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Müssen — das und Aehnliches sind die Gedanken und Sorgen unserer Studenten an der Front.
Ein Teil der Kameraden ist aktiv; für sie ist Sol* datsein Berufung, und im Kriege entfalten sich alle Kräfte ihrer Persönlichkeit. Sicher wird mancher Student umsatteln und sicd zum Soldatenberuf ent« schließen. Soweit es sich hierbei um Männer handelt, die sich zum Soldaten berufen fühlen, ist ihre Entscheidung gut. Der größere Teil der Nichtaktiven wird aber weder aktiv werden können noch wollen. Und auch diese haben recht! Denn nie würden sie in einem Beruf, dem nicht ihr Herz gehört, zur vollen Entfaltung ihrer Persönlichkeit und Anwendung ihres ganzen Könnens kommen können. — Zudem erheischt die Nachwuchsfrage, Laß alle verfügbaren Kräfte fürdie akademischen Berufe zur Verfügung stehen und ausgebildet werden, um die nach dem Sieg zu erwartenden Aufgaben zu bewältigen.
Zunächst sei aber allen Studenten an der Front versichert, daß man an verantwortlicher Stelle die Schwierigkeiten, die sie als „Zivilisten" erwarten, kennt, und daß man sich dort mit ihren Sorgen und Nöten befaßt. Es soll auch nicht weiter an ihren Idealismus appelliert werden, den -haben sie genug bewiesen, sondern ihnen soll geholfen wer- d e n. Die Anfänge dazu sind durch eine großzügige S t u d i e n g e l d - und Lebensunterhalts-- zuwendllng gemacht worden. Das Reichs« st u d e n t e n w e r k steht im Rahmen seiner Möglichkeiten für eine weitere Hilfe, insbesondere bei Sonderfällen, zur Verfügung. Dabei sei eindeutig festgestellt, daß es sich hier nicht um Almosen handelt, sondern um Förderungsmöglichkeiten und Beiträge zur Berufsausbildung, die später wieder dem Voiksganzen zugute kommen und die hinsichtlich der Bewährung an der Front nur die A b g e l t u n g w o h l c r w o r b e n e r A n s p rü ch e bedeuten. Durch das Sozialpolitische Amt hat die Reichsstudentenführung dazu den Soldaten- dienst an allen Hoch- und Fachschulen oufgebaut, der jedem Soldaten mit Rat und praktischer Hilfe zur Verfügung steht. Studienberatung, Dohnungs- beschafsung, Abhaltung von Hilfs- und Vorbereitungskursen, sind die speziellen Aufgaben dieses Soldatendienstes, neben vielen anderen, die sich aus der Praxis ergeben.
In Zusammenarbeit zwischen Reichsstudentenfüh-
Der Führer hat den Oberbefehlhaber de? Heeresgruppe Nord, Geneloberst von Küchler, in dankbarer Würdigu seiner Verdienste um die Abwehr und Derniung der zum Entsatz von L e n i n g r ah auf brer Front an« gesetzten bolschewistischen Armeen wie in Anerkennung der heldenhaften Leisturn der unter seinem Befehl kämpfenden Truppegum Generalfeldmarschall befördert. PK.-Aufn.r Kriegsberichter Hentschel ch.).
Küchler wurde am 30. Mai 1881 3 Sohn eines Offiziers geboren. 1900 trat er alFahnenjunker in das Feldartillerieregiment 25 inarmstadt ein, wurde im Frühjahr 1914 zum Gron Generalstab kommandiert, erwarb sich als Truenführer wie als Generalsstabsoffizier in Flandor an der Somme, vor Verdun und in der Champne Verdienste, kämpfte dann im Baltikum und oeitete in der Reichswehr am Fundament des nei Volksheeres mit, an dessen Ausbau er besonderels Inspekteur der Kriegsschulen mitwrrkte. Beillusbruch des Krieges war er Kommandierender ieneral des I. Ä. K. in Königsberg.
Oberstveterinär Or. tarn zum Generalveterinär ffördert.
Der Korpsveterinär des stellv. Geralkommandos IX. AK., Oberstveterinär Dr. G a., wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1942 zum meralveterinär befördert.
