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Dienstag, 6. Oktober 19H2

(92. Jahrgang Nr. 255

Eichener Anzeiger

Ltnser Glaube an Deutschland wird den Krieg gewinnen

Die Rede Reichsmarschall Görings am Erntedanktag

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Das Auslandsecho der Göring-Rede

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den Hilfeleistungen der Alliierten in keiner Hinsicht zufrieden ist und er die schweren Rückschläge der Sowjets an der Don-Wolga-Kcrukasus-Front in er­ster Linie auf das Versagen der ÄllAerten zurück- Mhrt.

der freie Bauer, es für seine besondere Ehre a« halten, daß er, wenn das Vaterland ruft und die

deutsche Scholle mit dem Blut verteidigt werden muß, den Pflug weglegt und das Schwert ergreift und an die Front geht. (Starker Beifall.)

Und so steht auch heute das deutsche männliche Landvolk, der deutsche Bauer, in seiner überwälti­genden Mehrheit mit dem Schwerte in der Faust an der Front und verteidigt sein Vaterland, und die Arbeit zu Hause hat er der Frau übertragen. (Bravorufe und stürmische Beifallskundgebungen.) Wie sich heute unsere deutsche Landfrau .gbarbeiten -und abrasem yWh, das kagy jebgj xyxa

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In Schweden.

Stockholm, 5. Okt. (Europapreß.) Die Sport­palastrede des Reichsmarschalls wird von der schwe­dischen Presse als Sensation des Tages groß heraus­gestellt. In Kommentaren unterstreichen die Blätter Görings Feststellung, daß Deutschlands Ver­sorgung sich dank der fortschreitenden Organi­sierung des Ostens in aufsteigender Linie bewegt. Die ZeitungDags Posten" schreibt, Deutschland habe in den Steppen des Ostens auch den Faktor Zeit erobert, und Göring habe dies in der ihm eigenen klaren, leichtoerständlichen und volkstüm­lichen Form dem deutschen Volke mitgeteilt. Deutsch­land habe die Dersorgungsschlacht im Osten gewonnen, während im Westen die gesammelten Kräfte der Achsenmächte bereit stün­den, um eine Invasion abzuwehren.

In Spanien.

Madrid, 5. Okt. (Europapreß.) In der spa­nischen Oeffentlichkeit beachtet man vor allem die erneute Feststellung Görings, daß der britische Ver­such der Aushungerung des deutschen Volkes miß­lungen ist. Daraus ergebe sich für die Alliierten eine Situation, die vollständig im Gegensatz zu den Hoffnungen steht, die man sich auf der Feindseite der Achse gemacht hatte. Statt daß Deutschland aus Hunger einen inneren Zusammenbruch erlebt und sich gleichzeitig als Folge der Lriegsausweitungs>

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pläne der Alliierten an zahllosen Fronten in immer wieder notwendig werdenden Angriffen verblutet, wird die britische Insel heute selbst in steigendem Maße von der deutschen Gegenblockade bedroht. Besonderen Eindruck machten in militärischen Krei­sen auch die Ausführungen Görings über die Auf­gaben des deutschen Generalstabes und die Planung der Operationen, die einzig und allein von Adolf Hitler ausgehen, der im Gegensatz zu den bei den Alliierten üblichen parlamentarischen Methoden die gesamte Verantwortung für die politische und mili­tärische Führung trägt.

In Portugal.

Lissabon, 5. Okt. (Europapreß.) Eine Sensa­tion bedeutete für Portugal die von Reichsmarschall Göring bekanntgegebene Verbesserung der deutschen Ernährung durch die wirtschaftliche Erschließung der eroberten sowjetischen Gebiete. Jedermann fühlt hier, daß damit den Engländern und Nordameri­kanern auch die letzte Waffe entwunden ist. Man widmete den Feststellungen des Reichsmarschalls um so größere Aufmerksamkeit, als die feindliche Agita­tion in Portugal die Blockade stets als das Mittel bezeichnet hat, das die Achsenmächte schließlich in die Knie zwingen würde. Unter diesem Gesichts­punkt vor allem wird daher die Rede des Reichs­marschalls von allen Lissaboner Zeitungen heraus- gestellt.

