Gießener Anzeiger
<92. Zahrgang Nr. 209
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vrühlscheUmversttatrdruckereiR. tauge General-Anzeiger für Oberhessen ^»irtzrn,^ch«lstratzi 7-9
Sohn eines
es als feine höchste Pflicht betrachtet, disziplinierte wissenschaftliche Arbeit auf volkswichtigen Gebieten zu leisten. Die geistige Gundlage für eine planmäßige, auf die Interessen des Volksganzen ausgehende Wissenschaft ist die Einheit des Ganzen, nämlich die Einfügung auch des Wissens in die Volksgemeinschaft und die gleichzeitige Einheit des gesahnten Gebäudes der Wissenschaft selbst.
Unmittelbare Verpflichtung dem Volke gegenüber bricht nun auch mit der Abhängigkeit des geistigen Schaffens von internationalen Mächten, insbesondere durch Vernichtung der geistigen Judenhörigkeit. Damit aber ist der Weg geebnet für eine natürliche mittelbare Wirksamkeit der Wissenschaft über die Grenzen des eigenen Volkes hinweg. Der geordnete Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse, von Volk zu Volk ist aber nur möglich, wenn mit Len Entdeckungen großer Geister kein Mißbrauch an internationalen Börsen getrieben wird, sondern wenn auf einer gemeinsamen politischen Grundlage der Wille zur Ordnung auch des Geistigen ausschlaggebend ist.
Wie weit wir auf diesem Wege schon fortgeschritten sind, zeigte der „S o z i a l w i s s e n s ch a f t l i ch e Ferienkurs" des Auslandsamtes der Dozentenschaft der deutschen Universitäten und Hochschulen in Breslau. Die dort versammelten ausländischen Akademiker aus 20 Nationen empfingen nicht nur in zahlreichen Vorträgen von Sozialpolitikern und So- zialwissenschaftlern ein lebendiges Bild der neuen deutschen Ordnung, sondern wirkten ihrerseits mit an der Schaffung einer einheitlichen Ausrichtung der europäischen Wissenschaft auf die politisch-sozialistische Zielsetzung. Damit ist überall das vorbereitet, was in der deutschen Wissenschaft auf allen Gebieten zu verzeichnen ist, nämlich die Hinlenkung der Arbeit auf solche Fragen, die die soziale Neuordnung des Volkes betreffen. Natur- wiffenfchaften und Geisteswissenschaften beschäftigen sich nicht mit entlegenen Fragen, die vielleicht interessant sein mögen, oder mit unwesentlichen Einzelproblemen, an deren Klärung nur wenige ein Interesse haben, sondern sie richten ihr Augenmerk ganz darauf, die Erfordernisse der politischen und praktischen Arbeit ihren Völkern nutzbar zu machen. So stehen neben den grundsätzlichen Auseinandersetzungen mit den Gegnern einer echten sozialistischen Ordnung auch alle Einzelforschungen unter dem Zeichen fruchtbarer Arbeit für das Ganze.
Möglich wurde diese grundlegende Wendung im Bereiche der Wissenschaft aber erst durch den neuen Geist, der den deutschen Dozenten erfüllt. Wir find stolz darauf, daß der NSD.-Dozentenbund gerade in dieser Hinsicht seiner besonderen Aufgabe gemäß daran mitwirken konnte, die deutschen Hochschullehrer aus Einzelgängern oder gar aus Jnteresfen- vertretern zu einer festen Gemeinschaft starker Persönlichkeiten zu formen, die mit dem Wiedergewinn einer geistigen Frecheit den Weg in die Gemein- schäft des ganzen Volkes fanden und «ms innerer Ueberzeugung von wahrem sozialistischen Geist getragen ihr ganzes Schaffen in den Dienst des neuen Deutschland und des neuen Europa stellten.