Generalveterinär Dr. Garn trafen Jahre 1908 in das < deutsche Heer ein, studie von 1909 bis 1913 an der Militär-VeterincAkademie und an der Tierärztlichen Hochschule Berlin und begann nach abgeleistetem Sta examen seine erfolgreiche Veterinäroffizier-Lauihn. Während des Weltkrieges wurde er vom rsten bis zum letzten Tage als Veterinäroffizier d Adjutant bei allen Truppengattungen und auf von Kriegsschauplätzen eingesetzt. Er erwarb fidbort das EK. I und II sowie das Ritterkreuz vom chringer Löwen.
Panzerkeil ostwärts des Donez
Der 22. Juni an der Krönt vor Kupjansk.
Bon Kriegsberichter Ernst Moritz Arndt.
Frontsoldat und Studium.
Von Oberleutnant Hugo Echulz, gf. Amtsleiter der Reichsstudentenführung.
PK. Die Gefangenen des 22. Juni, der den Stoß auf Kupjansk einleitete, sagten aus, daß man nicht mehr einen solchen Schwung und einen derartig disziplinierten Angriffsgeist bei uns erwartet hätte. Man habe damit gerechnet und es vielleicht auch erhofft, daß die Kämpfe vor Sewastopol starke deutsche Kräfte und vor allem die Luftwaffe binden würden. Die Annahme, daß die deutsche Führung Zeit benötige, um nach der Schlacht im Süden von Charkow ihre Verbände neu zu ordnen und zu gliedern, wurde schon unmittelbar nach diesen Ereignissen dem Gegner praktisch widerlegt durch die letzten Angriffe ostwärts Charkow.
Die Landschaft ostwärts des Donez und Charkow ist stark hügelig und von vielen kleinen Flußläufen in der Nord-Süd-Richtuna durchzogen, die mit ihren oft sumpfigen Ufern für uns schwer zu überwindende Hinoernisse, für den Gegner günstige natürliche Verteilungsstellungen bedeuten. Auf einer von zwei solchen Flußläufen durch die sonst hügelige Gegend gebildeten Landenge und Landbrücke traten die Panzerdivisionen (des Panzerkorps Mackensen) in der Frühe des so bedeutungsvollen und erinnerungsreichen 22. Juni zum Durchbruchsangriff an, während die rechte Nachbardivision die Flankensicherung übernahm und der Nachbar im Süden zahlreiche Brückenköpfe über den Donez trieb. **
Dieser Tag war ein einziges Erinnern. Wie vor einem Jahr brach in der Frühe ein Feuerüberfall der eigenen Artillerie los, stürzten sich in Zusammenarbeit mit dem Heer nicht zu zählende Stukaverbände auf den Feind, erkämpften wie damals am Bug die Infanteristen ihren schweren gepanzerten
Mai 1777 zum erstenmal berichtet, mar er selbst sehr zurückhaltend und gestand, daß es ihm nach einer Ueberlegung von elf Monaten noch nicht geglückt sei, „damit ins Reine zu kommen". Praktisch hat er aber seine Figuren zur Untersuchung der atmosphärischen Elektrizität benutzt, indem er kleine Wasserstoffballons steigen ließ, deren mit Silber durchslochtene Schnur durch einen entsprechenden Konduktor mit einer Harzplatte in Berührung gebracht wurde: bei bereu nachträglicher Bestäubung erschienen die Figuren. Bei einem Besuch Voltas konnte ihm Lichtenberg zum „unglaublichen Vergnügen" des italienischen Entdeckers „Sonnen von zwei Zoll Durchmesser" zeigen. Erst die neueste Forschung hat erkannt, daß sich die Figuren durch Anwendung der Jonentheorie der elektrischen Entladung deuten lassen, daß sich in ihren so auffallenden polaren Unterschieden der Fuudamentalunterschied: positives Jon — negatives Elektron, offenbart.
