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Partei oder Gruppe darstellt und -daher viel von ihrer politischen Stoßkraft verloren hat, wendet sich vor allem auch gegen die Verwendung südafrika­nischer Truppen außerhalb des Landes. Aber Smuts hat es verstanden, unter der Tarnung mit panafri­kanischen Schlagworten und mit wirtschaftlichen Druckmitteln den Widerstand gegen seine Rekrutie- runasmaßnahmen zu brechen und beträchtliche Trup­penkontingentezur Verteidigung Afrikas", wie er emphatisch verkündete, auf den libyschen Kriegs­schauplatz zu schicken. Wie Generalfeldmarschall Rom­mel dort mit ihnen umgesprungen ist, zeigt ein Bild zweier gefangener südafrikanischer Generale vor ihrem Quartier in Tobruk in der letzten Nummer der ZeitschriftDas Reich". Wie Australier und Neuseeländer haben auch die Südafrikaner bis­lang die Hauptlast des Kampfes um die Behaup­tung der britischen Weltherrschaft zu tragen gehabt, obwohl in keinem Dominion die Abneigung gegen ein Verbleiben im Verband des britischen Common­wealth so stark ist wie in Südafrika.

Wenn auch der Krieg der Südafrikanischen Union insofern gewisse wirtschaftliche Vorteile gebracht hat, als durch die Entwicklung derSchlacht im Atlan­tik" und die Sperrung des Mittelmeeres für den Nachschub der britischen Nahostarmeen Kapstadt wie­der in seine alte, einst durch den Bau des Suez- Kanals verlorene Stellung als Zwischenstation des Weges nach Ostafrika, den Ländern des Nahen Ostens, Indien und Ostcrsien eingerückt ist,so hat doch das Vordringen der japanischen Flotte in den In­dischen Ozean die Lage erheblich verändert. Einst hatten die Holländer die Sitaspitze Afrikas das Kap der Guten Hoffnung genannt, weil ihnen nach sei­ner glücklichen Umseglung die Reichtümer Ostindiens winkten. Heute liegt auch diese Route im Bereich der japanischen Kriegsflotte und die gewaltsame Be­setzung der französischen Insel Madagaskar an der ostafritanischen Küste «durch britische Marinetruppen hat den Krieg der Südafrikanischen Union erheblich nähergerückt. "Man ist seitdem in Kapstadt und Pre­toria nervös geworden, wenn auch Ministerpräsi­dent Smuts bombastisch erklärt hat:Die Woge im Indischen Ozean fft nicht weit genug gerollt. Furcht­bar aber wird es für Japan werden, wenn sie wie­der zurückströmt." Nichts, aber auch gar nichts gibt es, so weit man sieht, was diesen Optimismus recht­fertigen könnte. Im Gegenteil, die «im Pazifischen Krieg so offensichtlich gewordene Schwäche des bri­tischen Empire hat wie Australien, Neuseeland und Kanada auch die Südafrikanische Union vollends reif gemacht für die Gelüste des sich vorerst noch in der Rolle des besorgten Bundesgenossen gefallenden nordamerikanischen Imperialismus.

