Aus -em Reiche -er Krau.
Das älteste Kind.
„Ich will nicht immer die Große sein!" Ganz empört ruft es die erst neunjährige Ilse aus, während große Tränen über ihre Wangen rinnen. Man muß ihr bis zu einem gewissen Grade recht geben; auch sie ist noch ein Kind und sehnt sich nach der Erfüllung ihres kleinen Pslichtenkreises nach frohem Spiel. Und dazu hat sie in ihrem Alter ja ein Recht. Ihre Tränen und das kindliche Unglück sind darauf zurückzuführen, daß sie ihren kleineren Geschwistern immer nur als Vorbild und als besonders vernünftig hingestellt wi^d. Da kann es leicht vorkommen, daß die Mutter, die an und für sich meist eine besondere Schwäche für die Kleinsten hat, vergißt, daß ihre Neunjährige ebenfalls noch ein ganzes Kind ist. Ja, sie wird vielleicht sogar ungerecht. Sobald nämlich der kleine Heinz eine Dummheit gemacht hat, erhält nicht er den verdienten Klaps, sondern Ilse, die große Tochter, muß Mutters Zorn über sich ergehen lassen, weil sie nicht richtig aufgepaßt hat. Im eifrigen Spiel hat sie den kleinen Bruder eben vergessen. Es ist ja für ein Kind ganz schön, zeitweilig als Muster hingestellt zu werden, und die größeren Kinder erfüllt bestimmt ein gewisser Stolz, wenn die kleinen Geschwister zu ihnen aufblicken. Dann aber wieder verzichten sie nur zu gern auf die Würde der mustergültigen großen Schwester, und das Recht des Kindes, auch wirklich Kind zu sein, kommt zum Durchbruch.
Wenn die Eltern und Erzieher dem nicht Rechnung tragen, so bilden sich leicht Eifersucht und Neid auf die Kleinen aus, der die ganze Kindheit vergällen kann. Was gibt es doch für dumme Gedanken, die sich ein neunjähriges Mädel macht, wenn es sich zurückversetzt fühlt. Richtige Hitzköpfe können soweit gehen, daß sie dem kleinen Störenfried Schaden zufügen wollen; und wie gern geben sie ihm eine richtige Ohrfeige! Wenn auch die „Großen" sich zum Betreuen gut eignen, zu Handgreiflichkeiten darf es natürlich nie kommen, weil das Kind weder Maß noch Ziel kennt. Die Märchenstiefmutter wird im phantasievollen Kinderkopf nicht selten zur Wirklichkeit, und Klein-Ilse selbst fühlt sich als Stiefkind, das von der Mutter genau so schlecht behandelt wird wie etwa die Goldmarie oder das Aschenputtel. Gewiß, die Großen sollen helfen, sie müssen die Kleinen betreuen, um der Mutter Arbeit abzunehmen. Doch darf es nicht auf Kosten der Kindheit geschehen. Hie Pflicht- hie Freizeit. Wenn die Mutter Pflicht und Spiel richtig verteilt, so hat sie eine stets liebevolle und zuverlässige Hilst an ihrem „großen" Mädel. H. v. L.
Vitaminreiche Suppeneinlagen für den Winter.
Nun gibt es wieder mehr Grünzeug für die (kuppen, was für uns nicht nur eine Erhöhung des Suppengeschmacks bedeutet, sondern auch für unsere Gesundheit wegen des Vitamingehalts sehr von Nutzen ist. Jedoch muß die Gelegenheit ausgenutzt werden; für die vitaminarme Winterzeit sowie den Vorfrühling beginnen wir schon jetzt, grüne Kräuter als Suppenwürzen zu sammeln. Um die Vitamine zu erhalten, kommt kein langes Kochen des Suppengrüns in Frage, sondern ein Trocknen oder
Aufbewahren in Salz. Das Trocknen des sauber geputzten Suppengrüns ist den meisten Hausfrauen bekannt, weniger dagegen die Vorratswirtschaft in Salz. Und gerade das ist ein einfaches und sicheres Verfahren. Alles Gemüse und Suppengrün muß trocken sein, ehe es eingesalzen werden darf. Sellerieblätter zum Beispiel ergeben eine angenehme und bekömmliche Suppenwürze, wenn sie gewaschen, auf einem Tuch getrocknet und dann durch die Fleischmaschine gemahlen werden. Alsdann füllt man sie mit reichlich Salz vermischt in Marmeladedosen und verschließt diese gut. Soll eine gute Fleischbrühe mit Suppenkräutern ongesetzt werden, so ist es wichtig, die Mischung zu beachten. Allzu viel Gemüse, zu wenig Petersilienwurzel usw. beeinträchtigen den Fleischsuppengeschmack. Es sei daher ein besonders schmackhaftes und vorteilhaftes Rezept genannt: Erforderlich sind für den ganzen Winter: 300 Gramm Selleriewurzeln, 150 Gramm Kohlrabi, 80 Gramm Porree, 300 Gramm Wirsingkohl, 100 Gramm Zwiebeln, 100 Gramm Blumenkohl, 30 Gramm Sellerieblätter, 30 Gramm Pe- tersilienblätter, dazu 330 Gramm Salz. Man putzt und säubert alles, benutzt vom Porree nur das Weiße, wäscht und trocknet die einzelnen Bestandteile. Sodann mahlt man sie durch die Fleischmaschine und vermischt sie mit dem Salz, bewahrt sie in einem, großen Gurkenglas zugebunden auf. — Zum Gebrauch ist es notwendig, nur mit einem ganz sauberen Löffel etwas aus dem Vorrat herauszunehmen. Man kann ferner die einzelnen Bestandteile nacheinander einkaufen, wenn sie auf dem Markt zu haben sind, stdoch muß alles Gekaufte sofort zubereitet und eingesalzen wenden, bis die ganze Mischung beisammen ist. So erhält man eine köstliche Suppeneinlage!
