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Unvermindert heftige Abwehrkämpfe.

Berlin, 6. Dez. (DNB.) Die schweren Kämpfe im WolgaDon-Gebiet und im Raum südwestlich KalininToropez dauerten trotz starker Schnee­stürme mit unverminderter Heftigkeit an. Zwischen Don und Wolga setzten unsere Truppen, von rumä­nischen Truppenverbänden unterstützt, ihre örtlichen Vorstöße und Gegenangriffe fort. Nach hartem Rin­gen wurden bolschewistische . Stützpunkte, die im Laufe der Nacht durch eiligst ins Gefecht geworfene Verstärkungen besetzt worden waren, genommen. Auch in den erbitterten Kämpfen im Raum s ü d ° westlich Kalinin und Toropez erwiesen sich unsere Truppen als dem Feind überlegen. Obgleich die Bolschewisten mehrfach mit starker Panzerunter­stützung angriffen, blieben die Vorstöße nach Ab­schuß ,zahlreicher Partzer meist im Sperrfeuer lie­gen. Besonders schwere Verluste hatte ein sowjeti­sches Schützenreginient südwestlich Kalinin, das teils im Sperrfeuer, teils im Nahkampf zusammenge­schlagen wurde.

Auch die Ausweitung der Angriffsfront bis in den Raum südöstlich des Ilmensees brachte den Bolschewisten nur schwere Verluste. Trotz star­ker Unterstützung der Vorstöße durch Artillerie und XYranatwerfer brachten alle feindlichen Angriffe zusammen. Auch wo der Feind versuchte, das un­übersichtliche Buschgelände auszunutzen, um sich zwischen zwei Stützpunkte einzuschieben, wurde er rechtzeitig erkannt und aufgerieben.

Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag.

DAV. Aus dem Führerhauptquartier, 5. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Abschnitt Tuapse griffen deutsche Truppen überraschend an, erzielten trotz besonders ungünsti­ger wetterverhällnisse Geländegewinne und erbeute­ten leichte und schwere Infanteriewaffen. Stark» Angriffe der Sowjets im Ostkaukafus schei­terten wieder unter schweren Verlusten an dem hart­näckigen widerstand deutscher und rumänischer Truppen. Die Unternehmungen schneller Verbände nördlich des Terek wurden fortgesetzt und über 1000 Gefangene eingebracht. Der gemeldete Vorstoß in der Kalmücken steppe wurde bis tief in den Rücken des Feindes fortgesetzt und dabei ein Stützpunkt des Gegners mit großen Werk­stätten für Panzerkampfwagen zerstört.

Zwischen Wolga und Don griffen die Sowjets auch am 4. Dezember unter starkem Einsatz von Danzern vergeblich an. 75 Danzer wurden vernichtet, 13 bewegungsunfähig geschossen und dem Feind hohe Verluste an wenscheN und Waffen zu­gefügt. Ein kraftvoller Angriff eigener Danzer­truppen zerschlug feindliche Panzer- und Kavallerie- kräfte, wobei 2000 Gefangene und 14 Geschütze als Beute eingebracht wurden. Italienische und unga­rische Spähtruppunternehmungen an der Donfront erbrachten wichtige Erkundungsergebnisse.

decken hatte, nahezu völlig vernichtet. Der Gegner erlitt große Verluste an Menschen und Material. Starke Verbände von Kampf- und Sturzkampfflug­zeugen griffen wirksam in die Kämpfe ein. Außer­dem wurden Artilleriestellungen, Truppen- und Dan­zeransammlungen wiederholt angegriffen, wobei über 100 Kraftfahrzeuge vernichtet wurden. Ferner griffen deutsche und italienische Luftwaffenverbände den Hafen von Bone an. Eia Transportschiff wurde schwer getroffen, zahlreiche andere gerieten in Brand. Deutsche Jäger schossen 23, die Küsten­artillerie in Tunis zwei feindliche Flugzeuge ab. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

An der Küste der besetzten Westgebiete verlor die britische Luftwaffe gestern sechs Flugzeuge.