Die Umgarnung Südafrikas begann mit dem Hinweis auf das den Dominions im Weftminster- statut von 1931 zugestandene Recht eigener diploma­tischer Beziehungen zu fremden Ländern: Seit 1937 waren die Vereinigten Staaten bereits durch einen Gesandten vertreten. Jetzt folgte der Austausch von zahlreichen Waffenattachös zwischen der Union und den USA. Da die südafrikanische Luftwaffe nur schwach ist, bot man nach dem im Verkehr mit England und den südamerikänischen Staaten be­währten Rezept die Lieferung von Flugzeugen an und forderte als Aeguivalent die Einräumung eines Flottenstützpunktes in der- Saldanhabai, etwa 100 Kilometer nördlich von Kapstadt, angeblich zum bes­seren Schutz des Seeweges um das Kap, obwohl die Union in Simonstown, wenige Kilometer südlich von Kapstadt, eine bedeutende Flottenbasis besitzt und weitere Kriegshäfen «in Port Elizabeth und Durban an der Süd- und Ostküste Afrikas. Die Engländer wurden von Washington aus ermun­tert, als Ausgleich für den Verlust des Riesendocks von Singapur ein neues Dock in Kapstadt zu bauen, das 2 Millionen Pfund kosten und die größ­ten Schiffe aufnehmen soll, wie überhaupt Süd- gfrika nach einem Ausspruch des britischen Ober­kommissars in Kapstadt ,Me Reparaturwerkstätte für den Mittleren Osten" werden soll. Auch die nord- amerikanischen Bemühungen laufen darauf hinaus, die Union ganz für den Krieg einzuspannen. So drängt man darauf, daß Südafrika den, Goldherg- bau einschränte, um die dadurch freiwerdenden Bergleute für den Abbau der für die Rüstungs­produktion der USA. wichtigen Metalle Chrom, Kupfer, Blei, Zink, Mangan einsetzen zu können. Das würde einen bedeutsamen Wandel in der wirt­schaftlichen Struktur Südafrikas und in seinem Außenhandel bedeuten, denn die Goldgewinnung war bisher mit 70 v. H. des Gesamtwertes das Rück­grat des südafrikanischen Exports, da England mit dem südafrikanischen Gold zu einem guten Teil seine Aufkäufe in den Vereinigten Staaten bezahlte. Es hat freilich schon lange nicht mehr ausgereicht und durch das Pacht- und Leihgesetz muhten die Kriegs­lieferungen auf eine ganz andere Grundlage ge­stellt werden. Der Ausverkauf des Empire war von den geschäftstüchtigen Mnkees in ein System gebracht worden.

England hat wie in allen seinen überseeischen Be­sitzungen so auch in Südafrika wirtschafllichen Raub­bau getrieben, indem es nur die Wirtschaftszweige entwickelte, an deren Erzeugnissen die eigene In­dustrie interessiert war und alle jene vernachlässigte, die mit der englischen Industrie in Konkurrenz treten könnten. Obwohl Südafrika neben den schon genannten Metallen auch reiche Kohlen- und Eisen­erzvorkommen besitzt, die indessen in den dünn be­siedelten Gebieten infolge der großen Entfernungen und den geringen Absatzmöglichkeiten nur schwache Rentabilitätsaussichten boten, mußte es zu Beginn des Krieges noch jährlich rund 500 000 Tonnen Eisen und Stahl als Walzwerkerzeugnisse oder Fertigprodukte einführen.

Hier sind die USA. als Lieferant aufgetreten, wie sie überhaupt fast den gesamten Außenhandel Südafrikas an sich gerissen haben, denn England ist seit langem nicht mehr in der Lage, seine Ver­sprechungen auf Abnahme der südafrikanischen Woll­produktion und anderer landwirtschaftlicher Erzeug­nisse wie Obst und Wein zu erfüllen, wie es auch keine industriellen Fertigwaren liefern kann, weil es sie selber braucht und die Tonnage fehlt. So ist auch in der Schiffahrt von und nach der Union Amerika an die Stelle Englands getreten. Freilich Südafrika ist durch den Wechsel seines Handelspart- ners vom Regen in die Traufe gekommen, denn auch die USA. steuern ihren Warenaustausch mit der Union ausschließlich nach eigenen Interessen und nutzen den wirtschaftlich Schwächeren ebenso rücksichtslos aus wie es England getan hat. So ist von einer Gegenseitigkeit in den wirtschaftlichen Be­ziehungen solange keine Rede, als Südafrika nicht den Wünschen der USA. auf verstärkten Abbau der kriegswichtigen Erze nachgekommen ist. Daher konnte die Gesamteinfuhr aus den Vereinigten Staa­ten nach Südafrika im Jahre 1941 die Höhe von 170 Millionen Dollar erreichen gegen 52 Millionen Dollar im Jahre 1939, während die Union im Jahre 1941 nur für 41 Millionen Dollar Waren in Nord- amerika verkaufen konnte^ (gegen 27,8 Millionen Dollar im Jahre 1939).Südafrika steht mehr un­ter dem Einfluß Amerikas, als. unter dem irgend-

Maisky fordert Einlösung des Hilfsversprechens.

