Metern. Die Bevölkerung wird davor gewarnt, nie«
- Ballon weder ganz heruntergeholt noch berührt t, werden. Jede Annäherung an den Ballon ist vis
zum Eintreffen der Polizei zu verhindern.
Lieder- und An'enabend
Gabriele possinke und Hans Lott.
b. Fortsetzung.
Pariser r Trup. gab der Zreude", lieben ing. In :en über |. Dabei n einge« nie" zu«
Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
dergegangene Ballone wegen der damit verbundenen Verbrennungsgefahr zu berühren. Wer einen derartigen Ballon sichtet oder findet, ist verpflichtet, ofort die nächste Polizeidienststelle zu benachrichti-
Ganz plötzlich weht ein starker Wind über die Stadt, der einen Geruch von Erde und Veilchen mit sich trägt. Zwischen Wolkenfetzen kommt hie und da ein Stück Himmelblau durch und spiegelt sich in den Wasserlachen auf dem Asphalt, lieber Nacht haben die Stachelbeersträucher in den Vorgärten winzige kleine Fächerchen entfaltet, die Kastanienknospen glänzen rotbraun und klebrig, wie mit gebranntem Zucker übergossen. Irgendwo flötet in der langen hellen Dämmerung eine Amsel süß und eindringlich. Jeder, der durch die Straßen geht, hebt den
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sind, sind sie damit an einen Baum, Zaun, Fahr« zeug oder dergleichen anzubinden. Hierbei darf der
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Zur Frage des Nachwuchses der Beamtenschaft betonte der Redner, daß der Staat Männer brauche, die erfüllt seien von hohem Idealismus und von der Bereitschaft, im nationalsozialistischen Sinne ihre Aufgaben für den Staat und damit für die Volks« gemeinschaft zu erfüllen, um so gute Diener des ganzen Volkes zu fein. Für tüchtige junge Menschen bestünden in der Beamtenlaufbahn gute Berufsaus« sichten. Auf Qualität der Leistung sei jedoch zu sehen; für die Beamtenlaufbahn seien die besten Kräfte unserer Jugend gerade gut genug, denn die Männer der Verwaltung gestalteten einst das deutsche Schicksal mit. Als Beispiel für die große Aufgabe des Beamtentums wies der Redner auf den Einsatz der deutschen Beamten im deutschen Osten und auf die bisherigen Leistungen im Kriege hin, auf die das Berufsbeamtentum mit Stotz blicken könne.
Im weiteren Verlaufe feiner Ansprache machte der Redner deutlich, daß wir als Volk und als Einzelpersonen in einem Kampf um Sein oder Nichtsein stehen. Das Schicksal, das der Bolschewismus unserem Land und Volk zugedacht habe, sei nur durch das blitzschnelle Handeln des Führers von uns abgewendet worden. Um die bolschewistische Gefahr für alle Zeiten vollkommen zu bannen, werde jetzt der große Kampf im Osten ausgetragen, und in die« seem Ringen gebe es für uns alle immer nur eine Befehlsstelle: Adolf Hitler. Der Redner wies dann auf den heldenhaften und siegreichen Kampf unserer ruhmreichen Wehrmacht an allen Fronten und be« sonders jetzt erneut im Osten hin, erinnerte an die geniale Führung des Feldherrn Adolf Hitler und leitete daraus die Verpflichtung für alle Volksgenossen ab, weiterhin wie bisher in unerschütterlichem Glauben und Vertrauen hinter dem Führer zu ste« hen und alles zu tun für den deutschen Sieg. Die Beamtenschaft im Gau Hessen-Nassau sei in dieser Pflichterfüllung bisher vorbildlich gewesen, sie werde , in dieser mustergültigen Haltung auch fernerhin alles tun für den vollen Sieg unserer Waffen und für eine schöne und große Zukunft für Volk und Vaterland.
Nach dem lebhaften Beifall sprach Kreisamts« Ieiter Ulri ch den Dank der Versammlung aus und gelobte als Sprecher der Beamten des Kreises Wet- teräu weiteren vorbehaltlosen Einsatz und vollste Pflichterfüllung. Mit dem Gruß an den Führer und unsere ruhmreiche Wehrmacht fand dann die Kund« gebung ihren Abschluß.
