Die Straße von Kertsch überschritten
Oie Besetzung der Taman-Haibinsel
Stalingrad
stoßen geworfen.
(Nachdruck verboten.)
34. Fortsetzung.
schildert haben. Wenn Martin alle Verbachtsgründe zusammenhielt, mußte er notwendigerweise auf sie f"''
Medyn wurden wieder von starken feindlichen Kräften geführte Angriffe abgewicfen. Auch im Raum von Rschew scheiterten wiederholte An- orisse starker seindlicher Kräfte. Der Zeind verlor in diesen kämpsen 83 pan, erk a mpswa gen.
Haldane 1912 dem deutschen Botschafter erklärte, England werde an Deutschland den Krieg erklären müssen, falls sich der ausgebrochene Balkanstreit zu einem Kriege zwischen Frankreich-Nußland und Deutschland-Oesterreich auswachse — weil England nicht dulden könne, daß Deutschland auf dem Festlande eine beherrschende Stellung einnehme — so ist 'm dieser Aeußerung natürlich auch die Erkenntnis verborgen, daß ein starker Festlandstaat seine Ansprüche auf Seemacht zur Geltung bringen werde.
Darin also hat bis in unsere Tage die Rolle der Seemacht in der britischen Gleichgewichtspolitik bestanden: in der Einschüchterung der Keinen, ohnmächtigen Staaten durch den alleinigen unmittelbaren« Einfluß der Seemacht auf ihre Küsten und ihren Seehandel — daher Englands Bemühung, Europa in möglichst viele solcher ohnmächtiger Staaten zu zerstückeln; Sicherung des Seeweges für das
Bei einem feindlichen Luftangriff gegen einen deutschen Flugplatz im mittleren Frontabschnitt wurden 24 von 37 der angreifenden Flugzeuge zum Ab- stürz gebracht, der Rest zum Abdreheu gezwungen.
Südlich des Ilmensees wurden mehrere örtliche Angriffe der Sowjets abgeschlagen. Südlich des L a d o g a s e e s und an der Einfchließungsfront von Leningrad scheiterten ebenfalls mehrere feindliche Angriffe. Bei einem Ueberfehungsverfuch über die Rewa wurden von 28 feindlichen Booten 20 vernichtet.
In Aegypten nur Kämpfe von örtlicher Be- deutung. Angriffe der deutschen und italienischen Luftwaffe richteten sich gegen feindliche Truppen, Kraftfahrzeugansammlungen, Flugplätze und Rachschubverkehr. In Luftkämpfen wurden 25 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Im Laufe der gestrigen Rächt wurden über der Deutschen Bucht zwei britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Leichte deutsche Kampfflugzeuge erzielten gestern Volltreffer in Industrie- und Verkehrsanlagen an der e n g l l s ch e n S ü d k ü st e.
Oberleutnant Mars eilte, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, errang am 2. September au der ägyptischen Front seinen 125. Luft- f i eg, nachdem er in Luftkämpfen des vorangegangenen Tages 16 britische Gegner bezwungen hatte.
Anna hatte ein Schlucken in der Kehle. Zwischen ihren Stimmbändern saß ein wildes Schluchzen, das nicht laut werden durfte. Was Martin sich da leistete, war ein Affront und machte das Maß voll. Anna schaute zornig in das halbe Dünkel des Zimmers, in dem ein unverschämter Mond sein Wesen trieb: Sie biß die Zähne zusammen und dachte: Was zuviel ist, ist zuviel. Ist der Frühe werde ich ihm meinen Standpunkt klarmachen. Ich bin. nicht zimperlich, nehme nicht gleich alles übel. Aber so geht es nicht, in dieser Handlungsweise liegt offene Mißachtung.
Anna hatte sich aufgesetzt und ihre Meinung drohend und halblaut vor sich hingesagt. Dann hieb sie eine energische Kerbe in das Kopfkissen und warf sich mit einem Plumps zum Schlafen hin, das nun, da der Kriegsplan entworfen war, ziemlich schnell vonstatten ging.