So berührten sich Lichtenbergs Forschungen oft erstaulich eng mit der neuesten Entwicklung der Physik, doch es fehlten seiner Zeit die wissenschaftlichen Voraussetzungen, um weiter vorzustoßen. Von seiner Art zu forschen zeugt fein Wort: „Die gebahnten Wege sind etwas sehr Gutes, aber wenn niemand nebenher spazieren wollte, so würden wir wenig von der Welt kennen." Besonders interessant für unsere heutige Zeit ist es, daß er sich leidenschaftlich mit den Problemen der Luftschiffahrt beschäftigte und zu den wenigen Zeitgenossen gehörte, die Montgolsiers erste Versuche mit dem Luftballon sofort ihrer Bedeutung entsprechend würdigten. Lichtenberg stellte sogar selber solche Versuche an und bat zu diesem Zweck einen Be- kannten in Hannover, ihm Schweinsblasen zu besorgen. Denn „hier ist nichts mehr", klagte er. „Die Leute brauchen sie, anstatt sie zu Montgolfierschen Versuchen herzugeben, lieber zu terrestrischen Met- mürften". Bald mußte er „einer sehr iUuftren Gesellschaft ein Collegium lesen", nämlich „dem alten Grasen von Hardenberg, 2) seiner Gemahlin. 3) feiner Tochter und ihrem Gemahl, 4) der Gräfin Reventlau, 5) und 6) zweenen Grafen von Moltke, und den 7ten rathen Sie wohl nicht, den berühmten ^errn Göthe, nunmehr Herrn Geheimden Rath von Göthe aus Weimar, der noch zwey junge Leute bei) fich hatte. Der eine dieser jungen Leute war Fritz
Brüdern die Ausgangsstellungen und die Rollbahn für den keilartigen Panzerdurchbruch zu dem von den Sowjets stark befestigten Eisenbahnknotenpunkt Kupjansk. Der gleiche klarblaue Himmel wie vor zwölf Monaten, dieselbe warme leuchtende Sonne, jenes drängende Gefühl der Erwartung: es geht los! Waren so alle Erinnerungen und Gefühle die gleichen an diesem zweiten 22. Juni wie vor einem Jahr, so war dieser Tag, trotz seines ähnlichen Ablaufs doch ein anderer. Es wiederholt sich in der gleichen Form und Entwicklung keine Sekunde der Weltgeschichte. Auch der Kampf an der Ostfront schafft keine Wiederholungen. Jeder Angriff ist neu und anders, auch dieser.
Jetzt kennt der deutsche Soldat seinen Gegner und dessen Waffen, er hat sich mit ihm gemessen und er hat ihn oft in vielen Märschen und Kämpfen über Tausende von Kilometern auf sowjetischem Boden besiegt, immer wieder besiegt. Auch im letzten Winter hat er den starken sowjetischen Feind durch sein opferbereites Ausharren überwunden. Dieser Tag sah einen anderen deutschen Soldaten, ein anderes deutsche Heer, das durch Erfolge und Verluste eines harten Kampfjahres gegen einen brutalen und harten Feind eine hohe soldatische Reife und durch neue bessere und stärkere Waffen eine militärisch entscheidende Stärkung erfahren hat. Mitten in den Angriff hinein kamen die begeisternden Nachrichten von den großartigen Waffentaten in Nordafrika, von der Eroberung Tobruks. Ohne Ueberheblichkeit, aber in selbstbewußter Wertung seines eigenen, schweren Kampfes gegen die Armeen -der Sowjetunion märschiert der deutsche Ostkämpfer dem Sieg entgegen.
rung Reichserziehungsministerium uid OKW. kam es zidem Studien urlaubserl aß des ver- gangeen Herbstes und dieses Frühjaires. Zehntau- ende onnten bereits für ein Semesie' ihr Studium beginnn oder fortsetzen, und bei l^rer Dauer des Kr-ges werden sich für die bei dr Wehrmacht stehenda Soldaten immer wieder Ärmlichkeiten ergeben, enige Semester einzuschieben. Dem verständlichen Dang unserer Frontkämpfer, äe studiemna- ßige ßenperiobe so schnell wie möoich abzuschlie- ßen, wirdvon der Reichsstudentenfühung, den Hochschulen fonie den Prüfungsämtern witgehend Rechnung getragen. Die Frontsoldaten hben nach dem Kriege sowchl die Möglichkeit der Ausbildung m Trimestern owie von Hilfs- und Rpetitionskursen der Fachgruppen und Fachschaften er Studentenführungen stwie der Fakultäten dr Hochschulen; auch werden die Prüsungsanforderugen mehr auf Verständnis md Gesamtübersicht «bestellt fein als auf technische Einzelheiten.
