8er Zufahrtswege zu den nordostaustralischen Häfen ermöglichen, eines Gebietes, in dem sich unter Führung der amerikanischen Militärs das australische militärische Kraftzentrum gebildet hat. Die Amerikaner leben zudem in der Illusion, von Australien aus die japanische Front im Pazifik aufrollen, das verlorene Terrain wiedergewinnen und schließ' Japan in die Würgeschlinge nehmen zu können, wie sie es ursprünglich mit der inzwischen verlorengegangenen Linie Hawai—Wake—Guam—Philippinen beabsichtigten.
Aus dieser strategischen Situation im Raume vor Nordostaustralien sind die Kämpfe zu verstehen, die dort seit dem August zu mehreren Seegefechten und zuletzt zu der großen Seeschlacht am 26. Oktober nordöstlich der Santa-Cruz-Inseln geführt haben. Die Amerikaner hatten seit dem Verlust der mittleren Pazifiklinie über Hawai nach den Philippinen ihre ganze Kraft dem Ausbau der südlichen Linie nach Australien zugewandt und, wie der amerikanische General Arnold, der Oberbefehlshaber der amerikanischen Luftstreitkräfte, dieser Tage ausführte, ,/ein ungeheuer dichtes Netzt von Luftverbindungen geschaffen, das sich teils auf Landflugplätze, teils auf Flugboothäfen stützt. So wurde ein Flugplatz mit vrachtvollen Rollfelldern auf einem Riff im Kovallenmeer eingerichtet, das auf keiner Karte verzeichnet ist". Der Sicherung dieser Linie und der Gegenwirkung gegen die japanischen Vorstöße gegen sie diente offenbar die Offensive, von der man in Washington behauptete, daß mit ihr ,Hie Initiative im Pazifik nunmehr in die Hände amerikanischaustralischer Seestreitkräfte übergegangen sei".
Man hatte sich gewundert, daß die Japaner nicht gleich im August energisch gegen die amerikanischen Landungen auf Guadalcanar vorgingen und ruhig zusahen, wie sich die amerikanisch-australischen Streitkräfte sestsetzten, Stellungen ausbauten, Flugplätze anlegten und einen Luft- und Seeverkehr einrichteten. Diese Zurückhaltung der Japaner hat sich als eine erfolgreiche taktische Maßnahme erwiesen. Sie sollte offenbar die Amerikaner zu größeren Einsätzen auch ihrer Seestreitkräfte veranlassen und damit die Möglichkeit zu größeren Kampfhandlungen bieten. Die Amerikaner gingen auf die japanische Taktik ein. Die Anfangserfolge veranlaßten sie zu größeren Einsätzen und zu dem Versuch, die Seeherrschast im Raume der Salomonen an sich zu reißen. Im Verlaufe dieser Be° Itrebungen kam es zu den verschiedenen Zusammen- tößen mit den japanischen Seestreitkräften, wobei üe Amerikaner sich dazu binreißen ließen, ihre australisch-pazifische Schlachtflotte einzusetzen. Die schwere Niederlage, die die amerikanischen Seestreitkräfte in diesen Gefechten in der letzten Zeit besonders an schweren Einheiten einstecken mußten, bedeutet in ihrer Auswirkung eine Zerschlagung der seit Wochen mit dem größten Enthusiasmus gefeierten „Offensive im Südpazifik". Damit findet das Problem Guadalcanar für die Japaner gleichsam automatisch seine Lösung. Nach der schweren Niederlage auf See ist der Feind wohl nicht mehr in der Lage, den Nachschub für die auf Guadalcanar und Florida kämpfenden Truppen sicherzustellen.
Der Versuch der amerikanisch-australischen Streitkräfte, den Vorstoß der Japaner über die Salomonen aufzuhalten, ist damit nicht allein als gescheitert zu betrachten, der Feind hat dabei noch einen erheblichen Teil der Kampfkraft seiner Kriegsflotte eingebüßt. Die Mittel, die er einem weiteren Vordringen der Japaner in Richtung auf Neukaledonien entgegenstellen kann, sind erneut zusarn- mengeschrumpft. In der amerikanischen und austra- tischen Presse kommt die Sorge über das weitere Vorgehen der Japaner unverhohlen zum Ausdruck.