Auch Brügger lag — nur durch eine dünne Decke von Anna getrennt — unzufrieden im Bett. — Wie kann man nur so brav aussehen und im Innern so verdorben sein? — fragte er sich mit schmerzendem Herzen. Er war im Wirtshaus gewesen, aber es hatte ihm wenig Spaß gemacht. Er hatte zuviel getrunken, auch zuviel geraucht. Auch sonst hatte er Verdrießlichkeiten. Die Purg- staller, die er sich für die Heilstätte gedacht hatte, ging weg, und jene Hypothek mußte Arrrainer zurückgezahlt werden. Wenn er morgen nach Mün- - chen fuhr, konnte das gleich miterledigt werden. Ach so, fiel ihm ein, am Samstagnachmittag hatten die Banken ja zu! Pech. Unruhig wälzte sich Brug-
„Ia, alles. Wir können losgehen", sagte sie resolut und klemmte ihre kleine, hübsche Tasche unter den Arm. Sie schritt auf dem Gehsteig, während Hingerl das knarrende Wägelchen zog.
„Das ist jetzt aber rasch gegangen", sondierte der Gärtner vorsichtig. Im stillen dachte er: Respekt vor der jungen gnädigen Frau! Die wurde sogar mit so einer wie der Purgstaller fertig! — Seine Frage war pure Bosheit.
„Gott, bei denen hält es ja niemand aus", sagte die Purgstaller wegwerfend.
„Wieso?"
„Wie die mit einem ufnfpringt! Dabei hat sie es gar nicht nötig. Wenn ich erzählen wollte! Gegen die sind wir die reinsten Waisenkinder, Hingerl? Wissen Sie das Neueste! Dem Doktor fehlen zweitausend Mark! Der junge Hudak — na, Sie kennen ihn ja auch — hat das Geld von der Bank abge
hoben. Man will doch klar sehen, wenn man einmal die Bücher geführt hat und wenn plötzlich ein Scheck ehlt. Und wer, meinen Sie, hat dabei die Hand im Spiel gehabt?"
„So? Geld fehlt? Hm."
„Zwo Mille, sage ich Ihnen ja. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie die Doktorin sich mit dem Scheckbuch zu schaffen machte. Klarer kann die Sache doch nicht liegen. Wenn ich das nicht verbreite, fällt der Verdacht schließlich noch auf mich, und das wäre ja noch schöner."
„Wenn Sie sich nur nfidjt in die Brenness^ln setzen."
„Wie meinen Sie das?"
„Wenn Sie falsch vermuten, kann das unangenehm für Sie werden. Uetile Nachrede, verstehen Sie."
„Ich bin meiner Sache schon sicher", lachte die Purgstaller flott. Innerlich aber hatte sie plötzlich Angst. Vielleicht hatte dieser Hingerl recht. Sie beschloß, vorsichtiger zu sein, einen Prozeß wollte sie denn doch nicht.
„Das müssen Sie wissen", brummte der Gärtner und schneuzte sich umständlich. Dann zog er wieder. „So, da wären wir", meinte er nach einer Weile, als sie vor dem Hotel angelangt waren. Er schleppte die großen Koffer in das Vestibül und wischte sich die Stirn. Als ihm die Purgstaller ein Trinkgeld geben wollte, sagte er: „Nein, danke schön, ich nehm' nichts. — Alles Gute, Frau Purgstaller. Habe die Ehre." Dann machte er sich auf den Heimweg.
Zu Hause schob er das Wägelchen in den Schup- den, dann begab er sich schnurstracks zu Anna.
„Ich komme vom „Löwen". Ich hab' der ihre Koffer hinbesorgt", begann er ohne Einleitung. „Sie, das ist eine bösartige Person, vor der darf man sich in acht nehmen! Wissen Sie, was die von Ihnen erzählt? Dem Herrn Doktor tat Geld fehlen. Zweitausend Mark. Dann hat sie etwas von einem Scheck geschwatzt, den Sie ausgestellt und
als die Täterin ober Mitschuldige. kommen. Nun verstand , sie plötzlich sein Benehmen, seine verletzende Kälte. Was für unselige Verstrickungen! Großer Gott, was sollte sie nur tun?
