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General-Anzeiger für Oberhessen

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sy2.Jahrgang Nr.283 Die

Sonn,ans' und Hetrnag! Ak ▲▲ A A AA A A A Ak AA ä^bb OltpCHCt 2t i i(|SE

vorrückende Staubwolke ver-

Neuen Hebriden bis Neukaledonien und legt sich in

Beherrschung dieser Inselreihe würde eine Konttolle

rückten gefährlich näher. Ma- zischten den Kanonieren ent-

genom- Ameri-

überlassen. Die Besatzung wurde gefangen men. Das war ihre erste Begegnung mit fernem.

Raumes und zum gleichzeitigen Ausbau neuer Ausgangs st e Ölungen zu weiteren Vorstößen aus diesem Raume benutzte. Das westliche Bollwerk dieses Raumes sind Burma und die Andamanen im Indischen Ozean. Im Süden befindet sich die japa­nische Hauptstellung auf Java, im Südosten aus Neupommern. Von hier aus erfolgten gelegentliche Vorstöße nach Neuguinea einerseits und nach den Salomonen in Richtung Neukaledonien anderseits. Die Stoßrichtung über die Salomonen in Richtung Neukaledonien erschien den Amerikanern jedenfalls gefährlich, weil sie ihre letzte strategische Linie im Pazifik durchschneiden würde, nämlich diejenige von KalifornienHawai über die Phönix-Inseln, Fidschi- Inseln nach Australien. In diese Linie schiebt sich die

Harte Abwehrkämpfe bei Glatteis und Schneetreiben

Feindliche Angriffe zwischen Wolga und Don abgeschlagen

JOer Wehrmachtbencht.

DNB. Aus dem Führ er Hauptquartier, 30. Jlov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3mOstkaukafus brachen mehrfache sowjetische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind Zusammen. Seit 27. November wurden bei diesen Äbwehrkämpfen 60 feindliche Panzer vernichtet. Jagdflieger schossen 15 feindliche Flugzeuge ab.

In der Kalmücken st eppe stießen motorisierte deutsche Kräfte gegen rückwärtige Verbindungen der Sowjets vor, vernichteten Trosse und Versorgungs- Vorräte und rieben eine versprengte Kampfgruppe auf.

Zwischen Wolga und Don schlugen die Trup­pen des Heeres in engem Zusammenwirken mit Rarfen Luftstreitkräfter erneut heftige Panzer- und 3ufanterieangriffe ab. 3n Stalingrad nur ört »(he Kampftätigkeit. Eigene Gegenangriffe im gro­ßen Donbogen waren erfolgreich.

Die Luftangriffe gegen Eisenbahnanlagen am mittleren Don wurden fortgesetzt und dabei mehrere Transportzüge schwer getroffen.

An der mittleren Ostfront und im Gebiet des Ilmensees scheiterten wieder alle feindlichen Angriffe. 135 Panzerkampfwagen wurden abge- lchossen.

3n der Lyrenaika wiesen die deutsch-italie- aischen Truppen Vorstöße feindlicher Panzer ab. Luftangriffe richteten sich bei Tag und Nacht gegen britische Zeltlager und motorisierte Kräfte. Kampf- Rieger belegten auf tunesischem Gebiet Kolon­nen des Feindes mit Bomben und fügten ihm er- hebliche Verluste an schweren Waffen, Fahrzeugen und Panzern zu.

3m östlichen Mittelmeer versenkte ein deutscher Unterseebooljäger unter dem Kommando des Oberleutnants zur See Kleiner durch Ramm- 'loß das von den Engländern übernommene ehe­mals griechische UnterseebootTriton" und nahm die Besatzung gefangen.

3n den besetzten Westgebieten und über

gegen. Kanonengeschosse hämmerten dazwischen. Doch sie schossen eisern weiter und der Stahl ihrer Granaten schlug auf nächste Distanz in die feind­lichen Panzer. Entfernung 60 Meter und wi e - her blieb einer auf der Strecke. Da drehte der erste ab, und ein zweiter folgte ihm. Und schließlich sehen sieben andere Wagen die gleiche Hoffnungslosigkeit ihres Unterfangens ein. Im Ab­drehen zeigten sie ihre Breitseite und da sah man auf ihren Leib bunt aufgemalt das Sternenbanner.

