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Donnerstag. 8. Januar

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Die japanische Generaloffenswe ans Malakka

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Oer Bumerang des Wirtschaftskrieges

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Schanghai, 7. Ian. (Europapreß.) Der uner­wartet rasche Vormarsch Lev japanischen Truppen durch die für undurchdringlich gehaltenen M a n - groven-Sümpse von Tengi hat die bri­tische Verteidigung gezwungen, ihre Front zwischen Jpoh und Kuala-Lumpur weiter zurückzu­verlegen, heißt es in einem Bericht aus Sin­gapur am Dienstag. Nähere Einzelheiten über die­ses Vordringen der japanischen Truppen in den ge­fährlichen Dschungel- und Sumpsgebieten Malayas werden bezeichnenderweise nicht von japanischer, fonbern von englischer Seite bekannt. Bewaffnet nur mit Repetiergewehren (Tommy Gun) seien die Japaner durch die Tengi-Sümpfe, ein Labyrinth von wuchernder Vegetation, belebt von Schlangen und Krokodilen, zwischen der malaiischen Westküste und der SingapurBangkok-Bahn, vorgestoßen. Nur wenige Pfade würden durch diese Sümpfe füh­ren. Die ersten Japaner seien bereits in der Nähe von Kuala S e l a n g o r, an der Mün­dung des Selangor-Flufses, 50 Kilometer nordwest­lich von Kuala-Lumpur, aufgetaucht. Aehnliche un­erwartete Kampfmethoden würden die Japaner an der Küste von Ost-Malaya anwenden, wo sie durch das dichte Dschungelgebiet im Staate Pahang vorstoßen.

Die neuesten Meldungen britischer Agenturen aus Singapur besagen, daß die Lage der Engländer sich ständig verschlechtere. Die Besetzung des Flug- Hafens von Kuantan gestatte den Japanern mit ihren Groß-Bombern in kaum einstündigem Flug Singapur zu erreichen. Diese Luftbedrohung der Stadt und Festung Singapur habe die große Evakuationsbewegung ausgelöst. Schon fetzt seien die Bombardements der Japaner sehr nachhaltig, der Luftangriff vom Dienstag habe in den Indu­strie- und Hasenanlagen große Schäden angerichtet. Das Zinn- und Gummi Zentrum Kuala-Lumpur fei von den Japanern unmittelbar bedroht. An allen Fronten Malayas seien strategische Nückzüge der Briten im Gang. ......

Die Tokioer Berichte von der Malayafront bestätigen, daß sich die britischen Streitkräfte in schnellem Rückzug in das bergige Gebiet Süd- M'a l a y a s befinden, um von dort unter Aus­nutzung des äußerst günstigen Geländes verstärkten Widerstand zu leisten. So konnten bereits am

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Dor allem aber sah man die Hauptursache der angeblichen Wirtschaftsschwäche Japans in seiner Rohstoffabhängigkeit gerade in den wich­tigsten wehrwirtschaftlichen Rohstoffen. Wenn man Kohle, Eisen, Gummi unb Del als die

Druck und Verlag: vrühlsche Universitairdruckerel V. Lauge

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tokio, im Dezember 1941.

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sprengten Brückenhälften errichteten Notübergang benutzen und den Vormarsch auf Kuala Lumpur fortfetzen.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^sUbrdesVormittags

Ameigen-Preise:

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Die Politik derSchwarzen Schiffe"

Von unserem Brr.-Berichterstatter.

Tokio, 8. Jan. (Europapreß.) Die strateglsch bedeutungsvolle Umfassung des britischen linken Flügels an der Malayafront durch die vom japanischen Hauptquartier am Mittwochnach­mittag bestätigte Landung japanischer Truppen im Rücken der britischen Linie an der Mündung des Bernam-Flusses wurde durch ein fron­tales Vordringen über den Kampar-Abschnitt m Richtung des wichtigen britischen Widerstandszen­trums Kualampür unterstützt. Besonders zeich­neten sich hierbei japanische Radfahrertruppen und Pioniere aus. Der Korrespondent von Europapreß, der Taiping am 5. Januar morgens verlassen hatte, traf unmittlebar nördlich von Kampur japanische Truppen im Begriff, den Kampar-Fluß zu über­schreiten, dessen Brücke durch die Briten gesprengt worden war. Trotz dem heftigen feindlichen Feuer durchwateten die japanischen Soldaten mit ihren Fahrrädern auf der Schulter den reißenden Fluß

Oie Derieidigung Burmas.

