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vrühlscheUniverfttätrdrnckerelN. Lange Generalanzeiger für Oberhessen chtetzen^chnlstratze?-»

yfllFf * W' d Samstag, (./Sonntag, 2. August (9^2

Gietzener Anzeiger

Deutsche Ll-Bootersolge aus allen Meeren

Wieder finb 24 Hmrdelsschiffe mit 167 000 BRT., daneben 10 Frachtensegler und 1 Bewacher auf den Meeresgrund geschickt worden, während aus (Geleit- zügen im Atlantik 1 Zerstörer und 2 Schiffe mit 17 000 BRT und im Seegebiet von Zypern ein britischer Zerstörer durch Torpedotresser schwer be- schädigt worden sind. Die Versenkungen umfassen die (Gewässer vor der amerikanischen Küste, den Mit- telatlantik, die Westküste Afrikas und das öftlldK Mittelmeer. Von Port Said am Eingang des Suez- kanals bis Kap Hallcras an der nordamerikanischen Küste sind es rund 10 000 km. Das ist ein Viertel des Erdumfangs dort, wo die Erde am dicksten ist: am Aequator. Die Geleitzüge, aus denen 5 Schiffe mit 41 000 BRT. versenkt wurden, waren stark ge­sichert. Bemerkenswert sind die versenkten 12 Ein- zclfahrer, die sich vorn dem Geleitschutz keine Sicher- beit versprachen, sondern ihr Glück auf eigne Faust suchten. Beachtlich sind auch die je fünf Frachten- seglcr im mittleren und westlichen Atlantik sowie im östlichen Mittelmeer. Die Rückkehr zu der Segel- fchiffahrt wurde als Hilfsmittel gepriesen, die Stotz- kraft der deutschen U-Boote zu zersplittern und zum Derschutz ihrer Torpedos zu veranlassen, aber trotzdem wenigstens einiges Frachtgut zu besördern. Das ist die Flucht vor den U-Booten in die Primi­tivität. Aber die Milchmädchenreck>nung mit den Frachtseglern geht nicht auf.

Roch vor kurzem stellte dieTimes" fest, daß i m e r ft e n Weltkrieg die Mittelmeerroute noch io gut wie sicher gewesen sei und der Verkehr auf »cm Pazifischen und Indischen Ozean nur gelegent- lid) durch feindliche Schiffe eine Störung erfahren habe, daß aber heute alle drei Meere Gefahr^' Zonen geworden seien.Es ist daher" so fügt die Times" diesen Feststellungen hinzunicht ver­wunderlich, datz unsere Verluste gegen Ende dreier Krtegsjahre schwer sind und die Schiffslage ernst ge­worden ist." Dabei ist man sich sowohl in Loudon wie auch in Washington darüber klar, datz die Ver­senkungen die Zahl der Neubauten übertreffen. Da^zu kommt noch, datz die maßgebenden Schiffsbaukreise Englands, wie jüngst derDaily Herald" aus der Schule plauderte, über die Schiffbaupolitik der eng- fischen Admiralität beunruhigt sind: Die Admiralität lehnt es ab, das tatsächliche Ausmatz der Versen- tuugen bekanntzugeben. Es werden ferner zu viele langsame Schiffe gebaut, und schließlich wurde dem Schiffbau noch kein Ziel gestellt, das die Produktion anregen würde. DerDaily Herald" gibt dabei sar­

kastisch eine Aeutzerung des Präsidenten derEon- federation of Shipbuilding", Harrison, wieder, der sagte, die Admiralität klammere sich nicht nur an atune Schiffe, sondern auch an die Gepflogenheit amer Entscheidungen, so datz man über das offizielle Programm des Handelsschiffbaues bei den Werften noch völlig im Dunkeln fei. All triefe Kla­gen erinnern an das Mort Fritz Reuters,die Ar­mut kommt von der Povertö". Datz man in Wasiiing- ton und London nach Sckiuldigen fud)t, ist der deut- Üd)c Beweis dafür, datz die Tonnagefrage bereits zum prekärsten Problem der anglo-amevikanischen Kriegführung zu werden droht.

Auch Frachiensegler nühen nichts.

