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(92. Jahrgang Nr. 261 tLrlcheim täglich, außer Sonntags und feiertags

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Vonnerstag. 5. November <942

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen $*wl»Tat<lr^kn

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folgten, so daß der Untergang der Schiffe vom Ufer aus beobachtet werden konnte, sah sich jetzt die ka­nadische Regierung gezwungen, zu erklären, daß im Laufe des letzten Sommers etwa 10 bis 15 Schiffe im St. -Lorenzstrom durch U-Boote versenkt worden seien. Die kanadische Regierung bestätigt da­mit, dah die Schiffahrt auf dem St.-Lorenzsirom, dem wichtigsten Binnenschiffahrtsweg Nordamerikas, ebenso gefährdet ist wie die Seewege im Nord-, Mittel- und Südatlantik.

Angebote über einen Waffenstillstand auf vier Tage erhalten hat. Daraus folgt, daß der Londoner Rund­funk, der sich auf die Mitteilungen irgendeiner ver­dächtigen Quelle aus Stockholm gestützt hat, eine von Anfang bis Ende erlogene Mel-

Berlin, 4. Nov. (DNB.) Dem Moskauer Nach­richtendienst zufolge gibt das sowjetische In­formationsbüro amtlich bekannt:Dieser Tage wurde in einer Rundfunksendung ausLondonmit dem Hinweis auf eine Meldung

Oer Wehrmachtberich^

DRV. Aus dem Führerhaupkquartier, 4. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westkaukasus und im Terek-Ab- sch uitt dauern die harten Kämpfe an. Kampfflieger griffen den Hafen T u a p s e mit guter Wirkung an.

3n Stalingrad nahmen die Säuberungs­kämpfe ihren Fortgang. Dabei wurde eine feindliche Widerstandsgruppe eingeschlosfen. Gegenstöße der Sowjets scheiterten. Sturzkampfflieger bekämpften Truppenanfammlungen westlich des Wolgaknies. Bei einem mißglückten Landungsversuch nördlich der Stadt verlor der Feind wieder ein Kanonenboot.

An der Donfronk verhinderten ungarische Truppen mehrfache llebersehversuche und wiesen örtliche Vorstöße des Feindes ab.

Line sowjetische Kampfgruppe ist bei Woro­nesch in erbittertem Nahkampf vernichtet worden.

Auf dem Ladogasee versenkten deutsche Flug­zeuge zwei Schleppzüge und einen Frachter.

Die achte britische Armee führte auch gestern an der Ll-Alamein-Front unablässig Angriffe mit überlegenen Infanterie- und Panzerkräften unter starkem Einsatz ihrer Artillerie und Luftwaffe. Die deutsch-italienische Armee schlug in erbittertem Kampf wieder den feindlichen Ansturm zurück.

Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen die Flug- plahanlagen von Lucca und h a t f a r auf Matta an.

An der nordwestlichen Reichsgrenze wurde bei Tage ein viermotoriger Bomber, an der Kanalküste ein Jagdflugzeug abgeschofsen.

3n Südwest- und Südostengland be- ämpfken leichte Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele.

Berlin, 4. Koo. (DNB.) Seit Beginn der Ope­rationen in den Gewässern der amerikanischen Ost­küste versenkten deutsche U-Boote auf dem SL- Lorenzstrom 16 feindliche Frachter und im St.-Lorenzgolf drei weitere Schiffe. Da die Versenkungen z. T. in unmittelbarer Landnähe er-

d u n o verbreitet hat."

Diese amtliche Verlautbarung des Moskauer Nachrichtendienstes wirft ein grelles Licht auf die verlogene und skrupellose Nachrichtenpolitik unserer Gegner. Aus Mangel an eigenen Siegesmeldungen und um die Weltöffentlichkeit über die dauernden schweren Mißerfolge und Niederlagen an allen Fronten hinwegzutäuschen, werden derartige Nach­richten erfunden und der Oeffentlichkeit präsentiert. In diesem Falle sollte der Welt eine Erlahmung der deutschen Kampfkraft bei Stalingrad vorgetäuscht werden. Es dürfte für den Londoner Nachrichten­dienst, der schon wiederholt einer falschen Nachrich-

des Stromes auf sie lauern.

Immer gewaltiger wird der Stromlauf durch die zahlreichen Flüsse, die ihm auf dem Weg nach Quebec zufließen. Dort hat er schon eine Breite von 16 Kilometern, bald darauf von 25 Kilometern erreicht. Städte begleiten ihn. die vorwiegend fran­zösischen Charakter tragen. Bei seiner Einmündung in den Golf trennt eine Wasserstraße von 150 Kilo­metern die beiden Ufer des Stromes. Er ist selbst schon zum Meer geworden.