Die japanischen Ausgangsstellen an der Peripherie des von der anglo-amerikanischen Seeherrschaft befreiten Raumes haben durch das Ergebnis der Kämpfe um die Salomonen eine weitere Stärkung erfahren. So kann Japan in aller Ruhe die weitere Entwicklung im Südpazifik wie im Indischen Ozean abwarten, ehe es sich für eine neue Stoßrichtung endgültig entscheidet. Für das letzte Ziel in diesem Weltkriege ist es gleichgültig, wohin der Stoß geht. Entscheidend ist, daß die feindliche Beherrschung des Weltmeeres getroffen wird. Ist das Weltmeer frei von den feindlichen Seestreit- krästen oder sind ihnen die Stützpunkte entrissen, dann ist auch die Entscheidung in diesem Kriege gefallen.
Oer Untergang der „Wasp".
G e n f, 1. Dez. (DRV. Funkspruch.) Die Londoner „Daily Mail" veröffentlicht die Schilderung eines Augenzeugen vom Untergang des 14 700 Tonnen großen USA.-Flugzeugträgers „Wasp" in der Seeschlacht bei den Salomonen. „Als der entscheidende feindliche Angriff auf den Flugzeugträger erfolgte", so heißt es in dem Bericht, „befand er sich mit den ihn begleitenden Kreuzern in einem wahren Ne st von japanischen U-Booten. Ich sah,
Dee große Irrtum.
Roman von Meta vnr.
14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Bergenroth empfindet die ftauliche Fürsorge, die ihn hier umgeben will. Er empfindet sie stärker vielleicht als jeder andere, weil er ein lange einsam gebliebener Mann ist. Und möchte sich doch dagegen wehren. Nur ist das schwer, wenn man nicht unfreundlich und undankbar erscheinen will. So sagt er zögernd: „Das ist alles sehr schön, Helene, doch —"
Seine Frau unterbricht ihn lebhaft: „Kein Aber, Richard!" Sie spricht ganz unbefangen: „Du kannst doch deine Zimmer nicht ein paar Meilen von den meinen entfernt haben. Es käme den Leuten komisch vor."
Bergenroth muß lachen. Daran hat er nun eben nicht gedacht. Vielmehr ist es ihm unbehaglich, daß Helene um seinetwillen allerlei Kosten aufgewendet hat. Das ist nicht notwendig. Das will er nicht. Nun aber denkt sie an die Meinung der Leute. Und er sagt darauf: „Sieh an, Helene — es ist dir also doch nicht einerlei, was die Leute sagen!"
Es ist ein gutmütiger Spott, und Helene nimmt seine Worte auch so auf.
Sie-steht an dem niedrigen Schrank, und ihre klaren, dunklen Augen sehen Bergenroth sehr vergnügt an. Sie schüttelt das dunkle Haar zurück und lacht ebenfalls: „Ach, sei schon still — ich weiß, aber sage, muß man die Leute erst neugierig machen?"
Ihr Mann nickt: „Du hast schon recht, Helene —* Helene geht wieder zur Tür. Sie trägt ein braunes winterliches Kleid mit sthmalen, weißen Rändern am Halse und an den Handgelenken. Bergenroth hat keinen Blick für modische Einzelheiten? Er weiß also auch nicht, daß dieses so einfach wirkende Kleid recht teuer ist. Er findet nur, daß Helene sehr angenehm anzusehen ift
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Keine Gnade für Schieber und Schleichhändler
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gab. Das Feuer brach auf der Buhne aus und griff schort auf die Dekorationen des Hauptsaales über.
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Vollstreckung eines Todesurleils.
Militärnachrichtendienstes, politischer Nachrichten usw. vier Personen zum Tode verurteilt, darunter eine in Abwesenheit. Zwei Personen erhielten je 15 Jahre Zuchthaus, drei weitere kamen mit Ge-
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ihn wegen Mordes als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilte. Das Urteil wurde inroer« züglich vollstreckt.
Vier Todesurteile wegen Hochverrats in der Schweiz.