Lissabon, 1. Aug. (Europapreß.) Die englische Presse unterstreicht in Kommentaren zu dem Be­fehl Stalins an die Sowjetarmee, jeden Zoll breit Bodens zu verteidigen, die äußerst kritische L a g e der Bolschewisten.Daily Mail" schreibt, dem jetzigen Befehl Stalins, Widerstand bis zum Aeußer- sten zu leisten, komme sehr ernste Bedeutung zu, da die Hauptoerbindungslinien und Nachschubwege der Sowjetunion abgeschnitten seien.Daily Expreß" teilt als einziges Londoner Blatt den Inhalt der am Donnerstag von dem Sowjetbotschafter Maisky vor einer Gruppe von englischen Parlamenta­riern gemachten Ausführungen über die gefährliche Lage der Sowjetunion mit. Maisky habe die Ein - lösungdesVersprechens der zweiten Front zu dem frühestmöglichen Zeitpunkt gefordert, da sich die Sowjetunion in einer schweren Krise befinde und dringend einer Entlastung bedürfe. Er vertrat die Ansicht, daß die Zeit dafür jetzt reif sei, weil das deutsche Oberkommando immer neue Trup­pen aus dem Westen abziehen müsse und man in Deutschland ernstlich eine Invasion fürchte. Die Aus­führungen Maiskys sind auch das Leitmotiv für die anhaltenden Demonstrationen, die deutlich den kom­munistisch-sowjetrussischen Stempel tragen. So be­suchte eine aus 80 Rüstungsarbeiterinnen bestehende Abordnung das Unterhaus, wo sie auf der Galerie für die zweite Front demonstrierte. Hierauf zog die Demonstration in die Downing Street und über­reichte einem Sekretär Churchills eine Botschaft. In Lissabon gehen Gerüchte um, nach denen Chur­chill nach Moskau geflogen sein soll. Die

Reise, die streng geheimgehalten wurde, solle dem Zweck dienen, Stalin Erklärungen über den eng­lischen Standpunkt in der Frage der Errichtung einer zweiten Front zu geben.

Daß man sich in London und Washington rechte Sorge macht, wie man den Forderungen Stalins nachkommen könnte, ohne erneut in ein gefähr­liches Abenteuer hineinzuschlittern, geht aus einem Aufsatz Baldwins in derNew York Times her­vor, der die großen Nachteile eines augenblick- lich«on Jnvafionsversuches aufzählt. Am ungünftig- ftsn würde em Inoasionsversuch an der nor­wegischen Küste sein, da dieser die Anglo­amerikaner wiederum in einenPeripherie- Krieg" v erwickelte. Die Küste der Nieder­lande und Frankreichs böten einerseits wich­tige Vortelle, anderseits jedoch überwögen die Nach­teile. Die Deutschen seien in der Lage, mit Hilfe ihrer glänzenden Verbindungslinien und zahlreichen Flugplätzen in Schnelligkeit Abwehr­kräfte gegen jeglichen Landungsver­such zu konzentrier en. Außerdem wäre eine großangelegte starke Küstenbefestigung er­richtet worden und hinter ihr starke befestigte Ver­teidigungszonen. Um alle diese zu über­winden, bedürfe es gewaltiger Kraftanstrengungen. Man dürfe sich nicht darauf verlassen, irgendwo auf einenschwachen Punkt" innerhalb der deutschen Verteidigung zu stoßen. So sehr eine Invasion vom strategischen Gesichtspunkt aus wünschenswert wäre, so sei das strategisch Erwünschte doch nicht immer strategisch möglich.

Gowjetparadies in Iran.

Das iranische Kabinett Suheily hat seinen Rück­tritt genommen. Der Ministerpräsident versuchte, durch einen Rechenschaftsbericht über seine 4%nrono­tige Amtszeit seine Regienungsgeschäfte zu recht­fertigen. Seine Tätigkeit habe aber in der Bevölke­rung so wenig Verständnis gefunden, daß er sich zum Rücktritt entschloß, den iranischen Volksver­tretungen aber Warnungen, die stark an Drohungen grenzen, mit auf den Weg gab. Mit diesen Drohun­gen charakterisiert er sich noch einmal als das, was er in Wirklichkeit war, nämlich ein Höriger der Bolschewisten. Er verdankt seine Ministerpräsident- schast den Sowjets, die als Englands Kumpane in das iranische Land entfielen und in den von ihnen besetzten Gebieten ein Schreckensregiment mit Ver­haftungen, Mord und GPU.-Terror aufrichteten. Es ist daher nur zu natürlich, daß «das so geknechtete Volk für eine Regierung kein Verständnis aufgu- brinaen vermochte, die den Sowjets Zutreiber- dienste leistete. Wenn also Suheily mit seiner Er­klärung den Eindruck zu erwecken sucht, als räume er seinen Platz aus innerpolitschen Gründen, so verschiebt er die klaren Tatsachen: Als Regierungs­chef verfügte er innerpolitische Maßnahmen, die als Ausfluß feiner außenpolitischen Hörigkeit empfun­den wurden. Ging doch seine Bolschewistenfreunülich- keit so weit, daß er keinen Einspruch erhob, als die Bolschewisten die Einführung von Passierscheinen für die einheimische Bevölkerung für den Verkehr zwischen Täbris und Teheran anordneten.

