entsenden, um die Wohlfahrt des Landes zu beraten. In diesem Manifest gelobte der Kaiser, die alten Landesgesetze, Religion und Privilegien zu respektieren. Die eigentliche Anregung zu dieser Deputation war von dem Freiherrn Carl Erik Man- nerheim ausgegangen, der auch den Vorsitz der Deputation übernahm und sie zum Kalter führte. Mannerheim war als Teilnehmer eines nationalistischen Bundes zum Tode verurteilt und begnadigt worden und hatte seit seiner Verabschiedung 1796 auf feinem Gute in Varsinais-Suomi gelebt. In der höchsten Not des Vaterlandes nahm er das Schicksal des Volkes in die Hand. In einer freimütigen Aussprache mit dem Kaiser erreichte er, daß^üer Zar ausdrücklich versprach, die Freiheiten Finnlands zu erhalten. Er war es, der im Wesentlichen das finnische Staatswesen organisierte. Damals .wurde auch Helsinki Hauptstadt Finnlands.
Das war der Vorvater des heutigen Generalfeld- marfchalls, der selbst am 4. Juni 1867 zu Villnäs bei Abo geboren wurde, in jenem Teil Finnlands, in dem eine schwedische Minderheit wohnt. Die Mannerheims erfreuten sich der Gunst des Zaren, damit war die Laufbahn des jungen Carl Gustav vorgezeichnet. Nachdem er die Kadettenanstalt absolviert hatte, wurde er Offizier in der Garüekaoal- lerie und stieg bis zum Generalleutnant. Seine soldatische Tüchtigkeit hat er im russisch-japanischen Krieg und während des Weltkrieges in der Bukowina bewiesen. Nach dem russisch-japanischen Krieg unternahm er 1906 bis 1909 im Auftrag der Heeresleitung einen kühnen Erkundigungsritt von vielen tausend Kilometern durch ganz Zentralasien, über den er ein Erinnerungsbuch geschrieben hat. Derweil Mannerheim durch seinen Treueid an den Zaren gebunden war, mußte er die Leiden seiner Heimat untätig mitansehen, wo der Zar alle seine Versprechungen durchbrach und mit Knute und Verbannung den Freiheitswillen des Volkes zügelte.
Nach dem Zusammenbruch des Zarentums forderte Mannerheim feine Entlassung und reiste in voller Uniform vom Schwarzen Meer über Petersburg nach Finnland. Hier traf er mit Soinhuf - v u d zusammen, der 1917 durch die Revolution aus seiner sibirischen Verbannung befreit worden war und mit ungebrochener Kraft das Schicksal feines Vaterlandes in die Hand genommen hatte. Die Zustände in Finnland waren unhaltbar geworden. Von Petersburg her war der Süden des Landes Mit hunderttausenden hungernder und plündernder Bolschewisten überschwemmt. Die finnischen Bauern hatten sich zum Selbstschutz zusammengefunden. In dieser Situation übertrug Svinhufvud im Januar 1918 dem General Mannerheim den Oberbefehl über die weiße finnische Garde und sämtliche Regierungstruppen. Mannerheim säuberte das Land von der marodierenden Soldateska und brach den Widerstand der Roten im ganzen Land. Dabei hat Deutschland ihm wesentliche Unterstützung gewährt. In Deutschland hatte die Oberste Heeresleitung militärisch weitschauend das Jägerbataillon 27 aufgestellt, das ausschließlich aus Finnen bestand. Dieses Jägerbataillon bildete die Grundlage der von Mannerheim in wenigen Wochen improvisierten weißen Bauernarmee, für deren Bewaffnung ebenfalls Deutschland die Waffen geliefert hatte. An der Spitze dieser Bauernarmee konnte Mannerheim die bolschewistische Nordostfront zertrümmern. Am 29. April 1918 ergab sich das letzte Bollwerk des Bolschewismus auf finnischem Boden und am 16. Mai zog Mannerheim als der Befreier seines Vaterlandes in die Hauptstadt ein. Der finnische Freiheitskrieg war beendet, ein souveräner finnischer Staat war aufgerichtet worden.