An anderer Stelle jedoch, bei dem zweiten Zug, gelang es Panzern, durch die Geschützstellungen, durchzurollen. Doch die Geschützrohre blieben ihnen mit ihrem Feuer auf den Fersen, legten zwei Pan­zer lahm und zwangen die übrigen zum Abdrehen. Nur einer raste offensichtlich -kopflos auf die nahe­gelegene Straße zu, das konzentrierte Feuer setzte ihn bald in Brand. Wie eine tote Schleppe zog er noch einige 50 Meter eine Rauchwolke hinter sich her. Dann stand er hilflos, bent vernichtenden Feuer

Das Schneetreiben konnte die deutschen Truppen auch nicht hindern, an einigen Stellen zum Gegenangriff überzugehen. In erbitterten Nahkämpfen wurden die Sowjets aus teilweise stark befestigten Stellungen geworfen und zurückgedrängt. In diesem schweren Ringen bewährte sich die enge Zusammenarbeit der Heeresverbände mit einer Luftwaffen-Feld-Dioisivn sowie der Flakartillerie, die mit unseren Grenadieren und Panzern Seite an Seite in vorderster Stellung den Ansturm auf- fingen und den Bolschewisten bei ihren mit starker Panzerunterstützung oorgetragenen Angriffen emp­findliche Verluste zufügten.

Südostwärts des Ilmensees erneuerten die Bolschewisten ihre Versuche, die deutschen Ab- wehrstellung'en zu durchstoßen. In schweren Kämp­fen brachen auch hier alle Angriffe zusammen. Dreißig feindliche Panzerkampfwagen blieben auf der Strecke. Außerdem büßte der Gegner zahlreiche Kraftfahrzeuge ein, die meist mit Treibstoff und Munition explodierten und ausbrannten. Kampf­flugzeuge unterstützten die harten Abwehrkämpfe.

vor. 200 Meter waren es vielleicht noch sie hatten genaues Ziel. Und schon brannte der erfte. Er stoppte, schwarze Rauchwolken deckten ihn zu. Doch die übrigen marschierten geradewegs weiter, feuerten aus ihren Geschütztürmen; was aus den Rohren der leichten Flak herauszujagen war, prasselte ihnen entgegen! Ein zweiter fing Feuer. Eine Stichflamme schlug heraus. Zwei, drei Mann

fliegen aus. Die schluckte sie.

Doch die übrigen schinengewehrgarben

dem Kanal wurden sieben britische Flugzeuge zum Absturz gebracht.

Deutsche 3äger fehlen die Tagesvorstöße zur Süd- küste Englands fort und befchossen Eisenbahnziele mit guter Wirkung.

Seitdem am 15. November über die großen Er­folge der italienischen und deutschen Luftwaffe und der italienischen und deutschen Marine im Kampf gegen die amerikanisch-britische 3nvasionsflotte vor den Küsten Nordafrikas durch Sondermeldung be­richtet worden war, haben sich die Erfolge noch be­trächtlich erhöht.

3nsgesamt wurden in der Zeit vom 7. bis 25. No­vember in den Häfen und Küstengewässern Jran- zösifch-Nordafrikas 23 Handels- und Trans­portschiffe mit zusammen 165 000 BRT. ver­senkt, elf Handels- und Transportschiffe mit zu­sammen 100 000 BRT. so schwer beschädigt, daß sie aller Voraussicht nach gesunken sind, 65 Schiffe mit zusammen 398 000 BRT. beschä­digt, davon ein Teil so schwer, daß mit seinem länaeren Ausfall zu rechnen ist.

An Kriegsfchifseinheiten wurden zwei Schlachtschiffe beschädigt, drei Träger beschädigt, da- von einer sehr schwer, fünf Kreuzer vernichtet, fünf Zerstörer und Geleitboote vernichtet, 28 Kreuzer, Zerstörer und andere Geleiteinheiten beschädigt.