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Erp amerikanischer Zeitungskorrespondent hatte Stalin in bezug auf die zweite Front ome Reihe von Fragen vorgeleA, die Stalin schriftlich beantwortete Auf die Frage, welche Bedeutung die Möglichkeit der Schaffung einer zweiten Front für die Sowjetunion habe, erwiderte Stalin:sie steht auf einem besonders wichtigen Platz und ist von allergrößter Bedeutung". Kitzlicher war die zweite Frage:Wie weit war die Hilfe der Verbündeten für die Sowjetunion effektiv?" Ant­wort:3m Vergleich mit der Hilfe der Verteidi­gung, die die Sowjetunion dadurch gezeigt »hat, daß sie die Hauptkräfte des Feindes vorn Kampf mit den Verbündeten fortgezggen hat, war die Hilfe der Verbündeten zur Verbesserung der Lage der Roten Armee wenig effektiv. Es ist notwen­dig, daß die Alliierten ihre Verpflichtungen völlig und zur rechten Zeit erfülle n." Die dritte Frage lautete:Welche Fähigkeit der russischen Kräfte ist im Vergleich mit den Möglichkeiten des Gegners vorhanden^" Hierauf erwiderte Stalin: ,Zch glaube, daß unsere Fähigkeit nicht tiefer steht als diejenige der Kräfte, die der Gegner zum Einsatz bringt." Weniger ausweichend hat er sich zu diesem letzten Punkt Willkie gegenüber bei dessen Besuch in Mos­kau geäußert. Willkie erklärte in Tschungking, daß Stalin sich ihm gegenüber sehr offen ausgelassen habe Er habe erklärt, daß die Deutschen, indem sie in Südrußland bis zur Wolga vorgedrungen seien,der Sowjetunion einen furchtbaren Schlag zugefügt hätten". Heber die Hilfeleistung her Alliierten hat er sich auch Willkie gegenüber unwillig ausgelassen. Er sagte,wenn der Wille vorhanden wäre, dann könnten auch Hindernisse weggeräumt werden, die unter normalen Umstän­den als unüberwindbar angesehen werden". So geht aus den Erklärungen Stalins hervor, daß er mit

Jahr nach der unbeheuerlichen Auswinterung, wie wir sie vorher nie erlebt hatten, vorübergehend die Gefahr auf, daß mir den Anschluß an die neue Ernte nicht finden würden, wenn die Erträanisse aus dem abgelaufenen Erntejahr wieder so schlecht ausfallen würden, wie die der beiden vorangegange­nen Jahre. Damals wurde mir zum erstenmal der Antrag unterbreitet, die Rationssätze für das deutsche Volk zu senken. Ich habe mich lange gewehrt, bevor ich diesen schwersten Entschluß dem Führer vorgetragen habe.

Sie dürfen überzeugt sein, daß alle Auswege überlegt und durchdacht wurden. So standen wir vor der ernsten Frage: sollen wir trotz der durch die Unbilden des Winters verschärften Ernährungslage die Rationen bestehen lassen in der stillen Hoffnung, es könnte ja doch alles gut werden, oder sollten wir der harten Pflicht genügen, durch eine maßvolle Senkung der Lebensmittelsätze unter allen Umstän­den die Ernährung sicherzustellen?

Für eine verantwortungsbewußte Führerschaft konnte es ja nun keinen anderen Entschluß als den letzteren geben. Ich war mir klar, daß diese Ent­scheidung für das deutsche Volk außerordentlich ein­schneidend war und Schwierigkeiten mit sich bringen mußte. Brot ist nun einmal das entscheidende Nah­rungsmittel. Nun wollte es das Unglück noch, daß wir auch trotz einer an sich günstigen Ernte in der Kartoffelversorgung heftige Rückschläge hatten. Die Kartoffel kam schlecht herein. Sie war naß, sie faulte leicht. Wieder kam ein dritter Winter, noch strenger als die vorhergegangenen. Alle Erfahrun­gen des Landwirts wurden über den Haufen ge­worfen: selbst in die tiefsten Mieten drang der Frost ein und zerstörte die dort gelagerten Kartoffeln.