(Fortsetzung folgt-
iauf der Taman-Haltiinfel die Landzunge Kossa- Tschuschka besetzt und südostwärts Fanalowskaja die Verbindung mit den nordwestlich Temrjuk vordringenden rumänischen Verbänden auf dem Küften- streisen nördlich der Lagune von Achtanosowsk her- gestellt.
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ger in seinem einsamen Bett,^ erst gegen Morgen fiel er in von üblen Träumen gestörten Schlaf.
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Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter KlSpffer
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den Herr Hudak einkassiert haben soll. Tät mich wundern, wenn sie das nicht überall herumerzählt, das Frauenzimmer, das boshafte! Ich tratsche sonst nicht. Aber wenn eine mit so dicken Brocken um sich wirst, ist es doch meine Pflicht, die Herrschaft davon in Kenntnis zu setzen. Schon damit sie dem Besteck den losen Mund stopfen können."
„Ich danke Ihnen, Hingerl", erwiderte Anna betreten. „Ich brauche Ihnen wohl nicht zu versichern, daß sich alles ganz anders verhält. Aber es ist gut, daß Sie es mir gesagt haben. Woher will sie • denn das von meinem Detter wissen?"
„Sie hat sich in München erkundigt, sagt fie;*
„Danke, Hingerl." Der Gärtner ging.
Anna schlich nachdenklich hinüber ms Wohnzimmer. Also darum war Martin so sonderbar! Sie selbst hatte er im Verdacht! Die tückische Hausdame hatte Martin von jener nächtlichey Begegnung im Sprechzimmer unterrichtet. Sie, Anna, hatte damals das Scheckbuch in der Hand gehabt, richtig. Man konnte daraus falsche Schlüsse ziehen. Aber wie konnte Franz einen Scheck präsentieren, der ihn gar nichts anging? Wahrscheinlich hatte Fender ihn darum ersucht, dieser erbärmliche Wicht, der allen Menschen Unglück brachte. Wieder stieg eine Haßwelle in ihr hoch, und wieder wünschte sie dem Maler den Tod. Was kümmerte es Fender, wenn ein Unschuldiger Ungelegenheiten bekam! Sie mpßte nachher unbedingt die Bank anrufen und sich vergewissern, ob nicht alles nur Geschwätz war.
Anna dachte scharf und logisch weiter. Don Franz, zu ihr war dann für Martin nur ein Schritt. Die Purgstaller würde es ihm schon entsprechend ge»
aus dem Jahre 1805 war denn auch vorgesehen, das England ein Expeditionskorps von 8000 Mann für Unteritalien stellen sollte.
Natürlich floß die Absicht Englands, den gefährlichen Gegner auf dem europäischen Festland nach Kräften zu schädigen, oft mit dem anderen Zweck zusammen, ihn von derSee fernzuhalten. Als England 1854 an Rußland den Krieg erklärte, geschah es aus dem Grunde, den Zaren nicht in den Besitz Konstantinopels gelangen zu lassen. Dementsprechend setzte England im Frieden von Paris 1856x durch, daß dem geschlagenen Zaren das Halten einer Seemacht im Schwarzen Meer überhaupt verboten wurde, was sich freilich nicht lange aufrechterhalten ließ. Allgemein darf ja die Einflußnahme auf die Machtverhältnisse an Land und auf die Seegeltung nicht schematisch getrennt werden, beides steht in enger Wechselbeziehung zueinander. Wenn Lord
Ansetzen des Landkrieges durch den Festkanddegen gegen Flanke oder Rücken des gemetnfamen Gegners und endlich, wenn notig, das Eingreifen des britischen Landheeres — für das noch heute alljährlich die Mittel unter der Formel bewilligt werden, zur Aufrechterhaltung des europäischen Gleich- ^Inbesten erleben mir seit dem ersten Weltkrieg, wie die britische Flotte immer weniger imstande ist, ihre frühere Rolle m der Gleichge- wichtspolitik zu spielen. Der obenerwähnte Plan Englands und Rußlands, im ersten Weltkrieg em Heer aus Petersburg unter dem Schutz der brttt- schen Flotte an die deutsche Ostseekuste heranzufuhren, ist noch bis ins Jahr 1916 erwogen aber nicht ausgeführt worden, weil man wegen der Starko der deutschen Flotte nicht wagte, in die Ostsee zu gehen. Aus demselben Grunde gelang mcht die Einschüchterung der skandinavischen Staaten zur Ausgabe ihrer Neutralität, zumal nicht, nachdem Die britische Flotte vor dem Skagerrak 1916 besiegt war. Im Mittelmeer wurde die britische Flotte mitten in ihren Vorbereitungen für die Laydung eines Heeres auf Gallipoli durch das plötzliche Erscheinen des deutschen U-Bootes „U 21" mit her Versenkung der Linienschiffe „Triumph" und „Majesttc am 25. und 27. Mai 1915 überrascht und konnte sich auch weiterhin nicht mehr so frei bewegen wie früher.
