Einzelbild herunterladen

Englands heimlichezweite Front".

Don unserer Berliner Schristleitung.

kommen. In einzelnen Fetzen setzt sie sich noch jen­seits der Wolga fort. In diesem großen Gebiete i)äbe ausgedehnte Waldungen der Frühzeit durch die verwesten Pflanzenstckffe einen wertvollen Humus hinterlassen, der sich mit dem Löß mischte und ihm die schwarze Färbung gab.

Die Entstehungsgeschichte reicht jedoch noch nicht aus, das Wesen der Schwarzerde völlig zu erklären. Erst lange beobachtende Wissenschaft ist dahinterge­kommen, und zwar in der Hauptsache durch Ver­gleich mit den Lößlandschaften in Deutschland östlich und nördlich des Harzes und den Prärieböden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Dabei mürbe festgestellt, daß die Schwarzerde nur möglich ist bei dem Vorherrschen eineskontinen­talen" Klimas. Dessen wesentliches Merkmal ist der schroffe Gegensatz von Sommer und Winter, d. h. die Sommer werden sehr heiß unX die Winter entsprechend kalt. Dieser Umstand bedingt, daß die jährlichen Niederschläge niedriger find als die mög­liche Höhe der Verdunstung des eingesickerten Was­sers, besonders wenn dieses in der Form von Platz­regen niedergeht, deshalb schnell abläuft und daher nicht genügend tief in den Boden eindrrngt. Da auf Platzregen meist Sonnenschein folgt, setzt sofort eine lebhafte Verdunstung ein, und die wenig durch­feuchteten Böden werden schnell wieder trocken. Die­ser Vorgang hat zur Folge, daß die Tätigkeit der Kleinlebewesen (Mikroorganismen) sich nicht recht entfalten kann. Die Mikroorganismen bedürfen als Nahrungsquelle Humusstoffe, die sich in der Schwarzerde in reicher Menge finden. Dem Aus- trocknungsvorgang im Sommer entspricht im Winter der scharfe Bodenfrost. Auch er behindert die Klein­lebewesen in starkem Maße. Die Folge davon ist ein nur sehr geringer Abbau der organischen Sub­stanz in der Schwarzerde. Ja, man kann im allge­meinen sagen, daß diese überhaupt erhalten bleibt, und oft genug hat man sogar eine nicht unbeträcht­liche Anreicherung beobachtet. Ganz unwesentlich sind indessen die Mikroorganismen für die Erhal­tung der Schwarzerde doch nicht. Das Maß an Feuchtigkeit würde ausreichen, den in ihr erhaltenen Lehm zu binden und damit allmählich die an ihr gerühmte Porosität aufzuheben. Diese Beeinträch­tigung verhindern die Mikroorganismen und dienen überdies noch als Dünger.

Der größte Feind der Schwarzerden ist d e r Wald. Bezeichnenderweise findet er sich in den östlichen Schwarzerdgebieten so gut wie gar nicht. Diese Tatsache ist nun nicht ein Verdienst des Men­schen allein, obwohl er seinen Beitrag dazu geleistet hat. In der Hauptsache aber hat die Natur selbst vorgesorgt. Die Sch^va^erdeböden weisen von allen Bodenarten den größter Tierbestand'auf. In unerwarteten Mengen treten hier Regenwürmer, Insekten und Larven auf. Sie durchwühlen den Boden, tragen auf diese Weise allerhand Pflanzen­reste in seine Gänge und reichern damit die tieferen Schichten mit organischen Bestandtellen an. Gleich­zeitig werden diese dabei mit mineralischen Stof­fen vermischt, so daß die Bildung der für die Bo­denfruchtbarkeit so bedeutsamenTonhumuskom­plexe" stark gefördert wird.

