, nach zwei Tagen Gefangen­schaft bei den Bolschewisten von seinen Kameraden wieder befreit zu werden. Aus Dankbarkeit für die Wohltaten, die das Kriegs-Winterhilfswert ihm als verwundeten Soldaten zukommen ließ, nahm er sich beim grauen Glücksmann Nr. 299 der Kriegs-Win- terhilfelotterie einen Losbrief. Das Glück hatte ihn auch diesmal nicht verlassen: 1000 R M. war der Gewinn.

Allein in der letzten Woche konnten hier in Gie­ßen zweimal 500 RM. ausgezahlt werden. Ein Bild von der Größe der Gewinnmöglichkeiten ergibt sich aber erst, wenn man bedenkt, daß jede der 12 Se­rien 30 Gewinne zu 1000 RM., 210 Gewinne zu 500 RM. usw. enthält. Darum versuche jeder sein Glück bei der Kriegs-Winterhilfelotterie. Ist es ein Nichts", so wird dadurch unseren verwundeten Soldaten geholfen.

Kein Wintersporttag der Betriebe!

NSG. Die vorgesehene Aktion des Gausportamtes Hessen-Nassau der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", der Wintersporttag der Betriebe 1942, fällt aus. Dieser Entschluß wurde gefaßt mit Rück­sicht auf die Sammelaktion für die Ostfront, deren Unterstützung für jeden Betriebssportler höchste nationale Pflicht ist. Das letzte Paar Bretter und jedes nur' entbehrliche warme Kleidungsstück sollen zur Ablieferung gelangen, und die Betriebs­sportgemeinschaften unseres Gaues werden sich nun in den letzten Tagen der Sammlung nochmals voll dafür einsetzen, um dadurch ihren Teil zum Erfolg beizutragen.

Zum Tag der Briefmarke 1942.

Die Deutsche Reichspost richtet am 11. Januar, dem Tag der Briefmarke 1 9 42, in mehr als hundert Orten, darunter auch im Ostland und der Ukraine gelegen, Sonderpostämter ein, deren Sonderstempel außer der Ortsangabe die Inschrift Tag der Briefmarke" und die Abbildung eines Posthorns, des KdF.-Rades und des Bundes­zeichens des Reichsbundes der Philatelisten tragen. Mit den Sonderstempeln werden bei den Sonder- vostämtern nur die zum Tag der Briefmarke er­scheinenden Sondermarken und die von der Ein- hettsovganisation der deutschen Sammler heraus- geqebenen Festpostkarten und besonderen Gedenk­blätter, auf Wunsch bei besonderer Einlieferung auch Feldpostbriefe und -karten, bedruckt. Die Son­derpostämter geben Sonder- und Zuschlagmarken ab, nehmen gewöhnliche und eingeschriebene, mit diesen Marken freigemachte Briefsendungen an und führen auch auf schriftlichen Antrag Gefällig- keitsstemplungen aus, jedoch' nur für Zuschlag­marken. Die schriftlichen AbsteMplungsanträge sind auf den Umschlägen entsprechend zu kennzeichnen, für die Rücksendung sind vorbereitete Umschläge beizufügen. Die Erledigung wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Vorgriffe auf Lebensmittel für eine spätere Zett nicht möglich und strafbar!

In der letzten Woche der Zuteilungsperioden wurde wiederholt festgestellt daß Verbraucher auf die ihnen ausgehändigten Lebensmittelkarten schon in der Ausgabewoche der Karten Lebensmittel be­ziehen, obwohl die Karten erst zum Bezug von der auf den Ausgabetag folgenden Woche ab berech­tigen. Ein solches Verhalten ist unzulässig und st r a f b a da es geeignet ist, die laufende Ver­sorgung zu stören.

In gleicher Weise ist dies der Fall, wenn Waren auch im Laufe der sonstigen Wochen einer Zutei­lungsperiode auf Abschnitte von Lebensmittelkarten

' Besonders ergreifend war das Beispiel eines alten Mannes, der, 78jährig, von einem Schlaganfall kaum genesen, mit einem großen Bündel wärmen­der Gegenstände in der Hand persönlich zur Sam­melstelle kam.Brauchen Sie noch einen Pelzkra- gen?" sagte er nach Abgabe der mitgebradyten Dinge, und schon begann er mit zittrigen Händen seinen eigenen Kragen vom Mantel abzuknöpfen.

Da« Kaffeekränzchen in Aktion.