Mannerheim wurde nach Svü ids Rücktritt
'Reichsverweser. Im Juli .1919 l er sein Amt
nieder, war aber auch als Privatmann weiterhin eifrig für die nationale Sache Finnlands tätig. Er wurde Ehrenchef des finnischen Schutzkorps und übernahm 1930, als das demokratische Gift auch Finnland zu verseuchen brohr. die Führung der Lappo-Bewegung. Sein Frenr.d Svinhufvud trat an die Spitze des Staates. 1931 war er Vorsitzender des Verteidigungsrates und 1932 verlieh ihm Finnland den Titel eines Generalfeldmarschalls.
Es ergänzt das Bild dieses Mannes, daß er Begründer einer Bewegung für Kinderschutz ist und in Helsinki ein Kinderheim gründete. Ueberdies ist er ein großer Musikfreund und leidenschaftlicher Jäger. 1939 rief Finnland seinen Feldherrn an die Spitze der Truppen. Sein kämpferischer Geist war mächtig genug, daß das kleine Finnland auf der Verteidigungslinie, die den Namen des Generalfeldmarschalls trägt, den riesigen Massen der Sowjet-Streitkräfte über den Winter 1939/40 einen festen Widerstand entgegenzusetzen vermochte, eine Tat, die ihm die Bewunderung der ganzen Welt eintrug. Heute führt der Feldmarschall das finnische
Das Gesicht einiger Buchstaben.
Von Anton Schnack.
Wie ist das große „B"? Doppelbauchig, ausgebeult und vieles in sich einschliehend und verbergend. Es ist wie ein Behälter geformt. Eine Tonne liegt über der anderen, und Bacchus, der ewige Becherschwinger, liegt mit dickem, behaarten Bauch auf dem „B", das mit braunflüssigem berauschenden Bier gefüllt ist.
Es sieht einem reifen Bowist im Walde ähnlich. Wenn man auf ihn tritt, fliegt gelber Samenstaub aus ihm. Es ist ein Bramarbas, dem bombastische, schwülstige Redensarten aus dem Munde prahlerisch brüllen. Es ist eine Bombe, die jedem Augenblick mit Bum-Bum zerplatzen kann. Es steht wie eine gerundete Buddel, gefüllt mit Branntwein, auf dem llnsch. Es schaukelt wie eine runde Boje, eine schwimmende Ankertonue, in der Brandung des bewegten Meeres. Es sieht aufgeblasen wie eine behäbige Frau aus, deren Bluse einen üppigen Busen verdeckt und umspannt. Das große „B" macht einen burlesken und komischen Eindruck, den Eindruck zweier Schweinsblasen, die, von einer Bö, einem Windstoß, erfaßt, bereit sind, auf und- davon zu kugeln. Es hat das Aussehen einer zweimastigen windgeblähten altertümlichen Brigg, und es ist rund, eine reifgewordene und iaftgefüüte Brombeere, rund wie die von Milch genährte Backe eines Barockengels. Ipi Hof des Böttchers wird um einen Bottich der Reifen gehämmert — dieser Bottich ist das große „B". Es hat die theatralische Bosheit eines Briganten in den böhmischen Wäldern, aber auch die gewichtige Bravheit eines biederen Bürgers.
Es ist em irdischer Buchstabe. Breitbeinig steht er im Dasein. Das Brot liegt bei ihm, der fette Braten brotzelt in seinem Topf: die Bowle, das kugelförmige Gefäß, lockt zum Trinkgelage: die dicke lederne Börse, darin das Geld steckt, hat er gerne. Und seine beiden Ausbuchtungen hängen innig und verliebt aneinander, wie die Braut am Bräutigam.
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Heer gegen den alten Feind in treuer Waffenbrüderschaft mit Deutschland der endgültigen Freiheit und Sicherheit entgegen. Adolph Meuer.
Oie japanischen Operationen gegen Tschungking.