Schwarze Erde ist also kein Moor oder irgend­ein anderer besonders dunkel ausgefallener Acker­boden, sondern eine Schicht, die sich durch chren reichen Humusgehalt auszeichnet. Schwarz­erdeböden erwärmen sich unter der Sonnenbestrah­lung leichter als andere Böden, sie kühlen aber auch nur langsam ab. Da die Erde krümelig und porös ist, läßt sie Luft und Wasser bis in die tiefsten Schichten hinein. Die Wurzelbildung wird durch diese Beschaffenheit des Bodens gefördert. Seine Luftdurchlässigkeit erleichtert wieder das Entweichen von Kohlensäure, die das Wachstum der Pflanzen behindert. Allerdings trocknet die Oberfläche des Bodens bei starker Bestrahlung durch die Sonne sehr rasch, infolgedessen müssen die kurzen Zeiten zwischen dem Winter und dem Wachstumsbeginn genutzt werden, um ein zweites Aufsehen der Saa­ten herbeizuführen. Das verlanat besonders tüchtige und fleißige Bauern, die allerdings für ihre Ar- bei, besonders wenn sie intensiv ausgeübt wird, dop­pelt und dreifach bei der Ernte belohnt werden. Intensive Bodenbewirtschaftung in der Ukraine mit ihrer 1,4 Meter mächtigen Humusdecke verspricht hohe Erträge. Wir brauchen nur an die Magde­burger Börde, das deutsche Schwarzerdegebiet mit einer Mächtigkeit von 70 bis 100 Zentimeter zu denken, deren Fruchtbarkeit sprichwörtlich ist. Allerdings ist unser Schwarzerbegebiet nur 5000 Quadratkilometer groß, genießt jedoch den Vorzug eines wechselreichen Seeklimas, bei dem Extreme selten sind. Der hier erzielte Ertrag läßt ungefähr ahnen, mit welchen Ergebnissen bet einer gut ge­führten Landwirtschaft in den Schwarzerbegebieten zu rechnen ist, die zwischen Lemberg und Stalin­grad in unsere Hände übergegangen sind und die im alten Rußland wie in der Sowjetunion das Fundament der Ernährungswirtschaft bildeten.

Diezweite Front" ist plötzlich in England un­populär, man wird nervös, wenn von ihr gespro­chen wird. Woher die schnelle Erkenntnis kommt? Nun, solange man mit dem zweite-Front-Gerede die Aufmerksamkeit von anderen unangenehmen Dingen ablenken konnte, war das eine billige Spielerei, die nicht weh tat. Außerdem machte man sich damit in der Welt interessant. Seitdem aber Stalin die zweite Front gewissermaßen zur Bedingung des Bündnis- paktes gemacht und sie jetzt auch offiziell gefordert hat, da erkennt man in London, daß sie eine sehr gegenständliche Mißlichkeit werden könnte, wenn sie keine Schlagwortangelegenheit mehr bleiben soll. Deshalb versucht man mit allen Mitteln, von dieser zweiten Front" abzurücken.Ist die Schlacht auf d e m Atlantik nicht in Wirklichkeit eine ,zweite Front?'" Diese Frage erhebt die Wochen­schriftSpectator" und stellt fest, daß, vom briti­schen Standpunkt aus gesehen, der Seekrieg in sei­ner heutigen Form zwar ein heimlicher Krieg sei, der sich nicht so sehr vor den Augen der Oeffent- lichkeit abspiele wie die Kämpfe in Aegypten oder an der Ostfront. Er sei aber für da s Schicksal Englands weitaus f o l g e n s chw e re r. Des, halb wird die Zweckmäßigkeit der Errichtung einer zweiten Front" bestritten mit dem Hinweis, daß sich die Zukunft Großbritanniens nicht auf dem euro­päischen Festland, sondern a u f d e n M e e r e n ent­scheide. Und damit wird sich Stalin eben abzufinden haben. Auch in den USA. machen sich immer mehr Besorgnisse über die unheimlichezweite Front" auf dem Atlantik geltend. Es genügt ein Blick in die Schlagzeilen der amerikanischen Presse, um sest- zustellen, wie sich diesezweite Front" auch in Ame­rika bemerkbar macht.Es mangelt nicht nur an Schiffsraum, sondern auch die Kriegsproduktion muß infolge Stahlmangels eingeschränkt werden." Stalin hat also gar keinen Grund, allein zu jam* mern.

