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Sinn der Zukunst ganz Europas schuldig zu fein, keine Stunde mehr zu verlieren, um in dem un­ausbleiblichen Konflikt wenigstens durch schnellstes Handeln jene Opfer zu sparen, die der Kampf sonst in viel höherem Ausmatz von uns gefordert haben würde.

Das deutsche Volk wird es mir glauben, daß ich lieber den Frieden als den Krieg ge­wählt hätte. Denn der Friede umfaßte für mich eine Fülle beglückender Aufgaben. Was ich dank der Vorsehung und durch die Unterstützung zahl­reicher hervorragender Mitarbeiter in den wenigen Jahren von 1933 bis 1939 für das deutsche Volk an Werken der Kultur, der Bildung, aber auch des wirtschaftlichen Aufbaues und vor allem der sozia­len Gestaltung unseres Lebens schaffen konnte, wird man dereinst getrost in Vergleich setzen können zu dem, was meine Gegner in dieser gleichen Zelt getan und geleistet haben.

Ich konnte es in den langen Jahren des Kampfes um die Macht oft nur bedauern, daß mir der Wea ;ur Erfüllung meiner Pläne gestört wurde durch Erscheinungen, die nicht nur minderwertig, sondern vor allem so bedeutungslos waren. Ich bedauere deshalb auch diesen Krieg nicht nur wegen der Opfer, die er meinem deutschen und auch anderen Völkern zufügt, sondern auch wegen der Zeit, die er denen nimmt, die ein großes Werk sozialer und zivilisatorischer Arbeit zu erfüllen sich vorgenom­men haben und es auch verwirklichen wollen. Denn was endlich Herr Roosevelt leisten kann, hat er be­wiesen. Was Herr Churchck geleistet hat, weiß kein Mensch. Was aber mir und der ganzen national- sozialistischen Bewegung zu leisten durch diesen Krieg auf Jahre hinaus unmöglich wird, kann mich nur mit tiefstem Bedauern erfüllen. Es ist ein Jammer, nichts daran ändern zu können, daß einem wahre Stümper oder Faulpelze die kost­bare Zeit stehlen, die man den kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben seines Volkes wid­men wollte.

Das gleiche gilt auch für das faschistische Ita­lien, in dem ebenfalls ein einzelner Mann seinen Namen für alle Zeiten durch eine zivilisatorische und nationale Revolution von säkularem Ausmaß verewigt hat, und die ebenfalls nicht verglichen werden kann. mit den demokratisch-politischen Stümpereien jener Xagebiebe und Divisenjäger, die z. B. in den angelsächsischen Ländern die Vermögen ihrer Väter verzehren oder durch schmutzige Ge­schäfte neue Vermögen erwerben.

Gerade weil aber dieses junge Europa an der Lösung wahrhaft großer Aufgaben tätig ist, wird es sich nicht von den Vertretern einer Mächte­gruppe, die sich in taktvoller Weise als die Staaten der Besitzenden deklarieren, auch noch um das letzte bringen lassen, was einem Menschen das Leben lebenswert machen kann, nämlich um den Wert der eigenen Völker, um ihre Freiheit und um die soziale und allgemeine menschliche Existenz.

Es ist uns daher verständlich, daß endlich auch Japan, der ewigen Erpressungen und frechen Be­drohungen müde, gegenüber dem verruchteste n Kriegshetzer aller Zeiten zur Selbstabwehr gegrif­fen hat. So steht nunmehr e-ine gewaltige Front nationaler Staaten, die vom Kanal bic Ostasien reicht, im Kampf gegen die jüdisch-kapitalistisch-bol- schewistische Weltverschwörung.