Tokio, 8. Jan. (Europapreß.) Das Vertrauen Großbritanniens in die praktischen Möglichkeiten einer rechtzeitigen Hilfe der Vereinigten Staaten für Singapur scheint erschüttert zu sein, abgesehen von immer mehr durchsickernden Anzeichen«von Differenzen zwischen den USA. und Großbritan­nien über die Frage der Verteidigung der bislang noch in den Händen der angelsächsischen Mächte verliehenen Stützpunkte im pazifischen Raum. Tokio Nichi Nichi" erfährt, daß England alle irgendwie verfügbaren Streitkräfte auf die Ver­teidigung von Burma konzentriert, um so das Vorfeld B r i ti s ch-2 nd i e n s , den wichtigsten Bestandteil des Empires, zu sichern. Das japanische Blatt erinnert an die Unabhängig­keitsbestrebungen des burmesischen Volkes und glaubt nicht, daß die auf indo-chinesischen Ursprung zurückgehende Bevölkerung Burmas ernsthaft aus eigenem und freiem Entschluß sich in Kampfhand­lungen mit Japanern einlassen würde.

Gteuererhöhunaen in Hapan.

Tokio, 8. Jan. (Europapreß.) Das japanische Kabinett nahm am Mittwoch einen Gesetzesvor- schlag an, der bedeutende Steuererhöhungen vor­sieht. Die Erhöhung der direkten Steuern soll im Rechnungsjahr 1942/43 eise Milliarde Den, in den folgenden Jahren 1,1 Milliarden Yen einbringen. Unter Einrechnung der bereits früher vorgenommenen Erhöhung der indirek­ten Steuern wächst das Steueraufkommen Ja­pans damit für das laufende Jahr auf über zwei Milliarden Yen.

im Gesamtraum des Pazifik ins Auge fassen, um zu verstehen, daß bei der Fahrt Perrys nach Tokio Japan als ein Stein im Mosaik der aufblühenden nordameritanischen Geschäfte angesehen wurde, was wiederum zur Voraussetzung hatte, daß das fern­östliche Jnselreich nun auch diese ihm von Wa­shington zugeteilte Rolle bereitwillig annahm und sich keine Extratouren machtmäßiger Art erlaubte. Die im Anfang der nordamerikanischen Ausbreitung im Pazifik zu beobachtende Zurückhaltung wich dann auch sehr bald einer rein imperialistischen Tätigkeit. 1819 bereits nahmen die USA. ihre Tä­tigkeit auf Hawai auf, schon 1826 wurde ein Han­delsvertrag mit dem dortigen Herrscher abgeschlos­sen. Die englischen Erfolge in China durch die beispiellose Brutalität des Dpiumkrieges gab weite­ren Austrieb; die USA. wurden durch den 1844 abgeschlossenen Vertrag fast noch größere Nutz­nießer des sich dort entwickelnden Handels als Großbritannien selbst. Ein Vertrag mit dem da­mals noch selbständigen Borneo war der nächste Schritt, um die Interessen Nordamerikas am Fer­nen Osten zu erhöhen. 1854 wurde Japaner­schlossen", wobei zu beachten ist, daß Perry beab­sichtigte, auch Land für die USA. in Ostasien zu erwerben. Er hatte die Besetzung der Bonin- Inseln im Auge, mußte aber auf Englands Ein­spruch hin zurückweichen.

Daß diese zunächst merkantil verschleierte Politik sehr rasch den Charakter reinen Imperialismus trug, dafür dürfte der Ausspruch Hubert Howe B a n c r o s t s , desPropheten des neuen Pazifik", genügender Beweis sein. Er schrieb 1898, daß der Pazifik jetzt die Stelle des großen Westens (gemeint

liftischen Gelüsten ein moralisches Mäntelchen um­zuhängen. Bei der Ausbreitung über den ganzen nordamerikanischen Kontinent, bei dem Vorgehen gegen die Indianer ebenso wie gegen Spanien und Mexiko spielte die Ueberzeugung eine gewaltige Rolle, von Gott und der Natur dazu aus* ersehen zu sein, ins Ungemessene vorwärtszu­schreiten und durch die Ausbreitung der eigenen Herrschaft den Geltungsbereich der allein gültigen amerikanischen Moralauffassung zu erweitern. Cal- hvun rief aus:Wir sind groß und in schnellem, fast furchtbarem Wachstum begriffen", während Emerson deklamierte:Wo sind die Grenzen Ame- v < rikas? Im Norden und Süden in den unbekannten