Hinzu kam die außerordentliche Beanspruchung

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rungslage durch die Tapferkeit unserer herr­lichen Truppen und das Feldherrngenie unseres Führers (brausender Beifall) nun eine gewal­tige Besserung, denn die deutsche Wehrmacht eroberte neue, und zwar die fruchtbarsten Ge­biete, die wir überhaupt in Europa kennen.

(Starker Beifall.)

Sie hatte vorher schon andere zum Teil auch sehr fruchtbare Länder erobert Wir haben oft ge­staunt, wie gerade in einem der fruchtbarsten Län­der, nämlich in Frankreich, eine geradezu liederliche Landwirtschaft betrieben wurde. Warum? Weil es sich immer auf seine Einfuhren aus den Kolonien verlaßen hatte. Weder für die Truppe, noch für die deutsche Heimat war hier viel herauszuziehen. Erst deutsche Organisation und deutsche Arbeit haben auch in diesem Lande Erträgnisse gebracht, wie sie unter dem eigenen Regime niemals hervorge­bracht worden sind. (Beifall.)

Ich habe mir nun die Lage in den besetzten Ge­bieten ganz besonders scharf angesehen. Ich habe gesehen, wie die Leute in Holland, in Belgien, in Frankreich, in Norwegen und Polen und überall, wo wir sonst saßen, lebten. Dabei habe ich er­kannt, daß zwar öffentlich in der Propaganda hier sehr häufig von der schwierigen Ernährungslage gesprochen wurde, aber tatsächlich war es bei weitem nicht so. Zwar sind dort auch überall Marken eingeführt auch in Frankreich. Aber das, was fic sich für die Karten holten, war nur zusätzlich; normalerweise lebten sie von Schiebungen.

Aus dieser Erkenntnis entstand bei mir ein fel­senfester Entschluß, ein Grundsatz, an dem unver­rückbar festgehalten wird: zuerst und vor allem in der Stillung des Hungers und in der Ernährung kommt das deutsche Volk (brau­sender Beifall). Ich bin sehr dafür, daß in den von uns in Obhut genommenen und eroberten Ge­bieten die Bevölkerung nicht Hunger leidet. Wenn aber durch Maßnahmen des Gegners Schwierig­keiten in der Ernährung auftreten, dann sollen es alle wissen:

Wenn gehungert wird, in Deutschland auf keinen Fall. (Erneuter stürmischer Beifall.) Bon jetzt ab steht unerschütterlich fest, und daran wird festgehalten werden, daß der deutsche Arbeiter und der, der in Deutschland arbeitet, ernährungsmäßig am besten versorgt wird.

Aber entscheidend für den Aufbau der Ernährung bleibt immer der Einsatz des eigenen Vol­kes, derEinsatz inder Heimat. Denn trotz aller eroberten Gebiete bleibt die Fläche der eigenen Heimat, die Ernte der eigenen Heimat das Ent­scheidende auch für die Versorgung der Heimat. (Er­neute Beifallskundgebungen.)

Wir sind heute in der glücklichen Lage, daß die gesamte deutsche Wehrmacht, gleichgültig an welchen Fronten sie steht, aus den erober­ten Gebieten allein verpflegt w i rd (Beifall), so daß die heimattiche Ernte in vollem Umfange dem eigenen Volk zugeführt werden kann und ihr noch Zuschüsse aus den eroberten Gebieten in steigendem Maße zufließen, und trotzdem kommt der eigenen Arbeit an der eigenen Scholle wie ich schon sagte die größte Bedeutung zu. Und wenn ich hier dem Landvolk, dem deutschen Bauern und der Bauersfrau danke, so möchte ich eigentlich den besonderen Dank der Bauersfrau aus­sprechen. (Stürmische Zustimmungskundgebungen.) Denn schon zu allen Zeiten hat der deutsche Bauer,

England vor einem ungemütlichen Winter.