Als Stalin und Churchill im August vorigen Jahres Iran «besetzen ließen, diente ihnen als Vor­wand die erlogene Behauptung, die Deutschen hät­ten aus Iran so etwas wie ein Verschwörerland geaen die «beiden Mächte gemacht, in Wirklichkeit befanden sich, nur einige Deutsche als Ingenieure und Kaufleute im Lande, die der Schah Reza Khan Palawi berufen hatte, um fein Land zu entwickeln. Iran, das Verbindungsland zwischen Indien und «dem vorderen Orient, war für England besonders wichtig. Also mußte die iranische Souveränität ge­brochen .werden. Da aber Stalin gleichfalls ein Auge auf Iran geworfen hatte, einigten sich Churchill und

Stalin über die Beute, bei der, wie sich bald zeigen sollte, Churchill von Stalin gründlich betrogen wor­den ist. Jedenfalls nutzte es den Briten nichts, daß der Süden englisch wurde. Die Briten verloren völlig an Einfluß, das Land wurde boffchewifiert und nicht nur die zaristischen und aus dem Kaukasus stammenden Einwanderer, die vor 20 Jahren die iranische Staatsangehörigkeit erworben hatten, wur­den ausgerottet, sondern Stalins Henker brachten jeden Iraner um, der es wagte, von der verlorenen Selbständigkeit auch nur zu träumen. Allein in der Nacht zum 16. Juni wurden 1630 Iraner ermordet.

Aufstände der irakischen Stämme gegen dieses Terrorsystem wurden bezeichnenderweise von den Bolschewisten mit Hilfe der britischen Soldateska unterdrückt, aber immer wieder loderten sie nicht nur in Aserbeidschan, sondern auch in anderen Pro­vinzen aus. Dazu kam noch eine Hungersnot. Die Bolschewisten hatten alles iranische Getreide, dessen sie hashäft werden konnten, requiriert und damit die Bevölkerung dem Hungertode überantwortet, nach­dem vor die Usurpation Irans vor allem die bri­tische Presse in aeradezu grotesker Verlogenheit be­hauptet hatte, Deutschlano, das überhaupt keine Transportverbindungen nach Iran hat, habe alle Lebensmittel aufgekauft und die Bevölkerung von Iran werde es der britischen und bolschewistischen Milde zu verdanken haben, wenn sie durch Liebes­gaben norm Verhungern gerettet wurde. In Wirk­lichkeit «griff aber die Hungersnot genau so in Iran um sich wie im Irak, in Syrien oder in Aegypten. Vergeblich waren alle Klagen des Teheraner Par­lamentes. Der iranische Finanz- und Versorgungs­minister war nur eine Puppe in der Hand der Bolschewisten und Briten und konnte nichts gegen den Raub des iranischen Brotgetreides tun. Als er Ende Juni die Einführung einer Brotkarte ankün­digte, wurde ihm geantwortet, die Karte könnten die Hungernden doch nicht verschlingen. Tagaus, tage in nahm das Elend zu. Dann brachte der Rück­tritt des Justizministers den Stein ins Rollen. Ihm ist jetzt die Demission des Gesamtkabinetts gefolgt.

eines anderen Landes" erklärte Ministervräsident Smuts schon im Mai 1941. Inzwischen ift dieser Einfluß auf militärischem wie wirtschaftlichem Ge­biet, wie wir eben gesehen haben, schon so weit aeftiegen, daß Roosevelts Diktatur auch über diesem britischen Dominion eine politische Realität ist, die nur noch der äußeren Form entbehrt.

Dr. Fr. W. Lange.

Englands Gummiversorgung vor einer Katastrophe.

