(Nachdruck verboten.)
42. Fortsetzung.
(Fortsetzung folgt.)
Vater, ommen,
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Sie zehn Minuten, Madame, ich habe noch zu ar« beiten.
Santacilla schwenkte den Hut mit ritterlicher Geste:
„Sie haben nichts zu verzeihen — im Gegenteil ..." Es sah aus, als würbe er in der nächsten Sekunde das Knie beugen, um ihr zu huldigen.
„Ich bin von der schrecklichen Geschichte noch völlig erledigt ..." Ihre Stimme bebte.
„Ich begreife es nur zu gut", sagte Santacilla rücksichtsvoll und mit ernstem Gesichtsausdruck, „es war eine ungeheure Nervenprobe für Sie ... und wir können nur von Glück sagen, daß wir Brackmann so rasch gefaßt haben."
„Das weckt Fernando Gonzales nicht auf ... » flüsterte sie tonlos und schloß die Augen.
„Ich weiß, was Sie an ihm verloren haben , gestand er und vollführte mit der Hand eine leise tröstende Bewegung. _
„Aber setzen Sie sich doch, Don Santacilla , bat sie erschrocken. Laß sie über ihrem Leid sogar vergessen hatte, ihm einen Stuhl anzubieten. Santacilla legte seinen Hut an den Boden und zog sich einen Hocker heran.
„Wie ich sah, wollen Sie verreisen, Madame Perano?" ,
„Für ein paar Tage nur, um über das Schwerste hinwegzukommen ..."
Santacilla nickte verständnisvoll. ,Hch begreife ja, ehrlich gesagt, überhcmvt nicht, was Sie seit Jahren in Derakruz hält. Wenn ich nicht dienstlich hier festsäße ... Heiliger Sebastian, ich wüßte hübschere und gesundere Plätze in dieser Welt. Havanna ... denken Sie nur einmal: Havanna! Gute Luft, mildes Klima, ein wenig Wind, ein wenig Kühle ... Was hindert Sie daran, den ganzen Betrieb aufzugeben und zum Beispiel in Havanna neu
nsatz, 1 und 'Ar. legr. wei. iatio= seien lngen beite, üeten °Nlich leben, i Be- 3er- t bei Der Mil.
konvention verhaftet.
hochschulnachrlchlen.
Oberförster Dr. Julius Speer wurde zum o. Professor für Forstpolitik an der Universität Freiburg ernannt. Speer wurde 1905 in Dalheim (Württemberg) geboren. Er studierte in Tübingen, München und Freiburg und war dann im Forstdienst zuletzt als Oberförster bei der Württemberqi- schen Forsteinrichtungsanstalt in Stuttgart. 1935 wurde er a. o. Professor in Freiburg. — Dr. Fritz Stroh ist zum o. Professor für deutsche Philologie an der Universität Erlangen ernannt worden. Stroh wurde 1898 in Naunstadt im Taunus geboren. Er studierte in Gießen und Frankfurt und promovierte 1927 summa cum laude in Gießen. 1933 habilitierte er sich in Gießen, kam 1937 nach Erlangen und wurde dort 1938 a. o. Professor. Er hat sich vor allem der Arbeit am Hessischen Volkswörterbuch und am Atlas der deutschen Volkskunde gewidmet. — Der Dozent der Universität Münster, Dr. phil. habil. S)ans Haimar Jacobs, wurde als d. Professor der mittleren und neueren Geschichte an die Universität Jena berufen. Jacobs wurde 1902 in Grabow (Mecklenburg) geboren. Er studierte in Heidelberg, Berlin und Kiel und promovierte 1923 in Heidelberg. Er war im Meckl-nburgi- schen Schuldienst tätig und wurde Assistent in Heidelberg. 1936 habilitierte er sich und wurde 1937 Dozent in Münster. — Dozent Dr. phil. habil. Wolfgang Mohr von der Universität Münster wurde als o. Prozessor der Germanistik an die Universität Kiel berufen. Mohr hat den Lehrstuhl vertretungsweise schon seit dem vergangenen Jahre inne. Er ist 1907 in Köln geboren. — Nach dem Ableben von Professor Dr. Kabitz sind die Abteilungen für Psychologie, praktische Philosophie und Pädagogik am Philosophischen Seminar der Universität Münster zusammengelegt worden unter dem Namen Institut für Psychologie und Pädagogik". Zum kommislarilchen Leiter ist der Professor Dr. phil. habil. Wolfgang Metzger (Frankfurt) bestellt worden. Metzger habilitierte sich 1932 in Frankfurt, vertrat 1937/38 einen Lehrstuhl in Halle und wurde 1939 a. o. Professor. Dem Philosophischen Seminar steht wie bisher Professor Dr. Krüger, dem Logistischen Seminar Professor Dr.
