11
Aus der Giadt Gießen
VöchersammlungsmdieFrontl7.undl8.Oktobtt
Die' Wei
(Nachdruck verboten.)
15. Fortsetzung.
ber fk XS die ^traHon über ihre nährmitteln auf die Kartosfelstärkeerzeugnisse vor- Normaloerbraucherkarten. Zur besseren Uebersicht genommen. Statt bisher SO^Kartosfelstareeerzeug-
Gesamtration in Gramm: künftig ' bisher also mehr Davon:
Roggenbrot künftig bisher also +
Weizenbrot künftig bisher also r+
3n weltweiten Räumen steht die deutsche Wehrmacht, an der Kanalrüste, in Norwegen, in Finn- land, an der großen Ostfront, bei Stalingrad, im Kaukasus, in Aegypten und auf unseren U-Booten draußen in allen Meeren der Erde. Das, was unsere Manner allzeit aufrecht halt, ist die Verbindung zur Heimat! Neben dem Rundfunk sind es in erster Linie die Bücher, die die Heimat spendet.
Wenn das Kreisschrifttumsamt der Kreisleitung Wetterau hiermit erneut zur Bücherfammlung für die Front aufruft, so tut es das in der festen Ge- wißheit, daß die drei ersten Büchersammlungen durch dieses neue Sammelergebnis übertroffen werden. Was find das schon für Opfer, die wir dadurch bringen, daß wir aus unserem Bücherschrank die besten Bücher herausholen! Was sind es für Opfer gemessen an denen unserer Soldaten! Die Front soll
Und was mich vielleicht mit noch stärkeren Kräften ans Leben band als vorher die Hoffnung auf Befreiung, wurde nun der Wunsch, an den beiden, die mir das alles angetan hatten, Rache zu nehmen. Ich habe jahrelang nur noch für dieses Ziel gelebt. Immer war es gegenwärtig, am Tag und in der Nacht und bis in meine Träume hinein.
Gonzales — Perano, diese beiden Namen waren der Takt zu jedem hammerschiag beim Erwachen und Einschlafen, beim Essen und Trinken, unter der Erde und über der Erde; ihretwegen überstand ich hunger und Durst, Fieber und Frost, Schlage und jede Niedertracht, die man mir antat. Bor zwei Tagen wurde ich entlassen. Mit berufsmäßigen Mördern und Banditen zusammen wurde ich aus den Sisalspinnereien von Muertos entlassen. Bier Jahre vor der Zeit, die ich mir gesetzt hatte, stehe ich letzt dicht vor meinem Ziel. Morgen oder übermorgen...
Seine Brust hob sich in einem tiefen Atemzug. Seine Nasenflügel blähten sich gierig. Für den Bruchteil einer Sekunde überspielte ein Lächeln des Triumphes oder Glücks fein Gesicht. Es war so erschreckend, daß Karen für einen Augenblick der lahmende Gedanke durch den Kopf jagte. Malte mutze durch die Leiden der vergangenen Jahre wahnsinnig geworden sein. Ihr Verdacht stand so offen m ihrem Gesicht, daß Malte mit einer ruhigen Bewegung abwehrend die Hand hob. Er schüttelte den Kopf: „Du kannst unbesorgt sein, Karen, ich bin nicht verrückt — oder wenn ich es sein sollte, dann ist dieser Wahnsinn für dich ungefährlich."
Karen versuchte zu lächeln. Sie schämte sich ihrer Furcht. Wie sollte sie ihn aus seiner manischen Verstrickung lösen, wenn sie Mutlosigkeit zeigte?"
„Ach Malte, ich fürchte nichts für mich ...*
„Sondern .. .?"
„Für dich!"
Er wollte sie mit einer gereizten Handbewegung unterbrechen, aber sie ließ sich nicht aufhalten und ließ sich auch nicht abschütteln.
auch hierdurch wissen, daß sie sich auf die Heimat verlassen kann. Die Front lebt von der Verbindung zur Heimat. Es schließe sich daher keiner von der am 17. und 18. Oktober und in den darauf folgenden Tagen durch die Organisationen der Partei durchgeführten Bücherfammlung aus!