Tokio, 2. Juni. (Europapreß.) Die Operationen der Japaner in der südchinesischen Provinz Kwangtung nehmen einen erfolgreichen Fortgang. Bereits am Montag gelang es den Japanern, den wichtigen Knotenpunkt T f u n g f a, etwa 70 Kilometer nordöstlich von Kanton, einzünehmen, nachdem der liebergang über einen Arm des Peikicmg-Flusfes im Angesicht des Feindes geglückt war. Damit ist das Ziel der Operationen, die Zersprengung und völlige Vernichtung der unter dem Befehl des Generals Du Han Mou stehenden chinesischen Armeeabteilung, die aus Teilen der 152., 153. und 154.
Tschungking-Division bestehl, bereits nach zwei Tagen erheblich nähergerückt. Japanische Verbände besetzten auch die Hauptstadt der Insel Duhwan, etwa 40 Kilometer östlich der Hafenstadt Wenchow an der Südküste der Provinz Tschekiang. Die sich in der Gegend versteckt haltenden feindlichen Verbände wurden vernichtet.
Während dieser neuen japanischen Unternehmungen gegen die Stützpunkte des Feindes in Tschekiang und Kwangtung sind die japanischen Streitkräfte in D ü n n a n nicht müßig geblieben. Sehr wirksam scheint ein Angriff starker japanischer Bomberverbände gegen den südlich des Bahnhofs von Kunming gelegenen chinesischen Flughafen gewesen zu fein, wo neben anderem Kriegsmaterial zehn Flugzeuge am Boden vernichtet wurden, was bei dem ohnehin schon stark geschwächten Flugzeugbestand Tschiangkaischeks einen schweren Schlag gegen seine Luftwaffe darstellt.
Aus dem Reich.
Aus Brasilien und Paraguay zurückgekehrt.
In Frankfurt a. M. wurden weitere Deutsche aus Brasilien und Paraguay, unter ihnen Gesandtschaftsrat S ch l i m p e r t, Generalkonsul Molly und Generalmajor Nieden- führ, von Vertretern des Staates, der Partei unb/ der Wehrmacht willkommen geheißen. Im Römer hieß die Zurückgekehrten Unterstaatssekretär W o e r m a nn im Namen des Reichsaußenministers herzlich willkommen. Er dankte den Zu- rückgekehrten, daß sie in ihrem Glauben an Deutschland und seinen Führer nicht gewankt hätten. „Die Heimat heißt Sie willkommen, auf zu neuer Arbeit!" so rief er den Heimgekehrten zu. Namens der Partei übermittelte der stellvertretende Gauleiter Linder den Willkommengruß auf deutschem Boden. Das ganze deutsche Volk sei den Heimgekehrten aus tiefstem Herzen dankbar, daß sie als Pioniere des Deutschtums in Brasilien und Paraguay ihre Posten bis zum Letzten gehalten haben. „In dieser Stunde schweren Kampfes", so schloß der Redner, „kehren Sie in die Heimat zurück, in der wir jeden einzelnen brauchen, jeden einzelnen zur Mitarbeit." Den Willkommengruß der Auslandsorganisation der NSDAP, überbrachte Gauamtsleiter H e I le r m a n n.
Arbeitstagung
des Landesfremdenverkehrsverbandes.
NSG. Der Landesfremdenverkehrsverband Rhein- Main führte in Wiesbaden unter dem Vorsitz von Direktor Jahn eine Arbeitstagung durch, auf deren Tagesordnung die volksgesundheitlich wichtigen Aufgaben der Heilbäder und heilklimatischen Kurorte standen. Da über die Anordnung zur Lenkung des Fremdenverkehrs im Kriege selbst in Fachkreisen noch manche Unklarheit bestand, gab der Bäderreferent, Kurdirektor Lippert, Bad Schmalbach, Aufschlüsse. Den Verwaltungen der Kur- und Fremdenorte ist die Möglichkeit gegeben, in Zusammenarbeit mit dem Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe die Maßnahmen durchzuführery die den kriegsnotwendigen Einschränkungen des Reiseverkehrs Rechnung tragen und anderseits dem berechtigten Erholungsbedürfnis, insbesondere der Kranken und Leidenden, sowie der Fronturlauber zu entsprechen.
Oer Befehlshaber im Wehrkreis IX 40 Jahre Soldat.