Der Lorenzstrom ist nördlich von Kanada, östlich von Neufundland, südlich von Miquelon, St. Pierre und Neuschottland und westlich von Neu-Braun­schweig eingefaßt. Zwei Meeresstraßen verbinden den Golf mit dem Atlantik, im Norden die Belle- Isle-Straße zwischen Neufundland und Labrador, im Süden die Cabotstraße zwischen Neufundland und Neu-Schottland. So gehört der Schiffahrtsweg auf dem St. Lorenzstrom dem großen Seeverkehr der Welt an. Sein reger Schiffsverkehr bürgt den deutschen U-Booten dafür, daß sie auf engem Raum zahlreiche Angriffsziele mit wertvollsten Ladungen antreffen, denn der St. Lorenzstrom ist nicht nur ein Stück Meer, das sich ins Land verirrt hat, son­dern durch seine zahlreichen Kanäle und Schiff­fahrtsstraßen ist er die Lebensader, die das kana­dische Binnenland mit dem großen Weltverkehr ver­bindet.

Schwierige Lage der Nordamerikaner auf Auadalcanar.

Schanghai, 4. Nov. (Europapreß.) Die Kämpfe im südwestlichen Pazifik, besonders auf Guadal- canar, wo die nordamerikanischen Truppen sich auf kleinstem Raum in verzweifelter Lage befinden,

Oie USA. können ihren Kautschukbedars nicht decken.

Harte Kämpfe estkaukasus und im Terek-Abschnitt

Verlogene Nachrichtengebung

Moskau stellt den Londoner Rundfunk bloß.

haben in den letzten 48 Stunden beträchtlich an Härte zugenommen. Japanische Truppen sind auf Guadalcanar im Rücken der Amerikaner gelandet. In Stärke von mehreren tausend Mann drangen sie von Osten gegen die amerikanischen Stellungen vor und vernichteten eine starke ame­rikanische Kampfgruppe, gleichzeitig griffen' japa­nische Truppen von Westen her die amerikanischen Höhenstellungen ostwärts des Matanikau-Fluffes an und warfen den Feind in harten Kämpfen 8 Kilometer nach Osten zurück. Die heftigen Kämpfe in der Urwaldzone am Fuße des Kaoo-Gebirgs- zuges dauern noch an. In ihrem Bemühen, dem Druck der japanischen Streitkräfte zu begegnen, haben die Alliierten ihre Luftwaffe bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit eingesetzt, so auch von den benachbarten Flugplätzen Rabaul und Puna; bis­her jedoch ohne jeden Erfolg. Die Alliierten ver­suchten, den von jeder Zufuhr über See abgeschnitte­nen Nordamerikanern auf dem Luftwege Verstär­kungen zuzuführen, scheiterten aber an der abso­luten Luftbeherrschung durch die Japgner.

Oie Wahlen in den AGA.

Stockholm, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Nach den von Reuter im Laufe der Nacht verbreiteten Ergebnissen der Wahlen in den USA. erhielten i m Senat der zu einem Drittel neugewählt wurde, die Republikaner 15 und die Demokraten 14 Sitze. Fünf Ergebnisse stehen noch aus. Die letzten An­gaben für das Repräsentantenhaus, das vollständig neugewählt wurde, lauten: Demokraten 200 Sitze, Republikaner 185 Sitze. Hier stehen noch 47 Ergebnisse aus. Das alte Repräsentantenhaus zählte 267 Demokraten, 162 Republikaner sowie 6 Unabhängige. Von den ausgeschiedenen Senatoren waren 22 Demokraten, 8 Republikaner. Die Re­publikaner haben ferner die bisher in demokratischer Hand befindlich gewesenen Gouverneur - p o st e n in den Bundesstaaten Neuyork,^ Michi­gan, California und Connecticut gewonnen" und die bisher schon von ihnen besetzten Gouverneurposten in den Bundesstaaten Ohio, Pennsylvania, .Jova und Illinois behalten.