Oie Dominions tragen an den Kriegskosten mit

Bedenkliche volkswirtschaftliche Folgen.

Berlin, 4. August. (DNB.) Die Auflösung der britischen Auslands- sowie Empireguthaben hat be­reits seit geraumer Zeit zu einer immer stärkeren Abwälz un gderFinanz la st ende sKrie- ges auf das Empire geführt. Zunächst hatte Großbritannien die Lieferungen, der Empireländer zwar noch bezahlt, jedoch nur auf dem Wege einer Erhöhung der Londoner Gutschriften. Da die Cmpirestaaten aber diese Beträge infolge der britischen Exportschwäche nicht zu Warenein­käufen verwenden konnten, stellten ihre Wa­rensendungen an Großbritannien schon damals ein-

Das Eichenlaub für Oberfeldwebel Beerenbrock.

Berlin, 4.August. (DNB.) Der Führer hat dem Oberfeldwebel Beerenbrock, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritter­kreuz verliehen und ihm folgendes Schreiben über­mittelt:In dankbarer Würdigung Ihres helden­haften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 108. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

. *

Oberfeldwebel Beerenbrock wurde 1920 in Dat­teln (Wests.) geboren und ging 1937, nach Beendi­gung seiner Schulzeit zum Arbeitsdienst. Im darauf­folgenden Jahre meldete/ er sich zur Flakartillerie, 1939 zur Flugzeugführexschule nach Stolp, 1941 wurde er zum Jagdgeschwader Mölders versetzt.. Er hat seine Abschüsse sämtlich im Kampf gegen die Sowjetunion errungen. Bei den heftigen Luftkämp­fen am 1. und 2. August nördlich Rschew schoß er trotz ungünstiger Wetterlage neun Gegner ab und erang damit seinen 94. bis 102. Luftsieg.

Britische Minen gegen vereinbarten schwedischen Schiffsverkehr.

Berlin, 4. August. (DNB.) Im Rahmen des von den kriegführenden Parteien beiderseits geneh­migten schwedischen Amerikaverkehrs befanden sich die schwedischen DampferUddeholm" undArgen- trna" mit einer Ladung Oelkuchen, Baumwolle, Kaffee und Reis auf der Rückreise von Brasilien nach einem schwedischen Hafen. Die beiden Dampfer

fettige Leistungen dar. Seitdem hoben sich vor allem die Dominien angesichts der Zahlungsunfähigkeit des Mutterlandes 'immer mehr zu einer geschenk­weisen Ueberlaffung der von Großbritan­nien geforderten Waren- und Dienstleistungen ge­zwungen gesehen.

Es ist natürlich, daß derartige unentgeltliche Lei­stungen nicht ohne Folgen sowohl für die Finanz­lage wie für die Güterversorgung und Preisbildung in den betreffenden Volkswirtschaften bleiben konn­ten. Ein deutliches Beispiel bietet Kanada. Das Defizit des kanadischen Staatshaushaltes für das im April begonnene Finanzjahr wird auf 1652 Mill. Dollar veranschlagt gegenüber 414 Mill. Dollar im Vorjahr. Diese Zunahme des Defizits ist nicht zu­letzt auf die unentgeltlichen Lieferungen zurückzu­führen. Eine Folge der wachsenden Staats aus gab en ist eine Erhöhungder Einkommensteuer und eine 25prozentige Umsatzsteuer. Auf der Güterseite hat sich die starke finanzielle und pro­duktionsmäßige Belastung des Landes in einer im­mer stärkeren Einschränkung der zivilen Bedarfsgüterdeckung ausgewirkt, die ihrer­seits wieder ein allseitiges Steigen der Preise zur Folge hatte, dessen die kanadische Regierung ttotz Einführung des Lohnstops und Höchstpreissest- setzung nicht Herr werden konnte.