NSG. Der neue stellvertretende Kommandierende General und Befehlshaber im Wehrkreis IX, General der Infanterie, Otto, der mit dem 1. Mai dieses Jahres seine Stellung angetreten hat, begeht am 3. Juni 1942 sein 40jäh- riges SoldatenjubiläUm. General Otto, ein geborener Mecklenburger, begann seine militärische Laufbahn im Infanterie-Regiment Prinz Moritz von Anhalt-Dessau (5. Pommersches) Nr. 42 in Stralsund. Von dort meldete er sich zur Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika und nahm an der Niederwerfung des Herero- und Hottentottenaufstandes teil. Nach seiner Rückkehr aus den Kolonien war er in Adjutantenstellen und bei der Kriegsakademie tätig, während des Weltkrieges 1914 wurde er in höheren Adjutantenstellen, in Generalstabsstellen und als Bataillonskommandeur eingesetzt. Nach dem Weltkriege wurde er von Generalfeldmarschall von Hindenburg mit der Ausstellung des Freikorps
„Feldmarschall Hindenburg" beauftragt, das an der Bekämpfung der Spartakus-Aufstände im Ruhrgebiet teilnahm. In den folgenden Jahren ist er wieder in Generalftabsstellungen, als Bataillonskommandeur im bayerischen Jnf.-Regt. 20, als Regimentskommandeur des bayerischen Jnf.-Regts. 21 und ab 1934 als Jnfanterieführer und später als Kommandeur der 13. Infanteriedivision in Magdeburg, an deren Spitze er im Sudetenland einrückte und am Polenfeldzug siegreich teilnahm. Vom 1. 11. 1939 bis zu feiner Ernennung zum Befehlshaber im Wehrkreis IX war General Otto Chef der Deutschen Heeresmission in der Slowakei, die von ihm militärisch beraten wurde, und deren Soldaten an der Bekämpfung des Bolschewismus vom ersten Tage an teilnahmen und sich dabei tapfer schlugen.,An dem Tage, an dem General Otto sein 40jähriges Soldatenjubiläum begehen kann, sehen alle Soldaten des Wehrkreises IX voll Stolz zu ihrem Befehlshaber auf. General Otto, dessen einziger Sohn als 19jähriger Fahnenjunker im Osten gefallen ist, wird für sie das Vorbild eines deutschen Soldaten sein.
Lebensversicherungsverträge Verwundeter.
Der Abschluß von Lebensversicherungen Kriegsbeschädigter des jetzigen und des ersten Weltkrieges soll zunächst im Rahmen der üblichen Aufnahmegrundsätze erfolgen. Wenn nach diesen Grundsätzen der Antrag nur unter Erschwerungen angenommen werden kann oder sogar abzulehnen ist, und die Erschwerungen ober die Ablehnung auf die Kriegsbeschädigung zurückzuführen sind, bedarf der Antrag einer sehr entgegenkommenden Regelung. Ablehnungen sind bei Kriegsbeschädigten mit verheilten Wunden oder beendeter Krankheit ganz zu vermeiden. Von Erschwerungen ist abzusehen, wenn nach verheilten Wunden oder beendeter Krankheit bestimmte Schädigungen vorliegen. Sollte eine Erschwerung nicht ganz zu vermeiden fein, so darf sie höchstens das halbe sonst übliche Maß betragen, soweit die Erschwerung auf die Kriegsbeschädigung zurückzufüh^en ist und in einem Zuschlag zum Beitrag ober in Wartezeiten besteht. Kriegsbeschädigten muß auch die Möglichkeit gegeben werden, sich gegen Invalidität mit zu versichern sowie gegen erhöhte Unfallgefahr.
Auch frühere Fahnen zur Spinnstofffammlung.
Zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung hat der Reichsminister des Innern die Nachgeordneten Behörden angewiesen, daß auch die Fahnen und Flaggen der früheren politischen Systeme und sonstige Fahnen erfaßt werden sollen, die einen praktischen Wert nicht mehr besitzen. Der Minister ersucht, solche Fahnen und Flaggen, die noch im Besitz von Behörden usw. sind, an die nächstgelegene Annahmestelle der NSDAP, abzuliefern. Ausgenommen hiervon bleiben hi st arisch wertvolle Fahnen und Flaggen.