Scholz vor. .
Zweiter oder dritter Stock, Senorita?"
Karen nickte. Der Boy sah sie etwas ratlos an. Der Dame schien nicht ganz wohl zu sein ... „Ein Glas Wasser?" fragte er und hielt besorgt tm zweiten Stock. Karen schüttelte den Kops und stieg aus.
„Danke, mein Junge", antwortete sie und schien ich langsam zu fassen, „es wird schon vorübergehen."
*
Don Estobar Santacilla verließ sein Büro. Er blickte auf seine Uhr. Es war genau vier. Er be- ;ab sich ohne Eile zu seinem kleinen Dienstwagen» )er vor dem Seitenausgang der Präfektur parkte, stieg ein und fuhr nicht allzu rasch über den Korso, um schließlich in die Calle Stella einzubiegen und vor dem Hause von Gonzales zu halten. Em paar Geier hockten träge und matt in den Palmen des Gartens, Santacilla warf den Kollegen von der Gesundheitspolizei ein paa^ respektvolle Blicke zu. Weiß der Teufel, woher fte es wußten. Es war unerklärlich.
Ein Mann trat aus der schattigen Veranda und grüßte dienstlich.
„Alles in Ordnung, Tirso?" fragte Santacilla und bot seinem Untergebenen eine Zigarette an.
jawohl, Don Santacilla." Es klang wi§ eine Frage: was sollte hier denn nicht in Ordnung sein? • „Dann ist es gut", meinte Santacilla und tippte an seinen Hutrand, um sich wieder zu verabschieden. Senor Tirso sah seinem Vorgesetzten nach, als befürchte er, die Hitze könne Santacilla doch geschadet haben. Welch ein Einfall hier herauszukom- men, „alles in Ordnung" zu fragen und wieder zu gehen. Oder ob da Loch etwas dahintersteckte, wovon ein kleiner Sergeant nichts ahnte? Senor Tirso beschloß, auf der Hut zu sein.
Santacilla ließ seinen Wagen vor der Tür stehen und ging zu Fuß davon, hügelabwärts in Richtung auf den Korso. Dort , bog er nach rechts ab und spazierte ein paar hundert Schritt unter den Palmen dahin, bis er vor dem „El Faro" stand. Es war ein weißer Würfel, aus dessen Mitte sich ein schlanker Turm erhob, der wie ein Leuchtturm eine Glaskuppel trug, über die nachts in leuchtender,
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Wechsel in der Bann-Mädelführung Siehe«. Im Studentenheim fand am Sonntag die Der. abschiedung der bisherigen Bann-Mädelführerin I n g e H a ck und die Einführung der neuen Mcidel- führerin des Bannes Käthe Blum im Rahmen einer Feierstunde statt, zu der die Führerinnen des Bannes sich versammelt hatten. Das Bann-Orchester gab der Feierstunde mit einem Satz aus der Sinfonie Friedrichs des Großen eine würdige Einleitung.
Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Wir kommen im Morgenlicht" und nach den Grußworten an den Kreisleiter. und die Kameradinnen nahm die Gebiets-Mädelführerin die Verabschiedung Inge Hacks vor, der sie in voller Würdigung ihrer zweijährigen Arbeit im Bann 116 Dank und Anerkennung aussprach. Dem Kreisleiter dankte sie für die Unterstützung, die er der bisherigen Bann- Mädelführerin allezeit zutell werden ließ, und sie bat ihn, auch der neuen Bann-Mädelführerin in der gleichen Weise förderlich zu sein. Dann verabschiedete sich Inge Hack von chren Kame-
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Roman von Borst Biemath
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Gemeinschastswerkfiliale — später Einzelhandelsgeschäst.
