Ausgabe 
7.10.1942
 
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Mittwoch, 7.GktoberM2

Leben.

Meßen

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bei erfolgreichen Siotzlruppunternehmungen zahl­reiche feindliche Bunker und Kampffiände zerstört und die Besatzungen vernichtet oder gefangenge­nommen.

Der eigene Angriff südostwärts des Ilmen­sees führte gestern zu bedeutendem Geländege- roinn.

Vor Afrika und vor der südamerikani­schen Küste versenkten Unterseeboote fünf feind­liche Handelsschiffe mit 26 000 BRT.

Einzelne britische Flugzeuge überflogen am gestrigen Tage norddeutsches und westdeutsches Ge­biet. Einzeln^ Sprengbomben richteten nur geringen Schaden an. In der vergangenen Nacht unternahm die britische Luftwaffe Störangriffe auf holländisches und westdeutsches Gebiet. Die Bevölkerung hatte Verluste. 3n Wohnvierteln einiger Städte entstan­den Brände, Sach- und Gebäudeschäden. Nach bis-

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Oer Wehrmachtbericht.

DNV. Aus dem Führerhauptquartier, 6. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m K a u k o f u s g eb i e t wird der Feind in fort­schreitendem Angriff von Höhe zu höhe geworfen. Auch gestern verlor er trotz erbitterten Widerstandes im Gebirge nordwestlich von Tuapse und am Terek weitere stark ausgebaute Höhenstellungen und befestigte Ortschaften.

3n Stalingrad wurden in harten Einzel- kämpfen neue Fortschritte erzielt. Kampfflugzeuge und Nahkampffliegerkräfte unterstützten die Sturm­truppen des Heeres. Nordwestlich der Stadt gelang es, noch eine zweite feindliche Kräftegruppe einzu­schließen.

An der D o n f r o n t wiesen rumänische, ikalie-

Zweite feindliche Krästegruppe nordwestlich Stalingrad eingeschlossen

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Wir haben den gleichen Eindruck, allerdings unter etwas anderen Gesichtspunkten. Stalin hat seine Bundesgenossen durchschaut. Das hat er be­reits vor Wochen Herrn Churchill von Angesicht zu Angesicht gesagt und durch einen Faustschlag auf den Tisch eindeutig unterstrichen. Inzwischen hat er auch die Bluffereien Roosevelts erkannt und richtig ein­geschätzt. Die einem amerikanischen Pressevertreter schriftlich gegebene Erklärung über das völlige Ver­sagen der alliierten Hilfe für die Sowjetunion ist dafür ein Beispiel. Aber auch Halifax hat sich in seiner optimistischen Stimmungsmache stark einge­schränkt, wenn er erklärte, daßabgesehen von den Aeußerungen Stalins über die zweite Front und das Kriegsmaterial" Stalins Erklärung äußerst ermutigend" sei. Diesen Ausdruck hat. er dem Wortschatz seines Chefs Churchill entlehnt. Was darunter zu verstehen ist, hat der Führer in einer seiner letzten Rchen sehr drastisch dargestellt.

Abgesehen von den Aeußerungen Stalins über die zweite Front und das Kriegsmaterial!" Das war ja der sprengende Punkt in derbar­schen" Erklärung Stalins, Darüber geht Halifax

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Rückkehr über Afrika

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

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Die Versenkung des LlSA-Schlachlschiffes

Oer neue italienische ll-Booterfolg im Atlantik.

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Die zweite Front wurde nicht besprochen." Diese Etklärung gab Stalins Botschafter Litwinow der amerikanischen Presse, als er am Montagnachmtt- tag von einer halbstündigen Unterredung mit Unterstaatssekretär Sumner Welles zurückkehrte. Der Staatssekretär hatte Litwinow zu sich gerufen, wie man unschwer erraten kann, im Zusammenhang mit der Erklärung Stalins über die Notwendigkeit der zweiten Front und die bisherige unzureichende Unterstützung der Sowjetunion durch die Alliierten. Wenn man die Erklärung Litwinows in Zusammen­hang bringt mit den Auslassungen amerikanischer Blqtter auf Grund von Informationen aus dem Weißen Haus, dann ist es nicht schwer, zu folgern, daß Roosevelt über Litwinow Stalin hat sagen lassen, er möge derartig delikate Fragen in dieser Form nicht weiterhin in der Presse erörtern. Sonst aberherrscht zwischen Stalin, Roosevelt und Churchill kein Mißverständnis". Das ist jedenfalls die Meinung des britischen Sonderge­sandten in Washington, Lord Halifax. Er glaubt versichern zu können, daß Stalin, Roosevelt und Churchill einander sehr gut verstehen.