Oer Einmachiopf.
Heute gilt es jede, auch die kleinste Menge an Nahrungsmitteln sich nutzbar zu machen, und zwar nicht nur im Augenblick, sondern auch als Zukunftsvorsorge. Viele Hausfrauen nun klagen, daß sie gai: nicht aufs Einmachen eingerichtet sind, daß sie vor allem über keine entsprechenden Apparate verfügen. Und außerdem — die Mengen, die neben dem täglichen Bedarf übrig blieben, seien so gering, daß sich Einkochen nicht.lohne. Ein falscher Standpunkt, denn jedes Glas Obst oder Gemüse, dos wir der Vorratswirtschaft zuführen, hilft den winterlichen Tisch bereichern. Will man also jeweils nur eine geringe Menge eines Einmachgutes haltbar machen, können wir dazu jeden beliebigen Kochtopf benutzen, in dem gerade ein oder zwei Gläser Platz haben. _
Man legt als Unterlage einen dicken Lappen, Dämpfeinsatz oder derartiges ein und füllt den Topf bis' zur halben Höhe des Glases mit Wasser. Ragt das Glas über den Topfrand hinaus, muß man einen zweiten Topf oder eine Schüssel so darüber stülpen, daß der Topf geschlossen wird. Da hier das Thermometer fehlt, muß das Wasser zum Kochen gebracht werden und muß dann von diesem Augenblick an bei geringer Wärmezufuhr die für das jeweilige Nahrungsgut vorgeschriebene Zeit kochen. Der Inhalt der Gläser darf nur bei etwa 2 Zentimeter unter den Rand reichen, da er sich während des Kochens ausdehnt. Ist das Glas zu voll, kocht Wasser und Saft zwischen Deckel und
Aus wenig Stoff!
' Die heute gezeigten Kinderkleider aus wenig Stoff sind aus Wasch« seide, weichem Waschstoff oder aus leichter Wolle. Sie sind trotz schlichtester Schnittform durch ein paar Taschen, ein buntes Seidenband oder etwas Smockarbeit in ihrer Form besonders gefällig. Gegebenenfalls können sie auch aus zweierlei Material oder Farbe gearbeitet werden, jeweils einfarbig oder auch klein gemustert.
H.
aus wENiq
Gummiring und verhindert so den luftdichten Abschluß. Ist der Kochprozeß beendet, wird der Deckel abgenommen und nach etwa zehn Minuten das Glas aus dem Wasser gehoben. Nie darf das Eingemachte langsam im Wasserbad abkühlen; dadurch gärt es nach, wird zu weich und verliert an Kraft und Geschmack. Glas oder Flaschen weiten auf feuchte Tücher gestellt und leicht mit einem Tuch umhüllt, um so bis zum völligen Erkalten ruhig stehen zu bleiben.