Der Wandel im Gebrauch der Seemacht m Binnenmeeren wurde im jetzigen Kriege noch deutlicher als im ersten Weltkrieg offenbar, weil die früheren Träger der Seemacht, die schweren Ueberwajser- schiffe, in engbegrenzten Seegebieten durch die vervollkommneten U-Boote, Minen und Flugzeugs immer schärfer bedroht wurden. In die Ostsee zu gehen, etwa zur Unterstützung Polens, hat die britische Flotte 1939 gar nicht mehr in Erwägung gezogen, obwohl sie eine siebenfache Überlegenheit über die deutsche besaß. Der Versuch, nach dem Muster früherer Jahrhunderte Griechenland und Jugoslawien 1941 zum Angriff auf Deutschland anzu- setzen, scheiterte kläglich. Die früher so wichtigen Stützpunkte Gibraltar und Malta verloren an Wert. Die schweren Niederlagen der britischen Flotte tm November und Dezember 1941 — Vernichtung der „Berham", Außergefechtsetzung der „Malaya , „Da- liant" und „Queen Elizabeth" — sowie die Katastrophen der durch Kriegsschiffe stark gesicherten britischen Geleitzüge im März 1942 zwischen Kreta und Marmarica, im Juni östlich und westlich von Malta und im August wiederum im westlichen MU- telmeer sind Zeugnisse dafür, daß die britische Flotts keine Aussicht mehr hat, der unseligen Gleichgewichtspolitik noch nennenswerte Dienste zu leisten. Damit aber ist auch diese Politik selbst zum Tobe verurteilt, und Europa kann endlich erfolgreich darangehen, seine Angelegenheiten selbst zu ordnen, ohne die rücksichtslosen selbstsüchtigen Eingriffe der Briten.
OieneuenMimsiermGpanien
Madrid, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Zeitung „Arriba" bezeichnet die Ernennung der drei neuen Minister für Aeußeres, Heer und Inneres sowie die Berufung eines neuen Generalvize, fefretärs der Falange als eine „Ablösung d er Wach e", die weder in Spaniens Innen- noch Außenpolitik die geringsten Aenderungen hervor- rufen werde. In Spanien könne man weder heute noch morgen von einem Regierungswechsel sprechen, weil es nur ein und dieselbe Regierung gebe, die des Caudillo, des Generalissimus der Wehrmacht und obersten Führers der Falange. Heer und Falange stellten unter der Führung von Franco die Pfeiler der Einheit und Disziplin im Innern und einer starken und selbstbewußten Front nach Außen dar. Die Ereignisse erhielten aber da- durch einen tieferen Sinn, baß Franco das Präsidium über den politischen Ausschuß der Falangs übernommen habe. Hierdurch würden die verschiedenen Kräfte im Staate besser als bisher aufeinander abgestimmt und ihre Zusammenarbeit wirb wirksamer. Die Spekulation ausländischer Agenten und einer gewissen Freimaurercligue im Innern seien bekannt. Spaniens Innenpolitik weiche aber »trotz dieser Quertreibereien nicht von ihrem geraden Weg ab und die Außenpolitik bewege sich dennoch im Geiste unserer gefallenen Helden. Diese Politik sei leidenschaftslos und wachsam und liege in der Hand eines Mannes, dessen Faust bas Schwert umklammere.
Kstme politische Nachrichten.