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Holen? Natürlich können Sie sie holen. Ich bin nur leider den ganzen Tag nicht zu Haufe ... Nein, morgen auch nicht ... ich werde ein versiegeltes Päckchen davon machen, und es hier hinterlegen, dann können Sie es abholen, wann Sie wollen."
30.
Als Bareiro den Hörer auflegt, nachdem er noch ein paarmal „Hallo" gerufen hat, trotz des Schluß- cknackens, lacht er leise vor sich hin. Auf welch sonderbare Weise kommt ein Mensch plötzlich zu einer Sammlung von goldenen Halsketten? Und was fängt er damit an?
Also die schöne Frau will keine Erinnerung an ihn behalten ... schade ... aber anderseits war es ein bodenloser Leichtsinn, mit solchen Geschenken um sich zu werfen. Man kann sich solche Gesten immer noch nicht abgewöhnen, auch wenn man keine Berechtigung mehr dazu hat. Abholen? Nein, das kann er natürlich nicht! So tief kann er sich nicht erniedrigen, einer Frau gegenüber, die er gern erobert hätte! Ach ja, er seufzt auf, es ist nicht schwer, eine Frau zu erobern, wenn man Geld hat, das verdammte Geld!
Und Fernando Bareiro hat fein Geld. Wieder einmal fein Geld, noch weniger denn je. Das Schicksal ist sehr ungerecht: es gibt Leuten Geld, die gar nichts damit anzufangen wissen.
Geld Ausgeber. — das ist eine Kunst, Die nicht gelernt werden kann, die einem im Blute liegen muß! Dazu gehört Geist und Grazie und Phantasie, alle diese Eigenschaften, die ein Bareiro besitzt und nicht zur Geltung bringen kann, weil ihm die nötige Unterlage fehlt. Jede Frau kann man haben — nicht kaufen, o nein! — aber kann man eine Frau erobern, mit Leidenschaft, mit männlicher Schönheit, mit klingenden Worten, wenn man es sich überlegen muß, ob man das Geld ausgeben darf, um sich die Haare schneiden zu lassen ...? Er lacht bitter vor sich hin.
Und es ist bald wieder so weit. Vielleicht hatte man klüger getan, die Hotelrechnung nicht so pünktlich zu begleichen. Und was fängt man mit golde-
(Nachdruck verboten.) 29.
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Der Reichsbund der Deutschen Beamten Gießen, Kreis Wetterau, veranstaltete am gestrigen Sonn- tagoormittag im Theater der Universitätsstadt Gie- zen eine eindrucksvolle Kundgebung, bei der die Be- imten aus Gießen und zahlreichen Orten des Krei- es den großen Saal fast bis zum letzten Platze füllen. Kreisamtsleiter Ulrich als Leiter des Amtes ür Beamte des Kreises Wetterau begrüßte als Vertreter des Hoheitsträgers den Kreisleiter e. h. Oberbürgermeister Ritter, die Vertreter von Wehrmacht und Staat und besonders den Gauamtsleiter als Redner.
<5auamteleifer3ürgermeifter£remmer als Leiter des Amtes für Beamte, Gau Hessen-Nas'- au, gab zu Beginn seiner etwa einstündigen Rede einen Rückblick auf die Entwicklung der letzten Jahre vor dem Kriege und auf das Treiben der Kräfte, die als Urheber des Krieges in Betracht kommen. Er zeigte dabei auf, daß das internationale Judentum und die von ihm geleiteten und bestochenen Faktoren, die jüdische Weltpresse und die verbrecherischen Helfershelfer in Amerika den Krieg angezettelt haben. Das von Deutschland und seinen Verbündeten vertretene Prinzip der Ordnung widerstrebte den Engländern und den mit England und Amerika verbundenen Juden. Das von jenen Kriegshetzern ausgehende Gerede von hohen Menfchheitsidealen sei nichts anderes als eine Tarnung ihrer dunklen Absichten. Gegenüber diesen Kräften werde aber Deutschland die Neuordnung Europas erkämpfen und durchführen, die Rolle Englands in Europa sei ausgefpielt.