Außerdem wurden in den Hafenanlagen an der nordafrikanischen Küste in fast täglichen Angriffen schwere Zerstörungen und starke Brände hervorgerufen, durch die weiteres wert­volles Nachschubgut vernichtet wurde.

Keinen Vorteil

aus der Hand gegeben.

Madrid, 30. Noo. (DNB) Die Madrider Zei- fungHoja bei Sunes" schreibt:Die angelsächsische Propaganda hat versucht, die sowjetischen Angriffe, die Invasion in Französisch-Nordafrika unb die Versenkung der französischen Flott e m Toulon als Wendepunkt des Kriegsschicksals zugun- sten der Anglo-Amerikaner auszulegen. Es ge­

nügt jedoch, sich etwas genauer mit den Kriegs­schauplätzen zu befassen, um zu erkennen, daß Deutschland keinen seiner errungenen Vorteile aus der Hand gegeben hat. Alle bisherigen Versuche Timoschenkos, den nach der Wolga und Stalingrad vorgeschobenen Keil durch Flankenangriffe einzu- kreisen und damit die lebenswichtige Verbindung zwischen Süd- unb Zentralrußland wiederherzuitel- len, sind gescheitert. Die Wiederholung der ver­zweifelten Aktion Timoschenkos gestaltet sich von Mal zu Mal schwieriger, da bas ihm zur Ver­fügung gestandene Material zum größten Teil ver­nichtet worden ist und die nach dem Ural verlegten Rüstungsfabriken wegen Rohstoffmangel die Ver­luste nicht ersetzen können. Daß Deutschland nach wie vor den Bolschewisten keine Ruhe gewährt, be­weist, daß die Entscheidung nach wie vor an der sowjetischen Front fallen wirb; benn in der Vernichtung Sowjetrußlands liegt der Schlüssel der europäischen Festung.

Das Eichenlaub

für bewährten Sturzkampfflieger.

Berlin, 30. Nov. (DNB.) Der Führer hat dem Hauptmann Lang, Staffelkapitän in einem Sturz­kampfgeschwader, als 148. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Hauptmann Lang, 1915 in Ntährisch-Truebau als Sohn eines Professors geboren, besuchte das Gymnasium in Czernowitz (Rumänien) und trat 1935 als Schütze in das Infanterieregiment 28 ein, kam 1936 als Fahnenjunker zur Luftkriegsschule Dresden unb würbe 1938 Leutnant. Nach seiner Ausbildung als Sturzkampfflieger kam er im gleichen Jahre zum SturzkampfgeschwaderJmmelmann". Nach großen Erfolgen im Westfeldzug bei Dünkirchen warf er ein Transportschiff von 6000 BRT. in Brand und brachte ein weiteres Transpyrkschiff von 10000 BRT. zur Explosion zeichnete er sich beim Einsatz gegen Kreta erneut aus. Jrn Feldzug gegen die Sowjet­union vollbrachte er weitere hervorragende Waffen­taten.

Widerstand auf Reunion eingestellt.

Oer vergessene Neutrale

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

DNB. .*, 30. Nov. (PK.) Seit vier Tagen lagen M beiden Flakzüge zur Sicherung des vorge- chobenen Flugplatzes an Ort und Stelle. Seit vier Tagen waren sie ohne Berührung mit dem Feind geblieben. Heute nun sahen sie sich plötzlich zwan­zig amerikanischen Panzern gegenüber, -ie überraschend gegen sie anrollten und sie zu überrennen versuchten. Es waren 40 aufregende Mi­eten, 40 Minuten mit heißgeschossenen Läufen, in tienen die Amerikaner zum erstenmal die Schlag­kraft deutscher Waffen und die Unerschrockenheit deutscher Soldaten kennenlernten. Mit sechs abge- ^offenen Panzern mußten sie diese Kenntnis be­zahlen.

