Ausgabe 
5.1.1942
 
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Mit dem Expreß durch Malaya

Zn der Manilabucht eingeschlossen

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lenien und dem kommenden Azilien, also am Ende der Eiszeiten überhaupt, verfällt die erreichte mei- sterhafte Kunstübung. Technisch kehrt sie zur Un­beholfenheit der Umrißzeichnung des Anfangs zu­rück; inhaltlich werden die Darstellungen verkürzt, abstrakt, schriftartig und symbolisch gegeben. Damit ist die Altsteinzeit verlassen, und die neue Zeit, die die mittlere, die Jungsteinzeit und die Bronzezeit umfaßt, beginnt.

Bei der Bewertung dieser Kunst kann man von einer seltenen Uebereinstimmung der Urteile reden. Tatsächlich haben wir es mit einer vollgültigen Malerei von erstaunlich künstlerischer Vollkommen­heit zu tun, die durchaus bereits unserem abend­ländischen Empfinden entspricht. Als ihre Schöpfer müssen wir uns außerordentlich begabte Menschen vorstellen, die in einem ungewöhnlich tiefen Ein­klang mit der Natur lebten.

posanten modernen Regierungsbauten. Die großen Städte, wie Taiping mit seinen herrlichen Baumalleen, deren duftende gelbe Blütenmassen die Erde in ein Meer von Gold verwandeln, das am rechten Ufer des Perakflusses gelegene Kuala K a n g s a r, der Sitz des Sultans von Perak, die im Mittelpunkt der Zinnindustrie, in Kantatal be­im Mittelpunkt der Zinnindustrie, in Kiantatal be- die berühmten chinesischen Felsentempel von Gu- nong Rapat und Sungei Raia befinden, und die größte Stadt der Föderativstaaten Kuala Lun- p u r tragen in Architektur und Anlage einen orien- talisch-okzidentalen Charakter. Die sich inmitten eines Palmenhains, an einem kristallklaren See er­hebende Malaiische Moschee in Kuala Lunpur, ein Minarett- und tuppelreiches marmornes Wunder­werk orientalischer Baukunst mit der breiten viel­stufigen Marmorterrasse mutet wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nächt an und hinterläßt einen unvergeßlichen Eindruck.

Kunterbunt ist der Verkehr: ein kaleidoskopartiges Volkergemisch, in dem der Malaie und der Chinese dominieren, aber auch viele Bengalen zu finden sind. Die hübsche Tracht der oft sehr schönen Ma­laiinnen mit ihrem reichen Brillant- und Gold­schmuck, fällt besonders auf; ebenso die bunt­farbenen Riesenstrohhüte der chinesischen Kulis. Auf dem Lande trifft man überall mit Palmenblättern überdachte Pfahlhütten der Eingeborenen an. Länd- lich-sittlich, die Kinder in nackter Ungebundenheit, spielt sich das malaiische Familienleben vor aller Augen ab. Bei der Ortschaft Semas verläßt die Bahn das malaiische Gebiet und gelangt in das urwaldreiche Gebiet des Sultans von I oho re. Ein Damm führt dann vom Festland zur Insel Singapur hinüber.

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bis 22 Knoten und eine Haupkbewaffnung von zehn bis zwölf 35-cm-Geschützen. Nur drei Schlachtschiffe haben 40,6-cm-Geschütze. Auffallend ist ihre schwache Mittelartillerie, die nur 12,7 cm Kaliber aufweist, was nach heutiger Auffassung gegen große Zer­störer nicht mehr ausreicht. Dafür beträgt die Fahr- strecke nach amtlicher Angabe 10 000 Seemeilen. Drei von diesen Schlachtschiffen sind am ersten Kriegstage bei Hawai durch japanische Flieger­bomben und Lufttorpedos gesunken, die Ok­lahoma", dieArizona" und dieWestvirginia" (letztere mit 40,6-cm°Geschützen). Dieser Verlust be­wert, daß die amerikanischen Großkampfschiffe gegen die neuen Kampfmittel sehr empfindlich find. Bis jetzt wurden nur zwei neue Schlachtschiffe als Nachkriegsbauten 1941 in Dienst gestellt,Wa­shington" undNorch-Carolina" mit je 35 000 Ion» nen, 28 Knoten und neun 40,6 cm-Geschützen. Auch

Lagdzauber und frühe Kunst.

Von Hans Reetz.