Oie Dersorgungöringe in Hessen-Nassau Keimzelle und Vorbild.
Wirkung angelegt, am dichtesten und eindringlrchsten an den keiner Nachhilfe bedürftigen leiseren Stellen, vor allem im letzten Akt, der so gut rote selten in modernen Stücken gemacht ist. Der Schauplatz, von Herrn Löffler entworfen, paßte zu dem landschaftlichen Umkreise und zu dem Leben, das hier geführt wird.
Friedl Goll mann spielte die Jule: grob, offen und geradezu, wie sie angelegt ist und sich in den ersten Akten anläßt; das Wichtigste in dieser Rolle ist erst später zu spielen, und danach, wie hier allmählich unter der rauhen und unansehnlichen Schale der weiche und empfindliche Kern eines trotz Stie- eln und Hosen weiblich gebliebenen Wesens zum Vorschein kommt, bemißt sich der Rang einer schonen und durchgeformten schauspielerischen Leistung. Den Stefan gab Herr Köchting jugendlicher, unbekümmerter und ohne die auftrumpfenbe Männlichkeit seines Vorgängers 1939; auch er hatte seine stärksten Augenblicke zuletzt, wo die wahre Natur des heimgekehrten Abenteurers sich durchsetzt. Herr V o l ck spielte, wie damals, knurrig, polternd, herzlich und am Ende ganz verjüngt den väterlichen Obersten, Anja R a u, etwas überbetont, die oberflächlich geschwätzige Leonie, Hella H e n z k y und Kurt Sau er land, sehr hübsch, mit Gemüt und leisem Humor, das alte Dienerpaar; Herr Zeppenfeld gab verläßlich und beruhigend den Doktor Herr Schmidt den lärmend ordinären Gastwirt Meier, Gaby A m e r s b a ch die junge Witwe.
*
Der Erfolg war, bet vollem Hause, unbestritten und verdient wie vor drei Jahren. Hans Thyriot.
NSG. Durch die Verordnung zur Anpassung der verdrauchergenossenschafllichen Einrichtungen an die kriegswirtschaftlichen Verhältnisse vom 18.2.1941 ist auch die Frage der Verbrauchergenossenschaften im Gau Hessen-Nassau endgültig geklärt worden. Auf Grund dieser Verordnung wurden die ehemaligen Verbrauchergenossenschaften aufgelöst, die betriebseigenen Läden aber, um ihren volkswirt- chaftlichen Wert zu erhallen, zum Einkauf an die Allgemeinheit freigegeben. Diese Geschäfte werden päter in die Hcknde selbständiger Einzelhandelskauf- leute übergehen. Mll der Durchführung dieser Maßnahme wurde die Deutsche Arbeitsfront beauftragt. Es ist somit die Gewißheit gegeben, daß diese mit Hilfe der werktätigen Bevölkerung gegründeten roirt- schaftlichen Einrichtungen künftig alle schaffenden deutschen Volksgenossen mustergültig und preis- gerecht mit lebenswichtigen Gütern versorgen, sie aber auch bei der täglichen Wirtschaftsführung beraten.
Zur sachgerechten Erfüllung biefer Aufgaben würbe eine besondere Organisation in Form eines Gemeinschaftswerkes geschaffen. Dieses Gemein-
weithin sichtbarer Flammenschrist die Namen der Zugnummern liefen.
In dem rückwärtigen Garten stand ein kleiner Würfelbau. Ciquita Peranos Pavillon! Er besaß einen Seitengang von einer Querstraße des Korsos, Calle Laterna, die mit der Calle Stella parallel lief. Das ganze Grundstück war von einer schulter- hohen Steinmauer umgeben, hinter der üppige Hibiskussträucher wucherten, und die über und über mit Reklameplakaten überklebt war.
Santacilla drückte auf die Klingel neben der Pwrte. Während er wartete, daß ihm geöffnet würde, zog er feine Uhr und betrachtete das Zifferblatt mit emvorgezogenen Brauen, als mache er dort eine außerordentliche Entdeckung.