Das erste Jahr dieses Kampfes liegt hinter uns. Es ist das Jahr der größten Siege der menschlichen Geschichte. Was der deutsche und die Soldaten der mit uns verbündeten andern Völker dabei geleistet haben, ist einmalig und unvergänglich. Jahrtausende werden von diesen Schlachten und Siegen reden und sie bewundern als die größten Handlungen des Selbsterhaltungstriebes ehrbewußter Nationen. Wie groß die Opfer, die Entbehrungen und über allem der Todesmut aber gewesen sind, die diese Siege ermöglichen, kann nur der ermessen, der selbst sei es in diesem Krieg ober im ersten Weltkrieg Soldat und Kämpfer seines Volkes war. Niemals wird die Heimat ihren Söhnen vergelten können, was diese für sie taten! Denn sie kennt nur die Folgen der Siege, das heißt die trotz aller Luftan­griffe erhaltene Sicherheit der Nation, ihres heutigen Daseins und des künftigen, Lebens ihrer Kinder. Sie kann aber keine Vorstellung haben von dem entsetzlichen Unglück, das über Deutschland, über ganz Europa hereingebrochen wäre, wenn der jü­dische Bolschewismus als Verbündeter Churchills und Roosevelts den Sieg errungen hätte. Denn: Churchill und Roosevelt haben Europa an Stalin ausgeliefert! Und ich spreche jetzt im Glauben an eine höhere Gerechtigkeit. Das

bolschewistische Ungeheuer, dem sie die europäischen Nationen ausliefern wollen, wird sie und ihre Völ­ker dereinst selbst zerfetzen. Der Jude aber wird nicht die europäischen Völker ausrotten, sondern er wird das Opfer seines eigenen Anschlages sein. Groß­britannien und die USA. können nicht Europa durch den Bolschewismus vernichten, sondern ihre eigenen Völker werden früher ober später dieser Pest zum Opfer fallen.

Noch läuft im Osten Europas unter dem skru­pellosen Bluteinsah sowjetischer Sklaven der Kampf an den Fronten aus und ab, um lang­sam zu erstarren. 3n Ostasien aber hat er be­gonnen. Und während so zwei Gotkeslästerer für ihre Geschäfte beten, befreien sich die Natio­nen ihrer Fesseln. Das kommende Jahr wird deshalb gewaltige Anforderungen an uns stellen. Front und Heimat aber wer­den sie erfüllen t Die Heimat wird als nationalsozialistische Volksgemeinschaft wenn notwendig jedes, auch das letzte Opfer bringen. Sie wird mit Mann und Frau arbeiten zur Ernährung unseres Volkes und zur Siche-

B erlin, 31. Dez. (DNB. Der Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches, Herman G ö r i n g, hat zur Jahreswende folgenden Aufruf erlassen:

Deutsche Volksgenossen!

Das dritte Kriegs Weihnachten liegt hinter uns. In ernster Besinnung sind in diesen deutschen Feierstunden die Gedanken der Heima) an die Front gewandert und aus den Kampfeslinien wieder zurückgestrahlt zu den Lieben im Vaterland. Durchglüht von Kampfeswillen und Siegeszuversicht haben sich Front und Heimat die Hände gereicht, beide fest davon durchdrungen, datz im kommenden Jahr der sichere Sich dem deutschen Menschen auch den ersehnten Frieden bringen wird.

Eins aber wollen wir uns immer vor Augen halten: Hoffen allein hilft zu nichts aus der Hoffnung selbst wächst kein Leben. Nur der im Herzen tief verwurzelte Glaube an das Reich unseres Führers und der stahlharte Wille, seinem Befehl in unwandelbarer Treue zu folgen, find die Garanten des Erfolges, der uns und unseren Nach­fahren Euren Söhnen und Töchtern eine sorgenfreie Zukunft und Deutschland den Platz im Kranz der Völker sichern wird, der ihm aus Tat und Leistung gebührt. '

