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Donnerstag, 8. Januar 19$2

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhessen)

Nr. 6 Zweites Blatt

Aus dem Reiche der Iran

vor

81. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

1

Auch Schönheit steigert die Leistung

Fräulein Kitzelt, aber ich sitze tagaus tagein in einem Büro und sehne mich danach, abends frische Luft zu schnappen. Wir haben schönes Sommer­wetter. Wie wäre es, wenn wir uns irgendwo im Grünen niederließen? Sie haben dann Muße genug, einen geplagten Mann weiter mit dienstlichen Din­gen zu quälen, aber besagter Mann hat wenigstens die Genugtu-ung, keine Zimmerluft atmen zu müssen." ,

Ein Lachen kam zur Antwort. Es klang so ver­führerisch, daß es in Kammins Herz eine Revolte anrichtete und sein Blut schneller kreisen ließ.Ein­verstanden, Herr Kommissar. Ich begebe mich unter Ihren amtlichen Schutz in der Hoffnung, daß Sie einer schwachen Frau Stütze sein werden.",

Sie und schwache Frau!" Die Schallwellen tm Draht polterten hörbar durcheinander vom Lachen mit eines Basses Grundgewalt.Aber wenn Sie mir diese Rolle zudiktieren, will ich sie übernehmen und nach besten Kräften durchführen."

Wo wollen Sie mich hinführen?"

Am besten ins Cafe Waldfrieden. Wir befinden uns dort an historischer Stätte kriminalistischen Unvermögens. Aber d-as erzähle ich erst heute cbend. Darf ich Sie um sieben Uhr abholen?"

Erst um halb acht, und auch nicht abholen, son­dern erwarten. Ich bitte mir meines Vaters Wagen aus und stehe mit ihm auf dem Hindenburgplatz."

Schön, 19.30 Uhr, Hindenburgplatz. Vielen Dank, Fräulein Ksbelt, und auf Wiedersehen!"

,,Ich muß danken Herr Kammin."

Wenn man in dem gesegneten Alter von zwei-

Wie inan allerlei Wärmendes aus Ge­tragenem herstellen - kann, zeigt heute unsere Skizze oben.

Der praktische, lange Damenhaus­mantel rechts ist aus einem Abendkleid, für das keine Verwendung mehr besteht, gearbeitet. Die ganze Form ist wattiert, mit gebrauchtem Dor Hangmull unterlegt und farblich abwei­chend breit durchgesteppt.

undzwanzig Jahren seine letzte Verabredung zum Treffen mit einem Mädchen hatte und inzwischen achtunddreißig geworden ist, so kann das auch einen starken Mann aus dem gewohnten Gleichgewicht bringen. Theo Kammin wurde sich der Tragweite der soeben geführten Unterredung erst richtig be­wußt, als der Hörer wieder auf der Gabel ruhte. Er stand auf und trat ans Fenster, um hinaus auf die Straße zu sehen, wo alles von der Sonne wie vergoldet schien und die Menschen sommerliche Kleidung trugen. So etwas gehörte zweifellos nicht zum Dienst, aber der interessierte den Kommissar im Augenblick höchst wenig.

anderer sprechen." , ,,

Man soll über die Liebe nicht philosophieren, sondern sie festhalten sich daran freuen und sie aus­kosten, solange man jung ist."

Ach ja. Wir sind noch jung." Nichts an dem Aussehen und der Spräche Bärbels verriet, daß sie vor kurzer Zeit noch ein Gespräch voll männlicher Willensstärke, Klugheit und scharfem Nachdenken geführt hatte. Sie war jetzt nur noch liebende Braut, die glücklich der Zeit entqegenträumte, wo sie eine junge Frau und Mutter sein würde.

*

Kriminalkommissar Theo Kammin hatte nicht viel Zeit, über Michel Crusius und seine Fähig­keiten nachzudenken. Kaum hatte der junge Beamte ihn. verlassen, als das Telephon klingelte. Aus dem Hörer erklang eine Stimme, die auf Herrn Kam­mins ernstes Gesicht sofort einen fröhlichen Glanz zauberte. . ..

Ob, Fräulein Kabelt. Was verschafft mir die Ehre?" . ,

Das können Sie sich wirklich nicht denken?

Halb und halb", gab er zu.Herr Kaspar hat wohl geplaudert, und Sie haben von Ihrem Herrn Vater gehört, wie die Vernehmung von Fräulein Barkow ausgefallen ist." .