Vasallenstaat der LIGA.

Eigene amerikanische Gerichtsbarkeit in England.

St o ck h o l m, 4. August. (DNB.) Der Innenmi­nister Morrison ersuchte das Unterhaus, heute noch in allen Lesungen einen Gesetzentwurf zu bil­ligen, durch welchen bie amerikanis chen B e - Hörden ermächtigt werden, alle Verbrechen, die unter den Mitgliedern der amerikanischen Streit­kräfte im vereinigten' Königreich Vorkommen könn­ten, abzuurteilen. Das Gesetz, das im Unterhaus als einevöllige Kapitulation" und einW a - sh i n g t o n - D i k t a t" bezeichnet wurde, ist trotz­dem angenommen worden. Es beweist das Herab­sinken des einst so stolzen Großbritannien auf die Bedeutung eines zweitrangigen Staates. Früher pflegte man derartige, ein Volk herabsetzende Be­stimmungen nur bei Staaten zu treffen, die sich nicht selbst regieren konnten, wie beispielsweise China. Die Türkei mußte seinerzeit ebenfalls eine solche Be­stimmung in der Zeit ihres Niederganges hinneh- men, jedoch hob sie Atatürk bei der Wiederherstel­lung der Souveränität der türkischen Nation auf. Jetzt muß sich selbst das stolze Albion dem Diktat desVerbündeten" beugen. Ein Zeichen, auf wel­ches Niveau die Ehe London-Washington das bri- tische Weltreich gebracht hat. Das Empire ist ein Vasallenstaat der USA. geworden.

sind am 6.Juli vor der norwegischen Küste auf Miner^gelaufen und gesunken. Die Ue- berlebenden wurden von Dienststellen der deutschen Kriegsmarine in Norwegen nach ihrer Heimat wei­tergeleitet. Am 5. Juli war von der deutschen Luft­aufklärung hn nördlichen Skagerrak an der Süd­küste Norwegens die Anwesercheit eines britischen Unterseebootes gemeldet worden. Da sich-der Unter­gang der beiden Schiffe auf einem vereinbar­ten Kurs ereignete, der den schwedischen Kapitä­nen als gefahrlos bekannt mar, haben sie einstim­mig die Ueberzeugung ausgedrückt, daß es sich um britische Minen handelte, deren Vorhandensein sich durch das gesichtete U-Boot erklären läßt. Das Vorgehen der Engländer gegen einen vereinbarten Verkehr hat in schwedischen Kreisen um so stärkere Erregung ausgelöst, als die schwedischen Schiffe eben erst die britischen Konttollstationen passiert hatten, mit der die Kurse noch einmal abgeftimmt worden waren.

Zuspitzung der Lage in Indien

Genf, 4. Aug. (DNB.) Die Nervosität, mit der man in London die gespannte. Lage in Indien ver­folgt, geht aus einem Reuterbericht aus Bombay hervor, in dem es heißt, daß in den großen Städ­ten sich in den Bazaren überall Gruppen von Leu­ten bildeten, die erregt diskutierten. Mitglieder der Kongreßpartei seien eifrig bemüht, Anhänger f ü r d i eoffene Rebellion" zu mobilisieren. Als Folge dieser eifrigen Mundpropaganda seien am vergangenen Sonntag bereits britische Militär- Lastkraftwagen von der Menge mit Steinen beworfen worden. Von den Kongreßführern ausgegebene Instruktionen gingen dahin, die Eng­länder in Indien als Geächtete zu behandeln

Oer Ober-Oberbefehlshaber.