Trotzdem wrd es eine Fülle vonßroblemen geben, die dem enzelnen erst begegne) wenn er wieder im Studium steckt. Es wird z. Bstcht ohne weiteres möglich jein, unsere Soldaterstudenten aus das gleiche mahrieüe Niveau zu sllen, auf dem sie heute als Oberleutnante und ßitnante stehen. Die Entscheidung zur Fortsetzung )es Studiums wird zweifellos weiterhin eine Mftage bleiben. Die Entscheidung wird aber erleicert durch das berechtigte Vertrauen, das der Studä an der Front zu den für ihn sorgenden Heimatdüststellen haben kann. Wo aber Mut und Verkram bestimmend sind, weiß jebermann, wie die Entsendung ausfällt. Zum Generalfeldmarschalbefördert.
Lichtenberg.
Zum 200. Geburtstage am 1. Juli.
Georg Christoph Lichtenberg lebt in der Vorstellung der Nachwelt vor allem als tiefsinniger Denker, geistreicher Satiriker und als einer der glänzendsten Stilisten unseres Schrifttums. Darüber ist seine Bedeutung als Physiker fast vergessen. Für die Mitlebenden war er durch das eine ebenso berühmt wie durch das andere, vor allem verstanden seine Zeitgenossen, wie sehr chm gerade das Studium der Natur die scharfe Beobachtungsgabe und den kritisch realistischen Sinn schenkte, der seine Schriften auszeichnet, wie sehr sich sein Forscherdrang, ja sogar sein Witz, immer wieder an den Problemen der Natur entzündete. Goethe hat das mit dem Wort ausgedrückt: „Wo Ächtenberg einen Witz macht, liegt ein Problem verborgen."
Lichtenberg war ’ein Sohn Hessen-Darmstadts, wo sarkastischer Humor und rascher Witz von jeher zu Hause gewesen sind. Väterlicher- und mütterlicherseits stammte er aus Pastorenfamilien, sein Vater starb, als er neun Jahre alt mar, und die Mutter blieb in bedrängten Umständen zurück. Als der jüngste von drei Brüdern konnte Lichtenberg sogar nur mit landesherrlicher Unterstützung studieren. Die Hoffnung des hessischen Landgrafen, durch solche Unterstützung einen tüchtigen Lehrer für seine Universität Gießen zu gewinnen, erfüllte sich zwar nicht, denn nach abgeschlossenem Studium der Mathematik, Physik und Philosophie und einem mehrjährigen Aufenthalt in England nahm Lichtenberg eine Professur in Göttingen an, mit dessen günstigen Bedingungen das arme Gießen nicht konkurrieren konnte. Der kleine verwachsene Mann war seitdem eine Zierde der Göttinger Universität, und von weither strömten die Leute, um den Vorzug feiner Unterhaltung zu genießen, die noch glän- zender und geistreicher gewesen sein muß als seine Schriften.
Lichtenbergs Ruhm als Physiker gründete sich unter anderem besonders auf seine Entdeckung der „Lichtenbergschen Figuren", kleiner ftern» oder sirah. lenförmiger Pulverfiguren, die durch eine elektrische Aufladung aut-£iJ1A**'" stator sichtbar wurden. In der Ev^"—' Meinung, über die er im
von Stein, den Goethe auf seine Harzreise mitgenommen und mit dem er auf der Durchreise den berühmten Professor Lichtenberg besuchte.