Der Redner behandelte sodann die großen Aufgaben, die der deutsche Beamte in Zukunft zu erfüllen habe. Er machte dabei klar, daß der Beamte nicht nur in feinem Beruf, sondern auch darüber hinaus im Dienste der Gemeinschaft durch Mitarbeit in der Partei und auf allen Gebieten des nationalen Lebens Helfer, Freund und Kamerad des deutschen Volkes fein muffe. Wer zusätzliche aktive Betätigung außerhalb feiner Dienftftunben ab lehne und außergewöhnliche Opfer für die Volksgemeinschaft versage, habe kein Recht, Ansprüche an die Volksgemeinschaft zu stellen. Es sei erfreulich, daß diese Einstellung bei den Beamten im großen und ganzen vorhanden sei. Der Typ des deutschen Beamten sei heute ein anderer als früher; alte und erstarrte Formen hätten sich gelöst, der deutsche Beamte- unserer Zeit stehe fest im Volke verwurzelt.
Helfer und Kamerad aller Volksgenossen
Eine Kundgebung der Beamten in Gießen.
Hans Lott hat überall da, wo er auftrat, Mar« fante5 und individuell Ausgeprägtes gegeben. Hier, losgelöst von der Umgebung der Bühne, lenkte sich die Aufmerksamkeit des Hörers besonders auf fein hohes gesangliches Können. Ein ganz prächtiges Material ist hier einer glücklichen Bestimmung zu- gesührt worden und hat eine Durchbildung erfahren, die zu wirklicher Beherrschung und restloser Einsatzmöglichkeit ausgereift ist. Das Forte entfaltet sich geradezu pompös mit voller Strahlkraft aus dunklem Kern heraus, leicht in der Aussprache und jederzeit willig zur Charakterisierung. Lotts Piano erklingt weich, gefühlsbetont, von schwebender Kraft; es ist aber nicht, wie man es leider oft antrifft, reines losgelöstes Falsett, sondern es trägt die Anlage zur Entwicklung in sich und kann jederzeit zum großen Ton werden. Ebenso plastisch ist die Behandlung des Textes, zumal das Parlando äußerst flüssig ist. Diese .Stimmkultur steht im Banne einer Gestaltungskraft, die jedem Werk das äußerst Mög« liche abringt; durch sie allein wird der Einsatz des Stimmlichen geleitet.
Wenn Hans Cott ßoewe vorträgt, fo läßt er ihn als dramatischer Sänger durchleben, szenisch geschaut, den Hörer bis zum Letzten bannend. Der Mittelsatz im „Nöck" hob sich kontrastreich heraus; die großen vokalischen Bindungen bezeugten als Ausdruckslinie eine nicht alltägliche Atemtechnik. In der Stelle „Du wirst mit deinem Singen" lag ge« radezu etwas Befreiendes für den Hörer. „Archibald
nen Halsketten an? Man hat schon beinahe Ueber- fluß an diesem Artikel! Es wäre komisch, wenn es nicht so verdammt ernst wäre. Versetzen? Verkaufen? Was bekommt man im besten Fall dafür?
Er schließt den Koffer aüf, der auf dem Träger steht und schiebt ein paar Wäschestücke zur Seite. Da liegt die Kette, ein schönes Stück, aber schlecht verkäuflich. Wenn es noch Perlen wären oder große Brillanten! Und da liegen noch ein paar Umschläge, aus denen er die Briefe herausgenommen hat ... zu dumm, daß er sie Irmela zurückgegeben hat! Einer so reichen Frau für eine so lächerlich geringe Summe! Er hat sich überrumpeln lassen, keinesfalls hätte er den Scheck annehmen dürfen, und noch weniger einlösen. Er hätte darauf bestehen müssen, daß er Arbeit sucht und nicht Geld, es wäre anständiger gewesen — und vorteilhafter.
Die Gelegenheit ist verpaßt, er hat die Trümpfe verspielt, alle, bis auf die Kette. Er kann den Versuch machen, sie ihr zürückzugeben, das wirkt sehr ehrenhaft, und vielleicht kommt sie auf den klugen Gedanken, sie mit einem neuen Scheck einzulösen. Und auf alle Fälle ist es ein Anlaß, sich wieder mit ihr in Verbindung zu setzen.
Die gnädige Frau ist nicht zu Hause, als er anruft, auch am nächsten Tage nicht, für ein paar Tage vergißt er es, bis der Geldmangel ihn wieder daran erinnert.
31.