Sie verbanden sich dadurch aufs engste mit ihren Kameraden an der Front. Dieser geschlossenen Macht der Sozialisten des Geistes und der Tat können die Gegner nicht widerstehen. Unsere Wehrmacht legt den Grund, unsere Wissenschaft sichert den geistigen Bestand der neuen völkischen Ordnung,
Reifezeugnis und trat 1936 als Fahnenjunker in die Luftwaffe ein. 1938 zum Leutnant befördert, gehörte er als Beobachter einem Kampfgeschwader an, war Ordonnanzoffizier im Stabe einer Luftflotte und kam dann als Staffelkapitän zu einem Schlachtgeschwader. Im Polenfeldzug mit dem E. K. II ausgezeichnet, erhielt er am 21. 5. 1940 im Westen das E. K. I. Das Ritterkreuz wurde ihm am 21. August 1942 verliehen, nachdem er sich aüch im Kampf gegen die Sowjetunion immer wieder hervorgetan hatte. Sowohl als Staffelkapitän wie als Einzelkämpfer war er der Erdtruppe ein getreuer Helfer, der vielfach entscheidend in ihre Kämpfe eingriff. So kommt ihm ein besonderes Verdienst um das Halten eines wichtigen Brückenkopfes zu. Bis zur Verleihung des Ritterkreuzes schoß er auf seinen Schlachtflügen sieben feindliche Flugzeuge ab.
Der italienische Bericht.
Rom, 4. Sept. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag gibt bekannt: In Aegypten verliefen Gefechte von Panzereinheiten zu unseren Gunsten. Der Gegner verlor einige Panzerwagen. Es wurden zahlreiche neuseeländische Gefangene eingebracht. Die Luftwaffe der Achsenmächte ging heftig gegen Ansammlungen von britischen Truppen und Kraftfahrzeugen vor. Ein feindlicher Erkundungsverband wurde durch überraschenden Angriff vernichtet. In erbitterten Kämpfen wurden 25 Flugzeuge von italienischen und deutschen Jägern abgeschossen.
DieSeemachtmder britischen GleichgeivMpoliiik.,
' Von Konteradmiral Friedrich Lritzow.
Zur britischen Gleichgewichtspolitik bemerkt Tre« v e l y a n in seiner „Geschichte Englands": „Viermal hat England während der Neuzeit mit Erfolg große Kriege geführt, um die Unterjochung Europas durch eine Macht zu verhindern: Das Spanien Philipps II. und der Inquisition, das Frankreich des Sonnenkönigs und der Jesuiten, dann wieder das Frankreich der Jakobiner und Napoleons und schließlich der > deutsche Militärstaat unserer Tage sind einer nach dem anderen gescheitert. Bei jeder dieser vier Gelegenheiten verfolgte England einen doppelten Zweck, nämlich die Bewahrung des europäischen Gleichgewichts und die Sicherung seiner Handels^- und kolonialpolitischen Stellung in der Welt."