Oer Wehrmachtbencht vom Sonntag.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 6. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Ostkaukasus und im Terekgebiet wurden Angriffe der Sowjets im Nahkampf und teilweise im Gegenstoß abgewiesen. Mehrere Danzer wurden vernichtet und über 1600 Gefangene ein­gebracht. Im Tiefflug angreifende Jagdflieger füg­ten der feindlichen Infanterie hohe Verluste zu und schossen 12 feindliche Flugzeuge ab.

Zwischen Wolga und Don wurde in wech-

Berlin, 5. Dez. (DNB.) Der Erste Lord der britischen Admiralität, Alexander, hat sich jetzt dazu bequemen müssen, außer dem bereits bekanntgegebe­nen Verlust des FlugzeugträgersA v a n g e r" eine Anzahl weiterer Kriegsschiffsverluste einzugestehen, die bei dem Transport nach Französisch-Nordwest- afrika entstanden sind. Unter diesen befinden sich das 11000 BRT. große DepotschiffHecla", das erst 1941 gebaut wurde und als Zerstörer-Munjtions- schiff Dienst tat die drei ZerstörerBrooke", Martin" undIsaac Sweers", letzterer ein ganz moderner, erst 1940 gebauter holländischer Zerstörer mit starker Bewaffnung, ferner der erst kürzlich in Dienst gestellte MinensucherAlgerienne", das 2376 Tonnen große HilfsschiffTynwald", die im Jahre 1940 gebauten GeleitschiffeGardenia" undIbis" (1250 Tonnen), außerdem die von den Briten übernommenen ehemals nordamerikanischen KüstenwachkreuzerHartland" undWalney", die 1928 gebaut worden waren. Der deutsche Wehr-. Machtbericht vom 30. November hatte gemeldet, daß vor Nordafrika zwei Schlachtschiffe und drei Flug­zeugträger beschädigt wurden, davon ein Träger sehr schwer (der nunmehr als versenkt zugegeben wird |!]), daß ferner fünf Kreuzer jowie fünf Zer­störer und Geleitboote vernichtet wurden und 28

feivollen Kämpfen ein sowsefffches Bataillon ver nichtet, 26 Danzer abgeschossen, zahlreiche Geschütze und Infanteriewaffen des Feindes erbeutet. Trans­portverbände der Luftwaffe versorgten trotz schwie­rigster Wetterverhältnisse die kämpfende Truppe. In den erfolgreichen Abwehrkämpfen zwischen Wolga und Don zeichnete sich das 2. Bataillon eines Wiener Grenadierkegiments durch vorbildliche Hal­tung besonders aus. 3m großen Donbogen wurden in den letzten Tagen wiederholt mit Panzer- unterstühung geführte Angriffe der Sowjets gegen einen wichtige» Flußabschnitt abgewiesen.

3m Raum zwischenkalininund 3lmen- s e e scheiterten zahlreiche, vielfach mit starker pan- zerunterstühung vorgetragene Angriffe des Feindes, zum Teil in erbittertem Nahkampf. Der Gegner verlor 51 Danzer und erlitt erneut hohe blutige Verluste. Bei Stohtruppunternehmungen imAord- a b f ch n i t t zeichnete sich ein Verband der Waffen-^ besonders aus.

3n Tunesien wurde die Säuberung des Kampfgeländes bei Rebourba fortgesetzt. Die Gefangenenzahl hat sich auf 1100 erhöht, die Zahl der vernichteten Danzerkampfwagen beträgt über 70, die der erbeuteten Geschütze mehr als 40. Die Luftwaffe bekämpfte feindliche Kolonnen und Aus­ladungen im Hafen von Bone. 3agdflieger schossen am gestrigen, Tage über diesem Kampfraum ohne eigene Verluste 14 feindliche Flugzeuge, darunter viermotorige Bomber, ab.

An der Südostküste Lngtands führten 3agd- und Kampfflugzeuge Tagesangriffe gegen Lifenbahn- und Jndustrleziele durch.

Kreuzer, Zerstörer und andere Geleiteinheiten be­schädigt wurden, ferner wurden 23 Handels- und Transportschiffe mit Zusammen 165 000 BRT. ver­senkt, weitere 11 Handelsschiffe mit zusammen 100 000 BRT. schwer beschädigt.