Welche Bücher braucht die Front? Grundsätzlich nur die besten! Gute Erzählungen, Romane, Unter- halkungslikeratur, Abenteuergeschichten, Reise- und Jagderlebnisse, auch Karl-Way-Bücher, und selbstverständlich nationalsozialistisches Schriftgut. Rur gut eingebundene Bücher, keine Literatur, die vor dem Jahre 1914 erschienen ist, keine Zeitschriften, wenn sie nicht von neuerem Datum sind.
Gebt reichlich und denkt nicht, daß es nicht darauf ankommt, was ihr schenkt: Rur die besten und unterhaltendsten Bücher gehören an die Front!
geben wir die bisherigen und die neuen Wochen» rattonen an Brot nochmals in Tabellen form.
ehrmacht hat für das Kriegshilfswerk für che Role Kreuz vom 1. April bis 31. August freiwilligen Spenden einen Betrag >,25 RM. und ausländischen Zah
das Deuttz, 1942 in freiwilligen Spenden einen Betrag von 49 974 086,25 RM. und ausländischen Zahlungs- Mitteln aufgebracht. Das Ergebnis ist um rund 260 o. H. höher als 1941.
«ter btt ire Arbvi S'die fy .des San, le«- 3uu der Nz- rnegsvy.
dnung. die lach, wahres Mhriich lng lach, erlassen. °nen mit urch eine chnet. Te. ■ für 10«, • Sie er. rnsührerz oder Sil« Hörigkeit 125 uch etrieb dir rstufe des 5 Reichs-
Die erhöhten Brot- und Fleischrationen.
Einzelheiten zur nächsten Lebensmittelperiode.
ms.
irten. Die 600 M Ppschastg« lkchschvitt- lie Arbeit so können Berechnung höhe von ppschafts. rhält auf ebensjahr egt, wäh« igsnwntüe et und die stssold beer Knapp- e fällt der Itoenrentt rente, die ippschafts« mf monat« nter Tage t wie bk ) fünfzehn und nach
Lerg« ben vollen M., für Zorleistung »ährt wer- r Ausstat-
। der Bei- r Arbeit?' in werden
Ein Mann rechnet ab
Roman von Horst Biemath
b ;<\ \ der d Sw
Ä ’M
s •
•s bauet: LNetii n'ete 9t: eute aus. «-denen e
Normal- Kinder 3
iforp*.
ldaten. Er sonne uiw er kämpft wir es er' stkaiM" : General' .erikanischr »er* n »E er Panzer- allenl.Ä oermch"'
i mit de" r Genera' -SÄ
zxS-
blich
u t $>’
„Ich werde Gonzales und Ciquita Perano töten, laate er leise und fast unbewegt; es klang, als wÄ»erhole er einen Satz, den er sich ^end und aber tausendmal vorgesprochen hatte. Karen hatte das Gefühl, er sehe sie durch die geschlossenen Augenlider hindurch starr an „Du verlangst eine Erklärung von mir, nicht wcchr? Gut "H wM versuchen, sie dir zu geben, obwohl td) n«f)t vb^ich das, was ich empfinde, in Worten auv- drücken kann. ,
Was kann ich dir von diesen vergangenen sechs Jahren erzählen? Sie waren zu furchtbar, als daß ich dir davon jemals eine Vorstellung geben konnte. Schläge, Roheiten, hunger, Fußtritte, Grauem- keiten, Mißhandlungen, was jage ich,bir
Ou hörst Worte ... du fühlst vielleicht ein schwaches Entsetzen, ein gewisses Unbehagen wenn ich dar cin Bild jener Tage zeichne. L»e sollte es a ) anders fein.
Aber in mir brennt die Erinnerung wie em Feuer Wenn ich schuldig gewesen wäre, wenn ich das schlimmste Verbrechen begangen tjatte, das et Men ch begehen kann, dann wäre schon °>°s 'ch durchmachen mutzte, als Strafe und Sühne von Menschen für Menschen erdacht über >edes Matz sraufam und unerträglich gewesen. Daß ich schuldlos erleiden mutzte durch eme heimtückisch Niedertracht, mar so furchtbar, daß ch mich mehr 2uchere7°re?williE?ent7eh°n, - Ä tat es nicht
6 10
bis zu bis zu
tation betätigen und am Schleichhandel mit verknappten Waren beteiligt sind.
