geholt eines angegriffenen Schiffes feftlegt. Der U-Boot-Kammandant sieht sein Angriffsobsekt immer von der Seitenansicht, der Flieger dagegen durchweg von der Deckaufstcht. Die Seitenansicht ist zur Bestimmung eines Schiffstypes die günstigere. Ihr klares Erkennen setzt den U- Boot-Kommandanten an Hand des Taschenbuches der Handelsflotte in die Lage, den Schiffstyp einwandfrei zu bestimmen. Den Fliegern stehen zwar ähnliche Unterlagen zur Verfügung, sie finden aber bei einem Angriff auf Schiffsziele nie die Zeit, um in einem Nachschlagwerk zu blättern. Je kürzer die Zeit, desto wahrscheinlicher der Erfolg!
Die Forderung nach einer möglichst schnellen und genauen Größenschötzung besteht durchaus zu Recht. In diesen Fällen haben Vergleiche zwischen dem Gefechtsbereich einer Flugzeugbesatzung und der nachträglichen Bestätigung e.ner Schiffsversen- kung ergeben, daß das Schätzungsvermögen der deustchen Kampfflieger durch Belehrung, Hebung und Erfahrung einen Grad erreicht, der in jeder Weise zuverlässig und wirklichkeitsgetreu ist.
Aus aller Well.
pflichtvergessene Hausgehilfin in haft genommen.
Wie der Reichstreuhänder der Arbeit in Koblenz mitteilt, hatte die fast 19jährige L. aus Ahrweiler ihre Arbeit bei einer kinderreichen F a - milie mit drei noch nicht schulpflichtigen Kindern ohne Zustimmung des Arbeitsamtes niedergelegt. Nach zweitägiger Polizeihaft nahm sie zwar ihre Arbeit wieder auf, legte aber ein solches Benehmen an den Tag, daß dem kinderreichen Haushalt eine Weiterbeschäftigung nicht
I mehr zugemutet werden konnte. Das Verhalten der verantwortungslosen Hausgehilfin veranlaßte den Reichstreuhänoer der Arbeit, das Mädchen von der Polizei erneut in Haft nehmen zu lassen, um ihm Gelegenheit zu geben, über sein pflichtvergessenes Verhalten nachdenken zu können.
Der Wetterauer Mundart-Dichter Peter Seibel.
Der Verlag August Hase in Frankfurt a. M. plant im Einvernehmen mit der Familie des Dichters eine erschöpfende Ausgabe der Werke Peter Gei - b e l s. Er bittet alle Besitzer Geibelfcher Handschriften, Sammler, Betreuer von FamiNenarchiven und Nachlässen, die geplante Gesamtausgabe nach Kräften zu fördern und von ihren Handschriften Gei- belscher Gedichte usw. (auch in Abschriften von fremder Hand), von Briefen Geibels und an Geibel, auch von Erwähnung des Dichters in Briefen und Tagebüchern anderer Nachricht zu geben an den Herausgeber der Werke des Wetterauer Mundart- Dichters Geibel, Schriftleiter Emerich Reeck, Frankfurt a. M., Unter den Birken 22.
Der Erbauer des Bayreuther Festspielhauses gestorben.
Im Alter von 92 Jahren ist in.dem Taunusstädtchen Oberursel Architekt Karl R u n k w i tz gestorben. Karl Runkwitz, der aus Altenburg in Thü- r ngen stammte, war der Erbauer des Bayreuther Festspielhauses In den Jahren 1872 bis 1876 war Runkwitz fast täglich Gast im Hause Wahnfried. Nach Fertigstellung des Festspielhauses siedelte Runkwitz nach Frankfurt a. M. über. Hier errichtete er auch das Gesellschaftshaus des Palmengartens. Um die Jahrhundertwende zog Runkwitz dann nach Oberursel. Zahlreiche Aufzeichnungen Richard Wagners
über den Bau des Festspielhauses, Photographien, Briefe und das Textbuch zum „Ring" mit der Widmung Richard Wagners hat Runkwitz der Richard-Wagner-Gedenkstätte übergeben.
Ein Hausmusik-Vuch.
Don dem Komponisten und Lehrer an der Kölner Musikhochschule Professor Heinrich Lemacher ist ein Buch „Die Hausmusik" erschienen, das der Verfasser seiner Heimatstadt Solingen gewidmet hat. Als Ergebnis einer wissenschaftlichen Lebensarbeit berichtet Lemacher nachdenklich, aufgeräumt und eindringlich von der Hausmusik zweier' Jahrhunderte. Er zeigt den Weg vom Einzelinstrument zum Konzert und bespricht ausgewählte Vokalmusik für den häuslichen Kreis. Die Ueber- sicht'über die Komponisten und die Analysen ihrer Werke geben dem Buch zugleich lexikale Bedeutung.
Vorsicht mit voreiligen Anschuldigungen.