Fußend auf den Grundlagen, die die Wissenschaft seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts erarbeitet hat, können wir heute den Satz wagen: die Kunst des Abendlandes ist uns von der Geburt an be­kannt. Das war um etwa 15 000 vor der Zeitwende, am Rande des Eises der letzten Eiszeit, als eine neue, höhere Menschensorm, die wir aus den Fun­den von Cro Magnon, Oberkassel, Chancelade, (Sri- maldi u. a. kennen, den noch tierhaften Neander­taler ablöste.

Machen wir uns ein Bild von jener fernen Welt: Der Mensch war noch ein Naturwesen; aber er, der auf das Fleisch der Tiere angewiesen war, war der Tierwelt gegenüber insofern im Nachteil, als ihm deren natürliche Hilfsmittel, wie Krallen, scharfes Gebiß, Hörner, Rüssel, Panzerung, flinke Beine, riesiger Wuchs, fehlten. Seine Ueberlegenheit be­stand einzig in wachem Instinkt und Geist. Damit schuf er sich künstliche Hilfsmittel, eine Bewaffung, die aus Knüppel, Speer, Steinbeil, Pfeil und Bogen, Steinmesser, Handspitze und Schaber be­stand. Gleichzeitig begann eine umfassende Konzen­tration des gesamten Denkens und Handelns auf die zu jagenden Tiere, und so entstanden um die­selbe Zeit die ersten der Tier- und Jagdzeichnungen vom Bison, Mammut, Pferd und Höhlenbären, die wir in den Höhlen Südfrankreichs und an den Fels­wänden Ostspaniens finden, und deren Zahl von über 6000 Stück nebst etwa 50 Plastiken uns eine durchaus klare Vorstellung der damaligen Welt gegeben hat. (Es handelt sich also keineswegs um einedunkle Vorzeit".)

Die erste Kunst ist als Jagdzauber ausgeübt wor­den, so wie wir ihn heute noch in Afrika beobachten können und nach dessen Aehnlichkeitsregel man sich ein gültiges Bild machen kann: Der Künstler der Sippe malte von den zu jagenden Tieren ein Bild, auf das unter magischen Zeremonien mit Pfeilen geschossen wurde. So haben wir z. B. die Darstel­lung eines Pferdes, die zwanzig Schußlöcher auf- weist, ebenso eine beschossene Tierplastik, der man den Originalkopf aufgesetzt hatte. An einer Höhlen- wand hat sich der Künstler (Zauberer) selbst abge-

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bildet. Er trägt die Maske eines Hirsches und an den Händen die Pfoten eines Bären. So bewegt er tanzend die Glieder. Es gab also auch mimlschen Zauber und Tanzzauber. Vielleicht wurde dabei sogar eine Flöte geblasen oder gesungen. Daß es dieser Kunst nicht um eine bloß profane Darstel­lung oder gar nur um Unterhaltung oder Schmuck, sondern um kultische, magische Hanolung ging, be­weist vor allem auch die Tatsache, daß man Höhlen- bilder nie in Höhlen gefunden hat, die Wohn­zwecken gedient hatten. Immer handelt es sich um abgelegene, oft um außerordentlich schwer zugäng­liche Höhlen, wie die von Trois Freres, wo man sich durch einen vierzig Meter langen, nur einen halben Meter hohen Gang winden muß, oder die von Montespan, die ein Fluß durchströmt.

Bei all dem galt die Vorstellung, daß das Tier in dem Augenblick bereits getötet sei, wo die Schüsse sein Bild durchlöchert hatten, wo es also durch Be­schwörung und Zauber gebannt sei. Danach galt die Jagd selbst als von nur untergeordneter Be­deutung. Das war eine großartige Bewertung, ja Ueberbewertung der Kraft des menschlichen Geistes, deren Geheimnis in dem Glauben liegt, daß die künstlerische Darstellung eines Wesens oder Gegen­standes mit demselben identisch sei und die Herr­schaft über ihn begründe.

