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hineingearbeitet wurde, genau so, wie auch der ur« sprünKich getrennte Kriegszuschlag heute in den Tarif hineingearbeitet ist.

Der allgemeinen Verwaltungsoereinfachung diente die Reform der gewerblichen Organi­sation, indem zahlreiche Handelskammern auf­gelöst und das Nebeneinander von ^Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern durch die Uebertragung ihrer Aufgaben an die Gauwirt­schaftskammern beseitigt wurde.

Auch auf dem Gebiet der Kriegsfinanzierung sind wir um ein gutes Stück in der Vereinfachung vor- wärtsgekommen; die /vielen Milliarden Reichsmark Staatsanleihen erfordern nicht mehr den Druck und die Verwaltung von Hunderttausenden oder Millio­nen einzelner Anlerhestücke. Große Stücke mit hohen Nennwerten sind in Sammeldepots hinter­legt, weil erfahrungsgemäß die meisten Sparer ihre Stücke nicht ausgeliefert haben wollen, son­dern mit einem Anspruch auf eineü Nennbetrag aus dem Bestand eines solchen Sammeldepots ein­verstanden sind.

Was unter der harten Notwendigkeit des Krieges eingeführt wurde, wird uns im Frieden unter der Notwendigkeit, recht bald wieder Wohlstand zu er­arbeiten, erhalten bleiben, und auf vielen Gebieten werden wir zu den fortschrittlichsten und,einfachen Formen »der Verwaltung kommen. Eine kleine Ge­meinschaft kann noch mit überholten und arbeit- oergeudenden Verwaltungsmethoden arbeiten, ein großes Reich, das den Anspruch erhebt, Europa neu zu organisieren, muß auch hier vorbildlich sein in Schlagkraft und Einfachheit.

Kleine politische Nachrichten.

Am Donnerstag wurde ein starker Verband bri­tischer Jäger, der in großer Höhe in den Raum von Cherbourg einzufliegen versuchte, schon vor Er­reichen der Küste von deutschen Focke-Wulf-Jägern gestellt und acht britische Flugzeuge ab­geschossen.

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Die am 17. Mai durchgeführte 2. Haussammlung des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz hatte ein Ergebnis von 43 472 313,45 RM. Das Er­gebnis der gleichen Sammlung des Vorjahres betrug 34 081 827,05 RM., so daß eine Zunahme von 9 390 486,40 RM., das sind 27,55 v. H., zu verzeich­nen ist.

Eine Verordnung über die Bildung eines Wirt- schafts-Sondcroermögens erklärt in den besetzten Ostgebieten, die der Zivilverwaltung unterstehen,, das gesamte bewegliche und unbewegliche Ver­mögen der UdSSR., ihrer Gliedstaaten, Körper­schaften, Verbände und Zusammenschlüsse zum Son­dervermögen, das treuhänderisch zu verwalten ist.

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Der Großmufti Emin el Husseini und Minister­präsident Raschid Ali el Gailani haben verschiedene Arbeitsdienstlager in der Nähe Berlins besichtigt und Reichsarbeitsführer Hierl einen Besuch ab- gestattet.

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Der Führer hat dein Direktor des Chemischen Instituts der Universität München, ordentlichen Pro­fessor Geheimen Regicrungsrat Dr. Dr. h. c Hein­rich Wieland, aus Anlaß der Vollendung seines 65. Lebensjahres in Anerkennung seiner Verdienste um die organisch-chemische und biochemische For­schung die Goethe-Medaille für Kunst und W'sien- schaft verliehen.

Aus aller Welt.

Tauschhandel mit Zuchthaus bestraft.