Ein Mitglied des Deutschen Frauenwerks hatte dieser Tage eine Kaffeeinladung alten. Das war natürlich verlockend. Noch größer aber war der Wille zur Hilfsbereitschaft. Was tat sie also? Sie nahm Pelz- und Wöllsachen mit und spannte sämt­liche weiblichen Gäste zur Arbeit ein. Und das Re­sultat dieses Nachmittags? Drei pelzgefütterte Westen und ein ärmelloser Pelzmantel konn­ten am nächsten Tage abgeliefert werden! Eine Kriegerfrau mit drei kleinen Kindern brachte einen Wollkolter, denn sie meinte, diesenbis zum näch­sten Kleinen ganz gut entbehren zu können". Sogar der alte Bademantel feierte wieder Aufer­stehung! Er gab, zwar im fröhlichen Streifenmuster sommerlicher Tage prangend, immerhin die äußere Hülle für eine prächtige Pelzfütterung ab. Der Zweck heiligt die Mittel! Auch Fäustlinge und Kopfschüt- 3er, die bereits den Weltkrieg mitgemacht haben, sind wieder zur Sammelstelle gewandert.

Zeöe helfende Hand ist willkommen!

Steppdecken, Portieren, Großmutters Plüschti^chdecke, alles feiert fröhliche Ur­ständ ! Frauen aller Berufskreise sind zum freiwil­ligen Ehrendienst an getreten, die Telefonistin kommt spät abends nach Dienstschluß und sitzt an der Nähmaschine, die Stenotypistin, die Verkäuferin, die junge Kriegerfrau und sogar die Greisin, alle sitzen sie hier beisammen, um stolz und glück­lichmitzumachen". Und alle' find sie von dem einen großen Gedanken beseelt, der da heißt: Unsere Sol­daten. Sie sollen uns nicht beschämen! Noch einmal wollen wir in Truhen und Schränke schauen und alles geben, was da gebraucht wird. Vor allem an ärmellosen Mänteln wird noch manches -be« nötigt, Uebergardinen und Woll- oder Plü/ch- decken bleiben daher ein begehrter Artikel. Und nicht zuletzt werden auch emsige Hände gebraucht, die all dies erst gebrauchsfertig machen müssen. Und wer wollte sich da ausschließen und nicht noch tüch- ttg mitmachen wollen? ' E. R.

bezogen oder abgegeben werden, die erst zum Bezug für eine spätere Zeit berechtigen.

Die Ernährungsämter werden durch Kontrolle bei den Gewerbetreibenden sich künftig von der frist­gemäßen Abgabe der Lebensmittel überzeugen und bei festgestellten Vorgriffen die Beteiligten zur Ver­antwortung ziehen.

Zuschläge für Schlachtschweine.

Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die bis zum 17. Januar 1942 festgesetzten Zuschläge für Schlachtschweine über 100 kg Lebendgewicht mit den Schlachtwertklassen a, bl, b2, c und gl auf Anweisung der Hauptvereinigung der Deutschen Diehwirtschaft, Berlin, nunmehr bis zum 31. Januar 1942 zu zahlen sind.

Kuttergetreide au Verbraucher nur gegen Ablieferungsbescheinigung

Unkenntnis der Gesetze schützt nicht vor Bestra­fung. Das ist ein alter Rechtsgrundsatz, der in der Kriegsernährungswirtschaft mit aller Strenge ge­handhabt werden muß, wenn die geregelte Versor­gung der Bevölkerung gesichert bleiben soll. So ver­ständlich es ist, wenn Verbraucher ihre Versorgung mit Fleisch dadurch aufzubessern suchen, daß sie die nicht von der Ablieferungspflicht betroffenen Ab­fälle aus Haus, Garten und Feld zur Fütterung von Kleinvieh verwenden, so selbstverständlich ist es, daß der Rückgriff auf ablieferungspflichtige Futter­mittel verboten ist und strenge Bestrafung des Ver­käufers und des Käufers nach sich zieht. Hierauf muß deshalb besonders hingewiesen werben, weil in letzter Zeit verschiedentlich Fälle vorgekommen sind, in denen Erzeuger und Tierhalter wissentlich oder unwissentlich gegen die geltenden Bestimmun­gen verstoßen haben und bestraft werden mußten. Daß kein Brotgetreide (Roggen, Weizen oder Ge­menge aus beiden) verfüttert werden darf, ist all­gemein bekannt, und jede Zuwiderhandlung in dieser Beziehung wird als vorsätzlicher Verstoß gegen die Gesetze und gegen volksgemeinschaftliches Denken geahndet.