Der 29jährige Siegfried Leimaruber hat 24.11.1942 vormittags in Innsbruck den lizeiwachtmann Hermann,Ortner, der ihn wegen mehrerer Fahrraddiebstähle in die Hast« anstatt einliefern sollte, vor dem Tor der Haftanstalt e r st o ch e n. Es gelang ihm, zu flüchten. Er wurde jedoch bereits um 14 Uhr feftgenommen. Schon um 18 Uhr trat das Sondergericht zusammen, das
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Die britischen Kolonialbehörden versuchen durch' Auspeitschungen, Hinrichtungen und schwere Zuchthausstrafen die Lage zu meistern, aber damit ist auf die Dauer keine Besserung zu erzielen. Man fordert deswegen Arbeitsbeschaffung und Verbesserung des Schiffsverkehrs. Wenigstens einige Holzschiffe müßten zwischen den Vereinigten Staaten und Westindien verkehren, ferner brauche man dringend Pferde und Maulesel, um den Transport von Lebensmitteln auf den Inseln sicherzustellen.
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Es entstand eine entsetzliche Panik, da durch Kurz« schluß auch die beiden anderen Säle in Braiäi gerieten. Hunderte von Menschen wurden an den Ausgängen niedergetreten und verbrannten. Die gesamte Feuerwehr von Boston und den umliegenden Ortschaften war aufgeboten, ebenso wie Marine und die Garnison von Boston. Aber trotz fieberhafter Anstrengungen ließ es sich nicht verhindern, daß nahezu alle 750 Gäste Opfer des Unglücks wurden.
Schwerer Hagelsturm in Buenos Aires.
Mehrere Personen wurden getötet, als ein schwerer Hagelsturm über Buenos Aires und Umgebung rieb erging. Der Sturm entwurzelte viele Bäume und riß selbst Fahrzeuge mit sich fort. In der Provinz Santa Fä brach ein Zirkuszelt unter der Wucht des Unwetters zusammen. Alle telegraphischen Verbindungen wurden unterbrochen.
Schlächtermeister August Blanke aus Scharzfeld (Hannover) hatte 17 Großtiere, 17 Kälber und 14 Schweine schwarzgeschlachtet und außerdem für verschiedene Selbstversorger weitere Schwarzschlachtungen vorgenommen. Seine Frau verkaufte den größten Teil des Fleisches markenfrei an die Ladenkundschaft, zum Teil betrieben sie mit dem Fleisch Tauschgeschäfte. Das Sonder- gericht verurteilte Blanke zum Tode, seine Ehefrau erhielt acht Jahre, seine mitangeklagten Lieferanten, der Viehhändler Mundt vier Jahre, der Reichsbahnarbeiter Bock und der Landwirt Oehne je drei Jahre Zuchthaus, während sechs weitere Lieferanten und Abnehmer hohe Gefängnisstrafen auf sich nehmen mußten. Das Todesurteil wurde bereits vollstreckt.
Der Leiter des Wirtschaftsamtes Sonthofen, Valentin Barthel, hatte bei der Bewinkelung von Kraftfahrzeugen und der Ausgabe von Tank- ausmei starten Personen begünstigt, die ihm durch Darlehen über finanzielle Schwierigkeiten halfen. Dadurch entzog er über 1500 Liter Benzin der normalen Bedarfsdeckung. Das Gericht verurteilte ihn zu neun Jahren Zuchthaus.
Der Bäckermeister Heinrich Wissel aus Hanau beschaffte sich ohne Bezugsschein Mehl in größeren Quantitäten. Bei Kaufleuten tauschte er dafür bewirtschaftete Lebensmittel und sonstige Mangelwaren wie Butter, Käse und Nährmittel,
gen abgeschmttenen Verbände des bettb scheu Afrikorps bei englischen Marschkolonne» motorisierten und sich in tagelangem Marsch kämp send durch die Wüste zu den Nachhuten Feldman schall Rommels durchschlugen, nachdem sie noch ebenfalls abgeschnittene italienische Verbände befreit hatten. Ferner empfing der Führer den Gruppen« kommandeur in einem Kampfgeschwader, Haupt« mann Schweickardt, und überreichte ihm dar für seine unermüdliche Einsatzbereiffchaft und bei» spielhaste Tapferkeit verliehene Eichenlaub Ritterkreuz.
Kunst und Wissenfchast.
Görge Spervogel gefallen.