Eismeeren, im Osten, wo die Sonne aufgehi und im Westen wird es sich ausdehnen bis zum Jüng-

wohlausgebauten Batteriestellungen der Engländer. Der Feind flüchtete, unaufhaltsam folgten ihm Die Japaner, bis 20 Kilometer weiter em 60 Meter breiter Fluß, dessen Durchquerung unmöglich war, einen vorübergehenden Aufenthalt erzwang. Die Briten hatten versucht, die Brücke zu sprengen, doch, war ihnen das nur halb geglückt. Nur auf der von' den Japanern erreichten,Seite war die Brücke nie» dergebrochen, ragte jedoch mit dem Oberteil aus dem Wasserspiegel heraus. Jetzt hieß es: Pioniere an d i e F r o n t. Todesmutige Freiwillige durchschwam­men, Sprengladungen mit sich führend, den Fluß, befestigten die Sprengladungen am Brückenpfeiler und suchten volle Deckung, als auch schon der Donner der Detonation für einen Moment das Gewehrfeuer übertönte. Als sich die Sprengwolke verzogen hatte, zeigte es sich, daß die Berechnung des Komman­deurs der japanischen Pioniere stimmte: die andere Brückenhälfte lag über Wasser und die Radfahrer

sten Gericht."

Es ist also beileibe nicht so, daß die Amerikaner als biedere Handelsmänner in Japan an die vorerst verschlossene Tür klopften, sondern dem Griff über dem Pazifak lag schon sehr früh die Ueberzeugung zugrunde, daßGottes eigenes Land" nicht nur das Recht, sondern geradezu die Pflicht habe, sich auszudehnen. Allerdings trug die Fahrt derEm- preß of China", die 1784 als erstes amerikanisches Schiff von Neuyork nach Kanton fuhr, noch ein rein wirtschaftliches Vorzeichen. Machtmäßig konnte man auch solange mit dem Nebenbuhler England nicht konkurrieren, bis die eigene W e st k ü st e zur Union gehörte. Florida und Texas traten erst 1845 bei, Kalifornien sogar erst 1850. So begann die eigentliche Pazifikpolitik Nordamerikas unter Prä­sident Tyler (184145) mit der Förderung von Handelsbeziehungen. Aber schon wenige Jahre nach der Einverleibung Kaliforniens in die Union sprach der Senator und spätere Staatssekretär William H. Seward die prophetischen Worte, daß der

Das japanische Llmgehungsmanöver am Bemam-Fluß.

war Kalifornien) als Auslaß für alle aufgespeicherte Kraft einzunehmen hätte. Wörtlich sagte er:Es ist auch nur angebracht, daß die angelsächsische Rasse diese Wasser beherrscht und daß Englisch die Sprache dieser neuen Weltkultur werden sollte." Man darf dieses Jahr als den Wendepunkt der USA.-Paziftk- politik ansehen, denn jetzt hieß es in einer uns heute sehr zeitgemäß vorkommenden Formulierung, daß esbie Pflicht des Stärkeren fei, für den Schwächeren zu sorgen, selbst dis zur Ausrottung von Völkern und zur Aneignung von Ländern". Es war das Jahr, in dem die USA. über Spanien siegten und die Philippinen einheimsten.

Es würde im Rahmen dieser kurzen Uebersicht zu weit führen, die höchst interessante Entwicklung an Hand aller Einzelheiten wiederzugeben. Wesentlich ist, daß die wirtschaftliche Erschließung der Pazifik­länder, die im Falle Japan mit denSchwarzen Schiffen" Perrys begann und in derPolitik der offenen Tür" das Mitbestimmungsrecht der USA. in Ostasien proklamierte, von der Auffassung aus­ging, daß alle diese Länder sich demSendungs- glauben der USA." zu unterwerfen hatten, mit anderen Worten: daß sie die USA. als erste pazi­fische Macht anerkennen mußten. Wir haben in der Gegenwart ja im Falle Südamerika ein außer­ordentlich anschauliches Beispiel dafür, was mit derPolitik.der Schwarzen Schiffe" in Wahrheit gemeint ist, nämlich über die wirtschaftliche Ab­hängigkeit der. mit der nordamerikanischen Zivili­sationbeglückten" Staaten unmittelbar das Recht abzuleiten, auch machtmäßigen Einfluß zu erhalten; ein Anspruch, der erst nach der völligen Unter­werfung und Versklavung Genüge findet. Daß die USA. sich im Falle Japan gründlich getäuscht haben, ist nicht der Undankbarkeit Japans zuzu- I schreiben, sondern der moralisch verbrämten, gren­zenlosen Raffgier des nordamerikanischen Jmpe-

I rialismus!