lat und Leistung stehen über den gewaltr- gen Anstrengungen und ruhmvollen Siegen, die unsere Soldaten vollbracht haben. Stolz schauen wir in die Vergangenheit. Polen, Norwegen, Hol­land, Belgien und Frankreich hat die deutsche Wehr­macht unter der genialen Führung Adolf Hitlers, ihres besten Befehlshabers, in unaufhaltsamem An­sturm bezwungen. England ist vom Kontinent ver­trieben und hat nicht einen Soldaten in Europa stehen. Jugoslawien ist zerschlagen und Griechen­lands unsinniger Widerstand zerbrochen, lieber allem dber steht der Siegeszug des Füh­rers und feiner Soldaten gegen d i e rote Dampfwalze, die Deutschland und bann Europa zermalmen wollte. Tausende von Kilometern tief in Sowjetrußland, heroisch wie die Urväter im Ansturm gegen die Mongolenübermacht und Un­wetter nicht achtend, steht die deutsche Wehrmacht zum Schutze der Heimat auf der Wacht. In einem Heldenkampf, dem selbst unsere Feinde die An­erkennung nicht versagen konnten, haben die Sol­daten aller Waffengattungen Siege errungen, die in der Weltgeschichte ohnegleichen sind. Nie hat einö Armee sich ruhmvoller geschlagen. Dank, unauslösch­licher Dank schulden wir unseren Kämpfern, ob einfacher Soldat ober Offizier, jeder einzelne hat seinen Mann gestanden.

Und so soll sich auch die Heimat wie bisher weiter bewähren. Tat und Leistung stehen auch hier über ihrer rastlosen Arbeit und ihrem selbstlosen Einsatz. Schwere Lasten und Opfer sind ihr aufgebürbet. Wir wissen, daß wir uns ein­schränken müssen, aber wir achten dieses Wort nicht. Denn hinter den wachsenden Anforderungen der Rüstung und der Versorgung unserer Soldaten muß der zivile Bedarf zurückstehen. Das läßt sich nicht ändern, und darum nehmen wir es in Kauf,

rung und Verstärkung unserer Rüstung. Für die Fronten aber wird die Stunde des Wie­derantritts kommen zurValtendungdef- fen, was begonnen wurde. Wir können an der Wende dieses Jahres nur den Allmächti­gen bitten, daß er dem deutschen Volk und sei­nen Soldaten die Kraft geben möge, das mit Fleiß und tapferem herzen zu bestehen, was er­forderlich ist, um uns Freiheit und Zukunft zu erhalten. Wenn wir alle gemeinsam in Treue unsere Pflicht tun, wird sich das Schicksal so erfüllen, wie es die Vorsehung bestimmte. Wer für das Leben seines Volkes, für dessen tägliches Brot und für feine Zukunft kämpft, wird sie­gen! Wer aber in diesem Kriege mit seinem jüdischen haß die Völker zu vernichten sucht, wird stürzen!

Das Jahr 1942 soll darum wollen wir alle den Herrgott bitten die Entscheidung bringen zur Rettung unseres Volkes und der mit uns verbündeten Nationen!

gez. Adolf Hitler.

auch wenn bas kommende Jahr noch mehr von allen Volksgenossen verlangen sollte als bas vergangene.

Schaut in unsere tausendjährige Geschichte zurück, nie ist uns etwas geschenkt worden. Im­mer mußten unsere Väter, was sie errungen hatten, ob des Neides und der Eifersucht der anderen m i t dem Schwert verteidigen, erhalten und erweitern. Und immer hat der Werkmann dieses Schwert geschmiedet und heiß gehalten. So dürfen auch wir nicht glauben, daß die kostbaren Güter unseres herrlichen großen Reiches, die Frei­heit und die Ehre ohne opferbereite Hingabe und selbstlose Arbeit bewahrt und gemehrt werden kön­nen. Nur ein Geschlecht, das in eiserner Entschlos­senheit bereit ist, jedes Opfer zu tragen, und das gewillt ist, todesmutig zu kämpfen und angespannt zu arbeiten, wird die Zukunft meistern. Das soll im kommenden Jahr unser Wille und Wollen fein.

Das vergangene Jahr hat in der Welt klare Fronten geschaffen. Der Haß demokratischer und bolschewistischer Demagogen gegen die jungen, auf­strebenden, dem Führerprinzip verschworenen Völker hat sich in allen Kontinenten zu einer er­bitterten Auseinandersetzung zweier Weltanschau­ungen entfacht. Erfolgreich an allen Fronten stehen wir in unauslöschlicher Waffenkameradschaft Schul­ter an Schulter mit unseren tapferen Verbündeten im siegreichen Kampf.