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3m mittleren Frontabschnitt wurden Ischossen.

Stalin wird unbequem

Don unserer Berliner Schriftleitung.

mit einer leichten Handbewegung hinweg. Um so deutlicher ist aber der britische Gesandte Butler in Boston geworden, er erklärte,daß die alliierten Nationen keine zweite Front auf dem europäischen Kontinent einrichten können, ohne katastrophale Risiken einzugehen, es sei denn, daß sie genug Transportschiffe und genügend Flug­zeuge für die unbeschränkte Luftherrschaft zur Verfügung, haben." Wir glauben, uns gut zu er­innern, daß sowohl Herr Churchill wie einige seiner eifrigen Nachschwätzer wiederholt und mit großer Emphase erklärt haben, daß sie die unbeschränkte Luftherrschaft seit langem und an allen Fronten besitzen. Man hat zwar davon noch nichts bemerkt, aber immerhin. Im Zusammenhang mit der zur öffentlichen Diskussion stehenden Fragezweite Front oder nicht" ist die Erklärung Butlers wahr­scheinlich für Stalin wenigerermutigend". Jeden­falls gewinnt man aus all diesem Durcheinander über die zweite Front den Eindruck, daß Stalin gerade d'as von seinen Alliierten fordert, was sie ihn unter gar keinen Umständen geben können. Versprechungen kann er haben, soviel er will. Die auf tatsächliche Hilfe darf er nicht rechnen. Die New Port Times" schreibt:Stalins Botschaft verfolgt anscheinend den Zweck eines Appells an die Oeffentlichkeit über die Köpfe der Regierungen hinweg." Stalin habe, so wird weiter gesagt, die Einlösung eines Wechsels verlangt", aber auch Stalin könne die USA. und Großbritanniennicht zu schnellerer Gangart anspornen, als sie bereits durch ihren eigenen Wunsch und Entschlossenheit angesport seien".

Nichts überstürzen."

Churchill entzieht sich dem Drängen des Unterhauses.

Stockholm, 6. Okt. (Europapreß.) Englanv wird der ewigen sowjetischen Rufe nach der zweiten Front müde, stellt der Londoner Korrespondent von Svenska Dagbladet" fest. Sowjetrußlands an sich verständliche Ungeduld nehme überhand. Wenn in Moskau der Standpunkt vertreten werde, daß Eng­land und die Vereinigten Staaten ohne Rücksicht auf die Folgen handeln müßten, so sei man in London der Auffassung, daß eine unzulänglich vorbereitete Invasion in Westeuropa zu einer Katastrophe für die Angreifer führen müßte.

Als Churchill im Unterhaus gefragt wurde, ob die Regierung eine Erklärung zu der Antwort Stalins auf die Frage eines amerikanischen Journalisten über die Notwendigkeit einer zweiten Front abzu­geben habe, sagte er, daß er natürlich die ErNä- rung gelesen und Darüber nachgedacht habe". Der Abgeordnete Bevan fragte: Erkennt der Premier­minister die sehr ernsthaften Auswirkungen auf die weitere Kriegführung, die sich daraus ergeben könn­ten, wenn das Gefühl um sich greift, daß irgendein Mißverständnis zwischen der Sowjetunion und uns besteht?" Churchill erwiderte:3d) habe der so­eben abgegebenen Erklärung nichts hinzuzufügen."(!) Der Labour-Abgeordnete Bellenger sagte:Kann der Premierminister die Versicherung abgeben, daß zwischen den Sowjets und England eine sehr enge Gemeinschaftsarbeit in Führungsangelegenheiten besteht?" Churchill erwiderte:Ich möchte dem Unterhaus dringend raten in einem Zeitpunkt, der sicherlich bedeutsam ist, diese Angelegenheit nicht zu überstürzen."