Keine zweite Front vor Lösung der Tonnagefrage.

Lissabon, 6. Okt. (Europapreß.) Die Derno- kratten können keine zweite Front in Europa er­richten, bevor sie genügend Schiffe für den Transport und eine genügend große Luftwaffe besitzen, erklärte der britische Gesandte Butler in Boston (Massachusetts) auf einer Konferenz der Sachverständigen für die Lebensmittelverteilung. Jeder vorherige diesbezügliche Versuch würdedie Gefahren katastrophaler Resultate" einschließen. Der Gesandte gab dann eine Schilderung der Här­ten, die das britische Volk infolge feiner Kriegsan­strengungen zu tragen habe, um seinen amerikani­schen Hörern zu veranschaulichen, daß das englische Volk in weit größerem Ausmaße an der Front stehe als die Nordamerikaner. Butler erklärte:3n diesem Winter wird die gesamte Bevölkerung Eng­lands weniger Lebensrnittel haben, weni­ger Kleidung und weniger Brennma­terial als es für gesunde Lebensverhältnisse er­forderlich ist. Praktisch steht ihr auch kein Ben­zin zur Verfügung. Es wird ein schwerer und un­gemütlicher Winter werden." Trotz dieser Schwie­rigkeiten würden sich die Engländer aber, so meinte der britische Gesandte, nicht entmutigen lassen.

Stalin fordert Erfüllung der alliierten Versprechungen

Von unserer Berliner Schriftleitung.

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Monatlich.... .RM.1.80 Zustellgebühr,.. -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

fall).

Die vergangenen drei Erntejahre waren, beson­ders was die beiden ersten Kriegsjahre anbelangt, keineswegs glücklich. Ganz überraschenderweise brachen drei unendlich starke und strenge Wmter herein und vernichteten vieles, was an Arbeit vor­her in die Erde gesenkt worden war. Und trotzdem konnte die Ernährung des Volkes vollauf gesichert werten. Als ich bei der Ernennung zum Beauftrag­ten für den Vierjahresplan damals in diesem sel­ben Saal zum deutschen Volke sprach, habe ich .wie sich noch mancher Volksgenosse erinnern wird gerade auf den Begriff und das Wortfeind­liche Blockade" besonders starken Nachdruck ge­legt: überhaupt habe ich damals den ganzen Vier- iahresplan eigentlich nur unter diesem einen Ge­sichtspunkt gesehen und ihn auch so durchgefuhrt. Zu furchtbar'waren für mich noch die Erinnerungen an die feindliche ^Blockade des letzten Weltkrieges, die Nachwirkungen dieser Blockade erleben wrr heute noch. Wenn ich jeden Tag die traurrge Pflicht erfülle, die. Todesanzeigen in den Zeitungen durch­zusehen, dann lese ich so oft das schmerzliche und grauenhafte Wortunser einziges Kmd . Und warumunser einziges Kind"?

Weil damals ein unerbittlicher Feind nicht nur den Krieg gegen die Wehrmacht führte, son­dern gegen das ganze deutsche Volk und kraft seiner Kriegsmittel damals über dieses Volk die Hungerblockade verhängen konnte. Und das nicht nur während des Krieges, son­dern jahrelangnochnachdemkri ege.

fco hat der Feind das deutsche Volk unerbittlich ausaevreßt ausgemergelt und dem Hunger enr- asge^ngettie'ben, daß für die edelste Ernte tue ww kennen, die Zukunstsernte eines Volkes, die Kinder, kein Raum war.

