ihren bewundernswerten Leistungen, die sie trotz ihrer Unerfahrenheit im Wüstenkrieg zur peinlichen Ueberraschung der Engländer und ihrer Hilfsvölker in ununterbrochener Reihe vollbrachten.
Sie gehören zu jener Elite, bie.. unter dem jüngsten Generalseldmarschall zum Schrecken der Briten wurde. Auch Rommel ist kein Afrikaner. Er ist alter Weltkriegskämpfer, dessen „Abteilung Rommel" im Rahmen des damaligen Deutschen Alpenkorps sich besonders an der Jsonzo- und Piavefront hervortat. Für zahlreiche kühne Unternehmungen an der Spitze seiner Gebirgsjäger wurde der damalige Oberleutnant Rommel 1917 mit dem Pour ie msrite ausgezeichnet.
Im Frühjahr 1941 ernannte der Führer den Generalleutnant Rommel zum Kommandeur des Deutschen Asrikakorps. Es zeigte sich sehr bald, daß der Führer sich in Rommel nicht getäuscht hatte. Er vereinigte in sich strategische Überlegenheit, taktische Kühnheit, soldatisches Draufgängertum und fort- reißende Führung, Eigenschaften, die sehr bald auch dem einfachen Soldaten zum Bewußtsein kamen. Rommel gehört zu jenen militärischen Führern der deutschen Wehrmacht, die ihren „Gefechtsstand" in der vordersten Front nehmen, um an Ort und Stelle den Ueberblick über den Gang der Operationen zu gewinnen und seine Entscheidungen ohne Weg- und Zeitverlust zu treffen. Das innige Verwachsensein Rommels mit seinen Truppen erklärt einen Teil des Geheimnisses seiner hervorragenden Erfolge.
Rommel zeigte sich nicht nur der Wüstenstrategie seiner Gegenspieler turmhoch überlegen, er verstand auch, aus der Truppe das Höchste herauszuholen, weil auch der letzte deutsche Afrikasoldat von der Ueberlegenheit Rommelscher Truppenführuyg überzeugt ist. Marschall Rommel, dem als Oberbefehlshaber der Nordafrika-Armee auch die italienischen Streitkräfte unterstehen, hat sich auch sehr schnell das Vertrauen der italienischen Soldaten erworben, deren Tapferkeit er wiederholt ausdrücklich betont hat.
Diese Soldaten Rommels, Deutsche wie Italiener, haben jetzt zum zweitenmal die libysche Wüste von Westen nach Osten durchquert. Am 26. Juni nahmen jie mit stürmender Hand Tobruk, am 29. Juni schon weit auf ägyptischem Boden M a r f a M a - truk, der gestrige Wehrmachtbericht könnte bereits melden, daß deutsche und italienische Divisionen, unterstützt durch starke Sturzkampfoerbände, die letzte britische Stellung vor Alexandria bei E l A l a- m e i n durchbrochen haben und die Briten vor sich Vertreiben dem Nildelta zu. Die Stellung vor El Alamein lag zwischen der flachen Mittelmeerküste und einem Höhenrücken mit Steilabhang, der sich etwa 50 Kilometer weiter südlich hinzieht. Auf diese Enge hatten die Briten ihre letzte Hoffnung gesetzt. Hier sollte der Panzersturm Rommels zum Stehen gebracht werden. Die Hoffnung hat getrogen. Die Reste der bei Tobruk und Marsa Matruk zertrümmerten 8. britischen Armee waren nicht mehr imstande, die Stellung zu halten. Sie sollten Auchin- leck, dem Oberbefehlshaber der britischen Truppen im Nahen Orient, Gelegenheit geben, seine 9. und 10. Armee in dem das Nildelta schützenden Festungsviereck Alexandria—Port Said—Suez—Kairo zu versammeln. Aber Rommels Panzer sind schneller. Die, Heimat verfolgt mit ungehaltenem Atem und dankerfülltem Herzen ihren Siegeszug durch die nordafrikanische Wüste von der Großen Syrte bis zur Nilmündung. Auf ihrem Wege liegen Bengasi, Demo, Tobruk, Bardia, Sollum, Halfaya, Marsa Matruk, El Alamein, auf ihrem Wege aber liegen auch die Trümmer der 8. britischen Armee, der General Ritchie noch Ausgang Mai prophezeite, daß sie die Panzerstreitkräfte der Achse vernichten würde. Ritchies Prophezeiung ist zerplatzt, Rommels Panzer rollen in Afrika vor...