Angesichts der höchst kritischen Lage der englischen Handelsscyisfahrt sah sich Alexander, wie dieTi­mes" weiter zu berichten weiß, genötigt, dem vorher amtlicherseits gezüchteten Optimismus einen recht spürbaren Dämp er aufzusetzen, indem er sagte, daß es geradezu gefährlich sei, von einem baldigen Kriegsende zu sprechen.Die Lage, in der sich Großbritannien befindet, erfordert, wenn man ihr gerecht werden will, die allerkonzentrischste Kraft­entfaltung jedes einzelnen. Eine sehr schwere und gewaltig große Ausgabe liegt vor der englischen Flotte. In Marinekreisen gibt man sich darüber keinen Iullusionen hin. An erster Stelle steht die U - B o o t - G e f 'a h r, der wir unbedingt Herr wer­den müssen, wenn Großbritannien mcht doch in seinen Seeverbindunaen, abgeschnitten werden soll. Denn sobald man nicht mehr die eigenen Stellkräfte in den weit auseinanderliegenden Operationsgebieten laufend mit allem Nötigen versorgen kann, bricht alles zusammen."

An erster Stelle die Ll-Boot-Gesahr."

3m Raum zwischen Kalinin und 3!me»- fee brachen auch gestern starke, zum Teil durch besonders heftiges Artilleriefeuer, Danzer und Schlachlflieger unlerstühle Angriffe des Feindes zu­sammen. 104 Danzerkampfwagen wurden, zum Teil im Nahkampf, vernichtet und 6 Flugzeuge durch Truppen des Heeres abgeschossen. Bei den Abwehr- kämpfen der letzten zehn Tage vernichtete die 78.3n- fonteriedivision allein 169 Danzerkampfwagen. Die Luftwaffe zerschlug feindliche Truppenbereitstellun­gen und Fahrzeugkolonnen. Jagdfliegerverbände schossen ohne eigene Verluste 58, Flakartillerie drei feindliche Flugzeuge ab. An der Korbfront wurden bei eigenen Stoßtruppunternehmen über 80 feind­liche Lampfstände und Bunker zerstört, ihre Be­satzungen vernichtet oder gefangen.

In Tunesien sind heftige Kämpfe im Gange. Lln wichtiger' Straßen- und Eisenbahn­knotenpunkt wurde nach mehrtägigen Kämpfen im Sturm genommen, hierbei wurde eine starke bri­tisch-amerikanische Kräftegruppe, die, weit vorgescho­ben, den feindlichen Aufmarsch gegen Tpnesien zu

Nach einem Jahr.

Roosevelts erstes Teilgestcindnis der Verluste von Pearl Harbour.

Lissabon, 6. Dez. (Europapreß.) Das Ma­rinedepartement gibt ein volles Jahr nach dem japa­nischen Angriff auf Pearl Harbour zum erstenmal die dabei entstandenen Verluste der USA.-Pazisik- flotte bekannt. Versenkt oder unbrauchbar gemacht wurden danach fünf Schlachtschiffe, drei Zerstörer, ein Schwimmdock und zwei Hilfskriegsschiffe. Wei­ter wurden drei Schlachtschiffe schwer beschädigt. Die Mannschaftsoerlufte der USA.-Marine betrugen nach Mitteilung des Departements 2117 lote, 960 Vermißte und 876 Verwundete. Gleichzeitig verlor die Marineluftwaffe 80 und die Armee-Luftwaffe 97 Maschinen.

Die Verlustliste stellt wie nicht anders zu er­warten war jedoch nur ein Teilgeständnis dar, das weit hinter der Wirklichkeit zurückbleibt. Tat­sächlich meldeten die Japaner außer dem jetzt von Roosevelt zugegebenen Verlust auch noch die Ver­

senkung von zwei schweren Kreuzern; schwer beschädigt wurden damals nicht drei, sondern vier Schlachtschiffe und nicht drei, sondern sechs Kreuzer. Ein ganzes Jahr hat also Herr Roosevelt gebraucht, um sich zu diesen unvollständigen An­gaben durchzuringen, lieber die bisherigen G e - samtverluste, die der Krieg im Pazifik die USA. und die britische Flotte kostete, hüllt er sich nach wie vor in Schweigen. Nach der vor einiger Zeit vom japanischen Hauptquartier bekannt- gegebenen Uebersicht wurden versenkt: 9 Schlacht­schiffe, 13 Flugzeugträger, 38 Kreuzer, 39 Zerstörer, 89 U-Boote; beschädigt: 9 Schlachtschiffe, 4 Flug­zeugträger, 20 Kreuzer, 18 Zerstörer, 39 U-Boote.