Auch die sachgemäße Pflege der Gläser oder Flaschen ist für die Haltbarkeit des Einmachgutes wichtig. Flaschen und Gläser sollten darum nach der Säuberung mindestens einen Tag — besser vierundzwanzig Stunden — bevor man sie in Gebrauch nimmt, im Wasser liegen. Erst kurz vor dem Ein- füllen nimmt man sie aus dem angewärmten Wasser heraus und stellt sie mit der Oeffnung nach unten auf ein sauberes Tuch. Erst im Augenblick des Einfüllens dreht man sie um und füllt das Obstmark oder den Süßmost heiß ein, wobei die Gläser, um ein Springen zu verhüten, auf einem nassen Tuch stehen sollen, gestrichen voll. Schließt man mit Zellophan, wird das passend zurechtgeschnittene Stück schnell durch klares Wasser gezogen, mit der Hand abgewischt und so über die Oeffnung gezogen, daß möglichst wenig Luft in dem Gefäß zurückbleibt. Dann wird ein zweites, ebenfalls naß gemachtes Blatt auf das erste gedrückt, ringsherum angedrückt und zugebunden. Nun legt man eine Untertasse oder einen Teller über das verschlossene Glas und dreht es rasch ein paar Mal von oben
nach unten um, damit die noch vorhandene Luft durch das heiße Einmachgut chindurchgetrieben und so entkeimt wird. Grüne Bohnen lassen sich nach einem ostfriesischen Rezept auf einfachste Weise für den Winter haltbar machen — ohne jeden Apparat. Die gewaschenen Bohnen werden abgefädelt und mit Hilfe einer Stopfnadel, die am Bohnenende durchgestochen wird, auf einen Bindfaden gezogen, dann fünf Minuten gedämpft. Diese Bohnenschnüre werden an -einem trockenen luftigen Raum licht aufgehängt. Von ihnen holt man sich im Winter den gewünschten Bedarf für ein vollwertiges Bohnengemüse. Die Geduldsarbeit des Ausfädelns hat sich gelohnt.
Rezepte.
Tomatenmark in Flaschen. Sehr reife Tomaten werden gewaschen, in Stücke geschnitten, zerdrückt und langsam zum Kochen gebracht. Dann streicht man sie durch ein seines Sieb, kocht bete Brei etwas ein und füllt ihn kochend heiß in Flaschen, die man sofort verschließt und verkorkt.
Tomatennudeln. 250 g Nudeln werden in Salzwasser gekocht. Man läßt sie abtropfen und füllt die Hälfte in eine gut gefettete Auflaufform. 500 g Tomaten werden gewaschen, in Scheiben geschnitten, etwas Salz darüber gestreut, auf die Nudeln gegeben und mit den Restnudeln bedeckt. 1 bis 2 (Eier mit einem Eßlöffel Mehl, % Liter Milch und Salz verquirlen und darüber gießen, evtl, mit geriebenem Käse bestreuen und im Backofen backen.
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Einweichen und Einweichen ist nicht dasselbe!
Daß schmutzige Wäsche eingeweicht werden muß, ist wohl jeder Hausfrau klar. Daß es aber je nach Art der Wäsche zwei grundverschiedene Einweichmethoden gibt, ist leider noch nickt überall bekannt.
Da ist zunächst die Weiß- und Grobwäsche. Sie wird mit Bleichsoda oder anderen Einweichmitteln lange und gründlich nach den auf den Paketen aufgedruckten Gebrauchsanweisungen eingeweicht. Umrühren und Stampfen erhöht die Einweichwirkung. Nach dem Einweichen läßt man das Schmutzwasser ab und spült die Wäsche, bevor sie in den Waschkessel kommt. Echtfarbige Buntwäsche behandelt man ähnlich bei nur 2-3-stündiger Einweichdauer. Bei der Feinwäsche dagegen braucht man kein besonderes Einweidunittel; man weicht die farbechten Sachen mit dem Waschmittel für Feinwäsche selbst ein, und zwar drei Stunden, nicht mehr und nicht weniger. Genaue Untersuchungen haben nämlich bewiesen, daß bis zu drei Stunden das Reinigungsvermögen des Waschmittels für Feinwäsche ansteigt und daß es bei längerem Stehen wieder etwas nachläßt.
Denn davon hängt es ab, ob die Soße sämig Ist, den richtigen Geschmack hat und gut aussieht. Kochen Sie deshalb genau nach Vorschrift: den Würfel fein zerdrücken, mit etwas Wasser glattrühren, ’/< Liter Wasser beifügen und unter Umrühren 3 Min. kochen.
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Das Einweichbad, das gleichzeitig das Waschbad ist, wird wie üblich bereitet: Ein Eßlöffel auf vier Liter Wasser! Man rührt mit der Hand gut um und schlägt Schaum. Nach dreistündigem Einweichen erfolgt das Waschen durch leichtes Drücken und Schwenken, niemals durch Reiben oder Bürsten! Hellfarbige Sachen zuerst waschen, dunklere anschließend im gleichen Waschbad. Nach dem Waschen wird gleich ein- oder zweimal gespült. Das Spülbad soll die gleiche Temperatur haben wie das Waschbad. Sind farbempfindliche Sachen mit Essigzusatz gewaschen worden, dann muß auch das Spülbad einen Schuß Essig bekommen.
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