Lebensmitielkriappheii in Kairo.
Ankara, 3. Juli. (Europapreß.) Durch das gewaltige Anwachsen der Zahl der in Kairo eintreffenden Flüchtlinge sind ernste Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung entstanden. Infolgedessen sehen sich die Behörden gezwungen, für die Bäckereien und sonstigen Betriebe zur Erzeugung lebensnotwendiger Güter, Arbeit in zwei Schichten anzuordnen. Zum Abtransport der aus dem Nil-Delta flüchtenden Personen wurden auf der Strecke Alexandrien— Kairo weitere Züge eingelegt. Die durch den unaufhaltsamen Vormarsch der Achsentruppen heroor- gerufcne Unruhe macht sich auch in einem allgemeinen Andrang auf die Geldinstitute bemerkbar.
König Faruk gewährte dem britischen Botschafter in Kairo, Sir Miles Lampson, eine längere Audienz. Der König hatte durch den ägyptischen
Churchill -leibt -em Empire erhalten.
Stockholm, 2. Juli. (Europapreß.) Der zweite Tag der großen Unterhausdebatte brachte die in England mit Spannung erwartete Erklärung Churchills. Er gab schon zu Beginn seiner Rede zu, daß die britischen Streitkräfte in Aegypten außer einer starken Einbuße an Kriegsmaterial sowie sonstigen Vorräten, über 50 000 Mann verloren haben, die entweder tot oder den Achsen- ftreitfräften in die Hände gefallen seien. In Aegypten fei augenblicklich eine ungeheure, äußerst kritische Schlacht im Gange. Jeden Augenblick könnten Nachrichten von ernster Bedeutung eintreffen. Die militärischen Rückschläge der vergangenen 14 Tage hätten die Lage im gesamten Mittelmeerraum grundlegend verändert. „Wir stehen jetzt", so sagte Churchill, „einen Zusammenbruch unserer Hoffnungen und Aussichten im Mittleren Osten gegenüber, wie er seit dem Zusammenbruch Frankreichs nicht seinesgleichen hat." Der schmerzlichste Zug dieses traurigen Bildes sei jedoch die Plötzlichkeit, mit der alles gekommen fei. Der Fall von Tobruk innerhalb eines einzigen Tages sei für Parlament, Oeffentlichkeit, Kriegskabinett, den britischen Generalstab und das britische Oberkommando im Mittleren Osten vollkommen unerwartet gekommen. Churchill erwähnte dann ein Telegramm Auchinlecks am Abend vor dem Fall Tobruks, die Verteidigungswerke der Festung seien in gutem Zustand und Vorräte für drei Monate aufgestapelt. Aus die Frage, ob der Befehl zur Kapitulation Tobruks von Kairo oder London ausgegangen sei, sagte Churchill, die Entscheidung sei unerwartet von dem Festungskommandanten getroffen worden, er wälzte also die Schuld von sich auf die Generale ab. Nach einem Ueberblick über die Konzentration der britischen Truppen und des britischen Kriegsmaterials, das nach seinen Angaben dem des Gegners überlegen war, betonte der Premierminister, daß der Feind keine den Briten entsprechenden Verluste gehabt habe. „Ich weiß nicht, was vor sich ging. Ich kann nur die Tatsachen wiedergeben", stellte Churchill fest.