Japan ist heute wirtschaftlich abhängiger von den Vereinigten Staaten denn je", so schrieb der au­ßerordentliche Professor an der Columbia-Universität Nathaniel Peffer, kurz vor Ausbruch des Krieges im Pazifik in der amerikanischen "ZeitschriftNa­tion". Derselbe Mann hatte bereits am 14. Oktober 1940 in der ZeitschriftRepublic" gesagt:Im Hin­blick auf den Pazifik ist Amerikas Weg klar. Es steht ihm frei, wirtschaftliche Sanktio­nen über Japan zu verhängen, und es sollte d-ies auch tun. Falls Deutschland gewinnt, ist es besser, daß Japan so schwach wie möglich ist und keine Möglichkeit hat, sich wieder zu erholen." Aehnlich versicherten Polittker, militärische Sachverständige, Wissenschaftler und Journalisten dem amerikanischen Volks tagtäglich, daß es ein Leichtes sein werde, Ja­pan zu schlagen, ja* daß man das Jnselreich schon ohne Kamps durch wirtschaftliche Maßnahmen auf d-ie Knie zwingen könnte.

Für jeden, der die erstaunlichen wirftchastlichen Leistungen der Japaner kennt, die in einem Zeit­raum von noch nicht einmal 90 Jahren eine Ent­wicklung nachgeholt haben, für die Europa min­destens 200 Jahre gebraucht hat, muß diese wirt­schaftliche Geringschätzung der Japaner durch die Vereinigten Staaten ein Rätsel sein. Man hatte doch am eigenen Leide den scharfen japanischen Wettbe­werb gespürt. Das hat drei Gründe. Der erste Grund liegt darin, daß, unter kapitalistischen Ge­sichtspunkten gesehen, die japanischen Fi­nanzen tatsächlich nicht besonders stark erscheinen können. Dazu kam weiter, daß man allgemein in dem Glauben lebte, der chinesische Krieg habe die japanische Finanz- und Wirtschaftskraft weitgehend ausgehöhlt. Daß Japan in diesem Kriege gerade aus Rücksicht auf seine sonstigen Gegner nie­mals feine volle Kraft gezeigt hat, was schon aus der im Verhältnis zu der Volkszahl des Jnselreiches nur geringen Ziffer des militärischen Einsatzes m China (es waren dies niemals mehr als 2 Mill. Mann) hervorgeht, hat man offenbar übersehen. Auch seine modernsten Waffen hat Japan hier of-

192. Jahrgang Nr. 6 Erscheint täglich,, außer Sonntags 'und Feiertags

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Dienstag nördlich des Bahang-Flufses keine feind­lichen Shüfte mehr festgestellt werden. Ihr Rückzug wurde von der japanischen Luftwaffe benutzt, um den Gegner nicht zur Ruhe kommen zu lassen und seine südlichen Auffangbasen zu vernichten, bevor er sich zu erneutem Widerstand festgesetzt hat. Zweifellos ist in den Singapur von Norden schüt­zenden' Bergketten Süd-Malayas mit schweren Kämpfen zu rechnen. Es kommt darauf an, ob es den Japanern möglich sein wird, auch dort Um» aehungsmanöver durchzuführen, wie ihnen dies im Norden mit großem Erfolg gelungen ist. Dort drangen die Japaner mit Hilfe von Booten von her Westküste der Malayenhalbinsel aus in die Flüsse ein und konnten den Feind mehrfach im Rücken fassen. So konnten japanische Streitkräfte mit Hilfe von Motorbooten in dem Mündungsgebiet des Bernam-Flusses landen und die Rückzugslinie des Feindes abschneiden. Gleichzeitig wurde der Feind durch Operationen vom Norden her in die Zange genommen und vernichtet. Daß die gleiche Taktik auch in Süd-Malaya angewandt werden kann, ist um so wahrscheinlicher, als dort ebenfalls mehrere Flüsse in die Malakkastraße münden.

Japanische Truppen haben nach wetteren Mel­dungen aus dem Kampfgebiet innerhalb der letz­ten 24Stunden an der Ostmalakka-Front einen Geländegewinn von über fünfzig Kilometern erzielt und erreichten das Nordufer des Pahang- Fluffes. Das gesamte Gebiet zwischen dem am Dienstag eingenommenen Flugplatz von Kuantan und dem Pahang wurde vom Feinde gesäubert. In West malakka setzen japanische motorisierte Streitkräfte die Verfolgung des sich nach Süden zurückziehenden Feindes fort. Sie werden von der japanischen Luftwaffe unterstützt, die die zurück- gehenden britischen Kolonnen mit Bomben und Bordwaffen angreift. Sieben englische Tanks sind bei diesen Angriffen zerstört worden. Nach dem Vorstoß in die Engpässe an der Grenze zwischen den malaiischen Sultanaten Selangor und Perak eröffneten die japanischen Streitkräfte am Mitt­wochfrüh die Generaloffensive. Die Geg­ner benutzen Dschungel und hohe Dergstellungen als natürliche Hindernisse, um den japanischen Vormarsch aufz'uhalten.