Wissenschaftlicher Bearbeitung ist es nun ge­lungen, eine einleuchtende Entwicklung dieser Kunst darzustellen: Am Anfang steht die Gravierung, die Zeichnung der Tierumrisse in den Lehm der Höhlen- wände. Die Zeichnungen werden immer mehr der Natur entsprechend; schließlich folgt die Ausfüllung mit Binnenzeichnung und danach die Entwicklung zur vollen plastischen Malerei mit Farbe. Es ist der Höhepunkt der Altsteinzeit, die sogar die künstle­rischen Probleme der Perspektive, der Darstellung der Masseneinheit und der Bewegung angerührt hat, die erst wieder in Kreta und Mykenä (2000 v. Ehr.), im späten Rom, im Barock und im 19. Jahrhundert gelöst worden sind. Indessen aalt auch bereits damals das Gesetz, wonach in Den Spätzeiten die Kunst sich aufzulockern und schließ­lich aufzulösen pflegt. Es kommt nämlich am Ende zu einem die Naturdarstellung steigernden Impres­sionismus, der die Tiere wiedergibt, wie sie in dem Spiel und Widerspiel des Lichtes dem Künstler erscheinen. Um 8000 etwa, mit dem letzten Magda-

paner hätten die Absicht, flußabwärts auf Te(of Anson oorzurücken. Dieser Ort ist von großer 3 strategischer Bedeutung, da von ihm aus eine Bahn 1 zur Hauptlinie führt, die vom Norden nach Süden H und Osten verläuft. Den fortlaufenden Rückzug der I britischen Streitkräfte auf Malaya gibt auch der j amtliche britische Bericht vom Sonntag zu. Die | britischen Truppen seien im Laufe der letzten Nacht I in neue Stellungen weiter südlich zu« I rückgenommen worden.

Die seit Jahrhunderten geübte Methode der Eng« I länder, andere für sich bluten zu lassen, zeigt sich I auch wieder in den Kämpfen um Singapur. Soeben I sind dort d i e ersten chinesischen Hilfs« I truppen eingetroffen, die Marschall Tschiangkai« I fcheck den Engländern ji'r Verfügung stellte. Es I handelt sich um Solbatsn aus den Provinzen I Kwansi und Puenen. Die Straße von Ma« I lakka ist unter ständiger Bewachung der japani« I schen U-Boote und der Luftwaffe. Aus diesem I Grunde hat der Kommandant von Singapur an« | geordnet, daß alle britischen und sonstigen Dampfer I die Straße von Malakka nurnochinderNachß I passieren und bei Tage Schutz in den Häfen an bet I Küste von Malakka suchen sollen.Nichi Nichi" be« I richtet, bereits jetzt mache sich in Singapur Man- I gel an Reis, dem Hauptnahrungsmittel der I Eingeborenen-Bevölkerung, bemerkbar. Trotz einer I von den englischen Behörden versuchten Preiskon- I trolle steigen die Lebensmittelpreise ständig und machen es besonders den ärmeren Schichten fmroer, I ihren Bedarf zu decken.

Trübe Ahnungen in Washington und London.

Lissabon, 4. Jan. (Europapreß.) Mit wach« dem Pessimismus betrachtet man in den USA. den Verlauf der japanischen Operationen im Pazifik | nach dem Fall von Manila, dem die Einnahme der I ganzen Insel Luzon folgen dürfte. Die Reste der amerikanischen Streitkräfte ziehen sich in nördlicher und nordwestlicher Richtung zurück, oie werden aber bereits von deü Japanern verfolgt, so daß mit ihrer Aufreibung ober Gefangennahme gerech­net wird. Die Amerikaner befinden sich in einer ' bedrängten Lage, da sich die Japaner bereits fast aller Flugplätze auf der Insel Luzon bedienen und auch die wichtigsten Flotten st ützpunkts in ihre Hände gefallen sind. Als einziger Stütz­punkt steht den Amerikanern nur noch Die in der Subic-Bucht gelegene und etwa 80 km nord« östliH von Manila entfernt gelegene Olongapo» Festung zur Verfügung. Ihr kommt aber nichk die Bedeutung Cavit es zu, das südlich von Ma­nila gelegen ist und am Freitag von den SImeru fanern geräumt werden mußte.

Weiter wird aus dem Fernen Osten gemeldet, daß die japanische Luftwaffe ebenso wie bie japanische Flotte höchst aktiv im Pazifik operiere. Nördlich von Java im Javanischen Meer zwischen Borneo und Java wurden amerikanische Kriegs­schiffe von japanischen Bombern angegriffen. Es soll sich um Maschinen handeln, die schon von Sarawak aus, das im Norden von Borneo liegt und am Freitag von den Engländern geräumt wurde, operieren. Es seien auch militärische Ob­jekte auf Sumatra und Celebes angegriffen worden. Japanische Streitkräfte sollen auch zwischen Cele­bes und den Philippinen gestehet worden sein. Im übrigen geht aus allen amerikanischen Berichten hervor, daß die japanische Luftwaffe der ame­rikanischen weit überlegen ist und zwar sowohl zahlen- als auch qualitätsmäßig.