Zu seinem Besuch in Washington üb er gehend, erschöpfte sich Churchill in einer theatralischen Schilde-
rung seiner seelischen Verfassung beim Eintreffen der Katastrophennachrichten aus Nordafrika. Er war jedoch nicht in der Lage, konkrete Angaben über das Ergebnis seiner Besprechungen mit Roosevelt zu machen, sondern verschanzte sich hinter der vagen Erklärung, daß alle Abmachungen mit Roosevelt geheim bleiben müßten. Die Besprechungen hätten fast ausschließlich mit Maßnahmen zu tun gehabt, die ergriffen werden mußten, um die Ver - lüfte auf See zu bekämpfen und um die versenkte Tonnage zu ersetzen, wobei er die üblichen geheimnisvollen Andeutungen über den „Materialstrom" nicht lassen konnte. „Das große Schiffsbauprogramm der USA. unh des Britischen Empire", so meinte er, „dürfte bis Ende des Jahres 1943 zu einem wesentlichen Tonnagegewinn führen." Abschließend erklärte Churchill, daß ein Hauptelement für die Hoffnungen der Alliierten auf den (Sieg der Widerstand Sowjetrußlands sei. England kämpfe um sein Leben. Das Unterhaus habe nur eine Wahl, die Regierung weiter arbeiten zu lassen, oder sie zu wechseln. „Sie können nicht verlangen", so rief er aus, „daß die Regierung dn Risiko eingeht, wenn sie nicht eine loyale und solide Mehrheit hinter sich weiß. Ich lehne die Behauptung ab, daß ich das Haus irreführe. Heber die Zukunft kann ich nichts weiter sagen, als daß ich das Haus und die Nation einladen möchte, dem gegenüberzutreten, was die Zukunft in ihrem Schoß bergen mag." Worauf das Haus mit 475 gegen 25 Stimmen das Risiko ablehnte, den Zerstörer'Ules Empire zu verlieren, und ihm das Vertrauen aussprach. Was darüber von unserer Seite zu sagen ist, nahm der Labour-Abgeordnete Bevan in der der Rede Churchills vorausgegangenen Debatte vorweg, er erklärte: „Churchill gewinnt eine Debatte nach der anderen, aber er verliert eine Schlacht nach der anderen. Die Regierung hat den Krieg von Anfang an falsch aufgefaßt, und niemand hat ihn falscher aufgefaßt als Churchill." — Uns aber kann es nur recht fein, daß dieser Mann den Krieg, den er gewollt hat, nun bis zur endgültigen Vernichtung Englands weiter führen wird.
Ministerpräsidenten Nahas Pascha ein Memorandum dem Kommandeur der britischen Streitkräfte in Aegypten, General Stone, überreichen lassen, in dem er sagte, er nehme an, die Kämpfe spielten sich vor dem Hafen von Alexandrien ab und die Stadt selbst würde mit einem Bombardement und Artilleriefeuer belegt werden. Weiter hätte er erfahren, daß die britischen Behörden entschlossen seien, auf ihrem Rückzug große Zerstörungen vorzunehmen. Er wolle dieses Gerücht jedoch nicht glauben, fordere aber Zusicherungen der britischen Regierung, daß die Zivilbevölkerung nicht den Schrecken des Krieges ausgesetzt werde und die britischen Streitkräfte von einer Zerstörung der Brücken und Staudämme absähen. General Stone hat geantwortet, er werde das Memorandum feiner vorgesetzten Stelle weiterleiten. Die britischen Streitkräfte würden Aegypten mit ständig wachsender Macht verteidigen. Nahas Pascha brachte hierauf die Frage zur Sprache, K a i r o zur offenen Stadt zu erklären. Der britische Botschafter erwiderte, das britische Hauptquartier werde die Frage prüfen.
Marschall Cavallero.