Der Fischhändler Petsche! aus Dresden stand vor dem Sondergericht, weil er sich von einem Land­wirt aus Niederbayern, gegen den deshalb ein Strafverfahren anhängig ist, gegen Abgabe von Tabak, Scheuertüchern, Strümpfen, die er sich noch vor Inkrafttreten der Bezugscheinpflicht zusammen­gehamstert hatte, markenfrei Fleisch und Butter, insgesamt etwa vier Zentner, im Tauschwege be­schaffte. Teils verbrauchte er diese im eigenen Haus­halt, teils verkaufte er sie im Schleichhandel weiter. Der Angeklagte wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Mit Rauchwaren, Schnaps und Schuhen gut ausgerüstet, begab sich der Brcnnholz- häiidler S i m m e t h aus Zwickau aufs Land, um gelegentlich einer Geschäftsreise in seine Holzauf­kaufgebiete Lebensmittel bei der bäuerlichen Be­völkerung einzutauschen. Vom Sondergericht in Nürnberg erhielt er eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren. Frau Sabine Kellner aus Nabburg, die ihn gegen Abgabe von Schuhen und Rauchwaren freigebig mit Schweinefleisch, Speck, Butter, Eiern und Federvieh bedacht hatte, kam mit einer Ge­fängnisstrafe von drei Monaten davon.

Aus der Stadt Gießen.

Voll Glanz und Sonnenschein.

Ueberall singt es in Wald und Feld, denn die Zeit der Liebe, in der die Vögel singen, ist da. Der Kuckuck ruft, der Sperling z milcht, aber die Finken, die Drosseln und die Amseln erfreuen uns am meisten mit ihren Liedern. Und wer am Wasser wohnt, hat jetzt jeden Abend ein köstliches Konzert, denn auch für diese Tiere ist nun die Zeit der Liebe gekommen.

Das Jnsektenvolk strömt in Scharen herbei. Es summt und brummt wie eine ferne' Orgel. Wer kennt alle Käfer und Schmetterlinge? Aus dem viel­stimmigen Orchester der Insekten hören wir immer wieder schrille Geigentöne heraus. Das sind die Heuschrecken. Wir müssen schon geschickt sein, um diese kleinen Turner fangen zu können, denn sie vollführen Sprünge von unglaublicher Höhe. Dann sitzen sie da und streichen mit der einen Flügeldecke über die andere: das ist ihre Musik, ihre Lebens­freude. Aber auch die Grillen gehören zu den Musi­kanten. In alten Häusern sitzen sie gern alsHeim­chen" in der Küche, in irgend einem Löchlein und lassen in den lauen Juninächten ihre Zirptöne hören.

Die Wiesen sind ein schöner, bunter Teppich, auf dem die Natur alle Farben auf das dunkle Grün der Gräser getupft hat, und am Morgen blitzt und funkelt es uns entgegen. Das ist der Morgentau, der wie Diamanten glänzt und leuchtet. In ihm brechen sich die ersten Sonnenstrahlen in allen Regenbogenfarben. Wie köstlich ist eine solche Mor­genwiese im Juni!

Und erst der Garten! Welche Blumenpracht! Ueber allen aber die Königin der Blumen, die Rose. In den Gärten steht sie i» allen Formen und Far­ben. Sie ist immer schön, schon als Knospe, wenn die zarten, rot angehauchten Blütenblättchen her­vordrängen wollen aus dem grünen Kleid des Kelches.

Wir nähern uns der Höhe des Jahres. Mit hei­terem Gemüt und frohem Herzen wollen wir diese Tage voll Glanz und Sonnenschein genießen. Der Rosenmond ist wie ein goldenes Füllhorn. Diese läge, an denen sich Abend und Morgen fast be­rühren, möchten wir festhalten. H.

Schützt den Wald!

Die Bedeutung des Waldes für die deutsche Volks- I wirtschaft ist in den letzten Jahren immer mehr ge­stiegen. Er ist die Rohstoffquelle für viele wichtige'

Industriezweige geworden. Sein Holz wird als Bau­material gebraucht, es treibt die Kraftwagen an, dient als wichtiger Ausgangsstoff für die Papier­herstellung und verwandelt sich in Zellwolle und Kunstseide für unsere Kleidung. Seine Früchte, Pilze, Beeren, Kräuter und' das Fleisch der Waldtiere lie­fern einen wichtigen Beitrag zu unserer Ernährung. Darüber hinaus hat der Wald auch einen großen ldeellen Wert für den arbeitenden Menschen. Hier findet der Städter in feiner Freizeit Erholung und Ausruhen von dem Lärm des Alltags und neue Kraft für feine Arbeit.