Der junge Schriftsteller Görge Spervogel ist, wie der V. B. meldet, im Osten gefallen. Sper- vogel, der mit seinem bürgerlichen Namen Erich Schargorodsky hieß, war ein sehr begabter Erzähler, der sich besonders durch sein Schiffsjungenbuch „Graue Segel" einen vorzüglichen Namen gemacht hat. Eine ganze Reihe seiner kleineren Erzählungen erschien während der letzten Jahre vor dem Kriege in der'Unterhaltungsbeilage des „Gießener Anzeigers".
Professor Hugo Distler gestorben.
Mitten aus reichstem Schaffen ist der Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik und Leiter des Staats- und Domchores in Berlin Hugo Distler im Alter von erst 34 Jahren gestorben. Seit 1940 wirkte Distler als Nachfolger von Kurt Thomas an der Berliner Hochschule, an der er die Klasse für Chorleitung unb eine Kompositionsklasse unter sich hatte. Hugo Distler, der auch zu unseren angesehensten Komponisten gehörte, war aus der Leipziger Schule des Komponisten Hermann Grabner und des Organisten Günther Ramin hervorgegangen. Schon mit 25 wahren errang er in Berlin seinen ersten großen Erfolg mit seiner „Chorpassion". Vor seiner Berufung nach Berlin hatte sich Distler als Organist an St. Jacobi in Lübeck und als Hochschullehrer für Komposition in Stuttgart betätigt. Seine „Kalendersprüche" und fein „Möricke-Liederbuch" brach° ten ihm auf dem Grazer Fest der deutschen Chor- musik 1938 große Erfolge.
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Seife, Kämme, Zahnbürsten, Staubtücher, Besen und Bürsten ein. Bei Gastwirten ließ er sich gegen Brot und Mehl mit seiner Familie markenfrei bewirten und die für seinen Betrieb gewährte Sonderzuteilung an Eier und Butterschmalz verwendete er z. T. im eigenen Haushalt. Ueberbies schlachtete er zwei Ferkel ohne Genehmigung. Das Sonderge- richt in Kassel verurteilte ihn zum Tode. Seine ~ ■' l den Schiebungen ..........is hatte, erhielt ein Jahr sechs Monate Ge- 'Gegen die Tauschhändler laufen Straf- Iren. Das Todesurteil wurde bereits v o l l -
Die Rationierung aller Waren und vor allem der Lebensmittel in Deutschland rückte den Grundsatz der Gleichheit aller vor dem Gesetz der gemeinsamen Lebensführung der Ration in diesem Kriege an die erste Stelle. Ihm haben sich alle Volksgenossen in Deutschland ohne Ausnahme unterzuordnen. Wer sich gegen die Bestimmungen vergeht, versucht einen der Eckpfeiler der Verteidigung des Reiches zu stürzen. Solche Verbrechen können nach der Schwere des Einzelfalles nur mit den härtesten Strafen gesühnt werden. Immer wieder ift darauf hingewiesen worden, so daß auch die wenigen, die sich selbst außerhalb der Volksgemeinschaft stellten, ausreichend gewarnt waren. Sie durften keine Gnade erwarten.
Das Züricher Divisionsgericht hat wegen Verletzung militärischer Geheimnisse, fortgesetzter Anstiftung zur Verletzung militärischer Geheimnisse,
Das Ileichssporiabzeichen
, der Versehrten.
Im Kupz>elsaal des Reichssportfeldes vollzog Reichssportführer von Tschammer und Osten die Verleihung der ersten, für die Versehrten geschaffenen Reichssportabzeichen. Der Führer gab dieser Auszeichnung folgendes Geleitwort mit: „Der Reichssportführer hat mtt meiner Zustimmung für Verwundete und sonstige körperbehinderte Männer eine besondere Klasse des Reichssportabzeichens ge« schaffen. Möge diese Auszeichnung jeden ermutigen und anspvmen, die von chm mannhaft getragenen Schäden zu seinem Besten und zum Nutzen unserer Dolkskraft zu überwinden."