Das Vorfeld ist erobert. Die Schanzen der Feinde sind in unserer Hand. Jetzt gilt es, die letzte Bastion zu nehmen. Darum laßt uns zu diesem Sturm die Reihen noch enger schließen und wie eine stählerne Kette stehen um unseren Führer und das geliebte Vaterland.

Göring, Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches.

Görings Tagesbefehl an die Luftwaffe.

Berlin, 31. Dez. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsmarschall Hermann Göring, erläßt folgenden Tagesbefehl:

Soldaten der Luftwaffe, Kameraden!

Ein Jahr großer Waffenerfolge, aber auch schwe­rer Kämpfe ist abgelaufen. Wieder wart Ihr Bahnbrecher des Sieges, als es galt, die Südostflanke der Achsenmächte ein für allemal ge­gen jeden Stürungsversuch Englands zu sichern. Ihr, meine jungen Helden der Fallschirm- und Luftlande truppen, habt im jähen und bei­spiellos kühnen Zugriff dem Feind auch das letzte Bollwerk vor der Aegäis entrissen und die Fahne des Reiches auf den Höhen Kretas aufgerichtet, die gleiche Fahne, die meinen Fliegern, Flak­art i l l e r-i st e n und Funkern drüben an der Küste Afrikas in zähem Ringen in den Lüften und zu Lande Kraft und -Zuversicht gibt.

y Als der Morgen des 22. Juni aufdämmerte, war auch für die Luftwaffe die entscheidende Stunde ge­kommen. Kameraden im Osten, Ihr seid an-

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Oie Neujahrsglückwünsche des Gauleiters.

Telegramme an den Führer und den Reichsmarschall.

NSG. Gauleiter und Reichsslatthatter> S.p.ren­ger sandle an den Führer in das Haaphvuu> tier folgenden Neujahrsglückwunsch: . s.'rmo

Ich bitte Sie, zum Jahreswechsel mch--p'llu«z. lichsten Glückwünsche entgegennehmen F^unfÄnu Mögen die unerhörten Erfolge unserer iVtzn^acht von 1941 sich im neuen Jahre zu CEtti;ungett ausweiten, die des deutschen VolkeK ^ül^i't ab­sehbar sicherstellen. Dazu möge db rrsthung Ihre Gesundheit erhalten, damit Ste -h? Führer des deutschen Volkes und als der Feldherr feiner Soldaten kraftvoll das begonnene Befreiungs­werk zu Ende führen können. Wie unsere Sol­daten an der Front, so werden wir auch zu Hause als Ihre Gefolgsmänner unsere Treue täglich aufs neue durch die Tat beweisen.

Heil, mein Führer! Sprenger.

Die Glückwünsche des Gauleiters an den Reichsmarschall Göring hatten folgenden Wortlaut:

Meine herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre. Möge Ihnen Ihre Gesundheit weiter er­matten bleiben, auf daß Sie an der Seite der Führers wie seither wirken können für den End­sieg über unsere Feinde und zur Sicherstellung des gesamten deutschen Volkes.

getreten, um die geheiligte Kultur des Abendlandes zu verteidigen. Mit todesmutiger, nie erlahmender Kampfbereitschaft habt Ihr bei glühender Hitze und eisiger Kälte dem Feind schwerste Schläge versetzt und so gewaltigen Anteil am Siegeszug unseres Heeres gewonnen. Wo immer Ihr auch an der un« geheuren Front' vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer im Einsatz steht, Ihr, meine tapferen Flieger, Flakartilleristen und Funker, aber auch Ihr brauen Männer der B a u b a t a i l l o n s , ich drücke jedem von Euch mit Stolz und Bewunderung die Hände.

Meinen besonderen Dank und meine Anerken­nung spreche ich aber auch den G e s ch w a dem und Batterien im Westen und in der Heimat aus, an deren Mut und Einsatzfreudigkeit jeder Offenstvversuch der britischen Luftwaffe zu­schanden wurde. Mein Dank gilt nicht minder jenen bewährten Männern in den Ausbildungs­regimentern und Schulen, die ihren har­ten Dienst an der Luftwaffe still und treu erfüllen und aus jungen Soldaten Kämpfer machen wie die Front sie braucht. Was nützen Euch jedoch, meine Kameraden, alle Kühnheit und aller Opfermut, stün­den nicht hinter uns die Arbeiter und Inge­nieure der Rüstungsfchmiede. Sie sind es, die Tag und Nacht für uns schaffen, und denen wir die besten Waffen der Welt verdanken.