Mit der Eroberung Manilas haben die Japaner eine neue und beherrschende Position im westlichen Stillen Ozean errungen", mußt selbst dieTimes" kleinlaut zugeben.Wenn ganz Luzon erobert hird", o schreibt das Blatt weiter,bann werden große Zlottenstreitkräfte und erhebliche Truppenkräfte rei, die von den Japanern an anderer Stelle ein­gesetzt werden können. Der Verlust des letzten amerikanischen Hafens, der nahe bei Asien liegt, ist ür die Flotte der USA. ein ernster Nachteil. Die apanische Strategie ist bisher dadurch gekennzeich­net gewesen, daß verschiedene Angriffe in mehreren Richtungen gleichzeitig durchgeführt wurden. Jetzt haben die Japaner eine besonders gefährliche zentrale Po- i t i o n errungen, um neue derartige Angriffe in verschiedenen Richtungen durchzuführen. Die Phi­lippinen liegen im Zentrum des großen Bogens von britischen und holländischen Besitzungen, der ich von der Halbinsel Malakka über die ostindischen Inseln erstreckt. Alle diese Besitzungen sind jetzt be-

Neiiergeschichien um Friedrich den Großen.

Erzählt von Hans Bethge.

Zorndorf.

In der Schlacht bei Dorndorf lagen die Rusten in hervorragenden Verschanzungen, und die an- greifende preußische Infanterie konnte nichts gegen sie ausrichten. Friedrich der Große ließ von neuem stürmen, die Truppen gingen mit Todesverachtung vor, und die feindlichen Kugeln wüteten grausam unter ihnen. Der Erfolg der Angreifer blieb gleich Null, bie Lage würbe kritisch, unb ber linke Flügel ber Preußen begann zu wanken. Friebrich war verzweifelt unb sah eine Niederlage kommen. Er schickte eine fliegende Ordonnanz zu Seydlitz, der mit seinen sechzig Schwadronen in Deckuna wartete. Seydlitz bekam den Befehl: Sofort angreifenI Aber er griff nicht an. Mit Falkenblick äugte er zu den Feinden hinüber und wartete. Eine neue Ordon­nanz des Königs flog herbei: Angreifen, ums Him­melswillen angreifen! Seydlitz hielt unbewegt wie eine Bildsäule.Nach der Schlacht gehört mein Kopf dem König", sagte er,aber jetzt brauche ich ihn noch, um meinem König zu nützen!"

In eiserner Ruhe überblickte er das Schlachtfeld,

nichts entging ihm. Die preußischen Reihen strömten ungeordnet zurück, immer mehr Abteilungen wen­deten sich zur Flucht. Die Russen glaubten bereits, der Sieg gehöre ihnen, jetzt tarnen^ fie aus ihren Verschanzungen hervor und stürmten in wilden Rotten gegen die Preußen an. Das war der Augen­blick, den Seydlitz ersehnt hatte. Ein Lächeln ging über fein Gesicht, er reckte seine Rechte mit Dem weißen Stulpenhandschuh triumphierend hoch in die Luft unb sechzig Schwadronen setzten sich wie der Sturmwind in Bewegung und vernichteten in hartem Kampf bie ungebeten Russen bis zur völ­ligen Nieberlage.

Nach ber Schlacht melbete sich Seydlitz mit ernster Miene beim König. Dieser umarmte ihn und sprach:

Er war ungehorsam, Seydlitz, aber sein Reiter­genie hat besser disponiert als ich. Er hat das Schicksal Preußens gerettet Ich danke ihm."

Kühne Attacke.

Während eines Marsches in Böhmen im Jahre 1757 machte Friedrich der Große in Begleitung eines Husarenunteroffiziers nebst sechs Husaren einen Ritt über die Spitze hinaus, um die Gegend zu erkunden. Unversehens erschien eine österreichische Reiterpatrouille, bestehend auf fünfzehn Mann.

Was will Er tun?" fragte der König den Unter­offizier.