Die nordamerikanische Presse kritisiert lebhaft, daß die amtliche Bekanntgabe des USA.-Marine- departements erst jetzt, also 12 Monate nach dem japanischen Angriff, erfolgte.Es ist nur schwer

Kinder- und Hausmärchen.

Die Brüder Grimm und ihre Helfer.

Vor 130 Jahren erschien zu Weihnachten der erste Band derKinder- u nd H aus­mär ch e n" der Brüder Grimm, die das unsterbliche Weihnachtsgeschenk für deutsche Kinder werden sollten.

Wir haben uns bemüht, diese Märchen so rein als möglich aufzufassen. Kein Umstand ist hinzuge­dichtet oder verschönert oder abgeändert worden, denn wir hättten uns gescheut, in sich selbst so reiche Sagen mit ihrer eigenen Analogie ober Remi­niszenz zu vergrößern. Sie sind unerfindlich." Sv heißt es in der Vorrede zum ersten Bande, und es ist wohl der Geist Jakob Grimms, der hier redet, des Forschers, dem die Märchen in erster Linie historische Dokumente finb, kostbare Funde, aber doch Urkunden, an deren überlieferter Form wegen ihres geschichtlichen Wertes nicht gerührt werden durste. Wilhelm Grimm dagegen, von den beiden Brüdern der eigentliche Märchenmann, we- niger Forscher und mehr Dichter als sein Bruder, hatte vor allem ein feines Ohr für den unsterb­lichen dichterischen Gehalt der.Märchen, und im Lauf der Arbeit kam ihm die Erkenntnis, daß sie eine andere Form verlangten, damit ihr tiefster Kern wieder zu frisch grünendem Leben erwachte.Wir wollten nicht nur der Geschichte der Poesie einen Dienst erweisen", schreibt er in einem völlig anderen Ton 1814,es war zugleich Absicht, daß die Poesie selbst, die darin lebendig ist, wirke, erfreue, weil sie erfreuen kann, und darum auch, daß ein eigent­liches Erziehungsbuch daraus werde." Schon aus äußeren Gründen mußte Wilhelm Grimm die Her­ausgabe des zweiten Bandes fast allein oorbereiteh, nach und nach aber ging auch aus innerer Notwen­digkeit die Arbeit fast ganz auf ihn über. Er hat dann für die späteren Ausgaben auch die Märchen des ersten Bandes neu bearbeitet und für die ganze Sammlung die klassische Form gefunden, durch die sie, wie sein Sohn Herman Grimm sagte, erst wieder zum Eigentum des Volkes geworden sind.

Woher stammen diese Märchen? In eines seiner Handexemplare der ersten Ausgabe hat Wilhelm Grimm hinter vielen Märchen die Namen derer eingetragen, von denen er sie empfanget! hatte. Viele Märchen des ersten Bandes tragen den Der«

merk:Im Garten. Von Dortchen" oberIm Gar­ten. Von Gretchen." Dortchen und Gretchen waren die Töchter des Apothekers Wild, damals junge Mädchen von 15 oder 16 Jahren und Freundinnen von Jakob und Wilhelm Grimms einziger Schwe­ster Lotte. Dortchen wurde später Wilhelm Grimms Frau. Während sie im sonnigen Herbst 1811 im Wildschen Garten vor Kassel dem jungen Gelehrten die Märchen vonFrau Holle",Tischlein deck dich", Allerleirauh" und andere erzählt hat, mag sich dieses zarte Band zuerst geknüpft haben. Woher aber hatten Dortchen und Gretchen die Märchen? In ihrem Elternhaus, der altertümlichenSonnen­apotheke", hauste über der Kinderstube diealte Marie", eines jener seltenen Wesen aus dem Volk, die den ganzes Schatz vieler Geschlechter in sich sammeln und weitergeben können. Von ihr haben die Schwestern Wild schon als Kinder die Märchen gehört, manche der schönsten hat sie auch Wilhelm Grimm unmittelbar erzählt, wie zum BeispielRot­käppchen",Dornröschen" und andere