Meine tapferen Kameraden, das Schicksal hat uns ausersehen, unter dem Befehl des geliebten Führers mit der Waffe in der Hand das Tor in eine neue Zeit aufzuschlagen. Wir wünschten den Krieg nicht, der unserem Volk Entbehrungen brachte und viele seiner besten Söhne forderte. Wir aber werden ihn jetzt auskämpfen für Jahrhunderte bis zum strah­lendsten aller Siege. Nie werden die Opfer ver­gessen sein. Diese Helden, die in die Geschichte un­seres Volkes' eingegangen sind, werden immer um uns sein. Ähnen gilt der ewige Dank des ewigen Deutschlands. Laßt uns in Ehrfurcht unserer Toten gedenken.

Kameraden! In die treuen und starken Hände des deutschen Soldaten ist nicht nur das Schicksal des Reiches, sondern auch die Zukunft eines ganzen Erdteils, gelegt worden. Ihr werdet wie bisher in kühnem Sturm die Feinde zerschlagen und neue Siege an die Fahne unserer jungen ruhmbekränz­ten Waffe heften. Meine heißen Wünsche beglei­ten Euch in die Kämpfe des neuen Jahres. Es lebe der Führer!

Hgu. d. Ob. d. L., S1.12.1941.

Gez. Göring, Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches und Oberbefehlshaber der Luftwaffe.

Durch Tat und Leistung zum Sieg!

Aufruf Reichmarschall Görings zur Jahreswende.

Das Straßburger Münster.

Von Dr. Karl Brill.

Arn 24. Juni 1439 wurde der Schlußstein in die Spitze des Straßburger Münsterturrns eingefügt, mit dem in genau 40 Jahren die deutschen Meister Ulrich von Ensingen und Johann Hültz von Köln den Bau krönten.

Den 500. Jahrestag dieses großen Ereignisses in der Geschichte der deutschen Baukunst feierte das Elsaß wenige Wochen vor dem Ausbruch des jetzi-1 gen Krieges, der das Geschick des Landes nach [ Jahrhunderten wechselvollen Ringens endgültig wenden sollte. Und fast auf den Tag ein Jahr später wehte zum erstenmal von der Spitze des Sraßburger Münsters die Hakenkreuzflagge zum Zeichen des Endes der großen Auseinandersetzung zwischen der deutschen und der französischen Nation.

Als dasachte Weltwunder" hat man einst das Straßburger Münster bezeichnet, nach dessen Doll- enduna die Straßburger Münsterbauhütte als die führende in deutschen Landen anerkannt wurde. Georg D e h i o, der Altmeister der deutschen Kunstgeschichte, hat einmal den Bau des Münster- turms eineVerbindung von Phantastik und tech­nischer Bravour" genannt und damit die Beson­derheit dieses Werkes mit seinen acht Pfeilern und den vier von der Hauptmasse des Turms frei sich abhebenden Treppentürmen, borüber-'ben Helm der 52 Türmchen in siebenfachem Kranze in seinem hohen Werte gekennzeichnet

Aber dieser Turm, der dem Bild des Straßbur­ger Münsters seine Einmaligkeit verleiht, ist nicht das einzige Wunder an diesem deutschesten aller Dome, dessen Anfänge auf das Jahr 1015 zurück­reichen und dessen Westfassade 1277 begonnen wurde. Auch diegroße Rose" in dieser Fassade, errichtet nach den Plänen Erwins von Stein­bach, ist ein solches Wunder, auch der steinerne Schleier, der vor diese Hauptfront gelegt ist, der Engelspfeiler oder die Bildwerke und Glasfenster, zum Teil aus dem 11. und 12. Jahrhundert n. Chr.