Die englische Linke sieht in dem Stalinschen In­terview einen Anlaß, die öffentliche Agitation für die zweite Front wieder auszunehmen. Eine Reitze

Stockholm, September 1942.

2)cr Krieg hat auch im Kreise der briti- 'CV-^ ^hr viel mehr Hoffnungen

zerstört als neue Aussichten eröffnet. Während im ?^oen das zeitweilige Ausscheiden aus der poli- tischen Verantwortung nicht ungewöhnlich und durch ven Wechsel der Parteien in der Regierung sogar natürlich war, hat das Ausscheiden während des Krieges meist einen endgültigen Charakter. In den llugeu der Oeffentlichkeit haftet dem Gehenden stets der Ruf an, wegen Unbrauchbarkeit aus dem Amt geschickt worden zu sein. Die Rückkehr in ein poli­tisches Amt ist dann meist unmöglich oder doch nur pach sehr langer Zeit erreichbar.

So hat beispielsweise Duff Cooper seinen zweifachen Sturz bisher nicht überwunden, und es ist zweifelhaft, ob es ihm je gelingen wird. Dabei gt ihn, selbst wenn man seine geringen politischen igkeiten berücksichtigt, kaum sehr viel Schuld in, daß er im Jnformationsministerium ver­sagte und aus Singapur mit einem Sack voll Nie­derlagen zurückkehren mußte. Einen erfolgreichen Jnformationsminister hat es in diesem Kriege in Lngland überhaupt noch nicht gegeben, und Bran­don Bracken lebt auch mehr von seinen guten Beziehungen zu Churchill als von Erfolgen seiner Tätigkeit. Als Duff Cooper aber im Spätsommer 1941 nach Singapur geschickt wurde, um dort als tztaatsminister und Vertreter des Kriegskabinetts die oberste Aufticht über die Verteidigung Malayas zu führen, konnte er die Versäumnisse von Genera­tionen nicht in wenigen Monaten gutmachen. In den Augen der Oeffentlichkeit wird sein Name immer mit dem Fall Singapurs verbunden bleiben. Ob dieses kümmerliche Ende einer mit großen Hoffnun­gen begonnenen Laufbahn im besonderen Fall zu rechtfertigen ist, ist fraglich. Dem Sturz Duff Coopers weint trotzdem auch in England kaum je­mand eine Träne nach.

Ein politischesCome back gibt es in diesem Kriege bisher erst in einem Einzelfall, und auch dieser ist noch so jung, daß nicht endgültig darüber gmrtellt werden kann. Das Schicksal Lord M o y - ne 5, der vor wenigen Wochen zum zweiten Staats­minister in Kairo ernannt wurde, schien kurze

wollte. Tatsächlich dauerte die fteiwillige Verban­nung nicht lange, doch erschien Swinton zunächst nicht wieder im Kabinett, sondern übernahm als Präsident der United Kingdom Commercial Cor­poration ein Amt, welches seine wirtschaftlich-poli­tische Begabung besser nutzte als irgendein Minister­posten. Seine Versetzung nach Westafrika und seine Ernennung zum Kabinettsminister sind nicht nur aufschlußreich für die Bedeutung, die die Engländer diesem Teil der Welt für die Weiterführung des Krieges beimessen. Sie ermöglichen zugleich dem nach englischen Begriffen mit 58 Jahren noch keines­wegs alten Swinton die Rückkehr in das politische

192. Jahrgang Nr. 256 jfcrubemt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen:

Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle

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Privatmannes in Brasilien hat zu einer Hortung von Banknoten in ungeheurem Umfang geführt. Der jetzt verfügte Umtausch des bisherigen brasiliani­schen Geldes durch die Banken soll nun die Bevölke­rung veranlassen, das umlaufende Geld durch Depo­nierung bei den Banken dem Staat wieder zur Verfügung zu stellen. Präsident Vargas bestimmte, daß derC r u z e i r 0" als neue Währung an die Stelle der bisherigen Währung, des Milreis, treten soll. Vorgesehen ist die Ausgabe von Stücken zu 1, 2, 5, 10, 20 und 25 Centavos Metallgeld und von Papiergeld im Werte von 10, 20» Ä), 100, 200, 500 und 1000 Cruzeiros.