Es war vierzehn Minuten nach vier. Wenn er sich beeilt hätte, währe es ihm ein leichtes gewesen, den Weg von der Präfektur zu Gonzales und von der Calle Stella zum El Faro in zehn oder zwölf Minuten zurückzulegen ...
Eine junge Mestizin öffnete ihm und führte ihn ins Haus.
„Madame erwartet Sie im Salon, Don Santacilla.
Im Vorraum standen zwei große Schistskoffer. Santacilla betrachtete wohlgefällig die blühenden Formen der kleinen Zofe.
,T)h, ich störe anscheinend bei Reiseoorbereltun- gen, mein Kind ..." . .
„Durchaus nicht, Don Santacilla, das geht bei uns im Handunü>rchen." Sie entschlüpfte der allzu handgreiflichen Bewunderung ihrer Iuaend durch eine kokette Bieguna des Körpers und öffnete eine Tür: „Don Santacilla ..."
Er trat in ein halbverdunkeltes Zimmer. Ciquita Perano richtete sich auf und streckte ihm die Hand entgegen. Sie lag unter einer hauchdünnen Seidendecke auf einem breiten, niedrigen Diwan. Zwei leise summende Ventilatoren preßten die Chinaseide an den Körper. Santacilla drehte den Hut in den Händen ...
„Verzeihen Sie, Don Santacilla, daß ich Sie so
Karen starrte mit zunehmender Verwunderung auf Foresters Scheitel; er beugte den Kopf so tief herab, daß sie deutlich die zwei Wirbel vor sich sah, in deren Treffpunkt widerspenstige Haarbüschel senkrecht emporstanden. „Ach .. /, sagte sie etwas atemlos. _ , , „
„Jawohl", fuhr er fort, „nur Ihnen hat es Brackmann zu verdanken, wenn es uns gelingt, ihn frei zu bekommen, Ihrem bedingungslosen Glauben an ihn. Sehen Sie sich doch einmal die Frauen an, die so in der Welt herumlaufen. Lieber Gott, es mögen ja ganz nette Mädel darunter fein, aber die meisten sind doch nur Frauen für gutes Wetter. Nein, nein, unterbrechen Sie mich nicht, es ist schon so, wie ich es Ihnen sage.
Daß Sie anders sind, habe ich immer gewußt. Es bedurfte dazu eigentlich gar keines Beweises. So etwas fühlt man. Bei der ersten Begegnung nut einem Menschen spürt man: auf den kannst du dich verlassen. Sie haben sich bewährt, wie sich ein Mensch nur bewähren kann, in Glauben und Liebe.
Und wenn ich mir als Ihr Freund, der ich auch später zu bleiben hoffe, eine Bemerkung erlauben darf, so muß ich Ihnen ehrlich gestehen, daß ich Brackmann ein wenig beneide ..."
Er vollführte mit den Schultern eine sonderbare Bewegung, als risse er sich mit äußerster Kraft- anftrengung aus der Umklammerung eines zähen Gegners los und stürzte davon.
Karen starrte ihm nach. Sie stand noch auf demselben Fleck, als Forester längst in seinem Zimmer verschwunden war und schrak erst auf, als die Gittertüren des Lifts hinter ihr klirrend auseinanderfuhren.
„Aufwärts, Senorita?" fragte der Negerboy und legte die Hand an fein Käppi. Karen stieg wie im Traum ein und ließ sich, als hätte sie auch nicht eine Sekunde länger auf eine Sitzgelegenheit warten dürfen, auf der Lederbcmk nieder.