In einer Zeit, da die Lande am Oberrhein noch völlig unbestrittener deuffcher Besitz waren ist das Straßburger Münster als Zeuge deutschen Burger- ltcl>,es und deutscher Handwerksleistung gebaut wor­den 1285 hatte die Bürgerschaft nach ihrem Siege über den Bischof die Verantwortung für den Münsterbau selbst übernommen und ihn im Laufe

von anderthalb Jahrhunderten zu Ende geführt. In keinem anderen Dom sind deutscher Gottglaube und reichsstädtische Kaisertreue eine stärkere Verbindung eingegangen als hier, wo man in den Glasfenstern imd Bildwerken schon im 12. und 13. Jahrhundert den großen deutschen Königen und Kaisern huldigte, ein Bekenntnis zur Deutschheit gegenüber Macht­ansprüchen vom Westen her, die am Oberrhein am frühesten verspürt wurden.

Mehr als. drei Jahrhunderte hindurch haben die oberrheinischen Lande, hat vor allem das Elsaß unter den Kämpfen zu leiden gehabt, die durch das Streben des französischen Nachbarn nach der Rhein­grenze verschuldet wurden. Nachdem im Dreißig­jährigen Kriege die Franzosen ihrem Ziel zum erstenmal nahegekommen waren, nachdem im West­fälischen Frieden das Oberelsaß in französffche Hand gegeben worden war, mußte sich 1681 auch die Freie Reichsstadt Straßburg der ftemden lieber* macht beugen. Für das deuffche Sehnen nach Ein­heit und Größe ist das Straßburger Münster ein Sinnbild und eine dauernde Mahnung gewesen.

Durch die deutschen Siege 1870/71 kam auch Straßburg ins Bismarcksche Deutsche Reich. Sein Münster wurde wieder mit aller sorgenden Liebe des deutsch"n Volkes umgeben. In diese Zeit fällt das große Werk der Rettung des vom Einsturz be­drohten Baues durch den Dombaumeister K n a u t h, dem mit schnödem Undank gelohnt wurde, als Stadt und Land nach dem deutschen Zusammen­bruch von 1918 ein zweites Mal unter französische Herrschaft kamen.

Der Trauer um diesen Verlust hat in jenen grauen Tagen ein deutscher Künstler ergreifenden Ausdruck in einem Bilde verliehen, das mehr als zwei Jahrzehnte hindurch in gar manchem deut­schen Hause hing. Es zeigte einen verwundeten Krieger, der mit zerbrochenem Speer aus müdem Roß über ein winerliches Feld reitet, während sich am Horizont das Straßburger Münster als Sym­bol des Verlustes erhebt. Wenige Siegesmeldungen im Verlauf des Westfeldzuges haben stärkeren Wi­derhall im deutschen Volke gesunden als die Nach­richt, daß die Hakenkreuzfahne auf dem Straß- burger Münster gehißt worden sei. In der Ergrif­fenheit. mit der die Nation diese Kunde aufnahm, und die in den Zeitungen nachklang, zeigte sich die tiefinnerliche Liebe, mit der das deutsche Volk ge­rade dieses Münster am Oberrhein umfaßt, das heute wieder mitten ht einer Landschaft ausragt.

die durch fremde und deutsche Schuld Jahrhunderte hindurch wider Recht und Natur durch eine sinn­lose bnatsgrenze aufgespalten war.

Fn der Sauna.

Reugeburt im finnischen Bade.

Du kriegst ein paar derbe Holzpantinen in die Hand gedrückt, das ist das Erste. In einer Kabine hängst du alle städtische Nodelkeit, die du hast, an einen Nagel, Hose, Rock und Hemd, und kommst in nichts als den Holzpantinen herausgeschlurft.. Der Bademeister wartet schon auf dich.