Die italienische Presse feiert die Ernennung des Generalstabschefs in der italienischen Armee, des Grafen Cavallero zum Marschall von Italien. Cavallero ist jetzt 62 Jahre alt. Er stammt aus Piemont: aus einer Landschaft, die seit vielen Jahrhunderten schwere und blutige Feldzüge über sich hinbrausen sah. Er begann als Gebirgsjäger in einem Alpini-Regiment, sah Tripolis bereits bei feiner ersten Eroberung im Jahre 1910 als Hauptmann im Generalstab und wurde noch während des Weltkrieges Chef der Dperationsabteilung, 1918 Generalmajor, war dex damals 38jährige der jüngste Brigadegeneral der italienischen Armee. Als Chef der italienischen Militärdelegation bei den Friedensverhandlungen in Paris 1919 erlebte er ein unwürdiges Intrigenspiel, dessen Opfer sein Land war. Später war er drei Jahre enger Mitarbeiter des Duce bei der Neuordnung der italienischen Wehrmacht. Zum Abschluß dieser Tätigkeit wurde ihm der Graftnrang verliehen. 1938 erfolgte seine Ernennung zum Öberkommandierenden aller Truppen' in Jtalienisch--Ostafrika, später seine Beförderung zum Armeegeneral. Seit dem 6. Dezember 1940 ist Ugo Conte Cavallero Chef des italienischen Arrnee- Generalstabs und seit 1941 Generalstabschef der ge
samten italienischen Wehrmacht. Für die gute Zusammenarbeit mit der deutschen Wehrmacht sagt es alles, daß er ckach Zurückweisung der Libyen- Offensive, die die Engländer am 18. November 1941 gestartet hatten, am 17. Februar 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde. Die Nachricht von feiner Ernennung zum Marschall von Italien erreichte den hervorragenden Offizier in Tripolis, wo er — vor 31 Jahren — die Kugeln zum erstenmal pfeifen hörte.
Der Eroberer Sewastopols.
X. V,<&vZ.
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Generalseldmarschall v. Manstein, der Bezwinger Sewastopols. (Scherl-Bilderdienst-M.) ♦
Fritz Erich von Lewinski wurde 1887 als das zehnte Kind des Generals der Artillerie von Lewinski geboren und später von einem Verwandten, von M a n st e i n , adoptiert. Mit achtzehn Jahren trat er in das 3. Garde-Regiment zu Fuß ein, in dem auch der Generalfeldmarschall von Hindenburg seine militärische Laufbahn begonnen hatte., Den Weltkrieg machte er an der Frönt und in verschiedenen Generalstabsstellungen mit. Im polnischen Feldzug war er Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Rundstedt. Im Westfeldzug war er Kommandierender General, ebenso beim Beginn bes/' Feldzuges im Osten. Nachdem der Generaloberst
Garanten unseres Sieges.
Die vom Oberkommando der Wehrmacht soeben mitgeteilten deutschen Verluste in den Kämpfen an der Ostfront im Ablauf eines Jahres zeigen die Härte des Ringens gegen den Todfeind Europas. Das deutsche Volk denkt in tiefer aber stolzer Trauer jener Gefallenen und Vermißten, die ihr Letztes Vergaben, weil sie von der Heiligkeit ihres Opfers durchdrungen waren. Ohne ihr Opfer, ohne ihr Heldentum und ihren todesmutigen Einsatz gäbe es heute kein Deutschland mehr. Dem deutschen Volk ist vom Schicksal eine harte Prüfung auferlegt worden, durch die es den Beweis erbringen muß, daß es fähig und würdig ist, der Menschheit Freiheit und Frieden, eine neue Grundlage, eine neue Idee zu geben.
Daß angesichts der außerordentlichen Schwere der Kämpfe die Verluste sich in diesem Umfang halten konnten — angesichts der ungeheuren Ausdehnung der Front und der Härte der ständig andauernden, gewaltigen Kämpfe darf man das sagen — das ist nur auf die Ueberlegenheit der deutschen Wehrmacht zurückzuführen, der die Güte der deutschen Waffen, die hervorragende Ausbildung und soldatische Haltung des einzelnen Mannes und die geniale Führung zugutekamen. Die meisten Verluste kosteten natürlich die siegreichen Angriffsschlachten im Sommer 1941, während die schweren Abwehrkämpfe des Winters eine Verlustliste von 88 977 Gefallenen auf- weisen, in welcher Zahl auch die in den Lazaretten Verstorbenen einbegriffen sind.