fchaftswerk wird die bisherigen Filialbetriebe kN Gestalt von Versorgungsringen fortführen. Als erstes Ziel gilt hierbei, die einzelnen Filialbetriebe auf dem kürzesten und besten Wege zu beliefern und sie zu wirklichen Mustergeschäften zu entwickele In Verfolg dieser Aufgabe wurden im Gaugebiet Hessen-Nassau bis zum Frühjahr 1942 insgesamt 31 Verbrauchergenossenschaften in 6 leistungsfahiaen Versorgungsringen des Gemeinfchaftswerkes der Deutschen Arbeitsfront zusammengefaht. Der Versorgungsring für Oberhessen-Nassau hat fernen Sitz in Gießen. , _ , ,
Diese Versorgungsringe im Besitz großer Zentrallager mit sehr umfangreichen Betriebsanlagen haben allein 6 Großbäckereien und nahezu 600 Verkaufsstellen. Sie beschäftigen zur Zeit über 2000 Gefolgschaftsmitglieder und bilden damit eines der größten Unternehmen dieser Art. Der Verkauf erftredt sich nicht mehr auf einen geschlossenen Mitgliederkreis. Heute kann jeder deutsche Käufer m den Ladengeschäften der Dersorgungsringe seinen Bedarf decken.
Aber — nicht allein ein liebender Mensch ver- . liert zuweilen den Herzensschlüssel, wie in dem erwähnten Lied, sondern der Mensch im allgemeinen liebt es, Schlüssel zu verlieren. Auch ich — ich muß es leider gestehen — verliere ihn gern, aber nur den Kofferschlüssel. Als wir einmal am schönen Neckar waren, wo wir uns immer mit der Fähre übersetzen lassen mußten, verlor ich meinen Kofferschlüssel im Kahn, bekam ihn aber am andern Tage von dem Fährmann wieder überreicht. Auf einer Reise nach Italien lieh ich ihn bei der Abreise im Hotelzimmer liegen und hatte nun die gräßlichste Angst vor der Grenzkontrolle auszuhalten, die mich aber zum Glück dieses Mal nicht den Koffer öffnen ließ. Nach diesen und ähnlichen Zwischenfällen mit Kofferschlüsseln habe ich nun zwei Hunde an einer Kette gekauft und an dieser Kette sind die Kofferschlüssel festgemacht und werden von den Hunden bewacht.
Ich fürchte nur, eines Taaes werden Hunde, Kette und Schlüssel verschwunden sein! E.LSt Den Taten der Front würdig erweisen!
Zum kommenden Opferfonntag am 8. November.
NSG. Als der Führer kürzlich das deutsche Volk wieder zum Kriegs-Winterhilfswerk aufrief, stellte er an uns eine hohe Forderung. Den Taten unserer Soldaten uns würdig zu erweisen, befahl er uns. Dieses „roürbig erweisen" ist eine gerechte Forderung, um deren Erfüllung wir uns immer wieder bemühen müssen.
Wenn am kommenden Opfersonntag die Helfer und Helferinnen der NSV. und des KWHW. bei der Haussammlung von Tür zu Tür gehen, haben wir wiederum Gelegenheit, zu zeigen, ob wir die Opfer, die uns gebracht werden, auch tatsächlich ganz erfassen und verstehen. Nur der Ausdruck des Dankes, eines kleinen, bescheidenen Dankes, kann . unsere Spende fein. Denn an die Opfer draußen an den Fronten kann kein Opfer der Heimat heranreichen. Unseren Dank aber wollen wir aus freudigem und hilfsbereitem Herzen geben!
(Siebener lvochenmarktpreise.
* Gießen, 5. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Wirsing, % kg 8 bis 10 Rpf., Weiß- . traut 6 bis 7, Rotkraut 9. Spinat 15, Tomaten 25, ! Feldsalat 47, Aepfel 35, Birnen 30, Lauch 15, Sel- - lerie 16, Endivien, das Stück 10, Rettich 5 bis 10.
Verdunkelungszeit:
5. November von 17.46 bis 6.56 Uhr.
Wir haben dieses Stück bereits 1939 hier gesehen ! und seinerzett ausführlich besprochen. Sein Ver- c asser Fritz Peter Buch hat sich vor Jahren als i Schauspielregisseur einen vorzüglichen Namen ge- i macht und ist später als Autor des Weihnachts- i märchens „Pinkevunk" und des Dramas „Ver- 1 trag um Karakal auch in Gießen aufgeführt roor- 1 den. Mit dem „Ganzen Kerl" hat er sich aus den mit allerhand Zündstoff geschwängerten Bezirken Karakals in Vorderasien in die stillere, sensations- ernere, uns aber nicht nur geographisch, sondern auch menschlich nähere Welt Ostpreußens zurück- gezogen, wie sie uns etwa aus Sudermanns Stücken und Erzählungen oertraut ist: dessen Name wird nicht ohne Beziehung genannt, denn Buch schrieb hier ein sehr solide gebautes, gründlich exponiertes Drama, wie es seit dem Tode des viel umstrittenen, gescholtenen und mißverstandenen Dichters der „Ehre" und der „Heimat" nicht gerade häufig mehr auf unseren Bühnen anzutreffen ist: ein Stück, das nicht nur den erfahrenen Theater- mann erkennen läßt, sondern auch den noch oft genug mißbrauchten Ehrentitel der Komödie verdient: ein Rollen-Stück und ein Menschen-Stück, das mit dem allen, auf der Bühne wie im Leben nie völlig ausgefchöpften Thema vom verlorenen Sohn ein Liebesspiel zwischen jungen oder doch jugendlichen Menschen verbindet.
Auf dem ostpreußischen Gut, das fünf Akte lang den Schauplatz abgibt, sitzt ein verbitterter aller Oberst, der es nicht verwinden kann, daß fein Sohn vor sieben Jahren aus purer Abenteuerlust nach Südamerika auf und davon ging. Die Wirtschaft wäre längst vor die Hunde gegangen, wenn nicht das Mädchen Jule, tüchtig, helläugig, grob und energisch, in Hosen und Reitstefeln wie ein Mann, die Zügel in die Hand genommen hätte und das Regiment führte. Buch verschießt sein Pulver nicht zu früh, sondern im richtigen Augenblick, und das eigentliche Komödienthema beginnt zu spielen, als Stefan, der Ausreißer, eines Tages, ganz unvermutet und von niemandem mehr erwartet, wieder aus der weiten Welt ins Elternhaus heimkehrt: die Auseinandersetzung zwischen ihm und Jule, die sich nicht miteinander zurechtfinden, sich gegenseitig mißverstehen und vermeintlich im Wege stehen, bildet die menschliche Substanz, von der das Stück zehrt. । Dabei wird weder denen auf der Bühne noch denen vor dem Vorhang etwas geschenkt; Buch weiß, daß es eine Komödie allemal mit lebendigen Menschen zu tun hat, und wenn zu guter Letzt noch alles, was , schon unheilbar verdorben schien, wieder gut wird - und die beiden sich kriegen, dann ist das innerlich begründet und verdient und mehr wert als der - traditionelle Aktschluß des billigen Lustspiels.
*
Die Aufführung, von Herrn Ludwig in Szene gesetzt, war lebendig und farbia, an manchen Stellen etwas lustspielmäßig locker und auf oberflächlichere
mit dem der Komponist die Sinfonie in gewaltiger ckorisch-orchestraler Steigerung krönt. Die in orchestraler Farbigkeit eingefangenen wandlungsfähigen Stimmungen ergriffen die Hörer. Wilhelm Raupp.
Die hauptmann-Feier des Burgthealers.
Das Wiener Burgcheater wird zu Ehren des 80. Geburtstages Gerhart Hauptmanns in Anwesenheit des Dichters eine Neuinszenierung von „Florian Geyer" unter der Regie von Lothar Müthel mit Ewald Balser in der Hauptrolle bringen und in feinem kleinen Hause, dem Akademietheater, eine Neuinszenierung der „E l g a" unter der Regie von Adolf Rott. Dies Werk schrieb Hauptmann einst als Dank für die Verleihung des Grillparzer-Preises.
Sutermeifters „Zauberinsel".