Englä!ü>er und Amerikaner quälen sich mit der Frage, wie sie endlich den Erfolg an ihre Fahnen binden können. In beiden Staaten wird die Er­richtung eines Oberbefehls lebhaft er­örtert. Aber die Frage zeigt ein doppeltes Gesicht: einmal handelt es sich um einen Oberbefehlshaber in England bzw. in den Vereinigten Staaten, und dann handelt es sich um einen Ober-Ober- befehlshaber für die Streitmächte beider Staaten zusammen, wobei allsogleich die Frage auf­taucht, ob die Sowjets weiter auf eigene Faust operieren oder diesem gemeinsamen Oberbefehl unterstellt werden sollen.

Tatsächliche Oberbefehlshaber sind Churchill in England und Roosevelt in USA. Roosevelt ist es dank seiner verfassungsmäßigen Rechte: Churchill als Verteidigungsminister, der die drei Wehrmachtteilegleichschaltet". Dieser Zustand wird in jedem einzelnen Land als unbefriebigenb empfunden. Daher ernannte Roosevelt den Admiral L e a h y zu feinem Berater, während in England eine erbitterte Streitfrage hinter den Kulissen aus- getragen wird, ob Churchill Verteidigungsminister bleibe ober durch einen Militär ersetzt werden soll. Bei solcher Unklarheit der Befehlsverhältnisse und ihre künftige Entwicklung in England bzw. in den Bereinigten Staaten schwebt das Pöstchen eines Ober-Oberbefehlshabers erst recht in luftiger Wol­kenhöhe. Denn dieser Ober-Oberbefehlshaber mühte wohl oder übel über die Köpfe von Roose­velt und Churchill hinweg befehlen. Und das gerade soll er nicht! Und was wird erst Stalin sagen?

Dagegen ist Mexiko auf der sicheren' Bahn des Fortschritts. Es ist eben dabei, einenUebergene- ralftab" zu schaffen, wie die mexikanischen Zeitun­gen in edler Selbstbescheidung ein neues gemein­sames Oberkommando für Heer, Marine und Luft­waffe nennen. Es gibt kluge und ungemein sach­verständige Engländer und Amerikaner, die von diesem Vorbild sehr beeindruckt sind. Sie schlagen jetzt vor, weder einen Engländer noch einen Ame­rikaner zum Ober-Oberbefehlshaber zu ernennen, sondern denfranzösischen" General de Gaulle, den Engländer und Amerikaner gemeiinsam aus« hatten. Ms fein BefähigungsnackMeis wird ge­nannt, daß er einer der wenigen alliierten Gene­rale gewesen sei, die die Rolle des Flugzeugs und des Panzers bei einem kommenden Krieg geahnt haben.

Man sieht: der Befähigungsnachweis für den Ober-Oberbefehlshaber ist leicht zu erbringen. In Deutschland gibt es viele Mechaniker und sogar auch Nichtmechaniker, die ähnliche Vorstellungen von einem Krieg hatten. Würden wir alle diese Leute, die an Flugzeug und Panzer in einem Krieg gedacht haben, für geborene 'unb gelernte Gene­ralissimi halten?

Den Eiferern der Kongreßpartei werde mitgeteilt, daß sie auch dann, wenn sie ins Gefängnis ge­steckt werden sollten, ihren Ungehorsam fortsetzen müßten. In britischen Kreisen sei man der Ansicht, daß die Kongreßentschließung, durch di» die Eng­länder zum Verlassen Indiens aufgefordert werden, angenommen werden würde. Angesichts her zuneh­menden (Erbitterung der indischen Bevölkerung dürfte die Anhängerschaft Gandhis weitere Verstär­kung erfahren. Die britische Regierung in Indien tue alles, um eine Zuspitzung der Lage zu vermei­den. Sv habe sie jetzt neue Instruktionen zur so­fortigen Zahlung von Entschädigung für die Be­schlagnahme von Eigentum indischer Staatsange­höriger, wie Schiffen, Booten, Automobilen und Wagen, ausgegeben.

