Schulter an Schulter mit Deutschland
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Schöpferische Träume
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Aus dem Reich.
Dr. Ley vor den Schaffenden
Kohlen- und Eisenurbeitern des Ruhrgebietes sein. Die Orte liegen in einem Gebiet, das stärker als andere Gegenden von britischen Terrorangriffen
„Das italienische Volk ist sich voll der 3tot- wenLigkeit dieses Krieges bewußt, der geradezu als heiliger Krieg bezeichnet werden muh", rief der Duce aus. „Italien hat die Entscheidung treffen müssen, ob es seine Politik mehr nach seinen Land- oder mehr nach seinen Seegrenzen einrichten wolle, do es nicht ständig im Schwebezustand bleiben konnte. So konnte es dem Riesenkampf nicht fernbleiben." Der Duce erklärte, er verzichte darauf, von Friedenszielen zu sprechen. Territoriale und politische Ziele haben in diesem räumlich erweiterten und zeitlich verlängerten Krieg ihre besondere Bedeutung verloren. Dieser furchtbare Kampf sei nunmehr wirklich zu einem Krieg zweier Welten geworden. Für das italienische Volk gebe es nur eine einzige Aufgabe: Kämpfen, und zwar kämpfen Schulter an Schuller mit den Verbündeten, zusammen mit Deutschland. (Lang anhaltender Beifall.) Die Kameradschaft zwischen Italien und Deutschland werde jeden Tag tiefer. Sie werde geradezu zu einem gemeinsamen Leben in dem Maße, wie das gegenseitige Verständnis zunehme. Der Feind wolle, wenn er vom Kampf gegen den Faschismus spreche, alle die Bewegungen der jungen Völker treffen. Riernand dürfe sich Illusionen
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wir, wie manche sagen, in diesem Jahre nur bis zu ben Knöcheln im Kriege gesteckt haben, so werden wir im kommenden Jahre bis zum Halse darin stecken."
London wußte nichts von der Ernennung DarlanS.
Stockholm, 3. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie der diplomatische Berichterstatter der „Times" erklärt, hat „die britische Regierung von den Vollmachten und Titeln, die Darlan nunmehr vertritt, nichts gewußt, bevor die Proklamation im Sender Marokko verlesen wurde".
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zusammen und öffnete ihn dann so locker und frei, als sei nicht das mindeste geschehen. Dabei legte er dem armen Menschen ruhig die Hand auf die Schulter.
„Nehmen Sie es sich nicht so zu Herzen", sagte er. „Das Ding ist alt genug geworden, um endlich einmal dahinzugehen!"
„Das Ding!" sagte er von seiner Vase. Und brachte es sogar fertig, zu lächeln — bloß um einen verzweifelten armen Kerl nicht noch tiefer zu demütigen, als ihm durch das Unglück ohnehin geschehen war. Dann holte er Schaufel und Besen. Es hatte den Anschein, daß es nur darauf antomme, irgendeinen harmlosen Unrat zu beseitigen, um einem geschätzten Besucher darzutun, daß er durch nichts belästigt werden dürfe.
Es gelang denn auch, den ganz zerschmetterten Unglückswurm allmählich wieder zu sich selbst zu bringen. Er mußte sogar noch eine Tasse Kaffee trinken, die der Herr selbst bereitete. Dann wurde er freundlich und unauffällig verabschiedet. Er atmete auf und kam erst wieder richtig zu sich, als er — Gottlob und Dank — auf der Straße und vom Schauplatz seiner Untat weit entfernt war.
Im Gehen murmelte er vor sich hin: Und der Mann ist so gut zu mir gewesen — eine schöne Geschichte, die ich da angerichtet habe! Jener hingegen, der das geschilderte Beispiel so unwahrscheinlicher Beherrschung gegeben hatte, war auch nachträglich nicht empfindsam geworden. Ihm schien vielmehr, daß die verstorbene Freundin nun auf ihn niederblicke, als ob sie mehr denn je in ihrem Leben mit ihm zufrieden sei.