58 verwundete Offiziere und Mannschaften sowie körperbehinderte Volksgenossen durften die Auszeichnung als erste in Empfang nehmen. Der Film „Verwundete treiben Leistungssport" machte augenfällig, was Professor Dr. Gebhardt einleitend über Sinn und Zweck des Abzeichens fügte. Die Worte des Reichs sportführers zeigten, welch großes Verständnis man dem Versehrten entgegenge« drächt hat, dessen Lebenskraft und Schaffensdrang durch die Verwundung meist um ein Vielfaches gesteigert, ja oft erst geweckt wird, und dessen Energie oft die der Gesunden weit in den Schatten stellt. In dieser Erkenntnis gehen auch die Verleihungsbedingungen davon aus, daß der Versehrte eine besondere Leistung vollbracht haben soll. An den fünf Hebungen muroe festgehalten. Erste Forderung: Jeder Versehrte muß schwimmen können! Es ist die für jeden Körperbehinderten am leichtesten erlernbare und dabei die am meisten die körperlichen und organischen Fähigkeiten fördernde Sportart. Die Bedingungen sind nach jahrelangen Erfahrungen der Sportheilstätte Hohenlychen und der Lazarette entftanben. So gibt es eine Serie von Bedingungen für Beinamputierte, Unterschenkelamputierte, Schuller- und Ellenbogenoersteifungen, kombinierte Schäden usw. Dem Prüfungsausschuß gehört in jedem Fall ein Arzc an.
Das Eichenlaub
aus der Hand des Führers.
DNB. A u s d e m Führerhaupt q.uartier, 30. Nov. Der Führer empfing in seinem Haupt« guartier den Kommandeur der Fallschirmjägerbrigade, Generalmajor R a m ck e , und überreichte ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Generalmajor Ramcke erstattete dem Führer Bericht über das im Gericht des OKW. vom 9. November geschilderte kühne Unternehmen, bei dem sich die unter seinem Befehl stehenden, von den rücfroärtigen Verbindun-
Helene hört, daß sich die Tür öffnet, und sie hört Bergenroths Stimme. Ahnungslos kommt er zu ihr herein. Sie will sich umwenden und ihm sagen, daß der Mann, der diesen Artikel hier schrieb —
Nein, es ist ganz unmöglich, das jetzt zu sagen.
Sie kann doch nicht ihr Leben mit Richard Bergenroth, dieses mit soviel Freude erwartete Leben und Arbeiten, hier auf dem Uhlenhof — nein, sie kann es nicht mit einem Gespräch über Rautenberg beginnen!
Mit dem alten Trotz wirft sie den Kopf empor und wendet sich ihrem Manne zu.
An einer Tagung in Erfurt über pslanzenzüchte- rische Fragen nimmt auch Bergenroth teil. Das Hauptreferat hält Doktor Bernhard Marswin, der Saatzuchtleiter einer großen mitteldeutschen Saatzuchtwirtschaft. Die beiden kennen sich und kommen aus der Tagung in ein Gespräch. „Mit Ihnen muß ich noch reden", sagt Marswin zu Bergenroth. „Wollen wir nachher zusammen essen?"
Bergenroth ist gern bereit. Er nimmt diese Einladung als eine Auszeichnung. Er hat große Achtung vor Marswin, der etwa anderthalb Jahrzehnte älter ist.
Als sie dann zusammensitzen, fragt Marswin in seiner lebhaften Art: „Wo arbeiten Sie denn jetzt, Herr Bergenroth? Man erzählte mir, daß Sie Ihre langjährige Stelle aufgegeben haben."
„Das stimmt", erwiderte Bergenroth. „Und jetzt bin ich in Ihrer Nähe, Herr Doktor Marswin. Bei Quedlinburg, auf dem Uhlenhof."
„Uhlenhof — warten Sie — wer sprach doch davon? Ist das nicht ein recht abgewirtschafteter Betrieb, der aber jetzt in andere Hände übergegangen fein soll?"