Wenn Euer Majestät nicht zugegen wären, so wüßte ich, was ich täte."

Denke Er einmal, ich sei nicht zugegen."

Der Unteroffizier ließ die Leute sich schnell for­mieren, rief:Es gilt den König zu retten! Zur Attacke! Marsch, marsch!", unb bie kleine Abteilung stob mit solcher Bravour gegen die Feinde los, daß diese in Verwirrung kamen unb, da sie sich der Gewalt des Angriffs nicht gewachsen fühlten, nach kurzer Zeit entflohen. Sie ließen zwei Tote und sechs Verwundete zurück; auf preußischer Seite waren der Unteroffizier und ein Gemeiner ver­wundet und eins der Pferde erschossen.

Friedrich ritt auf seine tapferen Leute zu, nahm den Hut ab unb sprach:Herr Leutnant, ich danke Ihm für feine Tatkraft und seinen Mut. Kinder, Ihr habt Euch alle herrlich benommen, Ihr sollt belohnt werben, mit solchen Solbaien kann man das Höchste erreichen."

teUung des kaiserlichen Hauptquartiers wurden im Verlause der Operationen 360 feindliche Flugzeuge abgeschossen ober am Stoben zerstört. Während ber gleichen Zeit habe die japa­nische Marine 4 Zerstörer, 7 U-Boote und 5 andere Kriegsschiffe versenkt, zwei Hilfsschiffe unb 30 Handelsschiffe schwer beschädigt. Ein Zerstörer, 2Pa- trouillenfahrzeuge und 4 weitere Schiffe seien leicht beschädigt worden. Ein Schiff wurde aufgebracht. Die in der Bucht von Manila befindliche ameri­kanische Philippinen-Flotte wird von der Presse Nieberländisch-Jnbiens als verloren be­zeichnet. Den Amerikanern bliebe wegen ber Sper­rung ber Bucht von Manila burch japanische Flöt- teneinheiten nichts anderes übrig, als entweder sich selbst zu versenken oder sich den Japanern auszu- lieferm

Ständiges Vordringen auf Malakka.

Tokio, 4. Jan. (Europapreß.) Die japanischen Streitkräfte, bie in einer am Morgen des 1. Januar begonnenen heftigen Offensive üb erben Perak- Fluß vorstießen, hatten bis zum Abend des 2. Ja­nuar eine wichtige Schlüsselstellung in Mittel- Ma l a y a eingenommen. Sie hatten der 8. Divi­sion des australisch-neuseeländischen Armeekorps (Anzac) schwere Verluste zugefügt. Den Uebergang über den Perak hatten bie Japaner trotz starkem feindlichen Artilleriefeuer erzwungen. Bei den Kämpfen wurde ber größte Teil ber australischen Division auf gerieten. Obwohl der Feind auf seiner Flucht über ein Dutzend Brücken zerstört hatte, konnte er bie Japaner nicht aufhalten. Sie gingen im Sturm über den Fluß und stoßen jetzt gegen einen weiteren wichtigen Punkt ber britischen Ver­teidigung an der Westküste Malayas vor.

Die Lage an der Perak-Front nach den neuen japanischen Truppenlandungen ist für die Eng­länder bereits so aussichtslos geworden, daß ber Reuter-Korrespondent aus Singapur zu ber Fest­stellung kommt, es sei zur Zeit nicht möglich, bie augenblickliche Verteidigungslinie der britischen Truppen anzugeben unb es fehle überhaupt an zuverlässigen Nachrichten. Offenbar aber handele es sich um eine zangen förmige Umklamme­rung der Japaner mit dem Ziele, bie rückwärtigen Verbindungen der britischen Streitkräfte zu durch­stoßen. Die Engländer befürchten bereits, die Ja-