Goethe schätzte Lichtenberg außerordentlich hoch, und der von diesem seit 1778 herausgegebene „Göttinger Taschenkalender" hatte an ihm einen eifrigen Leser sowohl wegen seiner naturwissenschaftlichen und philosophischen Abhandlungen als auch wegen seiner Verspottung gewisser zeitgenössischer Erscheinungen, zum Beispiel des Geniewesens, der Empfindsamkeit der Sturm- und Drangzeit, der Mystik Lcivaterscher Prägung und ähnlichem, woran Goethe einst selbst teilgenommen, über das er aber bis zum Ueberdruß hinausgewachsen war. Ist diese satirische Seite von Lichtenbergs Schriftstellertum auch mehr zeitgebunden, so hat er doch in den dazwischen gestreuten philosophischen Betrachtungen und Aussprüchen genug Allgemeingültiges gegeben. Der hefte Beweis dafür ist, daß seine philosophischen Aphorismen immer wieder gesammelt und neu her- ausgegeben worden sind und bis auf unsere Tage immer wieder Leser gefunden haben.
„Wer sich selbst recht kennt, kann sehr bald alle anderen Menschen kennen lernen. Es ist alles Zu- rurfftrahlung", nach diesem Grundsatz hat Lichtenberg sich selbst und seine Umgebung zu erkennen versucht. Vieles, fast alles, was Lichtenberg an geistvollen Aphorismen uns hinterlassen hat, hat heute noch Gültigkeit: „Jeden Augenblick des Lebens, den gimstigen wie den ungünstigen, zum bestmöglichen zu machen, darin besteht die Kunst des Lebens", das klingt fast goethisch. Eine Alltagsweisheit mag es fein, aber immerhin eine Weisheit, wenn er lagt: „Nichts verloren gehen lassen ist eine Haupt- regel: Papierschnitzel so wenig als Zeit", und von Lichtenberg stammt auch das Wort, das uns alle angeht: „Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten", oder wie er es einmal anders und .ehr lustig ausdrückt: „Es ist eine bekannte Tat. G.cye. daß die Viertelstündchen größer find als die Viertelstunden .
Als Lichtenberg am 24. Februar 1799 starb, wußte kaum lemand, daß mit ihm auch einer.der größten deutschen Humoristen dahingegangen sei. Auch heute wissen nur wenige, wer Lichtenberg war und was er uns sein könnte. Trotzdem; er ist un. sterblich geworden. C. K.
700 Jahre Naumburrr Dom.
Die im Sommer 1242 den Apteln Petrus und Paulus geweihte Hauptkirche deszon im 11. Jahrhundert von Zeitz nach Naumbiz verlegten Thüringer Bistums ist während d Regierung des Bischofs Engelhard (1227 bis U2) an die Stelle einer nur halb so großen romaschen Basilika getreten und repräsentiert die letztPhase dieses Stils an der mittleren Saale. Zwo künden die schon leicht angespitzten Arkaden unWewölbebögen von dem Einbruch der Gotik, abf ohne daß in der Raumgestalt eine ausgesproäie Höhenbewegung oder in Grundriß und Aufbaüln Versuch, sich von romanischen Gewohnheiten srezu machen, bemerk' bar wäre. Es ist ein mehr rdverwurzeller und lagernder als ein strebender au, ein Nachzügler, kein Bahnbrecher. Von diese! konservativen Charakter zeugen neben dem' .chundenen System", das Haupt- und Nebenpfeiler aterscheidet, die ganz ungegliedert gebliebenen Wäre über den Arkaden und vor allem die noch ripp,i(ofen Kreuzgewölbe. Ostwärts folgt dem ßangljamein weit ausladendes Querschiff mit anschließendemlhorquadrat, dos von halbrund geschlossenen Nebeninmen begleitet wird, darunter die übliche Krypta.