Der große Nutzen, den der Wald uns allen gibt, legt uns zugleich die Verpflichtung auf, ihn zu schonen und vor allem nicht der Gefahr eines Bran­des auszusetzen. Gerade bei trockenem Wetter, also an schönen Sonntagen, wenn die Menschen hinaus­fahren, um im Walde Erholung und Ruhe zu suchen, ist diese Gefahr besonders groß. Da genügen oft­mals schon ein achtlos fortgeworfenes Streichholz, ein schlecht ausgetretener Zigarettenstummel ober die Funken einer ausgeklopften Pfeife und schon ist das Unglück geschehen und viele Hektar Wald stehen in Flammen. Die Tatsache, daß noch immer etwa 80 v. H. aller Waldbrände durch menschliches Verschulden entstehen, sollte uns bei unseren Aus­flügen immer mahnend vor Augen stehen und uns alles vermeiden lassen, was die Gefahr eines Wald­brandes heraufbeschwören kann. Dazu gehören La­gerfeuer und Spirituskocher im Walde, an Wald­rändern und auf trockenen Wiesen ebenso wie dse glimmende Zigarette im Munde des Rauchers.

Alljährlich werden auch durch spielende Kinder sehr erhebliche Brandschäden verursacht. Neben der allgemein bekannten Gefährlichkeit des kindlichen Spielens mit Streichhölzern, muß seitens der Eltern auch dem Herumhaickieren mit Brenngläsern weit größere Beachtung .geschenkt werden. Brenngläser sind Linsen, die durch Sammlung der Sonnenstrah­len auf einen Punkt leicht entzündbare Stoffe, wie dürres Ried- und Waldgras, Strohhalme, Reisig und Papier zum Brennen bringen können. Ein sol­ches Brennglas kann in den Händen unbeaufsich­tigter Kinder zum gefährlichen Brandstistungswerk- zeug werden, wenn den Kindern nicht möglichst früh- zeitig die Gefährlichkeit ihres Tuns klar und nach­drücklich vor Augen geführt wird.

Verdunkelungszeit:

5. Juni von 22.38 bis 4.32 Uhr.

weiten Weg zur Arbeitsstätte hat oder für Spe- zialaufträge eingesetzt ist. Deshalb dürfen derartig wertvolle Kleidungsstücke nirgends ungenützt her­umhängen.

Namentlich werden die Bescheinigungen ausge­stellt unter Aufzählung der einzelnen Spenden und bilden so eine Erinnerung an den kriegswichtigen Beitrag jedes Spenders.

Oberkleidung von Männern, Frauen und Mäd­chen ist der Sammelbegriff für die Spenden zur Altkleidersammlung.

Paletots, die seit Jahren nicht mehr modern sind, dürfen jetzt im Kriege nicht in einer Ecke modern, auch sie gehören zur Sammelstelle. Wer nicht selbst abliefern kann, benachrichtige den näch­sten politischen Leiter.

Quittung ist das Fremdwort für die Bescheini­gung, die jeder Spender erhält.

Röcke von Männern, aber auch Frauenröcke, Neisekleider aus vergangener Zeit, auch Reithosen aus der Jugendzeit können durch die Altkleider­und Spinnstoffsammlung wieder einer vernünf­tigen Verwendung zugeführt werden. Millionen Rüstungsarbeiter warten darauf, mit Kleidung ge­nügend versorgt zu werden.

Reißwolle und Reißbaumwolle sind der wert­volle Altspinnstoff, der aus den Lumpen und zer- sissenen Altkleidern entsteht, die nicht mehr trag» fähig sind und bei der Altkleider- und Spinnstoff­sammlung zur Sammelstelle gebracht werden.

Spende freiwillig zur Spinnstoffsammlung, komme rechtzeitig auf die Sammelstelle, so hilfst auch du zum Sieg. Noch einmal unter S die große Wunschkarte: Straßenanzüge, Sportanzüge, Schi- anzüge, Sakkos, Schürzen, Strümpfe oder über­haupt Spinnstoffreste, selbst alte Seidenfähnchen sind wertvolle Rohstoffe oder Helfer zum Sieg.