Es sind schwere Blutopfer, die das deutsche Volk M diesem Ostkriege bisher hat bringen müssen. Die Größe der Gefahr, die aber dem deutschen Volke und darüber hinaus ganz Europa vom Bolschewismus her drohte und die durch den Heldentod dieser tapferen Soldaten beseitigt worden ist, hätte noch ganz andere Opfer gefordert, wenn diese Helden, die auf den Schlachtfeldern des Ostens ihr Blut vergossen haben, nicht den Preis ihres Lebens für uns eingesetzt hätten. Sie, die stegbewußt und opferbereit vorwärtsstürmten, die im harten Winter unter Einsatz ihres Lebens die anbrandenden Wogen des Bolschewismus zerschlugen und den geplanten Stoß in die deutsche Heimat abwehrten, haben, wie der Führer einst sagte, „diese Prüfung so bestanden, daß keiner berechtigt ist,, daran zu zweifeln, daß, was immer in der Zukunft das Schicksal^auch noch bringen mag, es nur leichter sein kann als das, was hinter uns liegt". Sie haben uns Ueberleben- den die heilige 'Verpflichtung vermacht, das, was sie durch ihren Tod errangen, zu halten und zu festigen. Wenn heute deutsche Soldaten im Osten, in Afrika, auf dem Atlantik weiterkämpfen, um zu vollenden, was unsere toten Helden begannen, dann wissen sie, daß ihr Sieg' vorbereitet wurde von jenen, die ihr Letztes gaben. „Alle, die für Deutschland fielen, sind Garanten unseres Sieges, der die Zukunft Deutschlands und damit die Freiheit Europas sichert."
Ritter von Schobert gefallen war, wurde Manstein sein Nachfolger als Oberbefehlshaber einer Armee, mit der er zunächst die Krim erobert, die Halbinsel dann während der schweren Abwehrschlachten des Winters gehalten und jetzt Sewastopol erobert hat. Bereits im März dieses Jahres war er zum Generalobersten befördert worden.
Kleine politische Nachrichten.
Das Andenken an Luftmarschall Jtalo B a l b o wurde in Libyen in der Nähe der Via Balbia an der Stelle, wo er vor zwei Jahren den Tod fand, durch eine 'schlichte militärische Feier geehrt, an der der Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Libyen, General Bastico, teilnahm. In Tripolis wurde ein von der faschistischen Partei gestiftetes Heim für italienische und deutsche Soldaten, das den Namen Jtalo Balbo trägt, seiner Bestimmung^ über» geben.
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Zum Nachfolger des englischen Vizekönigs in Indien, Lord Linlithgow, dessen Amtszeit Ende dieses Jahres abläuft, wurde der Gouverneur von Bombay, Sir Roger L u m l e y, ernannt. Er ist 46 Jahre alt, war früher Mitglied der konservativen Partei und ist Gouverneur in Bombay seit 1937.
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In Kolumbien sollen die Staatsangehörigen der Achsenmächte jetzt auch aus ihren Arbeitsstätten verdrängt werden. Bereits eine Anzahl von Firmen in Bogota haben Staatsangehörige der Achsenmächte entlassen und durch einheimische Kräfte er» setzt. Die Umsiedlung von Staatsangehörigen der Achsenmächte aus den Küstengebieten ins Innere des Landes wird streng durchgeführt.
Ltndine.
Von Anton Schnack.
Wird nicht mehr eine Abenddämmerung kommen, wo aus dem blauen Munde eines Brunnens Undine steigt und im aufgelösten goldenen Haare den Mondschein flimmern läßt? Wo ein nackter Mädchenleib auf dem sternübersäten Spiegel eines träge dahinziehenden Flusses erscheint und das von Erlen und Weiden bewachsene Ufer erklimmt? Wo uns ein Gesang locken wird, süß und traurig, dem wir lauschen, so lang er ertönt; und wenn wir darauf mgehen, ist vielleicht nichts anderes dort als das Geflüster von ein wenig Wind, der sich in Erlen- wipfeln verfangen hat oder der aus Schlaf und Traum klagende Ruf eines Vogels schlägt im undurchdringlichen Gebüsch an und entfernt sich immer weiter, aufgeschreckt und furchtsam, in die seufzende Nacht.