„(Fs ist nicht ganz so. Der Uhlenhof gehörte schon immer meiner Frau, war aber bisher verpachtet Meine Frau hat sich, da sie keine Ahnung vom Betrieb hat, auch nicht darum bekümmert. Leider. Sie bat alles dem Pächter überlassen. Jetzt aber wird das anders werden. Ganz anderst"
für 1000 Personen mit leicht entzündlicher.----
rationen versehen werden durfte und daß keine Vorkehrungen für die Sicherung der Gäste getrof« fen waren. Das Lokal bestand aus drei Sälen, Dez« für die es nur zwei nebeneinanderliegende Ausgänge £ „eue 3 gab. Das Feuer brach auf der Bühne aus und griff ' HM
wie ein Torpedo auf das Schiff losbrauste. Ich hatte gerade noch Zeit, mich auf den Boden zu werfen, als die Explosion erfolgte. Einige Flugzeuge wurden hochgeschleudert und fielen dann auf ihre Verankerung zurück. Die Munitionslager flogen sofort in die Luft. Der Flugzeugträger verwandelte sich in eine Hölle. Rauchwolken stießen aus zertrümmerten Oelzuleitungen hervor. Das Schiff wurde durch ungeheure , Explosionen erschüttert. Feuerströme ergossen sich in die Laufgänge. Eine Stunde und zwanzig Minuten nach dem Angriff mußte die „Wasp aufgegeben werden. Meilenweit leuchtete der Flugzeugträger durch die Nacht. Der Vizeadmiral, dessen Flaggschiff die „Wasp" gewesen ist, und der Kapitän tonalen sich mit einer Anzahl Ueberlebenber der 1200 Mann starken Besatzung auf Flößen in Sicherheit bringen."
Der japanische Soldat.
Zürich, 3Ö. Nov. (Europapreß.) Ein Offizier des nordamerikanischen Marinekorps, der auf den Philippinen gekämpft hat und im Tauchboot aus Corregidor entkommen ist, erklärte, der japanische Soldat verfüge über eine dem Abendländer unerreichbare Ausdauer und Geduld. Japanische Soldaten pflegten sich in Erdlöchern oder hohlen Bäumen zu verstecken und dort zwei bis drei Tage völlig regungslos zu verharren, um dann den Gegner überraschend angreifen zu können. Man würde auf Guadalcanar und überall dort, wo die Japaner Fuß gefaßt hätten, wahrscheinlich joden einzelnen Mann niederkämpfen müssen, da man unter keinen Umständen auf einen Rückzug einer japanischen Abteilung bauen könne.
Wirtschastskatastrophe auf den westindischen Inseln.
Stockholm, 30. Nov. (DNB.) Für die britischen Besitzungen in Westindien ist infolge des Tonnagemangels der Außenhandel praktisch überhaupt zum Stillstand gekommen. Es können gerade noch genügend Schiffe gefunden werden, um eine Hungersnot zu verhindern. Die Absatzkrise auf dem Bananen- und Zuckermarkt wird immer größer. Die Arbeitslosigkeit griff auf die Dock- und Bauarbeiter über. In normalen Zeiten kamen Fleisch und Butter aus Neuseeland, Weizen aus Kanada, Hülsenfrüchte aus den Vereinigten Staaten. Diese Zufuhr hat vollkommen aufgehört. Die Bevölkerung kann zwar aus den Regierungsvorräten noch Brot erhalten, aber sie muß auf Fleisch, Hülsenfrüchte, Butter usw. völlig verzichten. Auch die brttische Herrenschicht leidet bereits unter dieser Knappheit, denn auch ihre Vorräte neigen sich dem Ende entgegen. Benzin und Brennstoff sind kaum zu erhalten. Die meisten Autos liegen sttll und auch die meisten Autobusse, auf denen das Transportwesen der Inseln beruht, mußten aus dem Verkehr gezogen werden.
Diese schwierige Wirtschafts- und Ernährungslage hat auch die seit Jahrzehnten bestehenden sozialen Spannungen und den Gegensatz zwischen den Briten und den Farbigen erhöht. Die Polizei ist in weiten Gebieten der Insel nicht mehr Herr der Lage. Ueberfälle, Diebstähle und Räubertum nehmen zu.
An der Tür wendet sie sich zurück: „Und die gleichen Räume, wie du hier, habe ich brühen an der anderen Seite des Wohnzimmers."
„Nun wirst du ein Weilchen für dich allein fein wollen. Nur nicht zu lange, bitte, sonst wird Sern« hardine böse. Wir essen unten im Wohnzimmer, denke ich — wie immer zu den Hauptmahlzeiten. Einverstanden?"
„Das bestimme nur du, Helene. Mir ift es schon recht."