Stimmt. Jetzt bin ich furchtbar neugierig, Ein­zelheiten zu erfahren, und ferner begierig, Ihnen meine neueste Meinung vorzutragen."

Hoben Sie schon wieder jemand im Verdacht? scherzte er , _ m .

Darauf kann ich weder mit Ja noch mit Nem antworten. Am Telephon läßt es sich überhaupt schwer erledigen. Wenn Sie Zeit haben, dann be­suchen Sie uns heute abend! Mein Vater wird sich auch freuen."

Theo Kammin wurde kühn und machte einen Vorschlag, wie er ihn einer Dame zu machen bisher

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Die zwei Vorderteile der ärmellosen Weste links sind ebenfalls aus farbiger Seide, wat­tiert und durch gesteppt. Das übrige Mate­rial ist farblich passender oder abweichender Filz (oder Wollstoff).

Die Woll- oder Duventineweste unten hat farblich passende oder auch kontrastierende Aermel aus derbgestrickten Wollresten.

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daß kein Tier aus dem Schlaf aufspringt, sondern xcrft die Glieder reckt Auch der Mensch sollte sich erst locker machen und morgens mit Kopf und Füßen an den Bettenden anstoßen, um die Glieder zu strecken. Eine trockene Abreibung mit harter Bürste, immer in der Richtung zum Herzen hin e (Krampfadern nicht bürsten) mit anschließender kal­ter Waschung oder Brause, deren Temperatur nicht unangenehm empfunden werden darf, muß dann folgen. Eine wichtige Grundregel der Schönheits­pflege ist, das Gesicht nie mit Seife zu waschen, da sie der Gesichtshaut das Fett entzieht, das es als natürlichen Schutz gegen die Witterungseinflüsse, sei es Wind oder Schnee, benötigt. Eine Gesichts­pflege von täglich fünf Minuten wird dafür zu einer klaren Haut verhelfen. Auch das Haar dar nicht vernachlässigt werden, denn es verlangt jeden Abend nach Kamm und Bürste Waschen sollte man es nur alle drei bis vier Wochen, dafür aber wöchentlich einmal mit Kopfwasser die Kopfhaut massieren.

Körper- und Schönheitspflege sind heute kem Luxus. Gerade die schaffende Frau Joll sich die Grundregeln zu eigen machen. Schönheit heißt nichts weiter, als frisch und gepflegt auszusehen. Allein die.ses Bewußtsein vertreibt Minderwertig­keitsgefühle ^und steigert die Leistung. Es gibt Wi­derstandskraft in allen Lebenslagen und macht die Mütter zum Vorbild der Kinder. O. E.

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Roman von H.G. Hansen

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drängen gibts nicht" wieder auf unseren alten Platz zurückscheuchte. Die alte Entschuldigung von dem Zug, der gleich abfährt und den man unbedingt noch' erreichen muß", zieht heutzutage nicht mehr, und jedes Ding hat eben zwei Seiten. Der andere hat es vielleicht nicht weniger eilig und ist mit Recht über unsere Disziplinlosigkeit empört.

Ueberhaupt sollte man bei allem noch mehr auf die Kehrseite der Medaille sehen. Dann würde man wahrscheinlich nicht schon um 6 Uhr in der Frühe das Radio in einer Lautstärke erschallen lassen, die man meilenweit hören könnte. Dann würde man auch nicht gerade das Staubtuch, die Matte oder den Läibfer genau über dem Balkon seiner Mitbe­wohner ausklopfen, ganz abgesehen davon, daß dies auch strafbar ist. Wenn man fünf Minuten nach Toresschluß der Kaufmannsfrau noch einen ellen­langen Wunschzettel präsentiert oder sich trotz eines

rungsgut därstellen: ......

Rote Rüben: (rote Beete) gut schalen, m Scheiben schneiden, rasteln oder durchdrehen. Zu­bereitung mit Essig, Zitrone und Del, kleiner Zu­satz von Majonnaise möglich. Als Würzkräuter Ba­silikum. Petersilie, Zwiebeln oder Lauch und Küm­mel, fein geriebener Meerrettich, auch kleine - Mengen geriebene Aepfel.

Sellerie: schälen und gleich verarbeiten, da Sellerie durch längeres Stehen unansehnlich wird. Raffeln, und zwar gleich in die fertige Tunke aus Milch und Essig ober Zitrone ober Majonnaise. Wurzkräuter: Sellerieblättchen, Borretsch, Peter­silie ober Sauerampfer. Gute Mischung ist mit Möhren ober Depfeln zu gleichen Teilen.