Die Gewinne der Republikaner haben in der Union und mehr noch in England starken Eindruck gemacht. Sie werden als symptomatisch für die Un­zufriedenheit mit dem bisherigen Ergebnis der inneren und äußeren Kriegführung Roosevelts an­gesehen. Die Desorganisation auf dem Geriete der nordamerikanischen Kriegswirtschaft bildet nach Mei­nung einflußreicher republikanischer Kreise den Hauptgrund. Wie weit die demokratischen Verluste sich politisch auswirken, läßt sich allerdings noch nicht übersehen; es ist zweifelhaft, ob die republikanischen Gewinne den Kriegskurs Roosevelts beeinträchttgen , werden; denn auch die Republikaner sind für die gegenwärtige Kriegspolitik, wie der neugewählte > republikanische Gouverneur von Neuyork, D e w e y, ' in einem Telegramm an den Präsidenten auch zum Ausdruck gebracht hat.

aus Stockholm gesagt: Anfang Oktober hat sich das deutsche Oberkommando bei Stalingrad an das sowjetische Oberkommando mit der Bitte ge­wandt, für vier Tage einen Waffen still st and zu erklären. Der Vorschlag wurde angeblich durch eine Organisation des Roten Kreuzes gemacht. Ferner wurde m der Radio­sendung mitgeteilt, daß das sowjetische Oberkom­mando sein Einverständnis damit erklärt hat, aller­dings mit der Bedingung, daß dieses zur Kenntnis der deutschen Oeffentlichkeit gebracht wird. Das deutsche Oberkommando hat diese Bedingung ab- qelehnt. Das sowjetische Informationsbüro teilt mit, ------ . ..

daß weder von feiten des d e u t s ch e n tengebung überführt werden konnte, besonders pem- Oberkommandosnochvoneinerbelie- lich sein, diesmal gerade von verbündeter bigen Organisation des Roten Kreu- Seite in so eindeutiger Weise der Luge bezichtigt z e s das sowjetische Oberkommando irgendwelche' worden zu sein.

Der britische Produktionsminister Oliver L y t - telton ist in Washington eingetroffen. In seiner Begleitung befindet sich der Vertreter des nord- amerikanischen Produktionschefs, Averril Harri­man.

Stadt Ogdensburg über die Gallops- und die Lat- Schnellen, auf die die Wasserfälle von Long-Sault folgen. Auch der Zufluß des Ottawa-Flusses bringt den gewaltigen Strom nicht zur Ruhe. In stetigem Wechsel von Seenbildung und Stromschnellen geht es nach Montteal, dem Mittelpunkt des Verkehrs auf dem St.-Lorenzstrom.

Entlang des ganzen Oberlaufs des Stromes sind Seitenkanäle angelegt. Sie dienen einerseits dem durchgehenden Schiffsverkehr auf dem Strome selbst, um den Stromschnellen und Wasserfällen aus­zuweichen. Anderseits verbinden sie das Land­innere Kanadas mit dem großen Umschlaghafen von Montreal. Die Stadt ist der größte Handels­und Jndustrieort des Landes. In ihrem Hafen wer­den die kleinen Binnenschiffe ausgeladen, die den gewaltigen Ernteüberschuß Kandas an Weizen und Mehl, sowie die Rohstoffe des Landes zur Verschif­fung nach England und den USA. heranführen. Mit den flußaufwärts nach Montreal gebrachten Einfuhrgütern des kanadischen Handels vollgeladen, kehren sie wieder ins Landesinnere zurück. Die von den Binnenschiffen herangebrachten Ausfuhrgüter Kanadas werden von den großen Ozeandampfern der USA. und Englands übernommen, nachdem sie ihre Einfuhrladung in Montreal abgegeben haben. So sind diese Dampfer auf der Hinfahrt nach Mon­treal wie bei der Rückfahrt wertvolle Beute der deutschen U-Boote, die auf den weiten Wasserflächen

Der Wechsel von seenartigen Erweiterungen, Stromschnellen und Wasserfällen gibt dem St.-Lo- renzstrom, der verkehrsreichsten Wasserstraße der Welt, das Gepräge. Er entströmt dem Ontario- See, der mit dem Erisee durch den Niagarafall ver­bunden ist. Gleich nach seinem Austritt aus dem Ontario-See erweitert sich der St.-Lorenzstrom zum See der 1000 Inseln", einem 60 Kilometer langen und 12 Kilometer breiten See, der etwa 1700 kleine Inseln umschließt, dann verengt sich der Strom auf etwa 4 Kilometer Breite und stürzt unterhalb der