Wenbell W i l l k i e würbe in Kairo von König Faruk in Aubienz empfangen. Er überbrachte ihm eine Botschaft des Präsidenten Roosevelt unb hatte eine Besprechung mit bem ägyptischen Minister- ptäfibenten Nahas Pascha, wobei er sich bemühte, bie ägyptische Regierung zu einer Verlegung bet Hauptstabt von Kairo nach Khartum, wie Churchill dies wünscht, zu veranlassen. ' —
Derselbe Wehrmachtbericht vom Freitag metbet: „Der Angriff auf Stalingrad konnte bis an die westlichen Vorstädte herangetragen werden... Nördlich Stalingrad an der Wolga stehende Truppen versenkten drei Kanonenboote ..." Während Panzerverbände westlich Stalingrad die feindlichen Verteidigungslinien durchbrachen unb den Feind nach Einnahme eines Kafernengeländes auf den Westrand der Stadt zurückwarfen, stieß eine Kampfgruppe den weichenden Bolschewisten nach und nahm eine wichtige Höhe ein. Ein anderer Verband besetzte nach erbitterter Gegenwehr eine Ortschaft. Nörd lich und nordostwärts Stalingrad machte der Angriff gegen hartnäckigen feindlichen Widerstand weitere Fortschritte. Gegen die Nordfront ber bis an bie Wo l g a vorgestoßenen beut-, schen Verbände unternahmen die Bolschewisten mit 150 Panzerkampfwagen wiederholt stärkere Angriffe. Alle diese Versuchs des Feindes, aus der Flanke den deutschen Angriff aufzuhalten und in die Stellungen unserer Truppen einzudringeif, scheiterten an der hervorragenden Abwehr deutscher Panzer- und motorisierter Schützen-Divisionen. Wo es dem Gegner gelang, in die vorgeschobenen deutschen Stellungen einzudringen, wurde er von unseren Panzergrenadieren in kühn geführten Gegen-
ken Herrschaft über bie Meere und den größten Kolonialbesitz aufzuhalten. „Um die Unterjochung Europas durch eine Macht zu verhindern , dehnte Großbritannien seine eigene Macht ins Grenzenlose aus, bis Sie Charles Dilke unter Zustimmung weiter Kreise seines Volkes in seinem Buch Greater Britain um 1880 als notwendige weitere Erobe- < rung noch China, Japan, Chile, Peru, die La- Plata-Staaten und die Tafellander Afrikas, kurzum bi e g a n z e E r d e fordern konnte.
Der britischen Seemacht fiel naturgemäß in । erster Linie die Aufgabe zu, bie Gegner von der - See zu verjagen und ihre Seeoerbindungen nach , den Kolonien zu burchschneiben. Daneben aber mußten sie bereit sein, einen Druck auf bie Küsten Europas auszuüben, und zwar möglichst an den Stellen, von denen aus man den Gegner am empfindlichsten beunruhigen, schädigen oder sogar be- I siegen konnte. Die tief einschneidenden Nebenmeere । Europas — im Norden bie Ostsee mit bem Bott- ■ Nischen unb Finnischen Meerbusen, im ©üben das , Mittelmeer mit bem Schwarzen Meer — waren wre geschaffen bafür, dieser Absicht Englands Vorschub au leisten. Dank der Umklammerung Europas durch die Binnenmeere konnte die britische Flotte, nachdem sie den Vorrang vor ihren Nebenbuhlern errungen hatte, wie ein Schäferhund ihres Amtes walten unb die teils macht- unb willenlosen, teils sich gegenseitig um ein Stück Land oder eine Erbfolge zer- »äsKäCw™.«-:? , d h in Uneinigkeit untereinander und soweit mog- lick in Abhängigkeit von England. Im 18. und 19. Jahrhundert genügte dazu oft das Auftreten der britischen Flotte allein. „ .