Negierungskrisis im Irak.

I ft a n b u l, 6. Okt. (Europapreß.) Die unter dem Vorsitz von Nuri Said vor kurzem gebildete Re­gierung des Irak ist wieder zurückgetreten. Die Ursache des Rücktritts soll in wirtschaftlichen Schwie­rigkeiten liegen. Die Demission wurde durch den Austtitt von drei Ministern herbeigeführt, die sich gegen Nuri Said wandten. Der Regent Abdul Jllah betraute Nuri Said mit der Neubildung des Kabi­netts. Er forderte, daß di» .neue Regierung aus Personen bestehen müsse, die blind ergeben mit der britischen Regierung zusammenzuarbeiten gewillt sind. Der Innenminister Saloh Jabr hat sich nach einer heftigen Aussprache mit Nuri Said sofort nach dem Libanon begeben, um einer Verhaftung zu entgehen. Drei andere Minister folgten ihm kurz darauf. Sie beschuldigen Nuri Said, daß er das Land in einen Abgrund führe, indem y sein Schick­sal mit dem der Engländer verkette. Gegen den Erhalt von einigen Panzerwagen und hundert Last­kraftwagen habe Nuri Said zugestimmt, die ira­kische Armee unter dem Oberbefehl der 10. britischen Armee als einen Teil der britischen Streitkräfte einzusetzen. »

Rom, 6. Okt. (DNB.) Wie der italienische Rund­funk meldet, hat in der Nacht zum Dienstag das unter dem Kommando von Fregattenkapitän Enzo G r 0 f f i stehende italienische llnterfeebeootBar- bar i g 0" auf der Höhe von Freetown (Westafrika) dutch vier Torpedos ein amerikanisches Schlachtschiff vom TypM i s s i s s i p p i" versenkt. Das Schlacht­schiff ist 32 OOÖ Tonnen groß. Es wurde 1917 vom Stapel gelassen. Seine Bewaffnung bestand aus zwölf 35,6-cm- und zwölf 12,7-om-Geschützen, acht 12,7-em-, vier 5,7-cw- und zwölf 4-<m-Flugzeug- abwehrkanonen. Es hatte drei Flugzeuge an Bord; seine Pesatzung bettug 1565 Mann, hatte neue Maschinen, sowie zur Abwehr von Torpedoangrif­fen Torpedowulste erhalten. In Rom nimmt man. an, daß es sich bei dem versenkten Schlachtschiff um dieIdah 0" handelt, da die beiden anderen Ein­heiten derMississippi"-Klasse bereits von den Ja-

Schwere Fmanzkrise in Brasilien.

Port de France, 7. Okt. (Europapreß.) Erne Finanzkrise, wie sie Brasilien noch nicht gesehen hat, enthüllt sich in den vom brasilianischen Ministerrat gefaßten Beschlüssen, die den Versuch darstellen, den vollkommen ins Wanken geratenen Geldmarkt wie­der unter staatliche Kontrolle zu bekommen. Eine ungeheure Ausweitung des Banknoten­umlaufs feit länger als einem Jahr zeigte durchaus inflationistischen Charakter. Die letzten Schätzungen sprechen von 10 Milliarden Milreis, was mehr als das Doppelte des Banknotenumlaufs um die Mitte des Jahres 1941 bedeuten würde. In den letzten drei Monaten soll sich die stürmische Aufwärtsbewegung noch fortgesetzt haben. Das ein­gefleischte Mißtrauen des kleinen Geschäfts- und

Oie tapfere Heimat.