*
In der alten Zipfer Bergstadt Käsrnark wurde die erste deutsche Hochschule in der Slowakei von Volksgruppenführer Karmasin eröffnet. 16 hervorragende Wissenschaftler, zumeist Gelehrte aus Deutschland, werden Vorttäge halten.
*
Der Gerichtshof in Penang (Malaiische Halbinsel) verurteilte mehrere chinesische Kommunisten wegen Sabotage und Anschläge auf das Leben hoher japanischer Persönlichkeiten zu 15 Jahren Gefängnis bzw. zum Tode.
Aus dem Reich.
Nachwuchs für die Wehrmacht.
Als Werbung für die Offizier- und Beamtenlaufbahn der Wehrmacht sind Vorttäge vor den Schülern vorgesehen, ferner Truppenbesuche, Einschiffungen und Flugplatzbesichtigungen. Um eine Ueberlastung der Schuler zu vermeiden, soll jeder Schüler der 5. bis 8. Klasse einer Höheren Schule und der 5. und 6. Klasse einer Mittelschule während eines Schuljahres und jeder Berufsschüler während seiner dreijährigen Lehrzett höchstens einmal einen Vorttag mit Film- oder Bildvorführung über jeden Wehrmachtteil erhalten und an einer Wehrmachtveranstaltung teilnehmen. Es sind also je Schüler höchstens vier Veranstaltungen im Jahr vorgesehen. Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß die Veranstaltungen außerhalb der Unterrichtsstunden an unterrichtsfreien Nachmittagen, am Wochenende oder zu Beginn der Ferienzeit stattfinden.
Oer BeichSzufchuß für Kleinrentner.
Botschafter der Heimat.
Hunderttausendfach gehen sie täglich hinaus ins Feld, die Briefe als Botschafter der Heimat. Wie ein großer Strom ist das, und jedes Wort ist ein winziges Wassertröpfchen darin. Unsichtbare Kraftwerke stehen an seiner Mündung, die er speist, sie füllen die seelischen Reserven der Front immer aufs neue. Wer sich immer wieder einsetzen, wer Entbehrungen ertragen muß, Sonnenglut und Kälte und Dreck dazu, der braucht solche Reserven der Seele und des Herzens, um bestehen zu können.
Dies sich zu vergegenwärtigen, wäre bei vielen, die zur Feder greifen, um einem Soldaten zu schreiben, sehr nützlich. Keine großen Worte, keine verbrauchten Phrasen — dies gerade nicht! Was wir wollen, das ist Substanz — Substanz der Heimat Wir wollen Nachrichten, Neues, Mitteilungen, Tatsächliches, Stoff aus dem Leben daheim, zunächst aus dem Kreis der Familie, — wir können gar nicht genug Einzelheiten hören von unseren Kindern, wie sich entwickeln, was sie treiben, was sie sagen'. Dann interessiert uns der Kreis der Freunde und Bekannten und ihre Schicksale, pnd schließlich das, was in der Gemeinde, in der Zelle oder Ortsgruppe geschieht. Und wenn wir von gewissen Plänen und Absichten nach Hause schreiben wie sie uns in vielen einsamen Stunden gewachsen sind,
dann wollen wir nicht für Blinde ober Schwer« hörige geschrieben haben. Wir lauschen dem Echo sehr genau und tasten alle Worte ab, denn wir lesen so einen Brief manchmal sehr oft, weil uns die nächste Post vielleicht vier Wochen warten läßt. Hat einer zu Hause einen Aerger gehabt, soll er ihn erst dreimal beschlafen, bevor er ihn in einen Feldpostbrief einfließen läßt. Er legt sonst eine Mine, die nach drei Wochen in der Hand des Emp» fängers explodiert, während der Absender den flüchtigen Aerger inzwischen längst überwunden hat. Wer meint, nichts zu berichten zu haben, rufe irgendeine gemeinsame kostbare Erinnerung wach — auch das beschenkt den Empfänger.