LIGA.-Rezepte gegen die Gchiffsraumnoi.

Statt Frachtflugzeuge jetzt Fracht-Unterseeschiffe.

Bern, 4. Aug. (Europapreß.) Seitdem man in den Vereinigten Staaten mit Besorgnis die ftänbig die USA.-Schiffahrt treffenden Schläge der deutschen U-Bootwaffe beobachtet, ist man auch verzweifelt be­müht, einen Weg zu finden, um dieser gefährlichen Bedrohung auszuweicben. Nachdem man kürzlich auf ben Gedanken verfallen war, den U-Bootsn da­durch aus dem Wege zu gehen, haß man den Frachttransport mit Hilfe riesiger Flugzeuge durchführt, Haden sich nun doch allzuviel nüchterne Stimmen gemeldet, die auf das Unsinnige dieses Planes Hinweisen. So erklärte ein hoher nord ame­rikanischer Fliegeroffizier, die Annahme sei gerade­zu gefährlich, daß große Flugboote sozusagen über Nacht gebaut werden könnten und fügte ironisch hinzu, an den Bau solcher Flugzeuge möge man

Wagners Bayreuther Testament.

Von Hans Sturm.

In diesen Tagen waren es sechzig Jahre her, seit Richard Wagners BühnenweihfestspielPar° s i f a l" in Bayreuth zum erstenmal zur Ausführung kam. Seit den feierlichenRing"-Aufführungen des Jahres 1876 war es still auf dem Festspielhügel gewesen, aber in den ersten Julitag?n 1882 folgte eine Probe der anderen, und der fast siebzigjährige Meister hattemehr als zu tun", um fein Bay­reutherTestament" würdig herauszustellen. Es le­ben heute noch einige Mitwirkende von damals, un­ter anderen die Kammersängerin Luise Reuß- B e I c e, und viele andere haben in ihren Briefen oder Erinnerungen von den damaligen aufgeregten Tagen im Hause Wahnsried erzählt, so daß man sich diese gut rekonstruieren kann.

Richard Wagner hatte die letzten Hauptproben in dreiwöchigen Abständen angesetzt. Er selbst war jedesmal anwesend, vom ersten bis zum letzten Auf­tritt. Mit peinlicher Genauigkeit pflegte er die Ein­studierung bei allen, auch den kleinsten Rollen selbst zu überwachen. Die Kammersängerin Reuh-Belce berichtet hierzu: ,Laß bei den Proben Wagners temperamentvolle Art, deren Skala von der besttik- kendsten Liebenswürdigkeit bis zur unmißverständ­lichen Offenheit reichte, oftmals zum Durchbruch kam, ist selbstversttindlich. Heber allem aber stand das Kunstwerk, für dessen Gelingen sich jeder ein­zelne, von den Trägern der Hauptpartien bis zum letzten Choristen, einsetzte." Sie und alle, die den Meister noch persönlich gekannt haben, sprechen von dessen faszinierender Art, deren sich niemand zu ent­ziehen vermochte; er auch schuf die Atmosphäre des Festspielhauses, die Hörer und Mitwirkende zu einer engen geistigen Gemeinschaft zusammenschloß: sie hat sich bis heute erhalten und bildet gleichzeitig das Geheimnis der immer unveränderten Festspiel­stimmung, die jeden in Bayreuch gefangennimmt.