Stockholm, 31. Juli. (Europapreß.)Manche­ster Guardian" schreibt zu dem kritischen' Stadium, in das die britische Gummioersorgung getreten ist, wenn nicht sofort einschlagende Maßnahmen ergrif­fen würden, stände innerhalb von 12 Monaten das ganze alliierte Transportwesen vor der Gefahr eines völligen Zusammenbruchs. Es befänden sich heute 90 Prozent der Rohgummiproduktion der Welt i n den Händen der Gegner Englands./Als die Japaner Südostasten eroberten, hatten Englän­der und Nordamerikaner ungefähr Rohgummivor- röte für ein Jahr", erklärt das Blatt. Das war vor sechs Monaten. Nach den optimistischen offiziellen Voraussagen werden die von der Regierung projek­tierten Fabriken für synthetischen Gummi erst im Jahre 1943 anfangen zu produzieren und dann auch nur die Mengen Herstellen können, die allein für die rein militärischen Zwecke der Vereinigten Staaten benötigt werden. Augenblicklich lebt man in Eng­land von Lagerbeständen, im nächsten Jahr wird es weder in England noch in USA. genügend Gummi geben, um Automobilreifen herzustellen. Die Pro­duktion in Indien, Ceylon, Afri'ka und die Einfuhr aus Brasilien wird nicht entfernt imstande sein, die­sen Mangel auszugleichen.

Aus dem Reich.

Modernisierung der Kleinbahnen.

Eine Verordnung des Ministerrats für die Reicks - verteidigung bringt reichseinheitliches Recht für Die Kleinbahnen. Der Reichsverkehrsminister wird er­mächtigt, eine vereinfachte EisenbahmBau- und -Be­triebsordnung, sowie eine vereinfachte Eisenbahn- Signalordnung zu erlassen. Eine Arbeitsgemein­schaft zur Ausarbeitung der Reichs-Kleinbahnbestim- mungen ist am Werk.

Privateigentum und öffentlicher Weg.

Das Reichsoerwaltungsgericht hat klargestellt, daß die Wegepolizeibehörde einen öffentlichen Weg nicht in der Weise schaffen kann, daß sie das erforderliche Gelände von dem Privateigentümer ohne besonde­res Verfahren und ohne Entschädigung im Wege der polizeilichen Verfügung in Anspruch nimmt, auch

dann nicht, wenn der Grundeigentümer lange Zeit «hindurch etilen allgemeinen Verkehr auf dem Wegegelände geduldet hat. Der Grundeigentümer hatte im vorliegenden Falle den Weg auf seinem Gelände alsPrivatweg" gekennzeichnet und seine Benutzung als verboten erklärt. Auf andere Weise hcttte er aber den Verkehr praktisch nicht gehindert. Die polizeiliche Verfügung hatte ohne entschädi­gungspflichtige EnieigilUng die Ciitfernung der Ver­botsschilder und die Freigabe des Weges für den gesamten Verkehr gefordert. Das Reichsverwal­tungsgericht betonte, aus dem Grundsatz Gemeinnutz vor Eigennutz folge nicht, daß das für einen öffentlichen Weg erforderliche Gelände vom Eigen­tümer ohne Entschädigung zur Verfügung gestellt werden müsse, wenn er einen allgemeinen Verkehr auf einem Privatwege längere Zeit hin­durch geduldet habe.

Kleine politische Nachrichten.

Ritterkreuzträger Oberst Dr. Herbert Müller fand bei den Angriffsoperationen am Don am 14. Juli den Heldentod. Bereits als Major wurde er am 8. September 1941 mit dem Ritterkreuz aus­gezeichnet. Als Oberst führte Dr. Müller ein Pan- zergrenadierregiment. Er war 1896 in Altenburg geboren und lebte vor dem Kriege in Itzehoe.

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Weitere Transporte italienischer Truppen nach der Ostftont befinden sich auf dem Wege über Deutschland, berichtetGiornale d'Jtalia".

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Eine größere Bandengruppe, die seit Wochen die Bevölkerung südlich Sarajewo beunruhigte und die Einbringung der Ernte zu sabotteren versuchte, wurde eingeschlossen und geht ihrer Vernichtung ent­gegen. Im Una-Sana-Bogen wurden zahlreiche Ort­schaften von Banden befreit.