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RSG. Im Anschluß an eine Dienstbesprechung besuchte der Leiter des ^-Fürsorge- und Dersor- gungsamtes, Düsseldorf, ^-Sturmbannführer Weigand t, mit den ^-Fürsorgeoffizieren aus Frankfurt a. M., Düsseldorf, Hamburg, Jena, Kassel, Rendsburg, Saarbrücken und Wiesbaden, die im ganzen Reich als beispielhaft anerkannte Einrichtung der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt zur
west- und nordwestdeutscher Betriebe. Q1
In dieser Woche hat Reichsorganisationsleiter Dr. SjQrtetffD Ley eine Reise angetreten, die ihn in eine große W ien Stil Zahl von Betrieben Westdeutschlands und
beruflichen Betreuung, Ausbildung sowie Ein- und Umschulung der Vermehrten des Krieges.
Der bisherige griechische Ministerpräsident General T s o l a k o g l u gibt in einem Aufruf an das griechische Volk seinen aus gesundheitlichen Gründen erfolgten Rücktritt bekannt und sprach die Ueberzew gung aus, daß seine Polittk der engen Zusammen« arbeit mit den Achsenmächten auch von der neuen Regierung weiter verfolgt werde. Ein neues Arbeits- kabinett hat als Ministerpräsident Professor Logo, t h e t o p u k o s gebildet, der gleichzeittg die Leitung der Ministerien für soziale Fürsorge. Kultur und
Die Wahlen zur Präsidentschaft, zum Senat und Abgeordnetenhaus in Uruguay haben nichts an der bisherigen Stellung des Staates geändert. Juan Jose Amegaza wirb Präsident, der bisherige Außen-. Minister Guani Vizepräsident. Amegaza erflärte, ■ ö n 4 daß er die bisherige Politik von General Baldomir fortführen und außenpolitisch eine enge Zusammen- arbeit mit den USA. und England verfolgen werde.
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Nordwestdeutschlands führt. Dr. Ley be« sucht die schaffenden Menschen an ihren Arbeite K"” n, unterrichtet sich über ihre Wünsche und t zu ihnen auf Betriebsappellen. So wellte I Dr. Ley in seinem Heimatgau Köln-Aachen. Die Reise wurde'im Gau Düsseldorf fortgesetzt, | und am Ende dieser Woche wird er unter den
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Das Echo -er Ouce-Red^. Englands Verachtung beantwortet Italien mit ebensoviel Hatz.
Rom, 2. Dez. (Europapreß.) Die Rede des Duce hat in Italien eine machtvoll aufrüüelnde Wirkung gehabt. Durch die große Ruhe und Selbstsicherheit, mit der Mussolini alle Fragen beantwortet, die heute die Italiener bewegen, haben seine Ausführungen dem Volke Zuversicht und Selbstvertrauen gegeben. So erklärte ein Arzt: „Die Worte des Duce sind Vitamine." , t
Die Einfachheit der Rede, die allen rhetorischen Schmuckes bar die Dinge beim Namen nennt, hat eine besondere Anziehungskraft ausgestrahlt. Verblüfft sind viele Hörer auch durch die Offenheit, mit der der Duce Aussprüche Churchills gegen sich selbst zitierte und die Verluste und Schäden des Krieges unumwunden zugab. Schließlich hat diese Rede auch die Wirkung gehabt, die Gerüchte über die Krankheit des Duce zu zerstreuen. Zuhörer, die der Rede in der Kammer beiwohnten, erzählen, daß der Duce einen frischen und rüstigen Eindruck machte. Er stieg mit leichtem, elastischem Schritt die Stufen zur Rednertribüne hinan, und während der ganzen Dauer feiner Rede konnte man keine Müdigkeit feststellen.