In Mülheim-Ruhr hatte sich wegen Freiheitsberaubung und Beleidigung eine junge Frau zu verantworten. Sie nahm, da sie berufstätig war, in einem Speisehaus ihre Mahlzeiten ein. Als sie eines Tages nach dem Mittagstisch für eine kurze Zeit das Eßzimmer verlassen hatte, stellte sie später fest, daß ihre Geldbörse aus der Handtasche, die sie auf dem Stuhl hatte liegen lassen, verschwunden war. In dem Zimmer war als einziger Gast ein junger Mann anwesend, der aber in der Zwischenzeit das Lokal verlassen hatte. Nach Ansicht der Frau konnte nur dieser als Dieb in Frage kommen. Auf der Suche nach ihm hatte sie das Glück, ihn zu finden, doch bestritt der Verdächtigte energisch den Diebstahl. Auch bei der Polizen konnte er nicht überführt werden, doch mußte er bis zur Klärung Wohnung in einer Zelle beziehen. Einige Stunden
später kam die Frau aber wieder in den Besitz bet vermißten Geldbörse, die sich in einem Schuh, den sie bei einem Schuster zur Reparatur abgegeben hatte, befand. Anstatt nun der Kriminalpolizei von dem Wiederauffinden der Geldbörse Kenntnis zu geben, beschränkte sich die Frau darauf, in dem Speisehaus die Tatsache nur so nebenbei zu erwähnen. Als ein Kriminalbeamter zur weiteren Klärung des angeblichen Diebstahls am anderen Morgen in dem Speisehaus erschien, mußte er zu seinem Erstaunen von der veränderten Sachlage Kenntnis nehmen. Der junge Mann wurde selbstverständlich sofort auf freien Fuß gesetzt, während die Frau vor Gericht sich darüber belehren lassen mußte, daß man nicht so leichtfertig mit Ehre und Freiheit der Mitmenschen umgehen dürfe. — Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu'zwei Wochen Gefängnis.
Unwetterkatastrophe in Rio de Janeiro.
Die brasilianische Hauptstadt wurde von einem Unwetter hejmgesucht, das die Stadt vollständig , überschwemmte. Wolkenbrüche verursachten den Einsturz zahlreicher Häuser, die mehrere Menschen unter sich begruben. Erdrutsche legten den Verkehr lahm. Der berühmte Botanische Garten, der vor Jahren nach einem ähnlichen Unwetter lange Zeit geschlossen werden mußte, erlitt erneut schwere Beschädigungen.
Haupifchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr.W.Langer für das Feuilleton: Dr.Hans Thnriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschein.beurl.), i.V.: Dr.Hans Thyriot.
Druck und Verlag: Brühlfche Untversitätsdruckerei R. Lange K. @. Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Ameigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich fürdenInhalt der Anzeigen.Theodor Kümmel. Pl.Nr.6.
Bei den Kämpfen in Afrika fiel an der Spitze seines Zuges unser lieber Sonn, Bruder und Enkel
Heinz Adolph
Leutnant in einem MG.-Btl., Träger des E.K. II und des Sturmabzeichens im Alter von 21 Jahren.
Prof. Dr. Heinrich Adolph, Hilde Adolph [Hauptmann Marianne Adolph Emilie Strack.
Im Osten, Gießen, Januar 1942.
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Unerwartet erhielten wir die unfaßbare Nachricht, daß unser lebensfroher, herzensguter und einziger Sohn und Bruder. Abiturient
Gefreiter Karl Bischoff
für seinen geliebten Führer und Großdeutschland an den Folgen seiner am 26. Juli 1941 im Osten erlittenen schweren Verwundung in einem Reserve-Lazarett, wenige Tage nach seinem 19. Geburtstag, am 3. Januar 1942, plötzlich den Heldentod gestorben ist.
In tiefer Trauer:
Karl Bischoff, Oberieutn., und Frau Mosel, geb. Schöttler Else Bischoff.
Gießen (Asterweg 64), den 6. Januar 1942. Beisetzung in Gießen, Neuer Friedhof, Samstag, 10. Jan.,vorm. 11 Uhr. Beileidsbes.dank. vetb.
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Danksagung.
Für die so zahlreichen liebevollen Beileidsbezeugungen bei dem Tode unserer lieben Entschlafenen sagen wir unsern herzlichsten Dank.
Lehrer a. D. Karl Schmidt
Dr. Rudolf Schmidt und Frau, geb. Grießbach Werner Dickorö und Frau geb. Schmidt.
Gießen, Großer Steinweg 20.
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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Reusch und dem Gesangverein Liederkranz auf diesem Wege herzlichen Dank.
Frau Katharine Will und Angehörige.
Leihgestern, im Januar 1942.
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Steinbach, den 5. Januar 1942.
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Danksagung.
Allen denen, die uns in unserem großen [jjjtsä] Schmerz durch den Heldentod unseres lieben einzigen Sohnes und Paten, Ludwig Ä Euler, Soldat in einer Panzer-Division, in Wort und Schrift bekundeten, sowie allen Teilnehmern an der Trauerfeier, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Doll für die trostreichen Worte bei der Gedächtnisfeier, sowie der Ortsgruppe Steinbach für ihre Gedenkfeier, ihre Anteilnahme und Mitempfinden an unserem schweren Leid.
In tiefem Schmerz:
Ludwig Euler und Frau Katharina, geb.Haas Luise Wallbott, nebst allen Angehörigen.
Danksagung.
Allen denen, die uns beim Heimgang unserer lieben Mutter ihre Anteilnahme%ekundeten, sowie Herrn Pfarrer Schmidt für seine guten Worte am Grabe der Entschlafenen, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Elisabeth Margarete Rock, verw. Erb, geb. Euler.
Treis a. d. Lumda, den 8. Januar 1942.
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