Assam-Kautschuk" genannt. Ficus und Lan- d o 1 p h i a sind Schlingpflanzen von mitunter rie- igern Ausmaß. Sie kommen auch in Afrika vor. Manihot findet man im tropischen Amerika ebenso wie im trockenen subtropischen Afrika. Der G u a y u l e -Strauch ist ein Wildgewächs Mittel­amerikas, wie überhaupt ein großer Teil der Kaut- chukpflanzen wild wächst. Man findet Guayule vor allem in den mexikanischen Steppen. Die Ver­einigten Staaten hoffen, nach dem Verlust ihres Oftasienbesitzes und des ihrer Verbündeten hier auf eine gewisse Milderung ihres Kautschukman­gels. Kok-Sagys stammt aus Mittelasien. Es ist eine dem Löwenzahn ähnliche Pflanze. Vor­teilhaft ist, daß man bereits nach einem Jahr ernten kann und daß die ziemlich anspruchslose Pflanze in Gegenden mit dem Klima Südosteuropas und Süd­rußlands gedeiht. Das WortKautschuk" stammt vonCaucho" (gesprochen Kautscho) einem Aus­druck der Indianer des Amazonas-Gebietes. Er bedeutet so viel wieflüssiges Holz".

Die Weltkautschukerzeugung flieg von weniger als 29 000 Tonnen im Jahre 1890 allmäh­lich innerhalb 50 Jahren auf über 1,4 Mil­lionen Tonnen im Jahre 1940. Davon entfiel der allergrößte Teil auf B r i t i sch-M a l a y a und Niederländisch-Jndien, beides Gebiete, die sich jetzt in japanischer Hand befinden. Britisch- Malaya hatte 1940 eine Kautschukgewinnung von 550 000 Tonnen, Niederländisch-Jndien 546 000, Ceylon erreichte nur 90 000 Tonnen, Indc> - china 66 000 Tonnen, Thailand 44 000 Ton­nen, Britisch - Indien nur 14 000 Tonnen, Burma annähernd 10 000 Tonnen. Südamerika, das heißt hauptsächlich Brasilien, schaffte nur 18 000 Tonnen, die jetzt von USA.-Truppen be­setzte afrikanische Negerrepublik Liberia begnügte sich mit 6000 Tonnen (1939), und Mexiko brachte es sogar nur auf 4000 Tonnen. Demgegenüber be­trägt derBedarf allein der Vereinigten Staaten mindestens 800 000 Tonnen jährlich, er kann gegenwärtig nur zu einem geringen Bruchteil ge­deckt werden. Deutschland war am Natur- Kautschukverbrauch im letzten Vorkriegsjahr mit an­nähernd 100 000 Tonnen beteiligt, was rund einem Zehntel der damaligen Weltproduktion entsprach. Die Produktion von Buna hat jedoch in Deutsch­land einen vollwertigen Gummiersatz geschaffen.

Oer Krieg im kaukasischen Hochgebirge.

Von Kriegsberichter Dr. Josef Rieder.

Während im Westteil des Kaukasus gegen das Schwarze Meer zu und im Osten in Richtung auf das Kaspische Meer die deutschen Truppen immer weiter Vordringen, halten Gebirgstruppen Teile des Hauptkamms des Kaukasus be­setzt, jene gewaltige, bis zu 5000 Meter aufragende Berg- und Felsenkette, die nur von wenigen Pässen durchbrochen ist und in undurchdringlicher Wildnis mit Urwald, Felswänden und Gletscherfeldern einen gewaltigen Wall gegen Transkaukasien bildet.

Die Schwierigkeiten sind hier zum Teil sehr er­heblich, bedingt durch die besonderen Verhältnisse im Kaukasus. Das Gebirge steigt von der Ebene aus langsam an und ist nur durch wenige langge­streckte Täler zugänglich, die fast alle quer zum Hauptkamm in die Ebene auslaufen. Zwischen diesen einzelnen Tälern gibt es fast keine Verbin­dung, es fei denn, man wollte die Saumpfade, die über die mehr als 3000 Meter hohen Bergrücken führen, dazu zählen. Um von einem Paß zum an­deren zu gelangen, gibt es daher nur den beschwer­lichen und gefährlichen Kletterweg über die manch­mal überhaupt unbefteigbaren Grate, oder man muß einen Umweg von etlichen Tagereisen machen, mit dem Wagen gar einen Umweg von mehreren hundert Kilometern.

Die Täler sind, von wenigen Ausnahmen abge­sehen, nur von spärlichen Siedlungen bewohnt. Straßen sind hier Unbekannt. Die Wege längs der Wildbäche sind Karrenwege, die zuletzt immer enger werden und nur noch durch Tragtiere begangen werden können, und auch das nur im Sommer. So sind die Pässe oft erst nach tagelangem An­marschweg zu erreichen. Diese Pässe sind zum Teil uralte Verkehrswege, auf denen vielleicht schon in grauer Vorzeit Hirten, Jager, Räuber und ab und zu vielleicht auch die kriegerischen Haufen der frei­heitsliebenden Bergbewohner hin und wieder gezogen find, trotzdem sind es keine Wege im üblichen Sinne, sondern nur die Tretspuren der Tragtiere und Her­den, die sich oft im Geröll verlieren und jedes Früh­jahr neu ausgetreten werden.