„Die Antwort' des italienischen Voltes", so schreibt „G i o r n a l e d ' I t a l i a", „auf die eitle Drohung Churchills ist einmütig und fest. Auf die britische Verachtung wird mit ebensoviel Haß ge- antwortet, der sich vor allem gegen die herrschende Klasse und gegen die reichen und unverschämten Führer des britischen Jmpiriums richtet. Auf den Terror Churchills wird mit der ruhigen Behauptung des Willens zum Widerstand und zum Kampf bis zum äußersten geantwortet. Das italienische Volk ist mehr denn je auf Widerstand und Kampf bis zum äußersten eingestellt, weil es verstanden hat, wie verzweifelt sein Schicksal sein würde, wenn es die Waffen strecken und die Pax Britannica annehmen würde, die Churchill ihm vergebens mit seinem Terror aufzwingen will."
„Bis zum Halse im Kriege."
Knox kündigt neue Atlantik-Verluste an.
Stockholm, 3. Dez. ^Europapreß.) Auf weitere nordamerikanische Verluste in der Atlantik- schlacht bereitet Marineminister Knox die USA.' in einer Ansprache in Neuyork vor. Er erklärte, daß der Schiffsbau der Vereinigten Staaten nicht den Erwartung en entsprochen habe. Besonders an Sicherungsfahrzeugen für die Geleitzüge bestehe Mangel. Knox sagte dann: „Eine schwere Zeit steht uns noch im Atlantik bevor. Wir müssen uns alle auf Verluste im Atlantik gefaßt machen. Besonders die nächsten vier bis fünf Monate werden uns schwer zu schaffen machen. Die Operationen in Nordafrika haben ohne Zweifel unsere Aufgabe noch erschwert. Wenn
darüber machen, daß ein Sieg unserer Feinde eine Pax Britannica, ein tausendfaches Versailles bedeuten würde. England wolle aus der ganzen Welt ein Indien machen. Ls wolle, daß die ganze Welt für England arbeite. „Wir aber müssen kämpfen", rief Mussolini, „sür die Lebenden, weil wir für die Zukunft kämpfen, und für die Toten, damit die Opfer unserer Toten nicht umsonst waren. Die Toten befehlen uns, bis zum Endsieg zu kämpfen. Wir gehorchen!"
Die Rede des Duce wurde immer wieder durch gewalttge Beifallsstürme unterbrochen. Sämtttche Nationalräte erhoben sich zum Gesang der Gio- vinezza. Danach wurde folgende Entschließung Den lesen, die von der faschistischen Kammer durch Akklamatton einstimmig angenommen wurde: „Nach Anhörung der stolzen und festen Worte des Duce antwortet die faschistische Kammer auf die Lügen und Beleidigungen des Feindes, indem sie der heldenhaften Gefallenen an allen Kampffronten ae- denkt und den tapferen italienischen Soldaten sowie der von den feindlichen Angriffen betroffenen Bevölkerung ihren Gruß entbietet. Die Kammer bekräftigt den entschlossenen Widerstands- und Kampf- willen des italienischen Volkes, das in unerschütter- Ilichor Gewißheit für den Endsieg zu kämpfen ent
schlossen ist."
In Hamburg wurde in Anwesenheit des japa- . L. nischen Botschafters General Oshima eine Zweig- . stelle der Deutsch-Japanischen Gesellschaft gegründet. t
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Oie matte Vase.
Von Peter Scher.
Sie war aus schwarzem Ton und ringsum mit figürlichen Darstellungen in Braunrot verziert: mit Frauen, die Diademe trugen "und Blütenzweige in den Händen hielten, wie auch mit einem kühn hinjagenden Streitwagen, dessen Pferde von einem aufrechtstehenden Jüngling gelenkt wurden.
Die Väse gehörte einem Mann, der sie vor Jahren von einer Frau zum Geschenk erhalten hatte, die bald darauf gestorben war.
Der Wert des Kunstwerks wurde von Bewunderern sowohl aus Höflichkeit wie aus Unkenntnis in der Regel überschätzt, denn es gibt gewiß viel mehr dergleichen Dinge als man glaubt — wenn sich auch freilich die meisten in Museen und Sammlungen befinden. „
Für unfern Mann kam der materielle Wert gegenüber dem, den die Vase aus dem erwähnten Umstand für ihn hatte, gar nicht in Betracht. Er lebte zwar in bescheidenen Verhältnissen, aber ein Verkauf wäre ihm nicht einmal im Falle wirklicher Not denkbar erschienen. Es gibt eben immer wieder Menschen, die ihr Herz so sehr an eine Empfindung hm- geben, daß sie eher sterben würden, als ihr untreu zu werden.