Nachdem nun das Theater für diese Spielzeit seine Pforten geschlossen hat, sammelten Gabriele Possinke und Hans Lott noch einmal ihre Hörerschar um sich; als ein Nachklang für das, was die Künstler während des Theaterwinters gegeben hatten, zugleich aber auch als Möglichkeit für den Ausübenden, Gebiete zu berühren und darin Fähigkeiten zu beweisen, die durch die Enge des Spiel- planes nicht voll genützt werden konnten.
Gabriele P o s s i n k e hat ihre Kraft zwischen der Operette und der Oper teilen müssen, und von beiden her ist sie den Hörern nahegekommen durch die Frische ihrer Darstellung und die Klangschönheit ihrer stimmlichen Mittel. Sie weist darin über das lyrische Fach hinaus ins jugendlich-dramatische, das hat sie im „Herrenrecht" gezeigt. Dahin war auch die Auswahl ihrer Vortragsfolge ausgerichtet mit der Aida-Arie und den Gesängen der Elisabeth und Elsa. Ein ganz besonderer Reiz liegt in ihrer sehr leicht ansprechenden Piano-Hähe, die fop'fig weich erklingt und gerade im Ausgang der Aida-Arie sich mit feiner Linie abzeichnete, glockig schwebend, scheinbar unbegrenzt im Umfang nach oben hin. Daß sie aber diese Höhenregion im Dramatischen auch zu weiten vermag, bestätigte der Schluß der Elisabeth-Arie. An den Eingang hatte sie vier Lieder von Schumann gestellt: in der „Widmung" konnte sie in breiter Kantilene ihre Mittel entfalten; mit dem Liede „In der Fremde" ließ sie den wehmutsvollen Unterton bestimmend werden.
eine eigenartige witternde Weise — kein Zweifel mehr, es liegt Frühling in der Luft.
„Es liegt Frühling in der Luft!" sagt Gerd schnuppernd, mit einem glücklichen Lächeln. „Merkst du das, Susi? Herrlich! Liebst du den Sommer auch so? Ist doch ein ganz anderes Leben als im Winter! Komisch, wenn es so ist wie heute, dann hat man nicht das geringfte Verlangen nach künstlichem Licht und nach rauchigen Lokalen, nach allem, was einem im Winter so anzieht, ich werde fetzt wieder ganz früh ausstehen und vor dem Kontor eine Stunde Tennis spielen, es ist schon so hell morgens!"
„Das wird dir sehr gut tun!" sagt Susi spitz mit einem feindseligen Seitenblick. „Du siehst aus — na! Zum Abgewöhnen! Richtig verbummelt ... verlebt!"
Er muß herzlich lachen über das Wort, das sie ihm mit so entrüsteter Betonung an den Kopf wirst: „Ach, Sufi, du bist goldig, du weißt nicht, wie drollig du bist, wenn du solche Worte herausschleuderst, die du gar nicht verstehst!"
„Lach du nur über mich! Das ist ja die beste Art, auf Vorwürfe zu antworten, gegen die man sich nicht verteidigen kann!
„Ach, das sollte ein Vorwurf fein? Entschuldige, das hott' ich noch gar nicht kapiert? Du hast ja so recht, halt mir mal eine Gardinenpredigt! Dann krieg' ich wenigstens einen Vorgeschmack wie das sein wird, wenn ich mit dir verheiratet bin!"
„Ich verbitte mir diesen Unsinn!"
„Der stammt von dir, Babechen!"
„Du sollst nicht .Babechen' zu mir sagen!"
„Also gut, Fräulein Susanne, der Unsinn stammt noch aus der Zeit, als Sie noch .Babechen' waren! Da hast du mich mit Heiratsanträgen verfolgt —
Als Detlev die Tür-nicht ganz geräuschlos hinter sich zugezogen hat, hörte Katta noch ein paar Se- k nben lang draußen seine Stimme. Also hat wahr- sr,einlich das Mädchen draußen in der Diele gestan- Ö;n und jedes Wort mitangehört. Detlev kennt tine Rücksicht! In diesem Augenblick ist sie ernst- lii) böse auf ihn, sie würde ihm tausendmal eher vi rzeihen, wenn er sie in einem Wutausbruch miß- madelte, als wenn er sie vor, fremden Leuten bloß- st'llt!