In dieser Zweckbestimmung stehen die beiden genannten Absichten nicht ebenbürtig nebeneinander, sondern die Aufrechterhaltung des europäischen Gleichgewichts ist Mittel zum Zweck des überseeischen Ausdehnungsdrangs. Mag es richtig fein, daß für die Berater der Königin Elisabeth von Wolsey bis Burleigh das Streben nach dem europäischen Gleichgewicht der zwingenden Notwendigkeit entsprang, sich gegenüber den dichter bevölkerten Ländern Spanien und Frankreich verteidigungsfähig zu erhalten. Vom 18. Jahrhundert an wurde dies Streben Voraussetzung und Grundlage für den Angriff Englands auf den See- Handel und die Kolonien feiner Wettbewerber. Es braucht auch nicht bestritten zu werden, daß dieser ober jener englische König ynter dem Gleichgewicht dasselbe verstand wie seine festländischen Vettern, nämlich den Ausgleich der Gegensätze auf friedlichem Wege. Gewiß ist aber, daß die leitenden Staatsmänner darunter das Gegenteil verstanden, nämlich die Erhaltung so starker Spannungen und gegebenenfalls die Entfachung so häufiger Kriege unter den größeren und kräftigeren Nationen Europas, daß keine von ihnen Gelegenheit und Mittel sand, die Briten auf ihrem Weg zur unbeschränk-
Jm Kampf der Waffen und der Ideen gegen den Bolschewismus und die Plutokratie führt die gewichtigen Schläge heute das Schwert des deutschen Soldaten und feiner verbündeten Kameraden. In der großen Schlacht vom äußersten Norden über die vorstürmende Front im Osten bis hin zu den Stellungen in Afrika, in der Schlacht auf den Ozeanen, überall find unsere Waffen siegreich. Das große Rätsel unserer Gegner, die sich den Kops darüber zerbrechen, warum sie Niederlage auf Niederlage einstecken müssen, warum wir von Erfolg zu Erfolg vorwärtsdringen, dies Rätsel ist für uns gelöst. Nicht nur die Güte der deutschen Waffen, nicht nur die Ueberlegenheit der deutschen Führung, sondern vor allem der Geist unserer Truppen, die Unvergleichlichkeit des deutschen Einzelkämpfers und die unzerbrechliche Kampfgemeinschaft sind die geheimnisvollen Kräfte, über die wir verfügen, die aber unseren Feinden fehlen. Der großartige innere Schwung, der alle unsere Soldaten und mit ihnen die Freiwilligen aus ganz Europa voranträgt, ist das Bewußtsein, gegen Mächte im Kampf zu stehen, deren Absicht die Zertrümmerung der europäischen Ordnung ist. Jeder Frontsoldat ist davon durchdrungen, daß er nicht nur den Schutz der nationalen Freiheit, sondern auch den Durchbruch des echten Sozialismus mit dem Siege erzwingt.
Unsere Wehrmacht ist eine starke Front der Fäuste und Gewehre, der Panzer und Kanonen, der Jäger und Bomben, der Kreuzer und U-Boote, gleichermaßen aber auch eine geschlossene Geistesfront der jungen Völker. In dieser steht die deutsche Wissenschaft nicht nur in der Heimat, sondern auch in den besetzten Gebieten im kämpferischen Einsatz, um ihren Beitrag zur Erringung des Sieges zu leisten. Auch sie schöpft darüber hinaus alle ihre Möglichkeiten aus, um den sozialistischen Geist zu verwirklichen. Das geschah zunächst in ihrem eigenen Bereiche selbst. Die erste Voraussetzung war die Abkehr von wissenschaftlichen Theorien, die im luftleeren Raum schwebten und nur das Vorrecht der Eingeweihten waren. Damit ist nicht die gründliche theoretische Forschung gemeint, die als Voraussetzung anwendbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse unbedingt erforderlich ist, sondern jene Gedankenspielerei und geistige Spekulation, die niemand nützen kann. Sie allein wollen wir vermeiden, um die Wissenschaft mit blutvoller Lebensnähe zu erfüllen und damit die Grundlage einer Forschung und Lehre zu schaffen, die in der Mitte der Gemeinschaft wirkt.
Ein weiteres Merkmal der von sozialistischem Geist erfüllten Wissenschaft ist die Befreiung des Denkens von jedweder Diktatur. Die deutsche Wis-' senschaft erkennt nicht die Abhängigkeit von Interessengruppen an und noch weniger das Aufgehen der wissenschaftlichen Arbeit in der anonymen Masse. Dadurch unterscheidet sie sich scharf von den Bestrebungen bolschewistischer und plutokratischer Mächte, alles Wissen einseitigen egozentrischen Gewalten nutzbar zu machen. Wir achten nicht nur die persönliche Schaffensfreiheit des einzelnen Wissenschaftlers, sondern pflegen sie als wichtigste Voraussetzung neuer Erkenntnisse und schöpferischer Leistungen. Gleichzeitig wird dadurch aber auch das liberalistische Chaos überwunden: denn ebensowenig wie interessierte hintergründige Kräfte bestimmt die Willkür des einzelnen die wissenschaftliche Aufgabenstellung, weil jeder Hochschullehrer
Hauptmann Alfred D r u s ch e l, Sohn eines Landesoberwegemeisters, ist am 4. 2. 1917 zu Dindsachsen in Oberhessen
, . . geboren, erwarb sich auf der Oberrealschule in Wiesbaden das
solcher in die deutsche Luftwaffe übernommen, zeichnete er sich als Flugzeugführer, Staffelkapitän unb- Gruppenkommandeur an den verschiedensten Fronten immer wieder aus. Vor allem hatte er an den schweren Abwehrkämpfen des Winters in vorbildlicher Unterstützung der Erdttuppe bedeutsamen Anteil. Am 4. Februar 1942 wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. Die neue Anerkennung feiner vorbildlichen Leistungen hat er nicht mehr erlebt.