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Wir haben noch das bleierne Schweigen der Lagunen in satten Sommernächten, die einen fürstlichen Mantel um Venedig legen. Wäre es nicht möglich, daß eine aus den Abenteuern der Jahrhunderte zurückgekehrte Undine auf der Spitze einer geschnäbelten Gondel steht, die, von einem unsichtbaren Gondoliere gerudert, geisterhaft vorbeischießt und nur ein klatschendes Wassergeplätscher und ein leises Lachen zurückläßt! Warum läuft nicht mehr aus den gewürzbestaubten Märchen des Orients eine goldene Galeere in eine südliche Hafenstadt ein, an deren Bug eine angebundene Undine sich windet, welche die Matrosen mit einem Netz aus den Wogen bei den oben Liparischen Inseln gefangen haben?
Wir haben noch das langsame Dahinfließen kleiner Flüsse durch Waldwinkel und Wiesengclänbe — wohnt Undine nicht mehr auf dem Muschelgrund dieser Gewässer, wo sie in der vergangenen Zeit gespielt hat und geschwommen ist? Hat sie unter den weißen und gelben Rosen verwachsener Teiche nicht mehr ihr Korallenhaus? Liebt Undine nicht mehr die sanften Regenfälle, unter deren (Betröpfel sie einst im Kraut der Pfefferminze und des Huflattichs
lief, behängt mit dem Schmuck der Tiefe, mit ausgewaschenen Goldkörnern und abgeschliffenen Bernsteinkugeln? Liebt Undine nicht mehr die alten Mühlen mit den bemoosten Rädern, das einlullende Lied des rauschenden Wassers, das Klappern der Siebe, das Geknirsch der großen Mühlsteine und den mehlbestäubten Knecht des Müllers? Warum taucht nicht mehr aus den schäumenden Wirbeln der Wehre ihr feuchtes Gesicht auf, das vom Schein* des Wassers grünlich und geheimnisvoll ist?
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Den in der Flaute treibenden Seglern ist Undine begegnet, wenn das Meer sich anschickte einzuschlafen und die an die Holzplanken schlagenden Wellen nur ein wssnig rasch vergehenden Schaum trugen. In diesem knisternden Schnee der Woge läßt sich Undine schaukeln und tragen und sieht die verträumten Matrosen mit lockendem Blick an, und löst sich auf, wenn die Hand eines von der Wasserreise eingelullten Fischers nach ihrem Alabasterarm ober nach ihrem schwimmenben Haar greift.
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Ich habe die Ueberzeugung, daß der beerenbeschmierte Satyr am Ufer der Adria im Gewirr von wilden Lorbeersträuchern und faltigen Klippen einer Undine noch heute begegnet. Es wird eine schwefelige Mittagshitze brüten und der Satyr streift in Bastschuhen umher, um nach den Eiern im Fa- fanengelege zu suchen. Wenn er vorsichtig und scheu die Zweige der Gebüsche auseinanberhält, um burchzuschlüpfen, wird er unter einer verkrüppelten Strandkiefer einen freien und kleinen Platz finden. Im Schatten des Baumes liegt die nackte süße Gestalt der Undine: die langbewimperten Augen sind geschlossen und das goldene Haar liegt wie ein Teppich unter ihr. Die Augen der Schläferin, vielleicht von einer nieberfaüenben Kiefernnabel getroffen ober von einem winzigen Insekt betastet, öffnen sich plötzlich für einen Augenblick unb schauen befrembet auf den Satyr im Gebüsch. Dann schließen sie sich wieder, ohne daß der marmorweiße Körper seine Haltung verändert. Leise läßt der fteßbegierige Schratt die Zweige zusammenschlagen unb entfernt sich gutmütig unb verschmitzt. Er glaubt
Unbine begegnet zu sein, bie bem unbewegten azurblauen Meer entstiegen, bie Stunbe des heiligen Mittagsschweigens benutzt, um wie alle Kreaturen um diese Stunde am Gesicht der Erbe zu schlafen unb zu träumen.