15.30 Uhr entdeckten die Flakzüge auf der vor ihnen liegenden Höhe zwei Panzer, die sie zunächst für deutsche hielten. Zu näherer Erkundung blieb ihnen keine Zeit, da einige Spitfire plötzlich aus den Wolken brachen und den Platz mit Bordwaffen anzu- greifen versuchten. Deutsche Jagdflugzeuge ftieaen auf, und kaum wahrgenommen, war der englische Spuk vertrieben. Im gleichen Augenblick erkannten die Flakzüge etwa 20 Panzer, die auseinander ge­staffelt, nicht weit davon entfernt gegen sie anrollten.

Eine Staubwolke lag wie eine Nebelwand hinter dm vorrückenden Panzern. Klar zeichneten sich sechs davon ab. Dort auf etwa 400 Meter erkannten sie den gelben Stern an den Drehtürmen, das Signum der amerikanifchen Flugzeuge, und sofort hämmer­ten ihre Geschütze ity- exaktes, beruhigendes Tak- Tak-Tak-Tak gegen die erdfarbenen, sich vorwüh­lenden Fahrzeuge. Sie ließen sich nicht abhalten, wichen keinen Zollbreit von ihrer Fahrtrichtung. Stur wie ein Panzer, zuckt es durch die Köpfe. Die Richtschützen knöpften sich einzelne Fahrzeuge

We GesechisberiihMg mit Amerikanern

Von Kriegsberichter H. Heidelauf.

Berlin, 30. Nov. (DNB.) Unter Einsatz zah­lenmäßig überlegener Jnfanteriekräfte? die wieder­um von starken Panzerverbänden begleitet waren, setzten die Bolschewisten ihre Angriffe heuen die deutschen Abwehrstellungen südwest11ch Ka­linin und imRaum von Toropez fort. Das !Detter hat sich wesentlich geändert. Der Frost hat nach der Schlamm- und Regenperiode die Straßen und Wege mit Glatteis überzogen, was die Kampfhandlungen sehr erschwert. Jetzt fällt dich­ter Schnee, der bei den weiten freien Ge­ländestrecken durch Verwehungen große Schnee- barrifa-ben bildet. Die Zufahrtswege sind daher nur äußerst schwierig zu finden. Wenn bei diesen har­ten Kampsbedingungen alle Angriffe der Bolsche- Düften vor den deutschen Verteidigungslinien zu­sammenbrachen, so ist dies ein Zeichen der uner­schütterlichen Kampfkraft der deutschen Grenadiere, ißtoniere und Panzersoldaten. Wo die Sowjets un­wesentliche örtliche Einbuchtungen erzielen konnten, wurden sie sofort von der Infanterie abgeriegett und der ein gedrungene Feind vernichtet.

Nach der Seeschlacht im Südpazifik.

Die letzte Entscheidung in diesem Weltkriege fällt auf dem Meere. Der gemeinsame Kampf der Dreierpaktmächte ist in seinem letzten Inhalt ein Kampf um die Freiheit des Weltmeeres, mögen sich die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Meere selbst oder auf dem Festlande Europas, Afrikas ober Asiens abspielen. Deshalb muß man auch das Kriegsgeschehen in seinem Gesamtablauf verfolgen, wie die einzelnen Kampfhandlungen zur allmählichen Freimachung des Weltmeeres bei­tragen.

2Iys diesem größeren Ueberblick sind auch die Känipfe, die sich gegenwärtig im Pazifik ab­spielen, aufzufassen. Die anglo-amerikanischen Pluto« kratie war im Begriff, Japan genau so wie Europa vom Weltmeere abzuschließen, als sich der Tenno entschloß, an der Seite der Achsenmächte den Kampf um die Freiheit der Meere aufzunehmen. In der ersten Phase dieses Kampfes hat Japan diesen wür- genben Ring gesprengt, ben meerbeherrschenden Ein­fluß ber anglo-amerifanifcben Plutokratie weit zu­rückgedrückt und unter Einbeziehung von Jndochina, Thailand, Burma, Malakka und Jnsulinde den Kem für eine ostasiatische Wohlstandssphäre geschaffen, die Japan eine autarke Kriegswirtschaft ermöglicht.