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In Mexiko werden jetzt auch rein sportliche und gesellschaftliche deutsche Organisationen wegen an­geblicherStaatsgefährlichkeit" aufgelöst. Auf An­ordnung des Innenministeriums wurde das Deutsche Kasino, der Deutsche Ruderklub und der Reiterver- ein geschlossen.

Kunst und Wiffenschast.

(Ein neues Buch von Bruno Brehm.

Der Verlag Adam Kraft, Karlsbad und Leipzig, kündigt als Neuerscheinung Geschichten und Betrach, hingen von Bruno Brehm an, die den TitelDer König von Rücken" tragen sollen. Im gleichen Verlag erscheint jetzt der fröhliche Roman'Ein Schloß in Böhmen", der 1930 geschrieben wurde und früherEin Graf spielt Theater" hieß. Es ist die Geschichte der ttagikomischen Verwirrung, die zur Zeit des Kaisers Ferdinand (183548) in «einem böhmischen Landstädtchen durch einen chectter-

Bis zu 4500 Kilometer.

Am Sonntag sind es gerade fünf Wochen, daß bfc deutsche Offensive aus dem Raum CharkowKurs losbrach, über die der Wehrmachtbericht vom 1. Jul' die Worte prägte: ,Zm südlichen und mittleren Tei der Ostfront sind deutsche und verbündete Truppen zum Angriff angetreten." Seither haben die deut­schen Truppen kämpfend und marschierend bis zu 1500 Kilometer zurückgelegt. 1500 Kilometer in 35 Tagen, das sind in der Spitzenleistung 43 Ki­lometer täglich. Wohlverstanden: Tag für Tag! In glühender Steppenhitze und in rauschendem Wolken­bruch! Der Tourist, der einmal im Verlauf einer Wanderung (mit dem Rucksack auf dem Rücken) 43 Kilometerherunterschlägt", darf sich in seinem Freundeskreis dieser Leistung wohl rühmen, wenn er nicht gerade den Anspruch erhebt, Rekorde auf­zustellen. Aber 35 Tage hindurch je 43 Kilometer das, ist eine andere Leistung. Geschlafen und ... ge- kämpft werden mußte auch noch Der Infanterist steht hier für das Ganze. Was vom Infanteristen. gilt, gilt von allen Waffengattungen, von denen jede bei diesen Gewaltmärschen nach vorwärts ihre Last zu tragen hatte; gilt sogar von den Fegern, die in ihrer luftigen Höhe, in dem engen Flugzeug mit den starken Motoren, durchaus nicht unberührt sind von der Hitze; gilt besonders auch von dem Nach- schub. Der Nachschub hat ebenso wie die Infam trrie eine nach normalen Verhältnissen unvor­stellbare ßeiftung bewältigt vor allem auch in bet Disposition des vielfältigen Materials auf so weite Strecken, so verschiedenartige Verhältnisse und eine ununterbrochene Vormarschzeit von 35 Tagen.

Wieder 14 britische Flugzeuge abgeschoffen.

Berlin, 31.Juli. Obwohl die deutsche Abwehr erst am Donnerstag der britischen Luftwaffe mit dem Abschuß von 18 feindlichen Flugzeugen einen empfindlichen Verlust beigebracht hatte, versuchte am Freitagnachmittag ein Verband britischer Bom­ber einen von stärkerem Jagdschutz begleiteten Vorstoß gegen die Küste des besetzten Westgebietes in Höhe der Sommemündung. Bevor es ihnen gelang, tiefer in das Land einzudringen, wur­den die Briten im Küstengebiet von den deut­schen Jägern zum Kampf gestellt. In­nerhalb kurzer Zeit wurden 14 feindliche Flugzeuge bei nur einem eigenen Verlust zum Absturz gebracht

Hunderte von neuen Flugplätzen im Westen

Berlin, 31.Juli. (DNB.) Hinter dem euro­päischen Küstenwall, der von Biarritz entlang der Atlantik- und Kanalküste über die Nordsee bis nach Kirkenes reicht, liegen Hunderte von neu angelegten und ausgebauten Flugplätzen. Die betonierten Startbahnen ermöglichen es der deutschen Luftwaffe, mit ihren Flugzeugen bei jeder Wetterlage zu starten und zu landen. Die weiten Flugzeucchallen entziehen sich jeglicher Feindsicht, und umfangreiche Sicherungsanlagen geben diesen Flugplätzen jeden Schutz vor Angriffen. Sie sind die Basis starker deutsch «er Jagd- und Kampffliegerverbände, die von hier aus ihre erfolgreichen Schläge gegen die britische Insel führen, wie die jüngsten Angriffe auf Birmingham und andere Küstenzentten beweisen. Trotz der Akti­vität im Westen macht es die Größe der deuffchen Luftrüstung möglich, das stürmische Vorwärtsdrin­gen des deuffchen Heeres an der Ostfront auch wei­terhin mit unvermindert starken Kräften der Luft­waffe erfolgreich zu unterstützen.