Tokio, 4. Jan. (DNB.) Nach dem Rückzug aus Manila haben sich die nordamerikanischen unb phi­lippinischen Streitkräfte völlig auf bie Halb­insel Balanga zurückgezogen, bie bie Manilabucht im Westen abschließl. Andere Kräfte versuchen hier unter dem Schutz ber Dunkelheit von dieser Halbinsel aus nach dem Jnselfort Cor- re g i d o r überzusetzen. Die Hauptangriffe der ja­panischen Luftwaffe richten sich daher in erster Linie gegen die Hafenstädte Balanga unb Mari- viles sowie Corregibor. Dort würben zahl­reiche militärische Einrichtungen zerstört unb all- gemein schwerer Schaden angerichtet. In den frühen Morgenstunden des Sonntags griffen mehrere For­mationen der Armeeluftwaffe unausgesetzt Last- wagenkolonnen des Feindes an, der entlang der Westküste der Balanga-Halbinsel nach Süden zu entweichen versuchte. Gegen das Jnselfort Corre» gidor werden vor allem Stukas der Marine ein­gesetzt, deren Aufgabe darin besteht, die Artillerie­stellungen und die Flakabwehr sowie andere wich­tige Einrichtungen zu zerstören. Weitere Forma­tionen sind bemüht, Landungen von der Halbinsel Balanga aus auf Corregidor zu verhindern. Es muß damit gerechnet werden, daß sich auf der Ba­langa-Halbinsel noch weitere Kämpfe abspielen, da vor allem bie bortigen Hafenstäbte Balanga unb Mariviles. sowie andere Plätze st art befestigt sind und bie USA.» unb Philippinen-Streitkräfte versuchen werden, das Vordringen ber Japaner von Land her gegen bas Jnselfort Corregidor aufzuhalten unb den Rückzug dorthin zu sichern. Allerdings kommt den Japanern zustatten, daß sie die fast un­eingeschränkte Luftherrschaft auch über diesem Kampfabschnitt ausüten.

Manila wurde von den Amerikanern nicht auf­gegeben, wie in Washington erklärt worden war, sondern japanische Truppen haben die Stadt gegen erbitterten Widerstand gestürmt. In einer Ver­lautbarung des japanischen Hauptquartters aus Luzon heißt es, daß den japanischen Truppen wüten­des Feuer entgegenschlug, als sie am Freitagmor­gen um 11 Uhr zum Sturm auf Manila antraten. Die japanischen Truppen drangen trotzdem auf den großen modernen Straßen, bie aus Manila hin- ausführen, in bie Stabt ein. An ber Erstürmung nahmen Einheiten ber von Narben vorgedrungenen japanischen Truppen teil, sowie Formationen, bie von Lanbungsplätzen im Sübwesten Manilas her­angekommen waren.

Nach einer Zusammenstellung ber Marine-Ad-

sie besitzen nur 12,7-cm-Mittelartillerie. Weitere Schlachtschiffe sind im Bau, werden aber noch lange Zeit bis zu ihrer Vollendung brauchen,

An Flugzeugträgern besitzen bie USA. sechs in ber Größe von 1435 000 Tonnen. Meh­rere Flugzeugträger sind im Bau und bewilligt, von ihnen wirb in absehbarer Zeit nur ,Dornet" fertig werden mit 20 000 Tonnen, 34 Knoten unb 60 Flug­zeugen. Hierzu treten noch zwei Flugzeugmutter­schiffe für Seeflugzeuge, von denen eines, die Langley", vor Manila versenkt worben ist.

Die Kreuzerflotte der USA. umfaßt 18 Schwere, 19 Leichte Kreuzer, d. h. ähnlich wie Japan. Ihre Zahl reicht aber für den Zweifrontenkrieg ber USA -Flotte ebenso wenig aus wie die vier Zer­störer. Zahlreiche Leichte Kreuzer sind im Bau. Be­merkenswert an den ersten Schweren Kreuzern ist ihr schlechter Panzerschutz. Bei den letzten Typen wurde verbessert. Sie tragen im Durchschnitt eine Hauptbewaffnung von neun 20,3-cm°Geschützen unb haben vier Flugzeuge an Bord. Die modernen Leich­ten Kreuzer von 10 000 Tonnen Wasserverdrängung sind für ihre Größe mit fünfzehn 15,2-cm-Geschützen besonders schwer bestückt, was ihre Seefähig'keit teilweise deeinttächtigt.

Die USA.-Flotte besitzt ferner 13 große und 166 leichte Zerstörer. Von den letzteren kann man 98 als völlig veraltet ansehen, da sie aus den Welt­kriegsjahren stammen. Bekanntlich wurden 50 von diesem alten Typ 1940 an England abgetreten. Für die großen Aufgaben, die ihrer harren, werden sie zahlenmäßig wahrscheinlich ncht ausreichen, obwohl viele Boote im Bau sind dzw. demnächst in Dienst gestellt werden. Die U-Boot flotte umfaßt 6 große Unterseekreuzer, 40 große, 38 mittlere unb 27 kleine U-Boote, alle mit erheblichem Fahrbereich. Zu diesen Schiffen treten noch zahlreiche Minen­schiffe, Kanonenboote, Küstenwachboote unb Troß- schiffe, die für bie Begleitung der Flotte nötig sind.