Gin Oberheffe.
Sozialismus des Geistes und der Tat im neuen Guropa.
Von Reichsdozentenführer Professor Dr. Walter Schultze.
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Das Todesurteil an vier Helfershelfern der Mörder Heydrichs vollstreckt.
Prag, 4. Sept (D71B.) Amtlich wird bekannt- gegeben, daß das Standgericht in Prag den Kirchen- ältesten der tschechisch-orthodoxen Kirche in Prag, Jan S onnevend, den Bischof dieser Kirche, G o - radzd, bürgerlicher Name Watej Pavlik, den Ka- plan der orthodoxen Karl-Borromäus-Kirche in Prag, Dr. Wladimir P e t r e k und den Pfarrer an der gleichen orthodoxen Kirche, Vaclav Eikt, zum Tode durch Erschießen verurteilt und auf Einziehung des Vermögens der vier Angeklagten erkannt hat. Das Urteil wurde heute v o l l st r e ck t.
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Die Angeklagten gestanden in ihren Zeugenaussagen bei Der Gerichtsverhandlung, daß sie in ihrer Kirche in vollem Bewußtsein, daß es sich um englische Fallschirm-Agenten und unter ihnen wiederum um d ie Attentäter auf den stellvertretenden Reichsprotektor, ^-Obergruppenführer H e y d r i ch , handelte, nacheinander sieben dieser Verbrecher aufaenommen und bis zum Tage der Entdeckung, d.h. bis zum 18: Juni Dort verborgen gehalten,betreut und verpflegt hatten. Der Bischof Gorazd sagte vor Gericht wörtlich: „Ich wollte meine Kirche nicht in eine große Affäre bringen. Ich war mir bewußt, daß es meine Pflicht gewesen wäre, Anzeige zu erstatten. Als ich von einer Reise von Berlin nach Prag zurückkam, wurde mir gesagt, daß die Attentäter noch immer dort seien." Die Pflicht aber, diese Umstände der zuständigen Behörde anzuzeigen, hatte Bischof Gorazd trotz der öffentlich bekannt gemachten Straflosigkeit im Falle der Anzeige nicht erfüllt. Ebenso klar war es den anderen Angeklagten, die sich selbst als prominente Vertreter der tschechischen Intelligenz bezeichneten, wen sie in der Kirche verbargen. Der Kirchenälteste Sonne- p enb hat d.iese Unterbringung angeregt unb in die Wege geleitet. Er hat förmliche Beratungen abgehalten, wie man die englischen Fall- fdftrmagenten dem Zugriff der Behörden entziehen könnte. Der Kaplan P e t r e k, der bei feiner Fürsorge für die in der Kirche verborgenen Verbrecher soweit ging, daß er eigenhändig ihre Eimer ausleerte, hat nach feiner Aussage, da der eine Verbrecher durch die Bombenexplosion sich eine Augenverletzung. zugezogen hatte, für ihn ärztliche Behandlung besorgt. Er besorgte den Verbrechern auch Zeitungen. Den Kirchendienern nahm er einen Eid ab, daß sie über die Vorgänge in der Kirche schweigen müßten, wobei er ihnen ein Heiligenbild vorhielt. Er muß sich aber der Wirkung dieser religiösen Zeremonie nicht ganz sicher gewesen fein, weil er dem einen der Kirchendiener dann noch ein Schweigegeld von 500 Kronen förmlich aufdrängte.