närrischen Grundherrn angestiftet wird, ein Buch voll Stimmung und Humor, hinter dem eine tiefere Bedeutung steckt.

Lin nachgelassenes Buch von Joses Ponten.

Aus sehr wefenttichen, im einzelnen schon druck­fertig hinterlassenen Vorarbeiten zu der großen RomanreiheVolk auf dem Wege" von Josef Pon­ten, konnte die Witwe des Dichters einen neuen Band formen, der in sich selbständig, an dasRhei­nische Zwischenspiel" anknüpft und die Such- und Wanderfahrt Christian Heinsbergs mit seinem Freund, dem Doktor, über Italien, Marokko, Spa­nien un«d zurück nach Deutschland bringt. Der Band trägt den TitelDer Svrung ins Aben­teuer" und erscheint in der -Deutschen Verlags­anstalt Stuttgart-Berlin.

Harald kreuhberg im Paracelsus-Film.

Der bedeutende Tanzkünstler Harald Kreutzberg wirkt zum erstenmal im Film mit. Er wurde für die Verkörperung der eigenwilligen, tänzerisch be­schwingten Gestalt des Gauklers Fliegenbein im Ba­varia-FilmParacelsus" (mit Werner Krauß in der Hauptrolle) gewonnen, «der in fesselnder Stilffierung ein visionär gestaltetes Zeitgemälde darbietet. Flie­genbein Gaukler, Tänzer und Spielmann in einer Person schleppt beinahe die Pest in eine mittelal­terliche Stadt ein, die Paracelsus als Stadtarzt be­treut, und wird später dessen Retter vor Verfolgern und Weggenosse bei der Wiederaufnahme des Wan­derlebens als Heilbringer für die leidende Mensch­heit.

Freiburger Thealerpläne.

Das Schauspiel der Städtischen Bühnen in Frei­burg i. Br. weist in seinem Spielplanentwurf für den nächsten Winter drei Ur- und 13 Erstauffüh­rungen auf, darunter von Heiseler:Des Königs Schatten", von Woedtke:Sylvia und der Durch­schnittsmensch", Dillinger:Gabriele Dambrone", Pirandello:Heinrich IV." in der Neufassung, von Scholz:Claudia Colonna", Johst:Der Einsame", Braun:Die Sonntagsftau", Lützkendorf:Liebes­briefe" und Schreyvogel:Die kluge Wienerin".

Albert Leihmann 75 Jahre alt.

Am 3. August vollendet Prof. Dr. Albert Leitz- mann fein 75. Lebensjahr. Leitzmann wurde in Magdeburg geboren. Er studierte «m Freiburg, Ber­lin und Halle und promovierte 1889 in Freiburg. 1891 habilitierte er sich in Jena für germanische Philologie, war 189496 am Goethe- und Schiller­archiv in Weimar und kehrte bann nach Jena zu­rück, wo er 1898 a. o. Professor und später Ordina­rius wurde. Er gehört zu den Hochschullehrern, die ihr ganzes akademisches Leben an einer Universi­tät verbracht haben und mit ihr daher auf beson­dere Weise verbunden sind. Leitzmann beschäftigte sich vor allem mit dem Hochmittelalter und der Goethezeit. Die krittsche Ausgabe einer mittelalter­lichen Dichtung war die erste Veröffentlichung des Gelehrten. Ihr folgte eine Reihe von Ausgaben aus alter und neuer Zeit, unter ihnen die ISbänbige Humboldtausgabe. Leitzmann hat vor allem im alt­deutschen Bereich eine Fülle von textkritischer Arbeit geleistet.

Berufungen.

Prof. Dr. Bodo Freiherr von Walters- h a u j e n von der Universität Köln wurde als Dfl