Weibliche Hilfskräfte im Polizeirevier.
Der vielseitige Einsatz der männlichen Polizeikräfte an der Front, in den besetzten Gebieten usw. macht für den Revierdienst die Heranziehung weiblicher Hilfskräfte notwendig. Der Reichsführer H und Chef der Deutschen Polizei hat deshalb angeordnet, daß die auf den Reviermeldestellen und Zweigstellen tätigen Schutzpolizeibeamten bis auf solche Meister und Wachtmeister, die auf Grund
Wie ist das große „F"? Es ist die einsame steife Fichte hoch über dem Gestrüpp des niederen Waldes. Es ist der Laut des Vertreibens und des Wegblasens — fort, immer weiter fort! Es hat den Blick in die Ferne gerichtet. Bei vielen fernsüchtigen, weltbegierigen und reiselustigen Männern, bei manchen kühnen Weltentdeckern erscheint es im Vornamen: bei dem Portugiesen Ferdinand Magellan, bei dem Spanier Ferdinand Cortez, bei dem Deutschen Ferdinand von Zeppelin und bei dem Norweger Frithjof Nansen funkelt es als Spiegel des R^ife- und Entdeckertriebes.
Das große „F" brennt in der zerfaserten Zunge des Feuers. Es leuchtet in der Flamme der Fackel. Es glitzert und funkelt im emporgeschleuderten Strahl der Fontäne. Es hat etwas tiom Faun, der mit hornbewachfener Stirn aus dem fahlen Dunkel der Farnkräuter auftaucht.
Seht ihr nicht, daß es ein Fuß ist, der einen fahrenden Scholaren über die staubigen Landstraßen getragen und getrieben hat! Es erinnert an den weißfederigen Flamingo, der das eine Bein hochgezogen hat und von den Fischen im Fluß träumt. Es ist der Galgen, an den die Flibustier und die Diebe gehängt wurden. Auf feinem Gebälk sitzt die stille Fee der Märchen und überlegt sich, wem sie den schweren Goldfund schenken sott. Manchmal dünkt es fremd wie ein ausgestellter Fetisch. In der Musik ist es das Zeichen für forte (stark) und für fortiffimo (sehr stark). Es ist ein zwiespältiger Buchstabe: zuweilen fegt das „F" auf der Flucht dahin, dann bäumt es sich auf als starre Front oder als starkes Festungswerks Bald ist es feig, bald fromm, bald froh, bald faul. Umgedreht hat es die Form der Flinte, und am Stirngriff gepackt ist es ein Flamberg, das Schlachtschwert der in funkelndes Eisen geschienten Ritter der alten Zeit.
Unter seinem Dach wohnen die feinen, verführerischen Frauen und winken dem vorübergehenden Fremdling mit dem Finger. Aber manchmal ist es nur eine Finte — und eine Furie, ein böses Weib, faucht ihn an, wenn er nähertritt.
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Wie ist das große „Q"? Dem stillen Munde einer Quelle ähnlich, aus dem mit leisem Murmeln das Wasser der geheimnisvollen Tiefe steigt. Es ist wie
eine gallertige Qualle, wenn sie sich zusammenzieht und wieder öffnet.
Ich rechne das „Q"> einen tonlosen Guttural, zu den am Boden klebenden Buchstaben. Es ist breiig, quarkig, schleimig. Das „Q" hat die Gestalt und die Haltung einer auf der Erde hinkriechenden Quecke und das Träge des Qualmes, der sich zu Boden schlägt. Es ist gestaltet wie ein Fes mit einer herabhängenden Quaste. Es ist der Laut der im Wasser lebenden Frösche und Unken und der unreinen Ratten und der jungen rüffelnden Schweine. Aus ihm stöhnt mit gequetschtem Wimmern die Qual.
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Wie ist das große „S"? Das große „S", der neunzehnte Buchstabe unseres Alphabets, ist ein Zischlaut, ein Sibilant, und dem gewundenen Leib der Schlange verwandt. „S" ist das Zeichen für Schwefel, für sulfur.