Was dem Auhenbau hesDomes erhöhtes Ansehen verleiht, ist das doppetz Iuruwaar, das östliche auch in den oberen Teil« romanisch, das westliche nur im Unterbau, währcd die dem Bamberger Vorbild folgenden freien Gchosse erst später hin- zugesügt wurden. Auch die leiden Chöre find in ihrer heutigen Gestalt eine üngcre Zutat, gotisch, also nach 1242 entstanden, ls heißt nach Abbruch der rund abschließenden un viel kürzeren Chöre • aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Bei einer Würdigung des Naumrrger Domes von 1242 müssen wir uns demnach ai die vorgotischen Teile beschränken und für eine 'ekonstruktion der Ost- und Westabschlüsse die Photasie zu Hilfe ziehen. Außer Betracht bleiben musauch die weltberühmte figürliche Plastik, die zusammen mit dem Westchor, der sie beherbergt, erst be' zweiten Jahrhunderthälfte angehört. Nur die edl Rankenornamentik der Pfeilerkapitelle und das '-ogenfelb des südlichen Querschiffportals mit dem fenenben Christus waren bei der Einweihung bereit; vorhanden. KJX
solche Anregung schon im „Halbdunklen": General Wavett steht sich mit Churchill nicht gut und oenießt eine gewisse Volkstümlichkeit. Mit seiner Kanbrdatur wird also nicht allein ein neuer Wehrminister, sondern zugleich ein Wettbewerber in den Vordergrund gerückt. Dr. Ho.
Wachsende Mißstimmung in Aegypten.
Rom, 30.Juni. (DNB.) „Voce d'Italia" schreibt: In Aegypten erscheinen die britischen Positionen bereits kompromittiert durch den wachsenden Widerstand der Aegypter. Bedeutiam ist die Tatsache des erzwungenen Rücktritts des Finanzministers, der zu den getreuesten Exponenten der imperialen britischen Politik gehört. Trotz seiner Knebelung hat das ägyptische Volk ihn nicht ertragen. Bedeutsam ist auch der passive Widerstand der ägyptischen Beamtenschaft. Symptomatisch sind die Volksbewegungen, welche sich gegen alles, was britisch ist, richten. Die ernste und wirtschaftliche Krise, die die britischen Behörden nicht verstanden haben .zu verhindern, trägt zur Verschärfung bei.
Ganz Aegypten wurde zum Operationsgebiet erklärt. Die Evakuierung der Städte mit Hilfe der Ersenbahnen wurde untersagt, weil diese für Mili- tärtransporte gebraucht werden. Alle Bahnhöfe sind von alliierten Militärposten besetzt worden. Infolge der strengen Grenzkontrolle brinaen immer weniger Nachrichten über die Lage in Aegypten ins Ausland. Man weiß aber, daß reiche jüdische Familien die Büros der Imperial Airways nach Flugkarten für Südafrika überlaufen, doch sind die Flugzeuge schon lange im voraus von englischen und nord- amerikanischen Familien belegt.
Sie Absetzung Ritchies.
Stockholm, 30. Juni. (Europapreß.) General A u ch i n l e ck hat am 25. Juni selbst die Führung der britischen 8. Armee in Nordafrika übernommen. Churchill teilte dem Unterhaus diese Neuigkeit mit folgenden Worten mit: „Ich habe nicht die Absicht, irgendwelche Erklärungen über die Schlacht abzugeben, die jetzt in Aegypten ausgetragen wird, aber ich glaube, daß es das Haus interessieren wird zu erfahren, daß General Auchinleck am 25. Juni beschloß, als Nachfolger von General Ritchie das Kommando der 8. Armee persönlich zu übernehmen. Als Auchinleck die Regierung über diese Entscheidung unterrichtete, ist ihm sofort mitgeteilt worden, daß sie unsere Zustimmung findet."
Amerikanische Kritik
an der britischen Krieasöhrnng.
Lissabon, l.Iuli. (Europapreß.) Die Niederlage der britischen Truppen auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz findet in der nordamerikanischen Presse ein deutliches Echo. Die Blätter wiederholen die Forderung nach einem einheitlichen K 0 m ° m and 0 der alliierten Streitkräfte. „New Port World Telegram" wendet sich gegen die britische Methode, nach schweren Niederlagen Generale zu Sündenböcken zu machen. Der Hauptfehler der britischen Kriegführung liege vor allem in der veralteten Organisation und besonders im Mangel an einem einheitlichen Oberkommando. „New Dort Times" schreibt, die Ereignisse bewiesen, daß die britischen Truppen keine Schlagkraft hätten. „Washington Post" erklärt: „Das Unglück, das die Alliierten in Nordafrika getroffen hat, droht, katastrophale Ausmaße anzunehmen."