Der dritte Priester der Tschechisch-Orthodoxen Kirchengemeinde, C i k l, versuchte vor Gericht, seinen Anteil an den Beratungen für die Unterbringung der Verbrecher zu verringern, woraus ihm der Bischof Gorazd bei der Gegenüberstellung ins Gesicht sagte, daß er von Anfang an oei den'Besprechungen dabei gewesen fei, auch die Gruft der Kirche wegen der Unterbringungsmöglichkeif mit in Augenschein genommen und gewußt hätte, daß sich unter den sieben Verborgenen auch die Attentäter befanden.
Eine besonders abstoßende Rolle spielte der Bischof der Tschechisch-Orthodoxen Kirche Gorazd. In voller Kenntnis der Tatsache, daß die Attentäter in seiner Kirche verborgen waren, fuhr er nach Berlin zum Metropolisten Seraphim, dessen Jurisdiktion sich die Tschechisch-Orthodoxe Kirche aus Vorsicht unterstellt hatte. Nachdem die Verbrecher in der Kirche unschädlich gemacht worden waren, schrieb er in Briefen an den Regierungsvorsitzenden Krejci und an den Schulminister Moravec, daß er sich nicht vorstellen könne, wie die Unterbringung in der Kirche möglich gewesen ist, denn dazu hätte es bloß mit Beihilfe des Kirchenpersonajs,Vsei es der Priester oder der Kirchendiener, kommen können. Um sich selbst zu exkulpieren, belastete er also seine Mitschuldigen. Er selbst habe nicht die geringste Ahnung von der Sache gehabt, denn sonst hüte er sie ohne Verzug angezeigt und den Schuldigen aus dem kirklichen Dienst entlassen. Eine größere Verlogenheit ist kaum mehr denkbar. Als ihm vor Gericht die Briefe vorgehalten wurden, gab der Bischof zu, es sei nicht schön von ihm gewesen und er habe sich sehr schuldig gemacht.
Auf Grund der eigenen Geständnisse und der Zeugenaussagen verurteilte das Standgericht sämtliche vier Angeklagten zum Tode. Sie haben ihrem christlichen Bekenntnis unb' dem tschechischen Volk den schlimmsten Dienst geleistet und ihre Pflichten diesem gegenüber vergessen, indem sie sich mit Mördern gleichsetzten. Die einzige Erklärung für ihr Verhalten liegt darin, daß sie glaubten, daß die Behörden nicht annehmen würden, eine christliche Glaubensgemeinschaft werde die Kirche, ihr christliches Heiligtum, dazu hergeben, von der Behörde verfolgte Mörder ihrer gerechten Strafe zu entziehen.' Diese Feststellung kennzeichnet aber gleichzeitig die Niedrigkeit und moralische Verwerflichkeit ihrer Gesinnung. Mit seltener Klarheit konnte sonach in diesem Gerichtsverfahren die Mitschuld der Angeklagten an dem verabscheuungswürdigen, von London angestifteten Verbrechen, klargestellt werden, wofür über sie die gerechte Sühne verhängt wurde.
Oie höchste Tapferkeitsauszeichnung für Oberleutnant Marseille.
Vertin, 4. Sept (D3tB.) Der Führer hak Oberleutnant Al a r f e l t t e, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, dasEichentaubmit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des
Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt: „In Würdigung Ihres immerwährenden heldenmütigen Einsatzes im Kampf für die Freiheit unseres Volkes verleihe ich Jhnen anläßlich Jhres 12 5. Luftsieges als viertem Soldaten der deutschen Wehrmacht die höchste deutsche TapferkeiksausZeichnung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."