Nun gut, der Besitzer der Vase erhielt eines Tages den Besuch eines ihm völlig fremden Mannes, der ihn in einer Notlage um Rat bitten wollte. Schon während des Gespräches hatten die Blicke des Gastes mit einem Ausdruck höchster Bewunderung an dem fremdartigen Gegenstand gehangen, was dessen Besitzer zu seiner stillen Freude nicht verborgen geblieben war. Er empfand jeden Ausdruck von Wertschätzung für seine Kostbarkeit als eine Huldigung an die unvergessene Frau.
Die Beratung war zur aufrichttgen Dankbarkeit des Fremden erledigt, und die beiden Männer erhoben sich von den Stühlen. Da der Besucher zwischendurch immer wieder nach der Vase gesehen batte und nun, nach Beendigung des sachlichen Gesprächs, erst recht mit den Augen nicht von ihr lostanL hatte der Hausherr seine besondere Freude daran, dem Mann einige erklärende Bemerkungen zu geben.
Die Art, wie die Belehrung ausgenommen wurde, war doppell geeignet, den Besitzer und Hüter des Andenkens zu beglücken.
halten, was ich im Traum gedacht und erfaßt habL Der Wachzustand ist meistens nur ein Nachdenken über das im Traum Gedachte. Es genügt, daß ich die Augen schließe — noch ehe ich schlafe, beginne« sich die Horizonte meines Alltags zu erweitern. 6l strömen Welten herzu, die zu schildern keine mensch» liche Feder imstande wäre. Der Zeitbegriff schwirv bet, als wäre die Zeit unbeweglich. Vielleicht ist sie es auch, und wir verwechseln sie nur mit uns, die schwinden und vergehen. Ich besteige im Schlaf ungeahnte Berggipfel und staune, daß wir de« Himalaja für so hoch halten. Ich versenke mich i« jedes Tierwesen, ich s eh e die Pflanzen wachsen uni höre die überirdische Stimme ferner Welten. Dar sind keine Phrasen — schon in meiner Kindheit e? ging es mir so, und dieses Zugehörigkeitsgefühl zum Traumreich hat mich nie verlassen. Ich kenne, die Einwände der Nüchternen unter den Gelehrte«,! denen es nie vergönnt war, einige Zeit bewußt i« Reich des Traumes zu weilen. Aber sagte ich Jhneit nicht, daß mir solches Wissen nur fragmentarisch M sein scheint? Auch bin ich mir bewußt, daß die meisten genialen Erfindungen zuerst im Traum et*] schaut werden. Beispiele dafür könnte man in Mengs! anführen. Was ist Phantasie, wenn nicht bewußt« Versenken ins Traumreich?"
„Das ist doch wohl nicht möglich — dreihundert Jahre vor unserer Zeitrechnung?" murmelte der Mann mit einem Ausdruck kindlichen Staunens in einen wasserblauen Augen.
Ms der Hausherr feine Angaben ernsthaft betätigte, erhob sich jener, während er andächtig emporblickte und sein Kopf in ein leises Schütteln geriet, vor lauter Ehrfurcht auf die Zehenspitzen.
Dies alles ergriff den Besitzer der Vase so unwiderstehlich, daß er wie unter einem höheren Zwang etwas tat, worüber er sich später selbst nicht genug wundern konnte. Er nahm die Vase mit reiben Hänben unenblich vorsichtig herab und übergab ie dem durch diese Ehrung ganz ergriffenen Fremden zu genauer Betrachtung.
„Vorsicht!" hatte er gerade nach sagen können. Dä lag das zarte Gebjlde schon, das unter dem Lust- druck der Jahrtausende leicht wie Papier und obendrein rissig geworden war, gleich einem Aschenhäufchen verweht am Boden — so hoffnungslos in unendlich viele Teilchen zerfallen, daß der Gedanke an eine Wiederherstellung gar nicht auftornmen konnte.