Sie zittert noch in einem tiefen innerlichen Zorn, als ihr Blick auf die Kette fällt. Dieses verwünschte Ting ist an allem schuld! Die Kette? Nein! Der Augenblick ist schuld, in dem sie sich hinreihen ließ, si anzunehmen. Sie stellt das sachlich fest, ehrlich iub streng auch gegen sich selbst. Die Sache mit i>r?fem Baxeiro muß bereinigt werden! „Bereinigen" — das ist ein gutes Wort — es ist geradezu wohltuend, es zu denken.
Im nächsten Augenblick hat sie schon den Hörer ir der Hand. Das Hotel Balticr meldet sich und gleich darauf auch Bareiro. Er ist sehr entzückt, als e- den Namen hört und gibt diesem Entzücken in bir lebhaftesten Weise Ausdruck. Aber Katta schnei- b?t ihm die Worte ab. „Hören Sie, Herr Bareiro, ich inuß Ihnen etwas sagen ..., eine beglückende Botschaft? Nein, das weniger — aber vielleicht dich! Sie müssen Ihre Kette zurücknehmen ..nein, ic will Sie wirklich nicht beleidigen, aber ich will sic loswerden. Ich habe Ihnen den Gefallen getan Md sie einmal getragen, ich habe nie daran gedacht, \v. zu behalten. Darf ich Sie Ihnen ins Hotel spicken? Was^ist das für eine Bedingung?
Aus der Stadt Gieße«.
Das Denkmal. i
Gewöhnlich besteht es aus zwei Teilen: dem Sockel aus Granit, Marmor ober Metall, und dem berühmten Mann aus gleichem Stoff, der in gemessen- würdiger Haltung darauf einen Sitz- ober auch Stehplatz eingenommen hat. Darumherum haben dankbare Nachfahren meist gepflegte Grünanlagen angelegt, auf daß dem also Verewigten seine wohlverdiente beschauliche Ruhe erhalten bleibe.
Aber in dieser Jahreszeit geschieht auch hier das Wunder des Wachsens- besonders in der Nachmit- tagssonne wird d.as Denkmal von einem lebendigen Kranz umgeben, einem Krayz aus lauter kleinen Mädchen, die die Stufen des Sockels — in allerdings mehr graziöser oder lustiger als würdevoller Haltung — bevölkern, die bunten Röckchen weit über die, nackten Knie hochgezogen und die locken- umrahmten kleinen Gesichter der bräunenden Sonne emporgehoben. Manchmal ist zwar auch ein junger „Mann" darunter, aber erstens wirkt er in seiner sonnenanbetenden Stellung weder würdevoll noch graziös, und zum andern sind diese Erscheinungen bei weitem in der Minderzahl. Vielleicht liegt es daran, daß die berühmten Männer dort oben es immer schon mehr mit den Grazien und Musen ge. halten haben ...
So hat das Denkmal eine ganz neue, über« raschende, blumige Note bekommen, und unleugbar ist es auch, daß die Vorübergehenden plötzlich an seiner Existenz ein entschieden größeres Interesse bekunden, als zu der Zeit, wo es ganz normal aus zwei Teilen besteht.
Und wer will es unter diesen Umständen dem berühmten Manne dort oben verargen, wenn er so um die Mittagsstunde seine repräsentative Würde ein ganz klein wenig beiseiteläßt, um auch einmal auf Das Gewimmel unter sich herunterzublinzeln?
Akademische Ehrungen.
Der emeritierte ordentliche Professor in der Vete- rinärmedizinischen Fakultät der Universität Gießen, Geh. Medizinalrat Dr.phil. Dr.med.vet. h. c. Adam Olt, der seinen Ruhestand in Wiesbaden verlebt, kann am heutigen 6. Juli sein goldenes Doktorjubiläum begehen. Geheimrat Olt hat 1892 in Erlangen in der dortigen Philosophischen Fakultät promoviert, vom 1. Oktober 1901 bis 1. April 1934 als Ordinarius für Pathologische Anatomie, Tier- hyiene und Fleischbeschau an der Universität Gießen gewirkt, wo er sich namentlich auch auf dem Gebiete der Erforschung und Bekämpfung von Wildseuchen in hohem Matze verdient gemacht hat, und ist jetzt noch Leiter der Wildseuchenforschungsstätte Rhein-Main in Mainz. Seit 1935 lebt er im Ruhestand, er hat aber in diesem Kriege wiederholt in Gießen Vertretungen für einberufenc Kollegen ausgeübt und weilt auch gegenwärtig wieder hier. Im vorigen Jahre wurde ihm vom Führer in Würdigung seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der tierärztlichen Wissenschaft und im Hinblick auf seine erfolgreiche akademische Wirksamkeit die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen, die ihm in einer besonderen Festsitzung vom Gauleiter Sprenger überreicht wurde. Zu seinem heutigen goldenen Doktorjubiläum hat ihm die Universität Gießen ihre Glückwünsche durch den Rektor irt einem Schreibe^ übermittelt. Die Veterinärmedizinische Fakultät wird ihm in einer internen Sitzung heute nachmittag ihre Ehrung barbringen.