„Gut. Machen wir es so. Bis nachher bann, Richarb."
„Helene —"
„Ja —?"
Bergenroth reicht feiner Frau bie Hanb, Achtung und Freude ziehen über sein ernstes, männliches Gesicht. „Laß dir vielmals danken, liebe Helene!"
Sie nickt: „Du sollst doch jetzt hier zu Hause fein, Richarb!"
Sie legt fest ihre andere Hand auf die seine, so die breite, ausgearbeitete Männerhand zwischen den ihren haltend. Gibt sie bann frei und geht über bie Diele unb bie Treppe hinunter.
Unten in ber Halle, am Fuße der Treppe, liegt eine zusammengekniffene Zeitschrift. Helene erinnert sich — Richard hatte das Heft in der Manteltasche, unb beim Ablegen wird es herausgefallen sein. Sie bückt sich nach der Zeitschrift unb nimmt sie mit in bas Wohnzimmer hinein. Als sie bas Heft auf ben runben Tisch legen will, sieht sie, baß auf ber Vorderseite ein Artikel rot angestrichen ist. Unwillkürlich liest sie die Ueberschrift — unb läßt das Heft jäh fallen.
Sie stützt beide Hände schwer auf die Tischplatte, sieht auf den Artikel und fühlt eine Herzensangst.
Wieder Ludwig Rautenberg —
Das kann doch nicht sein, daß diese beiden Männer — Richard Bergenroth und Rautenberg — miteinander in Verbindung kommen!
Die Ueberschrift des Artikels lautet: „Oelpfanzen- anbau in ber Südmandschurei." Als Verfasser: Ludwig 9toutenberft
„Diese Versuche sind natürlich in bie neuen Aufgaben einbezogen", entgegnet Bergenroth. „Ich kann jetzt auf dem Uhlenhof diese Versuche in größerem Ausmaße sortsetzen. Sie selbst machen auch solche Züchtungsversuche?"
„Noch nicht." Die Betonung Marswins liegt auf dem Noch. „Wäre es ber Fall, hätte ich Ihnen das gleich am Beginn unseres Gespräches gesagt."
„Verzeihung — ich werde es nur begrüßen, wenn auch von anderen Stellen aus Versuche gemacht < würden."
„Nun, einen Vorschlag, Herr Bergenroch — wollen Sie mir etwas von Ihrem Saatgut ab geben? Ich las von gleichen Versuchen in ber Schweiz unb will versuchen, mir von bort Zuchtmaterial zu verschaffen."
„Damit bin ich sehr einverstanden."
„Wir bleiben also in Verbindung, Herr Bergenroth. Besuchen Sie mich recht bald einmal in meinem Zuchtbetrieb."
„(Bern. Unb wenn meine Arbeit auf dem Uhlen- bof fortgeschritten fein wird, werbe ich mich freuen, Ihnen meine Arbeiten zu zeigen."
Der Januar bringt kalte, frostklirrende Tage. In der vergangenen Woche hat es geschneit. Nun liegt der Schnee noch weiß, dicht und festgefroren auf Wegen, Bäumen und Dächern.
An einem dieser Tage kommen Helene und Bergenroch am frühen Nachmittag von einem Gaue über die Felder. Alles ist nun eingeteilt. Sie sind sich über bie Nutzung des Bobens klar unb haben I alles so grünblich burchgesprochen, daß auch Helene über die gegenwärtigen unb kommenden Arbeiten unterrichtet ist.
Fortsetzung folgt)
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Marswin benft: So ist bas also! Bergenroth hak ^gnen da hineingeheiratet, scheint es. Er sagt: „Da haben <ang : Sie ja eine große Ausgabe vor sich. Unb Ihre eige- ^Qnfe:
nen Arbeiten — ich meine, bie Versuche mit Ihrer lL‘~
Oelpflanze aus bem Orient?"
Die Bostoner Brandkalastrophe.
Ueber bie Brandkatastrophe im Bostoner Coco- W JJL anut Club liegen jetzt Augenzeugenberichte vor. In 'tL der Bevölkerung gibt man bie Schuld ben Sicher- roeMD heitsbehorden, bie es zuließen, daß ein Restaurant für 1000 Personen mit leicht entzünblichen Deto- niab Der