Da, wo bie Flotte allein nicht imstande war, den erforderlichen Druck auf das Festlanb auszuuben, mußte sie dazu bienen, den Landkrieg unmittelbar zu beeinflussen. Manchmal, aber nur selten kam es vor daß die Drohung der britischen Flotte mit einer Landung an der Küste des Festlandgegners be- wirken sollte, seine Kräfte vom Schauplatz des Kampfes mit bem Serbünbeten Englanbs auf dem Festlanb, mit bem englischen Festlanbbegen abzulenken unb zu zersplittern. Oefter trat ber Fall em, daß biesem Festlanbbegen nut H'lfe der britischen Seemacht Gelegenheit geschaffen werben sollte, den gemeinsamen Gegner in ber Flanke ober im Rucken Ön®nrtwif<f|es B-isM hierfür bietet das Slbkom- men zwischen England und Rußland vom Jahre 1805 gegen Napoleon. Der Zar verpflichtete sich, jein Heer nach Unteritalien zu werfen, wenn England bie Sicherheit des Seeweges über bte Sföna gewährleistete. Pitt, ber bamalige lertenbe Staatsmann Englands, hatte biefen Plan mtt Elfers Hochbruck verfolgt, weil er-es nicht für möglich fjtett, Napoleons Machtstellung burch ben Seekrieg allein in hinreichenbem Umfang zu erschüttern.
Großartiger noch als dieses Beispiel war der vor dem ersten Weltkrieg zwischen England und Ruß- land atigesprochene Plan, im Kriegsfälle gegen Deutschland ein russisches Heer unter dem Schutz der britischen Flotte an der Küste Pommerns landen unb auf Berlin marschieren zu lassen. Auch der Anlaß zum Dardanellen-Abenteuer Großbritanniens 1915 ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen: entsprechend den Bitten des Großfürsten Nikolajewitsch sollte durch die britische Seemacht Verstärkung an die russische Sudfront gebracht werden. Infolge- dessen offenbarte sich gerade in diesem Falle die Eigennützigkeit der britischen GleichgeWichtspolitik. So wie der Sinn des ersten Weltkrieges für Großbritannien zum guten Teile darin lag, die beiden stärksten Festandsmächte, Deutschland und Rußland, vufeinanderzuhetzen und sich in ihrer militärischen Kraft gegenseitig zermürben zu lassen, so hatte auch Churchills Dardanellenplan 1915 den doppelten Zweck, Deutschland int Rücken angreifen unb gleich- • zeitig Rußland von den Meerengen fernhalten zu können. ,
Es bedarf keiner Erläuterung, daß zu einer solchen Verwendung ber Seemacht gegen Europa Stützpunkte erforderlich waren. In der Ostsee freilich glaubte man sie entbchren zu können; dieses Binnenmeer lag nahe genug am britischen Mutterland, um von hier beaufsichtigt werden zu können. Dazu kam, daß die Ostsee-Anliegerstaaten bis ans Ende des 19. Jahchunderts keine achtunggebietende Seemacht besaßen. Dann aber war es zu spät für den Raub von Stützpunkten durch Großbritannien, wie er im Mittelmeer an Gibraltar, Minorka, Malta unb Zypern verübt worden war. Hier im Mittelmeer hielten die Briten den Besitz solcher Flottenstützpunkte für unentbehrlich, nicht nur für den Seeweg nach Aegypten und Indien, sondern auch zur Wahrung des europäischen Gleichgewichts. Neben den Stützpunkten brauchte England auch eine Land- truppe, um die Einflußnahme auf die Küsten Europas durch die Flotte wirksam machen ober verstärken zu können. In dem oben genannten Beispiel des Abkommens zwischen England und Rußland
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Samstag. Ein strahlender Vormittag, fast, ein wenig zu strahlend, wie die ganzen letzten Tage. Wenn nur Regen käme! Die wohlriechenden Wicken und bie Kapuzinerchen ließen die Köpfe hängen und schleiften verstaubte Ranken über die Gartenwege. Das Gras wurde gelb, die Blatt- spitzen verdorrten, und das Ungeziefer hatte gute Tage. Cyrus hatte den dicken Bullenbeißerfchadel zwischen den Efeu gebohrt, unb nur sein Hinterteil schmorte in der Sonne. Manchmal zuckten seine Flanken, manchmal wimmerte er im Traum, denn auch' Hunde träumen schreckliche Geschichten wie Menschen. ,
Die Purgstaller stand in voller Kriegsbemalung und in einem enganliegenden Kostüm auf der Veranda und hielt Ausschau nach Hingerl, der ihre Koffer in den „Goldenen Löwen" bringen sollte.