Natürlich gibt es kein allgemein anwendbares Rezept für den richtigen Feldpostbrief. Aber man nehme sich ein bißchen unfern Rat „in eigener Sache" zu Herzen:
Schreibt Briefe, die dem Soldaten Nahrung sind, und zur Nahrung gehört Substanz. Macht kein leeres Gerede — dazu ist Papier zu knapp! Gebt dem Soldaten Stoff für feine Gedanksn, Gespräche, Träume. Denkt daran: Eure Briefe sind Botschafter der Heimat. So ein richtiger schöner Brief ist noch mehr gefragt als ein Päckchen Zigaretten — und das will sehr viel heißen!
Gefr. Erich Traumann.
ver- bis zu bis zu braucher 3 Jahr. 6 Jahr. 10 Jahr. 20 Jahr.
Der Führer hat dem ordentlichen Professor Geheimen Rat Dr. Dr. -e. h. Sebastian F i n si e r - walder in München aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Anerkennung seiner Ver- bienste um die mathematische Wissenschaft die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
Der ehemalige Kammerpräsident H e r r i o t, der sich feit seiner Amtsenthebung in der Gegend von Lyon aufhielt, ist auf Anordnung der französischen Regierung verhaftet worden.
♦
Das USA.-Marinedepartement gibt bekannt, daß bie Verluste der USA.-Marine feit Kriegsausbruch 22 300 Tote und Verwundete betragen.
*
An der Schcmtung-Front haben japanische Truppen die chinesisch-kommunistischen Verbände der 115. Division General Ligyungs emgeschlossen. Die lio. Division hatte ihren Standort am Ufer des alten Gelben Flusses int westlichen Teil der Provinz Schantung.
Der Generalresident von Marokko, General No - ms, hat in Bon-Doninb ein Konzentrationslager für Juden geschaffen, da nach dem Zusammenbruch 'Frankreichs zahllose Juden nach Marokko cmsge- ivandert sind, die sich im Sinne der engttschen Agi-
„Du bist jetzt zweiunddreißig Jahre alt, mcht wahr?"
„Wirklich? Ich habe die letzten Geburtstage nicht gefeiert", unterbrach er sie höhnisch.
Sie beachtete seinen Einwurf nicht. „Du hast doch erst den kleineren Teil deines Lebens hinter dich gebracht und hast so viele Jahre noch vor dir, so viele Arbeiten und Aufgaben! Was du tun willst, ist Selbstmord. Wenn du deinen Vorsatz ausfuhrst, dann zerstörst du dein Leben zum zweitenmal, jetzt aber endgültig. Dann gibt es für dich keinen anfang mehr^ dann ist alles zu Ende. Ach Malte, ich bitte nicht für die beiden, die dich verraten und verkauft haben: ihre Tat ist so niederträchtig und nichtswürdig, daß es nichts Böses gibt, was ich- ihnen nicht wünschen könnte. Aber was soll ihr Tod dir helfen? Er stürzt dich nur in neues Unglück, denn du gehst mit ihnen unter. Und du vernichtest mit ihnen auch die einzigen Zeugen für deine Schuld- losigkeit!
Gewiß, es wird schwer sein und Zeit brauchen, den beiden nachzuspüren und den Beweis für ihre Schurkerei zu erbringen. Aber es muß gelingen! Ich habe Freunde, und ich weiß genau, daß sie alle Kräfte aufbieten werden, dir beizustehen. Und wenn auch du den Glauben verloren hast, so glaube ich um so fester an das Gute und an den endlichen Sieg deiner Sache. Wir dürfen nur nicht nachgeben, wir dürfen uns nicht untertriegen lassen, wir müssen zäh und unermüdlich bis zum guten Ende kämpfen!"
Ihr glühender Eifer, ihre Zuversicht und gläubige Bereitschaft blieben auf Drackmann ohne jeden Eindruck. Karen spürte, daß sie zu tauben, gelangweilten Ohren sprach, aber sie ließ sich durch seine abgekehrte Haltung nicht entmutigen: „Wenn du mir schon nicht glaubst, dann laß mir wenigstens Zeit! Be- ftimme sie selbst, ein paar Monate ober rin paar Wochen nur, wenn du zu ungeduldig bist, um zu warten. Und hilf mir oder überlaß mir deine Sache allein — und erst, wenn ich dir sagen müßte, daß es hoffnungslos ist, bann ..."
(Fortsetzung folgt.)
Reue Erfolge der Japaner bei den Salomonen.