Was nun geschah, entbehrte so sehr des Alltäglichen, daß es eher als eine Pflicht denn als eine bloße Spielerei erscheinen mag, den Hergang bis zu Ende zu erzählen.
Der Pechvogel stand vollkommen vernichtet vor den Resten der Vase. Die unausdenkbarsten Greuel hätten ihn nicht schwerer treffen können als dieses Mißgeschick. Der tieferschrockene Mann hielt die Hände von sich ab — wie ein Kind, das zum erstenmal Handschuhe bekommen hat und sie noch nicht zu gebrauchen versteht. Sein Mund zitterte, doch brachte er kein Wort hervor.
Und was tat der Geschädigte? Schrie er auf wie ein im Innersten getroffener Mann von Kraft und Temperament (der er in Wirklichkeit auch war)? Stampfte er mit dem Fuß? Aeußerte er sich — wenn auch nur in jäh vorübergehender Anwandlung — ärgerlich über den unersetzlichen Verlust?
Nichts von alledem.
Er sah — nachdem er natürlich zuerst erschrocken auf die Scherben niedergeblickt hatte — dem Verstörten mit einem Ausdruck großer Güte in das blaffe Gesicht. Einen Augenblick hatte es geschienen, , daß er ganz schnell den Mund öffnen wolle — aber nur einen Augenblick. Er preßte ihn sogleich wieder
aber sei, abgesehen von einigen Fällen, die Behandlung der italienischen Kriegsgefangenen geradezu unmenschlich. Der Duce verlas stellen aus Briefen, in denen Kriegsgefangene über die barbarische Behandlung italienischer Kriegsgefangener durch die Engländer berichten. Als der Duce einen Brief verlas, in dem ein Kriegsgefangener schreibt: „Verflucht seien die Engländer, verfluchter aber noch die Italiener, die die Engländer gut ^handeln!" brach ein nicht endenwollender Beifall
13.
Der Duce nahm dann zu einer der letzten Reden Churchills Stellung, die sich in ihrem Hauptteil gegen Italien und Mussolini persönlich richtete. Die in dieser Itebe enthaltenen Drohungen gegen Italien seien durchaus ernst gemeint: denn ziehe man dem Engländer den Smoking aus, so bleibe der alte Barbar übrig, dem Cäsar vor Iahrtaasenden den Fuß in den Racken gesetzt habe. Churchill gehe von folgender Voraussetzung aus:' Wir Engländer sind ein hartes und zähes Volk, werden aber die weichen Italiener die nötige Widerstandskraft haben? Auf diese Frage antworte ich mit 3a! Vis zum gegenteiligen Beweis weigere ich mich, zu glauben, daß die Italiener irgendwie den Engländern ober den Sowjets unterlegen sind. Wenn dem nicht so wäre, so mühten wir unsere Hoffnung aufgeben; ein großes Volk zu .sein. Rom war nach der Schlacht von Cannae siegreich. Wir werden beweisen, daß in unseren Adern, wenn auch nicht das ganze Blut der alten Römer, so doch ein großer Teil dieses Blutes flieht. Wst werden unerschütterlich ausharren, und dieser Veschluh wird uns von unserem Pflichtgefühl, unserer Ehre und unserer Wurde vorgeschrieben.
Mussolini verlas darauf einzelne Stellen der Churchill-Rebe und bemerkte bazu, er könne stolz sein, daß er als der persönliche Gegner des englischen Weltreiches angesehen werbe. Als wir m den Krieg eintraten, waren bie französische Alpenarmee, Luftwaffe unb Kriegsmarine, bie in einem Krieg im Mittelmeer eine große Rolle hätten spielen können, noch intakt. Wenn man aber auch annehmen wollte, Italien hätte Frankreich einen Dolchstoh gegeben, so muß man biesen Dolchstoß den Hunderten von Dolchstößen entgegenstellen, bie Frankreich seit der Zeit der Gallier bis zum Abkommen von Mentone Italien versetzte.