In den vorerwähnten Straffällen zeigte sich je­doch, daß hinsichtlich der Bestimmungen über die Bewirtschaftung von Futtergetreide noch hier und da Unklarheit herrscht. Die Erzeuger wissen zwar, daß sie bestimmte Mengen Futtergetreide nur an zugelassene Betriebe gegen Ablieferungsbescheini- aunq verkaufen upd liefern dürfen, glauben aber häufig, die nach Erfüllung des Ablieferungssolls nerbfeibenben Mengen an Futtergetreide stunden zu ihrer freien Verfügung. Auch diese Mengen dürfe« aber nach Deckung des auf die Kriegserfordernisse abgestellten Eigenbedarfs nur an Empfänger eines Deputats oder Leibgedinges in zugelassenen Men­gen ohne Ablieferungsbestätigung abgegeben wer­den. Verboten und strafbar ist dagegen die unmittel­bare Belieferung eines Tierhalters ober sonstigen Verbrauchers, wenn nicht der Getreidewirtschafts- nrrbanb die Abgabe genehmigt Hat. Im Falle der Genehmigung erhält der Käufer vom Getreidewirt- schaftsverband eine Ablieferungsbescheinigung, die er dem Verkäufer auszuhändigen hat. Bei Verkauf und Lieferung von Futtergetreide ohne diese Ab­lieferungsbescheinigung machen sich also Verkäufer und Käufer strafbar.

Haftung Oe« Mieters für Winterschäden

Es besteht eine in der höchstrichterlichen Rechts­sprechung festgelegte sog. ,^)bhutspslicht" des Mie­ters, die diesen zur pfleglichen Behandlung der Mietsache, u. a. auch zur Verhütung von Frostschäden verpflichtet. Diese Obhutspflicht ist im § 548 des Bürgerlichen Gesetzbuches durch die Bestimmung begrenzt, daß der Mieter Verände­rungen oder Verschlechterungen der gemieteten Sache, die durch den verttagsmüßigen Gebraus herbeigeführt werden, nicht zu vertreten hat. In Ergänzung hierzu macht das Reichsheimstättenamt der Deutschen Arbeitsfront auf Ausführungen des Vorsitzenden einer Miettammer des Landgerichtes

Berlin, Landgerichtsdirektor Dr. Dandmann, im Deutschen Recht" 1940, Seite 620 ff., aufmerksam, nach denen der Mieter sich davon zu überzeugen hat, daß Wasserzapfhähne, Abflußstelle.n von Spül- kästen usw. nichttropfen", d. h. nicht dauernd Was« (er in kleinen Mengen fließen lassen. Denn abge­sehen von der den Vermieter belastenden Wasser­vergeudung besteht hier bei strengem Frost die Ge­fahr des Eisbildung und der Verstopfung der Ab­flußrohne.

Betriebsanlage-Guthaben und Warenbeschaffungs-Guthaben.

Gewerbliche Unternehmer mit ordnungsmäßiger Buchführung können Betriebsanlage-Guthaben und Warenbeschaffungs-Guthaben bilden. Die Bildung solcher Guthaben ist eine Vorsorge für die Zeit nach dem Krieg. Die Unternehmer legen die Mittel zu­rück, die sie nach Beendigung des Krieges für die Neuanschaffung und Instandsetzung von Betriebs­anlagegütern und für die Auffüllung ihrer Waren­lager brauchen. Sie sichern sich gleichzeitig erheb­liche steuerliche Vergünstigungen und auch dadurch eine Vergrößerung ihrer finanziellen Beweglichkeit für die Zeit nach dem Kriege.

Die Bildung von Betriebsanlage-Guthaben und Warenbeschaffungs-Guthaben geschieht durch Ein­zahlung des entsprechenden Betrages beim Finanz­amt unter dem StichwortBetriebsanlaae-Gut- haben" oderWarenbeschaffungs-Guthaben'. Der letzte Tag, den Betrag beim Finanzamt einzuzahlen, ist der 10. Januar 1942. Auskunft erteilen die Finanzämter.

Landkreis Giehen.

* Lollar, 8. Jan. Karl B i e r a u I., Oberpost, schaffner i. R., und seine Ehefrau Dorothea, geb. Schlapp, feiern am Samstag, 10. Januar, das Fest der goldenen Hochzeit. Beide stehen im 75. Lebensjahr und erfreuen sich noch bester Gesund­heit und geistiger Frische. Beide verfolgen noch die Tagesgeschehen mit größtem Interesse. Wir gratu­lieren herzlich.

"Leihgestern, 7.Januar. Der Gefreite Otto Fun k wurde wegen Tapferkeit vor dem Feinde mit dem E i s e r n e n K r e u z II. Klasse ausgezeichnet.

8. Lang-Göns, 8. Jan. Am morgigen Frei- tag, 9. Januar, kann unser Mitbürger Konrad Spies, Niederhofenstraße, bei verhältnismäßig guter Rüstigkeit feinen 8 5. Geburtstag feiern. Wir wünschen viel Glück! Nachdem am 29. De­zember 1941 unser ältester Mitbürger, Konrad Joh. Velten (Obergasse) im 89.Lebensjahr verstorben ist, ist nun Konrad Spies von den Lang-Gön-. ser Männern der betagteste. Der Jahrgang 1857 zählt zur Zeit noch 5 Männer und eine Frau. Am ältesten ist Frau Anna Müller Wwe., die 1941 ihr 90. Lebensjahr vollendete. (Sie lebt in Gießen.) Es folgen dann Frau Elisabeth Müller Wwe., die auch im 90. Lebensjahr steht, und Frau Anna Elisabeth Euler Wwe., die im August d.J. ihren 88. Geburtstag feiern kann.