Dieser ersten Phase des Freiheitskampfes Japans auf dem Pazifik folgten Monate der verhältnis- mäßigen Ruhe, die Japan offensichtlich zum Auf­bau des Verkehrswesens innerhalb dieses

Vichy, 30. Nov. (DNB.) Wie hier bekanntge­geben wird, ist am Montagfrüh der Widerstand .............. ,--------- . - - -

auf der Insel Räunion, die Samstag nacht von bri- Inselkette von Neupomern über bte Salomonen Vie tischen Streitkräften angegriffen worden war, ein- H:br:d:n gestellt worden, nachdem die Briten rücksichtslose einem Bogen um bte Norbostkuste Australiens Die Bombardierung angedroht hatten.

Die irische Regierung ist jedoch gegenüber den Drohungen genau so fest geblieben wie gegenüber lockenden Angeboten von jenseits des Atlantik. Heute läßt sich sagen, daß höchstens eine Vergewal­tigung durch die Anglo-Amerikaner Eire zur Auf­gabe seiner Neuttalität zwingen könnte. Innerhalb des Landes gibt es keine Meinungsverschiedenheiten über diesen Punkt. Wenn während der beiden ersten Kriegsjahre der frühere Ministerpräsident und jetzige Führer der Opposition, Cosgraoe, manch­mal als Anhänger einer Intervention auf Seiten Englands betrachtet wurde, so sind diese Zeiten jetzt vorüber, und mit Ministerpräsident de Va­lero ist die gesamte Nation entschlossen, an der Neutralität festzuhalten.

Auf dem Kontinent macht man sich wohl kaum eine Vorstellung davon daß die Neutralitätspolitik Opfer fordern kann, welche mit Ausnahme der Blutopfer kaum geringer zu fein brauchen als die Entsagungen der kriegführenden Völker. In materieller Hinsicht ist Eire heute keineswegs eine Insel der Seligen oder auch nur der Zufriedenen. Gewiß besteht keine Hungersnot. Irland ist immer ein Agrarland gewesen und erzeugt auch heute noch viel mehr als es für~ben eigenen Bedarf braucht. Aber darüber hinaus iel)lt es fast an allem. Der Außenhandel ruht beinahe vollständig. Der wich­tigste Partner Großbritannien, richtet sich mehr denn je nach den eigenen Bedürfnissen und Notwendigkeiten und kann nicht entfernt soviel lie­fern wie früher. Am schlimmsten wirkt sich heute der fast vollständige Mangel an Heizmaterial und Treibstoff aus, weil dadurch der Verkehr innerhalb Eires lahmgelegt ist und die Verteilung ber an sich vorhandenen Lebensrnittel vielfach un­möglich wird. Die Zeitungen erscheinen unregel­mäßig und in kleinstem Format, weil es an Papier fehlt. Textilien sind längst rationiert und wer­den immer knapper. Eire hat einen schwierigen Winter vor sich.

Aber nicht nur die materielle Lage der Iren ist schwierig, sondern unter den besonderen Verhält­nissen der irischen Neutralität hat sich eine ganz eigenartige und merkwürdige geistige Entwicklung herausgebildet. Eine eiserne Zensur sorgt dafür, daß Nachrichten über ben Krieg nur in knappster Dosierung ins Lanb gelangen, lieber die amtlichen Kommuniques beider Parteien hinaus ist in der irischen Presse beinahe überhaupt nichts über den Krieg zu lesen. Die Arbeitslosigkeit im Lande hat Zehntausende junger Männer gezwun­gen, in den Rüstungsfabriken Eng­lands Lohn und Brot zu suchen. Die Heimat weiß, abgesehen von den betroffenen Familien, kaum etwas davon und weiß nichts über die Leitungen junger Iren in der britischen Wehrmacht. Als im vergangenen Sommer einer der bekanntesten bri­tischen Jagdflieger fiel, durfte die irische Presse nicht schreiben, daß er ein Ire war. Am merk­würdigsten aber ist wohl die Tatsache, daß feit über drei Jahren kein einziger Film mit Kriegsbildern in Eire öffentlich gezeigt wor­den ist. Wenn also Eire heute auf dem Kontinent fast vergessen worden ist, so hat es selbst auch die Welt vergessen und betrachtet den Krieg mit dem Fatalismus, welcher die unfteiwilligen Zuschauer einer Naturkatastrophe erfüllt.