Rezepte.

Fenchelkartoffelauflauf. 750 g Fen­chel, 1 kg Kartoffeln, % Liter Milch, 1 Ei, 30 g Mehl, 2 Eßlöffel Hefeflocken, Salz, evtl, etwas Kümmel unb evtl. 200 g gehacktes Fleisch, das man mit einschichtet, Fettflöckchen. Die vorbereiteten Fen- chelknollen, die geschälten Kartoffeln werden roh in Scheiben geschnitten und abwechselnd in eine gefettete Auflaufform geschichtet. Zuoberst gibt man Kartoffeln, die man mit Salz und Kümmel be­streut. Die mit dem Ei, Salz, Mehl und einem Eß­löffel Hefeflocken verquirlte Milch wird über den Auflauf gegeben, den man mit Hefeflocken unb Fett- flöckchen bestreut, im Ofen etwa eine Stunbe bäckt.

Bohnengemüse mit Tomatentunke. 250 g weiße Bohnen werden gewaschen, über Nacht eingeweicht und mit dem Einweichwasser gargekocht, mit einer Hellen Grundtunke von 30 g Fett, 40 g Mehl, die mit Bohnenwasser aufgefüöt wird, ge­mischt und mit Salz und Tomatenmark abgeschmeckt.

' Der Begriff Schönheitspflege hatte noch wenigen Jahrzehnten einen unsoliden Beigeschmack. Heute hat er sich längst als Zusammenklang von Sport unb systematischer Körperpflege burchgesetzt. Für wie wichtig man bie Schönheitspflege in un­serer Zeit hält, beweist am besten, baß für bie Sozialen Betriebsarbeiterinnen in ben Sozial­gewerken bes Hanbwerks in ber ihrem Einsatz vor- hergehenben Ausbilbung eine dreitägige Ausrich­tung in Gesunbheits- unb Schönheitspflege vorge­sehen ist.. Dies ist nun nicht so zu verstehen, baß die Soziale Betriebsarbeiterin Kurse in Schönheits­pflege für bie Gefolgschaftsmitglieber abhalten soll, fonbern sie soll nur im Notfall mit Ratschlägen eingreifen können, um ber Hanbwerkerin zu einem ansprechenden Aeußeren zu verhelfen.

Das ansprechenbe Aeußere ist etwas, das jede Frau zu erhalten wünscht. Schönes Aussehen kann man nicht, wie viele gfauben, allein durch Schminke und Puder erzielen, sondern durch eine systematische Körperpflege. Hierzu gehören in erster Linie für die berufstätigen Frauen wie für die Hausfrauen eine Ausgleichsgymnastik unb richtige Atmung. Schon durch die hierdurch erzielte bes­sere Blutzirkulation bessert sich das Ge­samtbefinden, das sich letzten Endes stets im Gesicht ausprägt. Allmorgendlich, vor dem Anziehen, drei tiefe Atemzüge am offenen Fenster wirken Wunder. Ueberhaupt sollte man auch im Winter einen Spalt des Fensters oder wenigstens das des Nebenzim­mers geöffnet lassen, um während des Schlafes frische Sauerstoffzufuhr zu sichern, dessen Mangel oft Kopfschmerzen zur Folge hat.

Jeder Tierfreund hat die Beobachtung gemacht,

vollen Ladens beim Einkauf nicht entschließen kann, dies oder das lieber zu nehmen, so wird man schwerlich auf Gegenliebe stoßen. Man sollte die Mittagspause und überhaupt den Schlaf seiner Mit­menschen besser achten unb auch die Kinder dazu an­halten, das gleiche zu tun.

Solche Beispiele aus dem Kleinkrieg des täglichen Lebens ließen sich beliebig lange aufzählen. In der heutigen Zeit, die soviel Anforderungen an unsere Kräfte und Nerven stellt, sollten wir uns das Leben nicht noch gegenseitig durch ähnliche kleine Rücksichtslosigkeiten erschweren und Konfliktstoffe schaffen, die früher oder später dann mit lautem Krach zu explodieren pflegen. Was du nicht willst, das man dir tu, das füg' auch keinem andern zu! Sonst gibts nur unnötigen Zank unb qtoreit, Auf­regung und Aerger! P. St.