Für die späteren Bände und Ausgaben erwei­terte der Kreis der Mitarbeiter und Mitsammler sich immer mehr. Der Onkel ter Annette von Droste-Hülshoff, der bekannte Volkstumsforscher August von Haxthausen, steuerte einige präch­tige Stücke aus Westfalen bei, und eins der schön­sten,Der Machandelboom", stammt von dem Maler Philipv Otto Runge aus Hamburg, der es Achim von Arnim mitteilte. Vor allem aber wanderten die Brüder Grimm auch selber in den Dörfern ihrer hessischen Heimat umher und schrieben auf, was sie dort im Volke lebendig fanden. Die wichtigste Quelle dabei wurde die Frau Viehmännin aus Nie- der-Zwehren, die der jüngere Bruder Ludwig Grimm alsMärchenfrau" für die Titelseite des zweiten Bandes zeichnete und radierte. In der Vor­rede dieses Bandes vom 30. September 1814 heißt es über diese Frau:

Die Frau Viehmännin war noch rüstig und nicht viel über fünfzig Jahre alt. Ihre Gesichtszüge hatten etwas Festes, Verständiges und Angenehmes, und aus großen Augen blickte sie hell und scharf. Sie bewahrte die alten Sagen fest im Gedächtnis und sagte wohl selbst, daß diese Gabe nicht jedem ver­liehen fei und mancher gar nichts im Zusammen­hänge behalten könne. Dabei erzählte sie bedäch­tig, sicher und ungemein lebendig, mit eigenem Wohlgefallen daran, erst ganz frei, bann, wenn man es wollte, noch einmal langsam, so daß man ihr mit

einiger Hebung nachschreiben konnte. Wer an leichte Verfälschung der l)eberlieferung, Nachlässigkeit bei Aufbewahrung und daher an Unmöglichkeit, langer Dauer als Regel glaubt, der hätte hören müssen, wie genau sie immer bei der Erzählung blieb, und auf ihre Richtigkeit eifrig war; sie änderte niemals bei einer Wiederholung etwas in der Sache ab und besserte ein Versehen, sobald sie es bemerkte, mitten in der Rede gleich selber." C. K.

Oer Cassone.

Von unserem Dr. Pa.-Korrespondenten.

Rom, im November..

Hoch über den Gefilden der Sterblichen, den An­blicken der Profanen verborgen, haust wie eine Art von Gottheit der Cassone. Wer einmal lange genüg in Italien gelebt hat, um richtig mit ihm zu tun zu bekommen, dem geht ein Gefühl für die Logik der Teufelsanbeter auf. Diese .keineswegs ganz dummen Leute sagen sich, man solle praktischerweise erst einmal die bösen Gewalten versöhnen, da die guten ja schließlich gut feien, und man für sie immer noch etwas tun könne.

Er sieht eigentlich herrenlos aus ein großer zylindrischer Behälter aus Metall, außen gestrichen. In ihm läuft in gleichmäßigem, magerem Strahl das Wasser aus dem Rohr der Leitung, innerhalb 24 Stunden so viel, wie dem reichlich gerechneten Durchschnittsbedarf einer Wohnung entspricht. In der Wohnung selbst kommt also, sobald man einen Hahn öffnet, nicht Wasser direkt aus der Leitung, sondern aus dem Cassone. Nur in der Küche hat man einen Hahn, der Wasser direkt aus der Leitung führt, das gegenüber dem besonders im Sommer immer etwas abgestandenen Wasser des Cassone als Trinkwasser bevorzugt wird. Also eine durchaus vernünftige Einrichtung, denn es liegt im Wesen der römischen Wasserversorgung mit ihren Aquä­dukten von weit her, daß der Druck besonders in den hochgelegenen Stadtvierteln gering ist. Durch die Zwischenschaltung des Cassone ist an den Hähnen reichlich Wasser mit kräftigem Druck vorhanden. Vorausgesetzt allerdings, daß alles in Ordnung ist. Aber schließlich ist so eine Wasserleitung Menschen­werk und wo wäre das immer in Ordnung?