Es ist ein Buchstabe der Polarität, des Gegensatzes — sauer und süß. Der krumme geschliffene Säbel steckt in seinem Bogen: er birgt aber auch die liebenswürdige Schleife und die gefährliche Schlinge. Viel Schneidendes blitzt in ihm — die Sense, die Sichel, die Säge. Und der Schnitter und der Schnitzer wetzen und schnippeln in seinen Bögen.
Stolz und Sieg beginnen mit seinem Zeichen, und es führt die Parade der Männer und Helden an, die alle nach dem Sieg benannt sind: Siegfried, Siegmund, Siegmar und Sebald.
In seiner oberen, zum Himmel strebenden Schleife hängen die Sterne und die Sonne, und mit feiner in den Baden stechenden Wurzel steigt es hinunter zum Sand des Meeres und zum Silber und Salz in den Schächten der Erde. Das „S" hat die Anklam- merungssucht des Efeus, indem es sich um den Balken des „T" schlingt und das harte, herrische „St" bildet: aber auch das „ch umgarnt es mit seinen Armen und bläst diesem dünnen und schmächtigen Laut den dicken Atem des „Sch" ein.
Sindbad, der Seefahrer, hockt in seiner Schleife und erzählt von den Schiffbrüchigen im Sturm. Die Sagen der Völker schauen mit dunkeln Augen aussen Bögen und meinen vor Schwermut und Sehnsucht. Die geheimnisvolle Sybille steht an seine gebogene Säule gelehnt und starrt undurchschaubar
: ihres Alters ober aus gesundheitlichen Gründen zu anderen Dienstverrichtungen nicht mehr heran» gezogen werden können, durch weibliche An» gestellte ersetzt werden sollen. Die Leitung behält auf jeden Fall ein Meister oder Wachtmeister. Die freiwerdenden / männlichen Kräfte sind, soweit sie selbst für einen auswärtigen Einsatz nicht in Frage kommen, zur Ablösung einsatzfähiger Männer im Straßendienst ober im Innendienst auf Arbeitsplätzen zu verwenden, für die aus dienstlichen Gründen ein Ersatz durch weibliche Kräfte nicht möglich ist.
Aendsrung und Ausbesserung gehen vor.
Reichshandwerksmeister Schramm hat für das Herrenschneiderbandwerk jetzt auch für die Betriebe des Damenschneider-, des Putzmacherund des Hutmacherhandwerks bestimmt, daß Neuanfertigungen erst dann durchgeführt werden, wenn alle Arbeiten für Ausbesserung, Instandsetzung, Umänderung, Modernisierung uni) Kleiderpflege erledigt sind. Reparaturaufträge dürfen nicht deshalb zurückgewiesen werden, weil Aufträge auf Neuanfertigungen vorliegen. Die Damenschneiderinnen müssen auch Arbeiten an Mädchenkleidung annehmen. Bei Putzmachern gehört auch die Neuanfertigung von Trauer- und Kinderhüten zu den Arbeiten, die vor sonstigen Neuausführungen gemacht werden müssen. Berufstätige Frauen und kinderreiche Mütter sollen bevorzugt bedient werden, wobei Reparaturarbeiten den Neuanfertigungen vorgehen. Die Landeshandwerksmeister haben die Aufsicht über die Durchführung der Anweisung.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat dem Präsidenten der Kaiser-Wil- Helm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Generaldirektor der Vereinigten Stahlwerke Dr. Albert Voegler, anläßlich der Vollendung des 65. Lebensjahres m Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste um die Förderung der deutschen Wissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
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Am 3. Juni 1942 vollendet Ritterkreuzträger General der Infanterie Schro th sein 60. Lebensjahr. Zu Beginn des Osfeldzuges hat der General die zäh verteidigte Festung Brest-Litowfk, einen Haupt- pfeiler der bolschewistischen Grenzbefestigungen, nach schweren Kämpfen schon am dritten Tage genommen, in kühnem Vörwärtsstürmen im Jösiolda-Ab- schnitt und an der Szozara den Durchbruch erzwungen. Heute steht der General an anderer verantwortungsvoller Stelle.