Zum zweiten Male hat sich die Dresdener Staatsoper eines Werkes des 32jährigen Schweizer Komponisten Heinrich Sutermeister angenommen und nach „Romeo und Julia" wiederum eine Shakespeare-Oper urauf geführt: „Die Zauberinsel". Shakespeares „Sturm" bildet die stoffliche Grundlage, die sich der Komponist durch opern- dramaturgische Straffung und durch eigene poetische Ergänzungen zu einem vorzüglichen Libretto eingerichtet hat. Sutermeister hat sich mit feinem neuen Werk musikalisch zur Gesangsoper im Sinne Verdis bekannt, dessen Shakespeare-Opern in formaler Hinsicht als Vorbild dienten. Es gelingt dem jungen Komponisten zwar weniger, die magische Hintergründigkeit der Shakespeareschen Altersdichtung zu erhellen, aber ihre naive Märchenwelt und die Liebeslyrik des in symbolischer Läuterung zu- sammengeführten Paares haben einen überzeugenden musikalischen Ausdruck gefunden. Die Melodie tritt als gestaltendes Element in Arien, kleineren und großen Ensembles auf und charakterisiert in humorvoller Pointierung oder in edler Stilisierung die Personen, Situationen und seelischen Vorgänge. Wahrend das Orchester zurücktritt, .werden Chöre als Klangfolien wie als dramatische Ensembles eingesetzt. Obwohl es der Partitur an großen formalen Verklammerungen nicht fehlt, ging die starke Wirkung eindeutig von dem melodischen Gehalt aus. Für ihn hatte die Dresdener Staatsoper eine Sängergemeinschaft von erlesener Stimmenpracht einzusetzen. Unter Karl Pöhms musikalischer Leitung leisteten Orchester und Chöre außerordentliches. Die Inszenierung Heinz Arnolds blieb mit den Bildern Adolf Mahnkes dagegen der Opern-
Aus -er Giadt Gießen.
Oer Schlüssel.
„Verloren ist das Schlüsselem, nun sollst du immer darinnen sein", singt ein altdeutsches Minnelied. Es ist der Schlüssel zum Herzen des Liebenden, der hier verloren wurde. Schlüssel waren von jeher ein wichtiger Gegenstand des täglichen Lebens, fei es der Haus- oder Gartenschlüssel, der Druhen- schlüssel, der Schrank- ober Tresorschlüssel, der riesige große, der zum Zeichen der Uebergabe einer Stadt dem Sieger überreicht wurde, oder der winzig kleine, der einen gemalten Kasten mit Liebesbriefen aufschließt, und die Handwerkskunst hat hier in Jahrhunderten Wundervolles geschaffen. Was für verschiedene Größen und merkwürdige Formen gibt es da, angefangen mit den riesengroßen, uralten Schlüsseln, die so schwer waren, daß sie in keine Hosentasche paßten, bis zu den merkwürdigen, flachen Tresorschlüsseln der Jetztzeit! Beschlie- tzerin war wohl immer ein wichtiges Amt, und ich stelle sie mir rund und würdig vor, mit großer weißer Haube und weißer Schürze. Während jetzt ein ledernes Schlüssellä'schchen modern ist, trugen die Hausfrauen früherer Zeiten das riesige Schlüsselbund am Gürtel.
Die Weisen aller Zeiten bemühten sich, den „Schlüssel zu allen Dingen" zu finden, und der Volksmund hat diesen wichtigen Gegenstand im Namen einer Blume festgehalten, indem er den süßen, leuchtendgelben Frühlingsboten „Himmelsschlüsselchen" nannte. Petrus an der Himmelstüre mit dem großen Schlüssel in Händen ist uns allen eine geläufige Vorstellung, und der Sünder hört förmlich das unbarmherzige Umdrehen des Schlüs- els, wenn vor ihm zugeschlossen wird. Ich erinnere mich mit Unbehagen deutlich an das unheimliche Rasseln der Schlüssel, als wir, anläßlich eines Vortrages, an einem warmen Sommertage durch die kühlen Gänge eines Gefängnisses geführt wurden. In Gruselgeschichten darf wohl dieses Geräusch nicht fehlen, ebenso im Witzblatt nicht der Witz über den von der Ehefrau versagten Hausschlüssel.
aufzumachen?"
„Sie haben ganz recht, Don Santacilla. — Es war ja auch nicht meine Absicht, ewig in diesem Fiebernest zu bleiben. Was mich an Derakruz band, war Gonzales ..
„Oh", sagte er, als bebaure er es unendlich, die empfange ..f. Wunde versehentlich wieder berührt zu haben. „Wo- „Db, bitte, Madame", murmelte er und schüttelte mo[lUn übrigens reifen?"
den Gedanken wie eine Fliege ab, daß Napoleon 1.1 in solch einer Lage einmal gesagt hatte: Warten