. Alles, was Churchill und Roosevelt bisher ihrem Genossen in Moskau zusichern konnten, war, daß die zweite Front mit der Verstärkung des Luft­krieges gegen die deutsche Zivilbevölkerung an sich bereits bestehe. Stalin hat zu erkennen gegeben, daß er diese Luftangriffe auf deutsches Gebiet als Nebenaktion zu der zu errichtenden zweiten Front billige, daß sie aber keinen entscheidenden Einfluß > auf die Hauptoperationen im Osten hätten. Auch in einem Teil der alliierten Presse hat man ange­sichts der recht bedeutenden und kostspieligen Ver­luste, die hierbei die britische und amerikanische Luft­waffe hinnehmen müßten, darauf hingewiesen, daß damit der Krieg nicht gewonnen werden könne. Chur­chill und Roosevelt aber haben sich nun einmal sweil sie andere Möglichkeiten nicht zur Hand haben) in den Gedanken verbissen, mit diesem Terrorkrieg gegen die deutsche'Zivilbevölkerung eine Zermür­bung des deutschen Volkes erreichen zu können. Erft, jüngft hat der Führer in Berlin erklärt:Ich muß in diesem Moment aber auch der Front noch etwas anderes versichern, nämlich wie grenzenlos tapfer diese deutsche Heimat ihrerseits den Krieg dort, wo er sie selbst mit der schlimmsten Härte trifft, hinnimmt und erduldet." Diese Erklärung stützte sich auf die hundertfältigen Beweise dafür, mit welch innerer fester Haltung und unbeucrftimem Siegeswillen die bettoffene Bevölkerung sich mit diesem Terrorkrieg Churchills abfindet. Gewiß, die Bevölkerung trägt schwer, wenn ihr das Heim zerstört, wenn Familienangehörige getötet oder ver­wundet werden. Aber sie denkt dabei auch an die viel schwereren Opfer, die der deutsche Soldat drau­ßen an der Ostftont bringt. Das eine steht jedenfalls fest, daß die Spekulatton Churchills auf eine Zer­mürbung der deutschen Heimat durch seinen Luft­krieg nicht aufgehen wird. Hunderte von Beispielen liegen heute schon fest, wie die Bevölkerung sich nicht einschüchtern läßt, sondern wie der Soldat an der Front ohne Achtung der Gefahren sich an der Bekämpfung der Bombenschäden noch während der Angriffsaktionen unerschrocken beteiligt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Männer oder Frauen oder gar Kinder sich der Notwendigkeit der Schadenbekämp­fung gegenübersehen. In zahlreichen Fällen war es dem tapferen Zusammenstehen der Hilfskräfte aus der Bevölkerung möglich, die Schäden auf das engste zu begrenzen. Das 'wird auch in Zukunft so sein. Auch für die Heimat gilt das Wort Rommels:Die Kämpfe sind härter geworden, w ir aber a ü ch."

MSP

ir Speise.

Gietzener Anzeiger

SBg General-Anzeiger für Oberhessen

Zeit demjenigen Duff Coopers zu gleichen. Auch wurde wegen des Verlustes von Malaya aus dem Amt des Kolonialministers und aus der Regierung

entlassen, doch schien er nicht in gleicher Weife wie Eooper als Mitschuldiger am Verlust Singapurs zu gelten. Walter Edward Guipnes entstammt einer erfolgreichen Familie irischer Bierbrauer, die es im vorigen Jahrhundert zu Reichtum, Macht und Ein­fluß brachte und innerhalb von 50 Jahren drei Pierages erlangte. Sein Vater war der erste Earl of Jweagh, sein Onkel Lord Ardilaun, und er selbst wurde 1932 zum Baron Moyne ernannt.