Es entspann sich noch ein langes Hin- und Her- teben über die von Bärbel aufgestellte Theorie mit all ihren Einzelheiten. Kurt verließ langsam den Standpunkt überlegener Kritik an der Schwester, und Michel bekannte sich sogav sehr schnell zu seiner Braut. Ihm schien ihr Gedankengebäube lückenlos zu sein. Es paßte zu allen bekanntae- wordenen Tatsachen und entsprach zudem in vielen Punkten den Gedanken, die er sich selbst schon ge­macht hatte. Daß er nicht ganz bis zu dem Punkte Vordringen konnte, den Bärbel einnahm, lag nicht in seinem Unvermögen, sondern daran, daß Bärbel die Barkow besser kannte und infolge ihrer Er­fahrungen in der Fabrik manches wußte, was Michel noch verborgen war.

Dann drängte Mutter Eberhard energisch darauf, daß die drei endlich zum Essen kamen. Sie setzten sich um den runden Tisch im Wohnzimmer und ließen in ihrem Appetit nicht erkennen, daß sie eben noch eifrig überlegt und gestritten hatten.

Wir machen einen Bummel", schlug Michel nach 'dem Essen vor.Eine Stunde Spaziergang durch bei> Sommerabend tut uns gut."

Die beiden anderen waren einverstanden. In bester Eintracht brachen sie auf und schlenderten gemütlich die Straße entlang zu dem in der Nähe liegenden Park, als Kurt plötzlich stehenblieb.

Jetzt habe ich doch ganz vergessen, daß ich mit Fräulein Barkow eine Verabredung habe. Donner­wetter, schon halb neun, und um acht wollte ich dort sein!" Er nahm sich kaum Zeit, Wiedersehen zu sagen, und stürmte los.

Ich habe Angst, daß er sich wirklich in sie ver­liebt", meinte Bärbel besorgt.

Ach, laß ihn nur! So ein bißchen Verliebtsein schadet nicht. Eines Tages werden ihm bie Augen schon aufgehen, ohne daß sein Herz darüber zer­bricht."

Was sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNER?

Was Du nicht willst, das man Dir tu!

Einkäufen ist in ber heutigen Zeit mehr ober weniger zu einer zeitraubenden Angelegenheit ge­worden. Und es kommt oft genug vor, baß man sich trotz aller Eile geduldig wartenb an bas Ende einer langen Schlange im Fleischerladen stellen muß, ba ja auch bie tüchtigste Frau Meisterin nur zwei Hänbe hat und einen Kopf zum Ueberlegen und Berechnen ber Markenäbschnitte unb bes Prei­ses.Hand aufs Herz", liebe Hausfrau, haben wir in solchen Situationen nicht alle schon einmal ver­sucht, uns um ein paar Plätze weiter nach vorn zu drängen? Unb empfanben wir hierzu nicht eine ge- ' wisse moralische Berechtigung, weil wir es boch nur heute ausnahmsweise einmal so sehr eilig hat­ten? Wir waren bann sehr entrüstet über bieUn­freundlichkeit" der Leute, wenn uns ihr RufDor-

Leden Tag etwas Frischkost.

Die Sorge der Hausfrau, jeden Tag ihrer Fa­milie möglichst nahrhaftes Essen vorzusetzen, erfor« bert schon hier unb ba einiges Kopfzerbrechen, wenn man auch auf bie so nötige Abwechslung im Küchenzettel bedacht ist. Ein ganz besonders wert­voller Helfer ist hierbei bie Frischkost, auch Rohkost vielfach genannt. Als Ergänzung zu ben täglichen Mahlzeiten, z. B. an Stelle ber früher üblichen Suppe vor bem Mittagessen, ist Frischkost eine Be­reicherung, wie wir sie mit keiner anderen Speise bieten können. Vor bem gekochten Essen gereicht, regt sie ben Appetit unb bie Verdauungssäfte an. Wir bringen burch biefe Zukost zu unseren sonst gekochten Speisen bie im rohen Gemüse, wie ja auch im Ddst enthaltenen Vitamine und Mineral- alze unserem Körper ungeschmälert, während diese Schutz- unb Wirkstoffe im gekochten Gemüse ober Obst eine starke Einbuße erleiden. Bedingung ist natürlich, daß auch wirklich frisches Gemüse ver­wandt wird, kein welkes, daß wir es schnell waschen, nicht etwa wässern, unb bann nach bem Zerkleinern raffeln, reiben ober hobeln beim Anrichten gut abschmecken.