Tokio, 4. Okt. (Europapreß.) Die Bekanntgabe neuer japanischer Erfolge im Gebiet der Salomoninseln kündigte Kapitän Hiraide an. In diesem Gebiet hätten sich in letzter Zeit weitere Kämpfe al*> spielt, die siegreich für die japanische Marine verliefen. Die Anfang August gemeldete Landung nord- vmerikanischer Marinesoldaten auf den Salomoninseln habe, um die zurückgelassenen Truppenreste mit Munition und Nahrungsmitteln zu versorgen, den Feind gezwungen, immer neue Schiffe in dieses Gebiet zu entsenden. „Sie werden vom Schicksal mehrerer feindlicher Flugzeugträger, über zehn anderer Kriegsschiffe und über zehn anderer Transporter hören, sobald die feindliche Flotte in diesem Gebiet vollständig vernichtet ist" erklärte Hiraide.
Oie Kämpfe auf Madagaskar.
Vichy, 3. Okt. (Europapreß.) Feindliche Streit-
Sache der Gerechtigkeit verttaten. Ich konnte es mir nicht vorstellen, daß Gott ober die sittliche Weltord- nunq ober wie bu es nennen willst, es zulassen könnten, daß ich das Opfer einer Schurkerei bleiben sollte und daß die Mächte des Bösen siegen wur- den. Ich wurde von diesem frommen Köhlerglauben allmählich geheilt."
Er preßte bie Lippen zusammen. In seinen Mundwinkeln stand ein flüchtiger Hohn als Erinnerung an einen törichten Kinderglauben, der ihn schmählich enttäuscht hatte. — Karen saß schmal und still auf ihrem Platz und blickte in ihren Schoß. In ihrer Seele tämpften widersprechende Empfindungen miteinander. Etwas in Maltes Ausdruck, vielleicht die steinerne Ruhe, mit der er von seinem furchtbaren Vors« sprach, ober bie Gefühlskälte, bie von ihm ausftrömte, stießen sie ab und flößten ihr beinahe ein Grauen vor ihm ein.
Auf der anderen Seite wußte sie, daß erst das erlittene Unrecht ihn zu dem gemacht hatte, was er beute war, und dieses Wissen erfüllte sie mit einem tiefen Mitgefühl und zärtlicher Zuneigung. Sie glaubte fest daran, daß unter der gefrorenen Oberschicht jener Mensch verborgen sein müsse, dessen liebenswertes Andenken sie über die Jahre der Trennung hinweg bewahrt hatte. Und dieses Bewußtsein gab ihr die Zuversicht, daß es ihr gelingen werde, das Ursprüngliche in ihm, das nur verschüttet war, wieder ans Licht zu bringen.
Es war still im Zimmer. Auch Brackmann hing seinen Gedanken nach. Der Lampenschein lockte zahllose Moskitos zum Fenster. Sie summten wütend vor dem Drahttietz und verfingen sich in den engen Maschen. Eine handlange Eidechse mit weiß schimmerndem Bauch und zuckendem Kehlsack kroch gemächlich über bas Gitter und hielt auf ihrem reich- gedeckten Tisch mühelos eine kräftige Mahlzeit.
Brackmann bewegte sich. Er öffnete die Augen und schaute senkrecht ins Licht empor. Seine Pupillen wyren nadelscharf. „Diese Hoffnung also gab ich nach und nach auf. Trotzdem lebte ich weiter.