Diesen Umstand macht sich der Casione zunutze. Du ist kn Bad dar Spülkasten der Toilette. Jeder

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verständlich, warum viels dieser Tatsache»! nicht schon vor langer Zett ausgegeben worden sind", schreibtNew York Herold Tribüne". Das Blatt sagt, daß also die früher mitgeteilten Einzel­heiten über Pearl Harbour für das Nordamerika- nifche Volk irreführend gewesen seien. Daß die Japaner in der Hauptsache alles erreicht hätten, was sie sich vorgenommen hätten, und daß niemand wisse, wieviel Opfer es noch kosten würde, um das zurückzugewinnen, was durchNachlässigkeit, die jene katastrophale Überraschung erst gestattet hat*, verloren ging. DieBaltimore Sun" schreibt, der Bericht sei für das nordamerikanische Volk ein eben­so großer Schlag gewesen wie der Ueberfall mit Pearl Harbour vor einem Jahre selbst.

Australien

unter LIGA.-Kontrolle.

Lissabon, 4. Dez. (Europapreß.) Immer mehr entgleitet Australien den Engländern, und immer stärker gerät es unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten. Hand in Hand gehen damit b e tracht' liche Forderungen Washingtons na­mentlich auf wirtschaftlichem Gebiet. Die Londoner Times" berichtet, daß- Washington vor allem Australiens Produktion an Zink, Blei, Zinn und Aluminium verlangt. Eine amerikanische Wirtschaftskommission ist in Canberra eingetroffen,

um die Lieferungen an die Vereinigten Staaten zu überwachen und dafür zu forgen, daß siepünkt­lich" erfolgen. Außerdem soll die Kommission die in Canberra und Sydney Büros eingerichtet hat eine Produktionssteigerung Der australisches Bergwerksbetriebe herbeiführen. Resigniert stellt die Times" fest, daß Australien immer mehr in bas amerikanische Wirtschaftsnetz eingespannt werde. :

Noch bedeutend größere Lasten, Opfer und persön­liche Einschränkungen müßten in Zukunft im Inter­esse der Kampfkraft der Weskmächte von allen über­nommen werden, erklärte Churchill in eine» Botschaft anläßlich des ersten Jahrestages des Krie- ges mit Japan an den australischen Premierminister C u r t i n. Churchill forderte auch die Australier auf

sich selbst größte Sparsamkeit aufzuerlegen und auf tragen, t jeden Luxus im Interesse der Weiterführung des WM Krieges zu verzichten. Curtin erklärte:Es hat sich bisher nichts ereignet, das uns zu einem Nachlassen unserer Anstrengungen; besonders im Südwestpazi-

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Man spricht von zunächst sechs Jahrgä unter die Fahnen gerufen werden sollen.

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Weiterer Jahrgang in Spanien unter -ie Fahnen gerufen.

Noch schlimmer wird die Sache, wenn im Früh­jahr die Gesellschaften, deren Leitungen die Städte mit Wasser versorgen, die Winterschäden an ihren Aquädukten ausbessern. Natürlich warten sie damit.

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Aus dem Reich. Gippe und Volk."

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Es bestehen keine verläßlichen Unterlagen darüber, ob und wie ein Cassone lachen kann. Aber es gibt Tage, an denen man sich des Eindrucks nicht erweh­ren kann, daß der Cassone da oben auf dem Dach sich ein glucksendes Hohngelächter nach dem anderen leistet. Mit der Zeit lernt man natürlich, wie man mit feinen ärgsten Späßen fertig werden kann. Auls jeden Hahn, auf jeden Spülkasten paßt man auf wie ein Haftelmacher. In der Nacht wacht man auf, wenn man irgendwo Wasser längere Zett laufen hort meistens hat bloß der Mieter über einem ein Bad genommen. Aber wenn man die Idee hätte, der Cassone könnte dadurch günstiger gestimmt mert den, daß man ihm etwa einen Streifen aus Gold­bronze um feinen blechernen Bauch matte, wür-5 man manchmal versucht fein, es zu ttw.