Einzelheiten einerParsifal"-Probe und die große Enttäuschung des Meisters schilderte P o r g e s , der damals im zweiten Akt die Szene derBlumen­mädchen" leitete und die Darstellerinneninstruie­ren" mußte; deshalb erhielt er den BühnemNamen Blumenvater". Mitten auf der Bühne stand der Flügel, an dem ein Pianist faß; rund herum grup­pierten sich auf Sesseln und Stühlen Wagner, Frau Cosima, der Dirigent, derBlumenvater" und einige andere Mitwirkende, sowie hin und wieder einige Gäste des Hauses. Auf der einen Bühnenseite stan­den die Mitglieder des Männerchores, davor die Solisten, auf der anderen die Sängerinnen und die Träger der weiblichen Haupttollen im Vordergrund. Für die meisten großen Rollen waren zwei Dar­steller vorgesehen für den Fall, daß einer aussiel. Schon vor Beginn packte Wagner eine seltsame Ruhelosigkeit, und es bedeutete ihm eine Erlösung, wenn er den Sängern und Sängerinnen zeigen konnte, wie er sich die Einzelheiten dachte. Wenn er zeitweise auf eine halbe Minute verschwand, lächel­ten die Kundigen, denn sie wußten, daß sich der Meister hinter den Kulissen mit einem kleinen, aber kräftigen Schluck stärkte.

Die letzten Hauptproben zogen sich durch vierzig Tage hin, die für Wagner eine ununterbrochene in­nere Aufreibung bedeuteten. Kurz vor der Urauf­führung traf ihn noch eine bittere Enttäuschung. Der König von Bayern zog feine Zusage, der ersten Aufführung beizuwohnen, plötzlich zurück, da er un­päßlich war.Wer Wagner in jenen Stunden und in dem Augenblick nach Empfang dieser unerfreu­lichen Nachricht sah, wird es nicht'oergessen", berich­tet ein Mitwirkender;wohl nie gewahrte man den Meister so niedergedrückt und so entmutigt. Denn er nahm die Absage des Königs als ein übles Vor­zeichen, und dieses Gefühl verließ ihn auch nicht während der ganzen Vorstellung. Nur einmal teil­ten sich die Wolken in seinen Mienen auf eine kurze Weile, und das war nach der Szene der Blumen­mädchen, nach der er den Platz am Dirigentenputt einnahm; ein Wechsel, den übrigens nur sehr wenige der Anwesenden bemerkten."

Dis heute hat WagnersParsifal" nichts von

seiner Wirkung und Bedeutung verloren, vom ersten feierlichenExzelsior!"-Ruf tes Orchesters bis zur letzten Verklärung des Grals^Chor-Mysteriums ist er immer noch eine der hehrsten Offenbarungen deutscher Musik.

Das Goethesche Familienvermögen.

Kürzlich ist daran erinnert worden, daß vor etwa 150 Jahren Goethe Besitzer des Hauses am Frauen» plan in Weimar geworden sei, das ihm der Herzog Karl August schenkte. Damals nannte sich Goethe noch einen Mann ohne Vermögen. Es war in der Tat so. Goeth? hatte vom Herzog zunächst das Gar­tenhaus geschenkt bekommen, das nicht einmal im besten Zustand war, und für das Haus in der Stadt Zahlte er anfangs 12 Taler Miete im Monat. Sein Gehalt als Geheimer Legationsrat im Konseil be­trug zu Beginn der Amtslaufbahn 1200, dann 1400 Taler im Jahr. Und Goethe brauchte, wie Emst Beutler in einem seinerEssays um Goethe" nachweist, viel Geld für Wäsche (1778 besaß er: 267 Servietten, 39 Tischtücher, 58 Bettücher, 108 Hand­tücher usw.) und für Wahltätigkeit. Da mußte schon manchmal das Elternhaus in Frankfurt helfen. Goe­thes Großvater Friedrich Georg Goethe war Schnei­der gewesen und heiratete nach der Wanderschaft eme Schneiderstochter mit 8000 Gulden Vermögen. 2lls der Meister 1705 zum zweiten Male heiratet, ist das Vermögen schon auf 19 000 Gulden gewach­sen. Seine zweite Frau bringt einen einträglichen Gasthof in die Ehe, den,Großvater Goethe 1705 bis 1730 leitet, und mit dem er die Grundlage des Fa­milienvermögens schafft. Er hinterließ 90 000 Gul­den, für Frankfurt nicht einmal ein besonders üp­piges Vermögen. Des Dichters Vater Johann Ca­spar, em Mann ohne Amt, lebte vom Ertrag des Vermögens, das sich nun verkleinerte, da 19 000 Gulden der Haus-Umbau kostete und 7000 Gulden des Sohnes Erziehung. Goethe hatte als Student, wie Ernst Beutler errechnet, einen Monatswechsel, der nach unserem (Selbe etwa 750 Mark ausmachte. Vater Goethe erbeitete mit seinem Gelbe sehr gün­stig. Der Dichter hat in Weimar, zum Teil mit ge­