Wenn sich unter den versenkten Schiffen wieder­um nicht weniger als zehn F r a ch t e n s e g l e r befanden, so ist diese Tatsache bezeichnend für die ansteigende Saststsraumnot des Feindes. Die Ver­wendung von Frachtenseglern im Mittelmeer ist eine britische Rotmatznahme, da die Briten nicht mehr genügend größere Schisse zur Verfügung haben und die Frachtenfegler nicht wie die größe­ren Schiffe weit auf das Meer hinauszufahren brau­chen, sondern in unmittelbarer Küstennähe ihr Be­stimmungsziel zu erreichen suchen. Sic sind also, im Gegensatz zu den größeren Handelsschiffen, nicht in dem gleichen Matze den U-Boot-Angrissen ausgesetzt wie diese. Schon die steigende Verwendung von Frach­tenseglern auf feindlicher Seite ist also ein Beweis für die Wirksamkeit des U-Boot-Krisges, dem sich der Feind mit allen Mitteln zu entziehen - sucht. Wenn jetzt aud) die USA. zur Verwendung von Frachtenseglern Überlegungen sind, so ist dies nur ein Beweis mehr für die harten Sck)läge der U-Boote, die den Feind zur Anspannung aller einer Kräfte zwingen. Aber auch diese kleinen rachtenbeladenen Segler, die unter der Küste lang- am ihrem Ziel zusteuern, sind vor den Torpedo­angriffen nicht fid>er. Dafür sorgt die hohe Kampf­kraft unb der ausgezeichnete Ausbildungsstand der deutschen U-Boot-Besatzungen. Immer wieder kom­men aus den USA. Meldungen von angeblich neuen Abwehrmatznahmen und neuenSystemen" zur Bekämpfung der U-Boot-Gefahr. Die deutschen U-Boote geben darauf ihre Antwort.

Bereits 180 Kilometer südlich des Don.

strecke v o n Baku n a ch R o it o m. Die Bahn Xi- choreskaja bis Stalingrad sollte die Massentransporte' die nicht für das Donezrevier und das Moskauer Gebiet bestimmt waren, auf dem kürzeren Weg über Stalingrad weiterleiten, lieber die Bahnlinie No wo- rofsiskStalingrad wurden vor allem Evdöl, Ze­ment, Getreide und Baustoffe befördert. Die Unter- brechmig dieser Eisenbahnverbin du ng ist daher von großer Bedeutung für die gesamte Wirtschaft der Sowjetunion. Bor allein find die Bolschewisten nun­mehr in einem er löblichen Umfange v o m Del des Kaukasus abgeschnitten, zum minde­sten soweit das Del auf der Eisenbahn transpor­tiert wurde. Aber aud) Die W o l g a s chi s s a h r t, durch die ebenfalls Del trau sparte regelmäßig durch geführt werden, steht bereits unter der Einwirkung deutscher Fliegerangrif e.

Die Vevsolgungskämpfe südlich des unteren Don stellen wegen der Größe der Entfernungen, wegen der hochfoinmerlick)en Hitze mit ihren überraschenden Gewitterstünnen und wegen der ununterbrochenen Gefechtsberührung mit Dem Feind h ö ch st e An­forderungen an die kämpfenden Truppen so­wie an den Nachschubdienst. Diele Truppenteile haben bereite seit Beginn der Angriffskäinpfe d l o zu 1500 Kilometer i in V o r in a r s<1) zu rückgelegt und damit Marsch- imb Kampfleistun- gen erzielt, die im Verhältnis zum Zeitauswand die großen Erfolge der vorjährigen Siege im Osten übertreffen. Die Luftwaffe unterstützte mit star- ken Straften die Verfolgungskämpfe des Heeres. Kampf- und Sturzkampf-, Schlacht- unb Zerftörer- gefchwader bombardierten vor Den deutschen Pan­zerspitzen südlichdes Manyts d) bolschewistische Batteriestellungen und Fahrzeugkolonnen. Sie mach­ten damit den in das Kuban-Gebiet vor- stoßenden deutschen Truppen den Weg frei. Zahl­reiche feindlick;e Geschütze und über 70 mit Truppen und Material beladene Fahrzeuge wurden vernichtet.