Churchill entstamme einer herzoglichen Familie, in deren Adern blaues Blut fließe. In meinen Adern, rief Mussolini aus, fließt das gesunde Blut eines Schmiedes. Heute fühle ich mich mehr denn je Churchill überlegen, aus dessen von Tabak und Alkohol stinkendem Munde die übelsten Beleidigungen gegen Italien fließen. Es darf niemand erlaubt sein, den Mut unb das Heldentum des italienischen Soldaten in Zweifel zu ziehen ober herabzusetzen. Die deutschen Kameraden haben spontan anerkannt, daß, wenn der italienische Soldat, gut ausgerüstet und gut geführt ist, er einer der besten Soldaten der Welt ist. Man will einfach dem italienischen Volk bas Recht auf eine Existenz absprechen, und zwar nicht nur dem vom Faschismus geführten Italien, sondern Italien überhaupt. Es ist falsch, daß England dem italienischen. Volk gegenüber freundliche Gefühle hegte. England mar nie der Freund Italiens. Wir müssen uns von falscher Gefühlsduselei frei machen. Ohne Haß kann kein Krieg geführt werden. Der Haß gegen den Feind muß Tag und Nacht gehegt werden. Mit arößter Energie sind alle Tendenzen zu bekämpfen, die daraus hin- zielen, bie Geister schwach zu machen. Die Welt habe von Italien zuweilen noch ein ganz falsches, Bild. Italien sei für die Welt das Land des Pinsels, des Meißels und der Musik geworden. Ich möchte lieber statt Standbilder und Bilder mehr dem Feind entrissene Fahnen sehen", rief der Duce. ;,Die Haltung des italienischen Volkes ist bewunderungswürdig." Man könne vom italienischen Volk keine Dauerbegeisterung fordern. Denn Begeisterung sei ein lyrischer Moment im Leben der Völker wie im Privatleben, so daß diejenigen, die sich in einem ständigen Rausch der Begeisterung befinden, als geistig nicht gesund erklärt werden müßten. Das italienische Volk arbeitet, es ist diszipliniert, es ist keine Einzige Sabotagehandlung von Italienern oorgetommen. Es hat sich keine einzige Demonstration gegen den Krieg in Italien ereignet. Die , italienischen Frauen bildeten das unerschöpfliche
Sammelbecken der Lebenskraft der Nation.
3eiffd>riffen.
— Die „M o b e n w e l t" (Deutscher Verlag, Berlin) bringt in ihrem Winterheft bie neuesten Modelle für die kalte Jahreszeit: einfache unb elegante Kleibung wirb gezeigt, sporlliche Mobelle, Dormittagskleiber und allerlei für ben Nachmittag. Auch viele interessante modische Kleinigkeiten findet man, außerbem neue Wäsche unb zahlreiche Vor? lagen für Jungen unb Mädchen. Besonders hübsch ist der Handarbeitsteil, in dem reizende Vorschläge gemacht werden, wie man Weihnachtsgeschenke für Kinder unb Erwachsene selbst basteln oder arbeiten tottu
Unterricht beibehält.
Um den deutschen Warenverkehr mit Griechenland zu pflegen und zu vertiefen, ist von der Reichsgruppe Handel und der Reichsgruppe Industrie die !Deutsch--Griechische Warenausgleichs-Gesellschast in Berlin und Athen gegründet worden.