Wenn später der bekleibete Satyr in den engen Gassen der südlichen Hafenstadt der nun in ein weißes Kleid geschlüpften Schläferin begegnete — er hielt sie taktvoll und unentwegt für bas Meer- mäbchen Unbine, die Gespielin der Delphine und der Muscheln aus tiefem Grund.
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Der Name Unbine, französisch Ondine, fühlt .ich feucht und kühl an. Es windet sich darin der schlüpfrige Leib einer ein goldenes Krönchen tragenden Märchenschlange, die eine verzauberte Königin ober Prinzessin ist. Das U ihres Namens öffnet sich wie ein schmatzendes schlürfendes Fischmäulchen; dunkle Brunnen gähnen herauf, einsame Weiher ruhen abgrundtief darin, und der summende, glockenähnliche Unkenton, der über bem fahlen Dunst der Moorerbe liegt, zittert darin.
Unbine hat die spurlosen Wege der Matrosen unb Seefahrer begleitet. Sie hat sich mit weißen Hänben an bie Ankergreifer geklammert, wenn sie aus bem Sandgrund an bie Wasseroberfläche gerounben wurden. Auf den armdicken Tauen alter Schiffe lag sie mit grünlich schillerndem Leib. Sie hat den grünlich irisierenden Blick der Katzen. Der Mond übt unwiderstehliche Macht auf sie aus: fein bleiches Licht lockt sie aus der Wassertiefe empor. Die in den Märchen gefangene Unbine hatte Korallen unb Perlenstränge um den Hals, gelbe Bernsteinspangen im Haar unb am ArM Reifen mit edlen Steinen besetzt, bie bläulich, grünlich ober wassermilchig glimmerten.
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Unbine, sinnvoller Name für schöne Mäbchen, die ein vagantisches Wesen haben, bie plötzlich auf= tauchen, Verwirrung unb Betörung erregen, um dann wieder ins Unbekannte zu verschwinden! Zurück bleibt das Blut von Duellen, unb eine zerbrochene Waffe, zurück bleiben verstörte Herzen, bleiche kummervolle Gesichter, aber auch auf»
flackernbe Sehnsucht unb nagenbes Verlangen, Unbine möge ryieber aus bem Unbekannten auftauchen unb ihre Seelenverzauberung von Neuem beginnen. Die Freundin bes Dichters Mörike, Peregrina, war eine Unbinennatur.
„Aber sie zog mit Schweigen
Fort in die graue
Stille Welt hinaus ...
Wußte nimmer, wie mir geschah —
Und war seliger, leidender Krankheit voll."
Randbemerkungen Friedrichs des Großen.
Ein Großgrundbesitzer stellte Schadenersatzansprüche im Siebenjährigen Krieg. Friedrich schrieb: „Am jüngsten Tag krigt ein jeder alles wieder, was er in dießen Leben verlohren hat."
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Ein Major von der Recke bat um den königlichen Konsens für feine vierte Ehe. Friedrich antwortete: „Von jetzt an kann sich der von der Recke so oft verheiraten, wie er will."
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An den Rand eines Departementberichtes, der sich in militärische Belange mischen wollte, schrieb Friedrich: „Die Herren Ministers bleiben beim Tintfaß und lassen die Nasse aus alle Militaria warum ich Sie allerseits ersuche!"
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„Eine Reinigungsaktion im Justizwesen schloß der König mit den«Worten: „Ein Justiciarius wo chi- kaniren thut mus härter als ein Straßenräuber bestraft sein."
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Unter einen unklaren Amtsbericht schrieb der König: „Dies verstehe ich gar nicht, ich bitte um Deutlichen bericht, denn in dunkeln Sachen verstehe ich armer Teufel nichts. Deutlich, deutlich!"
Dem Preußischen Hofgericht gab der König Be- scheib: „Gnade Gott demjenigen, der nicht redlich und ehrlich in Justizsachen vqrfähret!"
Zusammengestellt von PMA.