In die Sauna geht's. Wenn er die Tür ausmacht, schlägt's dir höllenheiß entgegen, als pustete dir des Teufels Großmutter ihren Atem in die Nasenlöcher, so ist es. Aber es dauert nicht lange, dann bist du es schon gewohnt, die warme feuchte Lust streicht dir um den Leib in den Vorzimmern der Hölle muß es sich schon leben lassen. Wenn man da bleiben kann und nicht ernstlich in den Brühtopf gesteckt wird. _

Da steht der Ofen, mit Birkenholz gefeuert. In ihm liegen Steine, die glühheiß werden. Der Bade­meister schüttet Wasser drauf und nun steigt die feuchte Luft herauf. An der Decke des Raumes, wo es am heißesten ist, da liegst du auf einer Bank und kannst die Decke über dir betrachten. Du bist durch und durch gewärmt, du wirst hier gedämpft sozu­sagen. Die Poren öffnen sich, und wenn du nun ein­mal die Knie anziehst, da hörst du es von dir her­untertropfen, es sickert dir rundherum vom Leibe, es rinnt, trieft, läuft, es rieselt dir herunter, und wenn du atmest, bann hast du nun selbst schon den heißen Atem der Hölle in dir, es schmeckt nach Birkenholz und feurigem Ofen.

Eigentlich soll man nicht allein ins Sauna-Bad gehen, man soll sich eigentlich zu drei, vier Freun­den dazu verabreden und zusammen hingehen^ da könnt ihr oben auf euren Bänken liegen und könnt sokratische Gespräche führen, wenn ihr wollt. In Finnland oben macht man es so. Man geht in Ge­sellschaft baden, man verabredet sich dazu wie zu Tanz und Kaffeetrinken.

Wenn du oben liegst, dann kommt nun der Bade­meister mit einem Kübel Wasser in der einen und einem Busch voll Birkenreisern in der anderen i Hand. Jetzt gibt es Hiebe, mein Junge. Aus den

nackten Leib gibt er es dir. Und dahin, wo du sie lange nicht mehr kriegtest, du weißt schon, was ich meine. Erinnerst du dich noch, wie es schmeckte, als dir dein Vater den Hosenboden schön rund und stramm zog du hattest hinterm Haus in einem alten hohen Baumstamm gepasst, daß dir schlecht und schlechter wurde, aber du hattest vergessen, daß so ein Zigarrenrauch nach oben hinausraucht, dein Vater hatte den Baumstamm Zigarre rauchen sehen, und da hatte er dich!

Aber fürchte dich nicht, diese Hiebe hier mit den Birkenreisern tun dir gut, du kannst sie auch selber in die Hand nehmen, in den Wasserbottich tauchen und die Exekution mit eigener Hand ausführen. Gib dir, soviel du verdient hast!

Zu allerletzt wird es dir hier doch etwas zu warm. Wenn du also denkst, du hast genug es waren schließlich 70 Grad Hitze da oben bann steigst bu bie Treppe wieder hinunter.

Aus der Sauna in den Brauseraum mit dir! Da gibt es wieder so eine Bank, auf bie legst bu dich. Der Bademeister kommt mit einem Riesenschwamm und wäscht dich herauf und herunter, wie dich deine eigene Mutter noch n-d)t gewaschen bat. Vorne und hinten, auf allen Seiten, die du hast.

Geseift und geschrubbt bist du nun. Steh jetzt auf, es geht unter die warme Brause, die Seife rinnt in Bächen von dir herunter, aber dann gibt es, kaum einen Meter weit von dir, noch eine zweite Brause, die eiskalt die Haut erschrickt. So oft es dich gelüftet, läufst du von der warmen unter die kalte Brause, hin und wieder zurück. Sieh, jetzt wirst bu wieder quicklebendig, das Blut springt in den Adern, die Lungen hüpfen in all der nassen Frische. Du hättest jetzt den Mut, mitten ins Nordpol-Loch zu tauchen, wenn es hier wäre.

Oben in Finnland gehen sie auf dem Lande vom Sauna-Bad geradewegs ins kälteste Wasser ober tummeln sich im bicksten Winterschnee, es schabet nichts nach so einem Bad, es ist wunderbar er­frischend.

Trockne dich nun ab, steig in die Holzpantinen und schlurfe in deine Kabine zurück. Wenn du magft kannst du hier auf einer roetdim Pritsche eine Weile liegen, ehe bu beine Nobelkeit vom Nagel wieder herunternimmst und dich anziehst.

Wenn bu auf bie Straße kommst, hast du rote Backen vor purer Gesundheit und Frische, und kommst dir vor, als wolltest Öti nun noch einmal bet deiner Konfirmation wieder Anfängen,M*