Mit der 42. Lebensmittetperiode, die am Montag, 19. Oktober, beginnt, treten, wie bereits gemeldet, die Erhöhungen der Brot- und Fleischrationen m Kraft. Im einzelnen haben die Erhöhungen folgenden Umfang: Bei der Brotration gibt es --abgesehen von den Schwer-, Schwerst-, Lang- und Nachtarbeitern — fünf verschiedene Gruppen von Verbrauchern. Beim Normalverbraucher wird die wöchentliche ^Brotration von 2000 Gramm um 250 auf 2250 Gramm erhöht, und zwar die Ration an Roggenbrot um 150 Gramm von 1600 auf 1750 Gramm und die Weizenbrotration um 100 Gramm von 400 auf 500 Gramm wöchentlich. Bei Kindern bis zu drei Jahren erhöht sich bie Weizen- brotratron von 900 um 200 auf 1100 Gramm; Roggenbrot wird hier nicht zugeteilt, wohl aber monatlich 500 Gramm Kinderstärkemehl wie bisher. Bei Kindern von drei bis zu sechs Jahren bleibt die Ration die gleiche wie bisher, nämlich 500 Gramm Roggenbrot und 700 Gramm Weizenbrot, zusammen also 1200 Gramm. Diese Ration war vom 6. April an, als alle anderen Rationen gekürzt waren, bereits um 100 Gramm erhöht worden. Kinder von sechs bis zu zehn Jahren erhalten die gleiche Gesamtration wie bisher, nämlich 1700 Gramm in der Woche, dafür tritt aber eine kleine Verschiebung in den Weizen- und Roggenportionen ein: sie erhalten künftig 1150 Gramm Roggenbrot statt bisher 1250 Gramm und dafür 550 Gramm Weizenbrot statt bisher nur 450 Gramm. Ebenso bleibt die Ratton der Jugendlichen von zehn bis zu zwanzig Jahren insgesamt die gleiche, nämlich 2600 Gramm, nur wird auch hier die Weizenportion von 400 auf 500 Gramm erhöht und dafür die Roggenportion von 2200 auf 2100 Gramm gekürzt. Bei den Schwer-, Schwerst-, Lang- und Nachtarbeitern bleiben die Zulagen die gleichen wie bis-
antöortete: „Ich kann Ihnen versichern, daß ich >as nicht über das nötige Maß hinaus tue. Aber bisher war die Lage in Afrika so, daß eine Fühlung von rückwärts aus nicht möglich war. Außerdem ist zu bedenken, daß auf dem Kampffelde auf jedem Platz Gefahr vorhanden ist. Ich war immer dafür, daß ich dort bin, wo etwas los ist. Nur so fann ich augenblickliche Entscheidungen treffen. Man muß unbedingt zur Stelle sein. Manchmal kommt es auf Sekunden an. Mir geht es ausgezeichnet. Ich kann versichern, daß ich stets auf meinem Poften bin, wenn es notwendig ist."
Die Merina und die Becileo, die sich in ihren Bergen und Wäldern gründlich auskennen, sind wertvolle Nachrichtengänger und nehmen auch an den Kämpfen teil. Dieser Widerstand aller Teile der Bevölkerung hat die Erbitterung der Engländer beträchtlich gesteigert, deren Flugzeuge auf Dörfer und Felder Brandbomben abwerfen. Die Brandherde dehnen sich im Busch, wo seit fünf Monaten eine außerordentliche Trockenheit herrscht, sehr rasch aus.
Kleine politische Nachrichten.
Anläßlich des Erntedankfestes veranstaltete die Landesgruppe Schweiz eine Kundgebung, zu der Zehntausende von Deutschen aus allen Teilen der Schweiz nach Zürich gekommen waren. Der Leiter der Auslandsorganisation, Gauleiter Bohle, hielt eine Rede, in der er herzliche Worte des Dankes dem Genfer Roten Kreuz für feinen großen Anteil an der Linderung des Schicksals der Internierten widmete.
Das Oberkommando der Wehrmacht hatte Verbesserungen der Elternversorgung verfügt. Es soll dadurch auch die Hilfsbedürftigkeit der bisher von
Bezirksfürsorgeverbänden unterstützten Eltern behoben werden. Daher konnten die Leistungen der öffentlichen Fürsorge hier häufig ganz eingestellt werden. Bei Kleinrentnern, die neben den Fürsorgeleistungen den Reichszuschuß für Kleinrentner erhielten, hat sich durch Wegfall des Reichszuschusses vereinzelt eine Minderung der bisherigen Gesamt- bezüge ergeben. Beträgt die Minderung weniger äls die Hälfte des Reichszuschüsses, so ist der halbe Betrag des Reichszuschusses weiter zu gewähren, bei höherem Unterschiedsbetrag der volle Reichszuschuß.
Kunst und Wiffenschast.
Die farbige Papierkopie.