Im großen Don bogen kam zu heftigen Kämpfeil bei der Abwehr von Durchbrudisversuchen eingeschlossener fcinblidH'r Kräfte. Gleichzeitig führ­ten die Bolschewisten von außen her Entsetzungsan­griffe. In harten Kämpfen wurde der Feind zurück- geworfen und zahlreiche Gefangene eingeb rad)L Italienische Verbände vernichteten sechs von insgesamt 62 abgeschossenen feindlichen^ Panzer­kampfwagen. In weiteren (Sefed)ten wurden feind­liche Kräfte von deutschen und rumänischen trup­pen über den Don zuriickgeworfcn. Im R a u m D o n .K a 1 a t f d) wurde durch umfassenden deutschen Angriff mehreren feindlick)en Kräftegruppen der Rückzug über den Don abgeschnitten. Vergeblich verfuditen die Bolschewisten In hart­näckigen GeaensMon bep Mea zum Don wieder zu öffnen. Ein deutscher PanzMMstlch 'Zersprengte Be­reitstellungen der Bolschewisten und brachte dem Feind hohe Verluste bei.

Sie USA. unb Siidasnka.

Mir haben vor einiger Zeit einmal nahes bcleud)tet, welche Anstrengungen 1H o o f e velt un­ternommen hat, um ben Vereinigten Staaten, be­reu Interesse an Afrika bis dahin gänzlich unbebeii. tenb gewesen war, eine beherrschende Stellung auf dem afrikanischen Kontinent zu verschossen. Mir hatten gesehen, wie der Präsident, strategische Er­wägungen über die Verteidigung derivefHld)eii Hemisphäre" hurd) Inbesitznahme der westasrikani- scheu Gegeirküste und über die Sicherung des Rack), chubs für die britischen Armteu in Norvasrika unb im Nähen Osten möglichst unabhängig von den burd) die U-Boote bedrängten Seewegen vorsd)ützend, ein ausgedehntes Netz von Autostraßen unb Luft­linien, gesichert bind) zahlreiche Mililch-stützpunkte, beginnend in den britischen und französischen Ha­fenstädten der Westküste von der (Uambia-'Wnbung bis hinunter zum belgischen Kongo quer durch den Schwarzen Erdteil gelegt hat, um im Sudan endlich Anfck)lutz an die zum Roten Meer und zum Indi­schen Ozean führenden Verkehrswege zu bekommen. Aber Roosevelt hat im tropischen Afrika nickst halt- gemacht. Sehr bald schon gingen seine Blicke auch auf Die Südafrikanische Union, die wie ihre Schwester-Dominion» Kanada, Australien unb Neuseeland durch die zunehmende Scknvächiina de» britischen Empire ebenfalls Gefahr läuft, eine Beute de» norbamerlkanischen Imperialismus zu werden.

Die prekäre innervoUtifche Sfogt bii ( Übafrika« Nischen Union ist unseren liefern au» früheren Be­trachtungen im großen und ganzen bekannt. Der südafrikanische Ministerpräsident S m ut » , vor vier­zig Jahren einer der Generale im Freiheitskampf des Bureuvolkev gegen den britischen Imperialis­mus, heute britischer Feldinarschall und leibst Trä­ger eines spezifisch afrikanischen Imperialismus, der auf dem ganzen Kontinent die Nachfolge Englands antreten möchte, hat mit feiner Kriegs Politik, die ganz im Fahrwasser Londons steuert, ähnlich wie schon Botha im ersten Weltkriege, eine heftige Ge­gen bewegung gerade bei seinen engeren Landsleu- tn, dem burUchen Element des Dominions, auoge­löst. Die große Mehrheit der Buren, die heule im­mer nod) reich lick) 60 Prozent der nur etwa 2,1 Mil­lionen zählenden weißen Bevölkerung ausmachen ihr stehen etwa 9 Millionen Farbige gegen­über, fordert die völlige Unabhängigkeit des Lan­des von England and steht in der bedingungslosen Teilnahme der Union am britischen Krieg nur das Streben Englands und seiner Parteigänger lin Lande, die nach dem ersten Weltkriege schon reckst locker gewordenen Bande zwischen England und feinem südafrikanischen Dominion wieder strasser an- zuzlehen. Diese bunsche Opvosition, die heute, nickst mehr wie zu Beginn des Krieges eine einheitliche

Der Wehrmachiberichi.

VNV. Aus dem Aührerhauplquartier, 31. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche, rumänische unb slowakische Truppen haben den Unterlauf des Don In einer Breite von 250 km überschritten unb die in diesem Abschnitt zur Verteidigung eingesetzten feindlichen Kräfte zer­schlagen.