Madrid, 6. Dez. (Europapreß.) In Answin fung des am 16. November i) e fr einer ten Gesetzes, über die Teilmobilisierung zur Sicherung der spa­nischen Unabhängigkeit wird nunmehr zum 10. De- zember auch der Jahrgang 1940 mobilisiert, nach­dem die Jahrgänge 1941 und 1942 bereits einbe^ rufen sind. Damit hat Spanien innerhalb 10 Tagen drei Jahrgänge mobilisiert, wozu in der nächsten

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weiß, daß in feinen Eingeweiden allerhand Gerato sind, Schwimmer und Ventile, und daß diese manche mal jählings den Dienst aufkündigen. Aber wen bemerkt schon sofort, daß etwas an dem Kasten nicht in Ordnung ist? So verrinnt das foftbard Naß unbemerkt und ungenützt, bis einer beir Hadi: des Wasserbeckens oder der Badewanne aufbregL Zunächst sprudelt bas Wasser kräftig, um bann jäh­lings zu versickern. Der Cassone ist leer! Jetzt heißt es, Wasser sparen, bis der Portier, ber Helfer in allen solchen Nöten, von seiner Tagesarbeit heim­kommt unb ben Spülkasten in Ordnung bringt. Bis dahin ist der ganze Haushalt fortwährend in pein­lichen Verlegenheiten.

Cassone vor Tücke nicht zu lassen: Er läßt an dem einen Hühn das Wasser sprudeln, das am nächsten nur in dünnen Strählchen läuft, und läßt es gteidi darauf ebenso unerklärlich versiegen. Morgens, wenn man sich waschen will, läuft es nur mit Mühe unb Not einen Liter zusammen, und zwei Stunden' später gibt er Wasser genug für ein Vollbad, von dem keiner etwas hach Rechnet man dazu die mensch liche Schwäche, daß man Hähne gelegentlich zu schließen vergißt, aus denen fein Wasser läuft, so fann man sich die Folgen denken.

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bis alle Frostgefahr mit Sicherheit vorüber ist. f Früh Manchmal wird es darüber Juni, wo die Wärmo vjfoffei z B. m Rom schon, beträchtlich und der Wasserve»N j, brauch entsprechend . hoch ist. Dann weiß sich ber ** 2ipp,

Stuttgart, S. Dez. (DNB.) In bet Stadt der M t Ausländsdeutschen veranstaltete die Dienststelle des t. Beauftragten des Führers für die Ueberwachung Nettes.' ber gesamten geistigen und weltanschaulichen Schu« lung und Erziehung der NSDAP, und die Gas­leitung Württemberg in Anwesenheit des Reichs- ning an leiters Rosenberg eine von sinfonischer Musif unhi Rezitationen umrahmte weltanschauliche Feier-- stundeföippe und Volk", bei ber Hauptdienstleiter Prof. Dr. Walter Groh betonte, baß der Begriff Volk" im Fronterlebnis des Krieges endlich wie­der zur Bezeichnuna der Gemeinschaft erhoben wor­den fei, die über allen Klassen und Schichten stehe. Der Nationalsozialismus habe ihm durch die Einbe- gung auch der vergangenen und künfttgen Ge- achter seine Bedeutung als zentraler Wert un- r Weltanschauung gegeben. Während die Ver­gangenheit den soldatischen und ausgereisten Men- schentyp stets im Geaensatz zu dem bürgerlich-engen Bild der Familie sah, die im schlechten Sinne des Wortes als Privatsach»^galt, verschmilzt für den Nationalsozialismus die Forderung nach höchster politischer Haltung und Leistung mit .ber der Fami« lienbildung und Kinderaufzucht als ber Pflicht des

Jett weitere Jahrgänge hinzukommen werden. Man spricht von zunächst sechs Jahrgängen, die (Soiroerni