Teppiche, oft total zerrissen, liegen vielfach in Öen Kellern oder auf den Speichern oder als Fang- stricke an irgendeinem Platz, wo sie keinen Zweck erfüllen. Auch diese Spinnstoffe sind wertvolle Roh- stoffe. z

Unterkleider, Unterröcke und auch Unterhosen, die man selbst seit Jahren nicht mehr trägt, weil sie unmodern sind, sollten jetzt zur Sommelstelle ge­schasst werden.

Verschmutzt, vermottet, verölt sind die Spenden genau so gern gesehen, wie gebügelt und geflickt.

Wasche, wenn sie noch tragfähig ist, ist sehr will­kommen. Wer sie nicht mehr braucht, gibt sie zu- jammen mit den Westen und Windjacken ab, die ihr auch schon seit Jahren nicht mehr tragt.

Frau X, Herr Y und Fräulein Z wissen nun, was ihre Pflicht ist bei der Altkleider- und Spinn- stoffsammlung 1942.

Bon A bis 3.

Oie Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942.

Altkleider aller Art insbesondere Anzüge, die sich zur Arbeitskleidung eignen, werden neben Altspinn­stoffen auf den Annahmestellen, die in allen Orts­gruppenbereichen eingerichtet sind, zur Sicherung dex Spinnstoffversorgung gesammelt. Arbeiter aus der Rüstungsindustrie, aus dem Frontbereich und aus der Landwirtschaft erhalten die noch tragfähigen Altkleider. Soweit eine Ausbesserung notwendig ist, wird diese vor der Verteilung an die Betriebe nach der Reinigung durch Gewerbebetriebe durchgeführt.

Berufskleidung wird heute viel stärker bean­sprucht, besonders von den neu eingesetzten Ar­beitskräften, als im Frieden. Burschen- und Män­ner-, sowie Fraüen-Oberkleidung wird deshalb ge­sammelt. Denkt dabei auch an die alten Breeches, Baskenmützen, vor allem auch an die Blusen von Männern und Frauen, die ihr seit Jahren nicht mehr tragt. Wenn ihr selbst die Altkleider und Alt- spinnstoffe nicht zur Sammelstelle bringen könnt, so benachrichtigt den Blockwart, der für die Ab­holung besorgt sein wird, und auch die Bescheini­gung zustellt, die jeder Spender unter Aufzählung seiner Spenden erhält.

Chemische Reinigungsanstalten erhalten von den Auffanglägern die noch tragfähigen Altkleider und so wird dafür gesorgt, daß auch verschmutzte, ver­staubte und vermottete Kleidungsstücke wieder einem guten Verwendungszweck zugeführt werden können.

Dirndlkleider überhaupt Damenkleider sind be­geht, weil Millionen Frauen während des Krieges an Arbeitsplätzen eingesetzt worden sind, an denen sie viel mehr Kleidung brauchen als vorher im Haushalt oder im Büro.

Einsatz von Arbeitskräften ist die Parole, unter der die Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942 durchgeführt wird. Hilf auch du, daß jeder Schaf­fende die gegen Wind und Wetter notwendige Klei­dung erhalten kann.

Frontarbeiter helfen zum Sieg, wie die Sol­daten. Sie brauchen die Oberkleidung, die in vielen Haushalten unbenutzt hängt. Filzhute, Filzschuhe, überhaupt Filze aller Art sind auch wertvolle Spinnstoffe, die der Kriegswirtschaft nützen, wenn sie' nicht irgendwo in den Häusern vermodern. Fahnen yus alter Zeit helfen jetzt durch ihre Ab­lieferung auf der Sammelstelle zum Siege.

Gardinen, auch wenn sie zerrissen' sind, gehören 3U den Altspinnstoffen. Gabardinemäntel, selbst Ge­sellschaftsanzüge, die nutzlos in den Kleiderschrän- ten hängen, sind einsatzfähige Kleidungsstücke, wenn es gilt, die Arbeiter mit Kleidung zu versorgen.

Hosen sind sehr wichtig zur Ergänzung der Ar­beitskleidung, auch wenn es sich um Frackhosen oder die gutengestreiften" handelt. Desgleichen werden Hüte und alte Säcke und andere Gespinste aus Hanf gesammelt.

Jacken, und Joppen kramt aus den Schränken und bringt sie mit zur Sammelstelle.