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Der Führer hat dem Befehlshaber der ungarischen Honved-Verbände von Transdanubien, die sich in der Schlacht um Charkow tapfer geschlagen haben, benr Generalmajor Abt, das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Weiter wurden 150 Soldaten der Honoed, die an der Schlacht beteiligt waren, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
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Der Leiter der Auslandsorganisation, Gauleiter Bohle, empfing in Berlin die aus Mittel- und Südamerika zurückgekehrten Reichsdeutschen, unter ihnen die früheren Hoheitsträger der Partei und die deutschen Missionschefs. Er überbrachte ihnen die Grüße des Führers und konnte die zurückgekehrten früheren Landesgruppenleiter mit dem Kriegsoerdienstkreuz 1. Klasse auszeichnen.
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In den letzten Tagen besuchte der Beauftragte des Führers für den Arbeitseinsatz. Gauleiter S a u ck e l, das Reichskommiffariat Ukraine. In Besprechungen mit den Stellen des Reichskommissars Koch, der Generalkommissare und den Wehrmachtdienststellen behandelte er den ukrainischen Arbeitseinsatz im Reich. Er sicherte zu, daß jeder Arbeitswillige, der nach Deutschland kommt, besondere Fürsorge erfahren soll.
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Der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter Wächtler, beendete seine Jtalienreise nach dem Besuch von Freilufterziehungsstätten und modernen italienischen Schuleinrichtungen in Padua, Florenz, Ravenna und Rom.
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In Paris ist der frühere französische Botschafter in Berlin, Pierre d e Margerie, gestorben. Er war der Vorgänger von Francois-Poncet.
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Ein eindrucksvoller Trauerappell fand für den verstorbenen Bannführer Kurt Füllgraf, den
m die schwarze Zukunft. Die Sirenen fingen mit seinem Muschelhorn den Seeleuten und Schiffern süße Lieder zu, Sylphe, der ^Luftgeift, schaukelt und gaukelt in der oberen Sehne. Und Schneewittchen liegt im gläsernen Sarg des „S" begraben.
Pietro Aretino.
Als Sohn eines Schuhmachers in Arezzo wm.de Pietro Aretino vor 450 Jahren, am 20.April 1492, geboren. Er war eine jener dunklen Existenzen, die der Zufall und die Laune der Medici als Mitspieler an die Rampe des damaligen großen Welt- theaters rief. Nachdem Aretino als Handwerker sich in verschiedenen Gegenden Italiens herumgetrieben, begann er feine literarische Laufbahn mit einer Neihe von Sonetten, die ihm zunächst die Ausweisung aus Rom, bald aber Freunde und den Schutz des mächtigen Giovanni de Medici brachten. Durch diesen kam der ebenso witzige wie geschickte Abenteurer Aretino auch an den Hof Franz I. von Frankreich, und bald lebte er halb bettelnd, halb erpressend (wozu die Fäulnis der damaligen Gesell- schäft genügend Möglichkeiten bot) von den Börsen der Großen, stand im Dienst der Päpste Leo X. und Clemens VII. und zahlreicher Fürsten, die ihn bezahlten, weil sie ihn fürchteten.
Man fragt sich unwillkürlich, was an einem solchen Schelm, der Aretino im Wesen war, die Nachwelt noch interessieren kann. — Es ist gewiß nicht der .Jlagello di principi“, die Geißel der Fürsten — wie er sich in seiner Eitelkeit selbst germ nannte. Es gibt aber von ihm eine Tragödie „Ora- zia", es gibt vor allem vier Komödien, die in derb realistischen Bildern seine Zeit und Umwelt dar- stellen, und zu dieser Hinterlassenschaft gehören endlich auch die Briefe, die als Zeugnisse ohne Respekt vor der berühmten Epoche uns mancherlei Korrekturen ihres übersteigerten Ruhmes gestatten. Nach- dem der Vielgefürchtete und Vielgehaßte dem Dolch- st:ch eines Bolognesers entgangen war, wuchs der Mythos feiner Ueberlegenheit über alle Feinde. Und so blieb er bis zum Ende der großartige Spieler des Lebens, als der er uns auf bem Gemälde er» scheint, das einer der bedeutendsten Meister alle» Zeiten, nämlich Tfzicm, von ihm gegeben fotL