Stockholm, hn November 1942.

Auf die Frage, welche Staaten in Europa heute noch als neutral zu bezeichnen seien, würde man vermutlich wenn Spanien und die Türkei als nichtkriegführend" gezählt werden die Antwort erhalten: Schweden, die Schweiz und Portugal. Die Bemerkung, daß die Liste unvollständig sei, würde allenfalls noch die Benennung des Zwergstaates An- berra hervorrgfen, während kaum einer unter zehn Befragten auf den Gedanken kommen würde, Eire unter die kleine Schar der europäischen Neutralen zu zählen. Der Grund dafür ist gewiß nicht etwa ein Mißtrauen in die Aufrichtigkeit der neutralen Empfindungen der Iren, sondern einfach Vergeßlich­keit. Fern am Rande Europas liegend, vom Kon­tinent nicht nur durch die Wasser des Atlantik ge­schieden, sondern mehr noch durch den britischen Nachbarn, führt Eire ein oorgeffenes .Dasein im Halbdunkel der Geschichte.

Als im Sommer 1940 das Schwergewicht des Krieges einige Wochen lang an der Atlantikküste des Kontinents lag, fiel der Schein des damals noch auf Europa beschränkten Brandes wohl für kurze Zeit bis nach Irland. Von englischer Seite wurde behauptet, die Deutschen planten einen Angriff gegen die Grüne Insel, um von dort aus den Sprung nach England zu wagen. Die Unsinnigkeit derartiger Behauptungen lag allzu deutlich auf der Hand, als daß die irische Regierung dadurch in ihrer neutralen Haltung hätte erschüttert werden können. Sie verstärkte nur ihre Verteidigungsvorkehrungen und ließ keinen Zweifel daran, daß sie sich nach allen Seiten zu verteidigen gedenke; eine Er­klärung, die eigentlich nur an die Adresse des briti­schen Nachbarn gerichtet sein konnte. Seither taucht der Name Eires immer seltener in den Spalten ber Weltpresse auf.

Die Stellung Eires im Krieg wäre schon merk­würdig genug, wenn es nur geographisch ein Be­standteil der britischen Inseln wäre. Die meisten Komplikationen rühren aber daher, daß es noch bis vor kurzem dem britischen Staatenverband fe)t eingegliedert war und noch heute ein völker­rechtliches Zwitterdasein führt..Die heu­tige irische Verfassung trat vor fast fünf Jahren, am 29. Dezember 1937,Mn Kraft. Sie gab Eire eine republikqnische Staatsform, ohne jedoch ausdrück­lich den Austritt aus dem britischen Empire zu erklären. Die Engländer betrachten auch heute noch Eire als Dominion und behandeln es ent­sprechend, d. h. sie haben in Dublin keinen Gesand­ten, sondern einen Oberkommissar, und noch manche andere Einzelheiten betonen den Zusammenhang zwischenMutterland" und ,^ochterstaat". So wenig sich nun die Iren als Abkömmlinge Englands empfinden, so fyefben sie doch den vollständigen Bruch immer vermieden und find z. B. in London ebenfalls durch einen Oberkommissar vertreten.

Trotzdem zeigte sich bei Kriegsausbruch sogleich die besondere Stellung Eires, als es im Gegensatz zu den übrigen Dominions neutral blieb. In England und später auch in den Vereinig­ten Staaten hat man diese Haltung oft bedauert und zu ändern versucht, vor allem wegen der guten irischen Häsen, deren Benutzung die Seekriegfüh­rung auf dem Atlantik beträchtlich erleichtern würde.