Kleiderschränke müssen von jedem Volksgenossen durchgesehen werden. Was an Kleidungsstücken seit Jahren ungenutzt darin hängt, gehört jetzt zur Sammelstelle. Aber auch die Kästen, Kisten und Kommoden sollen durchsucht werden. Was an nicht mehr gebrauchter Wäsche oder an Altspinnstoffen darin seit Jahren lagert, wird abgegeben.

Letzter Tag der Altkleider- und Spinnstoff­sammlung ist Montag, der 15. Juni. Hütet eure Lumpen, Leinenreste aber nicht bis zu diesem Tage in eurem Hause, sondern wer schnell gibt, macht den freiwilligen Helfern auf der Sammelstelle eine große Freude. Je früher der einzelne abliefert, um so früher können die Land- und Rüstungsarbeiter, die in Wind und Wetter zu tun haben, mit Klei­dung versorgt werden.

Mäntel^ vor allem auch Monteuranzüge und Mützen, fehlen manchem Arbeiter, der jetzt einen

Gefahren des Blumenpflückens.

Zur höchsten Freude der Kinder gehört da- Pflücken der Blumen. Es ist aber mit manchen Ge­fahren verknüpft, da viele der Wiesenblumen Gifte enthalten, die bei zarten Kindern Hautausschläge und Fieber, Erbrechen und sonstige Störungen ver- Ursachen. Zu warnen ist vor allem vor den Hahnen» fußarten. Sie haben einen ätzenden Saft, der Haut- ausschläge und Geschwüre verursacht. Tausendschön­chen, Goldköpfchen und Sumpfdotterblume zählen auch zu dieser Art. Der ebenfalls gelbblühende Gift- lattich wirkt durch seinen Saft betäubend, erregt Schwindel und Erbrechen, die reizende Waldane» mone verursacht durch ihren Saft auf der Haut brennende Blasen. Sehr giftig sind die helmartigen blauen Blüten und die Blätter des Eisenhutes. Sie erzeugen Fieber, Kolik und Delirien, ja selbst Krampfe. Beim gefleckten Schierling sind die Frucht­kapseln die Giftträger. Wenn Verdacht vorliegt, daß diese Pflanzen in den Mund gesteckt rourbch, ist sofort ärztliche Hilfe notwendig.'Gefährlich sind weiter das Schwarze Binsenkraut, die Blüten des Goldregens sowie der Rote Fingerhut, der mit fei­nen prachtvollen traubenförmigen Blüten die Kin­der entzückt; fein Stengel birgt starkes Gift.

Oie Verwendung von Roggenmehl.

Diele Hausfrauen möchten, um Weizenmehl- abschnitte zu sparen, von der Möglichkeit des Be- zuges von Roggenmehl auf die K-Marken oder Brotkarte A Gebrauch machen, wissen aber nicht, zu welchen Speisen sie Roggenmehl verwenden tonnen.

Grundsätzlich läßt sich Roggenmehl nach den glei» chen Kochvorschriften wie Weizenmehl zum Binden aller dunklen Tunken, Suppen und Gemüse ver­wenden. Man läßt es recht gut und etwas länger durchkochen, da die geringe Bindefähigkeit hierdurch fast ausgeglichen wird. Als Schwitze entwickelt Roo. genmehl einen besonders kräftigen Geschmack, wie überhaupt der Geschmack der Roggenmehlspeisen herzhafter ist. Ganz besonders gut schmecken Sauer, arnpfersuppe und dunkle Zwiebeltunke, mit Rog-

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

(Schluß.)