Die japanischen Operationen in Tschekiang.
Schanghai, 1. Juli. (Europapreß.) Die japanischen Operationen gegen die in den Provinzen Tschekiang und Kiangsi gestellten tschungting-chine- sischen Streitkräfte in Stärke von mehreren Divisionen werben mit allem Nachdruck vorangetrieben. In Tschekiang sind etwa 20 000 Tschungking-Chine- sen eingekesselt und die Orte Tanschang und Liki, wo sich das Hauptquartier der 4. tschungkingchine- sischen Armee befand, erobert. Etwa 50 Kilometer südlich von Futschaii konnten weitere Tschungking- divisionen eingekesselt werden. Die chinesische Nationalregierung in Nanking hat zwei Armeegruppen aufgestellt, die ihr Hauptquartier in Kiukiang haben. Sie nennen sich „Armee zur Erhaltung des Friedens".
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Die japanische Luftwaffe führte vom 11. bis 30. Juni vier weitere Luftangriffe auf P 0 r 1 M 0 res - b t) (Neu-Guinea) durch. Hierbei wurden 36 Flugzeuge abgeschossen, zwei am Boden zerstört unb ein Frachtbampfer von 8000 BRT. versenkt.
Der Abiturient von 1936, der nach einem halben Jahr Arbeitsdienst zur Wehrmacht ging, sich 1938 ein drittes Jahr freiwillig verpflichtete, 1939 als junger Offizier ins Feld zog, ist jetzt sechs Jahre Soldat. Die Feldzüge haben ihn zum gereiften Mann gemacht; als Leutnant und Oberleutnant hat er häufig eine Kompanie geführt. Er ist inzwischen 25, 26, 27 Jahre alt geworden, aber mit feiner eigentlichen Berufsausbildung hat er noch nicht einmal begonnen. — Gewiß, hier ist ein besonders eindringlicher Fall heraus- genommen; jedoch ergibt sich für die meisten Studenten und Abiturienteik eine ähnliche Lage. Sie alle — und das sind Zehntausende — hat der Krieg inzwischen vier Jahre und mehr von ihrer Berufsausbildung ferngehalten.
Warum aber gerade von Abiturienten unb Studenten sprechen? Geht es nicht fast allen Volksgenossen in dieser Hinsicht gleich? — Nun — es gibt wohl kaum eine Berufsschicht, bei der der junge Mann von 18 Jahren noch nicht ein gewisses Ziel erreicht hätte. Der Lehrling ist Geselle ober Gehilfe, wenn nicht gar Meister, wenn er Soldat wird. Aehnliches gilt von anderen Berufsgruppen, b. h. fast alle sind, ehe sie Soldat werden, in irgendeiner Form selbständig geworden, — Der Abiturient unb Student aber hat bis dahin die Schulbank gedrückt, ist praktisch am Anfang seiner Berufsausbildung und muß von seinen Eltern weiterhin unterhalten werden.
Jetzt ist er Oberleutnant unb Kompanieführer; später aber soll er, wobei der Zeitpunkt noch gar nicht abzusehen ist, als erstes ober junges Semester die Hochschulen besuchen. Wieder soll er von vorne anfangen! Mitte 20 ist er jetzt; mehrere Jahre Stubium lieget vor ihm. Mancher hat in der Heimat ein junges Mädchen, mit dem er die Che eingehen möchte. Aber ein verheirateter Student? Unb doch weiß er, es wäre eine sittliche Verpflichtung, gerade in Anbetracht der Opfer des Krieges und der großen das deutsche Volk nach diesem Krieg erwartenden Aufgaben zu heiraten. Die Tatsache aber, daß er sich in der Lebenshaltung wieder völlig umstellen muß, die im Vergleich zu ihm recht jungen Mitsemester, die Berufsaussichten für ihn, den doch schon Altgewordenen, vor allem aber das bittere Gefühl, beim kommenden Ausbau nicht gleich mitanpacken zu dürfen, sondern erst still lernen zu