Und dieses Schreckgespenst hat mir immer nor Lugen gestanden. Und aus diesem ®runt>e haben wir damals eine Vorrat-Wirtschaft den, nicht nur auf allen notwendigen Roh toftge- iieten, sondern auch besonders reichlich dem Miete der Ernährung. Die e Errate gestatteten «un bei den schwachen Ernten der ersten beiden kriegsjahre, das deutsche Volk schlecht und recht z ernähren. Die Ernährung aber nahm dann an

Schwierigkeiten zu. Es galt ja nicht nur das^deul ch- 1 Kalk in der Heimat zu ernähren, es galt auch un

stre Wehrmacht zu «»sorgen und zwar Io daß [ fe kämpfen konnte und daß sie bei Kraft bl>ev, d h also daß eine zusätzliche Ernährung bereftge

i feilt »erben mußte. Aber auch unendlich mtfe st-mde Menschen strömten nun in du» putsche San

' hinein, fremde Arbeiter zu Hunderttausendem dann zi Millionen. Als die gewaltige ungeheuerktk Ru- fung bcnann als überall die qammer dröhnten ind das gon"e deutsche Volk, Mann w.e Frau an die ArbeU aing da war es notwendig, auch hie Mehr unt>' meh? an Srnährunqsgütern -Ezugebem 2a schmolzen die Vorräte zu ammen und würben ieiner unb Ueiner. 6o tauchte in dem vergangenen

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer biß SV.Ubr desVormiltagS

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für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Brette:

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des Transportnetzes: einmal durch die Schäden des schlimmsten Winters, den wir je durchlebt haben, dann durch die Notwendigkeit, zunächst einmal unter allen Umständen auf dem Transportwege die Fron­ten im Osten zu versorgen. So konnten die Kar­toffeln ^nicht in genügender Menge in die Städte hin­eingebracht werden, und so kam auf einem Gebiet, auf dem ich niemals Schwierigkeiten erwartete, ebenfalls eine sehr starke Hemmung.

Wir können heute um so beruhigter davon spre­chen, weil das alles nun längst überwunden ist und nicht mehr auftreten kann. Warum? werde ich gleich ausführen.

So wurden also die Rationen gekürzt. Dabei war ich felsenfest entschlossen, in dem gleichen Augenblick, da die Gesamtlage und der Gesamtüberblick es ge­statten würden, die Rationen wieder zu erhöhen. Voraussetzung hierfür war eine weitere Anspannung aller Kräfte, zu der ich das Landvolk aufrief, und die Gesundung unseres Transportwesens. Und ich kann sagen, daß gerade diese letzte Aufgabe dank der Energie der neuen und jungen Menschen, die in das verantwortliche Ministerium hineinströmten, besonders gut gelöst worden ift.

So wurde nach jeder Richtung hin überlegt, was zu tun war. Mit der Blockade hatte die vorübergegan­gene Ernährungsfchwierigkeit nichts zu tun. Denn heute ist die Blockade und die Aushunge­rung, wie sie sich der Gegner einst dachte, nicht mehr möglich. Wenn schon blockiert wird, und wenn wir uns fragen, wer blockiert wird, dann bestimmt nicht wir, sondern der Engländer! (Stürmischer, langanhaltender Beifall.)

Heben der vorausschauenden Organisation und der Arbeit des Landvolkes erfuhr die Lrnäh-

General-Anzeiger für Oberheff en ^^ich»!ft5chvlstraß« 7-4

Berlin, 5. Oktober. (DNB.) Die Rede des Reichsmarschalls ©Öring zum Erntedankfest hat folgenden Wortlaut:

JReine deutschen Volksgenossen u. Volksgenossinnen!

Deutsches Landvolk!

Im Beginn des vierten Kriegsjahres begehen mir heute das deutsche Erntedankfest. Wir können heute die Feste der Nation nicht in dem Ausmaß lind in der Art feiern, wie wir es sonst gewohnt waren. Nicht wie sonst kann das deutsche Landvolk in breiten Massen durch seine Abordnungen vor lern Führer erscheinen, um ihm Erntekranz und Früchte der neuen Ernte darzubringen. Denn wir stehen im Kriege, im schwerste» Kriege des deut­schen Volkes. Und in diesem Kriege gibt es nur eines: Arbeit, Arbeit und wiederum Arbeit! Kämpfen und arbeiten bis zu m Endsieg! (Starker Beifall.)