Lanos erklärte weiter:Ich rannte hinaus und in mein Zimmer und fand Barthold tot hinter meinem Schreibtisch liegen. Neben ihm lag eine Pistole, es ist die Waste, die ich dann als Waffe Sumors gesehen habe. Irene stand mit dem Rücken an die Tür zu meinem Schlafzimmer gelehnt und hatte eine kleine Pistole in der Hand. Es ist die Waffe, die dann unter ihren Sachen gefunden wurde. Sie bat flehentlich, ich solle gleich fort- gehen, weil jedermann annehmen werde, ich hätte Barthold getötet. Ich fragte sie, was geschehen fcL Sie sagte, er sei aufgeregt hereingekommen und, habe nach mir gefragt, dabei habe er den Re­volver in der Hand gehabt und geäußert, er wolle mich umbringen. Er sei dann auf sie zugegangen, und da habe sie auf ihn geschossen, also in Not­wehr. Ich war sehr verwirrt, sic drängte und bat mich dauernd, mich in Sicherheit zu bringen, so daß ich wirklich meine Sachen zusammenpackte und noch am selben Abend bis Hamburg fuhr. Später las ich dann die Fahndung in der Zeitung und war froh, daß ich geflüchtet war. Aber allmählich kam doch eine ruhigere Uebcrlegung, und ich machte mir klar, daß meine Flucht ein Schuldeingeständ­nis sei. Anderseits sah ich ein, daß, wenn ich ver­haftet würde, ich damit Irene sehr gefährde. Ich las dann in der Zeitung, daß meine Tochter zur Jubiläumsvorstellung im Eispalast auftreten werde, und da empfand ich plötzlich Sehnsucht nach einem Menschen, mit dem ich mich einmal aussprechen konnte. Ich fuhr also nach Berlin und besuchte dort meinen Anwalt, der mir riet, mich der Po- lizei zu stellen, damit die Sache geklärt werden könne. Aber das, wie gesagt, wollte ich nicht mit Rücksicht auf Irene Norodna. Im Eispalast ver­suchte ich, meine Tochter zu sprechen, sie zog sich jedoch gerade um, und ich stellte mich in die Ku­

lisse, um den drei Willis zuzuschauen, und da wurde ich verhaftet. Das ist alles."

Er setzte sich wieder. Jedermann war davon überzeugt, daß er die Wahrheit gesagt hatte.

Der Staatsanwalt erhob sich und rief:

Daraus ergibt sich, daß die Angeklagte No­rodna die Mörderin ist."

Jetzt erhob sich Irene, sie war leichenblaß und schien in höchster Erregung zu fein. Ihr Haar war zerwühlt und ihre Augen aus Angst und Furcht weit geöffnet.

Nein", kreischte sie,nein, ich war es nicht Sumor war es"

Sumor brüllte ihr einige Worte in einer frem­den Sprache zu und wollte sich auf sie stürzen; er wurde jedoch von den Polizeibeamten zurückgerissen und gefesselt.

Sumor war es, der Lanos töten wollte", schrie Irene,nur Sumor, er machte mir Andeutungen, und ich ging deshalb in die Wohnung von Lanos, um ihn zu warnen, aber Sumor kam mit, er ließ nicht mehr ab von mir. Er drohte mir und sagte mir, ich wisse doch, was einer Zigeunerin geschehe, wenn sie ihn verrate, ihn, der aus dem gleichen Stamm sei. Es ist wahr, Sumor war mein Verlobter, aber er war faul und schuftig, und des­halb war ich froh, als mich Lanos zu sich nahm und mich zum Variete brachte. Dann kam Lanos, und Sumor versteckte sich. Und dann kam Barthold, er sagte, Lanos sei in Gefahr, weil einer aus dem Stamme Holler ihn ermorden wolle, er wisse nicht wer, und sei gekommen, um Lanos zu warnen. Da trat Sumor vor und tötete Barthold mit einem Schuß aus seiner Waste. Dann legte er die Waffe zu Barthold, damit Lanos denken solle, es sei Bartholds Waffe. Lanos hat die Wahrheit gesagt, es war alles so, wie er geschildert hat. Als Lanos gegangen war, schoß Sumor mit meiner Waffe auf die Uhr und stellte sie. Dann ist er mit mir fortgegangen. Er fuhr nach der Hauptstraße, und ich ging zum Imperial-Dachgarten, weil ich sehen mußte, wieder ein Engagement zu finden, und dies bei den drei Willis versuchen wollte. Das ist die Wahrheit Sumor ist der Mörder"

Dann ließ sie sich in ihren Stuhl sinken und schluchzte laut in ihre Hände.