Der Soldat, der auf diesen Pässen lebt und kämpft, hat daher zwei schwerwiegende Nachteile in Kauf zu nehmen. Zunächst entbehrt er hier jede, auch die geringste Behaglichkeit, auch die letzte menschliche Kultur und Zivilisation hat hier ein Ende. Die Umgebung ist wohl an schönen Tagen voll wilder Romantik, und der Blick von den Kämmen der Pässe geht oft über eine Landschaft voll gewal­tiger Erhabenheit, befonbers wenn an schönen Tagen im Süden der schimmernde Spiegel des Meeres aus dem Dunste steigt. Aber die nähere Umgebung, in der die Soldaten leben müssen, ist doch nur Stein und kahler Fels, Steilhänge und tief unten undurchdringlicher Urwald mit Wölfen und selbst Bären, die sich ab und zu bis zu den Stellungen der Soldaten verirren. Jede Kleinigkeit des täglichen Bedarfs, der hier ohnedies auf das Allernotwen­digste beschränkt ist, muß auf dem weiten Nach­schubwege herangebracht werden. Holz und Wasser sind hier Kostbarkeiten, die täglich im Schweiße des Angesichts heraufgeschleppt werden müssen, fqfern

Der St.-Lorenzstroin Jagdrevier unserer Movie

Oie kanadische Regierung muß den Verlust von 10 6to 15 Schiffen im Laufe des Sommers zugeben.

Lissabon, 4.Nov. (Europapreß.) Der nord- amerikanische Gummikommissar William I e f f e r s erklärte in Chikago, die Gummimarktlage in den USA. sei so ernst, daß auch im Mittleren und Fer­nen Westen spätestens am 22. November eine R a - tionierung eintreten müsse. Dieser Termin könne wegen der Knappheit des Gummis unmög­lich weiter hinausgeschoben werden. Die amerika­nische Zeitschrift ,Look" teilt mit, daß die Vereinig­ten Staaten durch Japan 98 v.H. ihres Roh­gummis beraubt worden feien und wendet sich gegen die übertriebenen Hoffnungen weiter nordamerikanischer Kreise, ihren Gummibedarf durch synthetischen Gummi ober durch den Neu anbau in 'Brasilien becken zu können. Die USA. benötigten iür 1942 allein 813 000 Tonnen synthetischen Gummi. 876 000 Tonnen würden nur für die Streitkräfte der Alliierten Nationen benötigt. Die­ser Bedarf könne nicht gedeckt werden, selbst wenn man den Altgummi und die Bestände hinzu- addiere. Wenn Brasilien in diesem Jahr 45 000 Ton­nen liefere und 1943 vielleicht 100000 Tonnen, sei dies beträchtlich, wobei man bedenken müsse, daß die Ernte von wilden, im Amazonastal verstreut liegenden Gummibäumen eingebracht werden müsse, was nicht nur kostspielig, sondern auch gefährlich sei.

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Für den modernen motorisierten Krieg sind Treibstoff und Kautschuk so bitter nötig wie das tägliche Brot zum Leben. Es gibt viele'Gebiete auf der (Erbe, in denen Kautschuk wächst. Anderwärts wird Kautschuk auf synthetischem Wege künstlich ge­wonnen. Der Bedarf ist riesengroß. Die wichtigsten Kautschukpflanzen der tropischen Gegenden sind meist große Bäume Hevea, Ficus, Elastica, Manihot, Guayule und Landolphia. Auf europäischem Boden, und zwar in Transnistrien zwischen Dnjestr, Bug und Schwarzem Meer, gedeiht die Kok-Sagys- Pflanze, aus deren Wurzel Kautschuk fließt. In O ft af i e n Hat man fast nur Hevea-Plantagen. Der Hevea-Baum stammt ursprünglich aus dem Ama- zonasgebiet (H£vea Brasiiiensis). Die stattlichsten Exemplare werden bis zu 30 m hoch, wobei der Stamm gut 2 m Durchmesser erreicht. Bis der Baum genügenderwachsen" ist und Kautschukmilch liefern kann, vergehen viele Jahre.

Weniger Bedeutung hat der auch in Europa be­kannteGummibaum" Ficus Elastica, in Ostasien