Auf der Tagung „Film und Farbe" in Dresden kündigte der Vorsitzende der Kinotechnischen Gesellschaft, Dr. W. R a h t s, die Verwirklichung der farbigen Papierkopie an. Die technischen Voraussetzungen für die Herstellung von farbigen Papierabzügen wurden durch das Agfacolor-Verfahren geschaffen. Die Verarbeitung des farbigen Papiernegativs ist die gleiche wie beim Schwarz- Weiß-Film. Natürlich wird besonderer Entwickler benutzt. Kopiert oder vergrößert wird in den gewöhnlichen Apparaten, wobei durch Lichtfilter eine etwa gewünschte Farbsteuerung möglich ist. Die Entwicklung des Papiers erfolgt wie üblich in Schalen, dann wird es gründlich gewässert und kommt in ein Unterbrechungsbad mit wiederum folgender Wässerung, ferner in ein Bleichbad und nach nochmaliger Wässerung zum Schluß in ein Fixierbad. In Zukunft wird auf diese Weise jeder Amateur von seinen selbst geknivsten Farbenaufnahmen beliebig viele farbige Abzüge oder Vergrößerungen nach diesem Verfahren Herstellen können. Aus dem Negativfilm, der für den Spielfilm bereits einer erfolgreichen Bewährungsprobe unterworfen worden ist, erscheinen die Farben komplementär; rot z. B. er cheint in seiner Komplementärfarbe grün, blau als gelb usw. Der Abzug, sowohl im Kontakttuck wie auch in der Vergrößerung, ergibt dann wieder rot, blau usw., also die natürlichen Farben. Freilich wird sich der Amateur noch bis nach dem Kriege gedulden müssen.
Ein neuer Iannlngs-Fttm.
Am 6. Oktober findet im Berliner Ufa-Palast am Zoo und im Primus-Palast in Neukölln die Erstaufführung des unter künstlerischer Oberleitung von Emil Jannings gedrehten Bism arck - Film s her Tobis „Die Entlassung" statt. Die Regie fuhrt Wolfgang Liebeneiner. Die Hauptrollen verkörpern Emil Jannings, Werner Kraus, Werner Hinz, Theodor Loos und Karl Ludwig Diehl.
Ein neues Vühnenwerk von Richard Strauß.
Unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr Goebbels findet am 28. Oktober in der Münchener Staatsoper die Uraufführung von „Capriccio", einem Konversationsstück für Musik von Clemens Krauß u. Richard Strauß,
statt. __
Die Fleischrationen der Versorgungsberechtigten aller Altersstufen werden vom 19. Oktober an um wöchentlich 50 g, die der Schwer-, Schwerst-, Lang- und Nachtarbeiteer um 100 g wöchentlich erhöht. Sie werden dann folgende Höhe haben: Normalverbraucher bekommen 350 g (bisher 300 g und vor dem 6. April 400 g), Kinder bis zu sechs Jahren bekommen 200 g (bisher 150 g; vor dem 6. April 250 g); Jugendliche von sechs bis zu achtzehn Jahren bekommen 400 g (bisher 350 g; oor dem 6 April 400 g),Schwerarbeiter bekommen 700 g (bisher 600, vorher 800 g), Schwerstarbeiter 950 g (bisher 850g^ vorher 1000 g), Lang- und Nachtarbeiter 550 g (bisher 450, vorher 600 g).
Bei den Nährmitteln bleibt die Gesamtration von 600 g in vier Wochen die gleiche wie bisher, dagegen wird eine Verlagerung von den Getreide-
kräfte konnten nach heftigen Angriffen in das Tal des Flusses Sambaina einbringen und die Stadt gleichen Namens, die an der Eisenbahnfttecke nach _____o„„ .
dem Süden liegt, besetzen. Die französischen Stteit-1 dadurch auch fräfte trachten danach, den Engländern den Vor-1 den Bezirksf marsch so schwierig wie möglich zu gestatten. Die ' ' * - '
i Operationen der französischen Truppen werden durch । die Mitarbeit der Bevölkerung wesentlich erleichtert.
2250
1100
1200
1700
2600
2000
900
1200
1700
2600
250
200
——
—
—
1750
___*
500
1150
2100
1600
- -
500
1250
2200
■ 150
—
—
— 100
— 100
500
1100
700
550
500
400
900
700
450
400
- 100
+ 200
—
+ 100
+ 100