Bei den großen Entfernungen im Stillen Ozean braucht die amerikanische Flotte zahlreiche Vor­rats- unb Troßschiffe wenn sie lange Märsche machen will. Auch zur Versorgung ber weit abgelegenen Stützpunkte ist viel Tonnage nötig. Ja ein großer Teil ber amerikanischen Flotte wirb überhaupt mit ber Versorgung unb Erhaltung des Stützpunktsystems beschäftigt sein, das aller- bings schon erheblich zusammengeschrumpft ist. Die Marine der USA. hat bereits zahlreiche Handels­schiffe beschlagnahmt unb in Dienst gestellt, was die Schiffsraumknappheit in den USA. weiter verschärft hat. Auch darf man nicht vergessen, baß der gleichzeitige Ausbau ber vielen neuerworbenen Stützpunkte außerorbentlich hohe Anforderungen an den Handelsschiffsraum stellt. Das wird auch ein großes Problem für die amerikanische Marine werden.

Seit einigen Jahren verlangt bie Regierung in USA. den Bau einerZ w e i - O z e a n - F l o 11 e", wofür ungeheure Summen bereitgestellt sind. Viele Schiffe sind zwar bewilligt, aber noch nicht in Bau gegeben, weil keine Helgen frei sind. Das ganze Neu­bauprogramm ist überhaupt in Frage gestellt durch bie Ueberlastung der amerikanischen Werften mit Neubauaufträgen für England und Reparaturen be­schädigter britischer Schiffe. So ist auch der Weiter­bau ber USA.-Flotte mit einigen Problemen be­lastet. Die schweren Anfangsverluste waren ein katastrophaler Schlag für die amerkanische Marine. Sie zeigten ihr aber, welch einem mächtigen Gegner sie gegenübersteht. Die japanische Flotte verfügt über reiche Kriegserfahrung und einen unsterblichen Ruhm. Was wirb bie nur in Friebenszeiten ent- entwickelte amerikanische Flotte bem gegenübersetzen können? Es ist sehr fraglich, ob sie jemals ben hohen moralischen unb taktischen Stand ber japanischen Flotte erreichen wirb. DSw.

Angesichts des unaufhaltsamen Vordringens der Japaner auf der Malaiischen Halbinsel und des Auftauchens immer neuer Ortfchafts- unb Gelänbenamen aus dieser Gegend in den japanischen Wehrmachtberichten dürften die nachstehenden Ausführungen für unsere Leser von besonderem Interesse sein.

Malaya, einst ein romantikumwobenes Urwald­gebiet, wo jeder Malaie ein Pirat und jede Ma­laiin eine Prinzessin war, unb wo ber Tiger, das Wappenbild der Vereinigten Malaiischen Staaten, als unumschränkter Herr des Dschungels galt, ist heute ein Land, in dem Zinn unb Kautschuk zur Lebensgrundlage geworden sind. Ein Blick auf die unermeßlichen Reisfelder und die durchweg in chinesischem Besitz befindlichen Zinngruben läßt den Wohlstand der Halbinsel sofort erkennen. Trotzdem ist noch ein Stück der alten malaiischen Romantik verblieben: das Tiger-Revier im Tal von Buket Gantang und die noch in paradiesischem Ur­zustände auf den Abhängen des blauen Gunong Kerbau (Büffelberg) hausenden wilden Satei, sind lebende Urkunden der malaiischen Vergangen­heit.

Die Fahrt von Prai, einem der Insel P e- nang auf bem Festlanb gegenüberliegenden Ort, nach Singapur rntt der Federated Malay States Railway auf einer üüber 800 km langen Strecke, gilt als eine der romantischsten auf ber Welt. Sie führt burch bie brei malaiischen Staaten Perrak, S e l a n g o r unb Negri Sembilan, vorbei an tropischen Naturschönheiten unb bekannten archi­tektonischen unb kulturhistorischen Statten, präch­tigen marmornen Sultanspalästen, wunbervollen Moscheen, prunkhaften Fürsten-Mausoleen und im-