Wir können daher den diesjährigen Erntedanktag beute nur dadurch begehen, daß wir vor dem deut­schen Volk offen barlegen, was fein Landvolk auch in diesem Jahre in harter Arbeit geschaffen hat lind wie die Ernährungslage des deutschen Volkes im kommenden Jahr fein wirt. Bevor ich hier­über nähere Ausführungen mache, ift es mir ein inneres Bedürfnis, in diesem Augenblick dem All­mächtigen dort oben zu danken, daß er uns in diesem Jahre über alles Erwarten f o gesegnet hat, gesegnet in einer Ernte auf dem Schlachtfeld, icfegnet in einer Ernte auf den Feldern und ge­segnet in einer Ernte in unseren Kindern.

Und nun gilt im Namen des Führers mein erster Dank all den Volksgenossen, die in harter lind unermüdlicher Arbeit und allen Witterungs- unbHben zum Trotz dazu beigetragen haben, eine Ernte in die Scheuem zu bringen, die jedenfalls weit, weit besser ist, als wir es damals, als uns zum dritten Male ein eisiger Winter über­fiel, hoffen konnten. Diesen Dank und diese Aner­kennung für das deutsche Landvolk hat der Führer dadurch zum Ausdruck gebracht, daß heute die Besten unter Ihnen mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht worden find und daß für das gesamte Land­volk soeben zwei seiner hervorragendsten Vertreter das Ritterkreuz zum Kriegsverdienst- kreuz als höchste Auszeichnung empfangen haben. (Langanhaltender Beifall.)

Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenos- sinnen? Ich möchte nun als erstes meine Aufgabe darin sehen, Ihnen eine ganz klare Darstellung der Verhältnisse und der Lage auf dem Emährungs- gebiet zu geben. Wie die gesamte Führerschaft un­serer Natton habe ich stets meinen Stolz darein gesetzt, dem deutschen Volk immer in klarer Offen­heit die volle Wahrheit zu sagen, damit das deut­sche Volk immer weih, woran es ist. (Tosender Bei-

Llnüberwindlich.

Don unserer Berliner Schriftleitung.

Wie einst in den hohen Zeiten des Mittelalters, als deutsche Ritter und Bauern den Osten mit dem Schwert unterwarfen und gleichzeitig den Pflug über die Gefilde gehen ließen, so sind Schwert und Pflug wieder Wahrzeichen deutscher Kraft gewor- -ben. Es gibt wohl nichts Bezeichnenderes für dis deutsche Art, das Leben als Kampf und Ernte auf­zufassen, als die Tatsache, daß es deutscher Organi- sationskunst gelang, den Feind vernichtend zu schla­gen und unmittelbar hinter der Kampffront die Fel­der zu bestellen und abzuernten. Schon innerhalb dieses Jahres spenden die fruchtbaren Gebiete der Ukraine ihren Segen, und nach drei beispiellos har- te>n Wintern, die nur durch die äußerste Anspan­nung aller Kräfte und durch eine Rationierung, die jedem das Seine zwar spärlich, aber doch zureichend zumaß, überwunden werten konnten, können wir wieder freier atmen und auf Besserung auch der Lebenshaltung der deutschen Nation hoffen.

Die offenen Worte des Führers über die mili­tärisch-politische Lage sind durch die des Reichs­marschalls Göring glückhaft ergänzt worden, der die Frucht der deutschen Einigkeit und des Sieges­willens jetzt den Deutschen aufzeigte. Die begin­nende Verbesserung der Lebenshaltung, die so schroff absticht gegen die Verschlechterung der englischen und der katastrophalen der Bolschewisten, ist mit den deutschen Waffentaten die Vorbedingung und das