Dem Feind, der In voller Flucht und Unordnung zurückflutet, sind Schnelle Verbände und Voraus­abteilungen der Infanterie- und Jägerdivisionen hart auf den Fersen geblieben und haben ihm schon jetzt an verschiedenen Stellen in überholender Ver­folgung den weiteren Rückzug verlegt. Die Spitzen der deutschen Angrtfssarmeen stehen bereits 180 km südlich des Don. Um den wichtigen Eisenbahnknoten­punkt Salzt wird seit heute morgen gekämpft. Line Infanteriedivision nahm 5r u t s ch e w s k a s a. Die Gefangenen- und Veutezahlen wachsen ständig, sind aber bei dem schnellen Vormarsch nicht zu

übersehen.

Die Luftwaffe griff in die Verfolgungskämpfe in pausenlosem Linsah ein, zersprengte zahlreiche fto- lonnen und verhinderte, datz der Gegner sich erneut

festsehte.

Im großen Donbogen roarfen deutsche und rumänische Truppen den Feind über den Fluß. Italienische Verbände wiesen örtliche, von panzern unterslühle sowjetische Angriffe blutig ab. Aus- bruchsverfuche eingeschlossener feindlicher Kräfte und Lnllaslungsangriffe der Sowjets blieben erfolglos. 3n diesen Kämpfen verlor der Feind am gestrigen Tage 62 Panzer. Auch im Donbog-en griffen Kampf- und Schlachtfliegeroerbände in die An- fltlfföoperaüonen ein. Den Rachfchubverbindungen Der Sowjets auf Bahnen und Wasserwegen wurde bei Tag und Rächt schwerer Schaden zugefügt.

Im Raum von R f ch e w wurden starke Angriffe Der Bolschewisten zum Teil Im Gegenstoß abge- wefjrt und hierbei 40 Panzer abgeschossen.

An der W o l ch o w f r o n t und vor Lenin­grad scheiterten örtliche Vorstöße des Feindes. Bel llebersehungsversuchen der Sowjets über die Rewa wurden sieben Boote vernichtet. 3in Finnischen Meerbusen bekämpfte die Luftwaffe einen feind­lichen Flugstützpunkt auf der Insel Lavansoarl.

In Aegypten belegten deutsche Kampfflug­zeuge in der Rächt zum 30. Juli mehrere Flug­plätze bei Kairo mit Bomben schiveren Kalibers. In hallen und Tanklagern entstanden mehrere Großbrände. Volltreffer zwischen dicht abgestellten Flugzeugen richteten schwere Zerstörungen an.

Von zwei Flugzeugen, die am gestrigen Rachmll- lag norddeutsches Küstengebiet überflygen, wurde eines Im Luftkampf abgeschossen. Weitere 17 briti­sche Flugzeuge wurden an der Kanal- und norwegi­schen Küste zum Absturz gebracht. Im S e e - gebiet von Brighton versenkten leichte Kampfflugzeuge am Tage ein Handelsschiff von 3000 BRT. In der vergangenen Rächt wiederholle die Luftwaffe mit stärkeren Kräften ihre Angriffe auf kriegswichtige Ziele in Birmingham. Die Aufklärung in den frühen Morgenstunden ergab zahlreiche weitausgedehnle Brände.

wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche Unterseeboote die feindliche Schiffahrt wie­derum hart getroffen. Ls wurden versenkt:

Im Mittelatlantik und vor der amerikanischen Küste aus stark gesicherten Geleitzügen 5 Schiffe mit 41 000 BRT., 12 einzeln fahrende Schiffe mit 73 000 BRT. und 5 Frachtensegler und 1 Bewacher, vor der Westküste Afrika» 7 Schiffe mit 53 000 BRT., im westlichen Miltelmeer 5 Frachtensegler. Durch Torpedotreffer schwer beschädigt wurden aus Geleitzügen im Atlantik 1 Zerstörer und 2 Schisse mit 17 000 BRT. und Im Seegebiet von Zypern 1 britischer Zerstörer.

Die deutsche Unterseebootwaffe hat damit die Ver­senkungen dieses Monats um weitere 167 000 BRT. erhöht. Der Gegner verlor wieder 24 Handelsschisse, 10 Frachtensegler unb 1 Bewacher außer den be- schädigt gemeldeten Schiffen und Zerstörern.

3n rastloser Verfolgung.