Der Eigengeschmack ber verschiebenen Gemüse soll nicht burch bas Würzen übertönt, sondern nur bereichert, abgerundet werden. Die meisten Frisch- kostsalate werden kurz vor bem Essen angerichtet, nur einige wenige, z. B. Kohlsalate und Rettich müssen einige Zeit stehen. Als Tunke können wir Del mit Essig ober Zitronensaft (wegen seines hohen Vitamingehaltes zu empfehlen), Milch, saure Milch. Buttermilch, Quart (mit Milch verdünnt) ebenfalls mit Essig ober Zitronensaft unb schließlich auch Majonnaise verwenden. Für gekochte Majonnaise benötigen wir: Liter entrahmte Frischmilch, 25 Gramm Mehl ober Kartoffelmehl (ober 1 Ei unb einen gehäuften Teelöffel Mehl ober Kartoffelmehl), 1 Eßlöffel Del, 2 Esslöffel Essig, Salz. Das Del kann auch wegbleiben. Sämtliche Zutaten wer­ben gründlich verschlagen unb bei schwachem Feuer evtl, im Wasserbabe bauernb gerührt, bis alles zum Kochen kommt. Man läßt einmal aufwal­len unb stellt bann bie Majonnaise zum Abkühlen beiseite. Man muß noch ab unb zu umrühren. Je nach ber Verwendung gibt man nach dem Abkühlen Senf, gewiegte Kräuter, gehackte Zwiebeln, Ge­würzgurken, Aepfel ober auch Tomatenmark dazu.

Die Verwendung ber grünen Blattsalate ist sicher im allgemeinen bekannt. Wir wollen einmal einige weniger bekannten Frischkostsalate näher angeben, bie auch vorzüglich schmecken und wertvollstes Nah«

Herrje!" stöhnte er unb reckte die gewaltigen Arme von sich. Ein Unbändiges Gefühl der Freude, der. Genugtuung unb ber Zuversicht erfüllte ihn. Bedenken hin, Bedenken her! Die Welt gehörte von jeher den Männern, die sich kühn, keck und verwegen über alle Aengste hinwegsetzten und mit ihren Fäusten das Ziel ihres Strebens packen, um es nie wieder loszulassen.

Heute abend war man verabredet mit Karla Ka­belt, einem spöttischen, Verteufelt klugen, gar nicht schönen, aber hinreißend, anmutigen und nerroirrpnb unregelmäßigen Mädchen. Exemplare dieser Art waxen selten und gefährlich. Aber die Gefahr mahnt nicht nur zur Vorsicht, sie reizt auch ben, ' ber ein richtiger Kerl ist. Ein Kerl war man doch, Kriminalkommissar Theo Kammin, der als blut­junger Stoßtruppführer einmal einen ganzen Regi­mentsstab nebst einem halben hundert Soldaten aus­gehoben und glücklich als Gefangene nach Hause gebracht hatte, der in den bösen Jahren der In­flation allein ein schweres Feuergefecht mit vier Rauschgiftschmugglern geführt und die Kerle schwer­verletzt abgeliefert hatte.

5»allo, Herr Kammin, was treiben Sie denn am Fenster?" klang urplötzlich die Stimme von Dok­tor Ball hinter dem Träumer.

Der Kriminaldirektor hatte die Genugtuung, sei­nen besten Beamten auch einmal verwirrt zu sehen, und freute sich weiblich darüber, wie komisch der Kommissar ihn anstarrte. ,Zch bin's wirklich, nicht mein Geist", lachte Doktor Ball.

\Verzeihung, Herr Kriminaldirektor, ich dachte eben darüber nach ..." Er kam ins Stocken, well er nicht wußte, welches Problem er schnell zur Aus­rede mißbrauchen könne.

Vielleicht darüber, daß die Mädchen und grauen in ihren billigen, bunten Sommerkleidern viel ver­lockender aussehen als im teuersten Kostüm oder Pelzmantel?"

Mm wurde Theo Kammin rot, wirklich und wahr­haftig rot wie ein Schulmädchen, das beim Naschen ertappt wird. Das war einem so erfahrenen Seelen- kenner wie Ball Beweis genug, ins Schwarze ge­troffen zu haben.

(Fortsetzung folgt)

Würdest du auch so benfen, wenn du dich in nie gewagt hätte.Nehmen Sie es mir nicht übel, mir getäuscht hättest?" fragte sie und sah ihn zärt- -*<*-** """"" nrto,M

lich an.

Bei uns ist das doch etwas * ganz anderes. Michel drückte den Arm Bärbels, der in seinem lag, heftig an sich und bedauerte, daß so viele Menschen in der Nähe waren.

So sagen alle, wenn sie von dem Unglück