Professor Dr. H a 11 als Vertreter des Dekans der Rechts- und Staatswissenschaftl. Fakultät der Universität Gießen überreichte in Marburg im Beisein des Rektors der Philipps-Universität Prof. Th. Mayer und des Dekans der Rechts- und Staatswisfenschäft- lichen Fakultät der dortigen Universität dem Geheimrat Dr. E r i ch I u n g, ord. Professor für bürgerliches Recht, römisches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Marburg, das zu seinem 50jährigen Jubiläum erneuerte Doktorjubiläum der Juristischen Fakultät der Universität Gießen. Professor Dr. jur. et phil. Dr. rer. pol. h. c. stammt aus । Mainz, wo er am 1. Juli 1866 geboren wurde. Er studierte an den Universitäten Berlin, Leipzig, Hei- . beiberg und Gießen und promovierte hier 1892 zum Dr. jur. und 1893 zum Dr. phil. 1897 wurde er ! zum Privatdvzenten und 1901 zum außerordent- ' lichen Professor in Gießen ernannt. 1903 wurde er ’ nach Greifswald berufen, wo er zum ordentlichen Professor ernannt wurde. 1909 ging er nach Straßburg, von dort wurde er 1921 durch die Franzosen vertrieben. Seit 1921 wirkte er als Ordinarius in 1 Marburg.
\ Feindliche Ballone.
- Es liegt befonbere Veranlassung vor, nochmals > dringend auf folgendes hinzuweisen: Der Gegner i verwendet in der letzten Zeit zu verschiedenen Zwek- - ken, z.B. Abwurf von Flugblättern, frei fliegende, kugelförmige Ballone von zwei bis drei Metern
folger Klaus gewann als Anziehender gegen \ ürnberg (Augsburg) und erreichte damit
Reichst and mit Oberleutnant Müller. In den origen Partien siegten Loose auf sehr schöne Art ?gen Dalben und Witten berg gegen B u ch- olz. Rellstab ist zum erstenmal Meister von ( eutfchland geworden, er mar aber schon mehrmals , cht daran. In ihm dürfte der größte Theoretiker , 25 Turniers gesiegt haben. Neben Oberleutnant ; tüller ist er sicherlich auch der beste Spieler. Rell- j ab ist von Beruf Schriftleiter und vertrat in Bad , eynhausen die Berliner Schachgesellschaft von 1827. , 12 Jahre Zuthaus für entmenschte Pflegemutter.
Wegen schwerer Kindesmißhandlung hatte sich vor i?m Sondergericht in Graudenz die Angeklagte • Lowalski zu verantworten. Die K. hatte im Herbst - iirigen Jahres einen dreijährigen Jungen als Pflegekind bei sich ausgenommen, offenbar nur des : s Liegegeldes wegen. Infolge schlechter Behandlung |ib unzweckmäßiger Ernährung bekam das Kind In Darmleiden und beschmutzte sich infolgedessen
t. Die Angeklagte schlug bann bas-bedauernswerte Zesen in bestialischer Weise. Einmal warf sie den ungen gegen die Herdplatte, so daß er eipen Schä- lbruch erlitt und eine Ueberführung in ein Kran- nhaus notwendig war. Mit der Rettung des Klei- len war kaum noch zu rechnen. Durch gute Pflege -holte es sich dann aber doch. Das Sondergericht D?rurteilte biecntmenschte Pflegemutter wegen fort« Letzter Kindermißhandlung und verfuchten Mordes p 12 Jahren Zuchthaus.
Kunst und Wisienschast.
Die Leibniz-TNedattte.