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Der als Sohn eines Generalmajors 1919 zu Berlin geborene Oberleutnant Hans Joachim Marseille kam mit sieben ßuftfiegen als Oberfähnrich im Frühjahr 1941 nach Afrika, wo er kurz darauf Offizier wurde. Nach 46 ^ßuftfiegen erhielt er am 22.2.1942 das Ritterkreuz und wurde nach feinem 75. Abschuß am 6. 6.1942 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Nur elf Tage später war ein weiteres Biertelhundert britischer Flugzeuge abgeschossen: der 101. ßuftfieg war errungen, und Oberleutnant Marseille erhielt das Eichenlaub mit Schwertern. Am 2. September 1942 erkämpfte er an der ägyptischen Front den 125. ßuftfieg, nachdem er allein tags zuvor 16 britisch e Gegner abgeschossen und damit eine einzigartige ßeiftung vollbracht hatte. Nach Mölders, Galland und Gollod wurden ihm nun die Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern als höchste Tap- fcrkeitsauszeichnung verliehen. Die von ihm bezwungenen Gegner sind ausschließlich Engländer, in
der Hauptsache Jagdflieger. Reichsmarschall Göring telegraphierte, an den ausgezeichneten Offizier: „Mein lieber Marseille! Ich bin unendlich stolz auf Ihre überragenden Erfolge. In unbeugsamem Kampf- und Siegeswillen haben Sie den britischen Gegner in der Luft bezwungen, wo Sie ihn pur trafen. Dankbar und voll Bewunderung beglück- wünsche ich Sie zu der Ihnen vom Führer verliehenen höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung. Seien Sie versichert, lieber Marseille, daß mit mir das ganze deutsche Volk in Ihnen einen feiner gißten Helden dieses Krieges erblickt. Kämpfen Sie, vom immerwährenden Soldatenglück begünstigt, in diesem Geiste weiter für den Endsieg unserer Waffen! Ihr Göring, Reichsmarschall des Großdeut- fchen Reiches und Oberbefehlshaber der ßuftroaffe."
Das Eichenlaub.
Berlin, 4. Sept. (DRB.) Der Führer hat das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen dem Obersten Bormann, Kommodore eines Kampfgeschwaders, dem Hauptmann D r u f ch e l, Gruppenkommandeur in einem Schlachtgeschwader und dem Hauptmann Z e m a - sky, Gruppenkommandeur in einem Skurzkampf- geschwader als 117. bis 119. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Hauptmann Zemasky ist Ende August 1942 gefallen.
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Oberst Emst B or mann, als Sohn eines Pastors am 5. 11.1897 in Kirchbrack bei Holzminden geboren, trat nach Erlangung des Reifezeugnisses auf dem Gymnasium in Wolfenbüttel 1915 als Fahnenjunker in das Infanterieregiment 82 ein, wurde 1916 ßeutnant, ließ sich dann zur Flieger- truppe versetzen und gehörte zuletzt der Jagdstaffel Bölcke an. Nach dem Kriege kämpfte er im Grenzschutz Ost. An der Bergakademie Clausthal studierte er Metall- und Eisenhüttenkunde. Nach der Promotion zum Dx.-Jng. bekleidete er mehrere Stellen in der Industrie und trat 1935 als Hauptmann wieder in die ßuftwaffe ein. Vor dem Kriege gehörte er dem Jagdgeschwader Richthofen als Gruppenkommandeur an. Im Polenfeldzug, im Kampf gegen Norwegen, an den Kämpfen im Westen und gegen die britische Insel vollbrachte er ebenso hervorragende Waffentaten wie als Kommodore eines Kampfgeschwaders im Kampf gegen die Sowjetunion.
Der als Sohn eines Staatsbeamten 1909 in Wien geborene Hauptmann Zemasky begann seine militärische ßoufbahn 1928 als Kanonier, wurde 1930 Korporal, 1934 Feuerwerker und auf der Dheresianischen Militärakademie 1936 ßeutnant. Als