Die landläufige Darstellung des B e g i n n s d e r , nord amerikanisch-ja panischen B e z r e ° : Hungen macht sich die Sache verhältnismäßig leicht; sie führt an, daß im Frühjahr 1853 m der Lucht von Tokio unter der Führung des Commo- dore Perry eine Expedition von USA.-Kriegs- schiffen (die sog.Schwarzen Schiffe") erschien, um mit einemEhrensalut" aus ihren Geschützen den Wunsch" ihres Präsidenten Filmore auszudrücken, Handelsbeziehungen mit dem Jnselreich aufzuneh­men Dieser Wunsch fiel so deutlich aus, daß Japan bereits am 31. März 1854 zum ersten Mal einen Der trag mit einer weißen Macht ab Motz und am 1 Januar 1859 zunächst drei japanische Häfen dem Handel mit den Vereinigten Staaten und anderen überseeischen Mächten öffnete.

Don Japan aus gesehen, lagen die Dinge damals so, daß durch das 1603 gegründete Tokugawa-Sho- ounat einzig der im Jahre 1609 mit den Hol° ländern begonnene Handel nicht unterbrochen wurde, während 1636 den Japanern verboten wurde, das Heimatland zu verlassen und schließlich im Jahre 1825 von der Regierung angeordnet wurde, daß alle fremden Schiffe mit Gewalt zu vertreiben feien, nachdem bereits 1792 der Eng­länder Laxmann auf Hokkaido gelandet war, 1797 zum erstenmal ein nordamerikanisches Schiff einen japanischen Hafen anlief und 1808 ein eng­lisches Schiff nach Nagasaki kam, wo vier Jahre vorher auch der Russe Lesanow gelandet war. 1837 kam erneut ein nordamerikanisches Schiff m Japan an, während 1842 das Gesetz von 1825 ab- gemildert wurde, wodurch die bereits seit langem bestehenden innerjapanischen Feindseligkeiten zwi­schen den Fremdenfeindlichen und den Liberalen verschärft wurden.

Es b e st a nd e n also in Japan bereits sehr deut­liche Strömungen, aus der Abgeschlossenheit infolge 1 der unter dem Tokugawa-Shogunat erlassenen Ver­bote die allch die Einführung westlicher Litera­tur und die Ausmerzung des katholischen Glaubens umfaßten! herausbekommen. Es fei hier gleich angeführt, daß die Spannungen zwischen den ftMdenfeindlichen Anhängern des Shogunats uy,d den kaiserlichtreuen Liberalen in den Jahren zwi­schen 18581867 zu Bürgerkriegen führten, die erst mit der 1867 erfolgten Thronbesteigung des Kaisers M e i j i endeten, was gleichbedeutend mar mit dem Ilachwerlust des Shogunats. Die Entwicklung in Japan wies also mit dem immer offensichtlicher werdenden Verfall der Shogunatsherrschast auf eine völlige Aenderung der bisherigen japanifchen Ein­stellung zur Außenwelt hin, was um so erklärlicher ist, als zeitgenössische japanische Striststeller die Be- I Ziehungen Japans beispielsweise zum heutigen Jndochina bis auf das achte und neunte Jahr­hundert unserer Zeitrechnung zurückführen und ja-, panische Händler und Seefahrer im 16. und in den Anfängen des 17. Jahrhunderts einen umfangreichen Handel mit den füdpazifischen Ländern trieben; dort große japanische Niederlassungen entstanden waren, die allerdings durch die erwähnte Abschlietzungs- : Politik wieder aufgegeben werden mußten.

Was nun die Vereinigten Staaten anbe­trifft, so wollen wir hier gleich ein außerordentlich : wichtiges Datum festhalten: Im Jahre 1850 über­stieg der Wert der nordamerikanischen Jndustrie- erzeugnisse zum erstenmal den Wert der landwirt- " Produkte. Die Union war aus einem lÄntm. »Agrar- ein Industriestaat geroorben! Bevor wir auf die USA.-Politik im Pazifik em- ih|||||p gehen, muß ferner noch darauf hingewiesen werden,

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General-Anzeiger für Oberhessen

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