Kreis Friedberg.

Lpd. Friedberg, 7.Jan. In Gambach erlitt der Schmiedemeister Gustav Alles durch den Huf- schlag eines Pferdes einen Oberschenkel­bruch.

Aus dem Reich.

Oie Kriegsteilnehmer in den neuen Ostgebieten.

Der Leiter der Haupttreuhandstelle Ost, Dr. Win-k- ler, berichtet über die treuhänderische Verwaltung des 23ermögens des ehemaligen polnischen Staates und des gewerblichen wie städtischen Besitzes frü­herer polnischer Staatsangehöriger. Etwa 230 000 industrielle und gewerbliche Betriebe und etwa 250 000 städtische Grundstücke sind zu erfassen. Die Erfassung der Betriebe ist abgeschlossen, währeyd von Grundstücken noch etwa 25 v. H. erfaßt werden müssen. Die für die Dersorgungswirtschaft wichtigen Betriebe sind bereits in weitem Umfange in private Hand übergegangen, ebenso ein Teil der kriegswiclp Ligen gewerblichen ßetriebe. Von den kleinen ge­werblichen und Handwerksbetrieben ist der größte Teil für den lieber gang in deutsche Hand nicht ge­eignet. Die verwertbaren betriebe sind zu vielen Tausenden für die Kriegsteilnehmer be­stimmt. Auch die Umsiedler und die Volks­deutschen müssen in die Lage versetzt werden, ihre wirtschaftlichen Lebensgrundlagen auf eine ge­sunde Basis zu stellen. Der verwahrloste stödttsche .Hausbesitz erfordert zunächst erhebliche Aufwen­dungen. Ebenso müssen die Beherbergungsbetriebe umge'staltet werden. Auch diese sollen für die Kriegs« teilnehmer bereitgehalten werden. Das Ziel ist, die e-ingeglie'berten Ostgebiete zum deutschen Bollwerk im Osten zu machen. _

Oie Besten der Jugend für den Krzieherberuf.

Der Reichsßachschaftsleiter Volksschulen des NS- Lehrerbundes, Kircher, erklärt, es fei in ber De ff ent» lichkeit nicht immer hinreichend beachtet worden, welche innere Wandlung die Schule durchgemacht habe. Der Lehret könne sich 'auf Erziehung und Unterricht nicht aus Büchern vorbereiten, sondern nur durch tätige Anteilnahme an der Vielfalt der völkischen und nationalen Aufgaben. Darum sei der Lehrberuf im nationalsozialistischen Staat zu einem Ausleseberuf geworden. Intellektuelle Fähig­keiten genügten nicht, um Lehrer zu sein. Nur ein unbeugsamer Wille, ein Heller Geist, ein edles Ge­müt, ein Mensch mit Einsatzbereitschaft forme vor der Jugend bestehen. Der Lehrer stehe auf einem entscheidenden Platz der Nation. Die Besten der Jugend sollten zu diesem Beruf finden.

Kilm und Schallplatte im Unterricht.

Der Reichserziehungsminister hat Bestimmungen über den Einsatz von Film, Lichtbild und Schallplatte in den Lehrerbildungsanstalten erlassen. Die künftigen Lehrer sollen bereits wäh­rend der ersten vier Jahre auf den Lehrerbildungs­anstalten damit vertraut gemacht werden, daß Film und Bild als wesentliche Unterrichts­mittel im Klassenunterricht zu verwenden sind. Film und Bild sind nicht nur zusätzliche Anschau­ungsmittel für Randaufgaben der Schule, sondern sollen vornehmlich zur Erarbeitung lehrplanwich- tiger Unterrichtsstoffe herangezogen werden. Das gleiche gilt für den Einsatz der Schallplatte.

Da« Treudienst-Ghrenzeichen.

Zur Unterscheidung des Treudienst-Ehrenzeichens für Beamte, Angestellte und Arbeiter des öffent­lichen Dienstes sowie der Sonderstufe des Treu­dienst-Ehrenzeichens für Arbeiter und Angestellte der freien Wirtschaft von den Dienstauszeichnungen der Wehrmacht usw. ist an der kleinen Ordens­schnalle auf dem Band das Kreuz der betreffenben Stufe des Treudienst-Ehrenzeichens in verkleinerter Ausführung zu tragen.