Sumor stand jetzt auf, hob seine gefesselten Hände hoch, drängte sich zur Barre und brüllte:

Es ist wahr, ich habe Barthold, erschossen, aber sie sie war es, die mich dazu anftiftete, weil sie von Lanos nicht loskonlmen konnte, und weil sie wieder zu mir wollte, sie ist eine lügenhafte Bestie ich habe ihn getötet, auf ihren Wunsch, sie ist die Anstifterin"

Aus Antrag des Staatsanwalts wurde Lanos freigesprochen. Das Verfahren gegen die Angeklag­ten Sumor und Norodna wegen Mordes und Mordversuches wurde abgetrennt und sollte erneut verhandelt werden.

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Die drei Willis hatten geduldig draußen auf dem Korridor ausgeharrt und auf ihre Vernehmung gewartet. Aber das Gericht brauchte sie nicht mehr. Die Türen des Verhandlungszimmers öffneten sich, und die Zeugen kamen heraus, voran Frau Hauck- witz mit Herrn Hanke. Die beiden schienen sich wieder versöhnt zu haben.

Willis stand an der Tür und wartete auf Elisa­beth.

Als sie, zärtlich an Lanos geschmiegt, erschien, prallte er zurück. Doch sie machte sich los, eilte zu ihm und legte ihm beide Arme um den Hals.

Ich bin so glücklich, Eberhard", sagte sie unter Tränen,er ist mein Vater."

Dein Vater? Lanos?" stammelte er,oh, Elisa­beth"

Jetzt trat Lanos näher und schüttelte Willis herz­lich die Hand.

Mir scheint", sagte er lächelnd mit einem Blick auf Elisabeth,ich habe meine Tochter gefunden, um sie gleich wieder meggeben zu müssen."

Welt und Petersen, welche die Szene beobachtet hatten, drängten sich jetzt heran und schüttelten Elisabeth und Willis die Hand.

Wir gratulieren, Willis", sagte Petersen,und gleichzeitig muß ich Sie um Verzeihung bitten, Elisabeth, ich war eine Zeitlang recht gemein zu Ihnen. Können Sie mir verzeihen?"

Doch sie lächelte ihm nur zu.

Und Lanos?" fragte Welt. ,'Es ist alles doch in Ordnung? Verdammt, dann sehe ich keinen Grund, warum du nicht wieder zu uns stoßen willst"

Lanos und Elisabeth", nickte Willis,beide fern» men zu uns."

Nun ja", meinte Lanos,es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als mit meiner Tochter zu euch zu stoßen"

Deine Tochter, Elisabeth?" stammelte Petersen.

Ja, es hat sich nicht mehr länger verheimlichen lassen, sie ist meine Tochter."

Oh", stöhnte der kleine Petersen,was war ich für ein Idiot."

Das ist zwar nicht besonders höflich", lachte Lanos,aber es ist der Beginn zur Besserung."

So wollt ihr wirklich zu uns kommen?" fragte Welt,bann werde ich verrückt, wir bestreiten ein ganzes Programm allein: Lanos, Willis und Elisa­beth'

Nun, mir wollen alles vergessen und neu be­ginnen. Elisabeth wird meine Frau und Partnerin sein, du, Welt, wirst dir eine nette Frau suchen, und auch der kleine Petersen, und Lanos wird als Stammvater der jungen Willis-Truppe über uns schweben"

Ja", lachte Lanos wieder,ich werde schweben, aber nun kommt, mir wollen ins Hotel gehen und uns darüber unterhalten."

Willis ging mit Elisabeth voraus, hinter ihnen Wett mit Franziska Leeds, die glücklich an seinem Arme hing, und am Schlüsse kam Lanos mit dem kleinen Petersen.

Sie ist wie ihre Nttttter", sagte Lanos, der mit Stolz feiner Tochter nachblickte,zart und edel, und doch ein starker Charakter. Nie wieder fand ich eine solche Frau, und ich brauche auch keine, denn ihr alle werdet meine Kinder fein, die ich be­treuen werde."

Ja", seufzte der kleine Petersen,ich werde auch allein bleiben. Die einzige Frau, die mich restlos begeistern könnte, war Etisabeth. Sie hat gewählt, und ich wünsche ihr alles Glück. Ich werde wirklich unverheiratet bleiben, Lanos, denn ich habe bereits zu schlechte Erfahrungen gemacht."