! Alljährlich werben von der Preußischen Ikademie der Wisfenschaften in Erinne- tna ag ihren Gründer Leibniz verdiente deutsche orscher mit der Leibniz-Medaille ausgezeichnet, n der diesjährigen Festsitzung erhielt die Goldene eibniz-Medaille, die im Kriegsjahr 1942 wieder
Eisen ausgeführt ist, der Generalbevollmächtigte ir Sonderfragen der chemischen Erzeugung Profes- r Dr. Dr. h. c. Krauch, Berlin, für feine Ver- enfte um die Zusammenarbeit von Forschung, echnik und Wissenschaft, eine silberne Medaille kinisterialrat Dr. Karstebt, Berlin, für seinen msatz für den Kolonialgedanken und seine For- )ungen über die Eingeborenenfragen, ferner «tuenrat Professor Dr. Rudolf Obebrecht, Berlin, r seine Herausgabe der philosophischen Schriften chleiermachers, und Studienprofessor Adolph leissinger, München, für seine Bohrungen i Starnberger See und anderen bayerischen Seen, e nicht allein bedeutungsvolle prähistorische Er- inntniffe erbracht, sondern auch zur Seeforschung ichtige Beiträge geleistet haben.
Die Goethe-Medaille für Josef Sauer.
Der Führer hat dem emeritierten Professor an 'r Theologischen Fakultät der Universität Frei- jrg Dr. Josef Sauer anläßlich seines 70. Ge- irtstages für feine Verdienste als Archäologe die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ver- ehen. Prof. Sauer habilierte sich 1902 in Frei« iirg für Kirchengeschichte und hielt daneben Vorle- ftngen über christliche Archäologie und Geschite der ßristlichtzn Kunst. 1925 wurde er Ordinarius für r-ristliche Archäologie und Kunstgeschite. Er war in Konservator für die kirchlichen Kunst- und Alter, ^msbenhnäler Badens.
Berufungen.
I Professor Dr. Otmar v. Ver schuer, Frankfurt an Main, wird als Nachfolger von Professor Dr. jagen Fischer die Leitung des Kaiser-Wilhelm- ^iftituts für Anthropologie, menschliche Erblehre inb Eugenik, übernehmen. Prof. v. Verschuer ist jird) seine grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiet ir Zwillingsforschung bekannt geworden. — Der q Professor Dr. Edmund Stengel, Berlin, Präsent des Reichsinstituts für ältere deutsche Ge- ßiichtskunde wurde auf den Lehrstuhl für mittel- dlterlidje Geschichte der Universität Marburg v rufen. Er ist 1879 in Marburg geboren als Sohn i s berühmten Romanisten, habilitierte sich 1907
Marburg wurde 1914 planm. a. o. und 1919 ; । Professor, 1922 Direktor des Historischen Semi- Ars und Begründer des Instituts für geschichtliche rmbestunbe von Hessen-Nassau. Vor einigen Jahren jar er nach Berlin berufen worden, von wo er jetzt fieber an ben Ausgangspunkt feines Wirkens zu- k ckkehrt. Im ersten Weltkriege hat er vertretungsweise auch in Gießen gelehrt.
Reichsausschuß für Rheumabekämpfung.
Auf Veranlassung des Reichsgesundheitsführers tturbe der Reichsausschuß für Rheumabekämpfung iügründet. Zum Präsidenten ernannt wurde Pro- ssior Gerönne- Wiesbaden, zu dessen Stellver- txter Dr. Maier vom Reichsministerium des Jnne- llin. Mit den vorbereitenden Maßnahmen wurden jrosessor Hochrein- Leipzig und Professor V o g t- $ rcslau betraut. _________
weißt du das nicht mehr-"
„Ich finde es ziemlich taktlos, einen erwachsenen Menschen an solche Kindereien zu erinnern. Ich er. rähl dir auch nicht, daß man einen toten Frosch in deiner Hosentasche gefunden hat." Sie reckt den hüb- Kopf'den'e/d'ie'letzten'Tage ties gesenkt gegen den scheu blonden Kopf sehr hoch und ist ganz getränte' stürzenden Regen vorgestotzen hat, und atmet auf 1 Würde» (Fortsetzung folgt.)
Durchmesser. Sie sind mit Wasserstoff gefußt und aen, die bas weitere veranlassen wird. Soweit die verbrennen mit einer Stichflamme von mehreren Byllone mit einem Halteseil oder Draht versehen