„Ach, da sind Sie ja endlich?" rief sie erlöst und knöpfte ihre Handschuhe zu. Dann putzte sie die Nase.
„Ist das alles, was wegkommt?" fragte der Gartner, der heute feine Feiertagsjoppe trug. Daß bie blondhaarige Urschel auszog, stimmte ihn milde.
In schlichten Worten teilt der Wehrmachtbericht vom Freitag mit, daß die Meerenge von Kertsch genommen, daß deutsche Truppen von Westen unb rumänische Truppen von Osten sich auf ber Halbinsel Taman trafen, bie bas Mündungsgebiet des Kuban ist. In den spaten Abenb- ftunben des 1. September brachen die Transport- gvuppen von ihrer Basis auf der Halbinsel Kertsch auf unb erreichten nach wolkenbruchartigen Regenfällen und heftigsten Gewitterstürmen in den ersten Morgenstunden des 2. September planmäßig die befohlenen Ziele. Während eine Gruppe auf ber süblichen Taman-Halbinsel lanbete, erreichten gleich- zeittq weitere Transportgruppen die nördliche Fan- talowskaja-Halbinsel. In erbitterten Nahkämpfen Mann gegen Mann wurde die feindliche Infanterie geworfen unb die bolschewistische Küstenstellung im Handstreich genommen. Die Seefahrzeuge einer anderen Stoßgruppe wurden bet Kap Achileon vor der Mste durch föindliche Scheinwerfer erfaßt. Aber auch bas erbitterte feinbliche Abwehrfeuer konnte bie ßanbung nicht verhindern. ^Auch durch Luftangriffe versuchten die Bolschewisten vergeblich, das Unternehmen zu hindern. Aber alle Versuche des Feindes die vorbringenden Landungstruppen aufzuhalten, scheiterten. Um 6 Uhr früh waren bie Brückenköpfe fest in deutscher Hand, Von hier aus wurde in scharfem Nachdrängen ber Feind, der über die Tamanbucht zu entfliehen versuchte, nach Süden abgedrängt.
Inzwischen war es burch beutsche Kräfte verstärkten rumänischen Verbänden trotz erbitterter Gegenwehr gelungen, im Scheinwerferlicht auf der Insel Kossa-Tuhla in der Straße von Kertsch Fuß zu fassen. In harten Nahkämpfen wurde die Insel m der Nacht vom 2. zum 3. September genommen,
Oer Wehrmachtbencht.
DRB. Aus bem Führerhauplquarlier, 4. Sept. Das Oberkommando ber Wehrmacht gibt bekannt:
Deutsche unb rumänische Truppen haben am 1. September im Zusammenwirken mit Verbänden der Kriegsmarine und Luftwaffe von der Krim aus die Straße von Bertsch überschritten. trotz zähen feindlichen Widerstandes die feindliche Küftenverleidigung durchbrochen und im raschen Vordringen am gestrigen Tage die Verbindung mit den vom Osten angreifenden rumänischen Truppen hergestellt. Die Kämpfe mit den auf der Taman-Halbinsel haltenden feindlichen Kräften sind noch im Gange. R o r d w e st l»ch R o - worossijsk wurden weitere befestigte hohen- stellungen genommen.
Deutsche Schnellboote stießen trotz schlechter Wetterlage gegen den feindlichen Schiffsverkehr im ostwärtigen Schwarzen Rleer vor unb versenkten drei Schiffe mit zusammen 8500 VRT.» darunter einest Tanker. Damit haben deutsche Ueberwasserskreitkräfte seit Beginn der Kaukasus- Offensive insgesamt 35 400 BRT. sowjetischen Handelsschiffsraumes vernichtet.
Der Angriff auf Stalingrad konnte gestern bis an die westlichen Vorstädte vorgetragen werden. Die nördlich Stalingrad an der Wolga stehenden Truppen des Heeres versenkten bisher drei Kanonenboote, zwei INonttoren. sechs Frachtschiffe sowie zahlreiche kleinere Schiffe.
Südwestlich Kaluga unb uorbwestlich