Berlin, 31.Juli. (DNB.) Am 30.7. befanden sich die deutschen und verbündeten Truppen etwa 180 Kilometer südlich des unteren Don in rastloter Verfolgung der geschlagenen Bolschewisten.Verschie­dentlich kam es dabei zu hartnäckige n Ge' echten mit abgeschnittenen und in der Verfol­gung überholten feindlichen Kräften Der bolfche- Distische Widerstand, der immer mehr an Zufam- menhang verliert, wurde überall gebrochen, öud* ich Rostow wurde im Kampf der am Ug°rWo* Zluß gelegene Eisenbahnknotenpunkt Kuscht- ! ch e w f k a j a genommen. Ostwärts davon slurm- Kn Truppen eines motorisierten Verbandesei Iöhengelände mit feinen Stützpunkten. Mehrere ^lußabschnitte wurden überwunden und nach V 4ung von Brückenköpfen wurde die Verfolgung so t- Ffeht.

Südlich des Manytfch wurde nach der Einnahme von Proletarskaja auch im Raum von Salzt der Kampf um die große Eisenbahnstrecke vom Kau- kasus nach Nordosten fortgesetzt. Die große Bedeu­tung dieser Verkehrsader liegt darin, daß die Bol­schewisten auf ihr die wichtigen Mrkfchaftsgüter des Kaukasus für die übrigen Teile der Sowjetunion verfrachten. Die Bahnlinie Noworosstfk'Stalingrad mit einer Gesamtlänge von etwa 6.50 Kilometer kann man in vier Abschnitte unterteilen, und zwar in die Abschnitte StalingradSarepta. SareptaTicho- reskaja TichoreskafaKrasnodar und Krasnodar Nowor'ossisk. Bis Sarepta ist die Bahn schon seit längerer Zeit zweigleisig ausg'ebaut. Der zweigleisige Ausbau der Strecke von Sarepta bi« Tichoreskaja wurde in der letzten Zett beendet. In Tichoreskaja schneidet die Bahn die wichtige Haupteisenbahn­

Geschichie einer fixen Idee.

Pott unserem Dr. L.^Korresoollbentell.

S t o ck h o l zu, im Juli 1942.

Wenn in künftigen Jahrzehnten ein Psyck,ologe einem Laien den Begriff der fixen Idee zu erklären wünschen sollte, so könnte er dafür kein besseres Del- spiel aus der geschichtlid>en Praxis heranziehen als den Gedanken einerzweiten Fron i". Dieser Krieg hat einige Begriffe geprägt, die in allen Sprachen Gemeingut geworden find. Bisher gehörte dazu vor allem der Blitzkrieg, und es will scheinen, als sollte die zweite Front in nickst geringerem Maße ein internationales Schlagwort werden. Ein sehr wichtiger Unterschied besteht jebod) zwischen diesen beiden Ausdrücken. Der eine ist ein aus der deut­schen militärischen Wirklichkeit entftandener Begriff, der andere später von der anderen Seile verwässert unb auf alle möglichen Unternehmungen des zivilen und politischen Lebens übertragen wurde. Die zweite Front hingegen entstammt dem Wortschatz politischer Agitation und ist erst später von den Engländern in den Kreis militärischer Ueberlegungen einbezogen worden. Es mag in diesen Wochen, in denen die Forderung nach einer zweiten Front in den angel­sächsischen Ländern eine beinahe krankhafte Laut­stärke erreicht, angebracht fein, die Geschichte dieser fixen Idee einmal kurz zu rekapitulieren.

Geboren wurde fle in den Hundstagen des vori­gen Jahres. Damals gerieten nicht nur große Teile der Sowjetarmee in eine sehr bedrängte Lage, son­dern damals zeigte sich auch, daß die am 12. Juli in Moskau unterzeichnete MilitäraUianz eine sehr einseitige Angelegenheit zu fein schien, und daß die Hilfeleistungen der Engländer über einige mehr oder weniger wirkungslose Bombenangriffe auf deutsche Städte nicht hinausgingen. Damals wurde in den kommunlstschen Werkklubs der englischen Fa- brlfen erstmalig die Forderung erhoben, England solle dem bedrängten Verbündeten durch die Er­richtung einer zweiten Front zu Hilfe kommen.

Zunächst hatte niemand eine klare Vorstellung, wie diese zweite Front aussehen oder wo sie liegen sollte. Nachdem der Begriff aber einmal geschaffen mar, sand er nicht nur in England, sondern auch in Moskau sehr schnell Anhänger, und der Sowiet- botschafter Maiski benutzte feine ausgezeichneten Be­ziehungen zur englischen Linken, um In kürzester Zelt den Zusatzin Europa" zu erwirken. Als dem Zusammenbruch der britlfdjen Nooember-Dsfenfioe in Libyen die militärische Katastrophe In Dstyfien folgte, erkannten auch die meisten Anhänger einer zweiten Front, daß zwischen politischer Forderung ttflt) militärischer Erfüllung Abgrunde klafften, welche nicht durch Reden überbrückt werden konnten.