liehenem Gelbe, bei Apolba ein kleines Gut gekauft, Ober-Roßla. Es liefert ihm Naturalien, aber der Pächter betrügt ihn, und Goethe verkauft das Gut später mit 2000 Talern Gewinn. Das fft der Grund- stock des eigenen Vermögens. Mehr bekommt der Dichter erst, als 1808 die Mutter in Frankfurt stirbt. Goethe erbt aus dem zurückgegangenen großen Ver­mögen des tüchtigen Schneibergesellen 22 000 Gul­den. Allerbings hat Goethe, auch ohne Vermögen, nicht ganz ungünftig dagestanden, weil ihm für seine dichterischen Arbeiten in der mittleren Zeit seines Lebens im Jahre durchschnittlich etwa 1500 bis 2000 Taler zuflassen.

2m letzten Jahrzehnt seines Lebens braucht Goe­the etwa 8 bis 12 000 Taler im Jahre und zchlt jährlich nur 150- Taler Steuern! Als er stirbt, hin­terläßt er noch 30000 Taler Vermögen. D.

Dücheriisch.

Johannes von Guenther: Dek Kreidekreis. Ein Spiel in sechs Bildern nach dem Chinesischen. 184 Seiten. Geb. RM. 2,50. Mt- ten und ßoening Verlag, Potsdam 1942. An Stelle der von Klabund stammenden, seinerzeit häu- fig gespielten Bearbeitung des alten chinesischen Stoffes legt Johannes v. Guenther eine neue Fas­sung für die deutsche Bühne vor: es handelt sich um die im elften Jahrhundert spielende, traurige und rührende Geschichte der jungen Haitang, die durch häßliche Intrigen und schlimme Zufälle un­verschuldet ins Unglück gestürzt und erst ganz zu­letzt gerettet und gerechtfertigt wird. Abgesehen vom fremdländischen Reiz des fernöstlichen Gewandes und ßebensfttles, sind die Szenenführung und die auf heftige Kontrastwirkung gerichtete Charakter« Zeichnung so angelegt, baß das Schauspiel auch auf bem deutschen Theater seiner Publikumswirkung sicher sein kann. Darüber hinaus muß das Motiv des Kreidekreises, das dem Stück symbolhaft den Namen gab, als eine zeitlos dichterische Erfindung gelten, deren schöner Sinn überall verstanden mer« den wirb. Hans Thyriot.

Än.6 Sartolus, Men" fpri aen >

oh * Trag Leimar au maische - Ms <3a Annens. Hör und i uirb Ende rine Urauf die Ms Äden anbe ML in 5 Irilogie an längen.

Line

sia

Die

Ml'11

MM *

VoUent ZU ft? Mich-?' i-SdenheU M daß Mite-

Erler ist' Oierte in jjß), war kn und lei ' Stattlich jie wegen M some ngfeit und

» Ar nße Sani _i Morges M> an wc M ist er; kshauptstat iimg. eine Zrachts bej oibmen. A drren Besitz tefinien, a ter beteilig; feiner groß 13.Septeml äunstsamml

Dr.ß

(Ein

3n Darm 'malrat i.: % m $) is Wer für Wie 'an

nahezu -NMenrai 7 sich um i '-immer ott

(Ei Einer der » Bia Pa wone un {Wen bei M freg Z « Bia Pa x>li und v, Wichen chr Straf Heber der

Ro