Sein Leben war dasjenige eines wohlhabenden begabten, wenn auch nicht genialen Engländers. Mit 20 Jahren zog er in den Burenkrieg. Drei Jahre später festigte er feine noch nicht durch Tra­dition gesicherte Stellung im Hochadel durch Ein­heirat in eine der ältesten schottischen Familien. 1907 erschien er im Unterhaus. Im Weltkrieg war er vier Jahre lang an der Front, danach zehn Jahre hin­durch in.der Regierung, meist im Landwirtschafts- minifterium. Seine fruchtbarste Tätigkeit entwickelte er allerdings erst nach seiner Uebersiedlung ins Ober« haus. Zehn Jahre hindurch leitete er zahllose Re­gierungsgeschäfte, die so verschieden sind wie die Finanzen der Kolonie Kenya, die Filmgesetzgebung nnb die Gründung einer Prooinzuniversität in Eng­land. Einen Namen machte er sich kurz vor dem Kriege durch seinen aufschlußreichen Bericht über die Mißstände in der Verwaltung vdn Westindien. Lhurchill machte ihn zuletzt daraufhin gu seinem Kvlonialminister, doch hat Moyne an dem Schicksal Malayas nichts mehr geändert. Seine Aufgaben In Kairo sind noch nicht ganz klar. Vielleicht wird tr versuchen, die Lehren aus den in West- und Ost­indien feftgestellten Mängeln zu ziehen. Jedenfalls verdient dieser Versuch, auf dem Umweg über Afrika an die Verantwortung zu gelangen, beachtet zu mnfcen. _ .

Noch bemerkenswerter ist allerdings das Wieder- huftauchen Lord Swintons auf der politischen Ahne. Seine Ernennung zum S t a a t s m i ni­ste r i n W e st a f r i k a , die im Juli dieses Jahres bekannt wurde, bedeutet zwar auch eine Rückkehr ht die Politik auf dem Umweg über Aftika, unter­scheidet sich aber doch insofern von dem Schicksal Maynes, als Swinton schon vor dem Kriege aus der Regierung ausgeschieden war. Philipp Cunlrffe- Htfter hat eine glänzende politische Karriere Hw ter kch. Erst am Ende des vorigen Weltkrieges über« nahm er nach dreijährigem Frontdienst ein poli- Üsches Amt, doch schon mit 38 Jahren wurde er 1922 als Handelsminister Mitglied des Kobmettes, dcs Handelsministerium hat Cunliffe-Llster mit fttzen Unterbrechungen bis 1931 geleitet und aus tiefem Posten seinen Namen so bekannt gemacht, taft viele ihn nur so und nicht, als Discount Swin- bn kennen. Diesen Titel erhielt er 1935 als An« irlennung seiner vierjährigen Tätigkeit als Kolonial- iitinifter. v , ,,

Umstritten und angefeindet wurde Swinton erst, tl; er nach seiner Uebersiedlung ins Oberhaus das Luttfahrtminifterium Übernahm. Noch heute gehen Kie Meinungen darüber, ob er als treibende oder jmmenbe Kraft bei der Luftaufrustung gewirkt hb auseinander. Sein Rücktritt im ^ahre 1938 »urbe damals als Folge von Meinungsverfchieden- kiten mit Chamberlain bctra^^tet, und Swintons hunbe haben seither behauptet, er habe seine For- K-rungen nach stärkerer Aufrüstung nicht durch- fen können und sei deshalb ausgeschieden. .

2er Rücktritt Swintons bedeutete damals ledoch fne große Ueberraschung, weil niemand glaubte, h'5 dieser erfolgreiche und auch nach Meinung seiner Länger überdurchschnittlich begabte Politiker sich Ptigültig aus dem politischen Leben zuruckziehen

peinem in den Gewässern der Philippinen schwer be­schädigt wurden.

Fregattenkapitän G r 0 f f i gehört zu den erfolg­reichsten italienischen U-Bootkommandanten. Bereits am 20. 5 1942 versenkte er bei der Insel Fernando de Noronha ein amerikanisches Schlachtschiff vom TypMaryland". Grossi wurde 1908 in Brasilien als Sohn italienischer Eltern geboren. 1927 trat er in die italienische Marine-Akademie ein und wurde 1928 Offizier« Als U-Bootkommandänt erhielt er die Silberne Tapferkeitsmedaille für fein tapferes Verhalten bei dem Angriff eines feindlichen Bom­benflugzeuges auf fein Unterseeboot. Grossi bediente selbst das Maschinengewehr, mit dem das feindliche Flugzeug abgewehrt werden konnte. Nach der Ver­senkung des Schlachtschiffes vom TypMaryland" wurde er auch mit dem Eisernen Kreuz ausge­zeichnet.