Merkwiirdigerwelse begann der Gedanke einer zweiten Front gerade In diesem Augenblick aus der lärmenden Welt der politischen Demonstrationen in die Stille der Konferenzsäle vorzudrtngen. Als die Führung der sowjetrussifchen Armee im Februar erkannte, daß die mit so großen Hoffnungen ein- geleitete Winteroffensive ihr Ziel nicht erreichen würde, sondern daß mit dem Sommer neue schwere Schläge der deutschen Waffen zu erwarten wären, beschloß Stalin, in nachdrücklicherer Form als bis­

her auf der Errichtung ebner zweiten Front in Europa zu bestehen. Für Ehnrchill gab es keine Möglichkeit, Stalin In der gleichen Weise abzrlfertl- gen wie seine innenpolitischen Kritiker. O:o blieb ihm also nichts weiter übrig, als die Errichtung der zweiten Front, meld)e er gerade In öffentlicher Var- lamentssltzuna als unmöglid) bezeichnet hatte, feinen militärischen Beratern als unbedingt zu lösende Aus­gabe zu stellen.

Es kann auch kein Zweifel darüber herrschen, daß die nicht abreißenden Generalstabsbespreck-ungen der Engländer und Amerikaner während der letzten Wo­chen vor allem diesem Thema gegolten haben. Eben- sowenig ift zweifelhaft, daß der Begriffzweite Front" jesst gleickchedeutend mitzweite Front in & urop a" «ist. Zweifelhaft ift allerdings, ob unb wann die zweite Front entstehen könnte, weil Ne Detonationen deutscher U-Boot-Torpedov vor der amerikanischen Küste eine unheimliche Begleitmu­sik zu den Staatokonserenzen abgaben. Trotzdem rechneten sich ovtimlslische totrategen au», daß bei äußerster Sparsamkeit an allen Stellen gerade ge­nügend <Sd)lfforaum für den Transport einer gro­ßen Expeditionsarmee nach Europa bereitgestellt roerben könnte. Nachher würde man fa nicht mehr zu sparen brauchen, da Ne Angelsachsen, wenn sie einmal gelandet waren, nach Sir Stassord Cripps' Worten gleick) bi» Berlin marschieren würden.

Diese Ueberlegungen sind durch die Mackst der Tatsachen stark erschüttert worden. Einerseits lassen die Ereignisse an der Ostfront das Problem der zweiten Front Immer brlnglldjer erscheinen, auf der anderen Seite haben Rommels Erfolge in Nord- afrlfa die Möglickstelten einer Verwirklichung her zweiten Front offenbar in weite Ferne gerückt. Die Aufgabe, der sich jetzt Ehurckstll unb Roosevelt ge­genüber sehen, steht an Schwierigkeit der Diiabrafur de» Zirkels nur wenig nach Vielleicht führen die Erwägungen in London unb Washington aber and) zu der Erkenntnis, daß die zweite Front bereite errichtet ist, allerdings nicht von den (Englänbern in Europa, sondern non den Deutschen in Afrika. Menü die Engländer den militärischen Be­griff des Blitzkrieges entwertet haben, so hat Rom­mel das polit'lsche Sdstagmort von der zweiten Front in die Sphäre militärischer Wirklichkeit erhoben.

Litwiiiow-^inkelstein bei Roosevelt.

Lissabon, 31. Juli. (Chiropaprefo.) Lllwinow- Finkelsteln, Stalins Botschafter in Washington, hatte am Donner-tagnachmittag eine etwa eine Viertel­stunde währende Unterredung mit Roosevelt. Presse­vertretern gab er lediglich auf die Frage, ob fehl Besuch beim Präsidenten etwas mit den Nachrich­ten, daß die Sowjetunion In Tobeogefahr sei, mit einem Lächeln wie es In der Meldung heißt die Antwort, die Lage sei unverändert. Man glaubt, baß Stalins Verzwelslungobesehl, den vorstürmen- ben deutschen Armeen um jeden Preis Widerstand entgegenzusetzen, der Grund zu dieser Unterredung gewesen ift.