Der nun achtzigjährige Dichter Gerhart Haupt« m a n n hat in Gesprächen, die in der „Neuen Rund« ipa schau" veröffentlicht wurden, tiefe Einblicke in das Wesen seines künstlerischen Schaffens tun lassen. Ec betonte darin die Wichtigkeit der Sinnesempfindun« gen, bie die äußere Erkenntnis der Dinge vermit« teln, aber das Wesentliche für ihn ist nicht diese, fönbern bas innere Wissen. „Die einzigen Stunden, bie ich ungestört für ben Ausbau meiner innere« « Welt verwenden kann", sagte der Dichter, „finlü f’Meij eigentlich bie Stunden meines Schlafes. Es gibt* Menschen, bie sich darüber beklagen, daß zumindest' ein Drittel ihres Lebens im Schlaf vergehe. Solche * Naturen haben von Jynerlichkeit nicht bie geringste $ Ahnuyg und besitzen keine eigene Welt. Für mich ü sind die Stunden des Traumes die wahrhaft fchöpfe-M rischen — bie übrige Zeit, die ich im Wachen mÜ U. der Gestaltung meines Werkes verbringe, ist eigen!« 8 lich nur dazu da, um einen Schatten dessen festzi» ti
Der Streit um General be Gaulle ist auch dadurch in eine interessante Phase getreten, daß Mexiko die sogenannte Regierung de Gaulles amtlich anerkennt. Außenminister Padilla erklärte, daß er das Gaullisten-Komitee bereits am 9. November, also nach Abbruch der diplomattschen Beziehungen zu Vichy, verständigt habe. Die Stellungnahme Mexikos dürfte in Washington nicht wenig verstimmen, da erst kürzlich Hüll noch von den „sogenannten" freien Franzosen gesprochen hatte und Roosevelt eben erst betonte, daß er be Gaulle bei seinem Washington-Besuch nur als Privatmann empfangen würbe.
Weitere Kabinettsumbilvungspläne Churchills?
Genf, 3. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der poli- ttsche Korresponbent des „Evening Stanbard" schreibt, Churchill werbe wahrscheinlich noch weitere Aenberungen in seiner Regierung vornehmen, und zwar im Zusammenhang mit der Schaffung eines Planungsmini st eri ums. Weiter rechnet man in London damit, daß bie Ernennung eines Vizekönigs für Indien Veränderungen in der Reaierung mit sich bringen werde. „Star" glaubt, Churchill würde gern Lord (Traub orne zum Dizekönig ernennen.
kleine politische Nachrichten.
Der Führer empfing in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen von ^Ribbentrop ben neuernannten spanischen Botschafter Gines Vidal y Saura zur Uederreichung seines Beglaubigungsschreibens und den bisherigen fpani« cken Botschafter Graf von Mayalde zum Ab- cyiedsbesuch.
Der We-rmachibencht.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 2. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Bei einem Vorstoß deutscher Panzer nördlich des Terek wurde der Feind geworfen und mehrere hundert Gefangene eingebracht»
Zwischen w o l g a und D o n führten die Sowjets infolge ihrer hohen Verluste gestern nur schwächere Angriffe. Angriffe im großen Dondogen wurden im Gegenangriff abgewiesen.
Gegen stärkere feindliche Truppenbewegungen am mittleren Don waren schnelle italienische und chwere deutsche Kampfflugzeuge eingesetzt.
3m mittleren Frontabschnitt und am 3lmenfee sind weiterhin erbitterte und heftige Kümpfe im Gange. Die Sowjets erlitten bei ihren vergeblichen Angriffen hohe blutige Verluste und verloren wieder 9S Panzerkampfwagen. Die Luftwaffe bekämpfte feindliche 3nfanterie- und Panzerkräfte, Artilleriestellungen und Rachschubstra- ßen. 22 Panzer erhielten Bombentreffer.
Deutsche Sturzkampf- und Iagdverbände fügten den britischen Truppen in der west 1 ichen Lyre- naika erhebliche Materialverluste zu. In Tunesien gingen deutsch-italienische Kräfte zum Gegenangriff über und warfen den Feind aus mehreren Ortschaften, Zahlreiche Gefangene wurden eingebracht. Fallschirmtnppen des Feindes wurden zersprengt, neun Panzer vernichtet. Deutsche 3äget schossen ohne eigene Verluste acht britische 3agdflug- zeuge ab.
Heber dem Seegebiet von England und im Raum der besetzten Westküste verlor die britische Luftwaffe in den Luftkämpfen des gestrigen Tages sieben Flugzeuge. Alle dentschen Flugzeuge kehrten zurück.


